Sihlfeld

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Sihlfeld ist ein Quartier der Stadt Zürich im Kreis 3, der dem historischen Stadtteil Wiedikon entspricht. Es ist das nördlichste und bevölkerungsreichste der drei Quartiere des Kreises 3; die beiden anderen sind Alt-Wiedikon und Friesenberg.

Das Sihlfeld ist ein dicht bebautes, überwiegend urbanes Wohnquartier. Charakteristisch sind die regelmässigen Strassenzüge und Blockrandbebauungen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, genossenschaftliche Wohnsiedlungen, lebendige Quartierplätze sowie der ausgedehnte Friedhof Sihlfeld. Besonders das Gebiet um den Idaplatz entwickelte sich seit dem späten 20. Jahrhundert zu einem beliebten Wohn-, Gastronomie- und Ausgehgebiet.

Im Gegensatz zu vielen anderen Zürcher Quartieren geht Sihlfeld nicht auf eine ehemalige selbständige Gemeinde oder ein historisches Dorf zurück. Das Gebiet gehörte zur früheren Gemeinde Wiedikon und entstand als statistisches Quartier im Zuge der Unterteilung des stark gewachsenen Stadtkreises.

Sihlfeld
Stadt Zürich
Stadtkreis Kreis 3
Stadtteil Wiedikon
Kanton Zürich
Land Schweiz
Fläche 1,64 km²
Einwohner 21'687
Einwohnerstand 31. Dezember 2024
Postleitzahl 8003
BFS-Quartiercode 261-034

Geografie

Das Sihlfeld liegt südwestlich der Zürcher Innenstadt auf der weitgehend ebenen Fläche zwischen dem Tal der Sihl und den westlich ansteigenden Gebieten von Albisrieden und Friesenberg.

Innerhalb des Kreises 3 grenzt das Quartier an Alt-Wiedikon und Friesenberg. Im Norden schliessen die Quartiere des Kreises 4 beziehungsweise Aussersihl an, im Westen liegt Albisrieden im Kreis 9.

Die Bebauung ist insbesondere im östlichen und zentralen Teil sehr dicht. Ein grosser landschaftlicher Gegensatz dazu ist der Friedhof Sihlfeld, dessen weitläufige Grünflächen einen beträchtlichen Teil des westlichen Quartiers einnehmen.

Das Gelände weist im Vergleich zu Friesenberg nur geringe Höhenunterschiede auf. Dies begünstigte seit dem 19. Jahrhundert die Anlage eines regelmässigen Strassennetzes und die grossflächige Überbauung.

Name

Die Bezeichnung Sihlfeld ist wesentlich älter als das heutige statistische Quartier.

Historisch wurde damit eine grosse Ebene westlich beziehungsweise südwestlich der Zürcher Innenstadt bezeichnet. Das ursprüngliche Sihlfeld erstreckte sich wesentlich weiter als das heutige Quartier und umfasste Gebiete zwischen Limmat, Sihl und dem Fuss des Uetlibergs.[1]

Der Name blieb unter anderem in der Sihlfeldstrasse und im Friedhof Sihlfeld erhalten. Als das Statistische Amt das Gebiet Wiedikons in mehrere Quartiere gliederte, wurde die historische Flurbezeichnung auf den nördlichen Teil des Kreises übertragen.

Geschichte

Zugehörigkeit zu Wiedikon

Das Gebiet des heutigen Sihlfeld gehörte ursprünglich zur Gemeinde Wiedikon.

Wiedikon wird erstmals im Jahr 889 urkundlich als Wiedinchova erwähnt. Damals schenkte der Grundeigentümer Perchtelo Besitz in Wiedikon dem Fraumünsterstift.[1]

Während Jahrhunderten war Wiedikon eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Das spätere Sihlfeld bestand überwiegend aus Äckern, Wiesen und einzelnen Höfen. Von einer zusammenhängenden städtischen Bebauung konnte bis weit ins 19. Jahrhundert keine Rede sein.

Das historische Gemeindegebiet Wiedikons war deutlich grösser als der heutige Kreis 3 und umfasste zeitweise auch Gebiete des späteren Aussersihl und Industriequartiers.

Industrialisierung

Im 19. Jahrhundert veränderte sich Wiedikon grundlegend. Die Nähe zur schnell wachsenden Stadt Zürich führte zu einer starken Bevölkerungszunahme.

1837 nahm an der Sihl eine Papierfabrik ihren Betrieb auf. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts entstanden weitere Gewerbe- und Industriebetriebe, darunter Ziegeleien und Backsteinfabriken.

Gleichzeitig wurde das Gebiet durch neue Eisenbahnlinien erschlossen. Dazu gehörten die Uetlibergbahn, die Sihltalbahn und die Linksufrige Zürichseebahn.

Zwischen 1870 und 1894 stieg die Bevölkerung Wiedikons von rund 2850 auf mehr als 8000 Personen.[1]

Die bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen des Sihlfelds wurden zunehmend überbaut.

Eingemeindung 1893

Das starke Bevölkerungswachstum stellte die Gemeinde Wiedikon vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Schulen, Strassen, Kanalisation und weitere öffentliche Einrichtungen mussten innerhalb kurzer Zeit ausgebaut werden.

Am 9. August 1891 stimmten die Wiediker Stimmberechtigten mit 1113 Ja gegen 23 Nein der Vereinigung mit Zürich zu.[1]

Am 1. Januar 1893 wurde Wiedikon gemeinsam mit zehn weiteren Aussengemeinden in die Stadt Zürich eingemeindet.

Wiedikon bildete zunächst gemeinsam mit Aussersihl und dem Industriequartier den grossen Kreis III.

Bei einer späteren Neuordnung wurde Wiedikon zum Kreis 3, Aussersihl zum Kreis 4 und das Industriequartier zum Kreis 5.

Entstehung des statistischen Quartiers

Sihlfeld war nie eine selbständige politische Gemeinde. Seine heutigen Grenzen entstanden erst durch die statistische Unterteilung Wiedikons.

1920 wurde der Kreis 3 zunächst in einen nördlichen und einen südlichen Teil gegliedert. Mit der fortschreitenden Bebauung am Fuss des Uetlibergs entstand dort ein eigener Siedlungsraum.

1954 führte das Statistische Amt deshalb den statistischen Bezirk Friesenberg ein. Damit bestand der Kreis 3 aus den drei Gebieten, die heute als Alt-Wiedikon, Friesenberg und Sihlfeld bezeichnet werden.[2]

Städtebauliche Entwicklung

Die heutige Struktur des Sihlfelds entstand hauptsächlich zwischen dem späten 19. Jahrhundert und der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Nach der Eingemeindung ermöglichte die städtische Bauordnung eine dichte Überbauung der zuvor weitgehend landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ein regelmässiges, teilweise rechtwinkliges Strassennetz wurde angelegt.

Rund um Idaplatz, Erlachstrasse und die angrenzenden Strassen entstanden grosse Mietshausquartiere. Viele Wohnungen waren zunächst für Arbeiter- und Angestelltenfamilien bestimmt.

Typisch wurden vier- und fünfgeschossige Häuser, die in geschlossenen oder nahezu geschlossenen Baublöcken angeordnet waren.

Die grünen Innenhöfe und später entstandenen genossenschaftlichen Siedlungen brachten zusätzliche Freiräume in das dicht bebaute Gebiet.

Wohnungsbau

Der Wohnungsbau prägt das Sihlfeld bis heute.

Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in Zürich grosser Wohnungsmangel. Stadt und Wohnbaugenossenschaften begannen deshalb, systematisch preisgünstige Wohnungen zu errichten.

Dabei entstanden neue Wohnformen, die sich von den älteren dicht bebauten Mietshäusern unterschieden. Begrünte Innenhöfe, bessere Belichtung und gemeinschaftliche Freiräume spielten eine zunehmende Rolle.

Zu den bedeutenden Beispielen gehört die Wohnsiedlung Zurlinden. Sie entstand als erstes Zürcher Wohnbauprojekt, dessen Entwurf aus einem städtischen Architekturwettbewerb hervorging.[3]

Entworfen wurde die Anlage von den Architekten Robert Bischoff und Hermann Weideli. Ihr Konzept beeinflusste den kommunalen Wohnungsbau der 1920er-Jahre.

Auch heute spielt der gemeinnützige Wohnungsbau eine wichtige Rolle. 2024 befanden sich 26,1 Prozent der Wohnungen im Eigentum von Wohnbaugenossenschaften oder der öffentlichen Hand.[4]

Friedhof Sihlfeld

Der Friedhof Sihlfeld ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen des Quartiers und der grösste Friedhof der Stadt Zürich.

Die Zürcher Kirchgemeinden Grossmünster, Fraumünster und Prediger erwarben 1873 einen grossen Landkomplex im Sihlfeld, weil die bestehenden Friedhöfe der Innenstadt ihre Kapazitätsgrenzen erreicht hatten.

Mit der Revision der Bundesverfassung von 1874 ging das Friedhofswesen in die Zuständigkeit der politischen Gemeinden über. Die Stadt Zürich übernahm deshalb das Gelände.

1877 wurde die Anlage nach Plänen des damaligen Stadtbaumeisters Arnold Geiser als Centralfriedhof eröffnet.[5]

Seit 1896 trägt sie den Namen Friedhof Sihlfeld.

Der Friedhof wurde im Verlauf seiner Geschichte mehrfach erweitert. Die verschiedenen Bau- und Gestaltungsphasen dokumentieren die Entwicklung der Zürcher Bestattungskultur vom späten 19. bis weit ins 20. Jahrhundert.

Heute ist die gesamte Anlage auch als historischer Grünraum von grosser Bedeutung.

Altes Krematorium

Auf dem Friedhof Sihlfeld befindet sich ein bedeutendes Kapitel der Schweizer Kremationsgeschichte.

Die Feuerbestattung war im ausgehenden 19. Jahrhundert gesellschaftlich und insbesondere in kirchlichen Kreisen umstritten. Dennoch entstanden in Zürich schon früh Bestrebungen zum Bau eines Krematoriums.

Das historische Krematorium des Friedhofs Sihlfeld gehört zu den frühen Anlagen dieser Art in der Schweiz.

Seine Architektur und die umgebenden Friedhofsanlagen bilden ein bedeutendes kulturgeschichtliches Ensemble.

Friedhof Forum

Im monumentalen Eingangsbereich des Friedhofs befindet sich das Friedhof Forum der Stadt Zürich.

Das Torgebäude des Friedhofs stammt aus der ursprünglichen Anlage von Arnold Geiser. Das monumentale Tor ist durch Bogenhallen mit zwei kreuzförmigen Gebäuden verbunden.

Im linken Gebäude befand sich ursprünglich die erste städtische Aufbahrungshalle Zürichs.

2012 wurde das denkmalgeschützte Gebäude für das Friedhof Forum umgebaut.[5]

Das Forum beschäftigt sich in Ausstellungen, Veranstaltungen und Beratungsangeboten mit Sterben, Tod, Bestattung und Trauer. Damit ist der Friedhof Sihlfeld nicht nur Bestattungsort und Grünraum, sondern auch ein Ort der öffentlichen Auseinandersetzung mit der Bestattungskultur.

Fritschiwiese

Die Fritschiwiese gehört zu den wichtigsten öffentlichen Grünflächen des dicht bebauten Sihlfelds.

Ihr Gelände hatte ursprünglich eine völlig andere Funktion: Ende des 19. Jahrhunderts befand sich hier ein Friedhof der damaligen Gemeinde Aussersihl. Nach dessen Aufgabe wurde das Areal 1921 in eine öffentliche Parkanlage umgewandelt.[6]

Der Name erinnert an Benjamin Fritschi, der sich als Aussersihler Politiker für die Stadtvereinigung von 1893 eingesetzt hatte.

Entlang der Grünfläche entstanden nach dem Ersten Weltkrieg städtische Arbeiterwohnungen. Wegen der damals angespannten finanziellen Situation wurden einige Wohnungen ursprünglich sogar ohne Badezimmer gebaut.[1]

Heute ist die Fritschiwiese ein stark genutzter Quartierpark mit Rasenflächen, Spielmöglichkeiten, Sitzbereichen und einem Wasserbassin.

Idaplatz

Der Idaplatz gehört zu den bekanntesten Orten des Sihlfelds.

Er liegt innerhalb eines dicht bebauten Wohngebiets und wird von mehrgeschossigen Wohnhäusern, Restaurants und Quartierlokalen umgeben.

Der Platz entwickelte sich insbesondere seit dem späten 20. und frühen 21. Jahrhundert zu einem beliebten Treffpunkt. Die Umgebung gilt heute als begehrte Wohn- und Ausgehzone.[1]

Trotz der Nähe zu wichtigen Verkehrsachsen besitzt der Idaplatz durch seine Gestaltung und die umliegenden Wohnstrassen einen ausgesprochenen Quartiercharakter.

Heiligfeld

Im westlichen Teil des Quartiers entstand in den 1950er-Jahren das Wohngebiet Heiligfeld.

Zwischen 1950 und 1955 errichteten verschiedene Bauträger nördlich der Albisriederstrasse ein städtebaulich zusammenhängendes Ensemble.

Beteiligt waren unter anderem die Baugenossenschaften St. Jakob und Eigengrund, die Stadt Zürich sowie private Bauherrschaften.

Die Überbauung verband genossenschaftliche und kommunale Wohnbauten mit privaten Hochhäusern und einer grosszügigen Parkanlage. Das Ensemble galt zur Entstehungszeit als eines der fortschrittlichen Beispiele schweizerischer Quartierplanung.[1]

Im Gegensatz zur traditionellen Blockrandbebauung des östlichen Sihlfelds wurden die Gebäude stärker in offene Grünräume eingebettet.

Bevölkerung

Ende 2024 lebten im Sihlfeld 21'687 Personen. Damit gehört es zu den bevölkerungsreicheren Quartieren Zürichs.[4]

Zwischen 2014 und 2024 nahm die Bevölkerung um 2,3 Prozent zu. Das Wachstum war damit deutlich geringer als im gesamtstädtischen Durchschnitt.

Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung betrug 2024 rund 32 Prozent. Das Medianalter lag bei 36,7 Jahren.[4]

Das Quartier weist aufgrund seiner dichten Bebauung eine hohe Bevölkerungsdichte auf.

Die Wohnbevölkerung ist sozial und kulturell vielfältig. Neben langjährigen Quartierbewohnerinnen und -bewohnern leben zahlreiche jüngere Erwachsene, Familien und Menschen unterschiedlicher Herkunft im Sihlfeld.

Wirtschaft

Obwohl Sihlfeld vorwiegend ein Wohnquartier ist, besitzt es eine beträchtliche Zahl an Arbeitsplätzen.

2023 waren im Quartier rund 13'500 Beschäftigte registriert.[4]

Ein grosser Teil der Arbeitsplätze entfällt auf Dienstleistungen, Detailhandel, Gastronomie, Gesundheitswesen, Bildung und kleinere Gewerbebetriebe.

Entlang der Badenerstrasse, Birmensdorferstrasse, Albisriederstrasse und weiterer Hauptachsen befinden sich zahlreiche Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe.

In den Wohngebieten tragen kleinere Restaurants, Cafés, Läden und Gewerberäume zur lokalen Versorgung bei.

Verkehr

Sihlfeld ist aufgrund seiner innenstadtnahen Lage sehr gut an den öffentlichen Verkehr angebunden.

Tram

Mehrere Tramlinien der Verkehrsbetriebe Zürich führen entlang der grossen Verkehrsachsen rund um und durch das Quartier.

Besonders wichtig sind die Badenerstrasse und die Birmensdorferstrasse.

Zu den bedeutenden Haltestellen im Quartier oder unmittelbar an dessen Grenzen gehören:

  • Goldbrunnenplatz
  • Albisriederplatz
  • Zypressenstrasse
  • Lochergut
  • Talwiesenstrasse

Über diese Verbindungen ist das Quartier direkt mit der Innenstadt, dem Hauptbahnhof, Altstetten, Albisrieden, dem Triemli und weiteren Stadtteilen verbunden.

Busverkehr

Mehrere Buslinien ergänzen das Tramnetz. Insbesondere der Albisriederplatz besitzt eine wichtige Funktion als Umsteigepunkt.

Busverbindungen führen unter anderem in Richtung Friesenberg, Wiedikon, Hard, Wipkingen und weitere Stadtteile.

Bahnhof Wiedikon

Der Bahnhof Zürich Wiedikon befindet sich südöstlich des Sihlfelds und ist von grossen Teilen des Quartiers gut erreichbar.

Er liegt an der linksufrigen Zürichseebahn und wird von mehreren Linien der S-Bahn Zürich bedient.

Der Bahnhof ist auch für die Verbindung zwischen Sihlfeld und der Zürcher Innenstadt sowie den Gemeinden am linken Zürichseeufer von Bedeutung.

Badenerstrasse

Die Badenerstrasse bildet eine der wichtigsten urbanen Verkehrs- und Geschäftsachsen am nördlichen Rand des Quartiers.

Sie verbindet das Zürcher Zentrum über Aussersihl und Wiedikon mit Albisrieden, Altstetten und dem westlichen Limmattal.

Die Strasse wird von mehreren Tramlinien bedient und ist von Wohnhäusern, Geschäften, Gastronomiebetrieben und Dienstleistungsunternehmen gesäumt.

Die intensive Verkehrsnutzung stellt gleichzeitig eine Belastung für die angrenzenden Wohngebiete dar.

Birmensdorferstrasse und Goldbrunnenplatz

Die Birmensdorferstrasse bildet eine wichtige Verbindung zwischen Innenstadt, Wiedikon und den südwestlichen Stadtteilen.

Im Abschnitt zwischen Schmiede Wiedikon und Goldbrunnenplatz bildet sie zugleich eine wichtige räumliche Trennung zwischen Sihlfeld und Alt-Wiedikon.

Der Goldbrunnenplatz besitzt eine lokale Zentrumsfunktion. Hier treffen mehrere Verkehrsachsen und Tram- beziehungsweise Busverbindungen zusammen.

Geschäfte, Dienstleistungen und Gastronomie machen die Umgebung zu einem wichtigen Versorgungszentrum für die angrenzenden Wohngebiete.

Albisriederplatz

Der Albisriederplatz liegt im westlichen Bereich des dicht bebauten Stadtgebiets und gehört zu den bedeutenden Verkehrsknoten im Umfeld des Sihlfelds.

Hier kreuzen sich mehrere Tram- und Buslinien sowie wichtige Strassenverbindungen.

Die Stadt Zürich betrachtet den Bereich Albisriederplatz und Badenerstrasse als bedeutendes Quartier- und Stadtteilzentrum. Langfristig soll die Aufenthaltsqualität verbessert und der öffentliche Raum stärker auf Fuss- und Veloverkehr ausgerichtet werden.

Strassenstruktur

Das Strassennetz des Sihlfelds unterscheidet sich deutlich von den organisch gewachsenen Strukturen des historischen Dorfkerns von Alt-Wiedikon.

Viele Strassen verlaufen nahezu rechtwinklig zueinander. Diese Struktur entstand bei der planmässigen Erschliessung und Bebauung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Zu den wichtigen Quartierstrassen gehören unter anderem:

  • Sihlfeldstrasse
  • Aemtlerstrasse
  • Zurlindenstrasse
  • Zentralstrasse
  • Bertastrasse
  • Idastrasse
  • Zypressenstrasse
  • Albisriederstrasse

Die regelmässige Anlage der Strassen und die geschlossenen Häuserzeilen verleihen grossen Teilen des Quartiers einen ausgeprägt städtischen Charakter.

Bildung

Im Sihlfeld befinden sich mehrere Schulen, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen.

Die Schulhäuser entstanden teilweise bereits während der starken Bevölkerungszunahme im frühen 20. Jahrhundert und wurden später erweitert oder erneuert.

Zu den bekannten Schulanlagen im Gebiet gehören unter anderem Einrichtungen im Umfeld von Aemtlerstrasse, Sihlfeld und Albisriederplatz.

Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und des anhaltenden Wohnungsdrucks wird auch die schulische Infrastruktur laufend an die demografische Entwicklung angepasst.

Grünräume

Sihlfeld gehört zu den dicht bebauten Zürcher Quartieren, besitzt jedoch mehrere bedeutende Grünräume.

Der mit Abstand grösste ist der Friedhof Sihlfeld. Mit seinen alten Bäumen, Alleen, Wiesen und Grabfeldern besitzt er neben seiner Funktion als Bestattungsort eine hohe ökologische Bedeutung.

Die Stadt Zürich bezeichnet die Friedhofsanlage als eine der grössten zusammenhängenden Grünflächen des Stadtgebiets.

Weitere wichtige Freiräume sind die Fritschiwiese, die Grünanlagen im Heiligfeld sowie begrünte Innenhöfe von Wohn- und Genossenschaftssiedlungen.

Gerade angesichts steigender Sommertemperaturen gewinnen diese Flächen für Stadtklima, Biodiversität und Erholung an Bedeutung.

Architektur und Stadtbild

Das Sihlfeld dokumentiert verschiedene Phasen des Zürcher Städte- und Wohnungsbaus.

Im östlichen Teil dominieren dichte Blockrandbebauungen aus der Zeit um 1900. Sie entstanden während des raschen Wachstums Zürichs nach der ersten Eingemeindung.

Die Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg führte zu kommunalen und genossenschaftlichen Siedlungen mit grösseren Innenhöfen und Grünflächen.

Ab den 1920er-Jahren beeinflussten Gartenstadtideen den Wohnungsbau. Beispiele wie die Siedlung Zurlinden zeigen den Übergang von der geschlossenen Mietshausstadt zu stärker durchgrünten Wohnanlagen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden im westlichen Quartiersteil modernistische Siedlungen und die ersten Hochhausgruppen.

Damit lässt sich im Sihlfeld die Entwicklung des Zürcher Wohnungsbaus vom späten 19. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit besonders deutlich ablesen.

Stadtentwicklung

Da das Sihlfeld heute fast vollständig bebaut ist, erfolgt die weitere Stadtentwicklung vor allem durch Sanierungen, Ersatzneubauten und eine massvolle Verdichtung bestehender Grundstücke.

Gleichzeitig besitzt der Erhalt historisch bedeutender Strassenzüge, Wohnsiedlungen und Grünanlagen einen hohen Stellenwert.

Das Quartier steht dabei vor ähnlichen Herausforderungen wie andere innenstadtnahe Wohngebiete Zürichs. Dazu gehören steigende Boden- und Mietpreise, die Erhaltung von bezahlbarem Wohnraum, sommerliche Hitze und die gerechte Verteilung des öffentlichen Raums.

Der hohe Nutzungsdruck auf Plätze und Parks macht die Qualität der öffentlichen Freiräume zu einem wichtigen Thema der Quartierentwicklung.

Charakter des Quartiers

Sihlfeld ist ein ausgeprägt urbanes Zürcher Wohnquartier ohne historischen Dorfkern.

Sein heutiger Charakter entstand hauptsächlich durch das rasche Wachstum Wiedikons im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dichte Häuserblöcke, genossenschaftliche Siedlungen, Quartierplätze und grosse Verkehrsachsen bestimmen das Stadtbild.

Gleichzeitig schaffen der Friedhof Sihlfeld, die Fritschiwiese und begrünte Wohnanlagen bedeutende Freiräume innerhalb der dichten Bebauung.

Der Idaplatz und seine Umgebung haben sich zu einem der bekanntesten Quartierzentren Wiedikons entwickelt. Restaurants, Cafés und lokale Geschäfte stehen hier neben traditionellen Wohnhäusern und verleihen dem Gebiet einen lebendigen Charakter.

Die Mischung aus historischer Arbeiter- und Angestelltenstadt, gemeinnützigem Wohnungsbau, dichtem urbanem Leben und grosszügigen Grünräumen macht Sihlfeld zu einem charakteristischen Teil des heutigen Zürichs.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Quartierspiegel Sihlfeld, Statistik Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
  2. Zürichs Stadtquartiere, Statistisches Amt der Stadt Zürich, 1954.
  3. Wohnsiedlung Zurlinden – im Herzen von Wiedikon, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Bevölkerungsbefragung 2025 – Quartierbericht, Stadt Zürich, Februar 2026.
  5. 5,0 5,1 Friedhof Forum – Museum über Leben und Tod, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
  6. Fritschiwiese, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.

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