Verkehrsbetriebe Zürich

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Verkehrsbetriebe Zürich
Abkürzung VBZ
Frühere Bezeichnung Städtische Strassenbahn Zürich
Art Kommunales Verkehrsunternehmen
Eigentümerin Stadt Zürich
Zuständiges Departement Departement der Industriellen Betriebe
Gründung 1896
Sitz Zürich
Direktor Martin Sturzenegger
Verkehrsverbund Zürcher Verkehrsverbund
Verkehrsmittel Tram, Trolleybus, Autobus, Quartierbus und Standseilbahn
Linien 98 (2025)
Fahrgäste 309,1 Millionen Einsteigerinnen und Einsteiger (2025)
Mitarbeitende 2597,2 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt (2025)
Adresse Luggwegstrasse 65, 8048 Zürich
Website vbz.ch

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) sind das kommunale Verkehrsunternehmen der Stadt Zürich. Sie betreiben den grössten Teil des städtischen Tram-, Trolleybus- und Autobusverkehrs sowie zahlreiche regionale Buslinien in der Zürcher Agglomeration. Hinzu kommen Quartierbusse, das Wochenend-Nachtnetz und die Seilbahn Rigiblick.

Die VBZ gehören zum Departement der Industriellen Betriebe der Stadt Zürich. Sie sind keine eigenständige Aktiengesellschaft, sondern eine organisatorisch und finanziell verselbstständigte Dienstabteilung der Stadtverwaltung. Direktor ist seit Juni 2025 Martin Sturzenegger.[1]

Innerhalb des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) sind die VBZ neben den Schweizerischen Bundesbahnen die grösste Anbieterin von Transportdienstleistungen. Ihr Bedienungsgebiet umfasst neben der Stadt Zürich Teile des Limmattals, des Glattals, des Zimmerbergs und des Pfannenstiels. Im Auftrag der Verkehrsbetriebe Glattal erbringen sie zudem die Fahrleistungen auf der Glattalbahn.[2]

Im Jahr 2025 verzeichneten die VBZ 309,1 Millionen Einsteigerinnen und Einsteiger. Davon entfielen 191,5 Millionen auf die Tramlinien, 50,8 Millionen auf die Trolleybuslinien und 39,7 Millionen auf die städtischen Autobuslinien. Die gesamte Verkehrsleistung betrug 669,2 Millionen Personenkilometer.[3]

Aufgaben

Die Verkehrsbetriebe Zürich sind ein integriertes Verkehrsunternehmen. Sie beschränken sich nicht auf das Führen von Fahrzeugen, sondern planen, bauen und unterhalten einen erheblichen Teil der für den Betrieb notwendigen Infrastruktur.

Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere:

  • Planung und Erbringung öffentlicher Personenverkehrsleistungen;
  • Entwicklung von Tram-, Trolleybus- und Autobusangeboten;
  • Zusammenarbeit mit dem Zürcher Verkehrsverbund;
  • Bau, Erneuerung und Unterhalt von Gleisen und Fahrleitungen;
  • Wartung und Instandsetzung der Fahrzeugflotte;
  • Betrieb von Depots, Garagen und Werkstätten;
  • Fahrgastinformation und Kundenberatung;
  • Erhalt historischer Fahrzeuge;
  • Entwicklung neuer Mobilitäts- und Antriebsformen;
  • Bewirtschaftung der betriebseigenen Immobilien;
  • Betrieb des städtischen Fundbüros;
  • Betriebsführung für weitere Verkehrsunternehmen und Institutionen.[1]

Die VBZ stimmen ihre Arbeiten insbesondere mit dem Tiefbauamt, der Dienstabteilung Verkehr, dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich und weiteren städtischen Stellen ab. Grössere Angebots- und Infrastrukturprojekte werden gemeinsam mit dem ZVV, dem Kanton Zürich und teilweise mit dem Bund geplant und finanziert.

Organisation

Die VBZ gehören zum Departement der Industriellen Betriebe der Stadt Zürich. Politisch verantwortlich ist die Vorsteherin oder der Vorsteher dieses Departements. Die operative Leitung liegt bei der Direktion der VBZ.

Das Unternehmen ist in verschiedene Bereiche gegliedert. Dazu gehören unter anderem:

  • Betrieb und Verkehrssteuerung;
  • Markt und Angebotsplanung;
  • Infrastruktur;
  • Fahrzeugmanagement;
  • Finanzen und Services;
  • Personal;
  • Unternehmensentwicklung.

Die VBZ planen das Verkehrsangebot, führen die Fahrzeuge, unterhalten die Infrastruktur und warten das Rollmaterial weitgehend innerhalb derselben Organisation. Dieses Modell unterscheidet sich von Systemen, bei denen Infrastruktur, Fahrzeugbesitz und Fahrbetrieb vollständig auf verschiedene Unternehmen verteilt sind.

Neben ihrem eigenen Betrieb tragen die VBZ die Verantwortung für die Betriebsführung der UBS Polybahn AG, der Dolderbahn-Betriebs-AG und der Stiftung Behinderten-Transporte Zürich. Im Auftrag der Verkehrsbetriebe Glattal stellen sie das Fahrpersonal für die Glattalbahn.[2]

Geschichte

Pferdebahn und private Tramgesellschaften

Die Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in Zürich begann vor der Gründung der VBZ. Am 5. September 1882 eröffnete die private Zürcher Strassenbahn AG ihre ersten normalspurigen Pferdebahnlinien.

Die sogenannten Rösslitramlinien führten von Tiefenbrunnen über Bellevue und Bahnhofplatz zum Paradeplatz und weiter zur Stockgasse. Eine zweite Verbindung verlief vom Helmhaus über den Paradeplatz zum Friedhof Sihlfeld.

Die Wagen wurden von Pferden gezogen und boten gegenüber den damaligen Pferdeomnibussen einen ruhigeren und leistungsfähigeren Betrieb. Die Schienen lagen jedoch weitgehend im Strassenraum und mussten mit dem übrigen Verkehr geteilt werden.

1894 eröffnete die private Elektrische Strassenbahn Zürich die ersten elektrischen Tramlinien der Stadt. Die meterspurigen Strecken führten vom Bellevue über den Kreuzplatz nach Burgwies sowie über Kunsthaus und Römerhof zum Kreuzplatz.[3]

Gründung des städtischen Betriebs

1896 kaufte die Stadt Zürich die Elektrische Strassenbahn Zürich. Daraus entstand die Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ), die als unmittelbare Vorgängerin der heutigen VBZ gilt.

Ein Jahr später übernahm die Stadt auch die Zürcher Strassenbahn AG und stellte deren Pferdebahnstrecken auf elektrischen Betrieb und Meterspur um.

Zwischen 1903 und 1920 wurden weitere private Tramgesellschaften in den kommunalen Betrieb integriert. Dazu gehörten Strecken nach Höngg, Albisrieden, Altstetten und weiteren damals teilweise noch selbstständigen Vororten.

1906 führte die Städtische Strassenbahn Liniennummern ein. Zuvor waren die Verbindungen vor allem durch farbige Schilder und Signale gekennzeichnet worden.

1931 übernahm die Stadt mit der Limmattal-Strassenbahn und der Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach die letzten grösseren privaten Tramunternehmen innerhalb des heutigen Stadtgebiets.[3]

Einführung des Autobusbetriebs

Die erste städtische Autobuslinie wurde 1927 eröffnet. Sie führte von der Utobrücke über Wiedikon, den Albisriederplatz und die Nordbrücke zum Rigiplatz.

Der Kraftwagenbetrieb wurde zunächst als eigene Unternehmung mit separater Rechnung der Städtischen Strassenbahn angegliedert. 1935 erhielt er die Bezeichnung Autobusbetrieb der StStZ.

1931 nahm der städtische Überland-Kraftwagenbetrieb erste Linien ausserhalb des Stadtgebiets auf. Dazu gehörten Verbindungen im Limmattal und im Glattal.

Autobusse wurden vor allem auf Strecken eingesetzt, auf denen der Bau einer Tramlinie wirtschaftlich nicht gerechtfertigt erschien. Sie dienten zugleich als Zubringer zu Tram- und Eisenbahnlinien.

Trolleybus

Am 27. Mai 1939 eröffnete die Stadt ihre erste Trolleybuslinie. Sie verband das Bezirksgebäude mit dem Bucheggplatz.

Der Trolleybus verband die flexible Linienführung eines Busses mit dem elektrischen Antrieb des Trams. Er eignete sich besonders für topografisch anspruchsvolle und stark frequentierte Strecken.

In der Nachkriegszeit ersetzten Trolleybusse mehrere schwächer ausgelastete Tramlinien. 1957 nahmen die VBZ ihren ersten Gelenktrolleybus in Betrieb. Später entwickelte sich Zürich zu einem der bedeutendsten Trolleybusbetriebe der Schweiz.

Umbenennung in Verkehrsbetriebe Zürich

1950 wurde die Städtische Strassenbahn Zürich in Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich umbenannt. Damit wurde der Entwicklung vom reinen Strassenbahnbetrieb zum Unternehmen mit mehreren Verkehrsmitteln Rechnung getragen.

Seit 1978 lautet der offizielle Name Verkehrsbetriebe Zürich. Für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit wurde gleichzeitig die Bezeichnung VBZ Züri-Linie eingeführt.[3]

Modernisierung nach dem Zweiten Weltkrieg

Der starke Bevölkerungs- und Verkehrszuwachs der Nachkriegszeit führte zu einer umfassenden Modernisierung des Betriebs.

1955 nahmen die VBZ den ersten Gelenkautobus und 1957 den ersten Gelenktrolleybus in Betrieb. Ab 1960 wurden auch Gelenktrams eingesetzt.

In den 1960er-Jahren stellten die VBZ schrittweise auf Selbstbedienung um. Billette wurden nicht mehr von Kondukteuren verkauft und kontrolliert, sondern an Automaten oder im Vorverkauf erworben. 1966 wurden die Buslinien und 1969 die Tramlinien vollständig auf Selbstbedienung umgestellt.

1971 nahm eine zentrale Funkleitstelle den Betrieb auf. Damit konnten Fahrzeuge und Fahrdienstleitung schneller miteinander kommunizieren und auf Störungen reagieren.

Tiefbahn- und U-Bahn-Projekte

Das wachsende Verkehrsaufkommen führte wiederholt zu Vorschlägen, Teile des Tramnetzes in den Untergrund zu verlegen.

1962 lehnten die Stimmberechtigten eine sogenannte Tiefbahn ab. Geplant war, zentrale Tramabschnitte in Tunnels zu führen.

1973 scheiterte in einer weiteren Volksabstimmung ein umfangreicheres U- und S-Bahn-Projekt. Das Vorhaben sah eine eigenständige U-Bahn sowie den Ausbau der regionalen Eisenbahnverbindungen vor.

Nach der Ablehnung konzentrierte sich die Stadt auf den Ausbau des oberirdischen Tram- und Busnetzes. Die später realisierte S-Bahn Zürich wurde als Eisenbahnsystem ohne städtische U-Bahnstrecken entwickelt.

Förderung des öffentlichen Verkehrs

1977 nahm die Zürcher Stadtbevölkerung eine Volksinitiative zur Förderung des öffentlichen Verkehrs an. Gleichzeitig wurde ein Kredit von 200 Millionen Franken bewilligt.

Der Beschluss ermöglichte den Ausbau des Tramnetzes, die Beschaffung neuer Fahrzeuge, die Einrichtung eigener Fahrspuren und die Verbesserung von Haltestellen und Betriebssystemen.

Im selben Zeitraum begann die Auslieferung des Tram 2000. Diese Fahrzeugfamilie prägte das Stadtbild während mehrerer Jahrzehnte.

1979 stellten die VBZ die erste Wagenführerin ein. Zuvor waren die Fahrdienstberufe fast ausschliesslich Männern vorbehalten.

Zürcher Verkehrsverbund

1990 wurden die VBZ Partnerunternehmen des neu gegründeten Zürcher Verkehrsverbunds.

Der ZVV führte ein einheitliches Tarif- und Fahrplansystem für Bahn, Tram, Bus, Schiff und Seilbahn im gesamten Kanton ein. Billette waren nicht mehr an ein bestimmtes Verkehrsunternehmen gebunden, sondern galten innerhalb der gewählten Tarifzonen für verschiedene Verkehrsmittel.

Der ZVV bestellt und finanziert die Verkehrsleistungen. Die VBZ planen und erbringen einen grossen Teil des Angebots in der Stadt und den ihnen zugeteilten Marktgebieten.

Niederflurfahrzeuge und Cobra-Tram

Ab den 1990er-Jahren rückte der hindernisfreie Zugang stärker in den Mittelpunkt. Die VBZ beschafften Niederflurbusse und entwickelten für das Tramnetz verschiedene Übergangslösungen.

Bei 23 Fahrzeugen des Typs Tram 2000 wurde ein niederfluriges Mittelteil eingefügt. Diese Fahrzeuge erhielten im Zürcher Sprachgebrauch die Bezeichnung Sänfte.

2001 traf das erste Fahrzeug der neuen Tramgeneration Cobra ein. Nach dem Versuchsbetrieb wurden insgesamt 88 Serienfahrzeuge beschafft. Die Cobra-Trams besitzen durchgehend niederflurige Fahrgasträume und lösten ältere Fahrzeuge der Typen Mirage und Tram 2000 teilweise ab.

Die letzte Cobra wurde 2010 ausgeliefert. Im selben Jahr wurden die letzten Mirage-Trams aus dem regulären Betrieb genommen.

Ausbau ins Glattal und nach Zürich-West

Mit dem starken Wachstum im Norden der Stadt und im Glattal wurden erstmals seit Jahrzehnten wieder grössere Tramneubaustrecken geschaffen.

2006 wurde die Linie 11 von der Messe beziehungsweise dem Hallenstadion nach Auzelg verlängert. 2008 erreichte die Linie 10 über die Glattalbahn den Flughafen Zürich. Seit 2010 verbindet die Linie 12 den Bahnhof Stettbach mit dem Flughafen.

Die Infrastruktur der Glattalbahn gehört den Verkehrsbetrieben Glattal. Die Fahrleistungen auf den Tramlinien werden im Auftrag der VBG von den VBZ erbracht.

Am 11. Dezember 2011 wurde das Tram Zürich-West eröffnet. Die 3,2 Kilometer lange Neubaustrecke verband den Escher-Wyss-Platz über die Pfingstweidstrasse mit dem Bahnhof Altstetten.

2017 folgte die Tramverbindung über die Hardbrücke. Damit erhielt der Bahnhof Zürich Hardbrücke eine direkte Anbindung an das Tramnetz.

Limmattalbahn und Flexity

Am 2. September 2019 wurde die Tramlinie 2 von Farbhof bis zum Bahnhof Schlieren verlängert. Der neue Abschnitt bildete die erste Etappe der Limmattalbahn.

Das erste Fahrzeug der neuen Tramgeneration Flexity Zürich traf ebenfalls 2019 ein. Nach der Zulassung nahm es am 19. Oktober 2020 den regulären Fahrgastbetrieb auf.

Bis Ende 2025 standen 88 von insgesamt 132 bestellten Flexity-Trams im täglichen Einsatz. Die Ablieferung des letzten Fahrzeugs ist für das Frühjahr 2029 vorgesehen.[2]

COVID-19-Pandemie

Während der COVID-19-Pandemie ging die Nachfrage im öffentlichen Verkehr stark zurück. Ab Ende März 2020 reduzierten die VBZ den Betrieb vorübergehend auf einen Zehnminutentakt. Das Nachtnetz wurde eingestellt.

Ab Mai 2020 wurde das normale Angebot schrittweise wiederhergestellt. Gleichzeitig galten zeitweise Maskenpflichten und weitere Schutzmassnahmen.

Am 14. Januar 2021 führte ein aussergewöhnlich starker Schneefall zur vollständigen Einstellung des Tram- und Busbetriebs. Das Ereignis wurde in Zürich als «Flockdown» bezeichnet. Erst nach umfangreichen Räumungs- und Reparaturarbeiten konnte das gesamte Netz wieder bedient werden.

Fahrplanwechsel 2025

Am 14. Dezember 2025 trat der umfangreichste Fahrplanwechsel in der Geschichte der VBZ in Kraft.

Mit dem sogenannten Tramnetz Süd erhielten die Linien 2, 4, 5, 8, 11 und 15 neue Linienführungen. Der Ausbau reagierte insbesondere auf das Wachstum des Gesundheits- und Forschungsstandorts Lengg. Zwischen Stadelhofen und Rehalp wurde die Kapazität während der Hauptverkehrszeiten ungefähr verdoppelt.[4]

Gleichzeitig begann der Umbau der Haltestelle Bahnhofquai. Wegen der länger dauernden Sperrung wurden mehrere Tramlinien umgeleitet und die temporären Baustellenlinien 50 und 51 eingeführt.

Auch das Busnetz im Westen Zürichs wurde neu geordnet. Linien in Altstetten, Grünau, Höngg und den Gemeinden Ober- und Unterengstringen erhielten neue Streckenführungen.

Verkehrsgebiet

Die VBZ bedienen neben der Stadt Zürich fünf regionale Marktgebiete:

  • Limmattal;
  • Oberes Glattal;
  • Mittleres Glattal;
  • Unterer Zimmerberg;
  • Unterer Pfannenstiel.

Im Regionalverkehr treten die VBZ sowohl als direkte Betreiberin als auch als Auftraggeberin privater Transportunternehmen auf. Ein Teil der Buslinien wird von Transportbeauftragten mit eigenen Fahrzeugen oder Personal geführt.

Das Verkehrsnetz umfasste Ende 2025 insgesamt 98 Linien. Die Linienlänge betrug ohne Nachtnetz 499,4 Kilometer.[3]

Angebotsbereich Linien Linienlänge
Tram 14 125 km
Trolleybus 6 60 km
Autobus im Stadtnetz 14 87 km
Quartierbus 7 24 km
Direkt betriebene Autobuslinien in der Agglomeration 9 Bestandteil des 203 km langen Regionalnetzes
Seilbahn Rigiblick 1 0,4 km
Gesamtes Verkehrsnetz 98 499,4 km ohne Nachtbuslinien

Die höhere Gesamtzahl ergibt sich unter anderem aus den durch beauftragte Unternehmen betriebenen Regional- und Nachtlinien.

Tramverkehr

Das Zürcher Tram bildet das Rückgrat des städtischen Verkehrsnetzes. Im Jahr 2025 entfielen rund 62 Prozent aller bei den VBZ gezählten Einstiege auf die Tramlinien.

Das Netz ist meterspurig und wird mit 600 Volt Gleichstrom betrieben. Die Fahrzeuge sind als Einrichtungswagen ausgelegt und benötigen deshalb an den Endhaltestellen Wendeschleifen oder andere Wendemöglichkeiten.[5]

Das Liniennetz ist historisch stark auf das Stadtzentrum ausgerichtet. Besonders wichtige Knoten sind:

  • Zürich Hauptbahnhof;
  • Bahnhofstrasse und Paradeplatz;
  • Bellevue;
  • Central;
  • Stauffacher;
  • Escher-Wyss-Platz;
  • Bahnhof Stadelhofen;
  • Bahnhof Enge;
  • Bahnhof Oerlikon;
  • Bahnhof Altstetten;
  • Bahnhof Hardbrücke.

Mehrere Linien verkehren über die Stadtgrenze hinaus. Dazu gehören Verbindungen nach Schlieren, Wallisellen und zum Flughafen Zürich.

Tramfahrzeuge

Im regulären Betrieb werden oder wurden während der Übergangsphase vor allem folgende Fahrzeugfamilien eingesetzt:

Fahrzeugtyp Inbetriebnahme Merkmale
Tram 2000 ab 1976 Hochflurfahrzeug, teilweise mit niederflurigem Mittelteil «Sänfte»
Cobra ab 2001 Durchgehend niederfluriges Gelenktram
Flexity Zürich ab 2020 42,8 Meter langes Niederflurtram mit hoher Kapazität

Das Flexity Zürich bietet bei einer Belegung mit vier Stehenden pro Quadratmeter Platz für 279 Personen, darunter 91 Sitzplätze. Es ist 42,8 Meter lang, 2,4 Meter breit und vollständig niederflurig.[5]

Die Fahrzeuge besitzen Klimaanlagen mit Wärmepumpentechnik, breite Türen, Rollstuhlbereiche und ein Assistenzsystem zur Erkennung von Hindernissen.

Abgabe alter Trams an die Ukraine

Ausgemusterte Tram-2000-Fahrzeuge werden teilweise an die ukrainische Stadt Winnyzja abgegeben.

Seit 2021 wurden zunächst 59 Fahrzeuge für den weiteren Betrieb in der Ukraine bereitgestellt. Die Transporte werden vom Staatssekretariat für Wirtschaft organisiert und finanziert. In Winnyzja können die Fahrzeuge nach Einschätzung der Projektpartner noch zwölf bis fünfzehn Jahre eingesetzt werden.[2]

Die Abgabe setzt eine frühere Zusammenarbeit fort. Bereits ab 2007 gelangten ausgemusterte Zürcher Trams der älteren Bauart «Karpfen» nach Winnyzja.

Trolleybusverkehr

Das Zürcher Trolleybusnetz besteht seit 1939. Es bedient stark belastete Verbindungen, die nicht als Tramstrecken ausgebaut sind.

Ende 2025 betrieben die VBZ sechs Trolleybuslinien mit einer gemeinsamen Linienlänge von 60 Kilometern. Eingesetzt wurden 53 Gelenk- und 35 Doppelgelenktrolleybusse.[3]

Die Doppelgelenkfahrzeuge sind rund 25 Meter lang und besitzen eine hohe Beförderungskapazität. Sie werden vor allem auf nachfragestarken Hauptlinien eingesetzt.

Seit 2017 verfügt die gesamte Trolleybusflotte über Traktionsbatterien. Dadurch können die Fahrzeuge kürzere Strecken ohne Oberleitung zurücklegen. Auf den Linien 33 und 72 wird der Abschnitt zwischen Albisriederplatz und Hardplatz beispielsweise im Batteriebetrieb befahren.[6]

Die Batterien werden während der Fahrt unter der bestehenden Fahrleitung geladen. Dieses als In-Motion-Charging bezeichnete Verfahren ermöglicht die Elektrifizierung weiterer Buslinien, ohne auf ihrer gesamten Länge eine Oberleitung bauen zu müssen.

Die Linie 83 wurde 2020 vom Dieselbus- auf Trolleybusbetrieb umgestellt. Die Linien 69 und 80 werden ebenfalls elektrifiziert. Für die Linie 69 wurde die notwendige Fahrleitungsinfrastruktur 2025 erstellt; die Umstellung ist für 2026 vorgesehen.[4]

Autobusverkehr

Autobusse übernehmen die Feinerschliessung von Stadtquartieren und Agglomerationsgemeinden. Sie ergänzen das Tram-, Trolleybus- und S-Bahn-Netz.

Die VBZ unterscheiden zwischen:

  • städtischen Autobuslinien;
  • Quartierbuslinien;
  • Agglomerationslinien;
  • Nachtbuslinien.

Ende 2025 umfasste die eigene Busflotte 260 Fahrzeuge. Sämtliche Busse waren niederflurig.[3]

Fahrzeugkategorie Bestand Ende 2025
Doppelgelenktrolleybusse 35
Gelenktrolleybusse 53
Standardautobusse 48
Gelenkautobusse 106
Quartierbusse 18
Gesamt 260

Auf besonders stark ausgelasteten Buslinien werden Gelenk- und Doppelgelenkfahrzeuge eingesetzt. Kleinere Quartierbusse erschliessen enge Wohnstrassen und Gebiete, in denen grosse Fahrzeuge nicht zweckmässig wären.

Ein Teil des regionalen Angebots wird im Auftrag der VBZ von privaten Busunternehmen erbracht. Die Tarife, Fahrpläne und Qualitätsvorgaben werden dabei durch den ZVV und die VBZ bestimmt.

Seilbahn Rigiblick

Die Seilbahn Rigiblick ist eine vollautomatische Standseilbahn zwischen der Haltestelle Seilbahn Rigiblick und dem Rigiblick am Zürichberg.

Die 385 Meter lange Strecke überwindet einen Höhenunterschied von ungefähr 94 Metern. Sie erschliesst ein steiles Wohngebiet und ist in den normalen ZVV-Tarif integriert.

Die Bahn wird von den VBZ betrieben und erscheint in deren Statistik als eigene Linie. 2025 wurden rund 700'000 Fahrgäste gezählt.[3]

Im Sommer 2025 wurde die Anlage umfassend modernisiert. Am 26. September nahm sie den Betrieb mit zwei neuen Kabinen wieder auf. Die Fahrzeuge und Haltestellen wurden hindernisfrei gestaltet und die Steuerung erneuert.[2]

Die Bahn fährt vollständig ohne Fahrpersonal. Kunststoffrollen sollen die Geräuschbelastung für die Anwohnerinnen und Anwohner reduzieren.

Weitere mitbetreute Bahnen

Polybahn

Die Polybahn verbindet das Central mit der Polyterrasse der ETH Zürich. Eigentümerin ist die UBS Polybahn AG, während die Betriebsführung durch die VBZ erfolgt.

Die nur 176 Meter lange Standseilbahn gehört zum ZVV-Tarif. Im Jahr 2025 beförderte sie rund 2,08 Millionen Fahrgäste.[3]

Dolderbahn

Die Dolderbahn führt vom Römerhof zum Dolder. Sie ist als Zahnradbahn ausgeführt und erschliesst Wohngebiete, Freizeitangebote und das Hotel The Dolder Grand.

Die Dolderbahn-Betriebs-AG ist eine eigene Gesellschaft. Die VBZ führen den Betrieb und betreuen die Fahrzeuge technisch.

Im September 2024 nahmen zwei neue Zahnradtriebwagen den Betrieb auf. Sie ersetzten die seit den 1970er-Jahren eingesetzten Fahrzeuge.

Glattalbahn

Die Infrastruktur der Glattalbahn gehört der Verkehrsbetriebe Glattal AG. Die VBZ führen die Tramzüge im Auftrag der VBG.

Auf dem Netz verkehren die Zürcher Tramlinien 10, 11 und 12. Die Verbindungen erschliessen unter anderem Oerlikon, Glattbrugg, Wallisellen, den Bahnhof Stettbach und den Flughafen Zürich.

Nachtverkehr

In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag verkehren zusätzliche Nachtlinien.

Das Nachtangebot ist Teil des ZVV-Nachtnetzes und umfasst Bus- und Bahnverbindungen im gesamten Kanton. Die VBZ betreiben einen grossen Teil der städtischen und regionalen Nachtbusse.

Die Nachtbuslinien der VBZ wiesen 2025 eine gemeinsame Linienlänge von rund 230 Kilometern auf. Sie beförderten ungefähr 900'000 Fahrgäste.[3]

Seit dem Fahrplanwechsel 2025 wird das Nachtangebot auf wichtigen Verbindungen teilweise verdichtet. Ziel ist eine bessere Abstimmung mit dem S-Bahn-Nachtnetz und den Ausgehzeiten in der Stadt.

Fahrgäste und Verkehrsleistung

Die Zahl der Einsteigerinnen und Einsteiger wird aus automatischen Fahrgastzählungen und statistischen Hochrechnungen ermittelt. Eine Person, die auf einer Reise umsteigt, wird dabei in jedem Fahrzeug erneut als Einstieg gezählt.

Verkehrsmittel Fahrgäste 2025 Personenkilometer 2025
Tram 191,5 Mio. 378,9 Mio.
Trolleybus 50,8 Mio. 121,0 Mio.
Autobus Stadtnetz 39,7 Mio. 90,5 Mio.
Quartierbus 2,3 Mio. 3,9 Mio.
Autobus Agglomeration 23,2 Mio. 71,8 Mio.
Nachtnetz 0,9 Mio. 2,8 Mio.
Seilbahn Rigiblick 0,70 Mio. 0,27 Mio.
Gesamt 309,1 Mio. 669,2 Mio.

Quelle: VBZ Fakten 2025.[3]

Die meistbelasteten Abschnitte liegen im Zentrum der Stadt. Mehr als 70'000 Fahrgäste passieren an einem durchschnittlichen Werktag den Bahnhofplatz. Weitere stark belastete Knoten sind Bellevue, Stauffacher und Quaibrücke.[7]

Infrastruktur

Gleisnetz

Ende 2025 umfasste das von den VBZ betreute Gleisnetz 172 Kilometer Gleise. Davon entfielen 151,6 Kilometer auf Streckengleise und 20,4 Kilometer auf Dienstgleise und Betriebshöfe.[3]

Die VBZ sind für Bau und Unterhalt eines grossen Teils der städtischen Traminfrastruktur zuständig. Dazu gehören:

  • Gleise;
  • Weichen und Kreuzungen;
  • Fahrleitungen;
  • Gleichrichteranlagen;
  • Haltestellen;
  • Wartehallen;
  • Signal- und Weichensteuerungen;
  • betriebliche Kommunikationssysteme.

Gleise und darunterliegende Werkleitungen werden häufig gemeinsam mit städtischen Strassenbauprojekten erneuert. Dadurch können Strassen, Wasser-, Energie- und Telekommunikationsleitungen sowie Tramgleise in einem koordinierten Bauablauf ersetzt werden.

2025 erneuerten die VBZ bei 13 Gleisbaustellen insgesamt 4910 Meter Gleise sowie zahlreiche Weichen und Kreuzungen.[2]

Haltestellen

Das Verkehrsgebiet umfasste Ende 2025 insgesamt 446 Haltestellen auf Stadtgebiet und 235 Haltestellen in der Agglomeration. An 647 Standorten bestanden Wartehallen, Unterstände oder Haltestellengebäude.[3]

Haltestellen werden schrittweise an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes angepasst. Dazu gehören erhöhte Perronkanten, ausreichend breite Zugänge, taktile Markierungen und hindernisfreie Umsteigewege.

Im dicht bebauten Stadtgebiet können nicht sämtliche Haltestellen kurzfristig vollständig umgebaut werden. Teilweise sind dafür grössere Veränderungen am Strassenraum, an Werkleitungen oder an benachbarten Gebäuden notwendig.

Depots, Garagen und Werkstätten

Die Fahrzeuge werden in mehreren Betriebshöfen abgestellt, gereinigt und gewartet.

Tramdepots

Die VBZ verfügen über folgende Tramstandorte:

  • Zentralwerkstatt und Depot Altstetten;
  • Depot Kalkbreite;
  • Depot Oerlikon;
  • Depot Irchel;
  • Depot Wollishofen;
  • Depot Hard.

Die Zentralwerkstatt in Altstetten besteht in ihrer heutigen Form seit 1975. Sie ist das technische Zentrum für grössere Reparaturen, Revisionen und die Herstellung oder Aufarbeitung von Fahrzeugkomponenten.[8]

Im Depot Kalkbreite können bis zu 42 und in Oerlikon bis zu 44 Trams abgestellt werden. Im Depot Irchel bestehen Plätze für bis zu 34 Fahrzeuge.

Das historische Depot Hard wurde ab 2021 vollständig erneuert und mit einer kommunalen Wohnsiedlung überbaut. Wegen zusätzlicher Arbeiten am Erschütterungsschutz verzögerte sich die Wiedereröffnung des Tramdepots bis voraussichtlich Sommer 2027.[9]

Busgaragen

Die wichtigsten Busgaragen befinden sich in Hardau, Hagenholz und Sonnental. Sie dienen der Abstellung, Reinigung, Ladung und Wartung von Trolley-, Diesel-, Hybrid- und Batteriebussen.

Für den regionalen Betrieb am unteren Pfannenstiel wird eine zusätzliche Garage in Oetwil am See eingerichtet. Ab Ende 2026 sollen dort rund 30 Busse Platz finden.[2]

Der Ausbau elektrischer Busse erfordert neue Ladeanlagen, Transformatoren und leistungsfähige Stromanschlüsse in den Garagen.

Tarif und Vertrieb

Die VBZ besitzen keinen eigenen, vom ZVV unabhängigen Fahrpreis. Für sämtliche regulären Verbindungen gilt der Zonentarif des Zürcher Verkehrsverbunds.

Ein ZVV-Billett berechtigt innerhalb seiner zeitlichen und räumlichen Gültigkeit zur Nutzung verschiedener Verkehrsmittel. Dazu gehören je nach Verbindung:

  • Tram;
  • Bus;
  • Trolleybus;
  • S-Bahn;
  • Regionalzug;
  • Schiff;
  • Seil- und Bergbahnen.

Die Stadt Zürich liegt in der ZVV-Tarifzone 110. Wegen des dichten Verkehrsangebots wird diese Zone bei der Preisberechnung als zwei Zonen gezählt.

Billette und Abonnemente werden über die ZVV-App, den Onlineverkauf, Automaten, Beratungsstellen und weitere Verkaufsstellen angeboten.

Ende 2025 betrieben die VBZ 749 stationäre Ticketautomaten. Daneben bestanden drei eigene Beratungsstellen sowie das gemeinsam genutzte Kundencenter ZVV-Contact im Hauptbahnhof Zürich.[3]

Fahrgastinformation und Betriebssteuerung

Die Fahrzeuge und Haltestellen sind in ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem eingebunden.

Die Leitstelle kann:

  • Fahrzeugstandorte verfolgen;
  • Abweichungen vom Fahrplan erkennen;
  • Anschlüsse koordinieren;
  • Umleitungen anordnen;
  • Ersatzverkehre organisieren;
  • Fahrgäste über Störungen informieren;
  • Einsatzkräfte alarmieren.

An zahlreichen Haltestellen zeigen elektronische Anzeigen die erwarteten Abfahrtszeiten in Echtzeit. Informationen werden ausserdem über die ZVV-App, die Website der VBZ, Durchsagen und Anzeigen in den Fahrzeugen verbreitet.

Die hohe Verkehrsbelastung im städtischen Strassenraum erschwert einen stabilen Fahrplan. Besonders Bus- und Trolleybuslinien sind von Staus, Baustellen und schwankenden Fahrzeiten betroffen.

Nach Angaben der Stadt verkehren rund 90 Prozent der Tramfahrten innerhalb der definierten Pünktlichkeitstoleranz. Auf zentralen Abschnitten rund um Hauptbahnhof und Bellevue nimmt die Zuverlässigkeit jedoch unter hoher Belastung ab.[7]

Barrierefreiheit

Die VBZ verfolgen das Ziel eines möglichst hindernisfreien Verkehrsangebots.

Sämtliche Busse sind niederflurig. Die Cobra- und Flexity-Trams verfügen über stufenarme beziehungsweise niveaugleiche Einstiege, sofern die Haltestellen entsprechend ausgebaut sind.

Ältere Tram-2000-Fahrzeuge besitzen Hochflureinstiege. Bei den sogenannten Sänften erleichtert ein niederfluriges Mittelteil den Zugang mit Rollstuhl oder Kinderwagen.

An Haltestellen mit nicht vollständig angepassten Perrons können Klapprampen oder andere Einstiegshilfen eingesetzt werden. Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität sind teilweise weiterhin auf Unterstützung angewiesen.

Die 2025 erneuerte Seilbahn Rigiblick wurde mit neuen hindernisfreien Fahrzeugen und angepassten Haltestellen ausgestattet.

Elektromobilität und Umwelt

Trams und Trolleybusse befördern rund 80 Prozent der VBZ-Fahrgäste. Sie werden mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben.[6]

Die verbleibende Dieselbusflotte verursacht den grössten Teil der direkten Treibhausgasemissionen des Unternehmens. Mit der Strategie eBus VBZ sollen die Dieselbusse bis 2030 weitgehend durch elektrische oder emissionsarme Fahrzeuge ersetzt werden.

Dabei kommen verschiedene Technologien zum Einsatz:

  • klassische Trolleybusse;
  • Batterietrolleybusse mit abschnittsweisem Betrieb ohne Fahrleitung;
  • batterieelektrische Quartier- und Standardbusse;
  • batterieelektrische Gelenkbusse;
  • Dieselhybridbusse als Übergangstechnologie.

Die Technologie wird je nach Linienlänge, Fahrgastaufkommen, Topografie und Lademöglichkeit gewählt. Auf stark ausgelasteten Linien wird der Batterietrolleybus bevorzugt, während kleinere Busse meist über Nacht oder während Betriebspausen in der Garage geladen werden.

Die VBZ betreiben Photovoltaikanlagen auf Dächern von Depots und Garagen. Sechs Anlagen erzeugten 2025 rund 1,7 Gigawattstunden Strom. Ein Teil wird direkt in das Fahrleitungsnetz von Tram und Trolleybus eingespeist.[2]

Personal

2025 beschäftigten die VBZ im Jahresdurchschnitt Personal im Umfang von 2597,2 Vollzeitstellen. Der Frauenanteil betrug 19,5 Prozent, der Anteil der Teilzeitbeschäftigten 26,1 Prozent.[3]

Ein grosser Teil der Mitarbeitenden arbeitet im Fahrdienst. Weitere Berufsgruppen sind unter anderem:

  • Mechanikerinnen und Mechaniker;
  • Automatikerinnen und Automatiker;
  • Gleisbauerinnen und Gleisbauer;
  • Fahrleitungsmonteurinnen und -monteure;
  • Verkehrsplanerinnen und Verkehrsplaner;
  • Kundenberaterinnen und Kundenberater;
  • Informatikfachleute;
  • Disponentinnen und Disponenten;
  • Reinigungs- und Unterhaltspersonal;
  • kaufmännische Mitarbeitende.

Die VBZ bilden Fahrpersonal selbst aus. Tram- und Trolleybusführende benötigen zusätzlich zum Strassenverkehrsausweis eine betriebliche und gesetzlich geregelte Ausbildung.

Wegen krankheitsbedingter Absenzen und Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung musste das Angebot 2022 bis 2024 zeitweise reduziert werden. Nach verstärkter Rekrutierung und Ausbildung konnte im Dezember 2024 wieder zum Normalfahrplan zurückgekehrt werden.

Sonderangebote

Event- und Gastronomietrams

Die VBZ vermieten historische und moderne Tramfahrzeuge für private oder geschäftliche Veranstaltungen.

Zu den Angeboten gehören Rundfahrten, Apéros, Fonduefahrten und thematische Veranstaltungen. Die Fahrzeuge verkehren ausserhalb des regulären Linienbetriebs auf dem bestehenden Tramnetz.

Verschiedene Sondertrams wurden für kulturelle Einrichtungen, Jubiläen, Ausstellungen und öffentliche Kampagnen gestaltet. Beispiele sind Zoo-, Tonhalle-, Opernhaus-, Kunst- und Inklusionstrams.

Cargo-Tram und E-Tram

Gemeinsam mit Entsorgung + Recycling Zürich betreiben die VBZ das Cargo-Tram und das E-Tram.

An wechselnden Haltestellen können Einwohnerinnen und Einwohner ohne Auto Sperrgut, Metall oder Elektrogeräte abgeben. Die Güter werden mit speziell ausgerüsteten Tramfahrzeugen abtransportiert.

Das 2003 eingeführte Cargo-Tram erhielt einen Innovationspreis des öffentlichen Verkehrs. Das Angebot nutzt freie Kapazitäten des Schienennetzes und vermindert zusätzliche Fahrten mit privaten Autos oder Lastwagen.

Historische Fahrzeuge

Die VBZ erhalten einen Bestand historischer Tram- und Busfahrzeuge. Ein Teil wird gemeinsam mit dem Tram-Museum Zürich gepflegt und für Sonderfahrten eingesetzt.

Das Tram-Museum befindet sich im ehemaligen Depot Burgwies. Es dokumentiert die Entwicklung des Zürcher Nahverkehrs anhand von Fahrzeugen, Modellen, Dokumenten und technischen Einrichtungen.

Netzentwicklungsstrategie 2040

Die Stadt Zürich wächst, und neue Wohn- und Arbeitsplatzgebiete entstehen insbesondere in Altstetten, Zürich-Nord und im Glattal. Das historisch sternförmig auf die Innenstadt ausgerichtete Netz stösst deshalb auf mehreren zentralen Abschnitten an seine Kapazitätsgrenzen.

Die Netzentwicklungsstrategie 2040 sieht eine schrittweise Ergänzung des heutigen Systems durch innere und äussere Ringverbindungen vor. Fahrgäste sollen häufiger direkt zwischen Stadtteilzentren reisen können, ohne über Hauptbahnhof, Bahnhofstrasse oder Bellevue fahren zu müssen.[7]

Zu den zentralen Vorhaben gehören:

  • Tram Affoltern;
  • Tramtangente Nord;
  • Tramverlängerung Altried–Wallisellen oder Dübendorf;
  • bessere Einbindung des Bahnhofs Altstetten;
  • Ausbau der Tram- und Buskapazitäten in Zürich-West;
  • zusätzliche Depots und Abstellanlagen;
  • neue Mobilitätsdrehscheiben.

Ab etwa 2035 wird der erwartete Trambedarf die Kapazität der bestehenden Depots übersteigen. Die VBZ prüfen deshalb neue Standorte und den Ausbau der Anlagen in Altstetten und an der Aargauerstrasse.

Tram Affoltern

Das Projekt Tram Affoltern soll das stark wachsende Quartier Zürich-Affoltern an das Tramnetz anschliessen.

Die rund vier Kilometer lange Neubaustrecke führt vom Brunnenhof entlang der Wehntalerstrasse bis Holzerhurd. Geplant sind sieben neue hindernisfreie Haltestellen. Die Tramverbindung soll ungefähr 50 Prozent mehr Kapazität bieten als das bisherige Busangebot der Linie 32.

Am 14. Juni 2026 stimmte die Stadtzürcher Bevölkerung dem städtischen Baukredit von 159,1 Millionen Franken mit 93'439 Ja- gegen 43'936 Nein-Stimmen zu. Der Ja-Anteil betrug rund 68 Prozent.[10]

Für die Realisierung werden zusätzlich ein kantonaler Kreditbeschluss und eine rechtskräftige Baubewilligung benötigt. Der Baubeginn ist für die zweite Hälfte der 2020er-Jahre vorgesehen; die Inbetriebnahme soll zu Beginn der 2030er-Jahre erfolgen.

Die Linie 11 soll anschliessend aus der Innenstadt über den Bucheggplatz und die Wehntalerstrasse nach Holzerhurd verkehren.

Bedeutung für Zürich

Die Verkehrsbetriebe Zürich prägen die räumliche und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Das dichte Netz ermöglicht vielen Haushalten ein Leben ohne eigenes Auto und verbindet Wohnquartiere mit Arbeitsplätzen, Schulen, Hochschulen, Einkaufsgebieten und Freizeiteinrichtungen.

Tram- und Buslinien bestimmen zugleich die Gestaltung des öffentlichen Raums. Eigene Tramtrassees, Haltestellen, Fahrleitungen und Busspuren beeinflussen Strassenquerschnitte, Plätze und Kreuzungen.

Der öffentliche Verkehr beansprucht im Verhältnis zu seiner Beförderungsleistung vergleichsweise wenig städtische Fläche. Gleichzeitig entstehen Nutzungskonflikte mit Auto-, Velo- und Fussverkehr sowie mit Anwohnerinnen und Gewerbebetrieben.

Die blauen und weissen Fahrzeuge gelten als ein charakteristisches Element des Zürcher Stadtbilds. Die Bezeichnung «Züri-Linie» und der Zürcher Tramverkehr sind eng mit der öffentlichen Wahrnehmung der Stadt verbunden.

Kritik und Herausforderungen

Die VBZ stehen regelmässig im Mittelpunkt politischer Diskussionen. Zu den wiederkehrenden Themen gehören:

  • Pünktlichkeit und Betriebsstabilität;
  • Personalmangel;
  • Kosten von Infrastrukturprojekten;
  • Kapazitätsengpässe;
  • Fahrleitungen und Gestaltung des Strassenraums;
  • Priorisierung des öffentlichen Verkehrs;
  • Lärm und Erschütterungen;
  • Barrierefreiheit;
  • Sicherheit im Mischverkehr;
  • Finanzierung durch Stadt, Kanton und ZVV.

Besonders auf gemeinsam mit dem motorisierten Individualverkehr genutzten Strassenabschnitten können Staus zu Verspätungen führen. Die VBZ und die Stadt streben deshalb zusätzliche Eigentrassees und eine stärkere Bevorzugung an Lichtsignalen an.

Der Ausbau des Netzes benötigt gleichzeitig zusätzliche Flächen für Depots, Werkstätten und Garagen. Solche Flächen sind im dicht bebauten Stadtgebiet knapp und stehen in Konkurrenz zu Wohnungsbau, Gewerbe und Grünräumen.

Siehe auch

Literatur

  • Peter Kamm: Zürich Transport 1882–1996. Von der Pferdebahn zur Züri-Linie. Selbstverlag, Zürich 1996.
  • Hans Bodmer: Das Tram in Zürich 1928 bis 1962. Sutton Verlag, Erfurt 2011, ISBN 978-3-86680-929-1.
  • Verkehrsbetriebe Zürich: Geschäftsberichte. Zürich, jährlich.
  • Verkehrsbetriebe Zürich: Fakten. Zürich, jährlich.
  • Verein Tram-Museum Zürich: TMZ Revue. Zürich, fortlaufend.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Stadt Zürich: Verkehrsbetriebe Zürich, abgerufen am 2. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Verkehrsbetriebe Zürich: Geschäftsbericht 2025, insbesondere S. 8–15, abgerufen am 2. August 2026.
  3. 3,00 3,01 3,02 3,03 3,04 3,05 3,06 3,07 3,08 3,09 3,10 3,11 3,12 3,13 3,14 Verkehrsbetriebe Zürich: Fakten 2025, S. 3–12, abgerufen am 2. August 2026.
  4. 4,0 4,1 [https://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/vbz/de/die-vbz/zahlen-fakten/geschaeftsbericht/VBZ_GB_2025_WEB.pdf Verkehrsbetriebe Zürich: Geschäftsbericht 2025, S. 11 und 14, abgerufen am 2. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Alstom und Verkehrsbetriebe Zürich: Flexity Zürich – Datenblatt, abgerufen am 2. August 2026.
  6. 6,0 6,1 Verkehrsbetriebe Zürich: Elektromobilität – eBus VBZ, abgerufen am 2. August 2026.
  7. 7,0 7,1 7,2 Stadt Zürich: ÖV-Ringsystem: Handlungsbedarf und prioritäre Ausbauprojekte, 27. Januar 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  8. Verkehrsbetriebe Zürich: Depots und Garagen, abgerufen am 2. August 2026.
  9. Stadt Zürich: Verbesserter Erschütterungsschutz für Tramdepot Hard, 18. Dezember 2025, abgerufen am 2. August 2026.
  10. Verkehrsbetriebe Zürich: Tram Affoltern – Stadt Zürich sagt Ja, abgerufen am 2. August 2026.