Stadtkreise der Stadt Zürich

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Die Stadtkreise der Stadt Zürich bilden die oberste räumliche Gliederung innerhalb des Gemeindegebiets der Stadt Zürich. Das Stadtgebiet ist in zwölf nummerierte Stadtkreise unterteilt, die als Kreis 1 bis Kreis 12 bezeichnet werden. Die heutige Einteilung entstand schrittweise im Zusammenhang mit den grossen Eingemeindungen von 1893 und 1934 sowie späteren Anpassungen. Seit der Abtrennung von Schwamendingen als eigenständigem Kreis 12 im Jahr 1971 besitzt Zürich zwölf Stadtkreise.[1]

Stadtkreise der Stadt Zürich
Stadt Zürich
Kanton Zürich
Anzahl Stadtkreise 12
Stadtquartiere 22
Statistische Quartiere 34
Statistische Zonen 216
Heutige Anzahl seit 1971
Wohnbevölkerung der Stadt 452'421
Einwohnerstand 31. Dezember 2025

Die Stadtkreise sind keine selbständigen politischen Gemeinden. Sie dienen der räumlichen Organisation der Stadt und bilden eine wichtige Grundlage für Statistik, Verwaltung, politische und gesellschaftliche Orientierung sowie zahlreiche städtische Dienstleistungen. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Nummern der Kreise häufig verwendet, um die Lage eines Wohnortes, eines Geschäfts oder einer öffentlichen Einrichtung innerhalb Zürichs zu beschreiben.

Neben den zwölf Stadtkreisen unterscheidet die Stadt Zürich zwischen 22 Stadtquartieren und 34 Statistischen Quartieren. Die statistischen Quartiere werden wiederum in 216 statistische Zonen unterteilt.[2]

Übersicht

Die zwölf Stadtkreise weisen sehr unterschiedliche Grössen, Bevölkerungsstrukturen und städtebauliche Merkmale auf. Sie reichen von der historischen Altstadt im Kreis 1 über dicht bebaute innerstädtische Wohn- und Geschäftsquartiere bis zu ehemaligen Vorortgemeinden und grossen Wohngebieten am Stadtrand.

Stadtkreis Stadtquartier beziehungsweise Stadtquartiere Statistische Quartiere
Kreis 1 Altstadt Rathaus, Hochschulen, Lindenhof, City
Kreis 2 Wollishofen, Leimbach, Enge Wollishofen, Leimbach, Enge
Kreis 3 Wiedikon Alt-Wiedikon, Friesenberg, Sihlfeld
Kreis 4 Aussersihl Werd, Langstrasse, Hard
Kreis 5 Industrie Gewerbeschule, Escher Wyss
Kreis 6 Unterstrass, Oberstrass Unterstrass, Oberstrass
Kreis 7 Fluntern, Hottingen, Hirslanden, Witikon Fluntern, Hottingen, Hirslanden, Witikon
Kreis 8 Riesbach Seefeld, Mühlebach, Weinegg
Kreis 9 Albisrieden, Altstetten Albisrieden, Altstetten
Kreis 10 Höngg, Wipkingen Höngg, Wipkingen
Kreis 11 Affoltern, Oerlikon, Seebach Affoltern, Oerlikon, Seebach
Kreis 12 Schwamendingen Saatlen, Schwamendingen-Mitte, Hirzenbach

Stadtkreise, Stadtquartiere und statistische Quartiere

Die Begriffe Stadtkreis, Stadtquartier und Statistisches Quartier bezeichnen unterschiedliche räumliche Ebenen und sind deshalb nicht vollständig austauschbar.

Die zwölf Stadtkreise bilden die bekannteste Gliederung des Stadtgebiets. Innerhalb dieser Kreise unterscheidet die Stadt 22 Stadtquartiere. Diese entsprechen in vielen Fällen ehemaligen selbständigen Gemeinden, die im Zuge der Stadterweiterungen in Zürich eingegliedert wurden.[3]

Die Kreise 1, 3, 4, 5, 8 und 12 bilden jeweils als Ganzes ein Stadtquartier. Diese Stadtquartiere heissen Altstadt, Wiedikon, Aussersihl, Industrie, Riesbach und Schwamendingen.

In den Kreisen 2, 6, 7, 9, 10 und 11 bestehen dagegen mehrere Stadtquartiere. So setzt sich beispielsweise der Kreis 7 aus Fluntern, Hottingen, Hirslanden und Witikon zusammen, während zum Kreis 11 Affoltern, Oerlikon und Seebach gehören.

Für detailliertere statistische Auswertungen wird Zürich in 34 Statistische Quartiere gegliedert. Deshalb werden etwa Wiedikon, Aussersihl, Industrie, Riesbach und Schwamendingen statistisch weiter unterteilt. Auf der nächsttieferen Ebene bestehen insgesamt 216 statistische Zonen.[2]

Die einzelnen Stadtkreise

Kreis 1

Der Kreis 1 umfasst die historische Zürcher Altstadt beidseits der Limmat. Er bildet das traditionelle politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Stadt. Zum Kreis gehören die vier Statistischen Quartiere Rathaus, Hochschulen, Lindenhof und City.

Im Kreis 1 befinden sich unter anderem das Zürcher Rathaus, das Grossmünster, das Fraumünster, die Bahnhofstrasse, der Paradeplatz, der Lindenhof und Teile des Hochschulgebiets.

Das Gebiet des heutigen Kreises entspricht weitgehend der Stadt Zürich vor der ersten grossen Eingemeindung von 1893.

Kreis 2

Der Kreis 2 erstreckt sich südlich der Innenstadt entlang des linken Zürichseeufers und umfasst Enge, Wollishofen und Leimbach.

Die Enge bildet den innenstadtnahen Teil des Kreises und besitzt mit dem Bahnhof Zürich Enge, dem Museum Rietberg und zahlreichen Unternehmen eine wichtige städtische Funktion. Wollishofen erstreckt sich weiter südlich am Zürichsee und entlang der Sihl. Leimbach liegt im Sihltal am südwestlichen Stadtrand.

Der Kreis weist dadurch sowohl dicht bebaute Geschäfts- und Wohngebiete als auch grosszügige Grünräume und stadtrandnahe Wohnquartiere auf.

Kreis 3

Der Kreis 3 entspricht dem Stadtquartier Wiedikon und wird statistisch in Alt-Wiedikon, Friesenberg und Sihlfeld gegliedert.

Wiedikon wurde 1893 in die Stadt Zürich eingemeindet. Das Gebiet erstreckt sich vom innenstadtnahen Sihlfeld bis an die Hänge des Uetlibergs. Während Alt-Wiedikon und Sihlfeld überwiegend dicht bebaut sind, besitzt der Friesenberg einen hohen Anteil an Wohnsiedlungen und Grünflächen.

Zu den wichtigen Verkehrsknoten gehört der Bahnhof Zürich Wiedikon.

Kreis 4

Der Kreis 4 bildet den südlichen Teil des historischen Aussersihl. Er besteht aus den Statistischen Quartieren Werd, Langstrasse und Hard.

Der Kreis gehört zu den am dichtesten bebauten und urbansten Teilen Zürichs. Besonders die Umgebung der Langstrasse ist durch Gastronomie, Nachtleben, kulturelle Einrichtungen und eine aussergewöhnlich vielfältige Bevölkerungsstruktur geprägt.

Im westlichen Teil liegen unter anderem das Hardquartier und die Umgebung des Hardplatzes. Der Kreis grenzt unmittelbar an den Hauptbahnhof und die Innenstadt.

Kreis 5

Der Kreis 5 wird traditionell als Industriequartier bezeichnet und besteht aus den Statistischen Quartieren Gewerbeschule und Escher Wyss.

Das Gebiet liegt zwischen der Limmat und den Bahnanlagen westlich des Hauptbahnhofs. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte es sich zu einem bedeutenden Industrie- und Arbeiterquartier.

Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert erlebte insbesondere der westliche Teil einen tiefgreifenden Strukturwandel. Ehemalige Industrieareale wurden in Büro-, Kultur-, Freizeit- und Wohngebiete umgewandelt. Das Gebiet um Zürich-West, den Escher-Wyss-Platz und den Prime Tower gehört heute zu den markantesten modernen Stadtentwicklungsgebieten Zürichs.

Kreis 6

Der Kreis 6 umfasst Unterstrass und Oberstrass nördlich beziehungsweise nordöstlich der Innenstadt.

Beide früher selbständigen Gemeinden wurden 1893 nach Zürich eingemeindet. Der Kreis erstreckt sich vom Bereich des Hauptbahnhofs und des Central bis an die Hänge des Zürichbergs und in Richtung Milchbuck.

Unterstrass besitzt eine teilweise dichte städtische Bebauung entlang wichtiger Verkehrsachsen. Oberstrass ist stärker durch Hanglagen, Wohngebiete und die Nähe zur ETH Zürich und zur Universität Zürich geprägt.

Kreis 7

Der Kreis 7 umfasst Fluntern, Hottingen, Hirslanden und Witikon. Er erstreckt sich von innenstadtnahen Wohngebieten bis zu den Hängen von Zürichberg und Adlisberg.

Fluntern, Hottingen und Hirslanden wurden 1893 eingemeindet. Witikon kam erst mit der zweiten Stadterweiterung von 1934 hinzu.[1]

Der Kreis besitzt einen vergleichsweise hohen Anteil an Grün- und Waldflächen. Zu den bekannten Einrichtungen gehören der Zoo Zürich, das Doldergebiet und zahlreiche Einrichtungen des Hochschul- und Gesundheitswesens.

Kreis 8

Der Kreis 8 entspricht dem historischen Riesbach und liegt am rechten Ufer des Zürichsees südöstlich der Innenstadt. Statistisch wird er in Seefeld, Mühlebach und Weinegg unterteilt.

Das Seefeld gehört mit seinen Seeanlagen, Restaurants und kulturellen Einrichtungen zu den bekanntesten Wohn- und Freizeitgebieten der Stadt. Weiter landeinwärts liegen Mühlebach und Weinegg.

Riesbach wurde 1893 nach Zürich eingemeindet. Bei der Neuordnung der Stadtkreise im frühen 20. Jahrhundert entstand daraus der heutige Kreis 8.

Kreis 9

Der Kreis 9 besteht aus Albisrieden und Altstetten. Beide Gemeinden wurden im Zuge der zweiten grossen Eingemeindung 1934 Teil Zürichs.

Altstetten entwickelte sich zu einem der wichtigsten Wohn-, Arbeits- und Verkehrszentren im Westen der Stadt. Der Bahnhof Zürich Altstetten ist ein bedeutender Knoten des Zürcher Bahn- und S-Bahn-Verkehrs.

Albisrieden liegt südlich von Altstetten am Fuss des Uetlibergs. Der ehemalige Dorfkern ist stellenweise bis heute erkennbar, während grosse Teile des Quartiers im 20. und 21. Jahrhundert stark überbaut wurden.

Kreis 10

Der Kreis 10 umfasst Höngg und Wipkingen auf der nördlichen Seite der Limmat.

Wipkingen gehörte bereits seit der Eingemeindung von 1893 zur Stadt Zürich. Höngg wurde 1934 eingemeindet. Im Rahmen der damaligen Neuordnung wurden beide Gebiete zum Kreis 10 zusammengefasst.[1]

Wipkingen besitzt aufgrund seiner Nähe zur Innenstadt eine vergleichsweise dichte Bebauung. Höngg erstreckt sich weiter westlich bis an den Hönggerberg und weist neben Wohngebieten auch grössere Grün- und Rebflächen auf. Auf dem Hönggerberg befindet sich ein bedeutender Campus der ETH Zürich.

Kreis 11

Der Kreis 11 umfasst Affoltern, Oerlikon und Seebach im Norden Zürichs. Alle drei ehemaligen Gemeinden wurden 1934 nach Zürich eingemeindet.

Oerlikon entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert zu einem bedeutenden Industrie- und Verkehrszentrum. Heute bildet das Quartier mit dem Bahnhof Zürich Oerlikon, grossen Büro- und Wohngebieten sowie Veranstaltungsstätten eines der wichtigsten städtischen Nebenzentren.

Affoltern und Seebach haben vor allem seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum erlebt. Der Kreis gehört zu den bevölkerungsreichsten Teilen Zürichs.

Bis 1971 gehörte auch Schwamendingen zum Kreis 11.

Kreis 12

Der Kreis 12 entspricht dem Stadtquartier Schwamendingen und umfasst die Statistischen Quartiere Saatlen, Schwamendingen-Mitte und Hirzenbach.

Schwamendingen wurde 1934 nach Zürich eingemeindet und zunächst dem Kreis 11 zugeteilt. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums nach dem Zweiten Weltkrieg gewann das Gebiet erheblich an Bedeutung. 1971 wurde Schwamendingen vom Kreis 11 getrennt und zum neuen Kreis 12. Damit erhielt Zürich seine bis heute bestehende Zahl von zwölf Stadtkreisen.[1]

Das Stadtbild Schwamendingens wird stark durch Wohnsiedlungen des 20. Jahrhunderts geprägt. In den vergangenen Jahrzehnten kamen zahlreiche Neubauten und Verdichtungsprojekte hinzu.

Geschichte

Zürich vor 1893

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Gemeindegebiet Zürichs wesentlich kleiner als heute. Die historische Stadt umfasste im Wesentlichen die Altstadt und die unmittelbar angrenzenden Gebiete. Rund um Zürich lagen zahlreiche politisch selbständige Gemeinden.

Mit Industrialisierung und starkem Bevölkerungswachstum verschwammen die Grenzen zwischen der Stadt und ihren Vororten zunehmend. Besonders Aussersihl entwickelte sich zu einem dicht bevölkerten Industrie- und Arbeitergebiet, während sich auch Wiedikon, Riesbach, Enge und andere Nachbargemeinden rasch urbanisierten.

Erste Eingemeindung 1893

Am 1. Januar 1893 wurden elf Nachbargemeinden mit der Stadt Zürich vereinigt: Aussersihl, Enge einschliesslich Leimbach, Fluntern, Hirslanden, Hottingen, Oberstrass, Riesbach, Unterstrass, Wiedikon, Wipkingen und Wollishofen.[4]

Mit dieser ersten grossen Stadterweiterung wurde Zürich zur Grossstadt. Das vergrösserte Gemeindegebiet wurde zunächst in fünf Stadtkreise gegliedert.

Die neue Stadt vereinigte sehr unterschiedliche Gebiete: die historische Innenstadt, rasch wachsende Industriequartiere, bürgerliche Wohnlagen und teilweise noch stark ländlich geprägte ehemalige Gemeinden.

Neuordnung 1913

Die ursprüngliche Einteilung in fünf Kreise erwies sich angesichts des starken Wachstums bald als unzureichend. 1913 wurde die Zahl der Stadtkreise deshalb auf acht erhöht.[1]

Aus dieser Neuordnung gingen wesentliche Elemente der heutigen innerstädtischen Kreisstruktur hervor. Die Kreise 1 bis 8 entsprechen in ihren Grundzügen bis heute der damaligen Gliederung, auch wenn es später einzelne Anpassungen gab.

Zweite Eingemeindung 1934

Die zweite grosse Stadterweiterung trat am 1. Januar 1934 in Kraft. Eingemeindet wurden die acht bis dahin selbständigen Gemeinden Affoltern, Albisrieden, Altstetten, Höngg, Oerlikon, Schwamendingen, Seebach und Witikon.[4]

Dadurch erreichte das Gemeindegebiet Zürichs im Wesentlichen seine heutige geografische Ausdehnung. Gleichzeitig wurde die Zahl der Stadtkreise auf elf erhöht.

Albisrieden und Altstetten bildeten den Kreis 9. Höngg wurde mit dem bereits seit 1893 zu Zürich gehörenden Wipkingen zum Kreis 10 zusammengefasst. Affoltern, Oerlikon, Seebach und Schwamendingen bildeten den Kreis 11. Witikon wurde dem bestehenden Kreis 7 zugeteilt.[1]

Entstehung des Kreises 12

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Schwamendingen von einem ehemaligen Dorf zu einem grossen städtischen Wohngebiet. Die Bevölkerungszahl nahm stark zu, und zahlreiche Wohnsiedlungen entstanden.

1971 wurde Schwamendingen deshalb organisatorisch vom Kreis 11 getrennt und als Kreis 12 verselbständigt. Seit dieser Änderung besteht die heutige Einteilung Zürichs in zwölf Stadtkreise.[1]

Bedeutung im Alltag

Die Kreisnummern besitzen in Zürich eine starke identitätsstiftende Funktion. Einwohnerinnen und Einwohner bezeichnen ihren Wohnort häufig nicht nur mit dem Namen des Quartiers, sondern auch mit der Nummer des jeweiligen Stadtkreises.

Bezeichnungen wie «Kreis 4», «Kreis 5» oder «Kreis 7» werden auch ausserhalb administrativer Zusammenhänge verwendet. Besonders die Kreise 4 und 5 entwickelten sich zu geläufigen Bezeichnungen für bestimmte urbane Lebensräume, die in Medien, Kultur und Gastronomie regelmässig verwendet werden.

Die Kreisgrenzen spielen ausserdem für zahlreiche statistische Auswertungen und Teile der städtischen Organisation eine Rolle. Statistik Stadt Zürich veröffentlicht regelmässig Angaben zur Bevölkerungsentwicklung, Wohnsituation, Bautätigkeit, Wirtschaft und gesellschaftlichen Struktur nach Stadtkreisen und Quartieren.

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungsverteilung zwischen den zwölf Stadtkreisen hat sich im Laufe der Geschichte erheblich verändert. Die Innenstadt hatte früher einen wesentlich grösseren Anteil an der Gesamtbevölkerung, während die äusseren Stadtgebiete noch dörflich oder landwirtschaftlich geprägt waren.

Mit der Urbanisierung verlagerten sich die Wachstumsschwerpunkte zunächst in die ehemaligen Vororte und später zunehmend an den Stadtrand. Besonders die heutigen Kreise 9, 11 und 12 entwickelten sich im 20. Jahrhundert zu grossen Wohngebieten.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird auch in bereits dicht bebauten Stadtteilen zusätzlicher Wohnraum geschaffen. Bedeutende Entwicklungsgebiete befinden oder befanden sich unter anderem in Zürich-West, Altstetten, Oerlikon, Affoltern und Schwamendingen.

Ende 2025 zählte die Stadt Zürich 452'421 Einwohnerinnen und Einwohner und erreichte damit einen neuen historischen Höchststand.[5]

Stadtentwicklung und unterschiedliche Charaktere

Die Stadtkreise unterscheiden sich deutlich voneinander. Der Kreis 1 ist vor allem durch die historische Innenstadt, Verwaltung, Handel und Tourismus geprägt. Die Kreise 4 und 5 besitzen eine starke industrielle und arbeitergeschichtliche Tradition und zählen heute zu den urbansten Gebieten Zürichs.

Die Kreise 6, 7 und 8 umfassen zahlreiche etablierte Wohngebiete an den Hängen des Zürichbergs beziehungsweise am rechten Zürichseeufer. Die Kreise 9 bis 12 enthalten grosse Gebiete, die erst 1934 eingemeindet wurden und deren Wachstum besonders stark durch die Stadtentwicklung des 20. Jahrhunderts geprägt wurde.

Diese Unterschiede sind bis heute im Stadtbild sichtbar. Ehemalige Dorfkerne finden sich beispielsweise in Höngg, Albisrieden, Affoltern, Seebach oder Witikon, während nur wenige Kilometer entfernt hochverdichtete Geschäfts-, Industrie- und Wohngebiete liegen.

Verkehr

Das öffentliche Verkehrsnetz verbindet alle zwölf Stadtkreise eng miteinander. Das wichtigste Zentrum des Bahnverkehrs ist der Zürich Hauptbahnhof, der unmittelbar am Kreis 1 liegt und zugleich an die Kreise 4 und 5 grenzt.

Das Tramnetz der Verkehrsbetriebe Zürich erschliesst einen grossen Teil der inneren und mittleren Stadtkreise. Buslinien übernehmen insbesondere in den höher gelegenen und äusseren Gebieten eine wichtige Funktion.

Mehrere Bahnhöfe der S-Bahn Zürich bilden wichtige dezentrale Verkehrsknoten, darunter Zürich Altstetten, Zürich Oerlikon, Zürich Enge, Zürich Wiedikon, Zürich Hardbrücke und Zürich Stadelhofen.

Die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs trug wesentlich dazu bei, dass die ehemals selbständigen Gemeinden mit der Kernstadt zu einem zusammenhängenden urbanen Raum zusammenwuchsen.

Statistische Gliederung

Für statistische Zwecke verwendet die Stadt Zürich eine feinere räumliche Einteilung als die zwölf Stadtkreise. Die 34 Statistischen Quartiere ermöglichen detailliertere Aussagen über Bevölkerungsstruktur, Wohnungen, Bautätigkeit, Verkehr und andere Merkmale.

Diese 34 Quartiere bestehen wiederum aus insgesamt 216 statistischen Zonen. Jedes Statistische Quartier ist in mehrere solcher Zonen unterteilt. Die Zonen stellen die kleinste flächendeckende statistische Gebietseinheit der Stadt dar.[6]

Die statistischen Zonen besitzen Nummern und zusätzlich inoffizielle Namen, die sich häufig auf bekannte Strassen, Plätze oder lokale Gebietsbezeichnungen beziehen.

Abgrenzung zu anderen Gebietseinteilungen

Die Stadtkreise dürfen nicht mit anderen räumlichen Gliederungen innerhalb Zürichs gleichgesetzt werden. Für unterschiedliche öffentliche Aufgaben bestehen teilweise eigene Gebietseinteilungen, deren Grenzen nicht zwingend mit den zwölf Stadtkreisen übereinstimmen.

Dazu gehören beispielsweise Schulkreise, kirchliche Gebiete, Polizeistrukturen, Postleitzahlgebiete und verschiedene Planungsräume. Auch im öffentlichen Verkehr folgen Liniennetze und Tarifstrukturen anderen räumlichen Prinzipien.

Die Stadtkreise bilden jedoch die bekannteste und dauerhafteste grossräumige Einteilung der Stadt.

Siehe auch

Einzelnachweise