Uetikon am See

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Uetikon am See
Staat Schweiz
Kanton Zürich
Bezirk Meilen
BFS-Nummer 0159
Postleitzahl 8707
Koordinaten 47° 16′ N, 8° 41′ O
Höhe 414 m ü. M.
Fläche 3,51 km²
Einwohner 6637
Einwohnerstand 31. Dezember 2025
Einwohnerbezeichnung Uetikerin, Uetiker
Website www.uetikonamsee.ch

Uetikon am See ist eine politische Gemeinde im Bezirk Meilen des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt am rechten Ufer des Zürichsees, südöstlich des Bezirkshauptorts Meilen, und gehört zur sogenannten Goldküste. Das dicht besiedelte Gemeindegebiet erstreckt sich vom Seeufer über die Hanglagen in Richtung Pfannenstiel.

Die Gemeinde entwickelte sich von einem landwirtschaftlich und vom Weinbau geprägten Dorf zu einem bedeutenden Industriestandort und später zu einer bevorzugten Wohngemeinde im Einzugsgebiet der Stadt Zürich. Eine besondere Rolle in der Ortsgeschichte spielte die 1818 gegründete Chemische Fabrik Uetikon. Ihr ehemaliges Industrieareal am See soll im Rahmen der Gebietsentwicklung «Chance Uetikon» beziehungsweise «Seepark» neu genutzt werden.[1]

Ende 2025 lebten 6637 Menschen in Uetikon am See. Der Ausländeranteil betrug 21,03 Prozent.[2]

Geographie

Uetikon am See liegt am oberen rechten Zürichseeufer, rund 16 Kilometer Luftlinie vom Zentrum der Stadt Zürich entfernt. Das Gemeindegebiet umfasst 351 Hektaren und gehört damit flächenmässig zu den kleineren Gemeinden des Kantons Zürich.[2]

Die Siedlung steigt vom Seeufer in mehreren Geländestufen gegen Nordosten an. Der offizielle Höhenwert der Gemeinde beträgt 414 Meter über Meer, während die höher gelegenen Wohn- und Landwirtschaftsgebiete deutlich über dem Seespiegel liegen.

Nachbargemeinden sind Meilen im Nordwesten, Egg im Nordosten und Männedorf im Südosten. Im Südwesten bildet der Zürichsee die Gemeindegrenze. Auf der gegenüberliegenden Seeseite liegen unter anderem Wädenswil und Richterswil.

Von der Gemeindefläche werden 38,5 Prozent landwirtschaftlich genutzt. 37,6 Prozent entfallen auf Siedlungsflächen, 16 Prozent auf Wald und 7,1 Prozent auf Verkehrsflächen. Gewässer und unproduktive Flächen machen nur einen kleinen Anteil aus.[2]

Die Hanglage bietet an zahlreichen Stellen freie Sicht über den Zürichsee auf die Zimmerbergkette und die Alpen. Das milde Klima am rechten Seeufer begünstigte während Jahrhunderten den Wein- und Obstbau.

Siedlungsstruktur

Uetikon am See besitzt keinen einzelnen, klar abgegrenzten historischen Dorfkern. Die heutige Siedlung entwickelte sich aus mehreren älteren Ortsteilen, Hofgruppen und Wachten.

Zu den traditionellen Siedlungsbereichen gehören Grossdorf, Kleindorf, Langenbaum, Berg, Ried, Weissenrain, Grüt und das Gebiet am See. Durch das starke Wachstum seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die früher getrennten Siedlungsteile weitgehend zusammengewachsen.

Das Grossdorf und das Kleindorf bildeten die ältesten geschlossenen Dorfteile. Die reformierte Kirche steht auf dem Kirchbühl oberhalb des Seeufers. Entlang der Seestrasse entstand im 19. Jahrhundert das Industriegebiet der Chemischen Fabrik.

In den höher gelegenen Teilen der Gemeinde befinden sich neuere Wohnquartiere, Schulhäuser und Landwirtschaftsflächen. Wegen der kleinen Gemeindefläche und der attraktiven Lage ist der Boden stark beansprucht.

Name

Uetikon wurde 1150 erstmals urkundlich als «Uotinchova» erwähnt. Die Endung «-inchova» entwickelte sich später zu «-ikon». Der Name bedeutet wahrscheinlich «bei den Höfen des Uoto» und verweist auf einen alemannischen Siedler oder Grundbesitzer namens Uoto.[3]

Flurnamen wie Grüt, Rüti, Schwendi und Brand erinnern an die Rodung und landwirtschaftliche Erschliessung des Gemeindegebiets im Mittelalter.[3]

Bis 1977 lautete der amtliche Gemeindename lediglich «Uetikon». Der Zusatz «am See» wurde danach zum offiziellen Bestandteil des Namens. Im Zürichdeutschen wird der Ortsname als «Üetike» ausgesprochen.

Der Name darf nicht mit Uitikon im Bezirk Dietikon verwechselt werden. Die beiden Gemeinden unterscheiden sich sowohl sprachlich als auch geografisch deutlich voneinander.

Geschichte

Frühzeit und Mittelalter

Über die früheste Besiedlung des Gemeindegebiets ist nur wenig bekannt. Die günstige Lage am Zürichsee und die fruchtbaren Hanglagen dürften jedoch bereits vor der ersten schriftlichen Erwähnung landwirtschaftlich genutzt worden sein.

Im Mittelalter gehörte Uetikon zur Herrschaft Wädenswil. Der grösste Grundbesitzer war über lange Zeit das Grossmünsterstift in Zürich. Daneben bestanden Güter anderer kirchlicher und weltlicher Herrschaftsträger.[3]

Die Freiherren von Wädenswil übertrugen ihre Herrschaft und die Gerichtsbarkeit 1287 dem Johanniterorden. Uetikon blieb dadurch Teil der Johanniterherrschaft Wädenswil.

Im Jahr 1408 gelang es den Einwohnern Uetikons, sich von der persönlichen Leibeigenschaft der Johanniter loszukaufen. Grundherrschaftliche Abgaben und gerichtliche Abhängigkeiten bestanden jedoch weiterhin.[4]

Zürcher Herrschaft

Die Stadt Zürich kaufte 1549 die Herrschaft Wädenswil vom Johanniterorden. Uetikon wurde damit Bestandteil der Zürcher Landvogtei Wädenswil.

Die besondere geografische Situation war auffällig: Uetikon lag auf dem rechten Zürichseeufer, während der Hauptteil der Landvogtei Wädenswil auf der gegenüberliegenden Seeseite lag. Diese Verbindung bestand dennoch bis zum Ende des Ancien Régime im Jahr 1798.

Die Zürcher Obrigkeit setzte einen Landvogt ein, der die hohe Gerichtsbarkeit ausübte, Abgaben einzog und die Herrschaft verwaltete. Lokale Angelegenheiten wurden teilweise von den Dorfbewohnern und den verschiedenen Wachten geregelt.

Kirchliche Entwicklung

Kirchlich gehörte Uetikon ursprünglich zur Pfarrei Meilen und bildete deren fünfte Wacht. Der Weg zur Pfarrkirche in Meilen war insbesondere für die Bewohner abgelegener Höfe beschwerlich.

1429 errichteten die Einwohner auf der Rütihalde, dem heutigen Kirchbühl, eine Kapelle. Der Kaplan von Meilen musste dort wöchentlich eine Messe lesen.[3]

Mit der Zürcher Reformation wurde Uetikon in den 1520er-Jahren evangelisch-reformiert. Die Kapelle diente fortan dem reformierten Gottesdienst.

Als die Bevölkerung auf ungefähr 500 Personen angewachsen war, entsprach die Zürcher Obrigkeit um 1680 dem Wunsch nach einer selbständigen Kirchgemeinde mit eigenem Seelsorger. Damit löste sich Uetikon kirchlich von Meilen.

1727 wurden in die Kirche Emporen eingebaut. Renovationen erfolgten 1833 und 1873. In den Jahren 1908 und 1924 wurde das Kirchenschiff erweitert.[3]

Helvetische Republik und Kantonsordnung

Mit der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 wurden die alten Landvogteien aufgehoben. Die jahrhundertelange politische Verbindung Uetikons mit der linksufrigen Herrschaft Wädenswil endete.

Uetikon wurde zunächst dem Distrikt Meilen zugeteilt. Während der Mediationszeit von 1803 bis 1814 gehörte es zum Bezirk Horgen.

Seit 1814 gehört Uetikon wieder zum rechtsufrigen Oberamt Meilen, aus dem der heutige Bezirk Meilen hervorging. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die moderne politische Gemeinde mit eigenen Behörden und einer geregelten Verwaltung.

Landwirtschaft und Weinbau

Die Landwirtschaft bildete bis ins 19. Jahrhundert die wichtigste Lebensgrundlage. Auf den sonnigen Hängen wurde vor allem Wein angebaut. Daneben betrieben die Einwohner Ackerbau, Obstbau, Viehhaltung und Fischerei.

Der Weinbau prägte das Landschaftsbild des rechten Zürichseeufers. Zahlreiche Trockenmauern, Rebwege und ehemalige Trotten erinnerten an diese Wirtschaftsform.

Im 19. und 20. Jahrhundert ging die Rebfläche durch Pflanzenkrankheiten, wirtschaftliche Veränderungen und die Ausdehnung der Siedlungen deutlich zurück. Einzelne Rebberge blieben jedoch erhalten oder wurden später wieder angelegt.

Einige Einwohner arbeiteten als Schiffer und waren am Transport von Menschen und Gütern auf dem Zürichsee beteiligt. Vor dem Ausbau der Strassen und Eisenbahnen bildete der See einen der wichtigsten Verkehrswege.

Entstehung der Chemischen Fabrik

Im Jahr 1818 gründeten die Brüder Rudolf und Johann Rudolf Schnorf in Uetikon eine chemische Fabrik. Der Standort am Zürichsee ermöglichte den Transport von Rohstoffen und Fertigwaren mit Schiffen.

Zu den wichtigsten frühen Erzeugnissen gehörten Schwefelsäure und weitere Grundchemikalien. Das Unternehmen entwickelte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten chemischen Industriebetriebe der Schweiz.

Die Fabrik war eng mit der Familie Schnorf verbunden. Mehrere Generationen der Familie führten das Unternehmen und beeinflussten zugleich das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Gemeinde.

1899 wurde die Chemische Fabrik in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Sie beteiligte sich auch an anderen Industrieunternehmen, darunter der Papierfabrik Perlen.

In den 1960er-Jahren war die Fabrik mit einer Jahresproduktion von rund 80'000 Tonnen der grösste Schwefelsäurehersteller der Schweiz.[5]

1971 wurde die CPH Chemie und Papier Holding AG gegründet. 1990 erhielt der Betrieb die Bezeichnung CU Chemie Uetikon AG. Die industrielle Produktion prägte während rund zwei Jahrhunderten das Seeufer, das Ortsbild und die soziale Entwicklung Uetikons.

Soziale Bedeutung der Fabrik

Die Chemische Fabrik war während langer Zeit der wichtigste Arbeitgeber der Gemeinde. Sie zog Arbeitskräfte aus anderen Teilen der Schweiz und später auch aus dem Ausland an.

Das Unternehmen errichtete Arbeiterwohnungen, unterstützte soziale Einrichtungen und beteiligte sich an der Entwicklung der lokalen Infrastruktur. Die Beziehungen zwischen Fabrikleitung, Arbeiterschaft und Dorfbevölkerung waren eng, aber nicht immer konfliktfrei.

Die industrielle Arbeit brachte neue soziale Gruppen in das zuvor landwirtschaftlich geprägte Dorf. Dadurch veränderten sich Bevölkerung, Politik und Vereinsleben.

An die Geschichte der Fabrik erinnern heute Industriegebäude, ehemalige Arbeiterhäuser, Dokumente, Fotografien und Publikationen des Vereins Sozialgeschichte Chemie Uetikon.

Strassen- und Eisenbahnverkehr

Um 1850 wurden verschiedene Strassenverbindungen ausgebaut. Dadurch verbesserten sich die Verkehrsbeziehungen nach Meilen, Männedorf und in die höher gelegenen Gemeinden.

Die Eisenbahn erreichte das rechte Zürichseeufer vergleichsweise spät. 1894 wurde die Strecke der rechtsufrigen Zürichseebahn eröffnet. Uetikon erhielt einen eigenen Bahnhof an der Linie Zürich–Rapperswil.[3]

1903 nahm die Wetzikon-Meilen-Bahn ihren Betrieb auf. Die schmalspurige Überlandbahn verband Meilen über Uetikon, Oetwil am See und Langholz mit Wetzikon.

Die Bahn erleichterte den Personen- und Güterverkehr zwischen dem Zürichsee und dem Zürcher Oberland. 1950 wurde sie eingestellt und durch Buslinien ersetzt.

Entwicklung zur Wohngemeinde

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein starkes Siedlungswachstum ein. Die Bahnverbindung nach Zürich, die attraktive Hanglage und die Nähe zum See machten Uetikon zu einem beliebten Wohnort.

Neue Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Schulen und öffentliche Einrichtungen entstanden. Die alten Ortsteile wuchsen zu einer weitgehend geschlossenen Siedlung zusammen.

1950 lebten rund 2500 Menschen in Uetikon. Bis 1990 stieg die Einwohnerzahl auf über 4000 und bis Ende 2025 auf 6637.[2]

Die frühere Industrie- und Bauerngemeinde entwickelte sich zu einer dicht besiedelten Agglomerationsgemeinde. Viele Einwohner pendeln heute nach Zürich, Meilen, Rapperswil-Jona oder in andere Gemeinden der Region.

Ende der Chemieproduktion und Arealentwicklung

Die industrielle Nutzung des grossen Seeuferareals wurde schrittweise reduziert. Das frühere Fabrikgelände gilt wegen seiner Lage und Grösse als eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete am rechten Zürichseeufer.

Der Kanton Zürich und die Gemeinde erwarben wesentliche Teile des Areals und entwickelten gemeinsam den Masterplan «Chance Uetikon». Vorgesehen sind öffentliche Nutzungen, Wohnraum, Freiräume und ein besserer Zugang zum See.[1]

Ein zentraler Bestandteil der Planung ist die Kantonsschule Uetikon am See. Sie soll langfristig auf dem ehemaligen Industrieareal untergebracht werden und Platz für rund 1500 Schülerinnen und Schüler bieten.[6]

Vor einer umfassenden Neubebauung sind Altlastensanierungen erforderlich. Gleichzeitig sollen ausgewählte historische Industriebauten erhalten und in die neue Nutzung integriert werden.

Die Entwicklung des Areals wird inzwischen auch unter der Bezeichnung «Seepark» kommuniziert. Sie soll das bisher weitgehend industriell genutzte Ufer stärker mit dem übrigen Gemeindegebiet verbinden.

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt in Silber eine ausgerissene Tanne mit grünem Wipfel und rotem Stamm. Der Stamm ist mit einem schwarzen Ring und zwei ineinandergeschobenen schwarzen lateinischen Buchstaben V belegt.

Die Tanne soll den alten Ortsteil Langenbaum symbolisieren. Die beiden V werden mit den historischen Ortsteilen Klein- und Grossdorf in Verbindung gebracht. Der Ring verbindet die beiden Zeichen und verweist damit auf die Einheit der Gemeinde.

Eine frühe Darstellung des Wappens befand sich auf einer 1684 gegossenen Kirchenglocke. Diese wurde 1860 eingeschmolzen. Weitere Darstellungen sind in einem Wappenbuch von 1743 und im Taufbuch der Gemeinde von 1777 erhalten.

Die heute gebräuchliche Form des Wappens wurde am 24. Mai 1935 offiziell festgelegt.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl wuchs bis ins 19. Jahrhundert nur langsam. Mit der Industrialisierung und später der Entwicklung zur Wohngemeinde setzte ein stärkeres Wachstum ein.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 382
1850 1121
1900 1365
1950 2521
1990 4026
2000 4782
2015 5981
2025 6637

Ende 2025 besassen 1396 Einwohnerinnen und Einwohner keine Schweizer Staatsangehörigkeit. Dies entsprach einem Ausländeranteil von 21,03 Prozent.[2]

Die Mehrheit der Bevölkerung spricht Deutsch. Im Alltag ist Zürichdeutsch verbreitet. Aufgrund der Zuwanderung werden daneben zahlreiche weitere Sprachen gesprochen.

Die konfessionelle Zusammensetzung hat sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark verändert. Neben der evangelisch-reformierten und der römisch-katholischen Bevölkerung bestehen weitere Religionsgemeinschaften sowie ein grosser Anteil konfessionsloser Menschen.

Politik

Uetikon am See ist als politische Gemeinde nach dem Recht des Kantons Zürich organisiert. Die Stimmberechtigten bilden das oberste kommunale Organ.

Sie entscheiden an Gemeindeversammlungen und bei Urnenabstimmungen über das Budget, die Jahresrechnung, kommunale Erlasse, Bauprojekte, Kredite und weitere wichtige Geschäfte.

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er leitet die Gemeindeverwaltung und vollzieht die Beschlüsse der Stimmberechtigten.

Zu den Ressorts gehören unter anderem Präsidiales, Finanzen, Hoch- und Tiefbau, Planung, Sicherheit, Gesundheit, Soziales, Umwelt, Kultur und öffentliche Liegenschaften.

Die Entwicklung des ehemaligen Chemieareals, die Bereitstellung von Schulraum, bezahlbarer Wohnraum und der Verkehr gehören zu den wichtigen kommunalpolitischen Themen.

Verwaltung

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Bergstrasse 90. Sie umfasst unter anderem die Gemeindekanzlei, Einwohnerdienste, Steueramt, Finanzverwaltung, Bauabteilung und soziale Dienste.[2]

Zu den Dienstleistungen gehören An- und Abmeldungen, Ausweisangelegenheiten, Steuerfragen, Baugesuche, Bestattungswesen, Sozialberatung sowie die Organisation von Wahlen und Abstimmungen.

Die Gemeinde veröffentlicht amtliche Mitteilungen, politische Vorlagen, Veranstaltungshinweise und Informationen zu laufenden Bauprojekten auf ihrer Website.

Das lokale Informationsblatt «Wichtiges aus Uetikon», kurz WAU, berichtet über Behörden, Schule, Vereine, Kultur und das gesellschaftliche Leben.

Wirtschaft

Die wirtschaftliche Entwicklung Uetikons wurde während rund zwei Jahrhunderten von der chemischen Industrie bestimmt. Die Chemische Fabrik bot zahlreiche Arbeitsplätze und machte den Ort weit über die Region hinaus bekannt.

Mit dem Rückgang der Industrieproduktion wandelte sich die Wirtschaftsstruktur. Heute bestehen vor allem kleinere und mittlere Unternehmen aus den Bereichen Dienstleistungen, Handwerk, Bau, Handel, Gastronomie und Gesundheitswesen.

Ein beträchtlicher Teil der Erwerbstätigen arbeitet ausserhalb der Gemeinde. Zürich, Meilen, Männedorf, Rapperswil-Jona und weitere Gemeinden am Zürichsee sind wichtige Arbeitsorte.

Die Landwirtschaft besitzt trotz des Siedlungsdrucks weiterhin eine gewisse Bedeutung. Betriebe bewirtschaften Rebberge, Obstgärten, Wiesen und Ackerflächen in den höher gelegenen Teilen der Gemeinde.

Die Entwicklung des ehemaligen Chemieareals wird die lokale Wirtschaft langfristig verändern. Neben der Kantonsschule sind Wohn-, Gewerbe-, Kultur- und Freizeitnutzungen vorgesehen.

Verkehr

Uetikon am See ist durch Bahn, Bus, Strassen und Schifffahrt an das regionale Verkehrsnetz angeschlossen.

Eisenbahn

Der Bahnhof Uetikon liegt an der rechtsufrigen Zürichseebahn. Er wird von Linien der S-Bahn Zürich bedient.

Es bestehen direkte Verbindungen in Richtung Zürich, Meilen, Stäfa, Rapperswil-Jona und weitere Orte am rechten Zürichseeufer. Die Bahn ist für die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler von zentraler Bedeutung.

Der Bahnhof liegt zwischen der Seestrasse und dem ehemaligen Industrieareal. Die zukünftige Entwicklung des Seeufers soll auch seine Umgebung verändern.

Busverkehr

Regionale Buslinien verbinden Uetikon mit Meilen, Männedorf, Oetwil am See und weiteren Gemeinden. Die Busse erschliessen auch die höher gelegenen Wohnquartiere.

Die Linien übernehmen teilweise Verkehrsaufgaben der 1950 stillgelegten Wetzikon-Meilen-Bahn. An den Bahnhöfen Meilen und Männedorf bestehen weitere Anschlüsse.

Strassenverkehr

Die Seestrasse verbindet Uetikon mit Meilen, Männedorf und den übrigen Gemeinden am rechten Zürichseeufer. Weitere Strassen führen bergwärts in Richtung Oetwil am See und Egg.

Der Durchgangsverkehr entlang der Seestrasse sowie der Verkehr in den dicht bebauten Wohnquartieren stellen die Gemeinde vor Herausforderungen. Massnahmen zur Verkehrsberuhigung und zur Förderung des Fuss- und Veloverkehrs sollen die Sicherheit erhöhen.

Schiffsverkehr

Das Zürichseeufer war historisch ein wichtiger Verkehrs- und Handelsraum. Rohstoffe und Produkte der Chemischen Fabrik wurden lange Zeit mit Schiffen transportiert.

Heute wird Uetikon nicht regelmässig von allen Kursschiffen der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft bedient. Die nächstgelegenen bedeutenden Schiffstationen befinden sich in Meilen und Männedorf.

Bildung

Uetikon am See verfügt über mehrere Kindergärten, Primarschulhäuser und eine Sekundarschule. Zu den Schulanlagen gehören Kirchbühl, Weissenrain, Rossweid, Riedwies und Mitte.

Die Gemeinde reagierte mit dem Bau und der Erweiterung von Schulhäusern auf die wachsende Kinderzahl. Im Juni 2026 besuchten 642 Schülerinnen und Schüler die kommunalen Schulen.[2]

Schulergänzende Betreuung, Mittagstisch und Freizeitangebote ergänzen den regulären Unterricht. Die Gemeinde verfügt ausserdem über eine Bibliothek und ein Eltern-Kind-Zentrum.

Weiterführende Schulen befinden sich in Meilen, Küsnacht, Zürich und weiteren Orten. Die Kantonsschule Uetikon besteht bereits als Institution, wird derzeit jedoch noch an einem provisorischen Standort geführt.

Langfristig soll sie auf das ehemalige Areal der Chemischen Fabrik verlegt werden. Der geplante Campus verbindet bestehende Industriebauten mit Neubauten und Freiräumen.

Kirchen und Religion

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht auf dem Kirchbühl oberhalb des Seeufers. Ihr Ursprung liegt in der 1429 errichteten Kapelle.

Um 1680 wurde Uetikon zu einer selbständigen reformierten Kirchgemeinde. Das Gotteshaus wurde im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach erweitert und renoviert.

Die Kirche bildet mit dem Pfarrhaus und weiteren historischen Gebäuden ein bedeutendes Ensemble. Von ihrem Standort besteht eine weite Aussicht über den Zürichsee.

Die reformierte Kirchgemeinde organisiert Gottesdienste, kirchlichen Unterricht, soziale Angebote, Konzerte und Veranstaltungen für verschiedene Altersgruppen.

Römisch-katholische Kirche

Die katholische Bevölkerung nahm vor allem durch die Industrialisierung und die Zuwanderung im 19. und 20. Jahrhundert zu.

Die katholische Kirche St. Franziskus befindet sich im Gemeindegebiet und gehört zu einer regional organisierten Pfarrei. Sie dient Gottesdiensten, kirchlichem Unterricht und gemeinschaftlichen Veranstaltungen.

Neben den beiden Landeskirchen bestehen weitere christliche Gemeinschaften und Angehörige anderer Religionen.

Ortsbild und Baukultur

Uetikon besitzt mehrere historisch gewachsene Siedlungsbereiche. Im Grossdorf, Kleindorf und auf dem Kirchbühl stehen ältere Wohnhäuser, Bauernhäuser und kirchliche Gebäude.

Die traditionellen Bauten zeigen teilweise die für das rechte Zürichseeufer typischen Formen mit grossen Dächern, Fachwerk und kombinierten Wohn- und Wirtschaftsteilen.

Die Industriebauten am See bilden einen deutlich anderen Teil des Ortsbilds. Kamine, Produktionshallen, Lagergebäude und Verwaltungsbauten erinnern an die Geschichte der Chemischen Fabrik.

Mehrere Gebäude des Fabrikareals besitzen industriegeschichtliche und architektonische Bedeutung. Ein Teil soll bei der Entwicklung des neuen Seequartiers erhalten und umgenutzt werden.

Die Wohnquartiere des 20. und 21. Jahrhunderts erstrecken sich über die Hanglagen. Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und grössere Wohnüberbauungen prägen heute einen grossen Teil des Gemeindegebiets.

Ehemaliges Chemieareal und Seepark

Das ehemalige Areal der Chemischen Fabrik nimmt einen grossen Teil des Uetiker Seeufers ein. Wegen der industriellen Nutzung war dieser Abschnitt während langer Zeit nur beschränkt öffentlich zugänglich.

Gemeinde und Kanton betrachten das Gelände als Schlüsselareal für die Entwicklung des rechten Zürichseeufers. Der Masterplan sieht eine Mischung aus Bildung, Wohnen, Arbeiten, Kultur und öffentlichem Freiraum vor.[1]

Die geplante Kantonsschule soll mit historischen Industriebauten und neuen Schulgebäuden einen Campus bilden. Gleichzeitig sollen Wege, Plätze und Grünflächen den Zugang zum See verbessern.

Aufgrund der früheren chemischen Produktion müssen belastete Böden und weitere Altlasten saniert werden. Die Sanierung ist eine wesentliche Voraussetzung für die zukünftige Nutzung.

Die Gemeinde verwendet für das geplante neue Quartier zunehmend die Bezeichnung «Seepark». Die Entwicklung gehört zu den grössten raumplanerischen Projekten in der Geschichte Uetikons.

Natur und Landschaft

Trotz der dichten Besiedlung besitzt Uetikon Wald-, Landwirtschafts- und Rebflächen. Besonders in den höher gelegenen Gebieten bestehen offene Landschaftsräume.

Die Wälder dienen der Erholung, der Holzproduktion und dem Natur- und Landschaftsschutz. Fuss- und Wanderwege verbinden Uetikon mit Meilen, Egg, Oetwil am See und dem Pfannenstiel.

Hecken, Obstgärten, Waldränder und kleinere Bäche bieten Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Die Gemeinde beteiligt sich an regionalen Projekten zur ökologischen Vernetzung.

Das Zürichseeufer besitzt eine besondere Bedeutung für das Landschaftsbild. Die zukünftige Öffnung und Gestaltung des ehemaligen Industrieareals soll zusätzliche öffentlich zugängliche Uferbereiche schaffen.

Kultur und Gesellschaft

Das gesellschaftliche Leben wird von Vereinen, Kirchen, Schulen, politischen Organisationen und freiwillig tätigen Einwohnerinnen und Einwohnern getragen.

Vereine bestehen unter anderem in den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Natur, Jugendförderung und Gemeinnützigkeit. Schulhäuser, Turnhallen und Gemeinderäume dienen als Veranstaltungsorte.

Die industrielle Vergangenheit ist ein wichtiges Thema der lokalen Erinnerungskultur. Der Verein Sozialgeschichte Chemie Uetikon dokumentiert die Beziehungen zwischen Dorf, Fabrik, Unternehmerfamilien und Arbeiterschaft.

Kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte, Märkte und Dorffeste fördern den Austausch innerhalb der Gemeinde.

Uetikon pflegt zudem seit vielen Jahren eine partnerschaftliche Verbindung mit dem Bleniotal im Kanton Tessin.[7]

Sport und Freizeit

Die Gemeinde verfügt über Turnhallen, Sportplätze, Spielplätze und weitere Freizeitanlagen. Sportvereine bieten unter anderem Fussball, Turnen, Tennis und Wassersport an.

Der Zürichsee ermöglicht Schwimmen, Segeln, Rudern und weitere Wassersportarten. Spazier- und Wanderwege führen durch die Hanglagen und Wälder in Richtung Pfannenstiel.

Die Gemeinde verfügt über Bade- und Uferbereiche. Weitere Strandbäder und Wassersportangebote befinden sich in Meilen und Männedorf.

Die geplanten Freiräume auf dem ehemaligen Chemieareal sollen das Freizeitangebot am See langfristig erweitern.

Feuerwehr und Sicherheit

Die Feuerwehr ist für Brandbekämpfung, Rettungen, technische Hilfeleistungen und die Bewältigung von Elementarereignissen zuständig.

Die dichte Bebauung, die Bahnlinie, die Seestrasse und das ehemalige Industrieareal stellen besondere Anforderungen an die Einsatzplanung.

Bei grösseren Ereignissen arbeitet die Feuerwehr mit den Organisationen der Nachbargemeinden und den regionalen Rettungsdiensten zusammen.

Polizeiliche Aufgaben werden durch die Kantonspolizei Zürich und die zuständigen kommunalen beziehungsweise regionalen Stellen wahrgenommen.

Infrastruktur

Die Gemeinde unterhält Strassen, Schulhäuser, Sportanlagen, Verwaltungsgebäude, Wasserversorgung und Abwasseranlagen.

Die Trinkwasserversorgung ist in regionale Netze eingebunden. Wasser wird aus lokalen Quellen, Grundwasser und dem Zürichsee gewonnen beziehungsweise über regionale Versorgungen bezogen.

Das Abwasser wird in einer regionalen Abwasserreinigungsanlage behandelt. Die Gemeinde arbeitet bei der Abwasserentsorgung mit den Nachbargemeinden zusammen.

Für Kehricht, Grüngut, Papier, Karton, Glas, Metall und weitere Wertstoffe bestehen regelmässige Sammlungen und Entsorgungsangebote. Im Jahr 2025 wurden unter anderem 1098 Tonnen Kehricht und Sperrgut sowie 449 Tonnen Küchen- und Gartenabfälle gesammelt.[2]

Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Arztpraxen und verschiedene Dienstleistungen befinden sich innerhalb der Gemeinde. Ein breiteres Angebot besteht in Meilen, Männedorf und Zürich.

Charakter der Gemeinde

Uetikon am See verbindet die Merkmale eines historischen Weinbau- und Bauerndorfs, eines traditionsreichen Industriestandorts und einer modernen Wohngemeinde.

Die Geschichte der Chemischen Fabrik unterscheidet Uetikon deutlich von vielen anderen Gemeinden an der Goldküste. Industriegebäude, Arbeiterwohnungen und die soziale Entwicklung des Orts sind eng mit dem Unternehmen verbunden.

Gleichzeitig prägen die Aussichtslage, der Zürichsee und die Nähe zur Stadt Zürich die heutige Wahrnehmung der Gemeinde. Der hohe Siedlungsdruck und die knappen Landreserven stellen die Raumplanung vor grosse Herausforderungen.

Die Umgestaltung des ehemaligen Chemieareals bietet die Möglichkeit, einen bisher industriell geprägten Teil des Seeufers für Bildung, Wohnen und öffentliche Nutzungen zu öffnen.

Persönlichkeiten

Siehe auch

Literatur

  • Peter Ziegler: Uetikon am See. Geschichte einer Gemeinde. Gemeinde Uetikon am See.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
  • Max Lemmenmeier: Uetikon am See. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Verein Sozialgeschichte Chemie Uetikon: Uetikon am See wartet. 200 Jahre Beziehungsgeschichte zwischen Dorf und Chemischer Fabrik. Uetikon am See.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Gemeinde Uetikon am See: Chance Uetikon, abgerufen am 26. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Gemeinde Uetikon am See: Gemeinde in Zahlen, Stand 31. Dezember 2025, abgerufen am 26. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Gemeinde Uetikon am See: Geschichte, abgerufen am 26. Juli 2026.
  4. Uetikon am See, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 26. Juli 2026.
  5. Chemische Fabrik Uetikon, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 26. Juli 2026.
  6. Kanton Zürich: Chance Uetikon – gemeinsame Strategie für die künftige Nutzung, 25. April 2019, abgerufen am 26. Juli 2026.
  7. Gemeinde Uetikon am See: Partnerregion Bleniotal, abgerufen am 26. Juli 2026.

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