Saatlen

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Saatlen ist ein Quartier der Stadt Zürich und gehört zum Kreis 12, der allgemein auch als Schwamendingen bezeichnet wird. Zusammen mit Schwamendingen-Mitte und Hirzenbach bildet Saatlen den Stadtkreis 12.

Das Quartier liegt im Glattal im Nordosten der Stadt. Es entstand als statistische und administrative Einheit bei der Neuordnung der Zürcher Stadtkreise Anfang der 1970er-Jahre und ist deshalb kein historisch gewachsenes Dorfquartier im engeren Sinn. Sein Gebiet gehörte früher zur selbständigen Gemeinde Schwamendingen, die 1934 nach Zürich eingemeindet wurde.

Saatlen wird stark durch Wohnsiedlungen des 20. Jahrhunderts geprägt. Charakteristisch sind insbesondere genossenschaftliche Siedlungen, Gartenstadtstrukturen mit grosszügigen Grünflächen sowie das Wohngebiet Auzelg. Zum Quartier gehört zudem ein Teil des Entwicklungsgebiets Leutschenbach. Eine einschneidende Veränderung brachte die in den frühen 1980er-Jahren eröffnete Autobahn durch Schwamendingen. Seit 2025 verbindet der auf der Einhausung der Autobahn angelegte Ueberlandpark Saatlen wieder stärker mit den übrigen Teilen Schwamendingens.

Saatlen
Stadt Zürich
Stadtkreis Kreis 12
Quartiernummer 121
BFS-Nr. 261-121
Fläche 1,13 km²
Einwohner 8'814
Einwohnerstand 31. Dezember 2024
Höhe ca. 431 m ü. M.
Postleitzahlen 8050, 8051
Statistisches Quartier seit 1971
Koordinaten 47° 24′ 37″ N, 8° 33′ 51″ O

Geografie

Saatlen liegt im nordöstlichen Teil Zürichs in der Ebene des Glattals. Das Quartier grenzt innerhalb der Stadt unter anderem an Oerlikon, Seebach, Schwamendingen-Mitte und Hirzenbach. Gegen Norden und Nordosten befinden sich die Gemeindegebiete von Opfikon und Wallisellen in unmittelbarer Nähe.

Die Landschaft ist weitgehend flach und unterscheidet sich damit deutlich von den am Zürichberg gelegenen Quartieren südlich von Schwamendingen.

Mit einer Fläche von nur 1,13 Quadratkilometern gehört Saatlen zu den kleineren Zürcher Stadtquartieren.[1]

Trotz seiner Lage innerhalb einer Grossstadt besitzt das Quartier zahlreiche Grünräume. Ein erheblicher Teil davon ist mit den in der Nachkriegszeit entstandenen Wohnsiedlungen verbunden. Private Gärten, gemeinschaftliche Grünflächen, Familiengärten sowie grössere Freiräume zwischen den Gebäuden tragen zum charakteristischen Erscheinungsbild bei.

Name

Der Name Saatlen geht auf einen alten Flurnamen zurück. Historisch ist die Form Satellon überliefert.

Der Flurname wird mit dem alten Begriff Satlen in Verbindung gebracht, der ein landwirtschaftliches Flächen- beziehungsweise Ackermass bezeichnete. Gemeint war ungefähr die Länge eines Ackers, die ein Sämann beim Auswerfen des Saatguts abdecken konnte.

Die Saatlenstrasse, eine der wichtigen Strassen des Quartiers, erhielt ihren Namen bereits Ende des 19. Jahrhunderts.

Erst wesentlich später wurde Saatlen zur offiziellen Bezeichnung eines statistischen Stadtquartiers.

Geschichte

Teil der Gemeinde Schwamendingen

Das Gebiet des heutigen Saatlen gehörte historisch zur Gemeinde Schwamendingen.

Schwamendingen entwickelte sich aus einer frühmittelalterlichen alemannischen Siedlung. Über Jahrhunderte blieb die Umgebung landwirtschaftlich geprägt. Äcker, Wiesen und Höfe bestimmten auch das Gebiet des heutigen Saatlen.

Eine eigenständige politische oder kirchliche Gemeinde Saatlen existierte nicht. Die heutige Quartierbezeichnung entstand erst durch die statistische Gliederung der Stadt Zürich im 20. Jahrhundert.

Eingemeindung von Schwamendingen

Die politische Gemeinde Schwamendingen wurde im Rahmen der zweiten grossen Zürcher Eingemeindung auf den 1. Januar 1934 in die Stadt Zürich aufgenommen.

Gemeinsam mit Affoltern, Oerlikon und Seebach bildete Schwamendingen zunächst den erweiterten Kreis 11.

Zu diesem Zeitpunkt war ein grosser Teil des heutigen Saatlen noch wenig bebaut. Die intensive städtische Entwicklung setzte insbesondere in den folgenden Jahrzehnten ein.

Gartenstadt Schwamendingen

Die Entwicklung Saatlens ist eng mit dem Konzept der Gartenstadt Schwamendingen verbunden.

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Zürich erheblicher Wohnungsmangel. Die Stadt benötigte insbesondere preisgünstige Wohnungen für Familien.

Das damals noch weitgehend unbebaute Gebiet von Schwamendingen bot grosse Flächen für einen planmässigen Wohnungsbau.

Unter Stadtbaumeister Albert Heinrich Steiner entstand ein städtebauliches Konzept, das sich von der dichten Blockrandbebauung der älteren Zürcher Quartiere unterschied.

Die neuen Siedlungen sollten von Grünflächen umgeben sein. Typisch waren:

  • locker angeordnete Wohngebäude
  • Zeilenbauten
  • Einfamilien- und Reihenhäuser
  • private Vorgärten
  • gemeinschaftliche Grünflächen
  • Fusswege abseits der Hauptstrassen
  • Schulen und soziale Einrichtungen innerhalb der Wohngebiete

Diese Struktur ist in Saatlen bis heute besonders deutlich sichtbar.[2]

Wohnungsbau in den 1940er-Jahren

Bereits Anfang der 1940er-Jahre wurden im Gebiet Au und Auzelg neue Wohnsiedlungen geplant.

Die grosse Wohnungsnot führte dazu, dass die Stadt und gemeinnützige Bauträger möglichst rasch günstigen Wohnraum schaffen wollten.

Besonders Familien mit Kindern sollten von den neuen Siedlungen profitieren. Viele Häuser wurden mit relativ grossen Gärten ausgestattet, die den Bewohnerinnen und Bewohnern auch die Möglichkeit zur teilweisen Selbstversorgung boten.

Die während dieser Zeit entstandenen Wohnanlagen gehören zu den wichtigsten Zeugnissen der Zürcher Siedlungspolitik während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg.

Dreispitz

Eine weitere bedeutende Siedlungszone entstand im Gebiet Dreispitz.

Das Gebiet wurde insbesondere in der Nachkriegszeit mit genossenschaftlichen Wohnhäusern bebaut. Die Gebäude wurden häufig in offenen Zeilen angeordnet und von Grünflächen umgeben.

Diese Bauweise entsprach den damaligen Vorstellungen von gesundem und familienfreundlichem Wohnen.

Der Dreispitz gehört bis heute zu den Gebieten, in denen der ursprüngliche Gartenstadtcharakter Schwamendingens besonders deutlich erkennbar ist.

Auzelg

Auzelg bildet einen wichtigen Teil des nördlichen Saatlen.

Das Wohngebiet entstand in mehreren Bauphasen. Besonders die älteren Siedlungen mit kleinen Häusern und grosszügigen Gärten prägen sein Erscheinungsbild.

Rund um Auzelg befinden sich zudem Familiengärten und andere Grünräume. Gegen Norden geht das Stadtgebiet in die dicht besiedelten Gebiete von Opfikon und Wallisellen über.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts steht Auzelg zunehmend im Spannungsfeld zwischen Erhaltung der charakteristischen Gartenstadtstruktur und dem Bedarf nach zusätzlichem Wohnraum.

Die Stadt Zürich erarbeitet deshalb planerische Grundlagen für die langfristige Entwicklung des Gebiets. Dabei spielen neben dem Wohnungsbau auch Freiräume, Schulen, Denkmalschutz, soziale Durchmischung und bessere Verbindungen zu den umliegenden Quartieren eine wichtige Rolle.[3]

Leutschenbach

Hauptartikel: Leutschenbach (Zürich)

Ein Teil des Gebiets Leutschenbach gehört statistisch zu Saatlen, während andere Bereiche Seebach beziehungsweise weiteren Quartieren zugeordnet sind.

Leutschenbach war lange ein Gewerbe- und Industriegebiet. Seit dem späten 20. und insbesondere seit dem frühen 21. Jahrhundert wird es schrittweise zu einem gemischt genutzten Stadtgebiet umgebaut.

Neue Wohnungen, Büros, Schulen und öffentliche Freiräume entstanden neben den bestehenden Gewerbe- und Medienbetrieben.

Der Strukturwandel Leutschenbachs trägt zum Bevölkerungswachstum im nördlichen Zürich bei.

Entstehung des Kreises 12

Das starke Wachstum Schwamendingens nach dem Zweiten Weltkrieg führte zu einer grundlegenden Veränderung der Bevölkerungsstruktur.

In den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden Tausende neue Wohnungen. Die Einwohnerzahl der ehemaligen Gemeinde vervielfachte sich innerhalb weniger Jahrzehnte.

Der Kreis 11 wurde dadurch zunehmend gross und bevölkerungsreich.

Bei der Revision der Zürcher Stadtkreise wurde Schwamendingen deshalb 1971 vom Kreis 11 getrennt und zum neuen Kreis 12 erklärt.[4]

Gleichzeitig wurde das Gebiet für statistische Zwecke in drei Quartiere aufgeteilt:

Diese Einteilung besteht bis heute.

Die drei Quartiere entsprechen nicht historischen Gemeinden oder Dörfern, sondern wurden in erster Linie als statistische und administrative Einheiten geschaffen.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2024 lebten 8'814 Personen in Saatlen.[5]

Zwischen 2014 und 2024 nahm die Wohnbevölkerung um 16,5 Prozent zu. Damit wuchs Saatlen in diesem Zeitraum stärker als die Gesamtstadt.

Das Medianalter lag Ende 2024 bei 35,4 Jahren und damit unter dem Zürcher Durchschnitt von 37,9 Jahren.[5]

Saatlen weist traditionell einen hohen Anteil von Familien mit Kindern auf. Dieser Charakter hängt unter anderem mit dem grossen Bestand an familiengerechten Wohnungen und genossenschaftlichen Siedlungen zusammen.

Gemeinnütziger Wohnungsbau

Eine Besonderheit Saatlens ist der aussergewöhnlich hohe Anteil gemeinnütziger Wohnungen.

2024 befanden sich rund drei Viertel der Wohnungen im Eigentum von Wohnbaugenossenschaften oder der öffentlichen Hand.[5]

Damit unterscheidet sich Saatlen deutlich von vielen zentralen Zürcher Quartieren, in denen private Hauseigentümer und Immobiliengesellschaften dominieren.

Der hohe Anteil des gemeinnützigen Wohnungsbaus geht auf die intensive Bautätigkeit der 1940er-, 1950er- und 1960er-Jahre zurück.

Mehrere ältere Siedlungen werden seit Beginn des 21. Jahrhunderts saniert oder durch grössere Neubauten ersetzt. Die Herausforderung besteht darin, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den sozialen sowie grünen Charakter des Quartiers zu erhalten.

Autobahn durch Schwamendingen

Eine der grössten Veränderungen des Quartiers im 20. Jahrhundert war der Bau der Autobahn.

Anfang der 1980er-Jahre wurde die Nationalstrasse durch Schwamendingen eröffnet. Die Autobahn verlief offen zwischen den Wohngebieten und bildete eine massive räumliche Barriere.

Saatlen wurde dadurch von Schwamendingen-Mitte und Hirzenbach weitgehend getrennt.

Neben der städtebaulichen Trennung verursachte die Autobahn erhebliche Lärm- und Luftbelastungen. Täglich passierten zehntausende Fahrzeuge das dicht bewohnte Stadtgebiet.

Über Jahrzehnte gehörte dieser Abschnitt zu den umstrittensten Verkehrsinfrastrukturen Zürichs.

Einhausung Schwamendingen

Seit den 1990er-Jahren wurden verschiedene Lösungen zur Reduktion der Autobahnimmissionen diskutiert.

Die Quartierbevölkerung setzte sich intensiv für eine Überdeckung der Autobahn ein. Daraus entwickelte sich schliesslich das Projekt Einhausung Schwamendingen.

Die Hauptarbeiten begannen 2019. Auf einer Länge von knapp einem Kilometer wurde die Autobahn überdeckt und der bestehende Schöneichtunnel entsprechend verlängert.

Damit verschwanden Lärm und Abgase der Autobahn weitgehend aus dem direkten Wohnumfeld.

Die Einhausung beseitigte zugleich die jahrzehntelange Barriere zwischen Saatlen und den übrigen Schwamendinger Quartieren.

Ueberlandpark

Hauptartikel: Ueberlandpark

Auf dem Dach der Einhausung entstand der Ueberlandpark.

Der nahezu einen Kilometer lange und etwa 30 Meter breite Grünraum wurde am 9. Mai 2025 offiziell eröffnet.[6]

Der Park verbindet zuvor durch die Autobahn getrennte Quartierteile und schafft neue Fuss- und Veloverbindungen.

Zur Anlage gehören:

  • Grünflächen
  • Spielplätze
  • Aufenthaltsbereiche
  • Fuss- und Velowege
  • Mauergärten
  • ökologisch wertvolle Pflanzflächen
  • Plätze und Begegnungsräume

Neben seiner Funktion als Naherholungsraum besitzt der Ueberlandpark grosse Bedeutung für die Biodiversität.

Die Anlage schafft neue Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tierarten und bildet eine ökologische Verbindung zwischen Zürichberg und Glattal.

2026 wurde der Ueberlandpark mit dem Binding Preis für Biodiversität ausgezeichnet.

Schulanlage Saatlen

Die Schulanlage Saatlen gehört zu den bedeutendsten öffentlichen Einrichtungen des Quartiers.

Die ursprüngliche Primarschulanlage wurde zwischen 1948 und 1957 in mehreren Etappen errichtet.[7]

Die ältesten Pavillons wurden vom damaligen Stadtbaumeister Albert Heinrich Steiner entworfen. Weitere Gebäude entstanden nach Plänen des Architekten Walter Niehus.

Die Anlage war ein typisches Beispiel der funktionalen Schulhausarchitektur der Nachkriegszeit.

Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums und des baulichen Zustands der Gebäude beschloss die Stadt, die bestehende Anlage durch einen deutlich grösseren Neubau zu ersetzen.

Neue Schulanlage Saatlen

Seit 2024 entsteht auf dem rund 30'000 Quadratmeter grossen Areal eine neue Schulanlage.

Das Projekt des Zürcher Architekturbüros Bollhalder Walser Architektur sieht drei grössere Baukörper entlang der Tramstrasse und weitläufige zusammenhängende Freiflächen vor.[8]

Nach der Fertigstellung soll sie die grösste und vielseitigste Schulanlage der Stadt Zürich sein.

Vorgesehen sind unter anderem:

  • 24 Primarklassen
  • 12 Sekundarklassen
  • vier Kindergärten
  • Klassen für Kinder und Jugendliche mit Körper- und Mehrfachbehinderung
  • Räume der Musikschule Konservatorium Zürich
  • Schulschwimmanlage
  • Sporthallen
  • Rasenspielfeld
  • Allwetterplätze
  • Tagesschul- und Verpflegungsräume

Die Fertigstellung erfolgt nach aktueller Planung etappenweise 2027 und 2028.

Ausserhalb der Unterrichtszeiten sollen Teile der Sport- und Freizeitinfrastruktur auch Vereinen und der Quartierbevölkerung zur Verfügung stehen.

Kirche Saatlen

Die reformierte Kirche Saatlen entstand in einer Phase starken Bevölkerungswachstums.

Die Kirchgemeinde Saatlen wurde in den 1960er-Jahren aus der Kirchgemeinde Schwamendingen herausgelöst.

Das Kirchenzentrum an der Saatlenstrasse entwickelte sich neben seiner religiösen Funktion zu einem wichtigen Veranstaltungs- und Begegnungsort des Quartiers.

Hier finden neben kirchlichen Anlässen auch öffentliche Informationsveranstaltungen, Versammlungen und kulturelle Aktivitäten statt.

Verkehr

Saatlen ist gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen.

Eine wichtige Verbindung bildet das Zürcher Tramnetz. Die Tramlinie 7 verbindet Schwamendingen über Milchbuck und die Innenstadt mit dem Hauptbahnhof und den südlichen Stadtquartieren.

Im nördlichen beziehungsweise nordwestlichen Umfeld von Saatlen verkehren zudem Tram- und Stadtbahnlinien über Leutschenbach und Auzelg.

Mehrere Buslinien ergänzen das Angebot und verbinden die Wohngebiete mit:

Saatlen besitzt selbst keinen Eisenbahnhof. Die nächstgelegenen bedeutenden Bahnhöfe sind Zürich Oerlikon und Stettbach.

Strassenverkehr

Zu den wichtigen Strassen im und am Quartier gehören:

  • Saatlenstrasse
  • Wallisellenstrasse
  • Tramstrasse
  • Schörlistrasse
  • Aubruggstrasse
  • Hagenholzstrasse

Über die Nationalstrassen besteht eine direkte Verbindung zum überregionalen Autobahnnetz.

Die Einhausung Schwamendingen hat seit 2025 die Auswirkungen des Autobahnverkehrs auf das Quartier deutlich reduziert.

Fuss- und Veloverkehr

Die weitgehend flache Topografie bietet günstige Voraussetzungen für den Fuss- und Veloverkehr.

Bereits die Gartenstadtsiedlungen wurden mit einem Netz von Fusswegen ausgestattet, das teilweise unabhängig von den grösseren Verkehrsstrassen verläuft.

Mit dem Ueberlandpark entstanden zusätzliche Verbindungen zwischen Saatlen, Schwamendingen-Mitte und Hirzenbach.

Langfristig soll dadurch auch die jahrzehntelange räumliche Trennung der Quartierteile überwunden werden.

Wirtschaft

Saatlen ist vorwiegend ein Wohnquartier und besitzt deutlich weniger Arbeitsplätze als grosse Arbeitsplatzzentren wie Oerlikon oder Leutschenbach.

2023 wurden rund 2'100 Beschäftigte im Quartier gezählt.[5]

Arbeitsplätze finden sich insbesondere in:

  • Bildung
  • Detailhandel
  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • lokalen Dienstleistungen
  • Gewerbe
  • Verwaltung

Im nordwestlichen Umfeld schliessen grössere Gewerbe- und Arbeitsplatzgebiete von Leutschenbach, Hagenholz und Oerlikon an.

Hagenholz

Westlich beziehungsweise nordwestlich von Saatlen befindet sich das Gebiet Hagenholz.

Es ist vor allem durch Gewerbe-, Verkehrs- und Infrastrukturanlagen geprägt.

Besonders markant ist das Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz. Die Anlage gehört zu den wichtigsten Einrichtungen der städtischen Abfall- und Energieversorgung und ist durch ihre hohen Bauwerke weithin sichtbar.

Die Nähe solcher technischen Grossanlagen bildet einen deutlichen Gegensatz zum grünen Wohncharakter vieler Saatler Siedlungen.

Aubrugg

Im Osten des Quartiers liegt der Bereich Aubrugg an der Grenze zu Wallisellen.

Dort befindet sich ein wichtiger Autobahnknoten. Auf Walliseller Gemeindegebiet steht ausserdem das weithin sichtbare Heizkraftwerk Aubrugg.

Das Gebiet markiert den Übergang vom dicht bebauten Zürich zu den Siedlungs- und Gewerbegebieten des mittleren Glattals.

Grünräume

Saatlen besitzt für ein dicht besiedeltes Stadtquartier zahlreiche Grünflächen.

Ein wesentlicher Teil davon befindet sich innerhalb und zwischen den Wohnsiedlungen.

Typisch sind:

  • Vorgärten
  • gemeinschaftliche Rasenflächen
  • Baumreihen
  • Spielplätze
  • Familiengärten
  • Schul- und Sportflächen

Seit 2025 ergänzt der Ueberlandpark diese Struktur um einen grossen zusammenhängenden öffentlichen Grünraum.

Familiengärten

Familiengärten besitzen im nördlichen Saatlen und im Gebiet Auzelg eine lange Tradition.

Sie erinnern an die Zeit, als Schwamendingen noch stark landwirtschaftlich geprägt war, und setzen zugleich die Idee der Gartenstadt fort.

Die Anlagen dienen der Freizeit, dem Gartenbau und der sozialen Begegnung.

Mit der zunehmenden baulichen Verdichtung stehen einzelne Gartenflächen jedoch unter wachsendem Nutzungsdruck.

Stadtbild

Das Stadtbild Saatlens unterscheidet sich deutlich von der traditionellen Innenstadt Zürichs.

Geschlossene Häuserblöcke und historische Geschäftsstrassen sind kaum vorhanden.

Stattdessen prägen offene Siedlungsstrukturen das Quartier. Gebäude stehen häufig frei oder in Zeilen und sind von Grünflächen umgeben.

Neben älteren Gartenstadthäusern finden sich:

  • Genossenschaftssiedlungen der Nachkriegszeit
  • Mehrfamilienhäuser
  • Reihenhäuser
  • Einfamilienhäuser
  • moderne Ersatzneubauten
  • Schul- und Sportanlagen

Im Norden und Westen bilden grössere Gewerbe- und Infrastrukturbauten einen Kontrast zu den Wohngebieten.

Fehlendes traditionelles Zentrum

Eine Besonderheit Saatlens ist das Fehlen eines historisch gewachsenen Quartierzentrums.

Anders als Schwamendingen-Mitte besitzt Saatlen keinen alten Dorfkern mit Kirche, Gasthaus und traditionellen Geschäftsstrassen.

Dies hängt mit seiner Entstehung als planmässig bebautes Wohngebiet und der späteren statistischen Grenzziehung zusammen.

Lokale Funktionen verteilen sich deshalb auf mehrere kleinere Bereiche entlang der Saatlenstrasse, Wallisellenstrasse sowie bei Schulen und öffentlichen Einrichtungen.

Wohnqualität

Saatlen gilt als ausgeprägtes Familienquartier.

Zur Wohnqualität tragen insbesondere die Grünflächen, die zahlreichen gemeinnützigen Wohnungen und die Nähe zu Schulen bei.

Gleichzeitig war die Lebensqualität über Jahrzehnte durch die offene Autobahn stark beeinträchtigt.

Mit der Einhausung und der Eröffnung des Ueberlandparks hat sich die Situation grundlegend verändert. Frühere Trennlinien wurden zu Fuss- und Grünverbindungen, und die Lärmbelastung wurde erheblich reduziert.

Stadtentwicklung

Saatlen befindet sich in einem umfassenden Erneuerungsprozess.

Viele Gebäude stammen aus den 1940er- bis 1960er-Jahren. Ein Teil dieser Wohnsiedlungen wird saniert, andere werden durch Ersatzneubauten ersetzt.

Dadurch können auf bestehenden Grundstücken wesentlich mehr Wohnungen entstehen.

Die Stadtentwicklung steht dabei vor mehreren Aufgaben:

  • Schaffung zusätzlichen Wohnraums
  • Erhalt preisgünstiger Wohnungen
  • Schutz charakteristischer Gartenstadtstrukturen
  • Ausbau der Schulen
  • Erhaltung und Erweiterung von Grünräumen
  • Verbesserung des Fuss- und Veloverkehrs
  • soziale Durchmischung
  • Anpassung an den Klimawandel

Besonders Auzelg gehört zu den Gebieten, deren zukünftige Entwicklung intensiv geplant wird.

Bedeutung innerhalb Zürichs

Saatlen ist ein typisches Beispiel für die starke Expansion Zürichs in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Während die älteren Stadtquartiere durch jahrhundertelange Entwicklung entstanden, wurde ein grosser Teil Saatlens innerhalb weniger Jahrzehnte planmässig bebaut.

Das Quartier steht deshalb insbesondere für:

  • die Zürcher Gartenstadtplanung
  • den gemeinnützigen Wohnungsbau
  • familienorientierte Siedlungsformen
  • das Wachstum Schwamendingens nach 1945
  • die Auswirkungen der automobilorientierten Stadtplanung
  • die heutige Umgestaltung ehemaliger Verkehrsräume zu Grünflächen

Mit der Einhausung Schwamendingen und dem Ueberlandpark wurde eines der grössten städtebaulichen Probleme des Quartiers wesentlich entschärft.

Die laufende Erneuerung der Wohnsiedlungen und der Bau der neuen Schulanlage zeigen zugleich, dass Saatlen weiterhin zu den sich stark verändernden Gebieten Zürichs gehört.

Siehe auch

Einzelnachweise

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Saatlen