S19 (S-Bahn Zürich)

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Die S19 ist eine Linie der S-Bahn Zürich. Sie verbindet werktags Dietikon über Zürich HB und Zürich Oerlikon mit Effretikon. Auf der Stammstrecke Dietikon–Effretikon verkehrt sie tagsüber im Halbstundentakt. In den Hauptverkehrszeiten werden einzelne beziehungsweise zusätzliche Züge im Westen über Baden bis Koblenz und im Osten über Illnau und Fehraltorf bis Pfäffikon ZH verlängert.[1]

Die von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) betriebene Linie wurde mit dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2015 eingeführt. Sie entstand im Rahmen der zweiten Etappe der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn und nutzt im Zentrum von Zürich die Durchmesserlinie Zürich.[2]

S19
System S-Bahn Zürich
Betreiber Schweizerische Bundesbahnen (SBB)
Stammstrecke DietikonZürich HBEffretikon
Verlängerungen Koblenz – Dietikon sowie Effretikon – Pfäffikon ZH
Takt Stammstrecke 30 Minuten
Verkehrstage Montag bis Freitag, ohne allgemeine Feiertage
Einführung 13. Dezember 2015
Kantone Aargau, Zürich

Linienführung

Die reguläre Stammstrecke der S19 beginnt in Dietikon im Limmattal. Von dort fährt die Linie ohne Halt nach Zürich Altstetten und weiter zum Zürich Hauptbahnhof. Dadurch stellt sie eine schnelle Verbindung zwischen Dietikon, Zürich Altstetten und dem Stadtzentrum her.

Im Hauptbahnhof benutzt die S19 den unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse. Anschliessend durchquert sie den Weinbergtunnel und erreicht Zürich Oerlikon. Die Strecke ist Teil der Durchmesserlinie Zürich, welche eine direkte Führung von Zügen durch den Hauptbahnhof ermöglicht.

Von Zürich Oerlikon führt die S19 über Wallisellen und Dietlikon nach Effretikon. Diese Verbindung verknüpft das Limmattal ohne Umsteigen mit wichtigen Wohn- und Arbeitsplatzgebieten in Zürich Nord und im Glattal.[2]

In den Hauptverkehrszeiten wird die Linie über die beiden Endpunkte ihrer Stammstrecke hinaus verlängert. Westlich von Dietikon fahren S19-Züge über Wettingen, Baden, Turgi, Siggenthal-Würenlingen, Döttingen und Klingnau bis Koblenz. Östlich von Effretikon verkehren zusätzliche Züge über Illnau und Fehraltorf nach Pfäffikon ZH.[3]

Halte

Der im Linienfahrplan 2026 dargestellte vollständige Linienweg der S19 umfasst folgende Bahnhöfe:

Nr. Bahnhof Kanton Bedienung
1 Koblenz Aargau Hauptverkehrszeit
2 Klingnau Aargau Hauptverkehrszeit
3 Döttingen Aargau Hauptverkehrszeit
4 Siggenthal-Würenlingen Aargau Hauptverkehrszeit
5 Turgi Aargau Hauptverkehrszeit
6 Baden AG Aargau Hauptverkehrszeit
7 Wettingen Aargau Hauptverkehrszeit
8 Dietikon Zürich Stammstrecke
9 Zürich Altstetten Zürich Stammstrecke
10 Zürich HB Zürich Stammstrecke
11 Zürich Oerlikon Zürich Stammstrecke
12 Wallisellen Zürich Stammstrecke
13 Dietlikon Zürich Stammstrecke
14 Effretikon Zürich Stammstrecke
15 Illnau Zürich Hauptverkehrszeit
16 Fehraltorf Zürich Hauptverkehrszeit
17 Pfäffikon ZH Zürich Hauptverkehrszeit

Betrieb

Im Fahrplanjahr 2026 verkehrt die S19 von Montag bis Freitag, ausgenommen allgemeine Feiertage. Auf der Stammstrecke Dietikon–Zürich HB–Effretikon besteht tagsüber grundsätzlich ein Halbstundentakt.[3]

Die Verlängerungen nach Koblenz und Pfäffikon ZH konzentrieren sich auf die Zeiten mit besonders hoher Nachfrage. Damit übernimmt die S19 ausserhalb ihrer Stammstrecke die Funktion einer Verstärkungslinie.

In Fahrtrichtung Osten verkehren am Morgen mehrere Züge von Koblenz über Dietikon und Zürich bis in Richtung Pfäffikon ZH. Auch am Nachmittag und frühen Abend bestehen verlängerte Verbindungen. In der Gegenrichtung werden entsprechende Verbindungen während der Hauptverkehrszeiten angeboten.[3]

Die S19 hält zwischen Dietikon und Zürich Altstetten nicht in Glanzenberg und Schlieren. Auch Zürich Hardbrücke wird nicht bedient. Dadurch unterscheidet sich die Linie auf diesem Abschnitt von mehreren anderen S-Bahn-Verbindungen im Limmattal.

Bedeutung im Zürcher S-Bahn-Netz

Die S19 wurde insbesondere geschaffen, um die stark nachgefragten Verkehrsbeziehungen zwischen dem Limmattal, der Zürcher Innenstadt und Zürich Nord beziehungsweise dem Glattal zu verbessern. Durch die direkte Linienführung müssen Fahrgäste beispielsweise zwischen Dietikon und Oerlikon nicht mehr im Zürich Hauptbahnhof umsteigen.

Diese Tangentialwirkung innerhalb des S-Bahn-Netzes ist eine wichtige Besonderheit der Linie. Obwohl sie durch das Zentrum Zürichs fährt, verbindet sie mehrere bedeutende Arbeitsplatzgebiete auf beiden Seiten der Innenstadt direkt miteinander.

Der Abschnitt Dietikon–Zürich HB ergänzt insbesondere die zahlreichen Verbindungen auf der Hauptachse des Limmattals. Östlich des Hauptbahnhofs verstärkt die S19 das Angebot zwischen Zürich Oerlikon, Wallisellen, Dietlikon und Effretikon.

Geschichte

Planung im Rahmen der 4. Teilergänzungen

Die Einführung der S19 war Bestandteil der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn. Dieses Ausbauprogramm sollte zusätzliche Kapazitäten schaffen und das Liniennetz nach Inbetriebnahme der Durchmesserlinie neu ordnen.

Die erste Etappe der Durchmesserlinie wurde im Juni 2014 mit dem Bahnhof Löwenstrasse und dem Weinbergtunnel für die S-Bahn eröffnet. Zunächst benutzten die Linien S2, S8 und S14 die neue Strecke.[4]

Für die zweite Etappe wurden auch die westlichen Zufahrten zum unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse fertiggestellt. Damit konnten Züge aus Richtung Altstetten direkt durch den neuen Bahnhof und den Weinbergtunnel nach Zürich Oerlikon geführt werden.

Einführung 2015

Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 ging die zweite Etappe der 4. Teilergänzungen in Betrieb. Gleichzeitig wurde die S19 als neue Linie eingeführt.[2]

Das ursprüngliche Betriebskonzept sah einen Halbstundentakt zwischen Dietikon und Effretikon vor. Bereits bei der Einführung waren Verlängerungen in den Hauptverkehrszeiten nach Koblenz im Westen und Pfäffikon ZH im Osten vorgesehen.[2]

Die neue Linie verband damit die wichtigen Wohn- und Arbeitsplatzgebiete im Limmattal mit Zürich Nord und dem Glattal. Zugleich nutzte sie die mit der Durchmesserlinie geschaffenen Möglichkeiten für neue Durchbindungen durch den Zürich Hauptbahnhof.

Durchmesserlinie Zürich

Für die S19 ist die Durchmesserlinie Zürich von zentraler Bedeutung. Sie ermöglicht die direkte Fahrt von Zürich Altstetten über den unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse nach Zürich Oerlikon.

Westlich des Hauptbahnhofs erfolgt die Zufahrt über die im Rahmen der Durchmesserlinie errichteten Gleisverbindungen und Brückenbauwerke. Östlich des Bahnhofs führt die Strecke durch den Weinbergtunnel nach Oerlikon.

Mit dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2015 wurde die westliche Anbindung der Durchmesserlinie vollständig in Betrieb genommen. Seither wird der Bahnhof Löwenstrasse neben dem Fernverkehr unter anderem von den S-Bahn-Linien S2, S8, S14 und S19 benutzt.[5]

Verlängerung nach Koblenz

Die westliche Verlängerung der S19 führt aus dem Kanton Zürich in den Kanton Aargau. Nach Dietikon fährt die Linie über Wettingen und Baden nach Turgi. Anschliessend folgt sie der Strecke durch das untere Aaretal über Siggenthal-Würenlingen, Döttingen und Klingnau bis Koblenz.

Diese Züge ergänzen während der Hauptverkehrszeiten das regionale Bahnangebot im Raum Baden und im unteren Aaretal. Die Verlängerung ermöglicht zugleich einzelne direkte Verbindungen aus dieser Region über Zürich HB bis in das Glattal und teilweise weiter in das Zürcher Oberland.

Verlängerung nach Pfäffikon ZH

Östlich von Effretikon wird die S19 während der Hauptverkehrszeiten über Illnau und Fehraltorf nach Pfäffikon ZH verlängert. Auf diesem Abschnitt ergänzt sie insbesondere die S3.

Die zusätzlichen Züge verbessern während der Pendlerzeiten die direkte Anbindung des Raums Illnau, Fehraltorf und Pfäffikon ZH an Zürich Oerlikon, Zürich HB und das Limmattal.

Fahrzeuge und Barrierefreiheit

Die S19 gehört zu den wenigen Linien der S-Bahn Zürich, auf denen im regulären Betrieb keine Niederflurfahrzeuge eingesetzt werden. Der Zürcher Verkehrsverbund führt die S19 im Jahr 2026 ausdrücklich als Linie ohne Niederflurwagen auf.[6]

Für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität können deshalb alternative Verbindungen erforderlich sein. Der ZVV empfiehlt, entsprechende Verbindungen über den Online-Fahrplan oder die ZVV-App mit der Option für hindernisfreies Reisen zu suchen.

Besonderheiten

Eine Besonderheit der S19 ist ihr stark nachfrageorientiertes Betriebskonzept. Während die Stammstrecke Dietikon–Effretikon werktags im regelmässigen Halbstundentakt bedient wird, sind die äusseren Abschnitte nach Koblenz und Pfäffikon ZH vor allem auf die Hauptverkehrszeiten ausgerichtet.

Der vollständige Linienweg von Koblenz bis Pfäffikon ZH führt durch zwei Kantone und verbindet sehr unterschiedliche Räume miteinander: das untere Aaretal im Kanton Aargau, das Limmattal, das Zentrum der Stadt Zürich, Zürich Nord, das Glattal und den Raum zwischen Effretikon und Pfäffikon ZH.

Charakteristisch ist ausserdem die schnelle Führung im Limmattal. Zwischen Dietikon und Zürich Altstetten werden keine Zwischenhalte bedient. Zusammen mit der direkten Fahrt durch den Bahnhof Löwenstrasse nach Oerlikon erhält die S19 dadurch auf ihrer zentralen Achse den Charakter einer beschleunigten S-Bahn-Verbindung.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. S19 Koblenz–Dietikon–Zürich HB–Effretikon–Pfäffikon ZH, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 10. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Beschluss des Kantonsrates über die Bewilligung eines Rahmenkredits des Zürcher Verkehrsverbundes für die Fahrplanperiode 2016/2017, Kanton Zürich, 1. Juli 2015, abgerufen am 10. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Zürcher S-Bahn S19 – Fahrplanjahr 2026, Zürcher Verkehrsverbund, Stand 9. September 2025, abgerufen am 10. August 2026.
  4. Durchmesserlinie Zürich, Berichterstattung 2014, Regierungsrat des Kantons Zürich, 8. Juli 2015, abgerufen am 10. August 2026.
  5. Durchmesserlinie Zürich – Berichterstattung 2016 und 2017, Regierungsrat des Kantons Zürich, 19. September 2018, abgerufen am 10. August 2026.
  6. Hindernisfreier Zugang S-Bahn-Linien, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 10. August 2026.
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Siehe auch S-Bahn Zürich · Liste der Linien der S-Bahn Zürich · ZVV