Bahnhof Wettingen

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Bahnhof Wettingen
Bild Bahnhof Wettingen
Ort Wettingen
Kanton Aargau
Bezirk Baden
Staat Schweiz
Koordinaten 47° 27′ 35″ N, 8° 18′ 58″ O
Höhe 388 m ü. M.
Betriebsstellenart Durchgangs- und Trennungsbahnhof
Eröffnung 1876
Eigentümer Schweizerische Bundesbahnen
Betreiber Schweizerische Bundesbahnen
Perrongleise 5
Abkürzung WE
DiDok-Nummer 8503505
Tarifverbund A-Welle
Tarifzone 570
Regionalverkehr RE12, S6, S12, S19

Der Bahnhof Wettingen ist ein Bahnhof in der Einwohnergemeinde Wettingen im Bezirk Baden des Kantons Aargau. Er liegt südlich des dicht besiedelten Gemeindegebiets zwischen dem historischen Kloster Wettingen und der Limmat.

Im Bahnhof treffen die Bahnstrecke Zürich–Baden, die Bahnstrecke Wettingen–Effretikon durch das Furttal und die frühere Nationalbahnstrecke in Richtung Mellingen und Zofingen aufeinander. Wettingen ist deshalb trotz seiner vergleichsweise geringen Bedeutung im Fernverkehr ein wichtiger Knoten des regionalen Bahnverkehrs.

Im Fahrplanjahr 2026 wird der Bahnhof durch den RegioExpress RE12 sowie die Zürcher S-Bahn-Linien S6, S12 und S19 bedient. Die S6 und S12 verkehren grundsätzlich im Halbstundentakt. Die S19 ergänzt das Angebot insbesondere während der Hauptverkehrszeiten.[1]

Das Aufnahmegebäude von 1876, der ehemalige Güterschuppen, eine Drehscheibe und die Lokremise bilden eines der am besten erhaltenen historischen Bahnhofensembles im Kanton Aargau.[2]

Lage

Der Bahnhof befindet sich auf rund 388 Metern über Meer am südlichen Rand des heutigen Siedlungsgebiets. Das Wettinger Ortszentrum liegt etwa einen Kilometer nördlich. Zwischen Bahnhof und Zentrum verkehren mehrere Buslinien der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen.

Südwestlich des Bahnhofs liegt die Klosterhalbinsel mit dem ehemaligen Zisterzienserkloster Wettingen. Südlich der Gleise befindet sich auf dem gegenüberliegenden Limmatufer die zur Gemeinde Neuenhof gehörende Siedlung Webermühle.

Die Bahnanlage verläuft ungefähr von Nordwesten nach Südosten. In Richtung Baden überqueren die Strecken die Limmat auf der Eisenbahnbrücke Wettingen–Baden. In der Gegenrichtung führt die Hauptstrecke über Neuenhof nach Killwangen-Spreitenbach und Zürich.

Östlich des Bahnhofs zweigt die Furttalstrecke über Würenlos und Otelfingen nach Regensdorf-Watt ab. Eine weitere Strecke führt in südwestlicher Richtung über Mellingen nach Gruemet, wo sie an die Verbindung in Richtung Lenzburg anschliesst. Dieser Abschnitt wird seit 2004 nicht mehr im regulären Personenverkehr genutzt.

Name und Kennzeichnung

Der Bahnhof trägt den Namen der Gemeinde Wettingen. Die betriebliche Abkürzung lautet WE. Die DiDok-Nummer und internationale UIC-Stationsnummer ist 8503505.[3]

Die Bushaltestellen beim Bahnhof tragen zwei unterschiedliche Namen:

  • Wettingen, Bahnhof auf der südlichen Seite der Gleisanlage;
  • Wettingen, Bahnhofplatz auf der nördlichen Seite beim Aufnahmegebäude.

Geschichte

Spanisch-Brötli-Bahn

Am 9. August 1847 eröffnete die Schweizerische Nordbahn die erste vollständig auf Schweizer Gebiet liegende Eisenbahnstrecke von Zürich nach Baden. Sie wurde im Volksmund als Spanisch-Brötli-Bahn bekannt.

Die ursprüngliche Trasse verlief zwischen Neuenhof und Baden auf der linken Seite der Limmat. Wettingen erhielt deshalb zunächst keinen eigenen Bahnhof. Die Strecke lag zwar nahe der Gemeindegrenze, war vom Dorf und vom Kloster jedoch durch den Fluss getrennt.

In den 1870er-Jahren plante die Schweizerische Nordostbahn eine Verlegung der Strecke auf die rechte Limmatseite. Gründe dafür waren die bevorstehenden neuen Bahnverbindungen und der Wunsch nach einer leistungsfähigeren Zufahrt zum Bahnhof Baden.

1875 wurde die Eisenbahnbrücke zwischen Neuenhof und Wettingen fertiggestellt. Die neue Linienführung ermöglichte die Errichtung eines Bahnhofs zwischen dem Dorf Wettingen und dem ehemaligen Kloster.[2]

Eröffnung des Bahnhofs

Der Bahnhof Wettingen wurde 1876 eröffnet. Die Nordostbahn errichtete ein Aufnahmegebäude nach einem von Ingenieur August Beckh und Architekt Jakob Friedrich Wanner entwickelten Muster für mittelgrosse Bahnhöfe.

Zur ursprünglichen Anlage gehörten:

  • das Aufnahmegebäude;
  • ein Güterschuppen;
  • eine Lokremise;
  • eine Drehscheibe;
  • Lade- und Abstellgleise;
  • Einrichtungen für den Personen-, Gepäck- und Güterverkehr.

Das Aufnahmegebäude bestand aus einem zweigeschossigen gemauerten Mittelteil und zwei eingeschossigen Seitenflügeln aus sichtbarem Fachwerk. In den Seitenflügeln befanden sich ursprünglich die Wartesäle.

Die Eröffnung verbesserte die Verkehrsverbindungen Wettingens nach Baden, Zürich und in den westlichen Aargau. Gleichzeitig entwickelte sich das Gebiet zwischen Bahnhof, Kloster und Dorf zu einem neuen Gewerbe- und Wohnstandort.

Schweizerische Nationalbahn

Bereits ein Jahr nach der Eröffnung gewann der Bahnhof erheblich an Bedeutung. Die Schweizerische Nationalbahn nahm 1877 ihre Strecken von Winterthur über Effretikon, Seebach und das Furttal nach Wettingen sowie von Wettingen über Baden Oberstadt, Mellingen, Lenzburg und Suhr nach Zofingen in Betrieb.

Der Bahnhof wurde dadurch zum Knotenpunkt mehrerer Bahnlinien. Die Nationalbahn wollte eine von den grossen Privatbahngesellschaften unabhängige Ost-West-Verbindung vom Bodensee in die Westschweiz schaffen.

Das Unternehmen geriet jedoch bereits kurz nach der Eröffnung in finanzielle Schwierigkeiten und wurde 1878 liquidiert. Die Nordostbahn übernahm einen grossen Teil der Strecken aus der Konkursmasse.

Die ehemaligen Nationalbahnlinien blieben dennoch für den regionalen Verkehr von Bedeutung. Die Verbindung durch das Furttal entwickelte sich später zu einer wichtigen Vorortsstrecke der Zürcher S-Bahn.

Übergang an die SBB

Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht und in die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen integriert. Damit gingen auch der Bahnhof Wettingen und die anschliessenden Bahnlinien an die SBB über.

1912 wurde das Aufnahmegebäude erweitert. 1919 folgte ein Ausbau der Gleisanlagen. Aus dieser Zeit stammt auch das historische Perrondach beim Bahnhofsgebäude.[2]

Der Bahnhof besass während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine grössere Bedeutung für den Güter- und Rangierverkehr. Die Lokremise und die Drehscheibe dienten der Unterbringung und dem Wenden von Dampflokomotiven.

Versuchsbetrieb Seebach–Wettingen

Eine besondere Rolle in der Geschichte der schweizerischen Eisenbahntechnik spielte der Einphasenwechselstrom-Versuchsbetrieb Seebach–Wettingen.

Die Maschinenfabrik Oerlikon richtete zwischen 1904 und 1905 auf der Strecke von Seebach über Affoltern, Regensdorf, Otelfingen und Würenlos nach Wettingen einen elektrischen Versuchsbetrieb ein. Ziel war der Nachweis, dass sich Einphasenwechselstrom mit hoher Spannung für den Eisenbahnbetrieb auf längeren Strecken eignet.

Zum Einsatz kamen eigens entwickelte Versuchslokomotiven. Eine davon war die später als «EVA» bezeichnete Lokomotive Ce 4/4 Nummer 1.[4]

Der international beachtete Versuch dauerte bis 1909. Er trug wesentlich zur Entwicklung des später in der Schweiz und in mehreren mitteleuropäischen Ländern verwendeten Bahnstromsystems bei. Nach dem Ende des Versuchsbetriebs wurden die Fahrleitungen zunächst wieder entfernt.

Die dauerhafte Elektrifizierung der durch Wettingen führenden Strecken erfolgte später im Rahmen der allgemeinen Elektrifizierung des SBB-Netzes.

Umbauten im 20. Jahrhundert

Mit dem Wachstum des Personen- und Güterverkehrs wurden die Gleisanlagen mehrfach verändert. Grössere Umbauten erfolgten unter anderem 1919 und 1982.

Beim Umbau von 1982 wurde das Aufnahmegebäude erneuert und ein Nebengebäude erstellt. Ein älteres Stellwerk wurde abgebrochen. Teile der historischen Anlage, darunter Aufnahmegebäude, Güterschuppen, Lokremise und Drehscheibe, blieben jedoch erhalten.

Die Bedeutung des lokalen Güterverkehrs nahm während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ab. Nicht mehr benötigte Rangier- und Ladegleise wurden teilweise aufgegeben oder nur noch für betriebliche Zwecke genutzt.

Zürcher S-Bahn

Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich und des Zürcher Verkehrsverbunds am 27. Mai 1990 wurde Wettingen in das vertaktete S-Bahn-Netz der Region Zürich eingebunden.

Die Verbindung durch das Furttal wurde von der S6 übernommen. Weitere Linien verbanden Wettingen über Baden, Neuenhof und das Limmattal mit Zürich.

Das Angebot wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach verändert. Die S12 entwickelte sich zur wichtigsten direkten Verbindung über Zürich Hauptbahnhof und Winterthur in die Nordostschweiz. Seit 2015 ergänzt die S19 während stärker nachgefragter Zeiten das Angebot.

Einstellung des Personenverkehrs nach Mellingen

Die frühere Nationalbahnstrecke von Wettingen über Baden Oberstadt und Mellingen nach Gruemet und Lenzburg verlor im Personenverkehr zunehmend an Bedeutung. Die Züge konnten die grossen regionalen Verkehrsströme nach Baden und Zürich nur unzureichend bedienen.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 wurde der reguläre Personenverkehr zwischen Wettingen und Mellingen eingestellt. Die Verbindung wird weiterhin für den Güterverkehr, für betriebliche Fahrten und als Umleitungsstrecke bei Sperrungen der Heitersberglinie genutzt.[5]

Modernisierung 2011–2013

Von Oktober 2011 bis Juni 2013 modernisierten die SBB, der Kanton Aargau und die Gemeinde Wettingen den Bahnhof umfassend.

Zu den Massnahmen gehörten:

  • die Erhöhung und Verlängerung der Perrons;
  • neue Perrondächer und Wartebereiche;
  • neue Treppen und Rampen;
  • ein stufenfreier Zugang zu den Perrons;
  • die Modernisierung der Gleis- und Fahrleitungsanlagen;
  • eine neue Fahrgastinformation;
  • die Sanierung und Neuorganisation des Aufnahmegebäudes;
  • die Neugestaltung des Bahnhofplatzes.

Die Gemeinde wandelte den Bahnhofplatz in eine verkehrsberuhigte Begegnungszone um. Das erneuerte Bahnhofareal wurde am 21. Juni 2013 feierlich eingeweiht.[6]

Der bediente SBB-Schalter wurde Ende September 2022 geschlossen. Billette können seither am Automaten, über digitale Vertriebskanäle oder an anderen bedienten Verkaufsstellen erworben werden.

Historisches Bahnhofensemble

Der Bahnhof Wettingen gehört gemäss der kantonalen Denkmalpflege zu den am besten erhaltenen historischen Bahnhofanlagen des Kantons Aargau.

Zum Ensemble gehören:

  • das Aufnahmegebäude von 1876;
  • der Güterschuppen;
  • die Lokremise;
  • die Drehscheibe;
  • Teile der historischen Perron- und Gleisanlagen.

Das Aufnahmegebäude besitzt einen massiven Mitteltrakt mit Giebeldach. Die beiden seitlichen Fachwerkflügel werden von flachen Walmdächern abgeschlossen. Trotz verschiedener Umbauten blieb die ursprüngliche Gliederung des Gebäudes erkennbar.

Die Drehscheibe und die Lokremise erinnern an die Zeit des Dampfbetriebs. Sie liegen im südöstlichen Teil des Bahnhofareals und werden nicht mehr für den regulären Bahnbetrieb benötigt.

Das Ensemble ist zugleich Bestandteil des Industriekulturpfads Limmat–Wasserschloss. Eine Informationstafel erinnert an die Entwicklung des Bahnhofs und an den elektrischen Versuchsbetrieb Seebach–Wettingen.

Anlage

Der Bahnhof besitzt fünf Perrongleise. Gleis 1 liegt am Hausperron beim historischen Aufnahmegebäude. Die übrigen Gleise werden über Mittelperrons erschlossen.

Die Perrons sind durch eine Personenunterführung miteinander verbunden. Rampen und weitere stufenfreie Zugänge ermöglichen den Zugang mit Rollstuhl, Kinderwagen, Velo oder schwerem Gepäck.

Die Gleise dienen unterschiedlichen Verkehrsströmen:

  • Züge des RE12 benutzen vor allem die westlichen Bahnhofgleise;
  • die S6 beginnt beziehungsweise endet teilweise in Wettingen und fährt über die Furttalstrecke;
  • die S12 benutzt die durchgehende Hauptstrecke zwischen Baden und Neuenhof;
  • die S19 verkehrt über Baden und das Limmattal in Richtung Zürich;
  • weitere Gleise dienen Güter-, Dienst- und Abstellzügen.

Zur Ausstattung gehören:

  • gedeckte Wartebereiche;
  • elektronische Abfahrtsanzeigen;
  • Lautsprecheranlagen;
  • Billettautomaten;
  • öffentliche Toiletten;
  • ein Kiosk;
  • ein Migrolino-Geschäft;
  • Veloabstellplätze;
  • P+Rail-Parkplätze;
  • ein Standort von Mobility Carsharing.

Nach Angaben der SBB stehen am Bahnhof 546 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die SBB-P+Rail-Anlage umfasst 16 gewöhnliche Parkplätze und einen Behindertenparkplatz.[7]

Bahnverkehr

RegioExpress

Im Fahrplanjahr 2026 beginnt beziehungsweise endet in Wettingen die Linie RE12:

Die Linie verkehrt grundsätzlich stündlich. Einzelne spätabendliche Verbindungen werden über Wettingen hinaus nach Zürich geführt.[8]

Der RE12 verbindet Wettingen direkt mit den regionalen Zentren Brugg, Aarau und Olten. Für Fahrten nach Zürich stehen die S-Bahn-Linien zur Verfügung.

S6

Die S6 verbindet Wettingen über das Furttal mit Zürich und dem rechten Zürichseeufer:

Die S6 verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt. Ein Teil der Züge beginnt oder endet in Baden, während andere Zugläufe betrieblich in Wettingen wenden können.[1]

S12

Die S12 verbindet Wettingen mit Brugg, Zürich, Winterthur und der Nordostschweiz:

Die S12 verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt. Die Züge werden ab Winterthur abwechselnd nach Schaffhausen und Wil SG weitergeführt.

S19

Die S19 ergänzt das Angebot vor allem während der Hauptverkehrszeiten:

Die genaue Zahl und Linienführung der S19-Züge hängt von Tageszeit und Wochentag ab.

Nachtverkehr

In den Wochenendnächten wird Wettingen durch die Nacht-S-Bahn SN1 bedient:

  • SN1: Aarau – Wildegg – Brugg AG – Baden – Wettingen – Dietikon – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Winterthur

Die Nachtlinie ergänzt die Nachtbusse in der Region Baden-Wettingen. Das Angebot besteht in den Nächten von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag und vor bestimmten Feiertagen.

Busverkehr

Beim Bahnhof bestehen zwei räumlich getrennte Bushaltestellen.

Wettingen, Bahnhof

Die Haltestelle auf der südlichen Seite der Gleisanlage wird von der RVBW-Linie 4 bedient:

  • Linie 4: Baden, Bahnhof – Wettingen, Bahnhof – Neuenhof – Killwangen – Spreitenbach

Die Linie verbindet den Bahnhof mit dem südlichen Gemeindegebiet, Neuenhof und dem Limmattal.

Wettingen, Bahnhofplatz

Auf der Nordseite halten die Linien 3 und 12:

  • Linie 3: Baden, Grosse Bäder – Baden, Bahnhof – Wettingen, Bahnhofplatz – Wettingen, Brunnenwiese
  • Linie 12: Wettingen, Tägi – Wettingen, Bahnhofplatz – Baden – Dättwil, Kantonsspital

Die Linie 3 erschliesst das Wettinger Zentrum und die nördlichen Wohnquartiere. Die Linie 12 verbindet den Bahnhof mit dem Sport- und Freizeitzentrum Tägi, Baden und dem Kantonsspital in Dättwil.[9]

Verbindung zur Webermühle

Seit 2016 verbindet ein öffentlicher Schräglift das Bahnhofgebiet mit der tiefer gelegenen Siedlung Webermühle in Neuenhof.

Der Lift überwindet den Höhenunterschied zwischen dem südlichen Bahnhofzugang und dem Wohngebiet nahe der Limmat. Dadurch entstand eine kürzere Fussverbindung vom Bahnhof zu den Wohnquartieren auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses.

Die Anlage wird nicht von den SBB betrieben, ist aber für das Einzugsgebiet des Bahnhofs von Bedeutung.

Tarif

Der Bahnhof liegt in der Zone 570 des Tarifverbunds A-Welle.[10]

Innerhalb der gelösten Zonen können Bahn- und Buslinien sowie weitere beteiligte öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden.

Für Fahrten in den Zürcher Verkehrsverbund stehen nationale Billette und Angebote des Z-Pass zur Verfügung. Das Generalabonnement wird auf allen regulären Bahn- und Buslinien anerkannt. Mit dem Halbtax-Abonnement können nationale Billette zum ermässigten Preis bezogen werden.

Bedeutung

Der Bahnhof Wettingen erschliesst eine der bevölkerungsreichsten Gemeinden des Kantons Aargau. Er ist insbesondere für den Pendlerverkehr nach Baden, Zürich, Brugg, Aarau und Olten wichtig.

Durch die S6 besitzt Wettingen eine direkte Verbindung über das Furttal nach Zürich Oerlikon, Zürich Hauptbahnhof und an das rechte Zürichseeufer. Die S12 verbindet die Gemeinde über das Limmattal mit Zürich und Winterthur. Der RE12 erschliesst den westlichen Aargau und den Bahnknoten Olten.

Der Bahnhof dient auch dem Ausbildungsverkehr. In unmittelbarer Nähe liegt die Kantonsschule Wettingen auf dem Gelände des ehemaligen Klosters. Schülerinnen, Schüler und Beschäftigte erreichen sie vom Bahnhof zu Fuss.

Für den Freizeitverkehr ist der Bahnhof Ausgangspunkt für Besuche des Klosters Wettingen, für Wanderungen entlang der Limmat und auf die Lägern sowie für Velotouren durch das Limmattal und das Furttal.

Bahnhofareal und Entwicklung

Das Bahnhofareal bildet gemeinsam mit der Klosterhalbinsel und den angrenzenden Wohngebieten einen wichtigen Entwicklungsraum der Gemeinde.

Ein Teil der früheren Güter- und Rangierflächen wird nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigt. Die Gemeinde Wettingen und die Grundeigentümer untersuchen deshalb Möglichkeiten für neue Wohn-, Gewerbe- und öffentliche Nutzungen.

Bei der Planung müssen der Schutz des historischen Bahnhofensembles, die betrieblichen Anforderungen der SBB, die Erschliessung der Klosterhalbinsel und die Verbindungen für Fuss- und Veloverkehr berücksichtigt werden.[11]

Aufgrund der Lage an mehreren Bahnstrecken bleibt ein Teil des Areals für Abstell-, Güter- und Umleitungsverkehr erforderlich.

Siehe auch

Literatur

  • Roman Brüschweiler, Anton Kottmann, Fritz Senft, Max Oettli: Geschichte der Gemeinde Wettingen. Wettingen 1978.
  • Carl August Zehnder: 100 Jahre Bahnhof Wettingen. In: Badener Neujahrsblätter 1977, Baden 1977, S. 80–82.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Hans-Peter Bärtschi, Jürg Hauswirth, Peter Hofmann: Die Nationalbahn: Vision einer Volksbahn. Minirex, Luzern 2009, ISBN 978-3-907014-35-6.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Haltestellenfahrplan Wettingen, Zürcher Verkehrsverbund, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Bahnhof Aufnahmegebäude, Wettingen, Kantonale Denkmalpflege Aargau, Bauinventarobjekt WET915A, abgerufen am 4. August 2026.
  3. Dienststellen gemäss opentransportdata.swiss, SBB Open Data, abgerufen am 4. August 2026.
  4. Elektrolokomotive Ce 4/4 Nr. 1 «EVA», Sammlung des Verkehrshauses der Schweiz, abgerufen am 4. August 2026.
  5. Nationalbahn, Regionalbahn Olten, abgerufen am 4. August 2026.
  6. Wettingen feiert seinen neuen Bahnhof, Wettiger Stern, Gemeinde Wettingen, Juni 2013, abgerufen am 4. August 2026.
  7. Bahnhof Wettingen, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
  8. Tarifverbund A-Welle, Tarif 651.20, Ausgabe vom 1. Juni 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  9. RVBW-Fahrplan 2025/2026, Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  10. Netzplan Region Baden 2026, Tarifverbund A-Welle, abgerufen am 4. August 2026.
  11. Planungsprojekte und Bahnhofareal, Gemeinde Wettingen, abgerufen am 4. August 2026.

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