Hottingen
| Hottingen | |
|---|---|
| Stadt | Zürich |
| Kanton | Zürich |
| Bezirk | Zürich |
| Stadtkreis | Kreis 7 |
| Quartiernummer | 072 |
| Postleitzahlen | 8032, 8044 |
| Fläche | 5,05 km² |
| Einwohner | 11'620 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2025 |
| Erste Erwähnung | 28. April 946 als «Hottinga» |
| Eingemeindung | 1. Januar 1893 |
| Stadtkreis | seit 1912 Kreis 7 |
Hottingen ist ein Stadtquartier von Zürich und gehört zusammen mit Fluntern, Hirslanden und Witikon zum Stadtkreis 7. Das Quartier erstreckt sich vom Rand der historischen Innenstadt über den Hottingerboden und die Hänge des Zürichbergs bis zum Adlisberg. Ende 2025 lebten 11'620 Personen in Hottingen.[1]
Hottingen weist innerhalb eines einzigen Quartiers sehr unterschiedliche Siedlungsformen auf. Im unteren Bereich nahe der Innenstadt dominieren dicht bebaute Wohn- und Geschäftsstrassen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Weiter oben am Zürichberg prägen Villen, freistehende Mehrfamilienhäuser, grosszügige Gärten und Waldflächen das Ortsbild. Mit der Dolderbahn, dem Grand Hotel Dolder, dem Hauptsitz des Weltfussballverbandes FIFA und mehreren bedeutenden Kirchen, Kultur- und Bildungsinstitutionen besitzt das Quartier Einrichtungen von überregionaler Bedeutung.[2]
Geografie
Hottingen liegt östlich der Zürcher Innenstadt. Das Quartier beginnt im Westen bereits im Bereich der Rämistrasse beim Heimplatz und zieht sich über den Zeltweg, Hottingerplatz und Römerhof bis auf die bewaldeten Höhen des Zürichbergs und Adlisbergs.
Im Norden grenzt Hottingen an Fluntern, im Süden an Hirslanden. Im Südosten schliesst Witikon an. Im Westen liegen die innerstädtischen Quartiere und der Bereich des Hochschul- und Kulturzentrums um Kunsthaus und Schauspielhaus.
Die Bebauung folgt stark der Topografie. Während der untere Quartierteil einen nahezu innerstädtischen Charakter besitzt, wird die Bebauung hangaufwärts lockerer. Auf dem Zürichberg gehen Wohngebiete schliesslich in Wald, Sportanlagen und grössere Einzelbauten über.[3]
Eine Besonderheit des Quartiers ist seine weit nach Osten und Nordosten reichende Fläche. Dadurch gehören auch Gebiete zu Hottingen, die im allgemeinen Sprachgebrauch häufig mit Fluntern, dem Zürichberg oder dem Dolder verbunden werden.
Name
Hottingen gehört zu den ältesten urkundlich belegten Siedlungen auf dem heutigen Stadtgebiet Zürichs.
Die erste schriftliche Erwähnung stammt vom 28. April 946. In einer Urkunde über einen Zehntenstreit zwischen dem Chorherrenstift des Grossmünsters und der Pfarrei St. Peter erscheint der Ort als «Hottinga».[2]
Der Ortsname wird auf einen alemannischen Siedler namens Hotto zurückgeführt. Die Endung «-ingen» bezeichnete ursprünglich die Siedlung beziehungsweise die Gemeinschaft der Leute eines bestimmten Anführers oder Familienoberhaupts.
Die mittelalterliche Urkunde spricht von «beiden Hottingen». Archäologische und historische Forschungen gehen deshalb davon aus, dass bereits früh zwei getrennte Siedlungskerne bestanden.[4]
Wappen
Das traditionelle Wappen von Hottingen zeigt in Rot ein gestieltes vierblättriges grünes Kleeblatt.
Das Wappen geht auf die Zeit der selbständigen Gemeinde zurück und wird heute weiterhin als Quartierwappen verwendet. Es findet sich unter anderem auf Brunnen und an verschiedenen öffentlichen Orten im Quartier.
Frühe Siedlungsstruktur
Anders als bei vielen Zürcher Vororten bestand in Hottingen kein einzelnes geschlossenes Dorfzentrum.
Historisch entwickelten sich vielmehr zwei bäuerlich geprägte Siedlungskerne. Einer lag im Bereich des heutigen Baschligplatzes und Hottingerplatzes, der andere im Gebiet des heutigen Kreuzplatzes.[4]
Im Bereich des Baschligplatzes befanden sich unter anderem das frühere Gesellenhaus, das als Gemeindewirtshaus, Versammlungsort und Schulraum diente, sowie das erste Schul- und Gemeindehaus.
Bis heute erinnern einzelne ältere Häuser rund um Baschligplatz und Hottingerplatz an diese dörfliche Vergangenheit.
Das heutige dicht bebaute Hottingen entstand erst durch die starke Siedlungstätigkeit des 19. Jahrhunderts.[3]
Mittelalter und frühe Neuzeit
Ab dem 14. Jahrhundert gehörte Hottingen politisch zunehmend zum Einflussbereich der Stadt Zürich.[2]
Vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des Ancien Régime 1798 war Hottingen Teil der Obervogtei Vier Wachten. Zu dieser Verwaltungseinheit gehörten ebenfalls Fluntern, Oberstrass und Unterstrass.
Die Bevölkerung lebte vor allem von Landwirtschaft, Weinbau, Handwerk und später von Heimarbeit.
Die sonnenexponierten Hänge des Zürichbergs wurden intensiv für den Rebbau genutzt. Noch im 18. und frühen 19. Jahrhundert waren grosse Teile des heutigen Wohnquartiers von Rebbergen, Obstgärten und Landwirtschaftsflächen geprägt.
Daneben arbeiteten zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner im Textilgewerbe. Besonders die Heimarbeit für die Zürcher Seiden- und Baumwollwirtschaft gewann an Bedeutung.
Selbständige Gemeinde
Mit dem Zusammenbruch der alten Herrschaftsordnung im Jahr 1798 wurde Hottingen zu einer selbständigen Gemeinde.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts geriet die Gemeinde zunehmend in den Einflussbereich der schnell wachsenden Stadt Zürich.
Der Abbruch der städtischen Befestigungsanlagen in den 1830er-Jahren erleichterte die Verbindung zwischen Innenstadt und den östlichen Vororten erheblich. Die Bebauung breitete sich entlang von Hottingerstrasse, Zeltweg, Gemeindestrasse und weiteren Strassen rasch aus.
Hottingen entwickelte sich von einer landwirtschaftlich geprägten Vorortgemeinde zu einem städtischen Wohngebiet.
Verstädterung im 19. Jahrhundert
Besonders stark wuchs Hottingen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die Nähe zur Innenstadt machte das Gebiet attraktiv für Arbeiterinnen und Arbeiter, Handwerker, Angestellte und Angehörige des Bürgertums.
Im unteren Quartierteil entstanden dicht bebaute Strassen mit zwei- bis fünfgeschossigen Wohnhäusern. Zahlreiche Gebäude verfügten über Werkstätten oder Ladengeschäfte im Erdgeschoss.
Ein charakteristisches Beispiel sind die Wohnhäuser Zum Gartenhof an der Freiestrasse und Gemeindestrasse. Die zwischen 1889 und 1893 entstandene Anlage dokumentiert die frühe Verstädterung unmittelbar vor der Eingemeindung Hottingens.[5]
Gleichzeitig entstanden an den höheren Lagen Villen und repräsentative Mehrfamilienhäuser. Damit entwickelte sich bereits damals der bis heute sichtbare soziale und architektonische Gegensatz zwischen dichter städtischer Bebauung im unteren Quartier und grosszügigen Wohnlagen am Zürichberg.
Eingemeindung 1893
Am 1. Januar 1893 wurde Hottingen zusammen mit zehn weiteren Vorortgemeinden in die Stadt Zürich eingemeindet.[6]
Zur ersten grossen Stadterweiterung gehörten:
- Aussersihl,
- Enge mit Leimbach,
- Fluntern,
- Hirslanden,
- Hottingen,
- Oberstrass,
- Riesbach,
- Unterstrass,
- Wiedikon,
- Wipkingen und
- Wollishofen.
Hottingen wurde gemeinsam mit Fluntern, Hirslanden und Riesbach dem damaligen Kreis V zugeteilt.
Im Zuge der Neuordnung der Stadtkreise 1912 wurde Riesbach abgetrennt und bildete den neuen Kreis 8. Fluntern, Hottingen und Hirslanden wurden dem neuen Kreis 7 zugeteilt.[2]
Mit der zweiten Eingemeindung von 1934 kam Witikon zum Kreis 7 hinzu. Seither besteht der Stadtkreis aus den vier Quartieren Fluntern, Hottingen, Hirslanden und Witikon.
Bevölkerungsentwicklung
Hottingen erlebte seinen stärksten Bevölkerungszuwachs während der Verstädterung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts lebten deutlich mehr Menschen im Quartier als heute. Danach ging die Einwohnerzahl aufgrund kleinerer Haushalte und eines steigenden Wohnflächenverbrauchs pro Person zurück.
Seit der Jahrtausendwende nimmt die Bevölkerung wieder zu.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1941 | 15'381 |
| 1950 | 16'366 |
| 1960 | 16'129 |
| 1970 | 13'758 |
| 1980 | 11'052 |
| 1990 | 10'211 |
| 2000 | 10'147 |
| 2010 | 10'570 |
| 2020 | 11'304 |
| 2024 | 11'531 |
| 2025 | 11'620 |
Die Zahlen beruhen auf der wirtschaftlichen Wohnbevölkerung gemäss Statistik Stadt Zürich.[1]
2024 betrug der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung 28,9 Prozent. Das Medianalter lag mit 41 Jahren über dem städtischen Durchschnitt.[7]
Wohnen
Hottingen gehört zu den gefragten Wohngebieten Zürichs.
Der Wohnungsbestand ist sehr unterschiedlich. Im unteren Quartierteil dominieren ältere Mehrfamilienhäuser und teilweise geschlossene Strassenzüge. Weiter oben am Zürichberg befinden sich zahlreiche Villen, Einfamilienhäuser und freistehende Mehrfamilienhäuser mit Gärten.
Der Anteil des gemeinnützigen Wohnungsbaus ist vergleichsweise gering. 2024 gehörten lediglich 3,5 Prozent der Wohnungen Wohnbaugenossenschaften oder der öffentlichen Hand. Der Anteil selbst bewohnten Eigentums lag bei 14,5 Prozent.[7]
Damit unterscheidet sich Hottingen deutlich von Quartieren wie Schwamendingen, Altstetten oder Höngg, in denen der gemeinnützige Wohnungsbau eine wesentlich grössere Rolle spielt.
Hottingerplatz
Der Hottingerplatz bildet eines der wichtigsten lokalen Zentren des Quartiers.
Er liegt an der Hottingerstrasse zwischen Gemeindestrasse, Freiestrasse und Asylstrasse. Rund um den Platz befinden sich Wohnhäuser, Geschäfte, Gastronomie, Schulen und weitere Einrichtungen.
Mehrere Gebäude rund um den Platz erinnern an die frühe Verstädterung Hottingens. Die Häuser Freiestrasse 56 und 58 wurden 1871 beziehungsweise 1873 errichtet und gehören zum historischen Kern des Quartiers.[8]
Die Gebäude werden unter anderem von der Kantonsschule Hottingen und dem Kinder- und Jugendtheater Metzenthin genutzt.
Neugestaltung des Hottingerplatzes
Der Hottingerplatz soll in den kommenden Jahren umfassend aufgewertet werden.
Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Tramgleise und des Strassenbelags plant die Stadt Zürich eine Neugestaltung des Platzes als stärker auf Aufenthalt und Begegnung ausgerichteten Quartierraum.[9]
Vorgesehen sind unter anderem:
- neue Bäume,
- zusätzliche Sitzgelegenheiten,
- hindernisfrei gestaltete Tramhaltestellen,
- Verbesserungen für den Fussverkehr,
- Verbesserungen für den Veloverkehr,
- eine Neuordnung des motorisierten Verkehrs.
Insgesamt sollen entlang des Projektperimeters 36 zusätzliche Bäume gepflanzt werden.[9]
Die Planung verfolgt das Ziel, die Funktion des Hottingerplatzes als Quartierzentrum gegenüber seiner bisherigen Verkehrsfunktion zu stärken.
Baschligplatz
Der Baschligplatz liegt unweit des Hottingerplatzes und gehört zu den ältesten Siedlungsbereichen Hottingens.
Die kleinteilige Bebauung erinnert teilweise noch an das frühere Dorf. Historische Untersuchungen sehen hier einen der beiden mittelalterlichen Siedlungskerne, auf die möglicherweise bereits die Bezeichnung «beide Hottingen» in der Urkunde von 946 verweist.[4]
Der Platz und seine Umgebung bilden damit einen wichtigen Gegenpol zu den später entstandenen grossstädtischen Strassenzügen.
Kreuzplatz
Hauptartikel: Kreuzplatz (Zürich)
Der Kreuzplatz liegt im südwestlichen Bereich des historischen Hottinger Siedlungsgebiets an der Grenze zu benachbarten Quartieren.
Er war bereits früh ein wichtiger Verkehrspunkt. Archäologische Untersuchungen weisen darauf hin, dass sich auch hier ein alter Siedlungskern Hottingens befand.[4]
Heute ist der Kreuzplatz ein bedeutender Knoten des öffentlichen Verkehrs und ein lokales Einkaufs- und Dienstleistungszentrum.
Die heutigen Quartiergrenzen entsprechen allerdings nicht vollständig den historischen Gemeindegrenzen. Bei der Neuordnung der Stadtkreise 1912 wurden auch kleinere Grenzanpassungen vorgenommen.
Römerhof
Der Römerhofplatz liegt im östlichen Teil des dichter bebauten Hottingens.
Er ist ein wichtiger Verkehrsknoten und bildet den unteren Ausgangspunkt der Dolderbahn.
Von hier führen Strassen und öffentliche Verkehrsmittel weiter in Richtung Zürichberg, Dolder und Klusplatz.
Rund um den Römerhof stehen zahlreiche repräsentative Mehrfamilienhäuser aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie dokumentieren die starke Ausdehnung des städtischen Wohngebiets in dieser Zeit.
Dolderbahn
Hauptartikel: Dolderbahn
Die Dolderbahn gehört zu den bekanntesten Verkehrsmitteln Hottingens.
Die Zahnradbahn beginnt am Römerhofplatz auf rund 444 Metern über Meer und führt auf den Adlisberg zur Bergstation Dolder auf rund 606 Metern über Meer.[10]
Die Strecke ist 1328 Meter lang und überwindet einen Höhenunterschied von 162 Metern. Die maximale beziehungsweise durchschnittliche Steigung der Strecke liegt bei rund 19 Prozent.[10]
Die Bahn erschliesst unter anderem:
- die Wohngebiete am Zürichberg,
- das Grand Hotel Dolder,
- die Kunsteisbahn Dolder,
- das Freibad Dolder,
- Wald- und Erholungsgebiete am Adlisberg.
Seit 2004 verfügt die Dolderbahn über eine modernisierte Infrastruktur.
2024 wurden nach mehr als fünfzig Jahren Einsatz die bisherigen Fahrzeuge durch neue Zahnradtriebwagen ersetzt. Seit September 2024 sind beide neuen Fahrzeuge im Betrieb. Die Bahn verkehrt regulär im Zehn-Minuten-Takt.[11]
Doldergebiet
Das Gebiet rund um die Bergstation der Dolderbahn gehört zu den bekanntesten Teilen Hottingens.
Hier befinden sich das Grand Hotel Dolder, Sport- und Freizeitanlagen sowie weitläufige Wald- und Erholungsgebiete.
Die Höhenlage und die Aussicht auf Stadt, Zürichsee und Alpen machten das Gebiet bereits im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Ausflugs- und Erholungsziel.
Der Bau der Dolderbahn förderte die weitere Entwicklung wesentlich.
Heute verbindet das Gebiet Luxus-Hotellerie, Sport, Naherholung und hochwertige Wohnlagen.
Grand Hotel Dolder
Das Dolder Grand gehört zu den international bekannten Hotels Zürichs.
Das historische Hotelgebäude liegt oberhalb der Stadt auf dem Adlisberg und ist weithin sichtbar. Das Haus entwickelte sich aus dem im späten 19. Jahrhundert entstandenen Dolder-Hotelkomplex.
Nach einer umfangreichen Modernisierung und Erweiterung wurde das Hotel 2008 wiedereröffnet.
Aufgrund seiner exponierten Lage und seiner Architektur gehört das Dolder Grand zu den prägenden Gebäuden des Zürichbergs.
Kunsteisbahn und Freibad Dolder
Neben dem Hotel befinden sich die Kunsteisbahn Dolder und das Freibad Dolder.
Die Kunsteisbahn umfasst drei von insgesamt sieben städtischen Eisfeldern und wird sowohl für öffentliches Eislaufen als auch für Vereins- und Schulsport genutzt.
Das benachbarte Freibad ist das einzige städtische Freibad für die Quartiere Fluntern, Hirslanden, Hottingen, Oberstrass und Witikon.[12]
Stadt Zürich und Betreiberin arbeiten bei diesen Anlagen seit Jahrzehnten zusammen.
FIFA-Hauptsitz
Auf dem Zürichberg befindet sich der Hauptsitz des Weltfussballverbandes FIFA.
Das Gebäude mit dem Namen Home of FIFA wurde im Mai 2006 eröffnet.[2]
Der Bau stammt von der Zürcher Architektin Tilla Theus. Ein beträchtlicher Teil des Gebäudekomplexes liegt unter der Erde, wodurch sich der Hauptsitz trotz seiner Grösse vergleichsweise zurückhaltend in die Landschaft des Zürichbergs einfügt.
Das Areal entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Sportanlage.
Der FIFA-Sitz macht Hottingen zu einem Standort einer der weltweit bekanntesten internationalen Sportorganisationen.
Tobelhof
Am nordöstlichen Rand des Quartiergebiets liegt der historische Tobelhof zwischen Zürich und Gockhausen.
Die Geschichte des Weilers reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die heute bestehenden Gebäude stammen hauptsächlich aus dem frühen 19. und 20. Jahrhundert.[13]
Die Stadt Zürich ist seit 1957 Eigentümerin des Ensembles.
Heute befinden sich dort die Restaurants Alter Tobelhof und Chäsalp. Der von Wald und Wiesen umgebene Weiler ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Trotz seiner abgelegenen Lage gehört der Tobelhof administrativ zu Hottingen.[2]
Wohnsiedlung Tobelhof
Unweit des historischen Weilers befindet sich die städtische Wohnsiedlung Tobelhof.
Sie wurde 1969 fertiggestellt und ursprünglich für Waldarbeiter des städtischen Forstamts errichtet. Hintergrund war ein damaliger Mangel an Personal im Forstbetrieb.[14]
Die Häuserreihe passt sich dem Hang an und ist von Wald und Grünflächen umgeben.
Heute steht die Siedlung nicht mehr ausschliesslich Beschäftigten des Forstwesens offen.
Kreuzkirche
Die Kreuzkirche Hottingen gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten des Quartiers.
Sie wurde zwischen 1902 und 1905 errichtet. Das weithin sichtbare Gebäude liegt an erhöhter Lage oberhalb des dichter bebauten Quartierteils.
Die Architektur verbindet Elemente des Historismus mit Einflüssen des Jugendstils.
Die Kirche ist ein Schweizer Kulturgut von nationaler Bedeutung und bildet mit ihrer markanten Silhouette einen wichtigen Orientierungspunkt im Quartier.
Kirche St. Anton
Die römisch-katholische Kirche St. Anton wurde zwischen 1906 und 1908 errichtet.
Sie entstand nach Plänen des Architekten Karl Moser, der später Professor an der ETH Zürich wurde und zu den bedeutenden Schweizer Architekten seiner Zeit zählt.
Die Kirche ist neuromanisch geprägt und enthält zugleich Gestaltungselemente des Jugendstils.
Der Bau dokumentiert auch das starke Wachstum der katholischen Bevölkerung Zürichs zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Artergut
Das Artergut ist eine historische Grünanlage im unteren Hottingen.
Der Park liegt im dicht bebauten Gebiet zwischen Zeltweg und umliegenden Wohnstrassen. Er bildet einen wichtigen öffentlichen Freiraum und gehört zu den historischen Gartenanlagen des Quartiers.
Gemeinsam mit dem nahe gelegenen Merkurplatz dokumentiert das Artergut die Entwicklung der städtischen Grünräume seit dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.[15]
Heimplatz und Pfauen
Am westlichen Rand Hottingens befindet sich der Heimplatz, der im Volksmund meist Pfauen genannt wird.
Hier liegen unter anderem das Kunsthaus Zürich und das Schauspielhaus Zürich. Der Platz bildet den Übergang zwischen historischer Innenstadt, Hochschulquartier und Hottingen.
Der Schriftsteller und Architekt Max Frisch wuchs im nahe gelegenen Hottingen auf. Anfang der 1990er-Jahre wurde deshalb zeitweise erwogen, den Heimplatz nach ihm zu benennen. Der Stadtrat verzichtete jedoch darauf.[16]
Ab 2027 soll der Heimplatz umfassend aufgewertet werden. Geplant sind unter anderem zusätzliche Bäume, Sitzmöglichkeiten und ein Trinkbrunnen.[16]
Lesezirkel Hottingen
Eine bedeutende Rolle in der Zürcher Kulturgeschichte spielte der Lesezirkel Hottingen.
Der Verein wurde am 4. November 1882 im Wirtshaus zur Sonnegg gegründet. Sein Ziel bestand darin, Literatur, Politik, Wissenschaft und Kunst breiten Bevölkerungskreisen zugänglich zu machen.[17]
Ab 1886 organisierte der Lesezirkel bekannte Literatur- und Kunstabende.
Zu den Gästen gehörten im Laufe der Zeit unter anderem:
- Hugo von Hofmannsthal,
- Rainer Maria Rilke,
- Gerhart Hauptmann,
- Hermann Hesse,
- Karl Kraus,
- Thomas Mann.
Während rund fünfzig Jahren war der Verein ein wichtiger Bestandteil des Zürcher Kulturlebens. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er aus finanziellen Gründen aufgelöst.[17]
Kulturama
Im Quartier befindet sich das Kulturama Museum des Menschen.
Das Museum beschäftigt sich mit der Entwicklung des Menschen und mit natur- und kulturwissenschaftlichen Themen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Wissensvermittlung für Kinder, Jugendliche und Schulklassen.
Die Stadt Zürich unterstützt das Museum seit 1988 finanziell. Für die Jahre 2025 bis 2028 wurde ein jährlicher städtischer Betriebsbeitrag von 560'000 Franken beantragt beziehungsweise vorgesehen.[18]
Das Kulturama gehört zu den wichtigen kleineren Museen der Stadt Zürich.
Kinderspital Zürich
Hottingen war während vieler Jahrzehnte Standort des Universitäts-Kinderspitals Zürich.
Der grosse Spitalkomplex im unteren Quartierteil prägte das Gebiet zwischen Steinwiesstrasse und Hottingerstrasse wesentlich.
Am 2. November 2024 zog das Kinderspital vollständig in seinen Neubau in der Lengg um.[19]
Damit endete der operative Spitalbetrieb am langjährigen Standort in Hottingen.
Das ehemalige Kinderspitalareal gehört seither zu den bedeutenden grösseren Flächen im unteren Quartier, deren zukünftige Nutzung für die Stadtentwicklung von Interesse ist.
Ehemalige Pflegerinnenschule
In unmittelbarer Nachbarschaft des früheren Kinderspitals befindet sich die ehemalige Pflegerinnenschule.
Das Gebäudeensemble erinnert an die lange medizinische und pflegerische Nutzung dieses Teils von Hottingen.
Gemeinsam mit dem ehemaligen Kinderspital bildet es einen markanten Kontrast zu den wohlhabenden Wohnlagen und dem Doldergebiet im oberen Teil des Quartiers – eine Gegenüberstellung, die auch Statistik Stadt Zürich im aktuellen Quartierspiegel hervorhebt.[2]
Verkehr
Hottingen ist eng mit dem öffentlichen Verkehrsnetz der Stadt Zürich verbunden.
Mehrere Tram- und Buslinien erschliessen den unteren und mittleren Quartierteil.
Wichtige Haltestellen und Verkehrsknoten sind:
- Kunsthaus,
- Hottingerplatz,
- Römerhof,
- Kreuzplatz,
- Klusplatz,
- Dolderbahn.
Die Tramachsen führen in Richtung Innenstadt, Bellevue, Hauptbahnhof, Universität, Klusplatz und weitere Stadtteile.
Die höher gelegenen Bereiche des Zürichbergs werden durch Buslinien und insbesondere durch die Dolderbahn erschlossen.
Hottingerstrasse
Die Hottingerstrasse ist eine der zentralen Verkehrs- und Geschäftsachsen des Quartiers.
Sie verbindet den Bereich Kunsthaus und Pfauen mit Hottingerplatz, Römerhof und den weiter östlich gelegenen Wohngebieten.
Entlang der Strasse befinden sich Wohnhäuser, Geschäfte, Gastronomie und öffentliche Einrichtungen.
In den kommenden Jahren soll ein Teil der Strasse umfassend erneuert werden. Neben neuen Tramgleisen sind insbesondere Massnahmen zur Hitzeminderung, Begrünung sowie zur Verbesserung des Fuss- und Veloverkehrs vorgesehen.[9]
Klosbachstrasse
Die Klosbachstrasse bildet eine weitere wichtige Achse zwischen Römerhof, Zürichberg und den benachbarten Quartieren.
Entlang der Strasse stehen zahlreiche repräsentative Mehrfamilienhäuser aus der Zeit der starken Stadterweiterung.
Ein Beispiel ist das 1912 errichtete Mehrfamilienhaus an der Klosbachstrasse. Seine Architektur zeigt den Übergang vom Historismus zum Heimat- und Reformstil.[20]
Viele dieser Häuser besitzen Vorgärten und tragen damit zum grünen Charakter des Quartiers bei.
Natur und Naherholung
Ein erheblicher Teil Hottingens liegt am Zürichberg und Adlisberg.
Die Waldgebiete bilden wichtige Naherholungsräume für die gesamte Stadt. Ein dichtes Netz von Spazier- und Wanderwegen verbindet das Doldergebiet mit Fluntern, Witikon, Gockhausen und weiteren Gebieten.
Besonders beliebt sind:
- Doldergebiet,
- Adlisberg,
- Tobelhof,
- Wolfbachtobel,
- Waldwege in Richtung Zürichberg und Gockhausen.
Durch die starke Topografie eröffnen sich von zahlreichen Wegen und Wohnlagen Ausblicke über die Stadt, den Zürichsee und bei guter Sicht bis zu den Alpen.
Quartiergrenzen und Besonderheiten
Die heutigen Quartiergrenzen entsprechen nicht immer den im Alltag verwendeten Ortsbezeichnungen.
So liegen mehrere Anlagen, deren Namen «Fluntern» enthalten, tatsächlich ganz oder teilweise auf Hottinger Gebiet.
Nach Angaben von Statistik Stadt Zürich befanden beziehungsweise befinden sich unter anderem die frühere Schiessanlage Fluntern, der Tennisplatz Fluntern und die Hochschulsportanlage Fluntern auf Hottinger Boden.[2]
Auf dem Gelände der ehemaligen Schiessanlage steht seit 2003 die Masoala-Halle des Zoos Zürich. Der Zoo selbst liegt jedoch mehrheitlich im Quartier Fluntern.
Auch der Tobelhof liegt innerhalb der administrativen Grenzen Hottingens.
Diese Beispiele zeigen, dass historische und im Alltag verwendete Ortsbezeichnungen nicht immer mit den statistischen Quartiergrenzen übereinstimmen.
Wirtschaft und Arbeitsplätze
Hottingen ist zwar vorwiegend ein Wohnquartier, besitzt aber aufgrund seiner zentralen Lage und verschiedener Institutionen eine beträchtliche Zahl von Arbeitsplätzen.
2023 wurden 13'329 Beschäftigte gezählt.[7]
Arbeitsplätze bestehen unter anderem in folgenden Bereichen:
- Gesundheitswesen,
- Bildung,
- Verwaltung,
- internationale Organisationen,
- Hotellerie und Gastronomie,
- Kultur,
- Detailhandel,
- Dienstleistungen.
Die hohe Zahl von Arbeitsplätzen ist unter anderem auf grössere Institutionen und Unternehmen im unteren Hottingen sowie im Dolder- und Zürichberggebiet zurückzuführen.
Brunnen
Im Quartier befinden sich nach Angaben von Statistik Stadt Zürich 50 öffentliche Brunnen.
Durch 28 davon fliesst Quellwasser.[2]
Die zahlreichen Brunnen sind Teil der historischen Wasserversorgung und des Zürcher Stadtbilds. Mehrere tragen das traditionelle Hottinger Quartierwappen mit dem grünen Kleeblatt.
Charakter des Quartiers
Hottingen weist innerhalb Zürichs eine besonders grosse Spannweite an Stadt- und Landschaftsräumen auf.
Am westlichen Rand beginnt das Quartier unmittelbar beim Kunsthaus und damit fast im Zentrum der Stadt. Der untere Quartierteil besitzt mit Zeltweg, Hottingerstrasse und Hottingerplatz einen stark urbanen Charakter.
Weiter oben verändert sich das Stadtbild. Freistehende Wohnhäuser, Villen und grosse Gärten werden häufiger, bis die Bebauung schliesslich in die Wälder des Zürichbergs und Adlisbergs übergeht.
Historische Bauernhäuser am Baschligplatz, Mietshäuser aus der Gründerzeit, Jugendstilkirchen, Villenquartiere, internationale Institutionen und Waldgebiete liegen teilweise nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.
Diese Mischung aus Grossstadt, Villenquartier und Naherholungsgebiet gehört zu den charakteristischsten Merkmalen Hottingens.
Siehe auch
- Kreis 7 (Zürich)
- Fluntern
- Hirslanden
- Witikon
- Hottingerplatz
- Kreuzplatz (Zürich)
- Römerhofplatz
- Dolderbahn
- Zürichberg
- Adlisberg
- Heimplatz
- Kinderspital Zürich
- Zoo Zürich
- Stadtkreise der Stadt Zürich
Weblinks
- Statistik Stadt Zürich – Hottingen
- Statistik Stadt Zürich – Quartierspiegel Hottingen
- Open Data Zürich – Bevölkerung nach Stadtquartier
- Verkehrsbetriebe Zürich – Dolderbahn
- Stadt Zürich – Hottingerstrasse und Hottingerplatz
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Open Data Zürich: Bevölkerung nach Stadtquartier, Datenstand 2025, aktualisiert am 10. Februar 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Hottingen, Ausgabe 072/2026, veröffentlicht am 2. Juli 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Stadt Zürich: Bauten, Gärten und Anlagen im Ortsbild Stadt Zürich – Hottingen, 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 Stadtarchäologie Zürich: Stadtgeschichte und Archäologie am Kreuzplatz, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: ISOS-Inventarergänzung – Wohnhäuser Zum Gartenhof in Hottingen, 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Digitale Zeitreise – Eingemeindung 1893, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Stadtentwicklung Zürich: Bevölkerungsbefragung 2025 – Quartierbericht, veröffentlicht 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Historische Häuser am Hottingerplatz werden umfassend saniert, Juni 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 9,0 9,1 9,2 Stadt Zürich: Hottingerstrasse – Neugestaltung Hottingerplatz, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 10,0 10,1 Verkehrsbetriebe Zürich: Dolderbahn, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Verkehrsbetriebe Zürich: Dolderbahn nimmt zweites neues Fahrzeug in Betrieb, September 2024, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Betriebsbeiträge für Kunsteisbahn und Freibad Dolder, Mai 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Restaurant Alter Tobelhof, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Wohnsiedlung Tobelhof, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Grün Stadt Zürich: Merkurplatz und Artergut im Wandel der Zeit, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 16,0 16,1 Stadt Zürich: Heimplatz, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 17,0 17,1 Stadtarchiv Zürich: Lesezirkel Hottingen – Gästebücher 1897–1963, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Beiträge an das Museum Kulturama, Juli 2024, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Kinderspital Zürich: Erfolgreicher Umzug des Kinderspitals Zürich, 2. November 2024, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Mehrfamilienhaus Klosbachstrasse 90, abgerufen am 8. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Hottingen