Escher-Wyss-Platz
| Escher-Wyss-Platz | |
|---|---|
| Ort | Zürich |
| Kanton | Zürich |
| Stadtkreis | Kreis 5 |
| Quartier | Escher Wyss |
| Gebiet | Zürich-West |
| Typ | Stadtplatz und Verkehrsknoten |
| Wichtige Strassen | Hardstrasse, Limmatstrasse, Hardturmstrasse |
| Öffentlicher Verkehr | Tram und Bus |
| Namensgeber | Maschinenfabrik Escher Wyss |
| Neugestaltung | 2009–2011 |
Der Escher-Wyss-Platz ist ein bedeutender Stadtplatz und Verkehrsknoten im Kreis 5 von Zürich. Er liegt im Quartier Escher Wyss und bildet einen der wichtigsten Zugänge zu Zürich-West. Über dem Platz verläuft die Hardbrücke, während auf Platzniveau Tram-, Bus-, Velo-, Fuss- und motorisierter Individualverkehr zusammentreffen.
Der Platz trägt den Namen der ehemaligen Maschinenfabrik Escher Wyss, die ab dem Ende des 19. Jahrhunderts unmittelbar westlich des Platzes einen ausgedehnten Industriekomplex betrieb. Das Unternehmen gehörte während Jahrzehnten zu den bedeutendsten Industriebetrieben Zürichs und prägte nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung des Gebiets, sondern gab auch dem heutigen statistischen Quartier Escher Wyss seinen Namen.[1]
Heute liegt der Escher-Wyss-Platz an der Schnittstelle zwischen dem historischen Industriequartier und dem seit den 1990er-Jahren stark umgebauten Zürich-West. Die Stadt Zürich bezeichnet ihn als regional bedeutenden Verkehrsknoten und wichtigen Ankunfts- und Umsteigeort des Stadtteils.[2]
Lage
Der Escher-Wyss-Platz liegt westlich des dichter bebauten inneren Industriequartiers und östlich der grossen Entwicklungsgebiete von Zürich-West.
Hier treffen beziehungsweise beginnen mehrere wichtige Strassenachsen:
- die Limmatstrasse in Richtung Limmatplatz und Innenstadt,
- die Hardstrasse in Richtung Hardplatz und Bahnhof Zürich Hardbrücke,
- die Hardturmstrasse in Richtung Hardturm und Altstetten.
Die Hardbrücke überspannt den Platz in Nord-Süd-Richtung. Über sie bestehen Verbindungen nach Wipkingen, zum Rosengarten und in Richtung Kreis 4.
Nur wenige hundert Meter entfernt liegen der Bahnhof Zürich Hardbrücke, der Schiffbau, das Löwenbräu-Areal, das Prime-Tower-Areal und weitere bedeutende Orte von Zürich-West.
Der Platz bildet deshalb nicht nur einen Verkehrsknoten, sondern auch eine räumliche Übergangszone zwischen verschiedenen Teilen des ehemaligen Industriegebiets.
Name
Der Name erinnert an die Maschinenfabrik Escher Wyss & Cie. beziehungsweise Escher Wyss.
Das Unternehmen entstand 1805 bei der Neumühle nahe der damaligen Stadt Zürich zunächst als Baumwollspinnerei. Es entwickelte sich rasch zu einem Maschinenbauunternehmen und wurde zu einer der grössten Fabriken der Schweiz. Um 1855 beschäftigte Escher Wyss bereits mehr als 1100 Arbeiter.[1]
Der ursprüngliche Standort nahe der Innenstadt erwies sich mit zunehmender Grösse des Betriebs als ungünstig. Fertige Maschinen mussten aufwendig durch die Stadt zum Bahnhof transportiert werden.
1889 beschloss die Unternehmensleitung deshalb den Umzug in die Hard, westlich des damaligen Stadtgebiets. Beim heutigen Escher-Wyss-Platz entstand auf rund 15'000 Quadratmetern eine moderne Fabrikanlage mit eigenem Gleisanschluss.[1]
Das Unternehmen prägte die Umgebung so stark, dass die Bezeichnung Escher Wyss später auf das gesamte Gebiet überging.
Entwicklung des Industriequartiers
Bis weit ins 19. Jahrhundert war das heutige Gebiet von Zürich-West kaum bebaut.
Der heutige Kreis 5 gehörte zur Gemeinde Aussersihl. Landwirtschaft, Allmendflächen und Gebiete entlang der Limmat bestimmten die Landschaft.
1875 bezeichnete die Stadt Zürich ein Gebiet westlich der bestehenden Bebauung ausdrücklich als Industriequartier. Die Voraussetzungen für industrielle Nutzungen waren besonders günstig: Die Limmat bot Wasser und Energie, der Hauptbahnhof lag in der Nähe, und Industriegleise ermöglichten den Gütertransport.[3]
Nach der Eingemeindung Aussersihls in die Stadt Zürich im Jahr 1893 setzte ein starker Bauboom ein. Westlich des Bahnviadukts entstanden grossflächige Fabrikanlagen.
Zu den wichtigsten Unternehmen gehörten:
- Escher Wyss,
- Steinfels,
- weitere Maschinen-, Lebensmittel- und Gewerbebetriebe.
Während mehr als achtzig Jahren dominierte die Industrie das Gebiet.[3]
Maschinenfabrik Escher Wyss
Die Maschinenfabrik produzierte unter anderem:
- Turbinen,
- Pumpen,
- Dampfmaschinen,
- Schiffsmaschinen,
- Anlagen für die Energieproduktion.
Die Fabrik war einer der wichtigsten industriellen Arbeitgeber Zürichs.
Während der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre geriet das Unternehmen zwar unter wirtschaftlichen Druck, blieb aber technologisch bedeutend. Bis in die 1960er-Jahre gehörte Escher Wyss zu den führenden Industriebetrieben der Stadt.[1]
Die spätere Umstrukturierung des Unternehmens und der Rückgang der klassischen Industrie führten dazu, dass grosse Teile des Fabrikareals für neue Nutzungen frei wurden.
Ein Teil der historischen Industriearchitektur blieb erhalten und wurde in die Entwicklung von Zürich-West integriert.
Wandel von Zürich-West
Seit den 1980er- und 1990er-Jahren wandelte sich das Gebiet um den Escher-Wyss-Platz besonders stark.
Industriebetriebe wurden verkleinert, verlagert oder geschlossen. Gleichzeitig entstanden auf ehemaligen Fabrikflächen Büros und Dienstleistungsgebäude.
Leerstehende Fabrikhallen wurden zunächst häufig zwischengenutzt. Künstlerinnen und Künstler, kleinere Unternehmen, Clubs, Bars, Theater und Medienunternehmen bezogen ehemalige Industriegebäude.[3]
Diese Zwischennutzungen trugen wesentlich zum neuen Image von Zürich-West bei.
Später entstanden zahlreiche dauerhafte Neubauten mit:
- Wohnungen,
- Büros,
- Hotels,
- Gastronomie,
- Kulturangeboten,
- Geschäften.
Die Stadt Zürich beschreibt das frühere Industriegebiet rund um Escher-Wyss-Platz und Hardturm heute als gemischt genutzten Stadtteil, der unter Berücksichtigung seiner industriellen Geschichte weiterentwickelt wird.[4]
Hardbrücke
Die Hardbrücke prägt das Erscheinungsbild des Escher-Wyss-Platzes besonders stark.
Die Strassenbrücke entstand in ihrer heutigen Form Anfang der 1970er-Jahre im Zusammenhang mit der damaligen Westtangente. Sie führt auf einem hohen Viadukt über den Escher-Wyss-Platz und anschliessend über die Limmat und das grosse Gleisfeld beim Bahnhof Hardbrücke.
Durch die massive Brückenkonstruktion wurde der Escher-Wyss-Platz über Jahrzehnte hauptsächlich als Verkehrsknoten wahrgenommen.
Die Stadt hielt 2007 fest, dass die damalige Erscheinung des Platzes wesentlich aus der Zeit des Hardbrückenbaus stammte und mit der inzwischen begonnenen Transformation von Zürich-West nicht mehr Schritt gehalten hatte.[2]
Zwischen 2009 und 2011 wurde die Hardbrücke umfassend instand gesetzt. Gleichzeitig erfolgten der Bau des Trams Zürich-West und die Neuorganisation des Escher-Wyss-Platzes.[5]
Öffentlicher Verkehr
Der Escher-Wyss-Platz gehört zu den wichtigen Knoten des Zürcher öffentlichen Verkehrs.
Die Haltestellen befinden sich auf verschiedenen Ebenen beziehungsweise Strassenzügen rund um den Platz. Tramlinien verkehren auf der Limmat- und Hardturmstrasse, während Buslinien über die Hardbrücke führen.
Dadurch bestehen direkte Verbindungen unter anderem in Richtung:
- Innenstadt und Hauptbahnhof,
- Limmatplatz,
- Höngg,
- Wipkingen,
- Bahnhof Zürich Hardbrücke,
- Hardturm,
- Altstetten.
Die Lage unmittelbar beim Tramdepot Hard unterstreicht die verkehrliche Bedeutung des Platzes.
Tramhaltestelle
Die heutige Tramhaltestelle Escher-Wyss-Platz wurde bereits im Zusammenhang mit dem späteren Tram Zürich-West neu angeordnet.
Am 7. April 2009 ging die neue Haltestelle in der Limmatstrasse vor der heutigen KV Zürich Business School in Betrieb. Die frühere Haltestelle direkt im Zentrum des Platzes wurde aufgehoben.[6]
Dadurch konnte das Zentrum des Platzes für die Bauarbeiten an Hardbrücke und Tram Zürich-West freigehalten werden.
Die Haltestelle wurde damit zu einem frühen Bestandteil der grundlegenden Neuordnung des gesamten Platzraums.
Tram Zürich-West
Hauptartikel: Tram Zürich-West
Der Bau des Trams Zürich-West war eines der wichtigsten Verkehrsprojekte für die Entwicklung des Stadtteils.
Die neue Tramstrecke beginnt im Bereich des Escher-Wyss-Platzes und führt über die Hardstrasse beziehungsweise Pfingstweidstrasse durch Zürich-West in Richtung Altstetten.
Die notwendigen Gleisanschlüsse am Escher-Wyss-Platz wurden unter anderem während umfangreicher Bauarbeiten im Sommer 2010 erstellt.[7]
Am 10. Dezember 2011 fand die Eröffnungsfeier des Trams Zürich-West statt.[8]
Damit erhielt das zuvor stark von Industrie und Autoverkehr geprägte Entwicklungsgebiet eine leistungsfähige direkte Tramverbindung.
Tramverbindung über die Hardbrücke
Seit Dezember 2017 ergänzt die Tramverbindung über die Hardbrücke die Erschliessung von Zürich-West.
Die Linie 8 wurde vom Hardplatz über den Bahnhof Zürich Hardbrücke in Richtung Zürich-West verlängert. Dadurch entstand eine zusätzliche Verbindung zwischen den Quartieren südlich des Gleisfelds und dem Gebiet rund um Escher-Wyss-Platz und Hardturm.
Die neue Verbindung entlastete auch die stark frequentierten Tramstrecken über die Limmatstrasse.[9]
Fahrplan 2026
Im Fahrplanjahr 2026 gilt wegen der Sanierung der Haltestelle Bahnhofquai/HB ein vorübergehend angepasstes Tramnetz.
Für Verbindungen zwischen Hauptbahnhof und Escher-Wyss-Platz spielen unter anderem die Linien 17, 50 und 51 ab Sihlquai/HB eine Rolle. Die Linien 50 und 51 sind temporäre Baulinien.[10]
Nach Abschluss der Bauarbeiten kann sich die Linienführung wieder ändern. Für aktuelle Verbindungen ist deshalb der Fahrplan des Zürcher Verkehrsverbunds massgebend.
Neugestaltung 2009–2011
Die Umgestaltung des Platzes stand in engem Zusammenhang mit drei Grossprojekten:
- Tram Zürich-West,
- Instandsetzung der Hardbrücke,
- Neuordnung des Strassenverkehrs.
Vor dem Umbau führte der motorisierte Verkehr im Wesentlichen im Kreis um den Escher-Wyss-Platz.
Nach der Neuorganisation wurde der Autoverkehr hauptsächlich entlang der nördlichen und westlichen Platzseite geführt. Dadurch entstand südlich und östlich eine wesentlich grössere zusammenhängende Fläche für Fuss- und Veloverkehr.[11]
Die autofreie Platzfläche wurde damit erheblich vergrössert.
Mit dem Abschluss der Arbeiten am Tram Zürich-West im Dezember 2011 erhielt der Escher-Wyss-Platz seine heutige Grundstruktur.[12]
Projekt Nagelhaus
Für die Neugestaltung des Escher-Wyss-Platzes führte die Stadt Zürich erstmals einen kombinierten Kunst- und Architekturwettbewerb durch.
Den Wettbewerb gewann 2007 das Projekt Nagelhaus.[2]
Es bezog sich auf ein international bekannt gewordenes Wohnhaus in Chongqing in China. Die Eigentümer des Hauses hatten sich lange geweigert, ihr Gebäude für ein Grossbauprojekt abzubrechen. Dadurch blieb es zeitweise wie ein einzelner «Nagel» inmitten einer grossen Baugrube stehen.
Für Zürich waren unter der Hardbrücke zwei kleine Gebäude vorgesehen, die wie Überreste einer früheren Bebauung wirken sollten. Geplant waren unter anderem:
- ein Gastronomiebetrieb,
- ein Kiosk,
- eine öffentliche WC-Anlage,
- eine künstlerische Installation.
Der Stadtrat beantragte hierfür einen Objektkredit von 5,9 Millionen Franken.[11]
Das Projekt wurde jedoch politisch stark diskutiert.
Am 26. September 2010 lehnten die Zürcher Stimmberechtigten das Nagelhaus mit 51,3 Prozent Nein-Stimmen ab.[13]
Die Stadt verzichtete danach zunächst auf ein neues dauerhaftes Gestaltungsprojekt.
Nutzung des Platzes
Nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2011 blieb der zentrale Bereich des Escher-Wyss-Platzes weitgehend offen.
Befragungen von Anwohnenden, Gewerbetreibenden sowie Kunst- und Kulturschaffenden zeigten, dass viele Nutzerinnen und Nutzer eine flexible Nutzung einer dauerhaften starken Möblierung vorzogen.[12]
Im Sommer 2015 stellte die Stadt deshalb zwölf mobile Sitzmöbel des Typs ENZO auf.
Diese sollten die Aufenthaltsqualität erhöhen, ohne den Platz dauerhaft zu verstellen. Die Möblierung konnte saisonal beziehungsweise je nach Bedarf verändert werden.[12]
Der Escher-Wyss-Platz blieb damit bewusst ein vergleichsweise offener Stadtraum.
Verkehrssicherheit
Die Vielzahl unterschiedlicher Verkehrsarten macht den Escher-Wyss-Platz zu einem anspruchsvollen Verkehrsknoten.
Trams, Busse, Autos, Velos sowie Fussgängerinnen und Fussgänger kreuzen sich auf engem Raum.
Mit dem Einzug von Familien in die neue Wohnsiedlung über dem Tramdepot Hard gewann insbesondere die Schulwegsicherheit zusätzliche Bedeutung.
Im Jahr 2025 führte die Stadt neue Massnahmen für eine sicherere Querung der Tramgleise ein. Bodenlampen zeigen Kindern an, wann sich ein Tram nähert. Zusätzlich wurden Begehungen, Informationsangebote und Schulwegbegleitungen vorgesehen.[14]
Weitere Massnahmen zur Verbesserung der Fuss- und Veloverbindungen sind Teil der laufenden Entwicklung des Gebiets.
Tramdepot Hard
Unmittelbar am Escher-Wyss-Platz befindet sich das Tramdepot Hard der Verkehrsbetriebe Zürich.
Die Geschichte des Depots reicht bis 1898 zurück. Es wurde ursprünglich für die private Industriequartierstrassenbahn errichtet.[15]
Das Depot wurde später mehrfach erweitert. Teile der historischen Bausubstanz stehen unter Denkmalschutz.
Wegen des schlechten baulichen Zustands und des wachsenden Platzbedarfs der VBZ wurde eine umfassende Erneuerung beschlossen.
Im Februar 2020 stimmten die Zürcher Stimmberechtigten dem Projekt mit 70,9 Prozent Ja-Stimmen zu.[4]
Die Bauarbeiten begannen 2021.
Wohnsiedlung Depot Hard
Über dem neuen Tramdepot entstand gleichzeitig eine grosse städtische Wohnsiedlung.
Sie umfasst 193 Wohnungen für mehr als 500 Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gewerbe-, Dienstleistungs- und Atelierflächen.[15]
Die Wohnungen befinden sich unter anderem in zwei Hochhäusern und weiteren Gebäudeteilen über beziehungsweise neben der Depothalle.
Die ersten Wohnungen wurden ab Juli 2025 bezogen. Der Bezug der Siedlung erfolgte anschliessend etappenweise.[16]
Damit entstand unmittelbar am Escher-Wyss-Platz erstmals eine grosse neue kommunale Wohnsiedlung. Das Projekt steht beispielhaft für die Verdichtung von Zürich-West und die Kombination verschiedener Nutzungen auf knappem Stadtgebiet.
Verzögerung des neuen Tramdepots
Die Wohnsiedlung ist inzwischen weitgehend bezogen, die neue Depothalle kann jedoch noch nicht regulär genutzt werden.
Bei Messungen an bereits eingebauten Gleisanlagen zeigte sich, dass der vorgesehene Erschütterungsschutz auf einzelnen Abschnitten nicht den hohen Anforderungen entsprach.
Die Stadt beschloss deshalb zusätzliche bauliche Massnahmen. Die ursprünglich für 2026 geplante Inbetriebnahme des neuen Tramdepots wurde um rund ein Jahr verschoben.
Nach aktuellem Stand soll das Tramdepot Hard im Sommer 2027 in Betrieb gehen.[17]
Das modernisierte Depot soll Platz für insgesamt 25 Tramzüge bieten.[15]
Limmatufer
Das Tramdepot grenzt unmittelbar an die Limmat.
Im Zusammenhang mit dem Depotprojekt wird auch der Uferbereich neu gestaltet. Ein öffentlicher Fuss- und Veloweg sowie ein kleiner Pocket-Park sollen zusätzliche Freiräume schaffen.
Nach dem Stand von Juni 2026 sollen diese Aussenanlagen bis Herbst beziehungsweise Ende 2026 fertiggestellt werden.[18]
Damit wird die Verbindung zwischen Escher-Wyss-Platz und Limmatufer verbessert.
Schiffbau
Hauptartikel: Schiffbau Zürich
Nur wenige Gehminuten westlich des Escher-Wyss-Platzes liegt der historische Schiffbau.
Die ehemalige Produktionshalle gehörte zum Industriekomplex der Maschinenfabrik Escher Wyss und wurde ursprünglich für den Bau von Schiffen und Maschinen genutzt.
Nach dem Niedergang der industriellen Nutzung wurde das Gebäude zu einem Kulturzentrum umgebaut.
Heute befinden sich darin unter anderem Spielstätten des Schauspielhauses Zürich, der Jazzclub Moods und Gastronomiebetriebe.
Die Umnutzung des Schiffbaus gehörte zu den wichtigen frühen Projekten des Wandels von Zürich-West vom Industrie- zum Kultur-, Wohn- und Dienstleistungsgebiet.
Löwenbräu-Areal
Östlich beziehungsweise nordöstlich des Escher-Wyss-Platzes liegt das ehemalige Löwenbräu-Areal.
Die früheren Brauereigebäude wurden zu einem Zentrum für Kunst, Kultur, Büros und Wohnen umgenutzt.
Gemeinsam mit dem Schiffbau und weiteren Industriebauten verdeutlicht das Löwenbräu-Areal den für Zürich-West charakteristischen Umgang mit der industriellen Bausubstanz: Historische Gebäude werden teilweise erhalten und mit neuen Nutzungen oder Neubauten kombiniert.
Bahnhof Zürich Hardbrücke
Hauptartikel: Bahnhof Zürich Hardbrücke
Der Bahnhof Zürich Hardbrücke liegt südwestlich des Escher-Wyss-Platzes und ist zu Fuss sowie mit Tram und Bus schnell erreichbar.
Er entwickelte sich zu einem der wichtigsten Verkehrsknoten Zürich-West.
Durch den starken Ausbau des Quartiers und die zunehmende Zahl von Arbeitsplätzen und Wohnungen nahm auch die Bedeutung des Bahnhofs kontinuierlich zu.
Die Verbindung zwischen Escher-Wyss-Platz und Bahnhof Hardbrücke bildet heute eine zentrale Achse des öffentlichen Verkehrs im westlichen Stadtgebiet.
Stadtentwicklung
Der Escher-Wyss-Platz liegt mitten in einem der wichtigsten städtebaulichen Entwicklungsgebiete Zürichs.
Die Zahl der Wohnungen und Einwohnerinnen und Einwohner im Quartier Escher Wyss nahm seit Beginn des 21. Jahrhunderts stark zu. Gleichzeitig entstanden zehntausende Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich und in neuen Gewerbebetrieben.[19]
Der Platz hat dadurch eine andere Funktion erhalten.
Früher war er vor allem:
- Zugang zu Fabriken,
- Knoten des Arbeiter- und Güterverkehrs,
- später ein stark vom Auto dominierter Verkehrsknoten.
Heute ist er zusätzlich:
- Eingangstor zu Zürich-West,
- Umsteigepunkt des öffentlichen Verkehrs,
- Verbindung zwischen Wohn- und Arbeitsplatzgebieten,
- Zugang zu Kultur- und Freizeitangeboten,
- öffentlicher Aufenthaltsraum.
Bedeutung für Zürich-West
Die Geschichte des Escher-Wyss-Platzes steht beispielhaft für die Entwicklung von Zürich-West.
Ende des 19. Jahrhunderts entstanden hier moderne Fabriken und Verkehrsanlagen. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Platz zu einem stark belasteten Verkehrsknoten unter der Hardbrücke.
Mit dem Niedergang der klassischen Industrie begann die schrittweise Umnutzung der Umgebung.
Tram Zürich-West, neue Wohnungen, Bürohochhäuser, Kulturinstitutionen und die Umgestaltung des öffentlichen Raums haben die Funktion des Platzes seit Beginn des 21. Jahrhunderts erneut verändert.
Trotz dieses Wandels sind die industrielle Vergangenheit, die historische Verkehrsinfrastruktur und die moderne Stadtentwicklung am Escher-Wyss-Platz gleichzeitig sichtbar.
Siehe auch
- Escher Wyss
- Zürich-West
- Kreis 5 (Zürich)
- Hardbrücke
- Bahnhof Zürich Hardbrücke
- Hardplatz
- Tram Zürich-West
- Schiffbau Zürich
- Prime Tower
- Limmatplatz
- Hardturm
- Verkehrsbetriebe Zürich
Weblinks
- Stadt Zürich – Zürich-West
- Stadt Zürich – Entwicklungskonzept Zürich-West
- Stadt Zürich – Tramdepot und Wohnsiedlung Depot Hard
- Statistik Stadt Zürich – Quartierspiegel Escher Wyss
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Stadt Zürich: Industrie und Gewerbe – Escher Wyss, der grösste Betrieb, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Stadt Zürich: Neugestaltung des Escher-Wyss-Platzes verbindet Kunst und Architektur, 10. Dezember 2007, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Stadt Zürich: Zürich-West – Entwicklungskonzept, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Stadt Zürich: Zürich-West, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Tag der offenen Baustelle am Escher-Wyss-Platz, 31. August 2010, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Verkehrsbetriebe Zürich: Erste Haltestelle des Trams Zürich-West in Betrieb, 2009, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Verkehrsbetriebe Zürich: Escher-Wyss-Platz – Tramlinien durch Sommerbaustelle unterbrochen, 2010, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Eröffnungsfeier Tram Zürich West, 7. Dezember 2011, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Verkehrsbetriebe Zürich: Die Angebotserweiterungen zeigen Erfolg, März 2019, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Verkehrsbetriebe Zürich: Gleisbau und Sanierung Bahnhofquai/HB, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 11,0 11,1 Stadt Zürich: Stadtrat für Projekt «Nagelhaus», 8. Juli 2009, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 12,0 12,1 12,2 Stadt Zürich: Sommer-Sofas für den Escher-Wyss-Platz, 16. Juli 2015, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Gestaltung des Escher-Wyss-Platzes nach Fertigstellung des Trams Zürich-West, 10. November 2010, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Sicherer Schulweg über den Escher-Wyss-Platz, Mai 2025, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 15,0 15,1 15,2 Stadt Zürich: Neubau Tramdepot und Wohnsiedlung Depot Hard, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Die Wohnsiedlung Tramdepot Hard wird vermietet, Januar 2025, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Verbesserter Erschütterungsschutz für Tramdepot Hard, Dezember 2025, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Zürich-West – aktuelle Projekte 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Statistik Stadt Zürich: Escher Wyss – Von der Industriebrache zum Trendquartier, abgerufen am 8. August 2026.