Zollikon
| Zollikon | |
|---|---|
| Staat | Schweiz |
| Kanton | Kanton Zürich |
| Bezirk | Bezirk Meilen |
| Region | Pfannenstiel |
| Gemeindenummer | 0161 |
| Postleitzahlen | 8702 Zollikon 8125 Zollikerberg |
| Fläche | 7,85 km² |
| Referenzhöhe | 482 m ü. M. |
| Tiefster Punkt | 408 m ü. M. am Zürichsee |
| Höchster Punkt | 662 m ü. M. beim Breitmoos |
| Einwohner | 13'704 (31. Dezember 2025) |
| Einwohnerdichte | rund 1'746 Einwohner je km² |
| Sprache | Deutsch |
| Gemeindepräsident | Patrick Dümmler |
| Exekutive | Siebenköpfiger Gemeinderat |
| Legislative | Gemeindeversammlung |
| Gemeindeteile | Zollikon und Zollikerberg |
| Gewässer | Zürichsee, Nebelbach, Salsterbach und Wehrenbach |
| Website | www.zollikon.ch |
Zollikon ist eine politische Gemeinde im Bezirk Meilen des Kantons Zürich. Sie liegt am rechten Ufer des Zürichsees und grenzt unmittelbar an die Stadt Zürich. Zur Gemeinde gehören das seenah gelegene Zollikon und der auf der Höhe des Pfannenstiels gelegene Gemeindeteil Zollikerberg.
Aufgrund seiner Lage zwischen Zürichsee, Stadtgrenze und bewaldeten Höhen gehört Zollikon zum inneren Agglomerationsraum von Zürich. Die Gemeinde ist überwiegend ein Wohn- und Dienstleistungsstandort. Sie besitzt jedoch weiterhin historische Dorfkerne, umfangreiche Waldflächen, Landwirtschaftsgebiete und naturnahe Tobel.
Ende 2025 lebten 13'704 Einwohnerinnen und Einwohner in Zollikon.[1] Die Nähe zur Stadt Zürich, die gute Erschliessung durch Eisenbahn, Forchbahn und Buslinien sowie die Lage am See machten Zollikon seit dem späten 19. Jahrhundert zu einer gefragten Wohngemeinde.
Zollikon wurde am 28. April 946 erstmals urkundlich erwähnt. Eine besondere Stellung in der Gemeindegeschichte besitzt die 1330 gegründete Holzkorporation. Ihre Gründungsurkunde gilt als bemerkenswertes Zeugnis der frühen kommunalen Selbstorganisation. Im Januar 1525 wurde Zollikon zu einem der ersten Zentren der reformatorischen Täuferbewegung.
Name
Der Ortsname ist im Jahr 946 in der Form Collinchovin beziehungsweise in der Wendung de duabus Collinchovin belegt.
Der Name gehört zu den zahlreichen alemannischen Siedlungsnamen auf -ikon. Diese Endung entwickelte sich aus althochdeutschen Formen wie -inghofun und bezeichnete die Höfe einer Person oder einer Sippe.
Als Grundlage wird der Personenname Zollo angenommen. Zollikon bedeutet demnach sinngemäss «bei den Höfen der Leute des Zollo».
In der zürichdeutschen Mundart wird der Name gewöhnlich als Zollike ausgesprochen.
Der Name ist nicht mit Zollikofen im Kanton Bern zu verwechseln. Beide Ortsnamen besitzen zwar eine alemannische Endung, entwickelten sich aber unabhängig voneinander.
Wappen
Das Wappen der Gemeinde wird wie folgt beschrieben:
- Schräggeteilt von Blau und Silber, oben ein goldener sechsstrahliger Stern, unten ein roter Schrägbalken.
Das heutige Wappen wurde im Februar 1930 im Rahmen der kantonalen Wappenregelung amtlich festgelegt.
Eine Darstellung mit dem roten Schrägbalken ist bereits im Wappenbuch des Zürcher Chronisten Gerold Edlibach von 1493 enthalten.
Ältere Fassungen zeigten anstelle des Balkens einen roten Vogel oder einen schräg liegenden Schlüssel. Der Schlüssel wurde vermutlich mit dem Apostel Petrus in Verbindung gebracht, dem Schutzpatron der Zolliker Dorfkirche.
Nach einer örtlichen Sage soll ein Dietrich von Zollikon einen roten Vogel in das Wappen aufgenommen haben. Ein als Dietericus bezeichneter Mann aus Zollikon ist 1223 tatsächlich urkundlich belegt. Die Bezeichnung «von Zollikon» war wahrscheinlich eine Herkunftsangabe und kein sicherer Nachweis eines Adelsgeschlechts.[2]
Geografie
Lage
Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom rechten Ufer des Zürichsees über die Hanglagen oberhalb des Sees bis auf die bewaldeten Höhen des Pfannenstiels.
Es bildet einen ungefähr von West nach Ost verlaufenden Streifen. Die Siedlungsgebiete steigen vom Seeufer über mehrere Geländeterrassen zum Zollikerberg an.
Zollikon grenzt an:
Die historische Siedlung Zollikon liegt südöstlich der Stadt Zürich am Seehang. Zollikerberg befindet sich auf einem deutlich höher gelegenen Plateau östlich des Waldes.
Der Höhenunterschied zwischen dem Zürichsee und dem Breitmoos beträgt mehr als 250 Meter. Dadurch besitzt die Gemeinde trotz ihrer geringen Fläche unterschiedliche Landschafts- und Siedlungsräume.
Gemeindeteile
Die politische Gemeinde besteht aus zwei räumlich deutlich getrennten Hauptteilen.
| Gemeindeteil | Lage | Merkmale |
|---|---|---|
| Zollikon | Am Zürichsee und an den westlichen Hängen | Historischer Dorfkern, Bahnhof, Gemeindehaus, Seeufer und dichter bebaute Wohnquartiere |
| Zollikerberg | Auf der Hochfläche östlich des Waldes | Wohnquartiere, Forchbahn, Spital, Schulen und kleinere Ortszentren |
Innerhalb dieser beiden Gemeindeteile bestehen zahlreiche Quartier-, Flur- und Siedlungsnamen. Dazu gehören unter anderem:
- Chirchhof;
- Oberdorf;
- Kleindorf;
- Gstad;
- Riet;
- Beugi;
- Rüterwis;
- Wilhof;
- Waldburg;
- Breitmoos.
Das Gemeindehaus befindet sich im Gemeindeteil Zollikon an der Bergstrasse.
Landschaftsraum zwischen See und Pfannenstiel
Zollikon gehört landschaftlich zur Region Pfannenstiel.
Der Pfannenstiel ist ein langgestreckter Hügelzug zwischen Zürichsee und Greifensee. Seine westlichen Hänge fallen zum Zürichsee ab, während die östliche Seite in Richtung Zumikon, Maur und Greifensee übergeht.
Das Gelände wurde während der Eiszeiten durch den Linth-Rhein-Gletscher geformt. Moränen, Schotterterrassen und lehmige Ablagerungen bestimmen grosse Teile des Untergrunds.
Die steileren Hangabschnitte wurden durch Bäche und Tobel gegliedert. Flachere Terrassen eigneten sich für Siedlungen, Ackerbau, Obstbau und früher auch Weinbau.
Zürichseeufer
Zollikon besitzt einen vergleichsweise kurzen, aber bedeutenden Abschnitt des Zürichseeufers.
Das Seeufer wird durch:
- Wohngebiete;
- Hafen- und Bootsanlagen;
- öffentliche Wege;
- Badeanlagen;
- Grünflächen;
- Bahn- und Strasseninfrastruktur
geprägt.
Der Zürichsee beeinflusste die historische Entwicklung erheblich. Er diente als Verkehrsweg, Fischereigebiet, Wasserversorgung und später als Freizeit- und Erholungsraum.
Vor dem Ausbau der Landstrassen und Eisenbahnen wurden Menschen und Waren häufig mit Schiffen zwischen Zürich und den Dörfern am rechten Seeufer transportiert.
Wald
Rund 280 Hektaren und damit mehr als ein Drittel des Gemeindegebiets sind bewaldet.
Die Wälder trennen Zollikon teilweise vom Zollikerberg und bilden einen wichtigen Naherholungsraum.
Zu ihren Funktionen gehören:
- Holzproduktion;
- Schutz des Bodens vor Erosion;
- Speicherung und Reinigung von Wasser;
- Kühlung des Siedlungsraums;
- Lebensraum für Tiere und Pflanzen;
- Erholung;
- Verbindung verschiedener Naturräume.
Ein bedeutender Teil des Waldes wird von der historischen Holzkorporation Zollikon bewirtschaftet.
Bäche und Tobel
Mehrere kleine Bäche entwässern das Gemeindegebiet in Richtung Zürichsee beziehungsweise in die angrenzenden Täler.
Zu den bekannten Gewässern gehören:
- Nebelbach;
- Salsterbach;
- Wehrenbach;
- kleinere Seitenbäche und Entwässerungsgräben.
Der Wehrenbach bildet teilweise die Grenze zur Stadt Zürich. Sein Tobel ist ein bedeutender Natur- und Erholungsraum.
Der Salsterbach ist der längste vollständig oder überwiegend innerhalb des dörflichen Gemeindegebiets verlaufende Bach.
Viele Bäche wurden in den dicht bebauten Gebieten eingedolt. Neuere Planungen verfolgen teilweise das Ziel, Gewässerräume zu sichern, Hochwasserschutz zu verbessern und naturnahe Abschnitte aufzuwerten.
Breitmoos
Das Breitmoos liegt im östlichen Gemeindegebiet an der Grenze zu Maur.
Mit ungefähr 662 Metern über Meer befindet sich dort der höchste Punkt Zollikons.
Das Gebiet ist durch Wald, Feuchtflächen, Wiesen und landwirtschaftlich genutzte Flächen geprägt.
Klima
Zollikon besitzt ein gemässigtes mitteleuropäisches Klima.
Die Lage am Zürichsee wirkt temperaturausgleichend. Die tieferen Seehänge sind im Allgemeinen milder als die höher gelegenen Gebiete des Zollikerbergs.
Im Winter treten auf der Höhe häufiger Schnee und Frost auf. Die seenahen Gebiete bleiben dagegen oft schneefrei oder verlieren die Schneedecke schneller.
Der Klimawandel führt zu häufigeren Hitzeperioden, Starkniederschlägen und längeren Trockenphasen. Bäume, Waldflächen, Bäche und unversiegelte Böden erhalten dadurch eine zunehmende Bedeutung für das lokale Klima.
Geschichte
Jungsteinzeit
Der älteste bekannte Fund auf Zolliker Boden ist ein kleines Steinbeil aus der Zeit um 3500 v. Chr.
Es wurde 1972 im Kleindorf entdeckt und wahrscheinlich von Angehörigen der Pfyner oder Horgener Kultur hergestellt.
Der Fund zeigt, dass Menschen die günstigen Lagen oberhalb des Zürichsees bereits in der Jungsteinzeit nutzten.
Die damalige Bevölkerung lebte von Ackerbau, Viehzucht, Jagd, Fischfang und dem Sammeln wild wachsender Pflanzen.
Bronze- und Eisenzeit
Auf dem Feufbüel entstanden um 650 v. Chr. fünf Grabhügel.
Drei dieser sogenannten Keltengräber sind im Gelände noch erkennbar. Sie wurden 1862 archäologisch untersucht.
Zu den Funden gehörten Schmuckstücke, Keramik und weitere Grabbeigaben. Kopien einzelner Objekte werden in der ortsgeschichtlichen Sammlung gezeigt.
Im Zollikerberg wurde ein eisernes Schwert aus der Latènezeit um 300 v. Chr. entdeckt. Der Fund belegt die Nutzung des höher gelegenen Gebiets während der keltischen Eisenzeit.[3]
Römische Zeit
Das Gebiet lag in der Nähe des römischen Turicum, aus dem sich die Stadt Zürich entwickelte.
Am rechten Zürichseeufer verliefen Verkehrsverbindungen zwischen Turicum und den Siedlungen am oberen See sowie in Richtung Ostschweiz.
Einzelne römische Funde weisen auf landwirtschaftliche Nutzung, Verkehrsbewegungen und kleinere Siedlungsplätze hin.
Eine grössere römische Stadtanlage ist auf dem Gebiet Zollikons nicht nachgewiesen.
Alemannische Besiedlung
Nach dem Ende der römischen Herrschaft liessen sich alemannische Bevölkerungsgruppen in der Region nieder.
Die Ortsnamen Zollikon, Witellikon und andere Namen auf -ikon gehen auf diese Siedlungsphase zurück.
Trichtenhausen entwickelte sich aus einer Namensform mit der Endung -hausen.
1962 und 1968 wurden im Gebiet Unterhueb und Oberhueb im Zollikerberg Steinkistengräber sowie menschliche Überreste aus dem 8. und 9. Jahrhundert entdeckt.
Flurnamen wie Deisten, abgeleitet von Dingstatt, und Galgenbühl weisen auf eine frühere Gerichts- und Richtstätte hin. Der Zollikerberg könnte daher im Frühmittelalter eine besondere kirchliche oder rechtliche Funktion besessen haben.[3]
Erste urkundliche Erwähnung
Am 28. April 946 wurde Zollikon erstmals schriftlich erwähnt.
Eine lateinische Urkunde hielt fest, dass Zollikon, Trichtenhausen und Witellikon der Propstei des Grossmünsters in Zürich Kirchenabgaben entrichten mussten.
Die in der Quelle genannten Formen lauten:
- de duabus Collinchovin;
- Truhtilhusa;
- Witalinchova.
Die Urkunde zeigt die enge kirchliche und wirtschaftliche Verbindung des Gebiets mit Zürich.
Grundherrschaften
Im Mittelalter war der Boden unter verschiedenen weltlichen und geistlichen Grundherren aufgeteilt.
Rechte und Besitzungen hatten unter anderem:
- das Grossmünsterstift;
- das Kloster Einsiedeln;
- das Kloster St. Gallen;
- die Zürcher Familie Mülner;
- weitere Adelsfamilien und geistliche Einrichtungen.
Ein grosser Teil der Bevölkerung war gegenüber einem Grundherrn abgabenpflichtig.
Die rechtliche Stellung der Bauern unterschied sich. Manche waren frei, andere galten als Hörige. Die tatsächlichen Unterschiede konnten im Alltag geringer sein als die juristischen Bezeichnungen vermuten lassen.
Im Verlauf des Spätmittelalters wurden zahlreiche Abhängigkeiten abgelöst oder verloren ihre praktische Bedeutung. Spätestens seit dem 15. Jahrhundert galten die Einwohner Zollikons im Allgemeinen als frei.
Holzkorporation von 1330
Am 30. April 1330 gründeten die ungefähr 250 Einwohner Zollikons eine Dorfgenossenschaft zur gemeinsamen Regelung der Waldnutzung.
Der Reichsvogt Götz Mülner bestätigte und besiegelte die Gründungsurkunde.
Die Genossenschaft legte fest, wie der Wald genutzt, gepflegt und gegen Übernutzung geschützt werden sollte.
Geregelt wurden insbesondere:
- Holzeinschlag;
- Brennholzbezug;
- Bauholz;
- Waldweide;
- gemeinsame Pflichten;
- Rechte der Genossen.
Die Gemeinde bezeichnet Zollikon aufgrund dieser Urkunde als erste selbstverwaltete Gemeinde des Kantons Zürich.[3]
Die Holzkorporation besteht bis heute. Sie gehört damit zu den ältesten noch aktiven Körperschaften ihrer Art in der Schweiz.
Zürcher Herrschaft
Im Spätmittelalter gelangte Zollikon vollständig unter den politischen Einfluss der Stadt Zürich.
Die Gemeinde gehörte zur Obervogtei beziehungsweise Vogtei Küsnacht.
Die Stadt Zürich übte die hohe Gerichtsbarkeit, wesentliche Verwaltungsrechte und die Kontrolle über Wirtschaft und Kirche aus.
Auf lokaler Ebene bestanden dennoch beträchtliche Selbstverwaltungsrechte. Dorfgenossen regelten Waldnutzung, Wege, Brunnen, Gemeindegüter und weitere alltägliche Angelegenheiten.
Bau der Dorfkirche
Eine Kirche in Zollikon wurde 1223 erstmals ausdrücklich erwähnt.
Der ältere romanische Bau bestand aus einem rechteckigen Langhaus und einem quadratischen Turmchor.
Von 1497 bis 1499 wurde an seiner Stelle die heutige Dorfkirche errichtet. Der Neubau umfasste Kirchenschiff, Chor und Glockenturm.
Das Kirchengebäude wurde später mehrfach verändert und renoviert. Es bildet bis heute das wichtigste historische Wahrzeichen des Dorfkerns.[4]
Reformation
Die Reformation erreichte Zollikon in den frühen 1520er-Jahren.
1523 kam es zu einem Bildersturm. Religiöse Bilder, Altäre und weitere Teile der katholischen Ausstattung wurden entfernt.
Nach der Einführung der Zürcher Reformation wurden die Klöster säkularisiert. Ihre Güter und Rechte gingen weitgehend an die Stadt Zürich über.
Der Zehnte musste nun nicht mehr an Klöster, sondern an die Zürcher Obrigkeit entrichtet werden.
Die städtischen Zünfte behielten wirtschaftliche Monopole. Dadurch blieben selbstständiges Handwerk und Gewerbe auf der Landschaft stark eingeschränkt.
Täuferbewegung
Zollikon besitzt eine besondere Bedeutung für die Geschichte der Täufer.
Am Abend des 21. Januar 1525 wurde in Zürich im Kreis um Konrad Grebel, Felix Manz und Jörg Blaurock die erste bekannte Glaubenstaufe der schweizerischen Reformationszeit vollzogen.
Die Zürcher Obrigkeit lehnte die Erwachsenentaufe ab und bestand auf der Taufe von Säuglingen.
Mehrere Täufer suchten daraufhin in Zollikon Schutz und Unterstützung. Jörg Blaurock predigte in Häusern, auf Höfen und an öffentlichen Orten.
Innerhalb weniger Tage entstand eine umfangreiche Bewegung. Männer und Frauen liessen sich auf ihr persönliches Glaubensbekenntnis taufen.
Die Gläubigen versammelten sich in Häusern und teilweise in der Dorfkirche. Sie lasen neutestamentliche Texte, brachen Brot und reichten Wein.
Diese Zusammenkünfte gelten als einige der ersten evangelischen Abendmahlsfeiern im Zürcher Gebiet, die bewusst ausserhalb des katholischen Messritus durchgeführt wurden.
Der Zürcher Rat reagierte mit Verhaftungen, Bussen und Ausweisungen. Die Täufergemeinde von Zollikon wurde innerhalb kurzer Zeit zerschlagen.
An der Gstadstrasse erinnert eine Gedenktafel an die frühen Täuferversammlungen. Der Ort wird von Mennoniten, Amischen und Angehörigen anderer täuferischer Gemeinschaften aus verschiedenen Ländern besucht.[3]
Landwirtschaft und Weinbau
Bis ins 19. Jahrhundert lebte der grösste Teil der Bevölkerung von Landwirtschaft, Viehhaltung, Obstbau und Weinbau.
Die sonnigen Hänge über dem Zürichsee eigneten sich besonders für Reben.
Erzeugt wurden:
- Wein;
- Getreide;
- Obst;
- Gemüse;
- Milch;
- Fleisch;
- Holz.
Obstbäume prägten die Landschaft. In Zollikon bestand zeitweise die Vorschrift, dass jedes Brautpaar einen Obstbaum pflanzen musste.
Die bäuerlichen Betriebe waren häufig klein und auf mehrere Parzellen verteilt.
Heimarbeit
Wie in vielen Zürcher Landgemeinden ergänzte textile Heimarbeit das landwirtschaftliche Einkommen.
Familien spannen Garn, webten Stoffe oder führten andere Arbeiten im Auftrag städtischer Kaufleute aus.
Die Nähe zu Zürich erleichterte den Absatz und die Lieferung von Rohstoffen.
Die Heimarbeit verlor im 19. Jahrhundert mit dem Aufkommen mechanischer Fabriken an Bedeutung.
Helvetische Revolution
1798 brach die alte Herrschaftsordnung des Zürcher Stadtstaats zusammen.
Die Landschaft forderte politische Gleichberechtigung mit der Stadt Zürich. Die Helvetische Republik schaffte die rechtlichen Unterschiede zwischen Stadtbürgern und Untertanen grundsätzlich ab.
An die Stelle der alten Dorfbehörden trat eine Municipalität mit einem Präsidenten.
Damit entstanden die Grundlagen der modernen politischen Gemeinde.
Die Bevölkerung wurde durch französische Truppen, Einquartierungen, militärische Abgaben und die politischen Unruhen der Helvetik stark belastet.
Vereinigung mit dem Zollikerberg
Das Gebiet des heutigen Zollikerbergs wurde nach der Helvetischen Revolution zunächst Zumikon zugeordnet.
1803 entschieden sich die Bewohner in einer Abstimmung für die Zugehörigkeit zu Zollikon.
Seit 1804 bilden Zollikon und Zollikerberg gemeinsam die politische Gemeinde Zollikon.[3]
Die räumliche Trennung durch den Wald blieb jedoch bestehen. Noch heute besitzen beide Gemeindeteile teilweise eigene lokale Identitäten und Einrichtungen.
19. Jahrhundert
Die Rechtsgleichheit, Niederlassungsfreiheit und Gewerbefreiheit veränderten die Gemeinde grundlegend.
Landwirtschaft blieb zunächst wichtig, doch immer mehr Einwohner arbeiteten in Zürich oder in gewerblichen Betrieben der Region.
Strassen wurden ausgebaut, Postverbindungen verbessert und erste moderne Infrastrukturen geschaffen.
Wohlhabende Zürcher Familien liessen Landhäuser und Villen am Seehang errichten.
Der Blick auf See und Alpen sowie die Nähe zur Stadt machten Zollikon zu einem bevorzugten Wohnort.
Rechtsufrige Zürichseebahn
1894 wurde die rechtsufrige Zürichseebahn zwischen Zürich, Meilen und Rapperswil eröffnet.
Zollikon erhielt einen eigenen Bahnhof.
Die Eisenbahn verkürzte die Reisezeit nach Zürich erheblich und beschleunigte die bauliche Entwicklung.
Neue Wohnquartiere entstanden entlang der Bahn, oberhalb des Dorfkerns und an den Hängen.
Die Landwirtschaft verlor zunehmend Flächen an den Wohnungsbau.
Forchbahn
1912 nahm die Forchbahn ihren Betrieb zwischen Zürich und Esslingen auf.
Sie erschloss den Zollikerberg und förderte dort die Entstehung neuer Wohngebiete.
Die Bahn verband die zuvor relativ abgelegene Hochebene direkt mit Zürich.
Der Zollikerberg entwickelte sich im 20. Jahrhundert von einem ländlichen Siedlungsgebiet zu einem dicht bebauten Gemeindeteil.
Ablehnung der Eingemeindung
Im Zuge der zweiten grossen Zürcher Eingemeindung wurde auch eine Vereinigung Zollikons mit der Stadt Zürich diskutiert.
1929 lehnten die Zolliker Stimmberechtigten die Eingemeindung ab.
Zollikon blieb daher eine selbstständige politische Gemeinde, während acht andere Vororte 1934 in die Stadt Zürich eingegliedert wurden.
Die unmittelbare Nachbarschaft führte dennoch zu einer immer stärkeren funktionalen Verflechtung mit der Stadt.
Entwicklung zur Wohngemeinde
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein starkes Siedlungswachstum ein.
Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Schulen, Strassen und öffentliche Einrichtungen entstanden.
Viele Einwohner arbeiteten in Zürich, während Zollikon als Wohnort diente.
Die landschaftlich attraktive Lage und der vergleichsweise niedrige kommunale Steuerfuss verstärkten die Nachfrage nach Wohnraum.
Seit dem späten 20. Jahrhundert konzentriert sich die bauliche Entwicklung zunehmend auf Verdichtung und Erneuerung bestehender Quartiere, da nur noch wenige unbebaute Flächen verfügbar sind.
Bevölkerung
Ende 2025 zählte Zollikon 13'704 Einwohnerinnen und Einwohner.
Davon besassen 10'052 Personen die schweizerische und 3'652 eine ausländische Staatsangehörigkeit.[5]
Die Bevölkerung verteilt sich ungefähr auf die beiden Hauptteile Zollikon und Zollikerberg.
Deutsch ist die Amtssprache. Im Alltag wird überwiegend Zürichdeutsch gesprochen.
Aufgrund der internationalen Bevölkerung und der Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich sind auch Englisch, Italienisch, Französisch, Portugiesisch und zahlreiche weitere Sprachen verbreitet.
Bevölkerungsentwicklung
Bis ins 19. Jahrhundert war Zollikon eine kleine bäuerliche Gemeinde.
Der Eisenbahnbau, die Forchbahn und die Ausdehnung der Zürcher Agglomeration führten zu einem starken Wachstum.
Seit den 1960er-Jahren verläuft die Entwicklung weniger gleichmässig. Zwischen dem Ende der 1970er-Jahre und den frühen 1990er-Jahren ging die Einwohnerzahl zeitweise zurück.
Danach setzte erneut ein Wachstum ein. Ende 2025 erreichte die Bevölkerung den höchsten bis dahin registrierten Stand.[1]
Sozialstruktur
Zollikon besitzt einen hohen Anteil gut ausgebildeter Einwohnerinnen und Einwohner.
Viele Erwerbstätige arbeiten in:
- Finanzwirtschaft;
- Beratung;
- Bildung;
- Gesundheitswesen;
- Verwaltung;
- Informatik;
- Handel;
- wissenschaftlichen und kulturellen Berufen.
Der Anteil älterer Menschen ist im kantonalen Vergleich relativ hoch.
Die hohen Grundstücks- und Wohnungspreise erschweren es insbesondere Familien, jungen Erwachsenen und Personen mit mittleren oder tiefen Einkommen, Wohnraum zu finden.
Die Gemeinde und gemeinnützige Träger unterhalten deshalb auch preisgünstige und altersgerechte Wohnungen.
Politik
Zollikon ist als Versammlungsgemeinde organisiert.
Die kommunalen Hauptorgane sind:
- die Stimmberechtigten;
- die Gemeindeversammlung;
- der Gemeinderat;
- die Schulpflege;
- die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission;
- weitere Fachbehörden.
Bestimmte Geschäfte werden an der Urne entschieden. Andere Vorlagen behandelt die Gemeindeversammlung.
Gemeindeversammlung
Die Gemeindeversammlung bildet die ordentliche Legislative.
Teilnahme- und stimmberechtigt sind die in Zollikon wohnhaften Schweizer Bürgerinnen und Bürger mit kommunalem Stimmrecht.
Die Gemeindeversammlung entscheidet unter anderem über:
- Budget;
- Jahresrechnung;
- Steuerfuss;
- kommunale Erlasse;
- grössere Kredite;
- Kauf und Verkauf bedeutender Grundstücke;
- Planungs- und Bauvorlagen;
- Initiativen aus der Bevölkerung.
Vorlagen von besonderer Tragweite oder solche, die nach übergeordnetem Recht der Urnenabstimmung unterliegen, werden dem gesamten Stimmvolk schriftlich vorgelegt.
Gemeinderat
Der Gemeinderat ist die siebenköpfige Exekutive.
Sechs Mitglieder einschliesslich des Gemeindepräsidenten werden direkt in den Gemeinderat gewählt. Das Präsidium der Schulpflege gehört von Amtes wegen ebenfalls dem Gemeinderat an.
Für die Amtsperiode 2026–2030 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:[6]
| Person | Partei | Ressort |
|---|---|---|
| Patrick Dümmler | FDP | Gemeindepräsident, Präsidiales |
| Dorian Selz | GLP | Bau, zweiter Vizepräsident |
| David Sarasin | FDP | Bildung und Schulpräsidium |
| Sylvie Sieger | FDP | Finanzen, Vizepräsidentin |
| Sandra Fischer | Forum 5W | Gesellschaft |
| André Müller | FDP | Liegenschaften |
| Hermann Stern | GLP | Sicherheit und Umwelt |
Der Gemeinderat leitet die Verwaltung, vollzieht die Beschlüsse der Stimmberechtigten und vertritt die Gemeinde nach aussen.
Wirtschaft
Zollikon ist vor allem eine Wohn- und Dienstleistungsgemeinde.
Ein grosser Teil der Erwerbstätigen pendelt nach Zürich oder in andere Gemeinden der Agglomeration.
Wichtige lokale Wirtschaftsbereiche sind:
- Gesundheitswesen;
- Beratung;
- Finanz- und Versicherungsdienstleistungen;
- Immobilien;
- Bildung;
- Detailhandel;
- Gastronomie;
- Bau- und Handwerksbetriebe;
- persönliche Dienstleistungen;
- öffentliche Verwaltung.
Grössere industrielle Produktionsbetriebe spielen nur eine geringe Rolle.
Gesundheitswesen
Das Spital Zollikerberg gehört zu den bedeutendsten Arbeitgebern und öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde.
Es bietet medizinische Grund- und Spezialversorgung und ist insbesondere für Geburtshilfe, Innere Medizin, Chirurgie und weitere Fachgebiete bekannt.
Das Spital gehört zum Umfeld des Diakoniewerks Neumünster und besitzt eine regionale Bedeutung, die weit über Zollikon hinausreicht.
In der Gemeinde bestehen zudem Arztpraxen, Therapieangebote, Pflegeeinrichtungen, Spitex-Dienste und Wohnangebote für ältere Menschen.
Landwirtschaft
Landwirtschaft wird hauptsächlich in den östlichen und höher gelegenen Gebieten betrieben.
Die verbleibenden Betriebe konzentrieren sich auf:
- Milchwirtschaft;
- Viehhaltung;
- Ackerbau;
- Obstbau;
- Direktvermarktung;
- Landschaftspflege.
Die landwirtschaftlichen Flächen bilden wichtige Freiräume zwischen den Siedlungen und Wäldern.
Immobilien und Wohnungsmarkt
Zollikon gehört aufgrund seiner Lage am Zürichsee und der Nähe zum Stadtzentrum zu den gefragtesten Wohnstandorten der Region Zürich.
Die Nachfrage nach Grundstücken und Wohnungen ist hoch.
Viele ältere Einfamilienhäuser werden ersetzt, erweitert oder zu dichter bebauten Wohnanlagen umgestaltet.
Die Raumplanung muss dabei unterschiedliche Ziele berücksichtigen:
- Schaffung zusätzlichen Wohnraums;
- Schutz historischer Ortsbilder;
- Erhaltung von Grünflächen;
- bezahlbares Wohnen;
- Energieeffizienz;
- Verkehrsentwicklung;
- Anpassung an den Klimawandel.
Verkehr
Eisenbahn
Der Bahnhof Zollikon liegt an der rechtsufrigen Zürichseebahn.
Züge der Zürcher S-Bahn verbinden Zollikon direkt mit Zürich und weiteren Orten am rechten Zürichseeufer.
Der Bahnhof besitzt eine wichtige Bedeutung für Pendlerinnen und Pendler. Buslinien verbinden ihn mit Quartieren, öffentlichen Einrichtungen und der Zürcher Lengg.
Die Bahnlinie verläuft stellenweise in unmittelbarer Nähe zum Seeufer.
Forchbahn
Die Forchbahn erschliesst den Zollikerberg.
Sie wird innerhalb des Zürcher Verkehrsverbunds als S-Bahn-Linie S18 geführt und verbindet den Zollikerberg mit Zürich Stadelhofen, Zumikon, Forch und Esslingen.
Auf oder unmittelbar bei Zolliker Gemeindegebiet liegen die Haltestellen:
- Waldburg;
- Spital Zollikerberg;
- Zollikerberg.
Die Haltestelle Rehalp befindet sich nahe der Gemeindegrenze auf Stadtzürcher Gebiet.
Die Forchbahn besitzt für die räumliche Entwicklung des Zollikerbergs eine grundlegende Bedeutung.
Busverkehr
Mehrere Buslinien verbinden:
- Bahnhof Zollikon;
- Zollikon Dorf;
- Zollikerberg;
- Spital Zollikerberg;
- Küsnacht;
- Zürich Tiefenbrunnen;
- die Zürcher Lengg;
- weitere Nachbargebiete.
Der Ortsbus stellt die Verbindung zwischen Zollikon und Zollikerberg sicher.
Die Buslinie 910 wird seit dem Fahrplanwechsel 2025/2026 zum Bahnhof Zollikon geführt.[7]
Schifffahrt
Zollikon besitzt eine Anlegestelle der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft.
Die Schiffsverbindungen dienen hauptsächlich dem Freizeit- und Ausflugsverkehr. Ihre Bedienung richtet sich nach dem saisonalen Fahrplan.
Historisch war die Schifffahrt für Personen- und Warentransporte wesentlich bedeutender als heute.
Strassenverkehr
Die Seestrasse und die Zollikerstrasse bilden wichtige Verkehrsachsen in Richtung Zürich und Küsnacht.
Die Forchstrasse erschliesst den Zollikerberg und verbindet Zürich mit dem Raum Forch.
Der motorisierte Verkehr belastet insbesondere die Durchgangsachsen und Ortszentren.
Die Gemeinde fördert deshalb:
- öffentlichen Verkehr;
- Fussverkehr;
- Veloverbindungen;
- Verkehrsberuhigung in Wohnquartieren;
- sichere Schulwege;
- Elektromobilität.
Fuss- und Veloverkehr
Wander- und Spazierwege verbinden Seeufer, Dorfkern, Wald und Zollikerberg.
Das Velowegnetz umfasst kommunale und kantonale Verbindungen für den Alltags- und Freizeitverkehr.
Wegen der grossen Höhenunterschiede und stark befahrener Hauptstrassen ist der Veloverkehr stellenweise anspruchsvoll.
Bildung
Die Schule Zollikon führt Kindergärten, Primarschulen, Sekundarschule und schulergänzende Betreuung.
Die wichtigsten Schulanlagen sind:
- Schule Buechholz;
- Schule Oescher;
- Schule Rüterwis.
Die Sekundarschule wird in Zusammenarbeit mit Zumikon geführt.
Zum Bildungsangebot gehören ausserdem:
- Musikschule;
- Bibliotheken;
- Tagesstrukturen;
- schulische Heilpädagogik;
- Berufs- und Laufbahnberatung;
- private Bildungsangebote.
Weiterführende Schulen befinden sich hauptsächlich in Zürich, Küsnacht und anderen Gemeinden des Kantons.
Religion
Reformierte Kirche
Die reformierte Dorfkirche steht im historischen Ortskern.
Eine ältere Kirche wurde 1223 erstmals erwähnt. Die heutige Kirche entstand 1497 bis 1499.
Während der Reformation wurden Altäre, Bilder und Teile der mittelalterlichen Ausstattung entfernt.
Das Gebäude wurde im 20. Jahrhundert mehrfach renoviert und erweitert.
Die Kirche besitzt besondere Bedeutung als Erinnerungsort der frühen Täuferbewegung.
Die reformierte Kirchgemeinde umfasst heute Zollikon und Zumikon.
Reformierte Kirche Zollikerberg
Die reformierte Kirche Zollikerberg wurde 1960 eingeweiht.
Sie entstand als Folge des starken Bevölkerungswachstums auf der Höhe.
Der moderne Kirchenbau dient Gottesdiensten, Musik, Unterricht und Quartierveranstaltungen.
Katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit
Am 2. Oktober 1927 wurde in Zollikon erstmals seit der Reformation wieder ein katholischer Gottesdienst gefeiert.
1930 entstand an der Riethofstrasse eine katholische Kirche, die 1931 eingeweiht wurde.
Das ältere Gebäude wurde in den 1990er-Jahren durch einen Neubau ersetzt. Die heutige Dreifaltigkeitskirche wurde am 29. Juni 1997 eingeweiht.[8]
Kirche St. Michael
Im Zollikerberg steht seit 1966 die katholische Kirche St. Michael.
Sie dient der katholischen Bevölkerung des höher gelegenen Gemeindeteils.
Die katholischen Kirchen von Zollikon, Zollikerberg und Zumikon gehören zu einem gemeinsamen Seelsorgeraum.
Kultur
Ortsgeschichtliche Sammlung
Das Ortsmuseum Zollikon wurde 1961 eingerichtet.
Es dokumentiert die Geschichte und Gegenwart der Gemeinde durch:
- Gegenstände;
- Dokumente;
- Fotografien;
- Karten;
- audiovisuelle Quellen;
- Kunstwerke;
- archäologische Funde.
Wechselnde Ausstellungen behandeln historische, gesellschaftliche und kulturelle Themen.
Die Sammlung umfasst unter anderem Zeugnisse der frühen Besiedlung, der Holzkorporation, der Landwirtschaft, des Vereinslebens und der baulichen Entwicklung.
Kulturhaus Zollikon
Die Gemeinde plant, die Villa Meier-Severini an der Zollikerstrasse zu einem öffentlichen Kulturhaus weiterzuentwickeln.
Das Kulturhaus soll Ortsgeschichte, Kunst, Veranstaltungen und kulturelle Vermittlung verbinden.
Die historische Villa und ihre Gartenanlage sollen dabei denkmalgerecht erhalten und für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.[9]
Villa Meier-Severini
Die Villa Meier-Severini wurde 1923 errichtet und 1950 von der Gemeinde erworben.
Sie liegt in einer parkartigen Gartenanlage.
Die Villa wurde für:
- Kunstausstellungen;
- Lesungen;
- Konzerte;
- Trauungen;
- gesellschaftliche Veranstaltungen
genutzt.
Im Park befinden sich Werke moderner Eisen- und Stahlplastik.
Zolliker Jahrheft
Das Zolliker Jahrheft erscheint jährlich.
Es enthält Beiträge über:
- Ortsgeschichte;
- Persönlichkeiten;
- Natur;
- Architektur;
- Kultur;
- Vereine;
- aktuelle Entwicklungen.
Die Jahrhefte bilden eine umfangreiche Dokumentation des lokalen Lebens.
Vereine
Zollikon besitzt ein vielfältiges Vereinsleben.
Vertreten sind unter anderem:
- Sportvereine;
- Musik- und Gesangsvereine;
- politische Parteien;
- Natur- und Vogelschutzorganisationen;
- Quartiervereine;
- Jugendorganisationen;
- kulturelle Vereinigungen;
- kirchliche Gruppen;
- Feuerwehr- und Rettungsorganisationen.
Sehenswürdigkeiten
Dorfkirche
Die spätgotische reformierte Dorfkirche von 1497 bis 1499 ist das wichtigste historische Bauwerk der Gemeinde.
Sie steht erhöht im alten Dorfkern und ist weithin sichtbar.
Erhalten sind unter anderem:
- spätgotische Bauteile;
- Wappenscheiben;
- historische Steinmetzzeichen;
- ein Taufstein;
- Glocken;
- eine moderne Orgel.
Alter Dorfkern
Der historische Ortskern umfasst die Umgebung von Chirchhof, Oberdorfstrasse und Rösslirain.
Bauernhäuser, Wohnhäuser, ehemalige Gewerbebauten und schmale Strassen erinnern an die frühere bäuerliche Siedlungsstruktur.
Die Nähe zur Stadt Zürich führte jedoch bereits früh zu einer Verdichtung und Umgestaltung.
Ortsmuseum
Das bisherige Ortsmuseum an der Oberdorfstrasse befindet sich in einem historischen Gebäude.
Seine Sammlung vermittelt die Entwicklung Zollikons von der vorgeschichtlichen Besiedlung über das Bauerndorf bis zur modernen Agglomerationsgemeinde.
Villa Meier-Severini
Die Villa und ihre Parkanlage gehören zu den bedeutenden historischen Wohnanlagen der Gemeinde.
Der Park besitzt neben seinem architektonischen Wert eine Sammlung moderner Metallplastiken.
Täufer-Gedenkstätte
An der Gstadstrasse erinnert eine Tafel an die Täuferversammlungen des Jahres 1525.
Der Ort besitzt für die internationale Geschichte der Mennoniten, Amischen und weiterer Freikirchen eine besondere Bedeutung.
Keltengräber
Auf dem Feufbüel sind drei vorgeschichtliche Grabhügel im Gelände erkennbar.
Sie gehören zu den ältesten sichtbaren Kulturdenkmälern Zollikons.
Holzkorporationswald
Der Wald der Holzkorporation ist nicht nur ein Naturraum, sondern auch ein Zeugnis der seit 1330 bestehenden gemeinschaftlichen Waldwirtschaft.
Freizeit und Sport
Das Seeufer und die Wälder gehören zu den wichtigsten Freizeitgebieten.
Beliebte Aktivitäten sind:
- Baden;
- Schwimmen;
- Segeln;
- Rudern;
- Wandern;
- Joggen;
- Velofahren;
- Tennis;
- Fussball;
- Turnen;
- Wintersport bei geeigneten Schneeverhältnissen.
Die Bade- und Sportanlage Fohrbach bietet Schwimmbecken, Sportflächen und weitere Freizeitangebote.
Am See befinden sich Badeplätze und Hafenanlagen.
Die Waldwege zwischen Zollikon, Zollikerberg, Witikon, Zumikon und Küsnacht werden intensiv zur Erholung genutzt.
Natur- und Umweltschutz
Trotz der dichten Besiedlung besitzt Zollikon wertvolle Naturflächen.
Dazu gehören:
- Wald;
- Bachläufe;
- Tobel;
- Feuchtgebiete;
- Wiesen;
- Hecken;
- alte Obstbäume;
- Seeuferabschnitte.
Die Gemeinde beteiligt sich an Massnahmen zur ökologischen Vernetzung und zur Bekämpfung invasiver Pflanzenarten.
Eine besondere Herausforderung besteht darin, Siedlungsentwicklung, Naherholung und Naturschutz auf engem Raum miteinander zu vereinbaren.
Der Schutz grosser Bäume und die Begrünung des Siedlungsgebiets gewinnen im Zusammenhang mit sommerlicher Hitze an Bedeutung.
Persönlichkeiten
Eugen Bleuler
Der Psychiater Eugen Bleuler wurde 1857 in Zollikon geboren.
Er leitete von 1898 bis 1927 die Psychiatrische Universitätsklinik Burghölzli in Zürich und prägte die moderne Psychiatrie.
Bleuler führte den Begriff Schizophrenie in die medizinische Fachsprache ein und setzte sich für ein besseres Verständnis psychisch erkrankter Menschen ein.
Er starb 1939 in Zollikon.
Weitere Verbindungen
Aufgrund der Nähe zu Zürich und der landschaftlich attraktiven Lage lebten in Zollikon zahlreiche Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kunst und Kultur.
Die Gemeinde war insbesondere im 20. Jahrhundert Wohnort von Hochschullehrern, Unternehmern, Ärzten, Schriftstellern und Kunstschaffenden.
Bedeutung
Zollikon verbindet die Eigenschaften eines historischen Zürichseedorsfs mit jenen einer modernen Agglomerationsgemeinde.
Besondere Bedeutung besitzen:
- die erste urkundliche Erwähnung von 946;
- die Holzkorporation von 1330;
- die frühe kommunale Selbstorganisation;
- die Rolle in der Täuferbewegung;
- die spätgotische Dorfkirche;
- die Lage am Zürichsee;
- die Verbindung von Zollikon und Zollikerberg;
- die enge wirtschaftliche und verkehrliche Verflechtung mit Zürich;
- die umfangreichen Wald- und Erholungsgebiete.
Die Gemeinde steht beispielhaft für den Wandel vieler Orte am Zürichsee von landwirtschaftlich geprägten Dörfern zu dicht besiedelten Wohn- und Dienstleistungsstandorten.
Zeittafel
| Zeitraum oder Jahr | Ereignis |
|---|---|
| um 3500 v. Chr. | Ein später im Kleindorf gefundenes Steinbeil belegt die Anwesenheit jungsteinzeitlicher Menschen. |
| um 650 v. Chr. | Auf dem Feufbüel entstehen fünf keltische Grabhügel. |
| um 300 v. Chr. | Ein im Zollikerberg gefundenes Eisenschwert stammt aus der Latènezeit. |
| 8.–9. Jahrhundert | Alemannische Gräber und ein Skelett belegen die frühmittelalterliche Nutzung des Zollikerbergs. |
| 28. April 946 | Erste urkundliche Erwähnung Zollikons als Collinchovin. |
| 1223 | Erste ausdrückliche Erwähnung der Zolliker Kirche. |
| 30. April 1330 | Gründung der Holzkorporation Zollikon. |
| 1493 | Das heutige Wappenmotiv erscheint im Wappenbuch Gerold Edlibachs. |
| 1497–1499 | Bau der heutigen Dorfkirche. |
| 1523 | Bildersturm in der Zolliker Kirche. |
| Januar 1525 | Zollikon wird zu einem frühen Zentrum der Täuferbewegung. |
| 1528 | Festigung der Zürcher Reformation und Neuordnung der kirchlichen Güter. |
| 1798 | Ende der Zürcher Untertanenherrschaft und Bildung einer modernen Gemeindeverwaltung. |
| 1803 | Die Bewohner des Zollikerbergs entscheiden sich für die Zugehörigkeit zu Zollikon. |
| 1804 | Zollikon und Zollikerberg bilden gemeinsam die politische Gemeinde Zollikon. |
| 1857 | Geburt des Psychiaters Eugen Bleuler. |
| 1862 | Ausgrabung der Grabhügel auf dem Feufbüel. |
| 1894 | Eröffnung der rechtsufrigen Zürichseebahn und des Bahnhofs Zollikon. |
| 1912 | Eröffnung der Forchbahn und bessere Erschliessung des Zollikerbergs. |
| 1929 | Zollikon lehnt die Eingemeindung in die Stadt Zürich ab. |
| 1930 | Amtliche Festlegung des heutigen Gemeindewappens. |
| 1931 | Einweihung der ersten katholischen Dreifaltigkeitskirche seit der Reformation. |
| 1960 | Einweihung der reformierten Kirche Zollikerberg. |
| 1961 | Eröffnung des Ortsmuseums. |
| 1966 | Einweihung der katholischen Kirche St. Michael im Zollikerberg. |
| 1997 | Einweihung der heutigen katholischen Dreifaltigkeitskirche. |
| 2025 | Die Einwohnerzahl erreicht 13'704 Personen. |
| 2026 | Patrick Dümmler übernimmt das Gemeindepräsidium. |
Siehe auch
- Kanton Zürich
- Bezirk Meilen
- Pfannenstiel
- Zürichsee
- Zollikerberg
- Zumikon
- Küsnacht ZH
- Täuferbewegung
- Eugen Bleuler
- Forchbahn
- Liste der Gemeinden im Kanton Zürich
- Liste der Orte am Zürichsee
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Zollikon
- Zollikon im Historischen Lexikon der Schweiz
- Geschichte der Gemeinde Zollikon
- Bevölkerungsentwicklung
- Schule Zollikon
- Ortsmuseum Zollikon
- Reformierte Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon
- Katholische Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon
- Spital Zollikerberg
Literatur
- Ueli Bräm: Zollikon – eine Heimatkunde. Zollikon 1990.
- Paul Guyer: 1000 Jahre Zollikon. Schulthess, Zürich 1946.
- Albert Heer: Unser Zollikon. Zollikon 1968.
- Heinrich Bruppacher: Das alte Zollikon. Zollikon 1899.
- Wilfried Maurer: Die Zolliker Dorfkirche. Reformierte Kirchgemeinde Zollikon, Zollikon 2004.
- Zolliker Jahrheft. Jährlich erscheinende Publikation zur Geschichte und Gegenwart der Gemeinde.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Bevölkerungsentwicklung 1962–2025, Gemeinde Zollikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Gemeindewappen, Gemeinde Zollikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Geschichte Zollikons und Marksteine im Gemeindeleben, Gemeinde Zollikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Bau der Dorfkirche, Gemeinde Zollikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Unsere Gemeinden in Zahlen, Zolliker Zumiker Bote, 10. April 2026.
- ↑ Gemeinderat konstituiert sich für die neue Legislatur, Gemeinde Zollikon, 2. Juli 2026.
- ↑ Fahrplanverfahren 2025/2026, Gemeinde Zollikon, 2. Oktober 2025.
- ↑ Geschichte der katholischen Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon, Katholische Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Kulturhaus Zollikon in der Villa Meier-Severini, Gemeinde Zollikon, abgerufen am 23. Juli 2026.