Bahnhof Olten

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Bahnhof Olten ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Olten im Kanton Solothurn und einer der bedeutendsten Eisenbahnknoten der Schweiz. Aufgrund seiner zentralen Lage im schweizerischen Bahnnetz treffen hier die Hauptachsen von Basel, Bern, Luzern, Zürich und Solothurn zusammen. Der Bahnhof spielt deshalb sowohl für den Fernverkehr als auch für den Regionalverkehr eine aussergewöhnlich wichtige Rolle.

Der Bahnhof wurde 1856 von der Schweizerischen Centralbahn (SCB) eröffnet. Die Bahngesellschaft verfolgte von Anfang an das Ziel, in Olten ein schweizerisches Eisenbahnkreuz zu schaffen.[1] Mit dem raschen Ausbau der Strecken in verschiedene Landesteile entwickelte sich Olten innerhalb weniger Jahre zu einem der zentralen Verkehrsknoten des Landes.

Bahnhof Olten
Ort Olten
Kanton Solothurn
Eröffnung 1856
Bahngesellschaft bei Eröffnung Schweizerische Centralbahn
Heutiger Betreiber SBB
Bahnhofstyp Knoten- und Durchgangsbahnhof
Perrongleise 10
Gleisnummern für den Personenverkehr 1–4 und 7–12
Bedeutende Richtungen Basel, Bern, Luzern, Zürich, Solothurn

Der Bahnhof ist eng mit der Entwicklung Oltens zur «Eisenbahnerstadt» verbunden. Die Eisenbahn brachte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Arbeitsplätze und trug wesentlich zum Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum der Stadt bei.[2]

Lage

Der Bahnhof liegt unmittelbar östlich der Aare und nahe dem Zentrum von Olten. Die Altstadt befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses und ist über mehrere Brücken und Fusswegverbindungen rasch erreichbar.

Durch seine Lage befindet sich der Bahnhof nicht nur verkehrstechnisch, sondern auch städtebaulich an einer Schlüsselstelle. Das Bahnhofareal bildet eine langgezogene Verkehrsanlage zwischen der Aare und den östlichen Stadtquartieren. Die umfangreichen Gleisanlagen prägen das Stadtbild Oltens bis heute.

Der Bahnhofplatz dient als Schnittstelle zwischen Eisenbahn, Busverkehr, Velo- und Fussverkehr. In unmittelbarer Umgebung befinden sich Geschäfts-, Büro- und Dienstleistungsgebäude sowie Einrichtungen der SBB.

Geschichte

Planung eines schweizerischen Eisenbahnkreuzes

Bereits in den 1840er-Jahren erkannte man in Olten die wirtschaftliche Bedeutung der entstehenden Eisenbahn. Am 17. Juli 1845 entsandte der Oltner Rat zwei Vertreter nach Solothurn, um bei der Kantonsregierung das Interesse der Stadt an einem Anschluss an eine geplante Eisenbahnverbindung zwischen Basel und Olten anzumelden.[2]

Für die spätere Entwicklung war die Gründung der Schweizerischen Centralbahn im Jahr 1853 entscheidend. Das Hauptziel der Gesellschaft bestand darin, ein Eisenbahnnetz mit Olten als zentralem Knotenpunkt aufzubauen. Diese Konzeption entsprach weitgehend den Vorstellungen, die bereits in einer 1850 im Auftrag des Bundes erstellten Eisenbahnexpertise entwickelt worden waren.[1]

Olten eignete sich wegen seiner geografischen Lage besonders für diese Funktion. Von hier aus konnten Bahnlinien in Richtung Basel über den Jura, nach Westen in Richtung Bern und Solothurn, nach Osten über Aarau in Richtung Zürich sowie nach Süden in Richtung Luzern geführt werden.

Eröffnung 1856

Am 9. Juni 1856 erreichte der erste Zug auf der Strecke Aarau–Olten–Emmenbrücke den Bahnhof Olten. Der fahrplanmässige Betrieb auf dem ersten grossen Abschnitt des Centralbahnnetzes begann wenig später.[3]

Damit begann eine Entwicklung, die Olten grundlegend verändern sollte. Die Stadt war zuvor eine vergleichsweise kleine Gemeinde. Durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes kamen Bahnangestellte, Handwerker, Industriearbeiter und Unternehmen nach Olten.

Bereits in den ersten Jahren nach der Eröffnung wurden weitere Strecken angeschlossen. 1857 folgten Verbindungen in Richtung des bernischen Mittellandes und Solothurn. Besonders wichtig war die Vollendung der Strecke über den Hauenstein nach Basel im Jahr 1858.[4]

Damit war Olten mit Basel verbunden und wurde zu einem wichtigen Bindeglied zwischen der Nordwestschweiz und dem Mittelland. Ebenfalls 1858 entstand eine durchgehende Verbindung in Richtung Zürich; die Verbindung nach Luzern wurde 1859 vervollständigt.[1]

Wachstum zum nationalen Knoten

Die Konzentration mehrerer Hauptstrecken machte Olten schon im 19. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Umsteigebahnhöfe der Schweiz. Der Bahnhof musste mehrfach erweitert werden, weil sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr stark zunahmen.

Die Entwicklung des Bahnhofs wirkte sich unmittelbar auf die Stadt aus. Zwischen 1850 und 1910 vervielfachte sich die Bevölkerung Oltens. Neue Wohnquartiere entstanden, Industriebetriebe siedelten sich an und zahlreiche Arbeitsplätze waren direkt oder indirekt mit der Eisenbahn verbunden.[2]

Die starke Präsenz von Bahnangestellten prägte auch das gesellschaftliche Leben. Vereine, Wohnsiedlungen und soziale Einrichtungen standen häufig in enger Verbindung mit den Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern. Die Bezeichnung Eisenbahnerstadt wurde deshalb zu einem festen Bestandteil der Oltner Identität.

Schweizerische Bundesbahnen

Mit der Verstaatlichung der grossen privaten Bahngesellschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts gingen die Anlagen der Schweizerischen Centralbahn an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) über.

Olten behielt auch im SBB-Netz seine strategische Bedeutung. Der Bahnhof lag weiterhin an mehreren der wichtigsten Verkehrsachsen des Landes. Neben dem Personenverkehr spielte der Raum Olten auch für den Güterverkehr, den Unterhalt von Fahrzeugen und den Bahnbetrieb eine bedeutende Rolle.

Hauenstein-Basistunnel

Ein entscheidender Ausbau der Nord-Süd-Verbindung erfolgte mit dem Bau des Hauenstein-Basistunnels. Die ältere Hauensteinlinie von 1858 führte über Läufelfingen und wies erhebliche Steigungen auf.

Der 1916 eröffnete Basistunnel schuf eine wesentlich leistungsfähigere Verbindung zwischen Olten und Basel. Der Fernverkehr konnte nun auf einer günstigeren Linienführung durch den Jura geführt werden. Die neue Hauensteinlinie verstärkte die Position Oltens als Knoten des schweizerischen Nord-Süd-Verkehrs zusätzlich.

Die alte Hauensteinstrecke blieb erhalten und wird weiterhin für den Regionalverkehr genutzt.

Bahnhofanlage

Der Bahnhof Olten besitzt eine für Schweizer Bahnhöfe ungewöhnliche Struktur. Das historische Hauptgebäude liegt nicht am Rand der gesamten Gleisanlage, sondern auf einem breiten Inselperron innerhalb des Bahnhofs.

Westlich und östlich des Gebäudekomplexes verlaufen die für den Personenverkehr genutzten Gleise. Insgesamt verfügen heute zehn Bahnhofgleise über Perronkanten. Sie tragen die Nummern 1 bis 4 sowie 7 bis 12.[5]

Die Anordnung von Westen nach Osten lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen:

Bereich Gleise Ausführung
Westseite 1–4 Aussen- und Mittelperrons
Zentralbereich zwischen 4 und 7 Inselbereich mit Bahnhofsgebäuden
Ostseite 7–12 Mittel- und Aussenperrons, teilweise unter Bahnhofshallen

Die fehlenden Gleisnummern 5 und 6 sind eine Folge früherer Umbauten und Änderungen der Gleisanlage. Die heutige Nummerierung bildet deshalb keine durchgehende Folge.

Mehrere Personenunterführungen verbinden die Perrons miteinander und ermöglichen den Zugang von verschiedenen Seiten des Bahnhofs.

Bahnhofshallen

Besonders auffällig sind die historischen Bahnhofshallen auf der Ostseite des Hauptgebäudes. Sie überspannen mehrere Gleise und gehören zu den charakteristischen Elementen der Anlage.

Die Gleisanlagen wurden seit dem 19. Jahrhundert immer wieder verändert und erweitert. Beim grossen Umbau von 1898/99 bestanden auf der Ostseite bereits fünf Gleise. Ein zusätzliches östliches Gleis, das heutige Gleis 12, wurde 1978 in Betrieb genommen.

Weitere umfangreiche Veränderungen erfolgten im Zusammenhang mit dem Projekt Bahn 2000. Zwischen den 1990er- und frühen 2000er-Jahren wurden Gleise und Perrons neu angeordnet, Zugänge verbessert und die Anlagen den Anforderungen des stark zunehmenden Personenverkehrs angepasst.

Eisenbahnstrecken

Im Bahnhof Olten treffen mehrere der wichtigsten Bahnverbindungen der Schweiz aufeinander.

Zu den bedeutenden Verkehrsrichtungen gehören:

  • Basel über die Hauenstein-Basislinie;
  • Zürich über Aarau;
  • Bern über Rothrist;
  • Luzern über Zofingen und Sursee;
  • Solothurn und Biel über die Strecke in Richtung Oensingen.

Die geografische Lage ermöglicht zahlreiche Umsteigeverbindungen zwischen der Nordwestschweiz, dem Mittelland, der Zentralschweiz und der Ostschweiz.

Die Bedeutung des Bahnhofs ergibt sich deshalb weniger aus der Grösse der Stadt Olten als aus seiner Position im nationalen Eisenbahnnetz.

Personenverkehr

Olten wird von zahlreichen Zügen des nationalen und regionalen Personenverkehrs bedient. Dazu gehören insbesondere InterCity, InterRegio, RegioExpress- und S-Bahn-Verbindungen.

Viele Fernverkehrszüge zwischen Basel und Bern beziehungsweise Luzern sowie zwischen Basel und Zürich führen über den Raum Olten. Dazu kommen Ost-West-Verbindungen und zahlreiche regionale Züge.

Die Fahrpläne sind traditionell so aufgebaut, dass in Olten zahlreiche Anschlüsse zwischen verschiedenen Verkehrsrichtungen entstehen. Dadurch hat der Bahnhof eine besonders hohe Bedeutung als Umsteigepunkt.

Das Verkehrsaufkommen ist im Verhältnis zur Einwohnerzahl Oltens aussergewöhnlich hoch. Bereits anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums der Eisenbahn in Olten im Jahr 2006 wurden rund 86'000 Reisende und etwa 1100 Zugbewegungen pro Tag im Bahnhofsbereich genannt.[3] Die tatsächlichen Werte verändern sich mit dem Fahrplan und dem Ausbau des Bahnangebots.

Regionale Bedeutung

Neben dem nationalen Fernverkehr dient der Bahnhof als Zentrum des öffentlichen Verkehrs für Olten und grosse Teile des umliegenden Niederamts und des westlichen Aargaus.

Regionalzüge verbinden Olten unter anderem mit Aarau, Solothurn, Langenthal, Zofingen, Luzern, Läufelfingen und weiteren Orten der Region.

Vor dem Bahnhof bestehen Anschlüsse an das Busnetz. Damit bildet der Bahnhof die wichtigste Verkehrsdrehscheibe des öffentlichen Verkehrs in der Region Olten.

Bahnhofbuffet Olten

Eine schweizweit bekannte Institution ist das Bahnhofbuffet Olten. Das Restaurant besteht seit der Eröffnung des Bahnhofs im Jahr 1856. Aufgrund der zentralen Lage Oltens wurde es zu einem beliebten Treffpunkt für Menschen und Organisationen aus unterschiedlichen Landesteilen.[6]

Im Bahnhofbuffet fanden Gründungsversammlungen mehrerer bedeutender schweizerischer Organisationen statt. Dazu gehören:

Jahr Organisation
1863 Schweizer Alpen-Club
1880 Schweizerischer Gewerkschaftsbund
1894 Freisinnig-Demokratische Partei
1895 Schweizerischer Fussballverband

Der Schweizer Alpen-Club wurde am 19. April 1863 im Bahnhofbuffet gegründet.[7]

Die Rolle des Bahnhofbuffets als nationaler Versammlungsort wurde durch die gute Erreichbarkeit Oltens begünstigt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Basel, Bern, Zürich, Luzern und anderen Landesteilen konnten sich hier treffen, ohne lange Reisen bis in eine geografisch abgelegene Stadt unternehmen zu müssen.

Damit wurde das Bahnhofbuffet weit über die Region hinaus zu einem Symbol der zentralen Lage Oltens.

Stunde-Null-Stein

Eine bekannte historische Besonderheit des Bahnhofs ist der sogenannte Stunde-Null-Stein. Häufig wird er auch als «Kilometer-Null-Stein» bezeichnet.

Die populäre Bezeichnung ist historisch jedoch nicht ganz korrekt. Zur Zeit der Entstehung des Centralbahnnetzes wurden Entfernungen noch nicht durchgehend in Kilometern angegeben. Ausgangspunkt war vielmehr die «Stunde Null». Erst später setzte sich das metrische System durch.[8]

Der Stein erinnert daran, dass Olten als Mittelpunkt des geplanten Netzes der Schweizerischen Centralbahn diente. Er besitzt damit vor allem symbolische Bedeutung für die Geschichte des schweizerischen Eisenbahnwesens.

Das Kreuz auf dem historischen Stein verweist auf die Rolle Oltens als Kreuzungspunkt verschiedener Bahnrichtungen.

Hauptwerkstätte und Industriewerk

Die Schweizerische Centralbahn errichtete in Olten neben dem Bahnhof eine bedeutende Hauptwerkstätte. Die Wahl des Standorts war unmittelbar mit der Funktion Oltens als Mittelpunkt des SCB-Netzes verbunden.

Die Werkstätten boten über Generationen hinweg zahlreichen Menschen Arbeit und trugen wesentlich dazu bei, dass Olten als Eisenbahnerstadt bekannt wurde.

Aus den historischen Werkstätten entwickelte sich das heutige SBB Industriewerk Olten. Der Standort ist weiterhin ein bedeutender Teil der schweizerischen Bahnindustrie und des Fahrzeugunterhalts.

Neben dem Industriewerk bestehen im Raum Olten weitere Einrichtungen der SBB für Betrieb, Infrastruktur und Unterhalt.

Betriebszentrale Mitte

Olten ist nicht nur ein Verkehrsknoten für Reisende, sondern auch ein wichtiger Standort der betrieblichen Steuerung des schweizerischen Bahnnetzes.

2015 nahm die Betriebszentrale Mitte der SBB in Olten ihren Betrieb auf. Von dort werden grosse Teile des Bahnverkehrs im Schweizer Mittelland sowie wichtige Knoten und Strecken zentral überwacht und gesteuert.

Die Ansiedlung dieser Einrichtung unterstreicht die bis heute bestehende strategische Bedeutung Oltens für den Bahnbetrieb.

Güterverkehr

Historisch besass Olten auch für den Güterverkehr eine grosse Bedeutung. Im Umfeld des Personenbahnhofs entstanden umfangreiche Güter- und Rangieranlagen.

Die Organisation des schweizerischen Güterverkehrs hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Aufgaben wurden teilweise auf andere Anlagen in der Region verlagert oder neu organisiert.

Der Raum Olten bleibt aufgrund der hier zusammentreffenden Hauptstrecken dennoch von grosser Bedeutung für Güterzüge. Zahlreiche Güterverkehrsverbindungen zwischen der Nordwestschweiz, dem Mittelland, der Zentralschweiz und den Nord-Süd-Achsen passieren den Bahnknoten.

Bedeutung für die Entwicklung Oltens

Kaum eine andere Schweizer Stadt vergleichbarer Grösse wurde durch die Eisenbahn so stark geprägt wie Olten.

Vor der Eisenbahnzeit war Olten eine kleine Stadt an der Aare. Innerhalb weniger Jahrzehnte nach der Eröffnung des Bahnhofs stieg die Einwohnerzahl stark an. Zwischen 1850 und 1910 versechsfachte sich die Bevölkerung beinahe.[2]

Die Eisenbahn förderte die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie. Zugleich benötigten Bahnhof, Werkstätten, Güterverkehr und Bahnbetrieb eine grosse Zahl von Beschäftigten.

Dadurch entstanden neue Wohngebiete. Eisenbahnerinnen und Eisenbahner prägten Vereine, Gewerkschaften, Genossenschaften, Sportorganisationen und das kulturelle Leben der Stadt.

Der Bahnhof ist deshalb nicht nur eine Verkehrsanlage, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte und Identität Oltens.

Olten als Treffpunkt der Schweiz

Die zentrale Lage des Bahnhofs führte dazu, dass Olten über Jahrzehnte hinweg als neutraler und leicht erreichbarer Versammlungsort für gesamtschweizerische Organisationen genutzt wurde.

Wer aus Zürich, Basel, Bern oder Luzern anreiste, konnte Olten vergleichsweise schnell erreichen. Diese Eigenschaft führte zu zahlreichen Sitzungen, Konferenzen und Gründungsversammlungen.

Der Ausdruck «Treffpunkt der Schweiz» wird deshalb häufig mit Olten und insbesondere mit dem Bahnhof in Verbindung gebracht. Das Bahnhofbuffet verkörpert diese Tradition besonders deutlich.

Bedeutung im Taktfahrplan

Mit der Entwicklung des schweizerischen Taktfahrplans gewann die Funktion von Knotenbahnhöfen zusätzlich an Bedeutung. Ziel eines solchen Systems ist es, Züge verschiedener Richtungen zeitlich so aufeinander abzustimmen, dass attraktive Anschlüsse entstehen.

Olten eignet sich aufgrund seiner geografischen Lage besonders für diese Funktion. Viele Reisende nutzen den Bahnhof deshalb nicht als Ausgangs- oder Endpunkt ihrer Reise, sondern zum Umsteigen.

Diese Funktion erklärt, weshalb der Bahnhof ein Verkehrsaufkommen aufweist, das weit über die Bedeutung Oltens als Wohn- und Arbeitsort hinausgeht.

Bahn 2000

Das Projekt Bahn 2000 führte auch im Raum Olten zu umfangreichen Infrastrukturmassnahmen.

Die Leistungsfähigkeit der Zufahrtsstrecken und des Bahnhofs musste erhöht werden, um dichtere Fahrpläne und bessere Anschlüsse zu ermöglichen. Gleisanlagen und Perrons wurden angepasst, neue Bauwerke zur Entflechtung verschiedener Fahrwege geschaffen und die Zugänge für Reisende verbessert.

Durch die Neubaustrecken und Ausbauten im Mittelland erhielt Olten eine noch stärkere Funktion als Bindeglied zwischen den grossen Schweizer Städten.

Ausbau des Bahnknotens

Auch langfristig soll der Bahnknoten Olten weiter ausgebaut werden. Die SBB geht davon aus, dass bis Ende der 2040er-Jahre rund 30 Prozent mehr Menschen als heute im Bahnhof ein- und aussteigen werden. Gleichzeitig sollen zusätzliche Züge verkehren.[9]

Zu den langfristigen Planungen gehören unter anderem die Erweiterung der Gleis- und Publikumsanlagen sowie längere und breitere Perrons an den Gleisen 1 bis 3. Auch die Personenunterführung Hardegg soll verbreitert werden.[9]

Parallel dazu sind Erneuerungen von Stellwerk-, Rangier-, Abstell- und Unterhaltsanlagen im Raum Olten vorgesehen.

Neuer Bahnhofplatz Olten

Ein grosses städtebauliches Projekt ist die Neugestaltung des Bahnhofplatzes. Stadt Olten, Kanton Solothurn und SBB wollen das Bahnhofumfeld besser erschliessen und gleichzeitig den angrenzenden Aareraum aufwerten.[9]

Das Projekt soll die verschiedenen Verkehrsträger besser miteinander verbinden und insbesondere die Situation für Fussgängerinnen und Fussgänger, Velofahrende, Busreisende und Bahnreisende verbessern.

Gleichzeitig soll der Bahnhof stärker mit den angrenzenden Stadtgebieten verbunden werden. Damit erhält die Weiterentwicklung des Bahnhofs neben der eisenbahntechnischen auch eine bedeutende städtebauliche Dimension.

SBB Historic

Olten spielt auch bei der Pflege des historischen Erbes der Schweizer Bahnen eine Rolle. SBB Historic, die Stiftung Historisches Erbe der SBB, verfügt in Olten über ein Depot mit historischen Eisenbahnfahrzeugen.

Dort werden unter anderem Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen der Schweizer Bahngeschichte aufbewahrt und präsentiert. Zum Bestand beziehungsweise zu den in Olten gezeigten Fahrzeugtypen gehören bekannte historische Fahrzeuge wie der «Rote Pfeil», der Trans-Europ-Express und das «Krokodil».[10]

Führungen und historische Fahrten machen die eisenbahngeschichtliche Bedeutung des Standorts auch für die Öffentlichkeit erlebbar.

Architektur und Erscheinungsbild

Der Bahnhof Olten ist das Ergebnis zahlreicher Bau- und Erweiterungsphasen. Dadurch besitzt die Anlage kein vollständig einheitliches architektonisches Erscheinungsbild.

Zu den charakteristischen Merkmalen gehören das Hauptgebäude auf dem Inselperron, die historischen Bahnhofshallen, die langen Perrondächer und die weitläufigen Gleisfelder.

Die bauliche Entwicklung dokumentiert gleichzeitig den Wandel der Schweizer Eisenbahn von den privaten Gesellschaften des 19. Jahrhunderts über die frühen SBB bis zum modernen Taktfahrplan und zum heutigen hoch ausgelasteten Bahnnetz.

Bedeutung für das Schweizer Bahnnetz

Die herausragende Stellung des Bahnhofs Olten beruht vor allem auf seiner geografischen Lage.

Im schweizerischen Eisenbahnnetz verbindet der Knoten mehrere Hauptachsen:

Richtung Bedeutende Ziele Funktion
Norden Basel Verbindung zur Nordwestschweiz und zu internationalen Nord-Süd-Routen
Osten Aarau, Zürich Verbindung zur Ostschweiz
Südosten Zofingen, Sursee, Luzern Verbindung zur Zentralschweiz
Südwesten Bern Verbindung zur Bundesstadt und zur Westschweiz
Westen Oensingen, Solothurn, Biel Verbindung zum Jurasüdfuss

Dadurch kann eine Störung im Raum Olten Auswirkungen auf zahlreiche Verbindungen in anderen Teilen des Landes haben. Umgekehrt ermöglicht die dichte Vernetzung besonders viele direkte Verbindungen und kurze Umsteigewege zwischen verschiedenen Regionen.

Der Bahnhof Olten gilt deshalb als eine der wichtigsten Drehscheiben des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz.

Siehe auch

Literatur

  • Fred von Niederhäusern, Reto Danuser: Olten – Drehscheibe der Schweiz. Von der Schweizerischen Centralbahn zur Bahn 2000. Minirex, Luzern 1997, ISBN 3-907014-09-X.
  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Schweizerische Centralbahn (SCB), Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 9. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Olten und die Eisenbahn, Stadt Olten, abgerufen am 9. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Eisenbahnjubiläum: «Olten steht und fährt mit der Eisenbahn», Stadt Olten, 9. Juni 2006, abgerufen am 9. August 2026.
  4. Eisenbahnen, Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 9. August 2026.
  5. Plan Bahnhof Olten, SBB, abgerufen am 9. August 2026.
  6. Bahnhofbuffet Olten wird 2025 saniert und unter neuer Leitung wiedereröffnet, SBB, 1. Juli 2024, abgerufen am 9. August 2026.
  7. Ehren, feiern und debattieren, Schweizer Alpen-Club SAC, abgerufen am 9. August 2026.
  8. Zeitreise machte im Bahnhof Olten Halt, Stadt Olten, 17. Juni 2006, abgerufen am 9. August 2026.
  9. 9,0 9,1 9,2 Der Bahnausbau in der Region Olten, SBB, abgerufen am 9. August 2026.
  10. SBB Historic in Olten, SBB, abgerufen am 9. August 2026.

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