Bahnhof Würenlos
| Bahnhof Würenlos | |
|---|---|
| Offizieller Name | Würenlos |
| Gemeinde | Würenlos |
| Kanton | Aargau |
| Bezirk | Baden |
| Bahnstrecke | Bahnstrecke Wettingen–Effretikon |
| Streckenkilometer | etwa 39,0 |
| Art | Zwischenbahnhof |
| Lage | Durchgangsbahnhof |
| Eröffnung | 1. Oktober 1877 |
| Höhe | etwa 420 m ü. M. |
| Eigentümerin | SBB |
| Betreiberin | SBB |
| Perrongleise | 2 |
| Perrons | 2 Seitenperrons |
| Verkehrslinie | S6 |
| Nachtverkehr | SN6 |
| Busanschluss | Linien 1 und 11, Nachtbus N35 |
| Tarifzone | 570 (A-Welle) |
Der Bahnhof Würenlos ist ein Bahnhof in der politischen Gemeinde Würenlos im Kanton Aargau. Er liegt an der Bahnstrecke Wettingen–Effretikon zwischen den Bahnhöfen Wettingen und Otelfingen und wird durch die Linie S6 der S-Bahn Zürich bedient.
Der Bahnhof befindet sich am westlichen Rand des zusammenhängenden Siedlungsgebiets von Würenlos. Er dient dem Pendlerverkehr in Richtung Baden, Zürich und Zürichsee sowie als Umsteigepunkt zu den regionalen Buslinien. Das 1877 errichtete ehemalige Aufnahmegebäude ist im Bauinventar des Kantons Aargau verzeichnet und gilt als bedeutendes Zeugnis der frühen Eisenbahngeschichte des Furttals.[1]
Lage
Der Bahnhof liegt zwischen dem historischen Dorfkern von Würenlos und den westlich anschliessenden Gewerbe- und Entwicklungsgebieten Grosszelg und Im Grund. Das Aufnahmegebäude steht südlich der Gleise an der Bahnhofstrasse 8. Auf der Nordseite verlaufen der Tägerhardweg und die Flühacherstrasse.
Die Bahnstrecke führt im Bereich des Bahnhofs annähernd in West-Ost-Richtung. Westlich gelangt sie nach Wettingen, wo Anschlüsse in Richtung Baden, Brugg, Zürich und Lenzburg bestehen. Östlich führt sie durch das Furttal über Otelfingen, Buchs-Dällikon und Regensdorf-Watt nach Zürich Oerlikon.
Die Schienenoberkante liegt auf ungefähr 420 Metern über Meer. Der Bahnhof befindet sich bei etwa Streckenkilometer 39 der SBB-Linie 703 Zürich Oerlikon Nord–Wettingen.[2]
Der Bahnhof liegt in der Tarifzone 570 des Tarifverbunds A-Welle. Für Fahrten in das Gebiet des Zürcher Verkehrsverbunds stehen verbundübergreifende Z-Pass-Fahrausweise zur Verfügung.[3]
Geschichte
Konkurrenz zwischen Nordostbahn und Nationalbahn
Die Entstehung des Bahnhofs Würenlos steht im Zusammenhang mit dem Konkurrenzkampf zwischen der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) und der Schweizerischen Nationalbahn (SNB) in den 1870er-Jahren. Beide Gesellschaften planten nahezu gleichzeitig Bahnlinien durch das Furttal.
Die von Gemeinden und Kantonen unterstützte Nationalbahn wollte eine Ost-West-Verbindung schaffen, die das Zentrum von Zürich nördlich umging. Die Strecke sollte von Winterthur über Seebach, das Furttal, Wettingen und das Limmattal weiter in Richtung Westen führen. Damit hätte sie eine kürzere Güterverkehrsverbindung angeboten als die bereits vorhandenen Strecken der Nordostbahn.
Nach dem damaligen Eisenbahnrecht musste der Güterverkehr grundsätzlich über die kürzeste verfügbare Strecke geführt werden. Die Nordostbahn befürchtete deshalb den Verlust eines erheblichen Verkehrsaufkommens. Als Gegenprojekt plante sie die sogenannte Schwenkelberglinie von Baden über Wettingen, Würenlos und Otelfingen nach Niederglatt.[1]
Der Bund verpflichtete beide Gesellschaften, den Abschnitt zwischen Wettingen und Otelfingen gemeinsam zu bauen und zu betreiben. Da die Nordostbahn der Nationalbahn die Mitbenutzung ihres Gleises nicht gestatten wollte, entstanden schliesslich zwei parallel verlaufende Gleise, die zunächst jeweils einer anderen Gesellschaft gehörten. Diese ungewöhnliche Anlage war weniger das Ergebnis einer abgestimmten Doppelspurplanung als vielmehr Ausdruck des wirtschaftlichen Konkurrenzkampfs.[1]
Eröffnung im Jahr 1877
Die Nordostbahn nahm ihre Verbindung von Baden über Wettingen und Würenlos nach Otelfingen und Niederglatt am 1. Oktober 1877 in Betrieb. Die konkurrierende Nationalbahn eröffnete ihre Strecke durch das Furttal am 15. Oktober 1877. Damit wurden innerhalb von zwei Wochen zwei weitgehend parallele Bahnverbindungen eröffnet.[4]
Der Konkurrenzkampf war nur von kurzer Dauer. Bereits im Februar 1878 ging die finanziell geschwächte Nationalbahn in Konkurs. Im anschliessenden Verfahren übernahm die Nordostbahn einen grossen Teil ihres Streckennetzes. Die Anlagen im Furttal gelangten dadurch unter eine einheitliche Eigentümerschaft.
Die von der Nordostbahn zusätzlich errichtete Verbindung nach Niederglatt verlor nach der Übernahme der Nationalbahnstrecken einen erheblichen Teil ihrer ursprünglichen strategischen Bedeutung. Die durchgehende Strecke von Wettingen über Würenlos und das Furttal in Richtung Zürich blieb dagegen erhalten und entwickelte sich zur heutigen Furttallinie.
Aufnahmegebäude
Das Stationsgebäude wurde 1877 nach einem Typenprojekt des Architekten Heinrich Gmelin errichtet. Gmelin leitete das Hochbaubüro der Nordostbahn in Zürich. Das Gebäude vereinigte die Funktionen eines Aufnahmegebäudes für den Personenverkehr und eines Güterschuppens.[1]
Der zweigeschossige Hauptbau wurde mit einem angebauten, niedrigeren Güterschuppen verbunden. Im Erdgeschoss befanden sich ursprünglich das Stationsbüro, ein Wartsaal und Räume für die Güterabfertigung. Das Obergeschoss enthielt eine Wohnung für den Stationsvorstand.
Die ursprüngliche Gestaltung orientierte sich am Schweizer Holzstil. Zu den charakteristischen Merkmalen gehörten Fachwerk, hölzerne Bauteile, weit auskragende Dächer und dekorative Zierelemente. Auf dem betreffenden Streckenabschnitt wurde dieser Gebäudetyp nur in Würenlos und beim Bahnhof Killwangen-Spreitenbach ausgeführt. Das dortige Vergleichsgebäude wurde 1970 abgebrochen.[1]
Das Würenloser Gebäude wurde im Laufe der Zeit mehrfach verändert. Insbesondere das Erdgeschoss erfuhr Umbauten, wobei der historische Grundcharakter, wesentliche Konstruktionsteile und verschiedene dekorative Elemente erhalten blieben. Das Gebäude wird nicht mehr für die unmittelbare Abwicklung des Bahnbetriebs benötigt. In seinen Räumen befinden sich unter anderem ein Eventlokal, ein Laden und Ausstellungsflächen.[1]
Übernahme durch die SBB
1902 wurde die Nordostbahn verstaatlicht und in die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen integriert. Damit gingen die Strecke, der Bahnhof und das Aufnahmegebäude in das Eigentum der SBB über.
Die Furttallinie wurde 1942 mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz elektrifiziert. Im Zusammenhang mit der Elektrifizierung wurden auch die technischen Anlagen des Bahnhofs angepasst. Etwa zur gleichen Zeit erfolgten grössere Veränderungen am Erdgeschoss des Aufnahmegebäudes.[1]
Der Bahnhof diente neben dem Personenverkehr während langer Zeit auch dem örtlichen Güterverkehr. Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Baumaterialien und andere Waren konnten im angebauten Güterschuppen umgeschlagen werden. Mit der Verlagerung des Stückgut- und lokalen Güterverkehrs auf grössere Anlagen verlor der Güterbereich seine ursprüngliche Funktion.
Verbindung nach Killwangen-Spreitenbach
Im Zusammenhang mit dem Bau des Rangierbahnhofs Limmattal entstand eine neue Verbindungslinie zwischen Würenlos und Killwangen-Spreitenbach. Sie überquert die Limmat sowie die Autobahn A1 und wurde 1981 in Betrieb genommen.[5]
Die Verbindung ermöglicht Güterzügen aus dem Furttal und aus der Ostschweiz die direkte Einfahrt in den Rangierbahnhof Limmattal, ohne den Bahnhof Wettingen befahren zu müssen. Sie wird nicht durch den regulären Personenverkehr ab Würenlos genutzt, kann jedoch bei betrieblichen Umleitungen eine zusätzliche Bedeutung erhalten.
Die Abzweigung befindet sich westlich des Personenbahnhofs. Dadurch ist Würenlos nicht nur Teil einer regionalen S-Bahn-Strecke, sondern auch in eine für den schweizerischen Güterverkehr wichtige Verbindung eingebunden.
Integration in die S-Bahn Zürich
Mit der Einführung der S-Bahn Zürich im Mai 1990 wurde Würenlos in das Zürcher S-Bahn-Netz integriert. Die Bahnverbindung erhielt dadurch einen festen Taktfahrplan und direkte Verbindungen über das Furttal nach Zürich.
Die Bedienung und Linienführung änderten sich in den folgenden Jahrzehnten mehrfach. Die S6 entwickelte sich zur Hauptlinie des Furttals. Durch die Durchbindung über Zürich Hauptbahnhof hinaus entstanden direkte Verbindungen zu den Gemeinden am rechten Zürichseeufer.
Die Bedeutung des Bahnhofs nahm mit dem Bevölkerungswachstum von Würenlos und der zunehmenden Zahl von Pendlerinnen und Pendlern weiter zu. Gleichzeitig entwickelte sich das Umfeld westlich des historischen Dorfkerns zu einem Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungsgebiet.
Umbau von 2013 und 2014
In den Jahren 2013 und 2014 modernisierten die SBB die Publikumsanlagen des Bahnhofs. Die bestehenden Perrons wurden angepasst und auf eine für Niederflurfahrzeuge geeignete Höhe gebracht. Das nicht mehr benötigte ehemalige Gleis 1 wurde zurückgebaut, wodurch zusätzlicher Raum für einen breiteren Perron geschaffen wurde.[6]
Im Zuge des Umbaus entstanden rund 220 Meter lange Aussenperrons, neue Wartebereiche und modernisierte Fahrgastanlagen. Die bestehenden Zugänge und die Personenunterführung wurden in die erneuerte Anlage einbezogen. Für einzelne Arbeiten musste die Bahnstrecke zwischen Baden und Otelfingen zeitweise vollständig gesperrt werden.
Durch den Umbau verbesserte sich das Ein- und Aussteigen deutlich. Die baulichen Anforderungen an vollständig hindernisfreie Zugänge waren damit jedoch noch nicht in allen Bereichen abschliessend erfüllt.
Bahnhofsanlage
Der Personenbahnhof verfügt über zwei durchgehende Hauptgleise mit zwei Aussenperrons. Die Züge der S6 in Richtung Baden halten üblicherweise an einem Perrongleis, jene in Richtung Zürich und Uetikon am See am gegenüberliegenden Gleis.
Die beiden Perrons sind durch eine Personenunterführung miteinander verbunden. Zugänge bestehen sowohl von der Südseite beim historischen Aufnahmegebäude und beim Bahnhofplatz als auch von der Nordseite beim Tägerhardweg. Neben Treppen bestehen Rampenverbindungen, die den Zugang mit Kinderwagen, Velo oder Rollstuhl ermöglichen sollen.
Auf den Perrons befinden sich Warteunterstände, Sitzgelegenheiten, Beleuchtung, Billettautomaten, Fahrplaninformationen und digitale Anzeigen. Der Bahnhof ist nicht mehr mit einem bedienten SBB-Verkaufsschalter ausgestattet.
Die Gleisnummerierung erinnert an frühere, inzwischen entfernte Anlagen. Die regulären Personenzüge benutzen die Gleise 2 und 3. Das frühere Gleis 1 auf der Seite des Aufnahmegebäudes wurde beim Umbau in den 2010er-Jahren zurückgebaut.
Beim Bahnhof stehen nach Angaben der SBB 25 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst 18 Autoparkplätze.[7]
Bahnverkehr
S-Bahn
Würenlos wird im Fahrplanjahr 2026 durch die Linie S6 der S-Bahn Zürich bedient. Sie verkehrt in der Regel im Halbstundentakt.[8]
- S6: Baden AG – Wettingen – Würenlos – Otelfingen – Otelfingen Golfpark – Buchs-Dällikon – Regensdorf-Watt – Zürich Affoltern – Zürich Seebach – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Zürich Tiefenbrunnen – Zollikon – Küsnacht Goldbach – Küsnacht ZH – Erlenbach ZH – Herrliberg-Feldmeilen – Meilen – Uetikon am See
Die Verbindung nach Baden führt über Wettingen. In Baden bestehen Anschlüsse an den Fernverkehr sowie an regionale Züge in Richtung Brugg, Aarau, Basel, Zürich und Waldshut.
In Richtung Zürich erschliesst die S6 zunächst die Gemeinden des Furttals. Über Zürich Oerlikon und Zürich Hardbrücke erreicht sie den Hauptbahnhof. Anschliessend wird sie durch den unterirdischen Bahnhof Museumstrasse und den Hirschengrabentunnel nach Zürich Stadelhofen und weiter an das rechte Zürichseeufer geführt.
Die direkte Verbindung ermöglicht Fahrten von Würenlos nach Zürich ohne Umsteigen. Die Fahrzeit zum Zürcher Hauptbahnhof beträgt je nach Fahrplanlage ungefähr eine halbe Stunde.
Nachtverkehr
In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag wird Würenlos durch die Nacht-S-Bahn SN6 bedient. Würenlos bildet dabei einen Endpunkt der Nachtlinie. Die Züge verkehren über das Furttal, Zürich Oerlikon und Zürich Hauptbahnhof weiter in Richtung Winterthur.[9]
Die SN6 ergänzt die Nachtbusverbindungen im Raum Baden und Wettingen. Für die Benutzung gelten die regulären Verbundfahrausweise ohne besonderen Nachtzuschlag.
Güterverkehr
Die Furttallinie wird neben der S-Bahn auch durch Güterzüge und betriebliche Überführungsfahrten genutzt. Eine besondere Rolle spielt die westlich des Bahnhofs abzweigende Strecke nach Killwangen-Spreitenbach und zum Rangierbahnhof Limmattal.
Güterzüge können dadurch vom Furttal direkt in den Rangierbahnhof einfahren. Das führt dazu, dass das vergleichsweise kleine Bahnhofsumfeld regelmässig auch von langen Güterzügen durchfahren wird. Die Verbindung ist für den nationalen Schienengüterverkehr wichtiger als für den örtlichen Güterumschlag, der am Bahnhof Würenlos nicht mehr stattfindet.
Busverkehr
In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs befinden sich die Bushaltestellen Würenlos, Bahnhof und Würenlos, Bahnhofplatz. Sie werden von den Regionalen Verkehrsbetrieben Baden-Wettingen (RVBW) bedient.
Die Linie 1 verbindet Würenlos mit Wettingen, Baden und Gebenstorf:[10]
- 1: Würenlos, Bettlen – Würenlos, Büntenstrasse – Würenlos, Raiffeisenbank – Würenlos, Post – Würenlos, Bahnhof – Wettingen, Tägi – Wettingen, Zentrumsplatz – Baden, Bahnhof – Gebenstorf
Sie bildet die wichtigste Feinerschliessung innerhalb von Würenlos und stellt eine direkte Verbindung zum Zentrum von Wettingen und zum Bahnhof Baden her.
Die Linie 11 beginnt am Bahnhofplatz und verbindet Würenlos mit dem Bahnhof Killwangen-Spreitenbach:[10]
- 11: Würenlos, Bahnhofplatz – Würenlos, Spycher – Würenlos, Brunnenweg – Würenlos, Büntenstrasse – Würenlos, Raiffeisenbank – Würenlos, Altwiesen – Würenlos, Limmatbrücke – Killwangen, Bahnhof Nord – Killwangen, Bahnhof
Die Linie 11 erschliesst südliche und östliche Wohngebiete der Gemeinde. Am Bahnhof Killwangen-Spreitenbach bestehen Anschlüsse an weitere S-Bahn-Linien, regionale Busse und die Limmattalbahn.
In den Wochenendnächten bedient die Linie N35 die Haltestelle Würenlos, Bahnhof. Sie verkehrt von Würenlos über Wettingen nach Baden und ergänzt damit die Nacht-S-Bahn.[10]
Geplante Perronverlängerung
Die SBB planen eine weitere umfassende Anpassung des Bahnhofs. Die bestehenden, ungefähr 220 Meter langen Aussenperrons sollen auf eine Nutzlänge von 320 Metern verlängert werden. Dadurch können künftig längere Zugskompositionen am Bahnhof halten.[11]
Das Projekt trägt die Bezeichnung Perronverlängerung Furttal 320 m. Neben den eigentlichen Perronverlängerungen umfasst es die Anpassung der Personenunterführung sowie der Zugänge auf der Nord- und Südseite. Die bestehenden Rampen werden verlängert oder neu gestaltet, damit die aktuellen Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllt werden können.
Vorgesehen sind unter anderem:
- die Verlängerung beider Aussenperrons auf 320 Meter;
- die Anpassung der Perronkanten auf die Standardhöhe von 55 Zentimetern;
- neue beziehungsweise angepasste Rampenzugänge zur Personenunterführung;
- erneuerte Treppen und Geländer;
- zusätzliche Warteunterstände und Fahrgastinformationen;
- die Anpassung der Beleuchtung, Entwässerung und Möblierung;
- die Erneuerung von Teilen des Gleisoberbaus;
- Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr im Bahnhofsumfeld.
Die Gemeinde Würenlos setzte sich insbesondere für eine Überdachung der längeren Rampenzugänge ein. Da solche zusätzlichen Dächer nicht vollständig zum Standardumfang des SBB-Projekts gehörten, beschloss die Gemeinde eine finanzielle Beteiligung an ergänzenden baulichen Massnahmen.[12]
Das eisenbahnrechtliche Plangenehmigungsverfahren wurde 2025 eingeleitet. Die öffentliche Auflage fand vom 10. November bis zum 9. Dezember 2025 statt. Im Jahr 2026 waren noch Fragen zur Ausgestaltung und Finanzierung der Rampenüberdachungen Gegenstand der kommunalen Beratung. Das Projekt befand sich im August 2026 weiterhin im Planungs- und Genehmigungsprozess.[11]
Bahnhofsumfeld
Das Bahnhofgebiet gehört zu den wichtigsten Entwicklungsräumen der Gemeinde Würenlos. Südlich der Gleise liegen das historische Aufnahmegebäude, der Bahnhofplatz und ältere Wohn- und Gewerbebauten. Nördlich der Bahnlinie befinden sich Gewerbeflächen, Parkplätze und Entwicklungsgebiete.
Die Gemeinde verfolgt das Ziel, die Gebiete Bahnhof, Grosszelg, Im Grund und Steinhof besser miteinander zu verbinden. Der Bahnhof soll dabei zu einer lokalen Mobilitätsdrehscheibe mit attraktiveren Fuss- und Veloverbindungen ausgebaut werden.[13]
Eine besondere Herausforderung bildet die trennende Wirkung der Bahnlinie. Die Personenunterführung ist deshalb nicht nur für Bahnreisende wichtig, sondern stellt auch eine öffentliche Verbindung zwischen den Quartieren nördlich und südlich der Gleise dar.
In der Nähe des Bahnhofs befinden sich Gewerbebetriebe, Einkaufsmöglichkeiten und eine Landi-Filiale. Der historische Bahnhofsbau bildet innerhalb des zunehmend modern geprägten Gebiets einen architektonischen Bezugspunkt.
Bedeutung
Der Bahnhof Würenlos ist der wichtigste direkte Bahnanschluss der Gemeinde. Er ermöglicht den Einwohnerinnen und Einwohnern regelmässige Verbindungen nach Baden, ins Furttal und in die Stadt Zürich.
Für Teile der Gemeinde stellt auch der nahe Bahnhof Killwangen-Spreitenbach eine wichtige Zugangsstelle zum Bahnverkehr dar. Die Buslinie 11 verbindet die beiden Bahnhöfe und erweitert damit das erreichbare Angebot an S-Bahn- und Stadtbahnlinien.
Die Kombination aus S-Bahn, regionalen Buslinien, Nachtverkehr, P+Rail- und Veloabstellplätzen macht Würenlos zu einem regionalen Umsteigepunkt. Gleichzeitig besitzt der Bahnhof wegen seiner Entstehung im Konkurrenzkampf zwischen Nordostbahn und Nationalbahn eine besondere eisenbahngeschichtliche Bedeutung.
Das erhaltene Aufnahmegebäude dokumentiert die frühe Entwicklung des Furttals durch die Eisenbahn. Es ist eines der wenigen erhaltenen Stationsgebäude des von Heinrich Gmelin entworfenen Typs und bildet gemeinsam mit dem modernen S-Bahn-Betrieb ein sichtbares Bindeglied zwischen der Verkehrsgeschichte des 19. Jahrhunderts und der heutigen Agglomerationsentwicklung.
Siehe auch
- Bahnstrecke Wettingen–Effretikon
- Furttal
- S-Bahn Zürich
- Schweizerische Nordostbahn
- Schweizerische Nationalbahn
- Bahnhof Wettingen
- Bahnhof Otelfingen
- Bahnhof Killwangen-Spreitenbach
- Würenlos
Weblinks
- Bahnhof Würenlos auf der Website der SBB
- Informationen zum Bahnverkehr der Gemeinde Würenlos
- Bahnhof Würenlos im Bauinventar des Kantons Aargau
- Offizielle Website der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen
- Offizielle Website des Zürcher Verkehrsverbunds
- Offizielle Website des Tarifverbunds A-Welle
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Bahnhof Würenlos, Dossier INV-WLO928, Kantonale Denkmalpflege Aargau, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Perronverlängerung Furttal 320 m, Bahnhof Würenlos, Situationsplan, SBB Infrastruktur und Gemeinde Würenlos, 30. April 2025, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Linien- und Zonenplan Region Baden 2026, Tarifverbund A-Welle, gültig ab 14. Dezember 2025, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Furttallinie Baden–Regensdorf-Watt–Zürich, Schienenverkehr Schweiz, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Linie Würenlos–Killwangen mit Brücke über die Autobahn, 1981, SBB Historic, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ SBB-Bahnhof Würenlos: Streckensperre S6 und Vollsperrung Bahnübergang, Gemeinde Würenlos, 2014, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Bahnhof Würenlos, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Linienfahrplan S6 Baden–Regensdorf-Watt–Zürich HB–Uetikon, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Haltestellen- und Linienfahrpläne Würenlos, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ 10,0 10,1 10,2 Fahrplan 2026, Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ 11,0 11,1 Traktandenbericht der Einwohnergemeindeversammlung vom 2. Juni 2026: Perronverlängerung Bahnhof Würenlos, Gemeinde Würenlos, 20. Mai 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Perronverlängerung Furttal 320 m, weiteres Vorgehen bezüglich Rampenüberdachung, Protokoll des Gemeinderates Würenlos vom 23. März 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Entwicklungsrichtplan Bahnhof, Grosszelg, Im Grund und Steinhof, Gemeinde Würenlos, abgerufen am 4. August 2026.
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