Unterstrass

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Unterstrass
Stadt Zürich
Kanton Zürich
Bezirk Zürich
Stadtkreis Kreis 6
Quartiernummer 061
Postleitzahlen 8006, 8057
Fläche 2,46 km²
Einwohner 25'078
Einwohnerstand 31. Dezember 2024
Ausländeranteil 29,3 %
Eingemeindung 1. Januar 1893
Stadtkreis seit 1913 Kreis 6

Unterstrass ist ein Stadtquartier von Zürich und bildet zusammen mit Oberstrass den Stadtkreis 6. Es erstreckt sich nördlich der Zürcher Innenstadt vom Gebiet am Central beziehungsweise an der Limmat entlang der historischen Verkehrsachse Stampfenbachstrasse–Schaffhauserstrasse bis über den Milchbuck in Richtung Oerlikon. Ende 2024 lebten 25'078 Personen im Quartier.[1]

Unterstrass war bis Ende 1892 eine selbständige politische Gemeinde. Am 1. Januar 1893 wurde sie zusammen mit zehn weiteren Vorortgemeinden in die Stadt Zürich eingemeindet. Heute gehört das Quartier zu den dicht bebauten, innenstadtnahen Wohngebieten Zürichs, weist jedoch gleichzeitig grössere Grünräume auf. Besonders bedeutend sind der Irchelpark, das Schindlergut und die durchgrünten Wohnsiedlungen im Gebiet Milchbuck.

Das Erscheinungsbild Unterstrass' ist aussergewöhnlich vielfältig. Im südlichen Teil dominieren städtische Blockrandbauten und Mehrfamilienhäuser, während das Gebiet um den Milchbuck stark durch Wohnsiedlungen der Zwischenkriegszeit geprägt ist. Weiter nördlich finden sich grosszügig angelegte Wohnüberbauungen aus den 1930er- und 1940er-Jahren sowie öffentliche Einrichtungen und Sportanlagen.[2]

Name

Der Name Unterstrass geht auf die historische «untere Strasse» zurück. Diese Verkehrsverbindung wird bereits 1272 erwähnt und führte von der alten Stadt Zürich nach Norden in Richtung Kloten und Bülach.[3]

Die historische Route entspricht ungefähr der heutigen Achse:

  • Stampfenbachstrasse vom Central,
  • Beckenhofstrasse,
  • Schaffhauserstrasse.

Das Gegenstück war die sogenannte «obere Strasse» in Richtung Winterthur, von der sich der Name des benachbarten Quartiers Oberstrass ableitet.[3]

Die Bezeichnungen Unterstrass und Oberstrass beziehen sich somit ursprünglich nicht auf eine untere und obere Höhenlage der beiden heutigen Quartiere, sondern auf zwei historische Ausfallstrassen der Stadt Zürich.

Geografie

Unterstrass liegt nördlich der Innenstadt und erstreckt sich über einen langgezogenen Raum zwischen Limmat beziehungsweise Innenstadt und dem Gebiet nördlich des Milchbucks.

Im Osten grenzt Unterstrass an Oberstrass. Westlich liegen unter anderem Wipkingen und Teile des Kreises 5. Im Norden schliesst Oerlikon an.

Das Gelände steigt von der Innenstadt zunächst allmählich an. Im Gebiet Milchbuck erreicht die Verkehrsachse einen Sattel zwischen Zürichberg und Käferberg. Nördlich davon fällt das Gelände wieder leicht in Richtung Oerlikon und Glatttal ab.

Diese topografische Situation beeinflusste die Entwicklung des Quartiers stark. Die Schaffhauserstrasse bildet seit Jahrhunderten das wichtigste Rückgrat Unterstrass'. Die Bebauung und die Quartierstruktur unterscheiden sich jedoch deutlich zwischen dem innenstadtnahen Süden und den nördlichen Gebieten.

Nach städtebaulichen Analysen der Stadt lassen sich drei grosse Strukturbereiche unterscheiden:

  • der urbane südliche Teil bis ungefähr zum Schaffhauserplatz,
  • die durch Gartenstadtsiedlungen geprägten Gebiete rund um den Milchbuck,
  • die nördlichen Wohngebiete mit zahlreichen Siedlungen aus den späten 1930er- und 1940er-Jahren.[2]

Geschichte

Frühe Besiedlung

Das Gebiet des heutigen Unterstrass lag während Jahrhunderten ausserhalb der mittelalterlichen Stadt Zürich.

Die Siedlungsentwicklung orientierte sich vor allem an der Strasse, die von Zürich nach Norden führte. Entlang dieses Verkehrswegs bestanden einzelne Höfe, landwirtschaftliche Betriebe und später kleinere Häusergruppen.

Landwirtschaft, Obstbau und teilweise Weinbau bestimmten lange Zeit die Nutzung des Gebiets. Die Nähe zur Stadt ermöglichte es den Bauern, ihre Produkte auf dem Zürcher Markt zu verkaufen.

Politisch gehörte Unterstrass im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit zusammen mit Oberstrass, Fluntern und Hottingen zur Zürcher Obervogtei Vier Wachten.

Mit dem Zusammenbruch der alten Eidgenossenschaft und der Gründung der Helvetischen Republik 1798 wurden die bisherigen Herrschaftsstrukturen aufgehoben. Unterstrass entwickelte sich anschliessend zu einer eigenständigen politischen Gemeinde.

Entwicklung im 19. Jahrhundert

Bis weit ins 19. Jahrhundert war Unterstrass wesentlich ländlicher geprägt als heute.

Eine entscheidende Veränderung brachte das starke Wachstum Zürichs nach dem Abbruch der Stadtbefestigungen in den 1830er-Jahren. Die Bebauung breitete sich zunehmend über die alte Stadtgrenze hinaus aus.

Die Nähe zum Hauptbahnhof, zur Limmat und zu den neuen Industriegebieten machte den südlichen Teil Unterstrass' für Wohnbauten besonders attraktiv.

Entlang der Stampfenbach-, Beckenhof- und Schaffhauserstrasse entstanden neue Häuser. Seitenstrassen wurden angelegt und ehemalige Landwirtschaftsflächen schrittweise überbaut.

Die Bevölkerungszahl nahm stark zu, und aus dem früheren Dorf entwickelte sich zunehmend ein städtischer Vorort.

Eingemeindung 1893

Unterstrass gehörte zu den elf Vorortgemeinden, die im Rahmen der ersten grossen Zürcher Stadtvereinigung eingemeindet wurden.

Am 1. Januar 1893 vereinigten sich

mit der bisherigen Stadt Zürich.[4]

Durch diesen Zusammenschluss wurde Zürich erstmals zur Grossstadt.

Unterstrass wurde zusammen mit Oberstrass und Wipkingen zunächst dem Stadtkreis IV zugeteilt.

Mit einer Neuordnung der Stadtkreise im Jahr 1913 erhielt dieser Bereich die Nummer 6.[5]

Nach der zweiten Eingemeindung von 1934 wurde der grösste Teil Wipkingens aus dem Kreis 6 herausgelöst und dem neu geschaffenen Kreis 10 zugeteilt. Seither besteht Kreis 6 aus Unterstrass und Oberstrass.

Verstädterung im 20. Jahrhundert

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wandelte sich Unterstrass endgültig von einem Vorort zu einem dicht bebauten Stadtquartier.

Der südliche Teil in Richtung Innenstadt wurde weitgehend geschlossen überbaut. Typisch sind mehrgeschossige Wohnhäuser aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Weiter nördlich standen dagegen noch grössere unbebaute Flächen zur Verfügung. Dort entstanden vor allem in den 1920er-, 1930er- und 1940er-Jahren grosszügig geplante Wohnsiedlungen.

Die zunehmende Bedeutung des gemeinnützigen Wohnungsbaus beeinflusste die Quartierstruktur erheblich. Viele Anlagen wurden nach Vorstellungen der Gartenstadtbewegung gestaltet: Wohnhäuser sollten von Grünflächen umgeben sein und gute Licht-, Luft- und Wohnverhältnisse bieten.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wuchs Unterstrass zu einem der bevölkerungsreichsten Quartiere Zürichs.

Bevölkerungsentwicklung

Die Einwohnerzahl stieg während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr stark an. Um 1950 erreichte das Quartier seinen historischen Höchststand.

Jahr Einwohner
1930 22'210
1941 26'907
1950 32'877
1960 31'004
1970 26'482
1980 21'830
1990 20'301
2000 19'933
2010 21'233
2020 24'493
2024 25'078

Nach 1950 sank die Bevölkerung über mehrere Jahrzehnte. Gründe waren unter anderem kleinere Haushaltsgrössen, ein steigender Wohnflächenverbrauch pro Person und Veränderungen in der Altersstruktur.

Um die Jahrtausendwende kehrte sich der Trend um. Seitdem wächst Unterstrass wieder deutlich.

Zwischen 2014 und 2024 nahm die Wohnbevölkerung um 13,3 Prozent zu. Ende 2024 hatten 29,3 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner keinen Schweizer Pass.[1]

Das Medianalter lag bei 36,5 Jahren und damit etwas unter dem gesamtstädtischen Wert.

Wohnen

Unterstrass ist heute in erster Linie ein Wohnquartier, verfügt jedoch gleichzeitig über zahlreiche Arbeitsplätze, Schulen, Hochschulinfrastruktur und Dienstleistungsbetriebe.

Der gemeinnützige Wohnungsbau spielt eine überdurchschnittlich wichtige Rolle. 2024 befanden sich 31,3 Prozent der Wohnungen im Eigentum von Wohnbaugenossenschaften oder der öffentlichen Hand. Stadtweit lag dieser Anteil bei 25 Prozent.[1]

Die Wohnbebauung reicht von gründerzeitlichen Mehrfamilienhäusern über Genossenschaftssiedlungen der Zwischenkriegszeit bis zu modernen Ersatzneubauten.

Gerade im Gebiet Milchbuck gehören grosszügige Grünräume zwischen den Wohnhäusern zu den charakteristischen Merkmalen des Quartiers.

Schaffhauserstrasse

Die Schaffhauserstrasse ist die bedeutendste Nord-Süd-Achse Unterstrass'.

Sie geht historisch auf die «untere Strasse» zurück, die dem Quartier seinen Namen gab. Heute ist sie eine Hauptverkehrsachse für Tram-, Velo- und Strassenverkehr.

Entlang der Strasse liegen wichtige lokale Zentren und Verkehrsknoten wie:

  • Schaffhauserplatz,
  • Guggachstrasse,
  • Milchbuck.

Die Bebauung entlang der Schaffhauserstrasse verändert sich deutlich. Im südlichen Bereich bestimmen geschlossene Häuserzeilen und urbane Nutzungen das Bild. Nördlich des Schaffhauserplatzes lockert sich die Bebauung zunehmend auf.

Die Strasse war auch für die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs von zentraler Bedeutung.

Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach

Im Jahr 1897 wurde die elektrische Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach eröffnet.

Die Strecke führte von Zürich über Unterstrass und Oerlikon nach Seebach und folgte im Bereich Unterstrass weitgehend der historischen Verkehrsachse.

Das Konzessionsgesuch war 1894 von der Maschinenfabrik Oerlikon eingereicht worden. Das Unternehmen hatte sowohl ein Interesse an einer leistungsfähigen Verkehrsverbindung für seine Beschäftigten als auch am Absatz elektrotechnischer Anlagen.[6]

Die Strassenbahn trug erheblich dazu bei, dass die nördlichen Teile Unterstrass' dichter besiedelt wurden.

Das historische Netz ging später in den Verkehrsbetriebe Zürich auf.

Schaffhauserplatz

Der Schaffhauserplatz gehört zu den wichtigsten Verkehrsknoten und lokalen Zentren des Quartiers.

Hier treffen Schaffhauserstrasse, Weinbergstrasse, Rotbuchstrasse und weitere Strassen zusammen. Mehrere Tram- und Buslinien bedienen den Platz.

Das Umfeld besitzt einen ausgeprägt städtischen Charakter mit Geschäften, Gastronomie, Dienstleistungen und dichter Wohnbebauung.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Platz stark den Bedürfnissen des motorisierten Verkehrs angepasst. Fussgängerinnen und Fussgänger wurden zeitweise über Unterführungen geführt.

Spätere Umbauten sollten die oberirdischen Fussverbindungen wieder verbessern und dem öffentlichen Raum mehr Bedeutung geben.[7]

Milchbuck

Der Milchbuck liegt auf dem Sattel zwischen Zürichberg und Käferberg und bildet einen weiteren wichtigen Teilraum Unterstrass'.

Die Bezeichnung wird sowohl für das Wohngebiet als auch für den grossen Verkehrsknoten verwendet.

Die Umgebung wurde vor allem während der Zwischenkriegszeit stark überbaut. Charakteristisch sind Wohnsiedlungen mit grosszügigen Grünflächen und teilweise einheitlicher Architektur.

Im kommunalen Richtplan sind Teile des Milchbucks als Gebiete mit Gartenstadtcharakter ausgewiesen. Dieser Charakter soll bei zukünftigen Verdichtungen in zeitgemässer Form weiterentwickelt werden.[2]

Der Milchbuck ist gleichzeitig ein bedeutender Verkehrsknoten. Die gleichnamige Haltestelle gehört zu den stark frequentierten Umsteigepunkten der VBZ und erschliesst auch den Irchelpark und den Campus Irchel der Universität Zürich.[8]

Milchbucktunnel

Unter dem Gebiet des Milchbucks verläuft der Milchbucktunnel, ein wichtiger Bestandteil des Zürcher Strassennetzes.

Mit seiner Eröffnung in den 1980er-Jahren veränderte sich die Verkehrsführung im Quartier erheblich. Teile des Durchgangsverkehrs konnten von der Schaffhauserstrasse in das übergeordnete Strassennetz verlagert werden.

1985 wurde die Schaffhauserstrasse als flankierende Massnahme stark umgestaltet. Unter anderem entstanden ein eigenes Tramtrassee und Anlagen für den Veloverkehr.[9]

Irchelpark

Hauptartikel: Irchelpark

Der Irchelpark ist die grösste zusammenhängende Grünanlage Unterstrass' und einer der bedeutenden Landschaftsparks der Stadt Zürich.

Die Anlage entstand in Verbindung mit dem Bau des Campus Irchel der Universität Zürich. Der Park wurde ab den 1970er-Jahren gestaltet und 1976 eröffnet.[6]

Das Gelände weist eine naturnahe Gestaltung mit Wiesen, Teichen, Wasserläufen, Baumgruppen und grosszügigen Spazierwegen auf.

Der Park dient gleichzeitig als:

  • Erholungsgebiet,
  • Verbindung zwischen Wohnquartieren und Universität,
  • Aufenthaltsraum für Studierende und Mitarbeitende,
  • ökologischer Lebensraum,
  • Sport- und Freizeitgebiet.

Obwohl unmittelbar daneben stark befahrene Strassen liegen, vermittelt die Anlage in weiten Bereichen den Eindruck einer grosszügigen Landschaft.

Der Ausbau des Hochschulstandorts wird mit einer weiteren Entwicklung des Parks verbunden. Langfristig soll der öffentliche Freiraum trotz zusätzlicher Hochschulbauten mindestens erhalten und teilweise vergrössert werden.[6]

Universität Zürich Irchel

Hauptartikel: Universität Zürich

Unmittelbar am Irchelpark befindet sich der Campus Irchel der Universität Zürich.

Der Standort wurde geschaffen, weil die Universität in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erheblich wuchs und die bestehenden Gebäude in der Innenstadt nicht mehr genügend Platz boten.

Der Irchel entwickelte sich zu einem der wichtigsten naturwissenschaftlichen Standorte der Universität. Auf dem Campus befinden sich unter anderem Institute und Einrichtungen aus den Bereichen:

  • Naturwissenschaften,
  • Medizin,
  • Biologie,
  • Chemie,
  • Biochemie und verwandte Fachrichtungen.

Die Hochschulgebäude und der Park wurden bewusst als zusammenhängende Anlage geplant.

Der Campus wird schrittweise erweitert und modernisiert. Dadurch wird der Raum zwischen Universität, Irchelpark und den umliegenden Wohngebieten auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Entwicklung des Quartiers spielen.

Staatsarchiv des Kantons Zürich

Am Rand des Irchelparks befindet sich das Staatsarchiv des Kantons Zürich.

Das Staatsarchiv bewahrt die historisch und rechtlich bedeutenden Unterlagen des Kantons Zürich und seiner Vorgängerinstitutionen auf.

Seine Bestände reichen bis weit ins Mittelalter zurück und stellen eine der wichtigsten Quellen zur Geschichte von Stadt und Kanton Zürich dar.

Der Standort am Irchel wurde mehrfach erweitert, um dem wachsenden Umfang der Archivbestände und den Anforderungen an moderne Magazin- und Arbeitsräume gerecht zu werden.

Bucheggplatz

Der Bucheggplatz liegt im westlichen Teil des Quartiers und gehört zu den grössten Verkehrsknoten im Norden der Zürcher Innenstadt.

Mehrere wichtige Strassen treffen hier aufeinander. Gleichzeitig ist der Platz ein bedeutender Umsteigepunkt für Buslinien.

Besonders auffällig ist die sogenannte Fussgängerspinne, ein System von Fussgängerbrücken über dem Verkehrskreisel.

Die Anlage wurde geschaffen, um Fussverkehr und motorisierten Verkehr vollständig voneinander zu trennen. Sie ist ein charakteristisches Zeugnis der verkehrsorientierten Stadtplanung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Seit Februar 2025 wird die Fussgängerspinne umfassend instand gesetzt. Die Arbeiten sollen bis Ende 2026 dauern. Neben der baulichen Sanierung wird auch die Beleuchtung erneuert.[10]

Schindlergut

Das Schindlergut ist eine historische Parkanlage im südlichen Unterstrass.

Der Park liegt zwischen dicht bebauten Wohngebieten und stellt einen wichtigen öffentlichen Freiraum dar.

Zum Gelände gehören grosse Wiesenflächen, alte Bäume und Einrichtungen des Gemeinschaftszentrums Schindlergut.

Das Gemeinschaftszentrum ist ein wichtiger Treffpunkt für Kinder, Familien und weitere Bevölkerungsgruppen des Quartiers.

Unmittelbar an den Park grenzt die städtische Wohnsiedlung Kronenwiese.

Wohnsiedlung Kronenwiese

Die Wohnsiedlung Kronenwiese zwischen Nordstrasse, Kornhausstrasse und Kronenstrasse gehört zu den bedeutenden neueren kommunalen Wohnbauten in Unterstrass.

Die Stadt Zürich begann 2014 mit dem Bau der Anlage. Sie umfasst 99 Wohnungen sowie Gewerberäume, Ateliers, Kindergarten-, Hort- und Tagesbetreuungsflächen.[11]

Die Wohnungen wurden ab Ende 2016 beziehungsweise 2017 bezogen.

Die Bebauung ist so angeordnet, dass sich der Innenhof zum benachbarten Schindlergut öffnet. Damit entsteht eine räumliche Verbindung zwischen Wohnsiedlung und Park.

Die Kronenwiese war bei ihrer Fertigstellung eine der ersten grossen Schweizer Wohnsiedlungen nach dem Standard Minergie-A-ECO.[12]

Birkenhof

Die städtische Wohnsiedlung Birkenhof beim Milchbuck gehört zu den bedeutenden Beispielen des kommunalen Wohnungsbaus der Zwischenkriegszeit.

Die U-förmige Anlage umschliesst einen grossen öffentlich zugänglichen Grünraum. Wiese, Bäume, Sitzmöglichkeiten und Spielbereiche bilden das Zentrum der Siedlung.

Bereits bei der ursprünglichen Planung wurde ein erheblicher Teil des bestehenden Baumbestands erhalten. Der grosszügige Freiraum gehört deshalb zu den charakteristischen Beispielen der Gartenstadtidee im Quartier.[13]

Die Anlage steht in engem räumlichem Zusammenhang mit der Schulanlage Milchbuck.

Schulanlage Milchbuck

Die Schulanlage Milchbuck entstand in den 1930er-Jahren und zählt zu den bedeutenden Schulbauten des Quartiers.

Die Anlage wurde entsprechend den damaligen pädagogischen Vorstellungen mit grosszügigen Aussenräumen geplant.

Zwischen 2006 und 2009 wurde sie umfassend instand gesetzt. Dabei wurden Unterrichtsräume an moderne Anforderungen angepasst und die Energieeffizienz erheblich verbessert.[14]

Die Schulanlage bildet gemeinsam mit den umliegenden Wohnsiedlungen einen wichtigen Teil des historischen Gartenstadtgebiets.

Allenmoos

Im nördlichen Teil Unterstrass' liegt das Gebiet Allenmoos.

Es ist durch eine vergleichsweise lockere Bebauung, Grünflächen und Sporteinrichtungen geprägt.

Die Schulanlage Allenmoos liegt in einem parkähnlichen Umfeld mit Wiesen und altem Baumbestand. In unmittelbarer Nähe befinden sich Sportflächen und das Freibad Allenmoos.[15]

Das Gebiet verdeutlicht besonders gut den städtebaulichen Übergang vom dicht bebauten inneren Unterstrass zu den durchgrünten Wohnquartieren des nördlichen Kreis 6.

Radiostudio Brunnenhof

Ein bedeutendes Bauwerk der Schweizer Mediengeschichte ist das ehemalige Radiostudio Brunnenhof.

Der erste Bau wurde 1933 eröffnet. Es handelte sich um das erste Gebäude in der Schweiz, das eigens für den Radiobetrieb errichtet wurde.[16]

Fast neun Jahrzehnte lang wurden von hier Radioprogramme ausgestrahlt. Das Gebäude wurde in mehreren Etappen erweitert und gehörte lange zu den wichtigsten Produktionsstandorten des Schweizer Radios.

Nach dem Umzug der Radioaktivitäten von Schweizer Radio und Fernsehen nach Zürich-Leutschenbach wurde der denkmalgeschützte Gebäudekomplex einer neuen Nutzung zugeführt.

Die Stadt Zürich baute die Anlage zu einer Sekundarschule und zu Räumen für die Musikschule Konservatorium Zürich um. Dabei blieben bedeutende historische Studiobereiche erhalten.[16]

Öffentlicher Verkehr

Unterstrass ist aufgrund seiner Nähe zur Innenstadt sehr gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.

Mehrere Tramlinien der Verkehrsbetriebe Zürich verkehren entlang der Schaffhauserstrasse und weiterer Hauptachsen.

Wichtige Haltestellen und Umsteigepunkte sind:

  • Central,
  • Stampfenbachplatz,
  • Beckenhof,
  • Schaffhauserplatz,
  • Guggachstrasse,
  • Milchbuck,
  • Bucheggplatz.

Von Unterstrass bestehen direkte Verbindungen unter anderem zum Hauptbahnhof, nach Oerlikon, zum Flughafenbereich, zum Bellevue, zur Universität und in weitere Stadtquartiere.

Der Milchbuck gehört zu den besonders stark frequentierten Haltestellen des Zürcher Verkehrsnetzes.

Tram Affoltern

Ein bedeutendes zukünftiges Verkehrsprojekt betrifft den nördlichen Teil Unterstrass'.

Das geplante Tram Affoltern soll von Brunnenhof entlang der Wehntalerstrasse nach Affoltern führen.

Die rund vier Kilometer lange Strecke umfasst insgesamt acht Haltestellen einschliesslich Brunnenhof. Geplant sind sieben neue hindernisfreie Tramhaltestellen.[17]

Im Zusammenhang mit dem Projekt soll die Wehntalerstrasse vollständig neugestaltet werden. Vorgesehen sind unter anderem:

  • ein Tramtrassee,
  • durchgehende Veloinfrastruktur,
  • breitere Seitenbereiche,
  • zusätzliche Baumreihen.

Der Baubeginn ist nach heutigem Planungsstand für 2028 vorgesehen. Die Inbetriebnahme könnte frühestens 2031 erfolgen.[17]

Veloverkehr und Quartierstrassen

Neben den grossen Hauptverkehrsachsen besitzt Unterstrass zahlreiche ruhige Wohnstrassen.

Die Stadt verfolgt das Ziel, den Fuss- und Veloverkehr auszubauen und die Aufenthaltsqualität in diesen Strassen zu verbessern.

2025 wurde Unterstrass zu einem Pilotgebiet des Projekts Quartierblöcke. Dabei werden Möglichkeiten untersucht, quartierfremden Durchgangsverkehr zu reduzieren und mehr Raum für Aufenthalt, Fussverkehr und Begrünung zu schaffen.[18]

Zu den Zielsetzungen gehören insbesondere die Reduktion des Schleichverkehrs in der Langmauerstrasse, die Aufwertung der Milchbuckstrasse und der Erhalt ruhiger Wohnstrassen.

Auch die Scheuchzer- und Milchbuckstrasse sollen in den kommenden Jahren umgestaltet werden. Vorgesehen sind breitere Trottoirs, zusätzliche Sitzmöglichkeiten, Verbesserungen für den Veloverkehr und 49 neue Bäume.[19]

Wirtschaft und Arbeitsplätze

Obwohl Unterstrass in erster Linie als Wohnquartier wahrgenommen wird, besitzt es eine beträchtliche Zahl von Arbeitsplätzen.

2023 wurden rund 14'625 Beschäftigte gezählt.[1]

Bedeutende Arbeitgeber befinden sich vor allem in den Bereichen:

  • Universität und Forschung,
  • öffentliche Verwaltung,
  • Bildung,
  • Gesundheitswesen,
  • Dienstleistungen,
  • Detailhandel und Gastronomie.

Der Campus Irchel und die damit verbundenen Institutionen besitzen dabei eine besondere wirtschaftliche Bedeutung.

Bildung

Unterstrass verfügt über zahlreiche Kindergärten, Primar- und Sekundarschulen.

Zu den bekannten Schulanlagen zählen unter anderem:

  • Milchbuck,
  • Allenmoos,
  • Brunnenhof.

Darüber hinaus befindet sich mit dem Campus Irchel der Universität Zürich eine der grössten Hochschulanlagen der Stadt teilweise im Quartier.

Die Kombination aus Volksschulen, Musikschule, Universität und weiteren Bildungseinrichtungen macht Unterstrass zu einem bedeutenden Bildungsstandort.

Grün- und Freiräume

Trotz der dichten Bebauung besitzt Unterstrass mehrere bedeutende Grünräume.

Dazu gehören:

  • Irchelpark,
  • Schindlergut,
  • Grünflächen der Wohnsiedlungen am Milchbuck,
  • Sport- und Freiräume im Allenmoos,
  • kleinere Quartierparks und Spielplätze.

Besonders die nördlichen Siedlungen wurden häufig so geplant, dass zwischen den Gebäuden zusammenhängende Grünräume bestehen.

Diese Struktur unterscheidet sich deutlich von den dicht bebauten Blockrandquartieren näher bei der Innenstadt.

Stadtentwicklung

Unterstrass steht aufgrund seiner zentralen Lage und der hohen Nachfrage nach Wohnraum unter erheblichem Verdichtungsdruck.

Gleichzeitig besitzt das Quartier zahlreiche schützenswerte Wohnsiedlungen und Gartenstadtstrukturen. Die Stadtplanung steht deshalb vor der Aufgabe, zusätzlichen Wohnraum zu ermöglichen und gleichzeitig charakteristische Freiraumqualitäten zu bewahren.

Im kommunalen Richtplan werden Teile des Milchbuckgebiets ausdrücklich als Gartenstadtgebiete behandelt. Bestehende Siedlungsstrukturen sollen nicht einfach konserviert, sondern nach zeitgemässen städtebaulichen Grundsätzen weiterentwickelt werden.[2]

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufwertung des öffentlichen Raums. Projekte an Milchbuck-, Scheuchzer- und Wehntalerstrasse sowie die Quartierblock-Pilotprojekte zeigen den zunehmenden Stellenwert von Begrünung, Fuss- und Veloverkehr.

Charakter des Quartiers

Unterstrass lässt sich kaum auf einen einzigen städtebaulichen Typ reduzieren.

Im Süden ist das Quartier eng mit der Innenstadt verwachsen. Mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser, Tramverkehr und dicht bebaute Strassenräume bestimmen das Bild.

Im mittleren Teil rund um den Milchbuck treten dagegen grosszügig angelegte Wohnsiedlungen und öffentliche Grünräume in den Vordergrund.

Noch weiter nördlich prägen Sportanlagen, Schulen und Wohnsiedlungen aus der Zwischen- und Nachkriegszeit das Quartier.

Die Stadt Zürich weist darauf hin, dass Unterstrass heute kein eindeutiges Quartierzentrum mehr besitzt. Schaffhauserplatz, Milchbuck und Bucheggplatz übernehmen jeweils unterschiedliche Zentrums- und Verkehrsfunktionen.[6]

Die Nähe zur Innenstadt, die gute Verkehrserschliessung, der Irchelpark und der hohe Anteil an Wohnraum machen Unterstrass zu einem der gefragten Wohnquartiere Zürichs.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Stadtentwicklung Zürich: Bevölkerungsbefragung 2025 – Quartierbericht, Zürich 2026, abgerufen am 8. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Stadt Zürich: ISOS – Stadtteil Unterstrass, abgerufen am 8. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Stadt Zürich: Brunnenguide Kreise 6 und 10, abgerufen am 8. August 2026.
  4. Stadt Zürich: Digitale Zeitreise – Eingemeindung 1893, abgerufen am 8. August 2026.
  5. Statistik Stadt Zürich: Kreis 6 – Vereint und wieder getrennt, abgerufen am 8. August 2026.
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Unterstrass, abgerufen am 8. August 2026.
  7. Stadt Zürich: «Züri z'Fuess»-Spaziergänge für Oberstrass und Unterstrass, 29. Juni 2018, abgerufen am 8. August 2026.
  8. Stadt Zürich: Neugestaltung der Haltestelle Milchbuck, 12. Mai 2010, abgerufen am 8. August 2026.
  9. Stadt Zürich: Quartierzentrum Milchbuck, abgerufen am 8. August 2026.
  10. Stadt Zürich: Fussgängerspinne Bucheggplatz, abgerufen am 8. August 2026.
  11. Stadt Zürich: Wohnsiedlung Kronenwiese, abgerufen am 8. August 2026.
  12. Stadt Zürich: Wohnen in der 2000-Watt-Pioniersiedlung Kronenwiese, 31. Mai 2016, abgerufen am 8. August 2026.
  13. Stadt Zürich: Wohnsiedlung Birkenhof, abgerufen am 8. August 2026.
  14. Stadt Zürich: Schulanlage Milchbuck jetzt im Minergie-Standard, 20. August 2009, abgerufen am 8. August 2026.
  15. Stadt Zürich: Schulhaus Allenmoos, abgerufen am 8. August 2026.
  16. 16,0 16,1 Stadt Zürich: Schulanlage Brunnenhof – vom Radiostudio zur Schule, abgerufen am 8. August 2026.
  17. 17,0 17,1 Verkehrsbetriebe Zürich: Tram Affoltern, abgerufen am 8. August 2026.
  18. Stadt Zürich: Quartierblöcke, abgerufen am 8. August 2026.
  19. Stadt Zürich: Scheuchzerstrasse und Milchbuckstrasse, abgerufen am 8. August 2026.

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