Hardplatz

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Hardplatz
Ort Zürich
Kanton Zürich
Stadtkreis Kreis 4
Quartier Hard
Postleitzahl 8004
Typ Stadtplatz und Verkehrsknoten
Wichtige Strassen Hardstrasse, Hohlstrasse, Hardbrücke
Öffentlicher Verkehr Tram und Bus
Neugestaltung 2015–2017

Der Hardplatz ist ein Stadtplatz und wichtiger Verkehrsknoten im Quartier Hard im Zürcher Kreis 4. Er liegt am südlichen Ende der Hardbrücke und bildet einen Übergang zwischen dem dicht bebauten Wohngebiet von Aussersihl, dem Gleisfeld des Zürcher Hauptbahnhofs und den Entwicklungsgebieten von Zürich-West.

Der Platz wird durch die Hardstrasse, die Hohlstrasse sowie die Auffahrten zur Hardbrücke geprägt. Neben seiner Funktion für den Strassenverkehr ist er ein bedeutender Knoten des öffentlichen Verkehrs. Besonders wichtig wurde der Hardplatz durch die Verlängerung der Tramlinie 8 über die Hardbrücke im Jahr 2017. Bis dahin hatte die Linie 8 am Hardplatz ihre Endstation.[1]

Lage

Der Hardplatz liegt westlich der Zürcher Innenstadt im Stadtquartier Hard. Er befindet sich unmittelbar südlich des grossen Gleisfelds, das vom Hauptbahnhof in Richtung Altstetten führt.

Von Süden erreicht die Hardstrasse den Platz. Nach Norden setzt sie sich über die Hardbrücke fort und führt über das Gleisfeld in Richtung Bahnhof Zürich Hardbrücke, Escher-Wyss-Platz und Zürich-West.

Von Osten und Westen wird der Platz insbesondere durch die Hohlstrasse erschlossen. Diese gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen zwischen der Innenstadt und Altstetten.

Die unmittelbare Umgebung wird durch eine Mischung aus Wohnhäusern, Gewerbe, Verkehrsanlagen und öffentlichen Einrichtungen geprägt. Östlich beziehungsweise nordöstlich des Platzes liegt das Areal des Polizei- und Justizzentrums Zürich (PJZ). Südlich schliesst das dicht bebaute Wohnquartier Hard an.

Name

Der Name des Hardplatzes leitet sich vom Flurnamen beziehungsweise Quartiernamen Hard ab. Die Bezeichnung findet sich in verschiedenen Orts- und Strassennamen der Umgebung, darunter Quartier Hard, Hardstrasse, Hardbrücke, Hardturmstrasse und Hardturm.

Der Begriff «Hard» beziehungsweise «Hart» bezeichnete historisch häufig bewaldetes oder gemeinschaftlich genutztes Land. Das Gebiet westlich der alten Stadt Zürich war vor seiner grossflächigen Überbauung durch Felder, Allmenden und später zunehmend durch Verkehrsanlagen und Industrie geprägt.

Entwicklung des Gebiets

Das Gebiet des heutigen Hardplatzes lag bis ins 19. Jahrhundert ausserhalb des dicht bebauten Stadtgebiets. Mit der Industrialisierung und der starken Bevölkerungszunahme in Aussersihl entwickelte sich die Umgebung zunehmend zu einem städtischen Wohn- und Gewerbegebiet.

Nach der Eingemeindung von Aussersihl in die Stadt Zürich im Jahr 1893 wurde das Gebiet weiter erschlossen. Neue Wohnblöcke, Strassen und öffentliche Einrichtungen entstanden.

Zu den erhaltenen Zeugnissen dieser Entwicklung gehört die Wohnkolonie Sihlfeld beim Hardplatz. Die Wohnanlage an Hardplatz, Hirzelstrasse und Sihlfeldstrasse wurde 1919 nach Plänen des damaligen Stadtbaumeisters Friedrich Fissler errichtet. Sie gehört zu den charakteristischen Wohnbauten der Zeit des Ersten Weltkriegs und der unmittelbar anschliessenden Wohnungsnot.[2]

Der Hardplatz entwickelte sich im 20. Jahrhundert zunehmend zu einem Verkehrsknoten. Einen besonders starken Einfluss hatte der Bau der Hardbrücke.

Hardbrücke

Hauptartikel: Hardbrücke

Die Hardbrücke gehört zu den wichtigsten innerstädtischen Strassenverbindungen Zürichs. Sie überquert das ausgedehnte Gleisfeld westlich des Hauptbahnhofs und verbindet den Hardplatz mit dem Gebiet um den Bahnhof Zürich Hardbrücke und Zürich-West.

Die Hardbrücke entstand in ihrer heutigen Form im Wesentlichen zwischen 1969 und 1972. Sie wurde Teil der sogenannten Westtangente, die den Durchgangsverkehr zwischen verschiedenen Autobahnanschlüssen durch das Zürcher Stadtgebiet führte.[3]

Die verkehrsorientierten Planungen dieser Zeit stiessen zunehmend auf Widerstand in der Bevölkerung. Als 1972 ein Kredit für den Abschluss der Hardbrücke beim Hardplatz zur Abstimmung gelangte, lehnten rund 59 Prozent der Stimmberechtigten das Projekt ab.[4]

In einer weiteren Abstimmung wurde 1977 eine überarbeitete Gestaltung des Hardplatzes angenommen. Bei der neuen Planung wurde stärker auf den vorhandenen Baumbestand und die Bedürfnisse des Fussverkehrs Rücksicht genommen.[4]

Die Auseinandersetzung um Hardbrücke und Hardplatz ist ein Beispiel für den Wandel der Zürcher Verkehrspolitik in den 1970er-Jahren. Grossräumige Strassenprojekte wurden zunehmend kritisch beurteilt, insbesondere in den dicht bewohnten Quartieren entlang der Westtangente.

Öffentlicher Verkehr

Der Hardplatz ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Knotenpunkt der Verkehrsbetriebe Zürich.

Besonders prägend ist die Tramlinie 8. Sie verbindet den Hardplatz in Richtung Innenstadt unter anderem mit Stauffacher, Paradeplatz, Bellevue und Klusplatz.

Bis Dezember 2017 endete die Tramlinie 8 am Hardplatz. Dafür bestand auf dem Platz eine Wendeschleife.

Daneben erschliessen Buslinien die umliegenden Quartiere und stellen Verbindungen unter anderem in Richtung Innenstadt, Altstetten und weitere Teile Zürichs her.

Tramverbindung Hardbrücke

Die bedeutendste Veränderung des Hardplatzes in jüngerer Zeit erfolgte mit dem Bau der Tramverbindung über die Hardbrücke.

Bereits mit der Entwicklung von Zürich-West zeigte sich, dass der stark frequentierte Bahnhof Zürich Hardbrücke besser mit dem städtischen Tramnetz verbunden werden sollte. Der Bahnhof hatte sich zu einem der wichtigsten S-Bahn-Knoten innerhalb Zürichs entwickelt.

Das Projekt sah eine neue Tramstrecke vom bisherigen Endpunkt der Linie 8 am Hardplatz über einen Teil der Hardbrücke bis zu den bestehenden Gleisen des Trams Zürich-West vor.[5]

Nach der kantonalen Volksabstimmung von 2014 konnten die Bauarbeiten beginnen. Die eigentlichen Arbeiten starteten 2015 und dauerten rund zweieinhalb Jahre.[6]

Am 8. Dezember 2017 wurde die neue Verbindung offiziell eröffnet. Zwei Tage später, mit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2017, nahm die verlängerte Tramlinie 8 den regulären Betrieb auf.[1]

Seither fährt die Linie vom Hardplatz über die Hardbrücke zum Bahnhof Zürich Hardbrücke und weiter über Schiffbau und Escher-Wyss-Platz in Richtung Hardturm.

Mit dem Projekt entstanden rund 1,1 Kilometer neue Tramstrecke zwischen Hardplatz und dem bestehenden Tramnetz von Zürich-West. Für das Gesamtprojekt Tramverbindung Hardbrücke war ein Kredit von rund 130 Millionen Franken vorgesehen.[1]

Neugestaltung 2015–2017

Der Bau der Tramstrecke wurde mit einer umfassenden Neugestaltung des Hardplatzes verbunden.

Die frühere Tramwendeschleife wurde nicht mehr benötigt und konnte entfernt beziehungsweise in die neue Platzgestaltung integriert werden. Dadurch entstanden grössere zusammenhängende Flächen für Fussgängerinnen und Fussgänger.

Die Neugestaltung sollte gleichzeitig die Orientierung verbessern und dem Platz trotz seiner Lage an stark befahrenen Verkehrsachsen einen eigenständigen Charakter geben.[6]

Der erneuerte Hardplatz wurde zusammen mit der neuen Tramverbindung im Dezember 2017 fertiggestellt.

Gestaltung

Der Hardplatz besteht aufgrund der Hardstrasse und der unterschiedlichen Geländehöhen aus mehreren Teilflächen. Deshalb wird er im Alltag nicht unbedingt als einheitlicher Platz wahrgenommen.

Die heutige Gestaltung ist vergleichsweise zurückhaltend. Bäume, Sitzgelegenheiten und offene befestigte Flächen bilden einen Kontrast zur unmittelbar angrenzenden Hardbrücke und den stark befahrenen Strassen.

Ein kleinerer Bereich bei der Zufahrt zur Hohlstrasse besitzt einen relativ dichten Baumbestand und mehrere Sitzbänke. Andere Bereiche werden stärker durch Tramhaltestellen, Fuss- und Veloverkehr geprägt.[7]

Untersuchung der Platzqualität

Im Sommer 2018 untersuchte das Tiefbauamt der Stadt Zürich die Nutzung und Wahrnehmung des neu gestalteten Hardplatzes.

Dabei wurden Passantinnen und Passanten befragt und die Nutzung des öffentlichen Raums beobachtet. 83 Prozent der Befragten gaben an, mit dem Hardplatz zufrieden zu sein.[7]

Die Stadt charakterisierte den Platz nach der Neugestaltung als weitläufig und übersichtlich. Die ruhige Gestaltung bilde einen bewussten Gegensatz zur stark befahrenen Hardbrücke.

Die einzelnen Bereiche werden unterschiedlich genutzt. Die Flächen bei der Tramhaltestelle und den angrenzenden Blockrandbauten dienen teilweise dem Aufenthalt, während andere Bereiche vor allem von Umsteigenden, Fussgängerinnen, Fussgängern und Velofahrenden durchquert werden.[7]

Verkehrliche Bedeutung

Der Hardplatz bildet einen Schnittpunkt mehrerer wichtiger Verkehrsachsen.

Die Hardstrasse führt nach Süden zum Albisriederplatz und nach Norden über die Hardbrücke. Die Hohlstrasse verläuft in Ost-West-Richtung zwischen der Zürcher Innenstadt und Altstetten.

Die Hardbrücke verbindet den Platz mit Zürich-West und den Quartieren nördlich des Gleisfelds.

Aufgrund dieser Lage besitzt der Hardplatz sowohl für den öffentlichen Verkehr als auch für den motorisierten Individualverkehr und den Veloverkehr eine hohe Bedeutung.

Die starke Verkehrsbelastung beeinflusst gleichzeitig die Aufenthaltsqualität und die Lärmsituation der angrenzenden Wohngebiete.

Tempo 30 und Lärmschutz

Die Hardstrasse südlich des Hardplatzes war 2018 Teil eines städtischen Pilotversuchs zu nächtlichen Geschwindigkeitsreduktionen.

Auf dem rund 800 Meter langen Abschnitt zwischen Hardplatz und Albisriederplatz galt während des Versuches zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30.[8]

Die Auswertung ergab auf den untersuchten Strassenabschnitten eine Lärmreduktion von ungefähr ein bis drei Dezibel. Nach Angaben der Stadt war diese Verringerung wahrnehmbar.[9]

Wohnbebauung

Die südliche und östliche Umgebung des Hardplatzes wird durch die typische dichte Blockrandbebauung des Quartiers Hard geprägt.

Ein bedeutendes Ensemble ist die Wohnkolonie Sihlfeld mit Gebäuden an Hardplatz 5 und 6, Hirzelstrasse und Sihlfeldstrasse. Die Anlage entstand 1919 unter Stadtbaumeister Friedrich Fissler.[2]

Die weitgehend schmucklose Gestaltung ist charakteristisch für den Wohnungsbau der Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg, als Zürich unter erheblicher Wohnungsnot und Materialknappheit litt.

Zusammen mit der etwas später entstandenen Wohnsiedlung Sonnenheim an der Hardstrasse bildet die Anlage eine weitgehend geschlossene Bebauung um einen grossen begrünten Innenhof.

Polizei- und Justizzentrum

Unweit des Hardplatzes befindet sich das Polizei- und Justizzentrum Zürich (PJZ).

Das grosse Areal liegt auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs zwischen Hohlstrasse und Gleisfeld. Das Zentrum wurde nach einer langen Planungs- und Bauphase im Herbst 2022 in Betrieb genommen.[4]

Im PJZ sind verschiedene Einrichtungen der Kantonspolizei, der Staatsanwaltschaft und der Justiz zusammengefasst. Durch seine Grösse und Lage hat der Gebäudekomplex das Umfeld des Hardplatzes städtebaulich wesentlich verändert.

Quartier Hard

Hauptartikel: Hard (Zürich)

Der Hardplatz liegt im gleichnamigen Quartier Hard, das zum Kreis 4 gehört.

Das Quartier ist eines der am dichtesten bebauten Gebiete Zürichs. Charakteristisch sind Blockrandbauten aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert sowie grössere städtische Wohnsiedlungen.

Zu den besonders auffälligen Gebäuden gehören das Lochergut und die Hochhäuser der Hardau.[4]

Das Quartier ist stark durch Verkehrsinfrastrukturen geprägt. Eisenbahn, Hardbrücke, Hohlstrasse und weitere Hauptstrassen nehmen einen bedeutenden Teil des Gebiets ein.

Verbindung zu Zürich-West

Durch die neue Tramstrecke hat sich die funktionale Bedeutung des Hardplatzes verändert.

Vor 2017 bildete er für die Tramlinie 8 eine Endstation am Rand des Quartiers. Seit der Verlängerung ist der Hardplatz Bestandteil einer durchgehenden Verbindung zwischen Aussersihl und Zürich-West.

Die neue Route ermöglicht unter anderem direkte Fahrten zwischen dem Kreis 4, dem Bahnhof Hardbrücke und den Entwicklungsgebieten entlang von Hardturm- und Pfingstweidstrasse.

Bereits im ersten vollständigen Betriebsjahr 2018 wurden auf dem neuen Streckenabschnitt zwischen Hardplatz und Bahnhof Hardbrücke rund 2,1 Millionen Fahrgäste gezählt.[10]

Damit erwies sich die Verbindung als wichtiger Bestandteil des öffentlichen Verkehrs zwischen den Stadtteilen südlich und nördlich des Gleisfelds.

Bedeutung als öffentlicher Raum

Der Hardplatz unterscheidet sich von repräsentativen Zürcher Plätzen wie Bürkliplatz, Bellevue oder Paradeplatz. Seine Gestaltung und Nutzung werden wesentlich durch die Verkehrsfunktion bestimmt.

Gleichzeitig ist er ein wichtiger öffentlicher Raum für die Bevölkerung des Quartiers Hard. Die Bäume und Sitzgelegenheiten ermöglichen kurze Aufenthalte, während die offenen Flächen auch für temporäre Nutzungen zur Verfügung stehen.

Die 2017 abgeschlossene Neugestaltung verdeutlicht den Wandel in der Zürcher Stadtplanung: Ein früher fast vollständig vom Verkehr bestimmter Raum wurde stärker auf die Bedürfnisse von Fussverkehr, öffentlichem Verkehr und Aufenthalt ausgerichtet.

Bei einer städtischen Beteiligung zur zukünftigen Gestaltung von Mobilität und Stadträumen wurde später unter anderem der Wunsch nach zusätzlicher Begrünung und mehr Schatten auf dem Hardplatz geäussert.[11]

Siehe auch

Einzelnachweise

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Hardplatz