Bahnhof Dietikon

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Bahnhof Dietikon
Bahnhofstyp Anschluss- und Spurwechselbahnhof
Gemeinde Dietikon
Kanton Zürich
Eröffnung 9. August 1847
Betreiberinnen SBB, AVA
Bahnstrecken Zürich–Baden, Bremgarten-Dietikon-Bahn, Limmattalbahn
Bahnsteiggleise 5 Normalspur-Bahnsteiggleise sowie separate Meterspuranlagen
Spurweiten 1435 mm und 1000 mm
Abkürzung DT
IBNR 8503508
Höhe 388 m ü. M.
Tarifzone 154 (ZVV)
Koordinaten 47.4061° N, 8.4050° E
Adresse Bahnhofplatz, 8953 Dietikon
Website Bahnhof Dietikon bei den SBB

Der Bahnhof Dietikon ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Dietikon und einer der bedeutendsten Knotenpunkte des öffentlichen Verkehrs im Limmattal. Er liegt an der nationalen Ost-West-Achse zwischen Zürich und Baden und wird von Zügen des Fernverkehrs, der S-Bahn Zürich, der Bremgarten-Dietikon-Bahn sowie von der Limmattalbahn bedient. Auf dem Bahnhofplatz bestehen zudem Anschlüsse an zahlreiche regionale Buslinien.

Der Bahnhof wurde 1847 als Zwischenstation der Schweizerischen Nordbahn eröffnet. Die Strecke Zürich–Baden, die unter dem Namen «Spanisch-Brötli-Bahn» bekannt wurde, war die erste vollständig auf Schweizer Gebiet gelegene Eisenbahnstrecke. Dietikon besitzt damit einen der ältesten Bahnhofsstandorte der Schweiz. Das ursprüngliche Stationsgebäude ist in versetzter und erweiterter Form bis heute erhalten.[1]

Durch die unterschiedlichen Spurweiten der SBB-Hauptstrecke und der beiden von Aargau Verkehr betriebenen Bahnsysteme ist Dietikon zugleich ein Spurwechselbahnhof. Die SBB-Strecke ist in Normalspur mit 1435 Millimetern ausgeführt, während die Bremgarten-Dietikon-Bahn und die Limmattalbahn meterspurig sind.

Lage und Funktion

Der Bahnhof liegt unmittelbar nördlich des Dietiker Stadtzentrums. Der Bahnhofplatz und die daran anschliessende Bahnhofstrasse bilden eine wichtige Verbindung zwischen den Perronanlagen, dem Stadtzentrum, dem Marktplatz und den umliegenden Wohn- und Geschäftsquartieren.

Nördlich der Gleise liegen die Limmat, die Überlandstrasse und weitere Wohn- und Gewerbegebiete. Südlich schliessen der Bahnhofplatz, die Bremgartnerstrasse und die dicht bebaute Innenstadt an. Mehrere Personenunterführungen verbinden die beiden Seiten des ausgedehnten Gleisfelds miteinander.

Dietikon erfüllt verschiedene Funktionen innerhalb des öffentlichen Verkehrs. Der Bahnhof dient als:

  • Zwischenhalt auf der nationalen Bahnverbindung zwischen Zürich, Baden, Brugg und Basel;
  • Umsteigepunkt zwischen Fernverkehr und Zürcher S-Bahn;
  • End- und Ausgangspunkt der Bremgarten-Dietikon-Bahn;
  • Haltestelle der Limmattalbahn zwischen Zürich Altstetten und Killwangen-Spreitenbach;
  • Knoten des regionalen Bus- und Nachtbusverkehrs;
  • zentrale Verkehrsdrehscheibe für die Stadt Dietikon und das westliche Zürcher Limmattal.

Die Bedeutung des Bahnhofs reicht über das Stadtgebiet hinaus. Insbesondere für Reisende aus Bergdietikon, dem Mutschellen, Bremgarten, Geroldswil, Oetwil an der Limmat und den angrenzenden Gemeinden ist Dietikon ein wichtiger Zugang zum Zürcher und nationalen Bahnnetz.

Geschichte

Spanisch-Brötli-Bahn

Die Geschichte des Bahnhofs begann mit dem Bau der Schweizerischen Nordbahn zwischen Zürich und Baden. Die Strecke wurde am 7. August 1847 feierlich eröffnet; der fahrplanmässige Betrieb begann zwei Tage später. Sie gilt als erste vollständig auf dem Gebiet der heutigen Schweiz gelegene Eisenbahnstrecke.[2]

Dietikon erhielt von Beginn an eine eigene Station. Das Dorf hatte damals weniger als 2000 Einwohner und war noch stark landwirtschaftlich geprägt. Die Bahn schuf jedoch eine schnelle Verbindung nach Zürich und Baden und wurde später zu einer wichtigen Voraussetzung für die industrielle Entwicklung des Ortes.

Das erste Aufnahmegebäude stand auf der nördlichen, der damaligen Ortschaft abgewandten Seite der Gleise. Sein Entwurf wird dem Architekten Franz Meyer zugeschrieben. Das kleine Gebäude umfasste einen Wartesaal und die für den damaligen Bahnbetrieb notwendigen Diensträume.

Zweites Stationsgebäude

Mit dem wachsenden Verkehrsaufkommen genügte das erste Stationsgebäude bald nicht mehr. Die Schweizerische Nordostbahn liess deshalb 1866 und 1867 auf der dem Dorf zugewandten Südseite der Gleise ein grösseres Aufnahmegebäude errichten. Die Planung stammte von Jakob Friedrich Wanner, der als Architekt mehrere bedeutende Schweizer Bahnhofsbauten entwarf.

Das neue Gebäude besass neben den Räumen für den Bahnbetrieb auch Wartesäle, Schalter und weitere Einrichtungen für die Reisenden. Das ursprüngliche Gebäude verlor seine Funktion als öffentlicher Bahnhof, blieb jedoch zunächst am alten Standort erhalten.

Eröffnung der Bremgarten-Dietikon-Bahn

Am 1. Mai 1902 nahm die elektrisch betriebene Bremgarten-Dietikon-Bahn ihren Verkehr zwischen Dietikon und Bremgarten auf. Sie schuf eine direkte Verbindung vom Mutschellen und von Bremgarten zur Hauptstrecke nach Zürich.

Die meterspurige Bahn erreichte Dietikon über die Bremgartnerstrasse und erhielt ihre Endstation neben dem SBB-Bahnhof. Damit entwickelte sich Dietikon von einer Zwischenstation zu einem wichtigen regionalen Umsteigebahnhof. Später wurden durchgehende Züge über Bremgarten nach Wohlen eingeführt.

Die Strecke ist seit der Eröffnung der Zürcher S-Bahn als Linie S17 in das regionale Netz eingebunden. Heute wird sie von Aargau Verkehr betrieben.

Versetzung des ersten Stationsgebäudes

Im Zusammenhang mit einer Erweiterung der Bahnanlagen wurde das erste Stationsgebäude 1915 abgebrochen und rund 350 Meter in nordwestlicher Richtung wieder aufgebaut. Bei dieser Versetzung wurde es vergrössert und um einen rückwärtigen Anbau ergänzt.

Das Gebäude steht heute an der Schächlistrasse beziehungsweise am Spanisch-Brötli-Bahn-Weg. Es gilt als eines der ältesten erhaltenen Stationsgebäude der Schweiz und ist als Kulturgut von regionaler Bedeutung geschützt. Seit 1978 wird es vom Dietiker Modell-Bahn-Club genutzt.[3]

Elektrifizierung und Streckenausbau

Der elektrische Betrieb auf der normalspurigen Hauptstrecke Zürich–Olten wurde am 21. Januar 1925 aufgenommen. Die SBB elektrifizierten die Strecke mit 15 Kilovolt Wechselstrom bei 16,7 Hertz.

In den folgenden Jahrzehnten nahm der Personen- und Güterverkehr stark zu. Die Strecke durch das Limmattal entwickelte sich zu einem der am stärksten belasteten Eisenbahnkorridore der Schweiz. Neben dem regionalen Verkehr verkehrten hier Fernzüge zwischen Zürich, Basel, Bern und der Westschweiz sowie zahlreiche Güterzüge.

Die Planungen für den Rangierbahnhof Limmattal und den Ausbau der Zufahrtsstrecken führten in den 1960er- und 1970er-Jahren zu einer grundlegenden Neuordnung der Dietiker Bahnanlagen. Zwischen Zürich Altstetten, Schlieren und Dietikon entstanden zusätzliche Gleise. Der Abschnitt Schlieren–Dietikon wurde 1977 auf vier Gleise erweitert.

Westlich von Dietikon wurde die Strecke in den Jahren 1997 bis 2001 ebenfalls auf vier Gleise ausgebaut. Ein Überwerfungsbauwerk ermöglicht seither weitgehend kreuzungsfreie Fahrwege für Personen- und Güterzüge in Richtung Baden, Heitersbergtunnel und Rangierbahnhof.

Heutiges Bahnhofsgebäude

Das heutige Aufnahmegebäude entstand Mitte der 1970er-Jahre nach Plänen des Architekten Walter Moser. Es wurde im Zusammenhang mit dem viergleisigen Streckenausbau und dem Bau des Rangierbahnhofs Limmattal etwa 200 Meter westlich des bisherigen Gebäudes errichtet.

Der mehrgeschossige Sichtbetonbau wurde 1976 beziehungsweise 1977 fertiggestellt. Im Erdgeschoss befinden sich Bahnhofseinrichtungen, Geschäfte und Gastronomiebetriebe. Die oberen Geschosse enthalten Wohnungen. Das zweite Stationsgebäude aus dem 19. Jahrhundert wurde nach der Inbetriebnahme des Neubaus abgebrochen.

Die Architektur entspricht der sachlichen, funktionalen Gestaltung zahlreicher SBB-Bauten der 1960er- und 1970er-Jahre. Das Gebäude bildet mit seinem langgestreckten Sockel eine klare Begrenzung zwischen Bahnhofplatz und Gleisanlagen.

U-Bahn-Planungen

In den 1960er- und frühen 1970er-Jahren war Dietikon als westliche Endstation einer geplanten Zürcher U-Bahn vorgesehen. Die Hauptlinie sollte von Dietikon über Zürich zum Flughafen und nach Kloten führen.

Das U-Bahn- und S-Bahn-Projekt wurde 1973 in einer kantonalen Volksabstimmung abgelehnt. In Dietikon stimmte ebenfalls eine Mehrheit gegen die Vorlage. Nach dem Scheitern des Projekts konzentrierte sich die Zürcher Verkehrspolitik auf den Ausbau der bestehenden Eisenbahnstrecken und die spätere Einführung der S-Bahn Zürich.[4]

Zürcher S-Bahn

Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich im Mai 1990 erhielt Dietikon deutlich häufigere und besser koordinierte Bahnverbindungen. Die bestehenden Regionalzüge wurden in ein Linien- und Taktsystem eingebunden, das direkte Fahrten durch den unterirdischen Teil des Zürcher Hauptbahnhofs in Richtung Zürichsee, Glattal und Zürcher Oberland ermöglichte.

Die Bremgarten-Dietikon-Bahn wurde als S17 ebenfalls in das S-Bahn-Netz aufgenommen. Dietikon entwickelte sich dadurch zu einem Umsteigepunkt zwischen den normalspurigen SBB-Linien und der meterspurigen Regionalbahn.

Anschluss an die Limmattalbahn

Am 11. Dezember 2022 nahm die vollständig ausgebaute Limmattalbahn ihren Betrieb auf. Die als Linie 20 bezeichnete Stadtbahn verbindet den Bahnhof Zürich Altstetten über Schlieren, Urdorf und Dietikon mit dem Bahnhof Killwangen-Spreitenbach.

Für die Limmattalbahn wurden die meterspurigen Anlagen im Umfeld des Bahnhofs Dietikon erweitert und neu geordnet. Die Haltestelle erhielt moderne, hindernisfrei zugängliche Perrons. Dietikon wurde damit zum einzigen Bahnhof entlang der Linie 20, an dem direkte Anschlüsse an den Fernverkehr, mehrere S-Bahn-Linien, die S17 und zahlreiche Buslinien bestehen.[5]

Bahnanlagen

Normalspuranlage

Die normalspurige SBB-Anlage umfasst sechs Hauptgleise. Fünf davon besitzen Perronkanten für den Personenverkehr. Das Gleis 1 liegt am Hausperron unmittelbar beim Aufnahmegebäude. Die Gleise 3 und 4 sowie 5 und 6 liegen jeweils an einem Mittelperron.

Gleis 2 besitzt keine Perronkante und wird vor allem als Durchfahrtsgleis verwendet. Es ist für die Abwicklung des dichten Personen- und Güterverkehrs von Bedeutung. Die genaue Gleisbelegung kann je nach Fahrplan, Baustelle und betrieblicher Situation wechseln.

Die Perrons sind durch Personenunterführungen miteinander verbunden. Treppen, Rampen beziehungsweise Aufzüge ermöglichen den Zugang zu den verschiedenen Gleisen. Taktile Markierungen und erhöhte Perronbereiche erleichtern Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Benutzung des Bahnhofs.

Die Bahnstrecke ist östlich und westlich des Bahnhofs viergleisig. Dadurch können langsamere S-Bahn- und Güterzüge zumindest teilweise von schnelleren Fernverkehrszügen getrennt geführt werden. In der näheren Umgebung befinden sich zudem Abstell-, Dienst- und Verbindungsgleise.

Meterspuranlage

Die meterspurigen Gleisanlagen befinden sich östlich des Aufnahmegebäudes. Sie werden von den Zügen der S17 und der Linie 20 benutzt. Die S17 beginnt beziehungsweise endet in Dietikon, während die Linie 20 den Bahnhof auf ihrer Fahrt zwischen Zürich Altstetten und Killwangen-Spreitenbach durchquert.

Die Perronanlagen wurden im Zusammenhang mit dem Bau der Limmattalbahn neu gestaltet. Sie verfügen über niveauarme Einstiege, Witterungsschutz, Fahrgastinformationen und direkte Zugänge zu den SBB-Perrons, zum Bushof und zum Stadtzentrum.

Die Bremgarten-Dietikon-Bahn und die Limmattalbahn verwenden dieselbe Spurweite. Ihre Gleise sind im Bahnhofbereich miteinander verbunden, obwohl beide Linien mit unterschiedlichen Fahrzeugtypen und Stromsystemen betrieben werden.

Personenunterführungen

Mehrere Unterführungen erschliessen die Perrons und verbinden das Stadtzentrum mit den Quartieren nördlich der Bahngleise. Im Zuge des Baus der Limmattalbahn wurden Teile der Zugänge und des Bahnhofumfelds erneuert.

Die Unterführungen haben nicht nur eine Funktion für umsteigende Reisende. Sie sind auch wichtige Verbindungen des städtischen Fuss- und Veloverkehrs, da das breite Gleisfeld eine starke räumliche Trennung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Stadtgebiet bildet.

Verkehr

Fernverkehr

Dietikon wird im Fahrplanjahr 2026 vom Interregio IR36 bedient. Die Linie verbindet den Bahnhof in der einen Richtung mit Baden, Brugg, Rheinfelden und Basel SBB. In der Gegenrichtung verkehren die Züge über Zürich Altstetten und Zürich Hauptbahnhof teilweise weiter zum Flughafen Zürich.[6]

Linie Verbindung Ungefähres Angebot
IR36 Basel SBB – Rheinfelden – Frick – Brugg AG – Baden – Dietikon – Zürich Altstetten – Zürich HB – teilweise Zürich Flughafen stündlich

Durch den Fernverkehrshalt bestehen direkte Verbindungen von Dietikon in die Region Basel. Richtung Zürich ergänzt der IR36 die S-Bahn und bietet eine besonders schnelle Verbindung nach Zürich Altstetten und Zürich Hauptbahnhof.

S-Bahn Zürich

Der überwiegende Teil des Personenverkehrs wird durch die Linien der S-Bahn Zürich abgewickelt. Im Jahresfahrplan 2026 halten beziehungsweise beginnen in Dietikon die Linien S11, S12, S19 und S42. Die Nacht-S-Bahn SN1 bedient den Bahnhof in den Nächten vor Samstagen und allgemeinen Feiertagen.[7]

Linie Verbindung über Dietikon Funktion
S11 Aarau – Dietikon – Zürich HB – Winterthur – Wila schnelle Verbindung nach Zürich und ins Zürcher Unterland
S12 Brugg AG – Baden – Dietikon – Zürich HB – Winterthur – Wil SG durchgehende Ost-West-Verbindung
S19 Koblenz – Baden – Dietikon – Zürich HB – Pfäffikon ZH beschleunigte Verbindung im Limmattal und ins Zürcher Oberland
S42 Muri AG – Lenzburg – Dietikon – Zürich HB Ergänzungsangebot während der Hauptverkehrszeiten
SN1 Aarau – Dietikon – Zürich HB – Winterthur Nachtverbindung

Einzelne Kurse beginnen oder enden in Dietikon. Die Fahrpläne und Linienführungen können insbesondere während der Hauptverkehrszeiten oder infolge von Bauarbeiten vom Grundangebot abweichen.

Bremgarten-Dietikon-Bahn

Die S17 verbindet Dietikon über Rudolfstetten, Berikon-Widen und Bremgarten mit Wohlen. Zwischen Dietikon und Bremgarten West besteht tagsüber ein dichtes Angebot; ein Teil der Züge fährt weiter nach Wohlen.

Linie Verbindung Betreiberin
S17 Dietikon – Rudolfstetten – Berikon-Widen – Bremgarten – Wohlen Aargau Verkehr

Die Bahn erschliesst den Mutschellen und das mittlere Reusstal. In Dietikon bestehen kurze Umsteigewege zu den SBB-Zügen, zur Limmattalbahn und zum Busverkehr.

Der grösstenteils noch einspurige Abschnitt zwischen Dietikon und Bremgarten begrenzt die betriebliche Flexibilität. Aargau Verkehr plant deshalb einen Doppelspurausbau zwischen Dietikon Stoffelbach und dem Bahnhof. Das Projekt soll die Kapazität, Fahrplanstabilität und Verkehrssicherheit verbessern. Nach dem Planungsstand von 2026 wird mit einer Plangenehmigung 2027, einem Baubeginn 2028 und einer Fertigstellung um 2030 gerechnet.[8]

Limmattalbahn

Die Linie 20 der Limmattalbahn verbindet den Bahnhof Zürich Altstetten mit Killwangen-Spreitenbach. Sie bedient im Stadtgebiet von Dietikon unter anderem die Haltestellen Schönenwerd, Zentrum, Oetwilerstrasse, Maienweg und Bahnhof.

Linie Verbindung Takt
20 Zürich Altstetten – Schlieren – Urdorf – Dietikon – Spreitenbach – Killwangen-Spreitenbach grundsätzlich alle 15 Minuten

Die Linie 20 ist besonders für kürzere Fahrten innerhalb des Limmattals von Bedeutung. Sie erschliesst zahlreiche Wohn-, Einkaufs- und Arbeitsplatzgebiete, die nicht unmittelbar an der SBB-Hauptstrecke liegen. Die Haltestelle Dietikon gehört zu den am stärksten genutzten Stationen der Limmattalbahn.[9]

Busverkehr

Der Bushof liegt auf dem Bahnhofplatz südlich der SBB-Anlagen. Im Jahresfahrplan 2026 wird er von den Tageslinien 301, 305, 306, 309, 314 und 325 bedient.[7]

Die Buslinien verbinden den Bahnhof unter anderem mit Geroldswil, Kindhausen, Bergdietikon, Birmensdorf, dem Dietiker Weinberg und verschiedenen Stadtquartieren. Sie übernehmen sowohl die Feinerschliessung innerhalb Dietikons als auch regionale Zubringerfunktionen.

Zum Nachtangebot gehören die Linien N31, N32, N33, N34 und N36. Sie stellen Verbindungen in Richtung Bremgarten, Sarmenstorf, Baden, Oberwil-Lieli, Oetwil an der Limmat und Schlieren her.

Dienstleistungen

Das Aufnahmegebäude enthält ein SBB-Reisezentrum beziehungsweise Einrichtungen für Beratung und Verkauf, Billettautomaten, Geschäfte, Gastronomieangebote und weitere Dienstleistungen. Am Bahnhof stehen Veloabstellplätze, Parkmöglichkeiten und ein Mobility-Carsharing-Standort zur Verfügung.[10]

Elektronische Abfahrtsanzeigen informieren über Zug-, Stadtbahn- und Busverbindungen. Die Bahnsteige sind mit Lautsprechern, Sitzgelegenheiten, Witterungsschutz und taktilen Sicherheitselementen ausgestattet.

Der gesamte Bahnhof liegt innerhalb des Zürcher Verkehrsverbunds. Für Fahrten auf der S17 in Richtung Aargau gelten je nach Ziel die Bestimmungen des ZVV, des Tarifverbunds A-Welle oder des nationalen Direkten Verkehrs.

Bedeutung für Dietikon

Der Eisenbahnanschluss hatte grossen Einfluss auf die Entwicklung Dietikons. Obwohl der Ort nach der Eröffnung der Spanisch-Brötli-Bahn zunächst ein Bauerndorf blieb, erleichterte der Bahnhof später die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben.

Mit der Industrialisierung ab dem späten 19. Jahrhundert nahm die Bevölkerung rasch zu. Der Bahnhof ermöglichte den Transport von Arbeitskräften, Rohstoffen und Fertigwaren und verband Dietikon mit den Wirtschaftszentren Zürich und Baden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Dietikon zu einer stark wachsenden Vorstadt und später zur fünftgrössten Stadt des Kantons Zürich. Der Bahnhof wurde zum wichtigsten Ausgangspunkt für den Pendlerverkehr. Durch die S-Bahn und die Limmattalbahn verstärkte sich seine Rolle als Zentrum der regionalen Siedlungsentwicklung weiter.

Der Bahnhof ist zugleich eine bedeutende städtebauliche Schnittstelle. Während die Bahn gute regionale Verbindungen schafft, trennt das breite Gleisfeld die Innenstadt von den nördlichen Quartieren. Die Verbesserung der Fuss- und Veloverbindungen gehört deshalb zu den langfristigen Zielen der Stadtplanung.

Neugestaltung des Bahnhofgebiets

Die Stadt Dietikon und die SBB planen eine umfassende Weiterentwicklung des Bahnhofareals. Ziel ist eine moderne Verkehrsdrehscheibe, die den Bahn-, Stadtbahn-, Bus-, Fuss- und Veloverkehr besser miteinander verbindet.

Die Stadt plant die Neugestaltung des Bahnhofplatzes und des Bushofs. Vorgesehen sind zwei neu organisierte Businseln, ringförmige Perrondächer und ein zusammenhängendes Baumdach zwischen Bahnhof und Stadtzentrum. Entsiegelte und begrünte Flächen sollen die Aufenthaltsqualität und das Stadtklima verbessern. Die Fertigstellung wird nach dem Planungsstand von 2026 zwischen 2030 und 2032 angestrebt.[11]

Parallel entwickelt die SBB auf rund 12'500 Quadratmetern neuen Wohn- und Gewerberaum. Das Aufnahmegebäude aus den 1970er-Jahren soll erhalten, saniert, erweitert und teilweise aufgestockt werden. Geplant sind unter anderem:

  • eine öffentliche Velostation im Bahnhofgebäude;
  • zusätzliche Wohnungen, darunter preisgünstiger Wohnraum;
  • Gewerbe-, Gastronomie- und Dienstleistungsflächen;
  • begrünte Innenhöfe, Dächer und öffentliche Freiräume;
  • bessere Verbindungen zwischen Bahnhof, Stadtzentrum und nördlichem Bahnhofareal.

Rund ein Drittel der geplanten Wohnungen soll dem preisgünstigen Segment zugeordnet werden. Die Entwicklung soll auf Flächen erfolgen, die nicht mehr unmittelbar für den Bahnbetrieb benötigt werden.[12]

Das Vorprojekt für den Bushof und den Bahnhofplatz befand sich im Frühjahr 2026 weiterhin in Bearbeitung.[13]

Ehemaliges Stationsgebäude

Das erhaltene Gebäude der Schweizerischen Nordbahn von 1847 befindet sich nordwestlich des heutigen Bahnhofs. Es ist ein eingeschossiger Putzbau mit Giebeldach und einer gleisseitigen Vorhalle.

Bei seiner Versetzung im Jahr 1915 wurde das Gebäude verlängert. Der ursprüngliche Portikus ging dabei verloren, andere dekorative Holzelemente blieben erhalten. Ein rückwärtiger Schopf wurde unter dem verlängerten Dach angefügt.

Das Bauwerk erinnert an die Anfänge des Eisenbahnverkehrs in der Schweiz und gehört zu den wichtigsten historischen Gebäuden Dietikons. Es ist im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter als Objekt von regionaler Bedeutung verzeichnet.

Abgrenzung zum Rangierbahnhof Limmattal

Der Bahnhof Dietikon ist nicht mit dem westlich der Stadt gelegenen Rangierbahnhof Limmattal gleichzusetzen. Der Rangierbahnhof erstreckt sich grösstenteils zwischen Dietikon und Spreitenbach und dient dem Güterverkehr.

Beide Anlagen sind über mehrere Gleise miteinander verbunden. Zahlreiche Güterzüge passieren den Personenbahnhof Dietikon oder verkehren auf den nördlich gelegenen Durchfahrtsgleisen. Der Rangierbahnhof besitzt jedoch eigene Betriebsanlagen, Werkstätten und Einfahrgruppen.

Siehe auch

Literatur

  • Walter Betschart: Geschichte der Bahnhöfe von Dietikon. Neujahrsblatt von Dietikon, 32. Jahrgang, Dietikon 1979.
  • Karl Grunder: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band IX: Der Bezirk Dietikon. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1997, ISBN 3-909164-57-9.
  • Paul Fischer, Toni Businger: Spanischbrötlibahn. Baden–Zürich 1847. 2. Auflage, Baden-Verlag, Baden 1996, ISBN 3-85545-059-5.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.

Einzelnachweise

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Dietikon