Oberstrass

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Oberstrass ist ein Quartier der Stadt Zürich und bildet zusammen mit Unterstrass den Kreis 6. Die ehemals selbständige politische Gemeinde Oberstrass wurde auf den 1. Januar 1893 im Rahmen der ersten Zürcher Eingemeindung in die Stadt Zürich aufgenommen.

Das Quartier erstreckt sich von den Hochschulgebieten unmittelbar oberhalb der Innenstadt über die dicht bebauten Wohngebiete an der Universitäts- und Culmannstrasse bis zu den bewaldeten Höhen des Zürichbergs. Oberstrass wird stark von seiner Nähe zur ETH Zürich und zur Universität Zürich geprägt. Mehrere Institute der ETH liegen entlang der Universitätsstrasse und im südlichen Quartierteil, während der Campus Irchel der Universität Zürich einen weiteren bedeutenden Bildungs- und Forschungsstandort im Bereich des Quartiers bildet.

Zu den charakteristischen Orten von Oberstrass gehören der Rigiplatz, die Seilbahn Rigiblick, das Rigiviertel, die Universitätsstrasse und die ausgedehnten Waldflächen am Zürichberg. Das Quartier besitzt sowohl dicht bebaute städtische Strassenzüge als auch ruhige Villen- und Wohngebiete mit grosszügigen Gärten.

Oberstrass
Stadt Zürich
Stadtkreis Kreis 6
Quartiernummer 063
Fläche 2,64 km²
Einwohner 11'008
Einwohnerstand 31. Dezember 2025
Postleitzahl 8006
Eingemeindung 1. Januar 1893
Ehemalige Gemeinde Oberstrass
Höhe ca. 487 m ü. M.
Koordinaten 47° 23′ 04″ N, 8° 32′ 54″ O

Geografie

Oberstrass liegt nordöstlich der Zürcher Innenstadt am westlichen und nordwestlichen Hang des Zürichbergs. Das Quartier steigt vom Hochschulgebiet in Richtung Zürichberg deutlich an und weist deshalb beträchtliche Höhenunterschiede auf.

Im Westen grenzt Oberstrass an Unterstrass. Im Süden und Südosten schliessen die Quartiere Hochschulen im Kreis 1 und Fluntern im Kreis 7 an. Im Norden reicht das Quartier bis in den Bereich des Irchels und gegen Oerlikon. Auf dem Zürichberg grenzen seine Waldgebiete an diejenigen von Fluntern und Schwamendingen.

Die Grenze zu Unterstrass verläuft teilweise kompliziert durch das dicht bebaute Gebiet und den Irchelpark. Im Bereich der Hochschulen folgt die Quartiergrenze unter anderem Strassenzügen und historischen Grundstücksgrenzen.[1]

Ein grosser Teil der Fläche von Oberstrass ist nicht überbaut. Die Waldgebiete am Zürichberg nehmen einen erheblichen Anteil des Quartiergebiets ein und bilden ein wichtiges Naherholungsgebiet.

Name

Der Name Oberstrass leitet sich von der historischen «oberen Strasse» ab, die von Zürich in Richtung Winterthur führte.

Ihr Gegenstück war die «untere Strasse», nach der das heutige Quartier Unterstrass benannt ist. Diese verlief in Richtung Kloten und Bülach.

Die obere Strasse verliess die mittelalterliche Stadt beim Neumarkt und führte durch das Gebiet der heutigen Hochschulen den Zürichberg hinauf. Teile ihres Verlaufs entsprechen ungefähr der heutigen Sonnegg-, Culmann- und Frohburgstrasse.[2]

Oberstrass ist als Ortsbezeichnung seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen. In Quellen erscheint der Name spätestens in den 1370er-Jahren.

Geschichte

Mittelalter

Schon im Mittelalter bestanden entlang der oberen Strasse einzelne Höfe. Die Bevölkerung lebte überwiegend von Landwirtschaft, Viehzucht und Weinbau.

Eine geschlossene Dorfsiedlung wie in verschiedenen anderen Zürcher Vororten bildete sich zunächst kaum. Stattdessen bestand Oberstrass aus verstreuten Hofgruppen und Einzelhöfen am Zürichberg.

Die Lage an der Verkehrsverbindung von Zürich in Richtung Winterthur verlieh dem Gebiet dennoch eine gewisse Bedeutung.

Die sonnigen Hänge des Zürichbergs eigneten sich besonders für den Weinbau. Rebberge prägten über Jahrhunderte grosse Teile des unteren und mittleren Hangs.

Krattenturm und Letzi

Eine bedeutende mittelalterliche Verteidigungsanlage befand sich im oberen Teil von Oberstrass.

Der Krattenturm stand am bergseitigen Ende der sogenannten äusseren Letzi zwischen dem Peterstobel und dem Nachtweidbach. Der Wehr- und Wachturm gehörte zu einem Verteidigungssystem, das den Zugang aus dem Glattal in Richtung Zürich sichern sollte.

Der Turm diente zugleich als Beobachtungs- und Signalstation. Bei drohenden Angriffen konnten Rauchsignale gegeben werden.

Krattenturm und Letzigraben werden bereits im 14. Jahrhundert im Zusammenhang mit militärischen Auseinandersetzungen erwähnt.

Während des Alten Zürichkriegs wurde der Krattenturm am 30. April 1444 zerstört. Die verbliebenen Steine wurden später vermutlich als Baumaterial verwendet.[3]

Der Turm ist heute vollständig verschwunden, lebt jedoch im Wappen von Oberstrass weiter.

Frühe Neuzeit

In der frühen Neuzeit gehörte Oberstrass zum Herrschaftsgebiet der Stadt Zürich.

Die Bevölkerung bestand hauptsächlich aus Bauern, Rebleuten und Handwerkern. Noch um 1500 waren auf dem weitläufigen Gebiet nur einige Dutzend Höfe vorhanden.

Die Nähe zur Stadt führte jedoch zu einer zunehmenden wirtschaftlichen Verflechtung. Landwirtschaftliche Produkte und Wein wurden auf den Zürcher Märkten verkauft, während einzelne Stadtbürger am Zürichberg Grundstücke und Landsitze besassen.

Bis ins 18. Jahrhundert blieb Oberstrass dennoch weitgehend ländlich geprägt.

Politische Gemeinde

Mit dem Ende des Ancien Régime und der Gründung der Helvetischen Republik 1798 änderten sich die politischen Strukturen grundlegend.

Aus der früheren Wacht Oberstrass entstand eine moderne Gemeinde mit eigener Gemeindeverwaltung.

Bei der Volkszählung von 1798 lebten lediglich einige hundert Personen in Oberstrass. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung jedoch stark.

Die politische Gemeinde Oberstrass bestand von 1798 bis 1892.

Wachstum im 19. Jahrhundert

Die Industrialisierung Zürichs veränderte Oberstrass grundlegend.

Durch das Wachstum der Stadt nahm die Nachfrage nach Wohnraum ausserhalb der historischen Stadtbefestigungen stark zu. Besonders die stadtnahen Bereiche entlang der heutigen Universitäts- und Culmannstrasse wurden zunehmend bebaut.

Oberstrass entwickelte sich dabei anders als die grossen Arbeitervororte Aussersihl oder Wipkingen. Die sonnige Hanglage am Zürichberg zog auch wohlhabende Familien, Unternehmer, Professoren und Akademiker an.

Neben dichter bebauten Mietshausgebieten entstanden Villen und freistehende Mehrfamilienhäuser mit grossen Gärten.

Die Bevölkerungszahl stieg bis zur Eingemeindung auf mehrere Tausend Personen.

Hochschulen und Oberstrass

Die Entwicklung der Zürcher Hochschulen beeinflusste Oberstrass besonders stark.

Die heutige ETH Zürich wurde 1855 als Eidgenössisches Polytechnikum eröffnet. Ihr Hauptgebäude entstand oberhalb der Altstadt unmittelbar südlich von Oberstrass.

Mit dem weiteren Ausbau der Hochschule entstanden zahlreiche Institute im Bereich der heutigen Universitäts-, Tannen-, Clausius- und Sonneggstrasse.

Zu den bedeutenden historischen ETH-Gebäuden im Umfeld gehören das Naturwissenschaftliche Institut und das Maschinenlaboratorium.

Die Präsenz der ETH führte dazu, dass zahlreiche Studierende, Professorinnen und Professoren sowie andere Hochschulangehörige im Quartier wohnten beziehungsweise arbeiten.

Bis heute gehört die Nähe zu den Hochschulen zu den wichtigsten Merkmalen Oberstrass'.[1]

Escherhäuser

An der Sonneggstrasse befanden sich ab 1859 die sogenannten Escherhäuser.

Sie gehörten zu den frühen Arbeitersiedlungen Zürichs und entstanden in einer Phase starken industriellen Wachstums.

Die Gebäude lagen im Bereich der heutigen Einmündung der Haldenbachstrasse und bestanden bis 1950.[1]

Die Escherhäuser erinnern daran, dass Oberstrass im 19. Jahrhundert nicht ausschliesslich ein bürgerliches Villenquartier war, sondern auch Wohnraum für Arbeiterfamilien bot.

Eingemeindung von 1893

Am 1. Januar 1893 wurde Oberstrass zusammen mit zehn weiteren Nachbargemeinden in die Stadt Zürich eingemeindet.

Zu den gleichzeitig eingemeindeten Gemeinden gehörten unter anderem:

Die erste grosse Stadterweiterung machte Zürich zur ersten Schweizer Grossstadt mit mehr als 100'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.[4]

Oberstrass, Unterstrass und Wipkingen wurden zunächst zu einem gemeinsamen Stadtkreis zusammengefasst.

Entstehung des Kreises 6

1913 wurde die Einteilung der Zürcher Stadtkreise grundlegend überarbeitet.

Oberstrass und Unterstrass bildeten fortan den neuen Kreis 6. Wipkingen wurde einem anderen Stadtkreis zugeteilt und gehört heute zusammen mit Höngg zum Kreis 10.

Die Kombination von Oberstrass und Unterstrass im Kreis 6 besteht seither unverändert.

Trotz ihrer gemeinsamen administrativen Zugehörigkeit besitzen die beiden Quartiere unterschiedliche städtebauliche und historische Merkmale.

Entwicklung nach 1893

Nach der Eingemeindung setzte sich die Bautätigkeit fort.

Zwischen der Innenstadt und dem Rigiplatz entstanden zahlreiche mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser. In den höher gelegenen Gebieten dominierten dagegen Villen, kleinere Mehrfamilienhäuser und Einfamilienhäuser.

Besonders in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde ein grosser Teil des heutigen Wohnungsbestands errichtet.

Rund die Hälfte der heutigen Wohnungen stammt aus der Zeit zwischen 1893 und 1930.[1]

Das Strassenbild dieser Epoche ist insbesondere entlang der Universitätsstrasse, Culmannstrasse und verschiedener Seitenstrassen noch deutlich erkennbar.

Universitätsstrasse

Die Universitätsstrasse gehört zu den wichtigsten Verkehrs- und Geschäftsachsen des Quartiers.

Sie führt vom Hochschulgebiet in nordöstlicher Richtung zum Rigiplatz und weiter in Richtung Winterthurerstrasse.

Entlang der Strasse befinden sich Wohn- und Geschäftshäuser, Restaurants, kleinere Läden und zahlreiche Einrichtungen der ETH Zürich.

Die dichte, meist strassenbegleitende Bebauung stammt vor allem aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Der Verlauf dokumentiert die starke städtische Expansion Zürichs nach Norden während der Industrialisierung.

Culmannstrasse

Die Culmannstrasse verläuft teilweise entlang der historischen oberen Strasse, die dem Quartier seinen Namen gab.

Entlang der Strasse haben sich neben städtischen Wohnhäusern auch einzelne ältere Gebäude erhalten, die an die frühere ländliche Struktur Oberstrass' erinnern.

Sie bildet heute eine ruhigere Parallelachse zur stärker vom öffentlichen Verkehr geprägten Universitätsstrasse.

Rigiplatz

Der Rigiplatz bildet eines der wichtigsten lokalen Zentren des Quartiers.

Mehrere Strassen treffen hier zusammen. Geschäfte, Gastronomie, öffentliche Einrichtungen und Haltestellen des öffentlichen Verkehrs konzentrieren sich im Umfeld.

Der Platz ist insbesondere durch seine Lage unmittelbar bei der Talstation der Seilbahn Rigiblick bekannt.

Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich der Rigiplatz zusammen mit den umliegenden Strassenzügen zu einem städtischen Quartierzentrum.

Seilbahn Rigiblick

Hauptartikel: Seilbahn Rigiblick

Die Seilbahn Rigiblick gehört zu den bekanntesten Verkehrsmitteln Oberstrass'.

Ende des 19. Jahrhunderts bestand zunächst die Idee, eine Tramlinie vom Hochschulgebiet über den Rigiplatz bis auf den Zürichberg zu bauen. Das Projekt wurde jedoch nicht verwirklicht.

Stattdessen nahm am 4. April 1901 die damalige Seilbahn Rigiviertel ihren Betrieb auf.[5]

Die Bahn verband ursprünglich die Universitätsstrasse mit der Germaniastrasse. Später wurde sie umfassend erneuert und bis zur heutigen Bergstation Rigiblick verlängert.

Heute wird die Standseilbahn von den Verkehrsbetrieben Zürich betrieben.

Sie verfügt neben der Tal- und Bergstation über mehrere Zwischenhalte und überwindet auf ihrer kurzen Strecke eine erhebliche Steigung.

2025 wurde die Anlage umfassend modernisiert und erhielt neue Kabinen. Am 26. September 2025 nahm die erneuerte Seilbahn den regulären Betrieb auf.[5]

Rigiblick

Das Gebiet Rigiblick liegt am Zürichberg oberhalb der dichter bebauten Teile Oberstrass'.

Der Name verweist auf die Aussicht in Richtung Zentralschweiz und Rigi.

Das Quartiergebiet ist locker bebaut und von Villen, Mehrfamilienhäusern und grossen Grünflächen geprägt.

Von hier führen zahlreiche Wege in die Wälder des Zürichbergs.

Kurhaus und Theater Rigiblick

Im Bereich der Bergstation befindet sich der historische Rigiblick.

Das frühere Kurhaus wurde 1901 im Zusammenhang mit der Entwicklung des Zürichbergs als Wohn- und Ausflugsgebiet errichtet.

Über Jahrzehnte wurde die Anlage gastronomisch und als Kurhaus genutzt.

Der ehemalige Veranstaltungssaal wird heute vom Theater Rigiblick genutzt und gehört zu den bekannten kleineren Bühnen Zürichs.

2025 beschloss die Stadt Zürich, auch den bisher noch privaten Anteil der denkmalgeschützten Liegenschaft zu erwerben. Damit befinden sich Theater-, Gastronomie- und Hotelbereiche langfristig im Eigentum der Stadt.[6]

Universität Zürich Irchel

Hauptartikel: Campus Irchel

Im nördlichen Bereich von Oberstrass beziehungsweise an der Grenze zu Unterstrass liegt ein Teil des Campus Irchel der Universität Zürich.

Das Areal wurde auf dem Gelände der ehemaligen landwirtschaftlichen Schule entwickelt.

Zwischen 1971 und 1979 entstanden die ersten Gebäude des Universitätsstandorts.[1]

Der Campus beherbergt hauptsächlich naturwissenschaftliche, medizinische und verwandte Institute.

In unmittelbarer Nähe befindet sich das Tierspital Zürich.

Der Standort Irchel wird langfristig erneuert und erweitert. Die Universität Zürich verfolgt eine Strategie, ihre Aktivitäten insbesondere an den beiden grossen Standorten Zentrum und Irchel zu konzentrieren.[7]

Tierspital

Das Tierspital Zürich ist Teil der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich und liegt im nördlichen Gebiet von Oberstrass.

Der umfangreiche Klinik- und Forschungsstandort besitzt sowohl für die tiermedizinische Versorgung als auch für Forschung und Ausbildung grosse Bedeutung.

Im Umfeld des Tierspitals sind im Rahmen der langfristigen Entwicklung des Campus Irchel zusätzliche Universitätsbauten vorgesehen.[1]

Zürichberg

Hauptartikel: Zürichberg

Der obere Teil Oberstrass' umfasst ausgedehnte Waldflächen am Zürichberg.

Der Wald bildet eines der wichtigsten Naherholungsgebiete Zürichs. Ein dichtes Netz von Spazier-, Wander- und Velowegen verbindet Oberstrass mit Fluntern, Schwamendingen und weiteren Teilen des Zürichbergs.

Etwa ein Viertel des Zürichbergwaldes wird statistisch Oberstrass zugerechnet.[1]

Die Waldflächen stehen in starkem Gegensatz zu den dicht bebauten Gebieten entlang der Universitätsstrasse.

Bevölkerung

Ende 2025 lebten 11'008 Personen in Oberstrass.

Die Bevölkerungsentwicklung verlief im 20. Jahrhundert nicht gleichmässig. Nach dem starken Wachstum während der Industrialisierung und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm die Wohnbevölkerung später teilweise ab.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist wieder eine leichte Zunahme zu beobachten.

Die Nähe zu ETH und Universität beeinflusst die Bevölkerungsstruktur. Studierende, wissenschaftliche Mitarbeitende und Hochschulangehörige bilden einen sichtbaren Teil der Quartierbevölkerung.

Gleichzeitig verfügt Oberstrass über zahlreiche seit Jahrzehnten etablierte Wohngebiete und einen relativ hohen Anteil grösserer Wohnungen.

Wohnen

Oberstrass gehört zu den gefragten Wohnlagen Zürichs.

Die Bebauungsstruktur unterscheidet sich stark nach Höhenlage.

In den unteren Quartierteilen dominieren mehrgeschossige Mietshäuser aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Weiter oben am Zürichberg finden sich häufiger:

  • Villen
  • freistehende Mehrfamilienhäuser
  • Einfamilienhäuser
  • Reihenhäuser
  • Gebäude mit grossen Gärten

Rund die Hälfte des Wohnungsbestands entstand zwischen 1893 und 1930.[1]

Der Anteil gemeinnütziger Wohnungen ist im Vergleich zum Zürcher Durchschnitt gering.

Reihenhaussiedlungen

Auch einige charakteristische Reihenhaussiedlungen gehören zum baulichen Erbe Oberstrass'.

Ein Beispiel befindet sich am Zanggerweg. Die 1926 errichtete Anlage umfasst mehrere Dutzend Reihenhäuser und einen Kindergarten.

Gebäude und Gärten stehen unter Schutz und dokumentieren die Wohnbauentwicklung der Zwischenkriegszeit.[8]

Wirtschaft und Arbeitsplätze

Oberstrass ist sowohl Wohn- als auch Arbeitsplatzquartier.

Eine besonders grosse Rolle spielen:

  • Hochschulen und Forschung
  • Gesundheitswesen
  • Bildung
  • öffentliche Verwaltung
  • Gastronomie
  • Detailhandel
  • wissenschaftsnahe Dienstleistungen

2023 wurden im Quartier mehr als 14'000 Beschäftigte gezählt.[9]

Damit übersteigt die Zahl der Arbeitsplätze die Wohnbevölkerung deutlich.

Die Hochschulinstitute und das Tierspital gehören zu den wichtigsten Arbeitsplatzkonzentrationen.

Öffentlicher Verkehr

Oberstrass verfügt über eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Die wichtigste Tramachse verläuft entlang der Universitätsstrasse und Winterthurerstrasse.

Von dort bestehen direkte Verbindungen zur Innenstadt, zum Hauptbahnhof, nach Oerlikon und in weitere Stadtteile.

Buslinien erschliessen zusätzliche Wohngebiete und den Campus Irchel.

Eine besondere Rolle spielt die Seilbahn Rigiblick, welche die steilen Wohngebiete des Zürichbergs mit der Universitätsstrasse verbindet.

Tramverkehr

Tramlinien verkehren durch den unteren und mittleren Teil Oberstrass'.

Wichtige Haltestellen sind unter anderem:

  • Haldenegg
  • Sonneggstrasse
  • Seilbahn Rigiblick
  • Guggachstrasse
  • Milchbuck im angrenzenden Gebiet

Durch die Tramverbindungen sind sowohl das Hochschulgebiet als auch der Bahnhof Oerlikon schnell erreichbar.

Strassenverkehr

Zu den bedeutenden Strassen des Quartiers gehören:

  • Universitätsstrasse
  • Winterthurerstrasse
  • Culmannstrasse
  • Frohburgstrasse
  • Gladbachstrasse
  • Rigistrasse
  • Germaniastrasse
  • Clausiusstrasse

Die Universitäts- und Winterthurerstrasse bilden eine wichtige Verkehrsachse zwischen Innenstadt und Zürich Nord.

In den höher gelegenen Wohngebieten ist der Verkehr wesentlich geringer.

Fuss- und Veloverkehr

Aufgrund der starken Steigungen ist der Veloverkehr in Oberstrass anspruchsvoller als in den flachen Stadtteilen.

Mit der zunehmenden Verbreitung von E-Bikes hat seine Bedeutung jedoch stark zugenommen.

Zahlreiche Fusswege und Treppen verbinden die unterschiedlichen Höhenlagen.

Im Zürichbergwald bestehen vielfältige Freizeitverbindungen für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie für Velofahrende.

Schulen und Bildung

Neben den Hochschulen verfügt Oberstrass über verschiedene öffentliche Schulen und Kindergärten.

Die besondere Bedeutung des Bildungssektors ergibt sich jedoch vor allem aus der unmittelbaren Nähe zu ETH und Universität.

In keinem anderen Bereich des Quartiers ist die Verbindung zwischen Wohnen, Forschung und Hochschulbetrieb so deutlich sichtbar wie entlang der Universitäts- und Clausiusstrasse.

Gesundheitswesen

Neben dem Tierspital bestehen im Quartier verschiedene medizinische und soziale Einrichtungen.

An der Langensteinenstrasse befindet sich der Standort des früheren Gesundheitszentrums für das Alter Oberstrass.

Das 1972 errichtete Gebäude wurde Ende 2023 als Pflegezentrum ausser Betrieb genommen. Die Stadt plant an gleicher Stelle einen Ersatzneubau mit rund 120 Plätzen für spezialisierte Pflege.[10]

Grünräume

Die ausgedehnten Zürichbergwälder bilden den wichtigsten Grünraum Oberstrass'.

Daneben prägen private Gärten, Vorgärten und der teilweise sehr alte Baumbestand die höher gelegenen Wohngebiete.

Kleinere öffentliche Grünanlagen befinden sich unter anderem beim Rigiplatz und innerhalb verschiedener Wohnquartiere.

Der starke Gegensatz zwischen dicht bebauter Universitätsstrasse und bewaldetem Zürichberg ist eines der charakteristischsten Merkmale des Quartiers.

Naherholung

Der Zürichberg ist von Oberstrass aus auf zahlreichen Wegen erreichbar.

Beliebte Ziele sind unter anderem:

  • Rigiblick
  • Zürichbergwald
  • Irchelpark
  • Waldwege in Richtung Zoo Zürich
  • Wege nach Fluntern
  • Übergänge nach Schwamendingen

Die Höhenlage bietet an verschiedenen Stellen Aussicht über Zürich, den Zürichsee und bei klarer Sicht bis in die Alpen.

Architektur und Stadtbild

Oberstrass besitzt ein vielfältiges Stadtbild.

In den unteren Bereichen prägen weitgehend geschlossene Strassenzüge mit Wohn- und Geschäftshäusern das Bild. Viele Gebäude stammen aus der Zeit um 1900.

Am mittleren Zürichberghang wird die Bebauung lockerer. Villen und freistehende Mehrfamilienhäuser stehen häufig in grossen Gärten.

Weiter oben gehen die Siedlungen schliesslich in Wald über.

Eine eigene architektonische Kategorie bilden die Hochschulgebäude, die vor allem im südlichen und nördlichen Quartierbereich grössere Bauvolumen aufweisen.

Wappen

Das historische Wappen von Oberstrass zeigt in Blau den ehemaligen Krattenturm mit silbernem Gemäuer und roten Dächern.

Der Turm erinnert an die mittelalterliche Verteidigungsanlage auf dem Zürichberg.

Obwohl der Krattenturm bereits 1444 zerstört wurde, blieb er ein wichtiges Symbol der lokalen Geschichte.

Das Wappen wird heute unter anderem von Quartierorganisationen und der Zunft zu Oberstrass verwendet.

Zunft zu Oberstrass

Die Zunft zu Oberstrass wurde 1925 gegründet.

Ihre Entstehung steht im Zusammenhang mit dem Wunsch der ehemaligen Vorortsgemeinden, nach der Eingemeindung stärker im Zürcher Zunftwesen vertreten zu sein.

Am 20. April 1925 konstituierte sich die neue Zunft. Im September desselben Jahres wurde sie in den Verband der Zürcher Zünfte aufgenommen.[11]

Ihr Wappen zeigt ebenfalls den Krattenturm.

Das Zunfthaus befindet sich im traditionsreichen Gasthof Linde Oberstrass an der Universitätsstrasse.

Die Zunft nimmt jährlich am Sechseläuten teil.

Linde Oberstrass

Die Linde Oberstrass an der Universitätsstrasse ist ein traditionsreicher Gastronomiebetrieb und das Zunfthaus der Zunft zu Oberstrass.

Das Haus liegt an einer der wichtigsten historischen Verkehrsachsen des Quartiers und gehört zu den bekannten Treffpunkten des lokalen gesellschaftlichen Lebens.

Neben dem Restaurant wird ein Saal für Zunftveranstaltungen und weitere Anlässe genutzt.

Quartieridentität

Oberstrass besitzt trotz seiner unmittelbaren Nähe zur Innenstadt eine ausgeprägte lokale Identität.

Dazu tragen insbesondere bei:

  • die Geschichte als selbständige Gemeinde
  • der Krattenturm als historisches Symbol
  • die Zunft zu Oberstrass
  • der Rigiplatz
  • die Linde Oberstrass
  • die Seilbahn Rigiblick
  • die Lage am Zürichberg

Die Grenze zu Unterstrass ist im dicht bebauten Stadtgebiet nicht überall unmittelbar erkennbar. Dennoch werden die beiden Quartiere im lokalen Bewusstsein häufig klar voneinander unterschieden.

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Oberstrass verfügt innerhalb der bestehenden Bauzone nur noch über begrenzte grössere Entwicklungsflächen.

Neue Wohnungen entstehen deshalb hauptsächlich durch:

  • Ersatzneubauten
  • Dachausbauten
  • Umbauten
  • Verdichtung bestehender Grundstücke

Gleichzeitig müssen historisch wertvolle Gebäude, Gärten und Baumbestände berücksichtigt werden.

Eine grössere bauliche Entwicklung findet vor allem im Umfeld des Campus Irchel und des Tierspitals statt.

Die Universität Zürich plant dort langfristig zusätzliche Forschungs-, Lehr- und Infrastrukturgebäude.

Bedeutung innerhalb Zürichs

Oberstrass verbindet mehrere für Zürich typische Entwicklungen auf engem Raum.

Das Quartier entwickelte sich von einer lockeren mittelalterlichen Hoflandschaft über eine selbständige Vorortsgemeinde zu einem dicht mit der Kernstadt verbundenen Wohn- und Hochschulquartier.

Heute wird Oberstrass insbesondere geprägt durch:

  • die Nähe zur ETH Zürich
  • den Campus Irchel der Universität Zürich
  • das Tierspital
  • die historischen Wohngebiete
  • Villenquartiere am Zürichberg
  • die Seilbahn Rigiblick
  • grosse Wald- und Naherholungsflächen

Dadurch vereint Oberstrass zentrale städtische Funktionen mit einer im oberen Quartierteil vergleichsweise grünen und ruhigen Wohnumgebung.

Siehe auch

Einzelnachweise

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Oberstrass