Küsnacht ZH
| Küsnacht | |
|---|---|
| Staat | Schweiz |
| Kanton | Zürich |
| Bezirk | Meilen |
| BFS-Nummer | 0154 |
| Postleitzahlen | 8700 Küsnacht, 8127 Forch |
| Höhe | 413 m ü. M. |
| Fläche | 12,35 km² |
| Einwohner | 15'142 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2025 |
| Einwohnerbezeichnung | Küsnachter, Küsnachterin |
| Gemeindepräsident | Markus Ernst (FDP) |
| Ortsteile | Küsnacht Dorf, Goldbach, Heslibach, Itschnach, Allmend, Limberg, Wangen, Chaltenstein und Forch |
| Gewässer | Zürichsee, Küsnachter Dorfbach und Heslibach |
| Website | kuesnacht.ch |
Küsnacht, zur Unterscheidung von Küssnacht am Rigi häufig Küsnacht ZH oder Küsnacht (ZH) genannt, ist eine politische Gemeinde im Bezirk Meilen des Kantons Zürich. Sie liegt am rechten Ufer des Zürichsees unmittelbar südöstlich der Stadt Zürich und gehört zum dicht besiedelten und wirtschaftlich bedeutenden Siedlungsraum der sogenannten Goldküste.
Die Gemeinde erstreckt sich vom Seeufer über die besiedelten Hänge bis auf den Höhenzug des Pfannenstiels. Neben dem eigentlichen Dorf Küsnacht gehören Goldbach, Heslibach, Itschnach, Allmend, Limberg, Wangen, Chaltenstein sowie ein Teil der Ortschaft Forch zum Gemeindegebiet. Die Höhendifferenz zwischen dem Zürichsee und den östlichen Gemeindeteilen beträgt mehrere hundert Meter.
Küsnacht entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert von einer durch Landwirtschaft, Rebbau und Handwerk geprägten Gemeinde zu einem wohlhabenden Wohn- und Dienstleistungsort der Agglomeration Zürich. Die Gemeinde ist durch die Zürcher S-Bahn, die Forchbahn, Buslinien und die Zürichsee-Schifffahrt gut an Zürich und die umliegenden Gemeinden angebunden.
Zu den bekanntesten Landschaftsräumen zählen das Küsnachter Tobel, der Küsnachterberg und die Seeuferanlagen. Bedeutende Kulturstätten sind die reformierte Kirche, die ehemalige Johanniterkommende, die Zehntentrotte, das Höchhus, die Kantonsschule Küsnacht, das Ortsmuseum und das ehemalige Wohnhaus des Psychiaters Carl Gustav Jung.
Name
Küsnacht wurde 1188 in einer päpstlichen Urkunde erstmals als de Cussenacho beziehungsweise Chussenacho erwähnt.
Der Ortsname wird wahrscheinlich auf einen gallorömischen Gutsnamen zurückgeführt. Als mögliche ursprüngliche Form gilt fundus Cossiniacus, was sinngemäss «Landgut des Cossinius» bedeutet. Im Verlauf des Mittelalters entwickelte sich daraus der heutige Name Küsnacht.
Die Schreibweise unterscheidet den Ort von Küssnacht am Rigi im Kanton Schwyz. Im amtlichen schweizerischen Gemeindeverzeichnis erscheint die Gemeinde als Küsnacht (ZH). Im lokalen und regionalen Sprachgebrauch wird gewöhnlich nur die Form Küsnacht verwendet.
Geographie
Lage
Küsnacht liegt am nordöstlichen Ufer des Zürichsees, rund sechs Kilometer vom Zentrum der Stadt Zürich entfernt.
Das Gemeindegebiet steigt vom Seeufer in östlicher Richtung zum Pfannenstiel an. Die Siedlungsgebiete am See und an den unteren Hängen sind weitgehend zusammengewachsen. In den höher gelegenen Gemeindeteilen wechseln sich Wohnquartiere, Landwirtschaftsflächen, Wälder und kleinere Weiler ab.
Die politische Gemeinde grenzt auf dem Land an:
Im Zürichsee besitzt Küsnacht zudem Seegrenzen zu Gemeinden des linken Seeufers.
Ortsteile
Das Gemeindegebiet besteht aus mehreren historisch und landschaftlich unterscheidbaren Ortsteilen.
| Ortsteil | Lage und Merkmale |
|---|---|
| Küsnacht Dorf | historisches und administratives Zentrum am Küsnachter Dorfbach mit Gemeindehaus, reformierter Kirche, Bahnhof und Einkaufsstrassen |
| Goldbach | nördlicher, mit Zollikon und dem Küsnachter Dorf zusammengewachsener Ortsteil am See |
| Heslibach | südlicher Ortsteil am See und an den unteren Hängen in Richtung Erlenbach |
| Itschnach | höher gelegener Wohnort am Küsnachterberg |
| Allmend | Wohn- und Schulgebiet oberhalb des Küsnachter Tobels |
| Limberg | ländlich geprägter Weiler auf dem Küsnachterberg |
| Wangen | Weiler im östlichen Gemeindegebiet |
| Chaltenstein | kleines ländliches Siedlungsgebiet am Pfannenstiel |
| Forch | gemeindeübergreifende Ortschaft auf dem Pfannenstiel; Teile gehören zu Küsnacht und Maur |
Weitere Flur- und Siedlungsnamen sind Schmalzgrueb, Wiserholz, Hohrüti und Kaltenstein.
Küsnachter Tobel
Das Küsnachter Tobel ist eine tief eingeschnittene Schlucht zwischen dem Küsnachterberg und dem Dorfzentrum.
Durch das Tobel fliesst der Küsnachter Dorfbach. Der Bach entspringt im Bereich des Pfannenstiels und erreicht nach seinem Lauf durch die Schlucht das Dorf, wo er kanalisiert zum Zürichsee fliesst.
Das Tobel entstand nach der letzten Eiszeit durch die Erosion lockerer Gletscher- und Molasseablagerungen. Im Bachbett und an den Hängen befinden sich Findlinge, Nagelfluh, Sandstein, Mergel und weitere geologische Formationen.
Ein Wanderweg führt vom Dorf durch das Tobel in Richtung Limberg und Forch. Lehrpfade informieren über Geologie, Pflanzenwelt und die Geschichte des Hochwasserschutzes.[1]
Mit dem Tobel verbunden ist die Sage vom Drachen, der in einer Höhle gelebt und das Dorf bedroht haben soll. Die Erzählung steht in Verbindung mit dem heiligen Georg, dem traditionellen Kirchenpatron und Wappenmotiv der Gemeinde.
Küsnachter Dorfbach
Der Küsnachter Dorfbach besitzt ein Einzugsgebiet von knapp 13 Quadratkilometern.
Bei starken Gewittern können innerhalb kurzer Zeit grosse Wassermengen aus dem Küsnachterberg und den umliegenden Mulden in das Tobel gelangen. Der Bach führt dann neben Wasser auch Geröll, Holz und Schlamm mit sich.
Nach mehreren schweren Überschwemmungen wurden im Tobel zahlreiche Sperren, Geschiebesammler und Uferbefestigungen errichtet. Im Dorf fliesst der Bach in einem weitgehend geraden und befestigten Gerinne zum See.
Zürichseeufer
Das Seeufer ist teilweise dicht bebaut, besitzt aber mehrere öffentliche Zugänge und Grünanlagen.
Zu den bekanntesten Uferbereichen gehören:
- Küsnachter Horn;
- Hornanlage;
- Schifflände;
- Seeuferweg;
- Badeanlagen;
- kleinere Hafen- und Bootsanlagen;
- Heslibacher Hörnli.
Das Küsnachter Horn entstand aus Geschiebe, das der Dorfbach über lange Zeit in den Zürichsee transportierte. Heute ist es ein wichtiges Naherholungsgebiet.
Bodennutzung
Die Gemeinde besitzt eine Gesamtfläche von rund 1'235 Hektaren.
Etwa 387 Hektaren beziehungsweise knapp ein Drittel des Gemeindegebiets werden landwirtschaftlich genutzt. Im höher gelegenen Teil der Gemeinde bestehen weiterhin mehrere Landwirtschaftsbetriebe.
Auch Wald nimmt einen bedeutenden Anteil der Fläche ein. Die Wälder am Pfannenstiel und im Küsnachter Tobel erfüllen Aufgaben für Naturschutz, Erholung, Holzproduktion und Hochwasserschutz.
Die dichtesten Siedlungsgebiete befinden sich zwischen dem Seeufer und den mittleren Hanglagen.
Geologie und Natur
Küsnacht liegt am Übergang zwischen dem Zürichseebecken und dem Molassehügelland des Pfannenstiels.
Die Landschaft wurde während der Eiszeiten durch den Linth-Rhein-Gletscher geprägt. Nach dessen Rückzug hinterliess er Moränen, Kies, Sand, Lehm und grosse Findlinge.
Das Küsnachter Tobel bietet einen besonders anschaulichen Einblick in diese geologische Entwicklung. Durch die Erosion des Dorfbachs wurden verschiedene Gesteins- und Ablagerungsschichten freigelegt.
In der Schlucht kommen zahlreiche Pflanzen- und Tierarten vor. Zu den typischen Lebensräumen gehören:
- Bachufer;
- feuchte Schluchtwälder;
- steile Trockenhänge;
- Fels- und Geröllflächen;
- Waldlichtungen;
- alte Baumbestände.
Der Dorfbach dient unter anderem Forellen und verschiedenen Kleinlebewesen als Lebensraum. Renaturierungen und Fischaufstiegshilfen sollen die ökologische Durchgängigkeit verbessern.
Im Gemeindegebiet sind Feuchtgebiete, Hecken, Obstgärten, Trockenstandorte, wertvolle Waldbestände und Lebensraumverbünde im kommunalen Naturschutzinventar erfasst.[2]
Wappen
Das Gemeindewappen zeigt den heiligen Georg im Kampf mit einem Drachen auf rotem Grund.
Der heilige Georg wurde 1332 erstmals als Patron der Küsnachter Pfarrkirche erwähnt. Das Motiv erscheint auf Küsnachter Ämterscheiben des 16. Jahrhunderts.
Die heute verwendete Gestaltung wurde 1933 durch den Gemeinderat festgelegt.
Der Drache wird häufig auch mit den früher gefürchteten Hochwassern des Küsnachter Dorfbachs und der lokalen Drachensage in Verbindung gebracht.
Bevölkerung
Ende Dezember 2025 zählte Küsnacht 15'142 Einwohnerinnen und Einwohner.[3]
Seit dem 19. Jahrhundert ist die Bevölkerung stark gewachsen. Besonders ausgeprägt war die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg, als neue Wohnquartiere an den Hängen und auf dem Küsnachterberg entstanden.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1634 | 1'064 |
| 1799 | 1'512 |
| 1850 | 2'486 |
| 1900 | 3'391 |
| 1950 | 8'920 |
| 2000 | 12'484 |
| 2023 | 15'162 |
| 2025 | 15'142 |
Küsnacht besitzt einen hohen Anteil ausländischer Einwohnerinnen und Einwohner. Wegen der Nähe zum international geprägten Wirtschaftsraum Zürich leben in der Gemeinde zahlreiche Personen, die beruflich nur vorübergehend in der Schweiz tätig sind.
Deutsch ist die wichtigste Alltagssprache. Daneben sind vor allem Englisch, Italienisch, Französisch und verschiedene weitere Sprachen verbreitet.
Die Bevölkerung weist im kantonalen Vergleich einen relativ hohen Anteil älterer Menschen auf. Gleichzeitig bemüht sich die Gemeinde, durch Familienangebote und preisgünstigen Wohnraum eine sozial und altersmässig gemischte Bevölkerung zu erhalten.
Geschichte
Urgeschichte
Die ältesten bekannten Siedlungsspuren stammen aus der Jungsteinzeit.
Im Gebiet Heslibacher Hörnli wurden Überreste von Seeufersiedlungen aus der Zeit zwischen ungefähr 4500 und 2300 v. Chr. gefunden.
Im Bereich des Küsnachter Tobels und der späteren Burg Wulp kamen auch Funde aus der Bronzezeit zum Vorschein.
Die Lage am See, die geschützten Uferbereiche und die fruchtbaren Böden boten günstige Bedingungen für Fischerei, Landwirtschaft und dauerhafte Besiedlung.
Römische Zeit
1978 wurden auf der Küsnachter Allmend umfangreiche Überreste eines römischen Gutshofs entdeckt.
Die Anlage bestand wahrscheinlich aus einem Herrenhaus, Wirtschaftsgebäuden und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Sie lag nahe einer Verkehrsverbindung entlang des Zürichsees.
Der vermutete Name eines römischen Grundbesitzers, Cossinius, könnte die Grundlage des späteren Ortsnamens gebildet haben.
Frühmittelalter
Nach dem Ende der römischen Herrschaft siedelten sich alemannische Bevölkerungsgruppen im Gebiet an.
Unter dem Areal der heutigen Kantonsschule wurde ein Gräberfeld aus dem 9. bis 11. Jahrhundert entdeckt. Die Funde weisen darauf hin, dass in diesem Bereich bereits vor der ersten schriftlichen Erwähnung eine bedeutende Siedlung und ein Kirchenbau bestanden.
Erste Erwähnung
Küsnacht wurde 1188 in einer Urkunde Papst Clemens’ III. erwähnt.
Die Urkunde bestätigte dem Kloster Engelberg Besitzungen und Rechte in Küsnacht. Das Kloster Engelberg besass während des Mittelalters umfangreiche Güter und kirchliche Rechte im Ort.
Burg Wulp
Auf einem Geländesporn im Küsnachter Tobel befand sich die Burg Wulp.
Sie wurde vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet und diente Ministerialen der Freiherren von Regensberg als Sitz.
Von der Anlage sind heute Mauerreste und Geländespuren erhalten. Die Ruine ist über einen Wanderweg im Küsnachter Tobel erreichbar.
Archäologische Untersuchungen lieferten Hinweise auf Wohn- und Befestigungsbauten sowie auf das Alltagsleben der mittelalterlichen Burgbewohner.
Johanniterkommende
Im Mittelalter bestand in Küsnacht eine Niederlassung des Johanniterordens.
Die Kommende übernahm kirchliche, wirtschaftliche und soziale Aufgaben. Zu ihrem Besitz gehörten Land, Zehntrechte, Gebäude und landwirtschaftliche Betriebe.
Mit der Reformation wurde die Kommende aufgehoben. Teile der ehemaligen Anlage gingen in andere öffentliche oder private Nutzungen über.
Zürcher Herrschaft
Im Spätmittelalter gelangte Küsnacht zunehmend unter den Einfluss der Stadt Zürich.
Zürich erwarb Herrschafts- und Gerichtsrechte und gliederte den Ort in sein Untertanengebiet ein. Küsnacht wurde von städtischen Obervögten verwaltet, während die Dorfgemeinschaft eigene lokale Aufgaben wahrnahm.
Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von:
- Landwirtschaft;
- Rebbau;
- Fischerei;
- Viehzucht;
- Handwerk;
- Mühlenbetrieb.
Reformation
Unter dem Einfluss der von Huldrych Zwingli in Zürich eingeleiteten Reformation wurde Küsnacht in den 1520er-Jahren reformiert.
Die bisherige katholische Pfarrkirche wurde zur reformierten Kirche. Kirchliche Besitzverhältnisse und religiöses Leben veränderten sich grundlegend.
Die Güter der Johanniterkommende und anderer geistlicher Institutionen gelangten unter staatliche oder lokale Verwaltung.
Überschwemmung von 1778
Am 8. Juli 1778 ereignete sich die schwerste bekannte Naturkatastrophe der Küsnachter Geschichte.
Nach einem heftigen Gewitter über dem Küsnachterberg sammelten sich grosse Wassermengen im Einzugsgebiet des Dorfbachs. Die Flutwelle raste durch das Tobel und traf das Dorf in den späten Abendstunden.
Zahlreiche Häuser, Brücken und landwirtschaftliche Anlagen wurden zerstört. 63 Menschen kamen ums Leben.
Nach der Katastrophe wurde der Dorfbach im Siedlungsgebiet begradigt und in ein breiteres Gerinne gelegt. Zudem entstanden erste Schutzbauten im Tobel.
Die Flut von 1778 blieb tief im kollektiven Gedächtnis der Gemeinde verankert.
Küsnachter Memorial
1830 wurde in Küsnacht das sogenannte Küsnachter Memorial verfasst.
Die politische Streitschrift verlangte eine neue Zürcher Kantonsverfassung sowie eine gerechtere Vertretung der Landbevölkerung gegenüber der Stadt Zürich.
Das Memorial gehörte zu den wichtigen Dokumenten der liberalen Bewegung, die im November 1830 zum Ustertag und anschliessend zur liberalen Verfassungsreform im Kanton Zürich führte.
Küsnacht spielte damit eine bedeutende Rolle in der Entstehung des modernen demokratischen Kantons Zürich.
Lehrerseminar
Im Zuge der liberalen Bildungsreformen wurde 1832 in Küsnacht ein staatliches Lehrerseminar eröffnet.
Das Seminar bildete Lehrer für die neu organisierten Volksschulen des Kantons Zürich aus und entwickelte sich zu einer der wichtigsten pädagogischen Ausbildungsstätten der Schweiz.
Zu den bekannten Lehrpersonen gehörten der Pädagoge Ignaz Thomas Scherr und später verschiedene Historiker, Naturwissenschaftler und Sprachwissenschaftler.
Aus dem Seminar entwickelte sich im 20. Jahrhundert die heutige Kantonsschule Küsnacht.
Überschwemmung von 1878
Am 3. und 4. Juni 1878 trat der Dorfbach nach starken Regenfällen erneut über die Ufer.
Das Dorf wurde erheblich beschädigt. Im Gegensatz zur Katastrophe von 1778 war die Bevölkerung gewarnt worden, weshalb nur ein Todesopfer zu beklagen war.
Das Ereignis führte zu weiteren umfangreichen Verbauungen im Küsnachter Tobel. In den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche Sperren errichtet, um Geschiebe und Baumstämme zurückzuhalten und die Fliessgeschwindigkeit zu vermindern.
Eisenbahn und Dampfschifffahrt
Die Dampfschifffahrt auf dem Zürichsee verbesserte im 19. Jahrhundert die Verbindung Küsnachts mit Zürich und den anderen Seegemeinden.
1894 wurde die rechtsufrige Zürichseebahn eröffnet. Küsnacht erhielt damit eine direkte Eisenbahnverbindung nach Zürich, Meilen und Rapperswil.
Die bessere Erreichbarkeit förderte den Zuzug wohlhabender Stadtbewohner und die Errichtung von Villen und Landhäusern.
Entwicklung im 20. Jahrhundert
Während des 20. Jahrhunderts wandelte sich Küsnacht grundlegend.
Landwirtschaft und Rebbau verloren als wichtigste Erwerbszweige an Bedeutung. Gleichzeitig entstanden zahlreiche Wohnquartiere in Goldbach, Heslibach, Itschnach und auf der Allmend.
Die Nähe zu Zürich, die landschaftlich attraktive Lage und die guten Verkehrsverbindungen machten Küsnacht zu einer bevorzugten Wohngemeinde.
Der Siedlungsdruck führte zur Überbauung vieler ehemaliger Rebberge und Landwirtschaftsflächen. Wälder, Tobel und höher gelegene Kulturlandschaften blieben jedoch teilweise erhalten.
Politik
Politische Gemeinde
Küsnacht ist als politische Gemeinde nach dem Gemeindegesetz des Kantons Zürich organisiert.
Die stimmberechtigte Bevölkerung entscheidet an der Gemeindeversammlung über wichtige kommunale Geschäfte. Besonders bedeutende Vorlagen werden an der Urne beschlossen.
Zu den Zuständigkeiten der Gemeinde gehören unter anderem:
- Schule;
- Sozialwesen;
- kommunale Strassen;
- Raumplanung;
- Wasserversorgung;
- Abwasserentsorgung;
- öffentliche Liegenschaften;
- Kultur;
- Sport;
- Feuerwehr und Sicherheit.
Gemeinderat
Der Gemeinderat ist die Exekutive der politischen Gemeinde.
Er umfasst sechs direkt gewählte Mitglieder einschliesslich des Gemeindepräsidenten. Die ebenfalls gewählte Präsidentin oder der Präsident der Schulpflege gehört von Amtes wegen als siebtes Mitglied dem Gemeinderat an.
Für die Amtsdauer 2026 bis 2030 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:
| Person | Partei | Funktion beziehungsweise Ressort |
|---|---|---|
| Markus Ernst | FDP | Gemeindepräsident und Zentrale Dienste |
| Adrian von Burg | SVP | Vizepräsident und Liegenschaften |
| Pia Guggenbühl | FDP | Finanzen |
| Gauthier Rüegg | FDP | Hochbau und Planung |
| Claudio Durisch | parteilos | Tiefbau und Sicherheit |
| Lukas Henle | Die Mitte | Gesellschaft |
| Stephanie Rippmann | FDP | Schulpräsidentin |
Markus Ernst wurde bei den Gemeindewahlen vom 8. März 2026 als Gemeindepräsident bestätigt.[4]
Weitere Behörden
Neben Gemeinderat und Schulpflege bestehen:
- Rechnungsprüfungskommission;
- Bürgerrechtskommission;
- Sozialkommission;
- kommunale Fachkommissionen;
- Friedensrichteramt.
Die Rechnungsprüfungskommission prüft Finanzgeschäfte und unterbreitet der Gemeindeversammlung beziehungsweise den Stimmberechtigten Empfehlungen.
Wirtschaft
Küsnacht ist in erster Linie eine Wohn- und Dienstleistungsgemeinde.
Ein grosser Teil der Erwerbstätigen pendelt nach Zürich oder in andere Wirtschaftszentren der Region. Gleichzeitig bestehen in Küsnacht zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen:
- Finanz- und Unternehmensberatung;
- Immobilien;
- Gesundheitswesen;
- Detailhandel;
- Gastronomie;
- Bau- und Planungswesen;
- persönliche Dienstleistungen;
- Bildung;
- Informationstechnologie.
Das Gewerbe konzentriert sich vor allem im Dorfzentrum, entlang der Seestrasse und in kleineren Gewerbezonen.
Küsnacht gehört zu den steuerkräftigsten Gemeinden des Kantons Zürich. Die hohe Steuerkraft hängt mit dem hohen Einkommens- und Vermögensniveau eines Teils der Bevölkerung zusammen.
Der grosse wirtschaftliche Spielraum ermöglicht umfangreiche kommunale Leistungen. Gleichzeitig führen hohe Grundstücks- und Mietpreise zu Herausforderungen für Familien, ältere Menschen und Haushalte mit mittleren oder tiefen Einkommen.
Preisgünstiger Wohnraum
Die Gemeinde fördert seit den 1960er-Jahren den Bau und Erhalt preisgünstiger Wohnungen.
Dazu verwendet sie unter anderem:
- gemeindeeigene Wohnliegenschaften;
- Baurechte für Wohnbaugenossenschaften;
- subventionierte Alterswohnungen;
- Kostenmietmodelle;
- gezielte Grundstückskäufe.
Die politischen Richtlinien formulierten das Ziel, preisgünstigen Wohnraum für rund 15 Prozent der Bevölkerung bereitzustellen. Dieses Ziel war 2025 nahezu erreicht.[5]
Landwirtschaft und Rebbau
Im Küsnachterberg bestehen weiterhin Landwirtschaftsbetriebe.
Die Betriebe bewirtschaften Ackerflächen, Wiesen, Obstgärten und Weiden. Die Landwirtschaft trägt zur Erhaltung der Kulturlandschaft zwischen dem Siedlungsgebiet und dem Pfannenstiel bei.
Auf rund vier Hektaren werden Reben angebaut. Bedeutende Rebflächen liegen bei der Kantonsschule und im Gebiet Giesshübel.
Angebaut werden vor allem Riesling-Silvaner und Blauburgunder, der in der Schweiz häufig als Klevner bezeichnet wird. Der durchschnittliche Jahresertrag liegt nach Angaben der Gemeinde bei ungefähr 28'000 Litern Wein.[6]
Verkehr
Eisenbahn
Küsnacht liegt an der rechtsufrigen Zürichseebahn.
Die Gemeinde besitzt die Bahnhöfe:
- Küsnacht ZH;
- Küsnacht Goldbach.
Die Stationen werden durch Linien der S-Bahn Zürich bedient. Direkte Verbindungen bestehen unter anderem nach Zürich Hauptbahnhof, Zürich Oerlikon, Zürich Flughafen sowie in Richtung Meilen und Uetikon.
Der Bahnhof Küsnacht liegt nahe dem Dorfzentrum, der Schifflände und den wichtigsten öffentlichen Einrichtungen.
Forchbahn
Die höher gelegenen Gemeindeteile werden durch die Forchbahn erschlossen.
Die als S18 in den Zürcher Verkehrsverbund eingebundene Bahn verbindet den Raum Forch mit Zürich Stadelhofen und Esslingen.
Die Haltestellen im Bereich Forch dienen sowohl der Küsnachter als auch der Maurmer Bevölkerung.
Busverkehr
Buslinien verbinden:
- Küsnacht;
- Zollikon;
- Zumikon;
- Erlenbach;
- Itschnach;
- Limberg;
- Forch;
- weitere Gemeinden des Bezirks Meilen.
Die topografischen Unterschiede zwischen Seeufer und Küsnachterberg erschweren eine flächendeckende Erschliessung.
Zur Ergänzung des regulären öffentlichen Verkehrs wurden Mitfahrbänke und ein Rufbusangebot für den Küsnachterberg erprobt beziehungsweise eingeführt.
Schifffahrt
Küsnacht besitzt eine Schifflände der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft.
Kursschiffe verbinden die Gemeinde mit Zürich und weiteren Orten am Zürichsee. Das Angebot besitzt sowohl für den Alltagsverkehr als auch für den Tourismus Bedeutung.
Strassenverkehr
Die Seestrasse bildet die wichtigste Strassenverbindung entlang des Zürichsees.
Weitere Strassen führen über Zumikon und die Forch in das Zürcher Oberland. Die Forchautostrasse verläuft östlich des dichter besiedelten Gemeindegebiets.
Die hohe Zahl von Pendlern und der Durchgangsverkehr führen besonders zu den Hauptverkehrszeiten zu Belastungen.
Fuss- und Veloverkehr
Wander- und Fusswege verbinden das Seeufer mit dem Küsnachterberg und dem Pfannenstiel.
Zu den wichtigsten Verbindungen gehören:
- Wanderweg durch das Küsnachter Tobel;
- Seeuferweg;
- Wege nach Itschnach und Allmend;
- Pfannenstiel-Wanderwege;
- regionale Velorouten.
Die starken Steigungen zwischen See und Berg stellen für den Alltagsveloverkehr eine Herausforderung dar.
Bildung
Volksschule
Die Schule Küsnacht führt Kindergarten-, Primar- und Sekundarschulangebote.
Schulanlagen befinden sich unter anderem in:
- Dorf;
- Goldbach;
- Heslibach;
- Itschnach;
- Limberg;
- Zentrum.
Die Schule wird durch eine gewählte Schulpflege geleitet. Deren Präsidentin oder Präsident gehört gleichzeitig dem Gemeinderat an.
Kantonsschule Küsnacht
Die Kantonsschule Küsnacht befindet sich im historischen Bildungsareal oberhalb des Dorfzentrums.
Ihre Wurzeln reichen zum 1832 gegründeten Zürcher Lehrerseminar zurück. Das Seminar besass grosse Bedeutung für die Ausbildung von Volksschullehrern im Kanton Zürich.
Heute ist die Kantonsschule ein öffentliches Gymnasium des Kantons Zürich. Sie bietet verschiedene gymnasiale Profile und Bildungsgänge an.
Zum Areal gehören historische Schulgebäude, neuere Unterrichtsbauten, Sportanlagen und Rebberge.
Musikschule und Bibliothek
Die Musikschule Küsnacht bietet Instrumental-, Gesangs- und Ensembleunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.
Die Gemeindebibliothek befindet sich im historischen Höchhus. Das Gebäude wurde bis 2026 umfassend saniert und wieder als Bibliotheks-, Galerie- und Begegnungsort eröffnet.[7]
Religion
Küsnacht war seit der Reformation überwiegend evangelisch-reformiert.
Durch Zuwanderung nahm die religiöse Vielfalt im 20. und 21. Jahrhundert zu. Heute bestehen reformierte, römisch-katholische und freikirchliche Gemeinden sowie Angehörige weiterer Religionen und eine grosse Gruppe konfessionsloser Einwohner.
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche steht im historischen Dorfzentrum oberhalb des Küsnachter Dorfbachs.
An ihrer Stelle bestanden bereits im Frühmittelalter kirchliche Bauten. Die Kirche wurde 1188 erstmals urkundlich erwähnt.
Das Patrozinium des heiligen Georg ist seit 1332 belegt. Die heutige Bausubstanz geht auf mehrere Bau- und Umbauphasen zurück.
Römisch-katholische Kirche
Nach der Reformation bestand in Küsnacht während Jahrhunderten keine katholische Pfarrei.
Mit der Industrialisierung und der Zuwanderung katholischer Arbeitskräfte entstand wieder eine katholische Gemeinschaft. Die katholische Kirche ist ebenfalls dem heiligen Georg geweiht.
Kultur
Ortsmuseum
Das Ortsmuseum Küsnacht befindet sich in der ehemaligen Oberen Mühle am Tobelweg.
Die ältesten Bauteile des Gebäudes stammen aus dem 16. Jahrhundert. Nach einer Renovation wurde das Museum 1983 eröffnet.
Seine Sammlung umfasst:
- archäologische Funde;
- historische Fotografien;
- Dokumente und Handschriften;
- Gegenstände aus Haushalt und Gewerbe;
- Spielzeug;
- Textilien;
- Zeugnisse der Industriegeschichte;
- geologische und paläontologische Objekte.
Die Dauerausstellung behandelt Natur, Alltag und Geschichte Küsnachts.[8]
Museum Haus C. G. Jung
Der Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie Carl Gustav Jung liess am Seeufer in Küsnacht ein Wohnhaus errichten.
Jung lebte und arbeitete dort von 1908 bis zu seinem Tod im Jahr 1961. Auch seine Ehefrau Emma Jung-Rauschenbach wirkte im Haus als Analytikerin und Autorin.
Das Gebäude wurde teilweise als Museum zugänglich gemacht. Erhalten sind unter anderem Arbeitsräume, Bibliothek, Möbel und persönliche Gegenstände der Familie Jung.
Carl Gustav Jung und seine Familie sind auf dem Friedhof Küsnacht bestattet.
Küsnachter Jahresblätter
Die Küsnachter Jahresblätter veröffentlichen Beiträge zur Geschichte, Kultur, Natur und Gegenwart der Gemeinde.
Sie dokumentieren archäologische Entdeckungen, historische Gebäude, Persönlichkeiten, Vereine, Naturereignisse und gesellschaftliche Veränderungen.
Vereine
Küsnacht besitzt ein vielfältiges Vereinsleben.
Die Vereine sind unter anderem tätig in:
- Musik;
- Theater;
- Sport;
- Naturschutz;
- Geschichte;
- Jugend- und Altersarbeit;
- Rettungswesen;
- Brauchtum;
- sozialem Engagement.
Sehenswürdigkeiten
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche prägt zusammen mit den historischen Gebäuden des Dorfkerns das Ortsbild.
Von der erhöhten Lage eröffnet sich ein Blick über das Dorf und den Zürichsee.
Höchhus
Das Höchhus ist ein historisches Gebäude im Küsnachter Dorfzentrum.
Es diente im Verlauf seiner Geschichte verschiedenen Wohn-, Verwaltungs- und Gemeinschaftszwecken. Heute beherbergt es unter anderem die Bibliothek und kulturelle Einrichtungen.
Zehntentrotte
Die Zehntentrotte wurde 1290 erstmals erwähnt.
Der erhaltene Bau stammt in wesentlichen Teilen aus den Jahren 1335 und 1336. Er diente der Verarbeitung von Trauben und der Lagerung von Abgaben.
Wandmalereien und die historische Holzkonstruktion machen das Gebäude zu einem bedeutenden Kulturdenkmal.
Ruine Wulp
Die Ruine Wulp liegt auf einem bewaldeten Geländesporn im Küsnachter Tobel.
Erhalten sind Mauerreste der mittelalterlichen Burg. Der Ort ist über Wanderwege erreichbar.
Küsnachter Tobel
Das Tobel ist zugleich Naturraum, Geotop, Hochwasserschutzanlage und Naherholungsgebiet.
Zu seinen Besonderheiten zählen:
- Bachlandschaft;
- Findlinge;
- Drachenhöhle;
- historische Sperrbauten;
- geologische Aufschlüsse;
- Burgruine Wulp;
- Lehrpfade.
Küsnachter Horn
Das Küsnachter Horn ist eine öffentliche Grünanlage am Zürichsee.
Es dient als Bade-, Spiel-, Spazier- und Erholungsraum und gehört zu den beliebtesten Aufenthaltsorten der Gemeinde.
Kantonsschulareal
Das Areal der Kantonsschule erinnert an die Geschichte des Zürcher Lehrerseminars.
Die Verbindung von historischen Schulbauten, Parkanlagen und Rebbergen prägt den südlichen Teil des Dorfzentrums.
Sport und Freizeit
Küsnacht verfügt über zahlreiche Sport- und Freizeitanlagen.
Dazu gehören:
- Sportplätze;
- Turnhallen;
- Tennisanlagen;
- Seebäder;
- Bootshäfen;
- Freizeitanlagen in Heslibach und Itschnach;
- Wanderwege;
- Waldspielplätze;
- Grillstellen.
Der Zürichsee ermöglicht Schwimmen, Segeln, Rudern, Paddeln und weitere Wassersportarten.
Der Küsnachterberg und der Pfannenstiel werden zum Wandern, Joggen, Velofahren und im Winter bei geeigneten Verhältnissen zum Langlaufen genutzt.
Energie und Umweltpolitik
Küsnacht trägt seit 2001 das Label Energiestadt.
2022 wurde die Gemeinde erneut mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet.
Zu den kommunalen Umwelt- und Energiezielen gehören:
- Verringerung der Treibhausgasemissionen;
- Ausbau erneuerbarer Energien;
- energetische Sanierung gemeindeeigener Gebäude;
- Förderung von Solarenergie;
- nachhaltige Mobilität;
- Schutz von Grünräumen;
- Anpassung an den Klimawandel.
Die Gemeinde verfolgt die Vision, bis 2040 netto keine Treibhausgase mehr auszustossen und ausschliesslich erneuerbare Energie zu verwenden.[9]
Persönlichkeiten
Carl Gustav Jung
Carl Gustav Jung lebte von 1908 bis 1961 in Küsnacht.
Sein Haus am Zürichsee diente ihm als Wohnort, Praxis und Arbeitsstätte. Zahlreiche Patienten, Wissenschaftler und Besucher aus dem Ausland kamen zu ihm nach Küsnacht.
Thomas Mann
Der deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann lebte nach seiner Emigration aus Deutschland von 1933 bis 1938 mit seiner Familie in Küsnacht.
In dieser Zeit setzte er sich öffentlich gegen den Nationalsozialismus ein und arbeitete an mehreren literarischen und politischen Schriften.
Tina Turner
Die Sängerin Tina Turner lebte während vieler Jahre in Küsnacht.
Sie zog in den 1990er-Jahren mit ihrem späteren Ehemann Erwin Bach in die Schweiz und wohnte in einem Anwesen am Zürichsee. 2013 erhielt sie das Schweizer Bürgerrecht und das Bürgerrecht von Küsnacht.
Turner starb 2023 in Küsnacht.
Weitere mit Küsnacht verbundene Personen
- Johann Caspar Bluntschli, Jurist und Politiker
- Ignaz Thomas Scherr, Pädagoge und erster Direktor des Lehrerseminars
- Karl Dändliker, Historiker
- Emma Jung-Rauschenbach, Analytikerin und Autorin
- Marie-Louise von Franz, Psychologin und Mitarbeiterin C. G. Jungs
- Leopold Szondi, Psychiater
- Max Huber, Jurist und Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz
Herausforderungen und Entwicklung
Küsnacht steht trotz seiner hohen Lebensqualität vor verschiedenen räumlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen.
Dazu gehören:
- hohe Grundstücks- und Mietpreise;
- Erhalt einer sozial gemischten Bevölkerung;
- zunehmender Verkehr;
- Schutz historischer Ortsbilder;
- Siedlungsentwicklung nach innen;
- Erhaltung von Landwirtschaftsflächen;
- Anpassung an den Klimawandel;
- Ausbau der Schul- und Sportinfrastruktur;
- Schutz des Küsnachter Tobels;
- Erschliessung der höher gelegenen Ortsteile.
Die Vision 2044 bildet eine Grundlage für die langfristige Entwicklung der Gemeinde. Sie behandelt unter anderem Wohnraum, Mobilität, Kultur, Energie, Natur, öffentliche Räume und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Für den Raum Forch wurde gemeinsam mit Maur und der Forchbahn das Leitbild «Fokus Forch» entwickelt. Es soll den Bahnhofbereich als Mobilitätsdrehscheibe und örtliches Zentrum stärken.
Chronologie
| Zeitraum beziehungsweise Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 4500–2300 v. Chr. | Jungsteinzeitliche Seeufersiedlungen im Gebiet Heslibacher Hörnli. |
| Römische Zeit | Römischer Gutshof auf der Küsnachter Allmend. |
| 9.–11. Jahrhundert | Frühmittelalterliches Gräberfeld im Bereich der heutigen Kantonsschule. |
| 1188 | Erste urkundliche Erwähnung als Cussenacho beziehungsweise Chussenacho. |
| 13. Jahrhundert | Entstehung beziehungsweise Ausbau der Burg Wulp und der Johanniterkommende. |
| 1290 | Erste Erwähnung der Zehntentrotte. |
| 1332 | Der heilige Georg ist als Patron der Pfarrkirche belegt. |
| 1335–1336 | Errichtung wesentlicher Teile der heutigen Zehntentrotte. |
| 1520er-Jahre | Einführung der Reformation. |
| 8. Juli 1778 | Schwere Überschwemmung des Dorfbachs mit 63 Todesopfern. |
| 1830 | Veröffentlichung des Küsnachter Memorials. |
| 1832 | Eröffnung des kantonalen Lehrerseminars. |
| 3.–4. Juni 1878 | Erneute schwere Überschwemmung. |
| 1894 | Eröffnung der rechtsufrigen Zürichseebahn. |
| 1908 | Carl Gustav Jung bezieht sein neu errichtetes Haus in Küsnacht. |
| 1933 | Festlegung des heutigen Gemeindewappens; Thomas Mann zieht nach Küsnacht. |
| ab 1950 | Starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum. |
| 1983 | Eröffnung des Ortsmuseums in der Oberen Mühle. |
| 2001 | Küsnacht erhält erstmals das Label Energiestadt. |
| 2013 | Tina Turner erhält das Schweizer Bürgerrecht und wird Bürgerin von Küsnacht. |
| 2022 | Erneute Auszeichnung mit dem European Energy Award Gold. |
| 2025 | Verabschiedung der kommunalen Vision 2044. |
| 2026 | Beginn der neuen Behördenamtsdauer 2026–2030 unter Gemeindepräsident Markus Ernst. |
Siehe auch
- Bezirk Meilen
- Zürichsee
- Goldküste
- Pfannenstiel
- Küsnachter Tobel
- Küsnachter Dorfbach
- Küsnachter Überschwemmung 1778
- Burg Wulp
- Kantonsschule Küsnacht
- Carl Gustav Jung
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
Literatur
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
- Karl Beck: Die Überschwemmung von Küsnacht im Jahre 1778. Küsnachter Jahresblätter, Küsnacht.
- Hans Gattiker: Küsnacht. Geschichte einer Zürichseegemeinde. Küsnacht.
- Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich. Antiquarische Gesellschaft in Zürich, Zürich 1977.
- Gemeinde Küsnacht: Küsnacht am Zürichsee. Küsnacht.
- Gemeinde Küsnacht: Vision 2044. Küsnacht 2025.
- Ortsmuseum Küsnacht: Spurensuche. Küsnachter Geschichte und Natur. Küsnacht.
- Küsnachter Jahresblätter, verschiedene Jahrgänge.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Küsnacht
- Küsnacht im Historischen Lexikon der Schweiz
- Ortsmuseum Küsnacht
- Kantonsschule Küsnacht
- Museum Haus C. G. Jung
- Zürcher Gemeinden in Zahlen
- Karten und Geodaten des Bundes
Einzelnachweise
- ↑ Lehrpfade im Küsnachter Tobel. In: Gemeinde Küsnacht. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Das neue kommunale Naturschutzinventar. In: Gemeinde Küsnacht. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Beleuchtender Bericht zur Gemeindeversammlung vom 22. Juni 2026. In: Gemeinde Küsnacht. 2026. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Gemeinderat Küsnacht legt die Ressortverteilung für 2026–2030 fest. In: Gemeinde Küsnacht. 2026-07-09. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Gemeinde Küsnacht. In: Bundesamt für Wohnungswesen. 2025-11-06. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Land-/Forstwirtschaft und Rebbau. In: Gemeinde Küsnacht. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Bibliothek und Galerie ziehen ins Höchhus zurück. In: Gemeinde Küsnacht. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Dauerausstellung des Ortsmuseums Küsnacht. In: Ortsmuseum Küsnacht. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Küsnachter Klimarundgang. In: Gemeinde Küsnacht. Abgerufen am 2026-07-23.