Wollishofen

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Wollishofen ist ein Stadtquartier der Stadt Zürich und gehört zusammen mit Enge und Leimbach zum Kreis 2. Das Quartier liegt im Südwesten der Stadt am linken Ufer des Zürichsees und reicht vom See über den Entlisberg bis zur Sihl. Die bis Ende 1892 selbständige politische Gemeinde Wollishofen wurde am 1. Januar 1893 im Rahmen der ersten grossen Zürcher Eingemeindung Teil der Stadt Zürich.[1]

Wollishofen
Stadt Zürich
Kanton Zürich
Stadtkreis Kreis 2
Quartiernummer 021
Fläche 5,781 km²
Einwohner 22'029
Einwohnerstand 31. Dezember 2025
Wohnungen 11'003
Postleitzahlen 8038, 8041
Eingemeindung 1. Januar 1893
Bahnhöfe Zürich Wollishofen, Zürich Manegg
Karte Karte des Zürcher Stadtquartiers Wollishofen

Wollishofen ist mit einer Fläche von 578,1 Hektaren eines der grossflächigeren Stadtquartiere Zürichs. Ende 2025 lebten 22'029 Menschen im Quartier.[1] Es ist vor allem als Wohnquartier geprägt, besitzt aber zugleich bedeutende Kultur-, Freizeit-, Gewerbe- und Arbeitsplatzgebiete. Die Lage zwischen Zürichsee, Sihl, Entlisberg und den südlichen Ausläufern der Stadt verleiht Wollishofen einen ausgesprochen vielfältigen Charakter.

Zu den bekanntesten Orten gehören die Rote Fabrik, die Landiwiese, die Saffa-Insel, die Siedlung Neubühl, der Bahnhof Zürich Wollishofen, der Friedhof Manegg sowie das neue Stadtgebiet Greencity auf dem ehemaligen Industrieareal in der Manegg. Am See befinden sich ausserdem die Werft der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, das Gemeinschaftszentrum Wollishofen und der Cassiopeiasteg.

Geografie

Wollishofen liegt am südwestlichen Rand des zusammenhängenden Zürcher Stadtgebiets. Im Osten grenzt das Quartier an den Zürichsee, im Westen bildet die Sihl über längere Abschnitte die Grenze zu Leimbach. Im Norden schliessen Enge sowie Gebiete von Wiedikon und Friesenberg an. Im Süden reicht Wollishofen bis an die Stadtgrenze in Richtung Kilchberg und Adliswil.

Das Quartier umfasst sehr unterschiedliche Landschaftsräume. Entlang des Zürichsees befinden sich weitgehend flache Ufergebiete. Westlich davon steigt das Gelände über die Wohnquartiere zum Entlisberg an. Zwischen Entlisberg und Sihl liegt die Manegg.

Der Entlisberg ist ein bewaldeter Höhenzug und eines der wichtigsten Naherholungsgebiete des Quartiers. Seine Wälder bilden gemeinsam mit den Grünflächen entlang der Sihl einen deutlichen Kontrast zu den dichter bebauten Gebieten am See und entlang der Albisstrasse.[1]

Ein erheblicher Teil des heutigen Seeufers entstand durch Aufschüttungen im 20. Jahrhundert. Dadurch konnten öffentliche Grünflächen, Veranstaltungsareale und neue Uferwege geschaffen werden.

Statistische Zonen

Für statistische Zwecke ist Wollishofen in zwölf Zonen gegliedert.[1]

Nr. Statistische Zone
1 Muggenbühl
2 Bellariastrasse
3 Bahnhof Wollishofen
4 Auf der Egg
5 Morgental
6 Verenastrasse
7 Manegg
8 Entlisberg
9 Kalchbühl
10 Seeblickstrasse
11 Waschanstalt
12 See Süd-West

Die statistischen Zonen besitzen keine eigene politische Funktion. Sie dienen der kleinräumigen Auswertung von Bevölkerungs-, Wohnungs-, Wirtschafts- und anderen Daten.

Name

Der Ortsname Wollishofen geht nach der heute verbreiteten Erklärung auf die alemannische Bezeichnung Woloshoven zurück. Diese wird wiederum mit einem alemannischen Siedler namens Wolo in Verbindung gebracht.[1]

Urkundliche Hinweise auf den Ortsnamen sind aus dem 13. Jahrhundert überliefert, unter anderem aus den Jahren 1227 und 1246.

Die Besiedlung des Gebietes ist jedoch wesentlich älter. Bereits lange vor den Alemannen lebten Menschen am Ufer des Zürichsees.

Ur- und Frühgeschichte

Das Gebiet von Wollishofen gehört zu den sehr früh besiedelten Teilen des heutigen Zürich.

1883 wurden bei Baggerarbeiten im Zürichsee beim sogenannten Haumessergrund Spuren prähistorischer Pfahlbausiedlungen entdeckt.[1] Solche Seeufersiedlungen entstanden in der Jungsteinzeit und Bronzezeit an zahlreichen Orten rund um die Schweizer Seen.

Die Funde belegen, dass das Gebiet bereits Jahrtausende vor der Entstehung des mittelalterlichen Dorfes genutzt wurde.

In der Spätantike und im frühen Mittelalter veränderte sich die Siedlungsstruktur. Im 5. und 6. Jahrhundert liessen sich Alemannen in der Region nieder. Aus dieser Zeit entwickelte sich die Siedlung, aus der später Wollishofen hervorging.

Mittelalter und Frühe Neuzeit

Wollishofen blieb während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf.

Zwischen etwa 1400 und 1798 bildete Wollishofen zusammen mit Enge und Leimbach eine innere Vogtei der Stadt Zürich. Gerichtsbarkeit und Steuerhoheit lagen damit wesentlich bei der Stadt.[1]

Landwirtschaft, Weinbau, Fischerei und Handwerk bildeten die wirtschaftlichen Grundlagen. Wegen der Lage am See spielte auch die Schifffahrt eine Rolle.

Die Besiedlung konzentrierte sich lange auf mehrere dörfliche Kerne und einzelne Höfe. Das Gebiet zwischen dem historischen Dorf und der Stadt Zürich blieb bis weit ins 19. Jahrhundert hinein nur locker bebaut.

Selbständige Gemeinde

Mit dem Ende der Alten Eidgenossenschaft und der Errichtung der Helvetischen Republik 1798 wurde Wollishofen eine selbständige politische Gemeinde.

Diese Selbständigkeit bestand fast ein Jahrhundert lang. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Wollishofen im Vergleich zu einigen anderen Zürcher Vororten wirtschaftlich erfolgreich und verfügte vor der Eingemeindung über vergleichsweise günstige finanzielle Verhältnisse.

Gleichzeitig wurde die Gemeinde zunehmend enger mit Zürich verbunden. Neue Verkehrswege, industrielle Betriebe und das Wachstum der benachbarten Stadt führten dazu, dass die Grenzen zwischen Stadt und Vorort immer weniger deutlich wahrnehmbar waren.

Industrialisierung

Die Industrialisierung verlief in Wollishofen weniger stark als beispielsweise in Aussersihl, Altstetten oder Oerlikon. Deshalb blieb das Quartier wesentlich stärker vom Wohnen geprägt.[1]

Gewerbliche Tätigkeiten hatten jedoch eine lange Tradition. Bereits im 17. Jahrhundert bestand eine Seiden- und Rotfärberei. 1814 entstand im «Sunnige Hof» eine Färberei und Kattundruckerei.

Weitere Betriebe siedelten sich vor allem entlang des Zürichsees an. Die Nähe zum Wasser, zu Verkehrswegen und später zur Eisenbahn bot günstige Voraussetzungen für Gewerbe und Industrie.

Besonders das Seeufer zwischen Bahnhof Wollishofen und der heutigen Roten Fabrik entwickelte sich zu einem Gebiet mit Fabriken, Werkstätten, Lagerflächen und Hafenanlagen.

Eingemeindung 1893

Die Eingemeindung Wollishofens nach Zürich war politisch stark umstritten.

Ausgangspunkt der ersten grossen Zürcher Stadtvereinigung war unter anderem die schwierige finanzielle Situation der damaligen Gemeinde Aussersihl. Deren Gemeinderat verlangte 1885 eine Vereinigung Zürichs mit mehreren Vorortgemeinden.

Wollishofen gehörte zu den wohlhabenderen Gemeinden und lehnte den Zusammenschluss ab. Auch Enge opponierte gegen die Eingemeindung.

Der Zürcher Kantonsrat nahm das Zuteilungsgesetz am 11. Mai 1891 an. In der anschliessenden Abstimmung wurde die Vorlage in zehn der zwölf betroffenen Gemeinden angenommen. Nur Enge und Wollishofen lehnten sie ab.[1]

Wollishofen versuchte, die Eingemeindung auf juristischem Weg zu verhindern, und gelangte an das Bundesgericht. Der Rekurs blieb erfolglos.

Am 1. Januar 1893 wurde Wollishofen zusammen mit zehn weiteren Vorortgemeinden Teil der Stadt Zürich.[2]

Seit der Neuordnung der Stadtkreise im frühen 20. Jahrhundert gehört Wollishofen zusammen mit Enge und Leimbach zum Kreis 2.

Bevölkerungsentwicklung

Wollishofen entwickelte sich nach der Eingemeindung zunehmend zu einem städtischen Wohnquartier.

Um 1934 lebten rund 9'000 Menschen im Quartier. Ende 2025 waren es 22'029.[1] Besonders stark wuchs die Bevölkerung durch den Wohnungsbau des 20. Jahrhunderts und erneut seit Beginn des 21. Jahrhunderts.

Die Entwicklung der Manegg zu einem neuen Wohn- und Arbeitsplatzgebiet trug wesentlich zum jüngsten Wachstum bei.

Auch zahlreiche bestehende Wohnsiedlungen werden erneuert oder durch dichter bebaute Ersatzneubauten ersetzt.

Ende 2025 bestanden in Wollishofen 11'003 Wohnungen. Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung lag bei 31,3 Prozent.[1]

Wohnquartier

Wollishofen gilt traditionell als ausgeprägtes Wohnquartier. Neben älteren Einfamilienhausgebieten gibt es zahlreiche Mehrfamilienhäuser und grössere Wohnsiedlungen.

Ein wichtiger Bestandteil des Wohnungsangebots ist der gemeinnützige Wohnungsbau. Genossenschaften und die öffentliche Hand besitzen einen bedeutenden Anteil des Wohnungsbestandes.

Besonders in den Gebieten Entlisberg, Neubühl und rund um Morgental entstanden im 20. Jahrhundert grössere Wohnsiedlungen.

Die Nähe zum Zürichsee, zu Waldgebieten und zur Innenstadt macht Wollishofen zu einem gefragten Wohnstandort.

Siedlung Neubühl

Die Siedlung Neubühl gehört zu den architekturgeschichtlich bedeutendsten Wohnsiedlungen der Schweiz.

Sie entstand von 1930 bis 1932 nach den Prinzipien des Neuen Bauens. An der Planung war eine Gruppe moderner Schweizer Architekten beteiligt, darunter Max Ernst Haefeli, Werner Max Moser, Emil Roth und Rudolf Steiger.[1]

Die Siedlung zeichnete sich durch Flachdächer, klare Baukörper, grosszügige Grünräume, rationelle Grundrisse und eine konsequente Ausrichtung nach Licht und Sonne aus.

Damit stellte Neubühl einen deutlichen Bruch mit der damals verbreiteten traditionellen Wohnarchitektur dar.

Die Anlage gilt heute als eines der wichtigsten Beispiele des Neuen Bauens in der Schweiz und prägt den südlichen Teil Wollishofens bis heute.

Entlisberg

Der Entlisberg bildet einen grossen Grün- und Wohnbereich im westlichen Teil Wollishofens.

Der bewaldete Höhenzug zwischen Sihl und den dichter bebauten Quartierteilen dient als Naherholungsgebiet. Zahlreiche Spazier- und Wanderwege führen durch den Wald und verbinden Wollishofen mit Leimbach und den Gebieten entlang der Sihl.

Am Fuss des Entlisbergs entstanden seit den 1930er-Jahren grössere Wohnsiedlungen.

Die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich besitzt dort mehrere Wohnanlagen mit insgesamt rund 700 Wohnungen. Ein grosser Teil der ursprünglichen Bauten stammte aus den 1930er- bis 1950er-Jahren.

Im Rahmen der Erneuerung wurden unter anderem die Siedlungen Entlisberg I und II durch Neubauten ersetzt. Die 2020 abgeschlossenen Projekte umfassen 214 beziehungsweise 68 Wohnungen.[1]

Manegg

Die Manegg liegt zwischen dem Entlisberg, der Sihl und der Autobahn A3. Das Gebiet war während langer Zeit ein bedeutender Industriestandort.

Im 19. Jahrhundert entstand dort unter anderem eine Tonwarenfabrik. Später entwickelte sich die Zürcher Papierindustrie zu einem wichtigen Nutzer des Gebiets.

Die Wasserkraft der Sihl wurde über einen Fabrikkanal genutzt. Der Fabrikkanal Spinnerei Manegg diente rund 150 Jahre lang der Energieversorgung der Industriebetriebe.

Nach dem Rückgang der Industrie wurden grosse Teile der Manegg grundlegend umgestaltet. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts entwickelt sich das Gebiet zu einem neuen Wohn- und Arbeitsplatzschwerpunkt.

Fabrikkanal Spinnerei Manegg

Der Fabrikkanal führt vom Sihlwehr bei Leimbach durch das heutige Greencity-Areal bis in Richtung Allmend.

Nach dem Ende seiner industriellen Funktion blieb der Kanal als Bestandteil der Gebietsentwässerung erhalten.

Von 2024 bis 2026 wurde er umfassend instand gesetzt und ökologisch aufgewertet. Am 6. Juni 2026 wurde der revitalisierte Fabrikkanal offiziell eröffnet.[3]

Die Anlage dient heute gleichzeitig als Entwässerungssystem, Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Naherholungsraum. Ein Lehrpfad vermittelt Informationen zur Industriegeschichte und Ökologie des Gebiets.

Greencity

Auf einem ehemaligen Industrieareal in der Manegg entstand seit den 2010er-Jahren das Stadtentwicklungsgebiet Greencity.

Das Gebiet gehört administrativ zu Wollishofen, obwohl es aufgrund seiner Lage unmittelbar an der Grenze zu Leimbach gelegentlich diesem Quartier zugerechnet wird.[1]

Greencity wurde als gemischtes Quartier mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, Geschäften, Bildungseinrichtungen und öffentlichen Räumen geplant.

Es gilt als erstes nach den Vorgaben einer 2000-Watt-Gesellschaft entwickeltes Quartier der Schweiz. Historische Industriebauten wie das ehemalige Spinnereigebäude und der Wasserturm wurden in die Neubebauung integriert.

Seit dem Baustart 2015 entstanden rund 730 Wohnungen. Rund 2'000 Menschen leben im Gebiet, hinzu kommen mehrere Tausend Arbeitsplätze.[1]

Mit der Fertigstellung von weiteren Alterswohnungen soll die Entwicklung des letzten grossen Baufeldes im Herbst 2026 abgeschlossen werden.

Schule Allmend

Das starke Bevölkerungswachstum in der Manegg erforderte zusätzliche öffentliche Infrastruktur.

2023 wurde die Schulanlage Allmend eröffnet. Sie bietet Raum für rund 250 Schülerinnen und Schüler auf Kindergarten- und Primarstufe.[1]

Zum Projekt gehört der Haspelsteg. Die Fussgängerpasserelle verbindet die Quartierteile über die Gleise der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn und die Allmendstrasse hinweg.

Zusätzlich ist im Gebiet die neue Schulanlage Höckler geplant. Sie soll als Tagesschule Platz für 22 Klassen der Primar- und Sekundarstufe bieten. Die Fertigstellung ist nach aktuellem Planungsstand für 2032 vorgesehen.[1]

Rote Fabrik

Die Rote Fabrik am Zürichsee ist einer der bekanntesten Kulturorte der Stadt.

Der Gebäudekomplex wurde 1892 als Seidenweberei errichtet. Architekt war Carl Arnold Séquin, der zahlreiche Industrieanlagen in der Schweiz plante.[4]

Die Fabrik war einer der ersten repräsentativen Industriebauten Wollishofens. Charakteristisch sind die roten Backsteinfassaden, die dem späteren Kulturzentrum seinen Namen gaben.

1940 wurde die Anlage von der Standard Telephon und Radio AG übernommen.

Die Stadt Zürich kaufte das Areal 1972. Ursprünglich war vorgesehen, Gebäude abzubrechen und die Seestrasse auszubauen.

1977 stimmte die Zürcher Bevölkerung jedoch für den Erhalt der Roten Fabrik. 1980 nahm die Interessengemeinschaft Rote Fabrik den Kulturbetrieb auf.[1]

Die Entwicklung der Roten Fabrik ist eng mit der Zürcher Jugendbewegung der frühen 1980er-Jahre verbunden.

Heute finden dort Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen, Filmveranstaltungen und weitere kulturelle Aktivitäten statt. Ateliers und Werkstätten ergänzen das Angebot.

Von 2023 bis 2025 wurden Teile des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes umfassend instand gesetzt.[4]

Wollishofer Seeufer

Das Seeufer Wollishofens unterscheidet sich deutlich von den repräsentativen Quaianlagen der Innenstadt.

Während am unteren Zürichseebecken bereits im 19. Jahrhundert grosse öffentliche Parkanlagen entstanden, blieb das Wollishofer Ufer lange stark von Bahn, Industrie, Gewerbe, Werften und Hafenanlagen geprägt.[5]

Seit dem 20. Jahrhundert wurden jedoch immer mehr Flächen für Freizeit, Kultur und Erholung zugänglich gemacht.

Heute bilden Landiwiese, Saffa-Insel, Hafen Wollishofen, Gemeinschaftszentrum, Rote Fabrik und Seeuferweg einen zusammenhängenden Freizeit- und Kulturraum.

Die weitere Entwicklung des Gebiets ist Gegenstand einer langfristigen städtischen Planung.

Landiwiese

Die Landiwiese gehört zu den wichtigsten Veranstaltungs- und Erholungsflächen am linken Zürichseeufer.

Das Gelände wurde für die Schweizerische Landesausstellung 1939 aufgeschüttet. Die Ausstellung, die allgemein als «Landi 39» bezeichnet wurde, hatte für die schweizerische nationale Selbstdarstellung unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg eine grosse Bedeutung.[6]

Nach dem Ende der Landesausstellung blieb die Wiese als öffentlicher Freiraum bestehen.

Heute wird sie sowohl als Naherholungsgebiet als auch für Grossveranstaltungen genutzt.

Seit 1980 gehört das Zürcher Theater Spektakel zu den bekanntesten regelmässigen Veranstaltungen auf der Landiwiese. Das internationale Festival verwandelt das Gelände während mehrerer Wochen in einen Theater- und Kulturort.

Saffa-Insel

Unmittelbar vor der Landiwiese liegt die künstlich geschaffene Saffa-Insel.

Sie entstand für die zweite Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit im Jahr 1958. Die Abkürzung SAFFA steht für Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit.[6]

Die Insel wurde nach Ende der Ausstellung erhalten und entwickelte sich zu einem beliebten Aufenthalts- und Badeort.

Landiwiese und Saffa-Insel sind als wichtige historische Freiräume geschützt. Wegen Schäden an Ufern und Anlagen plant die Stadt eine umfassende Sanierung und Aufwertung.

Cassiopeiasteg

Der Cassiopeiasteg ist ein Fussgängersteg im Zürichsee zwischen der Roten Fabrik und dem Hafen Wollishofen.

Er wurde am 1. Mai 2015 eröffnet und schloss eine zuvor bestehende Lücke im durchgehenden Seeuferweg.[7]

Der Steg ist 284 Meter lang und 2,8 Meter breit. Die Stahlkonstruktion ruht auf im Seegrund verankerten Pfählen.

Seinen Namen erhielt der Steg nach dem Sternbild Kassiopeia. Die fünf markanten Richtungswechsel der Konstruktion erinnern in ihrer Form an das charakteristische «W» des Sternbildes.

Der Cassiopeiasteg ist ausschliesslich für den Fussverkehr bestimmt und ermöglicht einen attraktiven Weg unmittelbar über dem Wasser.

Strandbad Wollishofen

Das Strandbad Wollishofen liegt südlich der Roten Fabrik am Zürichsee.

Die Badeanlage wurde 1939 eröffnet und gehört zu den historischen Zürcher Seebädern.[1]

Charakteristisch sind die grosszügigen Liegewiesen, der alte Baumbestand und der direkte Zugang zum Zürichsee.

Die Anlage wurde bis 2014 umfassend saniert. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, den ursprünglichen architektonischen Charakter des Strandbads zu erhalten.

Das Strandbad Wollishofen darf nicht mit dem weiter nördlich gelegenen Strandbad Mythenquai verwechselt werden, das zum Quartier Enge gehört.

Hafen und Schifffahrt

Das Wollishofer Seeufer besitzt eine lange Verbindung zur Schifffahrt.

Im Quartier befinden sich Hafenanlagen sowie die Werft der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft. Dort werden Schiffe gewartet und technische Arbeiten an der Zürichseeflotte ausgeführt.

Neben der Freizeitschifffahrt ist der Bereich deshalb bis heute ein bedeutender Arbeitsplatzstandort am Wasser.

Die Stadt will die gewerblichen und kulturellen Nutzungen langfristig mit einem besseren öffentlichen Zugang zum See verbinden.[5]

Gemeinschaftszentrum Wollishofen

Das Gemeinschaftszentrum Wollishofen befindet sich unmittelbar am Zürichsee zwischen Hafen und Roter Fabrik.

Es wurde 1961 eröffnet und entwickelte sich zu einem wichtigen Treffpunkt für die Quartierbevölkerung.[5]

Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene und umfasst Freizeit-, Bildungs- und Gemeinschaftsangebote.

Durch seine direkte Lage am See besitzt das Zentrum zusätzlich eine wichtige Funktion als öffentlicher Aufenthalts- und Erholungsort.

Seeuferweg

Der öffentliche Zugang zum Zürichsee wurde in Wollishofen schrittweise verbessert.

1986 stimmte die Zürcher Bevölkerung einem Projekt für einen Seeuferweg zu. In der Folge entstand eine Verbindung von der Werft der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft bis zur Roten Fabrik.[1]

Mit der Eröffnung des Cassiopeiastegs 2015 wurde die verbliebene Lücke zwischen der Roten Fabrik und dem Hafen geschlossen.

Dadurch entstand eine durchgehende attraktive Fussverbindung entlang eines grossen Teils des Wollishofer Seeufers.

Planung Seeufer Wollishofen

Das Gebiet zwischen Landiwiese und Roter Fabrik befindet sich weiterhin in einem städtebaulichen Veränderungsprozess.

Die Stadt Zürich erarbeitete dafür den Masterplan Seeufer Wollishofen. Im Mittelpunkt stehen der öffentliche Zugang zum Wasser, Grün- und Freiräume, Kultur, Gewerbe und jene Nutzungen, die unmittelbar auf einen Standort am See angewiesen sind.[5]

Der Zürcher Gemeinderat nahm den Masterplan im März 2024 zur Kenntnis.

Am 9. April 2025 beschloss der Stadtrat entsprechende Teilrevisionen des regionalen und kommunalen Richtplans für das linke Seeufer.[5]

Die Stadt arbeitet seither an den notwendigen Anpassungen der Nutzungsplanung.

Ziel ist es, die heute teilweise voneinander getrennten Freiräume besser miteinander zu verbinden und das Seeufer stärker für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Bahnhof Zürich Wollishofen

Der Bahnhof Zürich Wollishofen liegt an der linksufrigen Zürichseebahn zwischen Zürich Enge und Kilchberg.

Die Eisenbahnlinie entlang des linken Zürichseeufers wurde im 19. Jahrhundert eröffnet und beschleunigte die Entwicklung Wollishofens erheblich.

Eine Besonderheit des Bahnhofs ist sein historisches Aufnahmegebäude. Das Gebäude stand ursprünglich in Zug und wurde 1897 nach Wollishofen versetzt und dort wieder aufgebaut.[1]

Heute ist der Bahnhof Teil des Netzes der S-Bahn Zürich. Er erschliesst insbesondere die Wohngebiete nahe dem Zürichsee.

In unmittelbarer Nähe bestehen Anschlüsse an Tram- und Buslinien der Verkehrsbetriebe Zürich.

Bahnhof Zürich Manegg

Im westlichen Quartierteil liegt der Bahnhof Zürich Manegg an der Strecke der Sihltalbahn.

Der Bahnhof beziehungsweise die Haltestelle wird von der Linie S4 der S-Bahn Zürich bedient.

Mit der Entwicklung von Greencity und den neuen Wohngebieten in der Manegg gewann die Station stark an Bedeutung.

Sie ermöglicht eine schnelle Verbindung zum Bahnhof Zürich Giesshübel, nach Zürich Hauptbahnhof und in Richtung Sihlwald.

Tram

Die Geschichte des Zürcher Tramverkehrs in Wollishofen reicht ins 19. Jahrhundert zurück.

1882 wurde die Pferdetramstrecke bis zur Brunaustrasse eröffnet. Sie gehörte zu den ersten Tramverbindungen Zürichs.[1]

1900 wurde die Strecke elektrifiziert und bis Morgental verlängert.

1928 folgte die Verlängerung bis zur heutigen Endstation Wollishofen.

Heute wird die Strecke insbesondere von der Tramlinie 7 der Verkehrsbetriebe Zürich bedient. Sie verbindet Wollishofen über Enge und die Innenstadt mit dem rechten Zürichseeufer und Zürich Nord.

Wollishoferplatz

Bei der Tramendstation befindet sich der Wollishoferplatz. Die Anlage entstand 2009 im Rahmen der Erneuerung der Tramwendeschleife.

Der zuvor stark vom Verkehr geprägte Bereich wurde als öffentlicher Platz mit Sitzgelegenheiten, Brunnen, Blumenbeet und Platanen gestaltet.

2014 erhielt der Platz offiziell den Namen Wollishoferplatz.[8]

Er gilt heute als einer der zentralen Treffpunkte des Quartiers.

Morgental

Das Gebiet Morgental bildet ein wichtiges lokales Zentrum im mittleren Teil Wollishofens.

Hier treffen verschiedene Verkehrsachsen und öffentliche Verkehrsmittel aufeinander. Geschäfte und Dienstleistungen versorgen die umliegenden Wohngebiete.

Morgental besitzt auch aufgrund der Nähe zum Friedhof Manegg, zum Entlisberg und zu verschiedenen Wohnsiedlungen eine wichtige Funktion innerhalb des Quartiers.

Friedhof Manegg

Der Friedhof Manegg liegt am Entlisberg und gehört zu den ältesten noch bestehenden Friedhöfen Zürichs.

Er wurde 1897 zunächst als Quartierfriedhof für Wollishofen eröffnet und später mehrfach erweitert.[9]

Die Anlage besteht aus unterschiedlichen landschaftlich gestalteten Bereichen. Der ältere obere Teil besitzt geschwungene Wege und erinnert an einen englischen Landschaftsgarten. Andere Bereiche sind strenger geometrisch gegliedert.

Ein markanter alter Baumbestand trägt wesentlich zur parkartigen Wirkung des Friedhofs bei.

Heute dient der Friedhof nicht nur Wollishofen, sondern einem grösseren Einzugsgebiet des Kreises 2.

Kirchen

Wollishofen besitzt mehrere historische und moderne Kirchenbauten.

Die reformierte Kirche Auf der Egg steht erhöht über dem Quartier und bildet einen markanten Orientierungspunkt. Daneben besteht die ältere Kirche Wollishofen, die auf die lange kirchliche Tradition des ehemaligen Dorfes verweist.

Mit der starken Bevölkerungszunahme des 20. Jahrhunderts entstanden weitere konfessionelle Einrichtungen.

Die Kirchen und ihre Umgebung gehören zu den traditionellen Zentren des Quartierlebens.

Schulen

Wollishofen gehört zum Zürcher Schulkreis Uto.

Im Quartier befinden sich mehrere Primarschulhäuser, Kindergärten und weitere Bildungseinrichtungen.

Mit dem Bevölkerungswachstum in der Manegg kamen neue Schulen hinzu. Die 2023 eröffnete Schulanlage Allmend dient vor allem den Familien in den neuen Wohngebieten.

Weitere Schulraumprojekte sollen die erwartete Bevölkerungsentwicklung in den kommenden Jahren auffangen.

Wirtschaft und Arbeitsplätze

Obwohl Wollishofen vorwiegend ein Wohnquartier ist, besitzt es eine beträchtliche Zahl an Arbeitsplätzen.

Für 2023 weist Statistik Stadt Zürich 9'765 Beschäftigte aus.[1]

Die Wirtschaftsstruktur hat sich im Laufe der Zeit deutlich verändert. Klassische Industriebetriebe verloren an Bedeutung, während Dienstleistungen, Technologieunternehmen, Gewerbe, Kultur und Bildung zunahmen.

Besonders die Manegg entwickelte sich von einem Industriegebiet zu einem gemischten Wohn- und Arbeitsplatzstandort.

Am See bleiben Schifffahrt, Werftbetriebe und weiteres Gewerbe wichtige Nutzungen.

Verkehr

Wollishofen ist durch verschiedene Verkehrssysteme gut erschlossen.

Die linksufrige Zürichseebahn verbindet den Bahnhof Wollishofen mit Zürich Enge, dem Hauptbahnhof und den Gemeinden am linken Zürichseeufer.

Die Sihltalbahn erschliesst die Manegg und verbindet den westlichen Quartierteil mit der Innenstadt und dem Sihltal.

Das Tram bildet die wichtigste öffentliche Verkehrsachse zwischen dem Zentrum Wollishofens und der Innenstadt.

Mehrere Bus- und Trolleybuslinien ergänzen das Angebot.

Für den Strassenverkehr sind die Albisstrasse, die Seestrasse, die Allmendstrasse und die Autobahn A3 wichtige Achsen.

Fuss- und Veloverkehr

Wollishofen verfügt aufgrund seiner Lage am See und an der Sihl über zahlreiche attraktive Fuss- und Velowege.

Besonders bedeutend ist der Seeuferweg. Er verbindet Freiräume, Kulturorte und Badeanlagen entlang des Zürichsees.

Der Cassiopeiasteg ermöglicht dabei eine direkte Verbindung über dem Wasser.

Auch entlang der Sihl bestehen wichtige Wege für Freizeit- und Alltagsverkehr.

Im Rahmen neuer Stadtentwicklungsprojekte werden bestehende Verbindungen ergänzt und verbessert.

Grünräume und Naherholung

Wollishofen besitzt eine für ein städtisches Quartier grosse Vielfalt an Naherholungsgebieten.

Zu den wichtigsten zählen die Landiwiese, die Saffa-Insel, das Seeufer, der Entlisberg und die Landschaftsräume entlang der Sihl.

Der Entlisberger Wald bietet zahlreiche Spazierwege und verbindet die Wohngebiete mit der natürlichen Umgebung im Südwesten Zürichs.

Das Seeufer ist vor allem im Sommer eines der am stärksten genutzten Freizeitgebiete der Stadt.

Diese Kombination aus Wald, Fluss und See gehört zu den besonderen Standortqualitäten Wollishofens.

Camping und Jugendherberge

Am südlichen Zürichseeufer befindet sich der einzige Campingplatz auf Stadtzürcher Gebiet.

Der Campingplatz Fischers Fritz liegt unmittelbar am Wasser und wird sowohl von internationalen Gästen als auch von Bewohnerinnen und Bewohnern der Region genutzt.[1]

Ebenfalls in Wollishofen befindet sich die Jugendherberge Zürich. Sie bietet preisgünstige Übernachtungsmöglichkeiten und ist aufgrund ihrer Nähe zu Innenstadt und See ein wichtiger Bestandteil der touristischen Infrastruktur Zürichs.

Architektur

Die Architektur Wollishofens zeigt die unterschiedlichen Entwicklungsphasen des Quartiers besonders deutlich.

In älteren Gebieten finden sich noch Bauten, die an das frühere Dorf und die Wohnentwicklung des 19. Jahrhunderts erinnern.

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte zahlreiche Wohnsiedlungen hervor. Besonders die Siedlung Neubühl wurde international als Beispiel moderner Architektur bekannt.

Die Nachkriegszeit war von grösseren Genossenschafts- und Mehrfamilienhaussiedlungen geprägt.

Seit dem frühen 21. Jahrhundert entstanden vor allem in der Manegg grossvolumige moderne Wohn- und Geschäftsbauten.

Industriebauten wie die Rote Fabrik oder erhaltene Gebäude in der Manegg erinnern gleichzeitig an die gewerbliche Vergangenheit.

Stadtentwicklung

Wollishofen gehört zu den Stadtquartieren, die sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts besonders stark verändert haben.

Ein Schwerpunkt ist die Manegg. Ehemalige Industrieflächen wurden dort in neue Wohn- und Arbeitsplatzquartiere umgewandelt.

Gleichzeitig werden ältere Wohnsiedlungen erneuert und verdichtet.

Ein zweiter Schwerpunkt ist das Seeufer. Die Stadt verfolgt dort das Ziel, öffentliche Freiräume zu sichern und besser miteinander zu verbinden, während gleichzeitig Gewerbe, Kultur und Schifffahrt weiterhin Platz erhalten sollen.[5]

Die Herausforderung besteht darin, das starke Bevölkerungswachstum und die bauliche Verdichtung mit den landschaftlichen und historischen Qualitäten des Quartiers zu verbinden.

Bedeutung innerhalb Zürichs

Wollishofen besitzt innerhalb Zürichs eine besondere Stellung. Das Quartier liegt nahe an der Innenstadt, verfügt aber zugleich über ausgedehnte See-, Wald- und Flusslandschaften.

Seine Geschichte reicht von prähistorischen Seeufersiedlungen über ein alemannisches Dorf und eine wohlhabende selbständige Gemeinde bis zum modernen Stadtquartier.

Die gegen den Willen eines grossen Teils der damaligen Bevölkerung erfolgte Eingemeindung von 1893 gehört zu den bemerkenswerten Kapiteln der Zürcher Stadtgeschichte.

Im 20. Jahrhundert entstanden mit Neubühl, Landiwiese und Roter Fabrik Orte von überregionaler architektur-, kultur- und gesellschaftsgeschichtlicher Bedeutung.

Im 21. Jahrhundert steht vor allem die Umwandlung der Manegg beispielhaft für den Wandel ehemaliger Industrieareale zu gemischten Stadtgebieten.

Wollishofen verbindet heute Wohnen, Arbeit, Kultur und Naherholung auf engem Raum und gehört durch sein Seeufer zu den landschaftlich besonders vielseitigen Quartieren Zürichs.

Bekannte Orte und Sehenswürdigkeiten

Zu den bekannten Orten und Einrichtungen in Wollishofen gehören:

Siehe auch

Einzelnachweise

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Wollishofen