Affoltern (Zürich)
| Affoltern | |
|---|---|
| Stadt | Zürich |
| Kanton | Zürich |
| Bezirk | Zürich |
| Stadtkreis | Kreis 11 |
| Quartiernummer | 111 |
| Postleitzahl | 8046 |
| Fläche | 6,044 km² |
| Einwohner | 27'439 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2025 |
| Bevölkerungsdichte | rund 4'540 Einwohner/km² |
| Höhe | rund 460 m ü. M. |
| Erste Erwähnung | 9. Jahrhundert als «Afaltraha» |
| Eingemeindung | 1. Januar 1934 |
| Ortsteile | Oberaffoltern, Unteraffoltern, Neu-Affoltern |
Affoltern ist ein Stadtquartier von Zürich und gehört zum Stadtkreis 11. Es liegt im Norden der Stadt zwischen Käferberg, Hönggerberg und Katzensee und grenzt unmittelbar an die Gemeinden Regensdorf und Rümlang. Zusammen mit Oerlikon und Seebach bildet Affoltern den heutigen Kreis 11.
Das Quartier ist nicht mit der Stadt Affoltern am Albis im gleichnamigen Bezirk Affoltern zu verwechseln.
Affoltern gehört zu den am stärksten gewachsenen Wohnquartieren Zürichs. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Gebiet weitgehend ländlich geprägt. Nach der Eingemeindung 1934 und insbesondere seit den 1950er-Jahren entstanden grossflächige Wohnsiedlungen. Eine zweite starke Wachstumsphase setzte um die Jahrtausendwende ein. Ende 2025 lebten 27'439 Menschen im Quartier.[1]
Eine Besonderheit Affolterns ist der Übergang vom dicht bebauten Stadtgebiet in eine noch weitgehend offene Landschaft. Im Norden und Nordwesten liegen Landwirtschaftsflächen, das Gebiet Reckenholz und der Katzensee. Damit besitzt Affoltern innerhalb der Stadt Zürich einen ausgeprägten Stadtrandcharakter.[2]
Name
Die erste urkundliche Nennung des heutigen Affoltern geht auf das 9. Jahrhundert zurück. Der damalige Siedlungsname lautete «Afaltraha» und bedeutet sinngemäss «bei den Apfelbäumen» beziehungsweise «Apfelbaum».[1]
Der Name verweist damit auf die ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Landschaft. Diese Herkunft ist noch heute im historischen Wappen Affolterns sichtbar, das einen grünen Apfelzweig mit roten Früchten zeigt.
Die Bezeichnung Affoltern kommt in der Schweiz mehrfach vor. Neben Zürich-Affoltern sind vor allem Affoltern am Albis im Kanton Zürich und Affoltern im Emmental im Kanton Bern bekannt.
Geografie
Affoltern liegt im nordwestlichen Teil der Stadt Zürich und umfasst eine Fläche von 604,4 Hektaren beziehungsweise 6,044 Quadratkilometern.[1]
Im Osten grenzt das Quartier an Oerlikon, im Südosten an Unterstrass, im Süden an Wipkingen und Höngg, im Nordosten an Seebach. Im Norden und Nordwesten verlaufen die Gemeindegrenzen zu Rümlang und Regensdorf.
Die südliche Begrenzung wird wesentlich durch die Höhenzüge von Käferberg und Hönggerberg geprägt. Von dort fällt das Gelände nach Norden in Richtung Furttal und Katzensee ab.
Die Stadtgrenze zwischen Zürich und Regensdorf verläuft teilweise durch den Katzensee. Der nördlichste Punkt der Stadt Zürich befindet sich in diesem Gebiet.[1]
Affoltern wird traditionell in drei grössere Gebiete gegliedert:
- Oberaffoltern rund um den heutigen Zehntenhausplatz,
- Unteraffoltern im nordwestlichen Teil des Quartiers,
- Neu-Affoltern im Osten in Richtung Oerlikon.
Diese Gliederung ist historisch gewachsen und bis heute im Ortsbild und in zahlreichen lokalen Bezeichnungen erkennbar.
Geschichte
Mittelalter und frühe Neuzeit
Die Siedlung Affoltern bestand ursprünglich aus zwei dorfähnlichen Kernen. Das Oberdorf befand sich am Fuss des Käferbergs im Gebiet des heutigen Zehntenhausplatzes. Das Unterdorf lag weiter nordwestlich rund um den heutigen Unterdorfplatz.[1]
Zwischen beiden Siedlungskernen wurde 1683 eine eigene Kirche errichtet. Zuvor gehörten die Bewohner Affolterns kirchlich zu Höngg und mussten für den Gottesdienst den Hönggerberg überqueren.[1]
Über Jahrhunderte war Affoltern vor allem landwirtschaftlich geprägt. Ackerbau, Viehwirtschaft und Obstbau bestimmten Landschaft und Wirtschaft. Die zahlreichen Apfelbäume standen dabei in Verbindung mit dem bereits im Ortsnamen dokumentierten Obstbau.
Verschiedene geistliche und weltliche Grundherren besassen im Mittelalter Rechte und Güter in Affoltern. Zu ihnen gehörte unter anderem das Kloster Wettingen, das über Grundbesitz und Zehntenrechte verfügte.
19. Jahrhundert
Im Gegensatz zu Oerlikon wurde Affoltern von der frühen Industrialisierung zunächst nur schwach erfasst. Die Verkehrsverbindungen waren lange vergleichsweise schlecht.
Erst 1842 wurde die Wehntalerstrasse als Verbindung in Richtung Dielsdorf und Koblenz ausgebaut beziehungsweise auf längeren Abschnitten neu erstellt.[1]
Eine bedeutende Veränderung brachte der Eisenbahnbau. Im Jahr 1877 erhielt Affoltern einen Bahnhof an der Furttallinie. Die Bahn erleichterte die Verbindung mit Zürich, Oerlikon und dem Furttal und förderte langfristig die Entwicklung des Ortes.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden insbesondere in Richtung Oerlikon neue Wohngebiete. Daraus entwickelte sich der Ortsteil Neu-Affoltern. Viele Bewohner arbeiteten in den Industriebetrieben des stark wachsenden Oerlikon.
Landwirtschaftliche Forschung im Reckenholz
Eine bedeutende Institution in Affoltern ist die heutige Forschungsanstalt Agroscope im Reckenholz.
Ihre Geschichte reicht bis 1878 zurück, als eine Kontrollstation für landwirtschaftliches Saatgut und Getreide gegründet wurde. Die Aufgaben wurden später erheblich erweitert. Das Reckenholz entwickelte sich zu einem wichtigen Standort der landwirtschaftlichen Forschung des Bundes.[1]
Heute beschäftigt sich Agroscope unter anderem mit Pflanzenbau, Boden, Biodiversität, Landwirtschaftssystemen und nachhaltiger Lebensmittelproduktion.
Seit 2006 befindet sich im Reckenholz zudem eine besonders gesicherte Versuchsanlage, die sogenannte Protected Site, auf der wissenschaftliche Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchgeführt werden können.[1]
Eingemeindung in Zürich
Affoltern war bis 1933 eine selbständige politische Gemeinde.
Mit der Industrialisierung Oerlikons entwickelte sich Affoltern zunehmend zu einer Wohngemeinde für Arbeiterfamilien. Die Bevölkerungszunahme erforderte Investitionen in Schulen, Strassen und andere öffentliche Einrichtungen, während die Steuerkraft vergleichsweise gering blieb.
Affoltern geriet dadurch in finanzielle Schwierigkeiten. Bereits 1913 beantragte die Gemeinde einen Zusammenschluss mit Oerlikon, der vom dortigen Gemeinderat jedoch abgelehnt wurde.[1]
1919 stellten Affoltern, Oerlikon, Seebach und Schwamendingen gemeinsam ein Gesuch um Aufnahme von Eingemeindungsverhandlungen mit der Stadt Zürich.
Nach mehreren politischen Auseinandersetzungen wurde die zweite Zürcher Eingemeindung in einer Abstimmung vom 5. Juli 1931 angenommen.
Am 1. Januar 1934 wurden Affoltern, Oerlikon, Seebach und Schwamendingen zusammen mit weiteren Gemeinden in die Stadt Zürich eingemeindet. Die vier Glattalgemeinden bildeten zunächst gemeinsam den neu geschaffenen Kreis 11.[1]
1971 wurde Schwamendingen vom Kreis 11 abgetrennt und zum neuen Kreis 12. Seither besteht der Kreis 11 aus Affoltern, Oerlikon und Seebach.
Entwicklung zum Stadtquartier
Nach der Eingemeindung war Affoltern zunächst weiterhin stark ländlich geprägt. 1930 lebten lediglich 2570 Personen im Gebiet des heutigen Quartiers. Nur ein kleiner Teil der Fläche war überbaut.[1]
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine intensive Bautätigkeit ein. Ab Mitte der 1950er-Jahre entstanden auf grossen bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen neue Wohnsiedlungen.
Zwischen 1941 und 1973 stieg die Einwohnerzahl von weniger als 4000 auf ungefähr 18'000 Personen.[3]
Die Siedlungen dieser Zeit wurden teilweise nach den städtebaulichen Vorstellungen der Nachkriegsmoderne geplant. Typisch waren freistehende Mehrfamilienhäuser, Wohnzeilen und Hochhäuser, die von grosszügigen Grünflächen umgeben wurden.
Zu den auffälligen baulichen Zeugnissen dieser Epoche gehören die Wohnsiedlungen im Gebiet Unteraffoltern sowie die Hochhäuser im Isengrind.
Wachstum seit 2000
Um die Jahrtausendwende begann eine zweite grosse Wachstumsphase. Im Jahr 2000 lebten knapp 18'000 Menschen in Affoltern; Ende 2025 waren es bereits 27'439. Die Einwohnerzahl hat sich damit innerhalb eines Vierteljahrhunderts um mehr als die Hälfte erhöht.[1]
Die Entwicklung konzentrierte sich insbesondere auf bisher landwirtschaftlich, industriell oder gewerblich genutzte Flächen nördlich und südlich der Furttallinie.
Zu den grossen Entwicklungsgebieten gehören unter anderem:
- Ruggächern,
- Aspholz,
- Wolfswinkel,
- In Büngerten,
- Holzerhurd,
- Gebiete entlang der Wehntalerstrasse.
Dort entstanden zahlreiche neue Wohnüberbauungen mit mehreren tausend Wohnungen. Eine wichtige Rolle spielen Wohnbaugenossenschaften und gemeinnützige Bauträger.
Allein in den zehn Jahren bis Ende 2025 wurden im Quartier mehr als 1100 Wohnungen neu erstellt. Rund 38 Prozent des heutigen Wohnungsbestandes entstanden seit 1991.[1]
Nach den Prognosen der Stadt Zürich könnte Affoltern bis 2040 rund 31'200 Einwohnerinnen und Einwohner erreichen.[1]
Unteraffoltern
Unteraffoltern gehört zu den Bereichen des Quartiers, in denen Reste der früheren bäuerlichen Siedlungsstruktur besonders gut erhalten geblieben sind.
Der historische Dorfkern liegt im Übergangsbereich zwischen dem dicht bebauten Stadtgebiet und der offenen Landschaft. Alte Bauernhäuser, Gärten und Freiflächen erinnern an die Zeit vor der Verstädterung.
Die Stadt Zürich verfolgt das Ziel, charakteristische Elemente des Dorfkerns zu erhalten und gleichzeitig eine zeitgemässe Weiterentwicklung zu ermöglichen. Das Gebiet gilt als einer der letzten deutlich erkennbaren bäuerlichen Dorfkerne innerhalb der Stadt Zürich.[4]
Zehntenhausplatz und Zentrum
Als historischer Mittelpunkt Oberaffolterns gilt der Zehntenhausplatz. Er liegt an der Wehntalerstrasse und gehört zu den wichtigsten Verkehrsknoten und Begegnungsorten des Quartiers.
Seinen Namen trägt der Platz nach dem historischen Zehntenhaus an der Zehntenhausstrasse 8. Das geschützte Gebäude stammt im Kern aus dem 17. Jahrhundert und gehört zu den bedeutenden historischen Bauten Affolterns.
Die Stadt Zürich erwarb die Liegenschaft 2010. Das Gebäude wird unter anderem als Quartiertreff genutzt.[5]
Seit Herbst 2025 wird das Zehntenhaus umfassend saniert. Die Arbeiten sollen nach den Planungen der Stadt bis ins Frühjahr 2027 dauern. Neben Wohnungen und Ateliers bleibt auch der Quartiertreff erhalten.[5]
Da Affoltern trotz seiner hohen Einwohnerzahl lange kein klar ausgeprägtes urbanes Quartierzentrum besass, verfolgt die Stadt eine umfassende Zentrumsentwicklung Affoltern. Der Bereich zwischen Zehntenhausplatz und Bahnhof soll dichter bebaut und städtebaulich aufgewertet werden.[6]
Vorgesehen sind zusätzliche Wohnungen, Geschäfte, Dienstleistungen, öffentliche Einrichtungen und Freiräume. Ein neuer Zentrumsplatz soll langfristig zu einem zentralen Begegnungsort des Quartiers werden.
Katzensee
Der Katzensee bildet eines der wichtigsten Natur- und Naherholungsgebiete von Zürich-Affoltern. Die Stadtgrenze zu Regensdorf verläuft teilweise durch den See.
Das Katzenseegebiet umfasst den Oberen und Unteren Katzensee sowie Feuchtgebiete, Riedflächen, Wälder und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Grosse Teile stehen unter Naturschutz.
Am Unteren Katzensee befindet sich das beliebte Strandbad Katzensee. Es gehört zu den naturnahesten Badeanlagen der Stadt Zürich.
Der See wurde früher auch wirtschaftlich genutzt. Im Winter schnitt man Eisblöcke aus der gefrorenen Wasserfläche, die anschliessend in Eiskellern gelagert und unter anderem von Brauereien und Gastronomiebetrieben verwendet wurden.[1]
Beim Ausbau der Nordumfahrung Zürich wurde die Autobahn A1 im Bereich Katzensee auf einer Länge von rund 580 Metern überdeckt. Die begrünte Überdeckung verbessert die Verbindung zwischen den Landschaftsräumen und reduziert die Lärmbelastung.[1]
Natur und Grünräume
Neben dem Katzensee verfügt Affoltern über zahlreiche weitere Grünräume. Dazu gehören das Hürstholz, die Landschaft am Hönggerberg sowie die landwirtschaftlichen Flächen in Richtung Reckenholz und Regensdorf.
Das Quartier bildet damit einen Übergangsraum zwischen der dicht bebauten Kernstadt und der offenen Landschaft des Furttals.
Besonders im Norden sind bis heute landwirtschaftlich bewirtschaftete Flächen vorhanden. Diese besitzen neben ihrer landwirtschaftlichen Funktion einen hohen Wert für Naherholung, Biodiversität und das Stadtklima.
Das Landschaftsentwicklungskonzept Hönggerberg–Affoltern koordiniert die unterschiedlichen Ansprüche von Landwirtschaft, Naturschutz, Forstwirtschaft und Erholung.[3]
Verkehr
Affoltern liegt an wichtigen Verkehrsachsen zwischen der Stadt Zürich, dem Furttal und dem Zürcher Unterland.
Eisenbahn
Der Bahnhof Zürich Affoltern liegt an der Furttallinie. Das erste Stationsgebäude wurde 1877 von der damaligen Schweizerischen Nationalbahn errichtet und erhielt 1909 im Wesentlichen seine heutige Gestalt.[1]
Mit der Einführung der S-Bahn Zürich 1990 erhielt Affoltern eine deutlich bessere Verbindung mit dem Zürcher Hauptbahnhof und dem regionalen Bahnnetz.
Im Fahrplan 2026 wird der Bahnhof von den Linien S6 und S21 bedient. Die S6 verbindet Affoltern unter anderem mit Zürich Oerlikon, Zürich Hauptbahnhof und Regensdorf-Watt.[7]
Das historische Bahnhofsgebäude wird seit 2004 vom Verein KulturBahnhof Affoltern für Kunst- und Kulturveranstaltungen genutzt.[1]
Busverkehr
Mehrere Buslinien der Verkehrsbetriebe Zürich und regionaler Verkehrsunternehmen erschliessen das Quartier. Eine besonders wichtige Verbindung bildet die Linie 32 über die Wehntalerstrasse in Richtung Bucheggplatz und Innenstadt.
Weitere Buslinien verbinden Affoltern mit Oerlikon, Seebach, Höngg, Regensdorf und anderen Teilen von Zürich Nord.
Tram Affoltern
Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums soll Affoltern künftig direkt an das Zürcher Tramnetz angeschlossen werden. Das Projekt Tram Affoltern sieht eine rund vier Kilometer lange Neubaustrecke entlang der Wehntalerstrasse vom Brunnenhof bis Holzerhurd vor.
Vorgesehen ist eine Verlängerung der Linie 11. Die neue Verbindung soll gegenüber dem heutigen Busangebot rund 50 Prozent zusätzliche Beförderungskapazität schaffen.[8]
Am 14. Juni 2026 stimmte die Zürcher Stadtbevölkerung dem städtischen Baukredit von 159,1 Millionen Franken mit 68,0 Prozent Ja-Stimmen zu. Insgesamt wurden 93'439 Ja- und 43'936 Nein-Stimmen abgegeben.[8]
Für die Realisierung sind zusätzlich ein kantonaler Kreditbeschluss und eine rechtskräftige Baubewilligung erforderlich.
Strassenverkehr
Die wichtigste Hauptverkehrsachse des Quartiers ist die Wehntalerstrasse. Sie verbindet Zürich mit Regensdorf, Dielsdorf und dem Zürcher Unterland.
Nördlich von Affoltern verläuft die Autobahn A1 beziehungsweise die Nordumfahrung Zürich. Der Anschluss Zürich-Affoltern stellt eine direkte Verbindung zum nationalen Autobahnnetz her.
Eisenbahnunfall von 1994
Am 8. März 1994 ereignete sich beim Bahnhof Zürich Affoltern ein schwerer Eisenbahnunfall.
Ein mit Benzin beladener Güterzug entgleiste infolge eines technischen Schadens. Mehrere Zisternenwagen gerieten in Brand. Auslaufendes Benzin gelangte teilweise in die Kanalisation und verursachte an verschiedenen Stellen Explosionen.[1]
Drei nahe gelegene Häuser gerieten in Brand, eines wurde vollständig zerstört. 23 Personen verloren vorübergehend beziehungsweise dauerhaft ihre Wohnung. Trotz der erheblichen Sachschäden entwickelte sich die Katastrophe nicht zu einem Ereignis mit einer grossen Zahl von Todesopfern.
Der Unfall gehört zu den bekanntesten Ereignissen der jüngeren Geschichte des Quartiers.
Bevölkerung
Affoltern hat sich von einer kleinen ländlichen Gemeinde zu einem der bevölkerungsreichsten Quartiere Zürichs entwickelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1930 | 2'570 |
| 1950 | 6'774 |
| 1960 | 14'623 |
| 1970 | 17'859 |
| 1980 | 17'966 |
| 1990 | 18'084 |
| 2000 | 18'387 |
| 2010 | 22'972 |
| 2020 | 26'584 |
| 2024 | 27'337 |
| 2025 | 27'439 |
Die Bevölkerung hat sich seit 1930 mehr als verzehnfacht.[1]
Ende 2025 betrug der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung 34,9 Prozent. Im Quartier bestanden rund 12'482 Wohnungen.[1]
Wohnen
Affoltern ist vorwiegend ein Wohnquartier. Die Bebauung reicht von erhaltenen Bauernhäusern über Einfamilienhäuser und genossenschaftliche Wohnsiedlungen bis zu grossen Mehrfamilienhausanlagen und Hochhäusern.
Der gemeinnützige Wohnungsbau besitzt traditionell eine wichtige Stellung. Zahlreiche Wohnbaugenossenschaften sind im Quartier vertreten.
In den seit den 2000er-Jahren entstandenen Entwicklungsgebieten wurde häufig eine vergleichsweise hohe bauliche Dichte mit öffentlichen oder halböffentlichen Grünflächen kombiniert.
Die starke Bautätigkeit hat das Erscheinungsbild Affolterns wesentlich verändert. Während Unteraffoltern und Teile des historischen Oberdorfs noch an die dörfliche Vergangenheit erinnern, besitzen die Neubaugebiete einen deutlich urbaneren Charakter.
Bildung
Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums wurde das schulische Angebot wiederholt erweitert.
Im Quartier befinden sich mehrere Primar- und Sekundarschulanlagen. Zu den grösseren Schulstandorten gehören unter anderem die Anlagen im Isengrind, im Ruggächer und in weiteren Neubaugebieten.
Im Isengrind entsteht in den 2020er-Jahren eine neue Sekundarschulanlage. Die zugehörigen Sportanlagen sollen ausserhalb der Unterrichtszeiten auch Vereinen und der Quartierbevölkerung zur Verfügung stehen.[1]
Wirtschaft und Arbeitsplätze
Affoltern ist hauptsächlich ein Wohnstandort, verfügt jedoch auch über Gewerbe-, Dienstleistungs- und Forschungsarbeitsplätze.
Ende 2023 wurden im Quartier rund 4731 Arbeitsplätze gezählt.[1]
Bedeutend ist insbesondere der Forschungsstandort von Agroscope im Reckenholz. Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe konzentrieren sich unter anderem entlang der Wehntalerstrasse, beim Bahnhof und in verschiedenen Gewerbezonen im Norden und Osten des Quartiers.
Die geplante Zentrumsentwicklung zwischen Zehntenhausplatz und Bahnhof soll zusätzliche Flächen für Detailhandel, Dienstleistungen und Gewerbe schaffen.[6]
Kultur und Quartierleben
Affoltern verfügt über ein vielfältiges lokales Vereins- und Kulturleben. Eine besondere Rolle spielen der Quartierverein, verschiedene Sportvereine, Kirchgemeinden und Nachbarschaftsorganisationen.
Das historische Bahnhofsgebäude dient als KulturBahnhof Affoltern (KuBaA) und bietet Raum für Konzerte, Ausstellungen und andere kulturelle Projekte.
Das Zehntenhaus ist ein weiterer wichtiger Treffpunkt. Der dortige Quartiertreff soll im Rahmen der laufenden Sanierung langfristig erhalten und aufgewertet werden.[5]
Regelmässige Quartierveranstaltungen finden unter anderem im Bereich Zehntenhausplatz und in den verschiedenen Wohngebieten statt.
Charakter des Quartiers
Affoltern gehört zu jenen Zürcher Quartieren, in denen der Wandel der Stadt besonders deutlich sichtbar ist. Historische Bauernhäuser, Nachkriegssiedlungen, Hochhäuser und moderne Wohnüberbauungen liegen teilweise nur wenige hundert Meter voneinander entfernt.
Gleichzeitig besitzt Affoltern mit Katzensee, Hürstholz, Reckenholz und den Landwirtschaftsflächen am nördlichen Stadtrand grosse naturnahe Räume.
Die Stadt Zürich bezeichnet Affoltern als den einzigen Teil ihres Stadtrands, der unmittelbar und deutlich in eine offene Landschaft übergeht.[2]
Das starke Bevölkerungswachstum stellt hohe Anforderungen an Verkehr, Schulen, öffentliche Räume und Quartierversorgung. Projekte wie die Zentrumsentwicklung, das Tram Affoltern und der Ausbau der Bildungsinfrastruktur sollen das Quartier deshalb langfristig stärker als eigenständiges urbanes Zentrum innerhalb von Zürich Nord positionieren.
Siehe auch
- Kreis 11 (Zürich)
- Oerlikon
- Seebach (Zürich)
- Zürich Nord
- Bahnhof Zürich Affoltern
- Furttallinie
- Katzensee
- Hönggerberg
- Käferberg
- Agroscope
- Affoltern am Albis
- Stadtkreise der Stadt Zürich
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 1,18 1,19 1,20 1,21 1,22 1,23 Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Affoltern 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Stadt Zürich: Zürich-Affoltern, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Stadt Zürich: Entwicklungskonzept Zürich-Affoltern, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Zürich-Affoltern – Alt und Neu nachhaltig gestalten, 20. Januar 2011, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 Stadt Zürich: «Zehntenhaus» Affoltern soll umfassend erneuert werden, 19. März 2025, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Stadt Zürich: Zentrum Affoltern, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Liniennetz, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 8,0 8,1 Verkehrsbetriebe Zürich: Tram Affoltern, abgerufen am 8. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Affoltern (Zürich)