Hirzenbach

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Hirzenbach
Stadt Zürich
Kanton Zürich
Bezirk Zürich
Stadtkreis Kreis 12
Quartiernummer 123
Postleitzahl 8051
Fläche 2,046 km²
Einwohner 12'743
Einwohnerstand 31. Dezember 2024
Ausländeranteil 36,4 %
Zugehörigkeit zu Zürich seit 1. Januar 1934
Statistisches Quartier seit 1971
Statistische Zonen Kronwiesenstrasse, Hirzenbachstrasse, Mattenhof, Probsteistrasse

Hirzenbach ist ein Stadtquartier von Zürich und gehört zusammen mit Saatlen und Schwamendingen-Mitte zum Stadtkreis 12, der allgemein als Schwamendingen bezeichnet wird. Das Quartier liegt im Nordosten der Stadt im Übergangsgebiet zwischen dem Zürichberg, dem Glatttal und der Stadt Dübendorf. Ende 2024 lebten 12'743 Personen in Hirzenbach.[1]

Hirzenbach ist wesentlich jünger als viele historisch gewachsene Zürcher Quartiere. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Gebiet sehr dünn besiedelt. Das heutige Quartier entstand hauptsächlich während des starken Bevölkerungs- und Wohnungswachstums nach dem Zweiten Weltkrieg. Charakteristisch sind grosszügig durchgrünte Wohnsiedlungen, Zeilenbauten, Wohnhochhäuser sowie ein hoher Anteil an gemeinnützigem und genossenschaftlichem Wohnungsbau.

Die städtebauliche Entwicklung orientierte sich stark am Konzept der Gartenstadt. Wohngebäude wurden mit Grünräumen, Fusswegen, Schulen und gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen verbunden. Dieses städtebauliche Leitbild prägt Hirzenbach und den gesamten Kreis 12 bis heute.[2]

Lage

Hirzenbach bildet den östlichen Teil des Stadtkreises 12. Im Westen grenzt es an Schwamendingen-Mitte, im Norden beziehungsweise Nordwesten an Saatlen. Im Osten schliesst die Stadt Dübendorf an. Im Süden steigt das Gelände in Richtung Zürichberg an.

Der nahe Bahnhof Stettbach liegt unmittelbar an der Stadtgrenze und bildet einen wichtigen Verkehrsknoten für Hirzenbach und die angrenzenden Gebiete von Dübendorf.

Das Quartier liegt am Rand des dicht bebauten Zürcher Stadtgebiets. Wohnsiedlungen gehen hier in Grün-, Wald- und Freiflächen über. Besonders im südöstlichen Teil ist die Nähe zum Zürichberg und zu den Naherholungsgebieten rund um Stettbach deutlich spürbar.

Hirzenbach umfasst rund 204,6 Hektaren. Ein beträchtlicher Teil der Quartierfläche besteht aus Wald und anderen Grünräumen. Nach den Angaben von Statistik Stadt Zürich entfallen rund 34 Prozent der Fläche auf Wald, während Gebäude und Gebäudeumschwung den grössten Anteil der übrigen Fläche einnehmen.[1]

Statistische Zonen

Hirzenbach ist für statistische Zwecke in vier Zonen unterteilt:

Nr. Statistische Zone
1 Kronwiesenstrasse
2 Hirzenbachstrasse
3 Mattenhof
4 Probsteistrasse

Diese Einteilung dient der kleinräumigen Auswertung von Bevölkerungs-, Wohnungs- und Wirtschaftsdaten. Die statistischen Grenzen entsprechen nicht zwingend den im Alltag verwendeten Bezeichnungen einzelner Siedlungen und Gebiete.[1]

Name

Die Bezeichnung Hirzenbach steht in engem Zusammenhang mit dem gleichnamigen Bach, der durch das Gebiet fliesst. Auch die Hirzenbachstrasse und der Hirzenbachweg tragen diesen Namen.

Der heutige Hirzenbachweg verläuft rechts des Baches zwischen Altwiesenstrasse und Überlandstrasse. Der Weg erhielt 2005 offiziell seinen heutigen Namen. Ein älterer Hirzenbachweg hatte zuvor in der Verlängerung der Hirzenbachstrasse bestanden, war aber 1984 im Zusammenhang mit dem Bau einer Wohnsiedlung aufgehoben worden.[3]

Anders als der Name Schwamendingen bezeichnet Hirzenbach keine historische Gemeinde. Die heutige Quartiereinteilung entstand erst im 20. Jahrhundert.

Geschichte

Gebiet der Gemeinde Schwamendingen

Bis Ende 1933 gehörte das Gebiet des heutigen Hirzenbachs zur selbständigen politischen Gemeinde Schwamendingen.

Das historische Zentrum dieser Gemeinde lag im heutigen Quartier Schwamendingen-Mitte. Das Gebiet von Hirzenbach war dagegen lange nur sehr dünn besiedelt. Die Niederungen des Glatttals waren teilweise sumpfig und wurden vor allem landwirtschaftlich genutzt.[1]

Noch um 1930 lebten im Gebiet des heutigen statistischen Quartiers nach Schätzungen lediglich 174 Personen. 1936 waren nur etwa 0,4 Prozent der Quartierfläche mit Gebäuden bedeckt.[1]

Die heutige dichte Wohnbebauung ist deshalb fast vollständig ein Ergebnis der Stadtentwicklung des 20. Jahrhunderts.

Eingemeindung 1934

Das starke industrielle Wachstum von Oerlikon führte Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer raschen Entwicklung der umliegenden Gemeinden. Schwamendingen wurde zunehmend zu einer Wohngemeinde für Arbeiterinnen und Arbeiter, die in Oerlikon und Zürich beschäftigt waren.

Die wachsende Bevölkerung erforderte Investitionen in Schulen, Strassen und andere öffentliche Einrichtungen. Gleichzeitig verfügte Schwamendingen über eine vergleichsweise schwache Steuerbasis.

1919 beantragten Schwamendingen, Oerlikon, Seebach und Affoltern gemeinsam die Aufnahme von Eingemeindungsverhandlungen mit Zürich.[1]

Eine erste Vorlage zur zweiten Zürcher Eingemeindung scheiterte 1929. Eine veränderte Vorlage wurde am 5. Juli 1931 angenommen.

Am 1. Januar 1934 wurde Schwamendingen zusammen mit sieben weiteren Gemeinden in die Stadt Zürich eingemeindet.

Schwamendingen, Oerlikon, Seebach und Affoltern bildeten zunächst den neuen Kreis 11.[1]

Entstehung der Gartenstadt

Die eigentliche Entstehung des heutigen Hirzenbachs begann während der 1940er-Jahre.

Der grosse Wohnungsmangel in Zürich führte dazu, dass die noch weitgehend unbebauten Flächen in Schwamendingen für den Wohnungsbau erschlossen wurden. Eine besonders wichtige Rolle spielte dabei der Zürcher Stadtbaumeister Albert Heinrich Steiner.

Das 1948 entwickelte städtebauliche Konzept für Schwamendingen unterschied sich deutlich von der traditionellen dichten Blockrandbebauung der inneren Stadtquartiere.

Anstelle geschlossener Häuserblöcke sollten locker angeordnete Wohnbauten entstehen, die von grosszügigen Grünflächen umgeben waren. Schulen, Kindergärten, Fusswege und Freizeitanlagen wurden in die Siedlungsstruktur integriert.[2]

Die wichtigsten Merkmale dieses Konzepts waren:

  • Wohnzeilen mit guter Besonnung,
  • grosszügige gemeinschaftliche Grünflächen,
  • Trennung wichtiger Verkehrsströme,
  • feinmaschige Fusswegverbindungen,
  • Schulen und öffentliche Einrichtungen innerhalb parkähnlicher Anlagen,
  • ein hoher Anteil gemeinnütziger Wohnungen.

Dieses Gartenstadtkonzept bestimmt das Erscheinungsbild Hirzenbachs bis heute.

Genossenschaftlicher Wohnungsbau

Wohnbaugenossenschaften spielten bei der Entwicklung des Quartiers eine besonders wichtige Rolle.

Zu den frühen Beispielen gehört die Siedlung Sunnige Hof zwischen Dübendorf- und Stettbachstrasse. Sie entstand bereits 1943. Die Siedlung mit ihren durchgrünten Freiräumen gilt als charakteristisches Beispiel der frühen Gartenstadtentwicklung und steht seit 2016 unter Denkmalschutz.[1]

Eine weitere bedeutende Anlage ist die Siedlung Kronwiesen der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Vitasana. Die ursprünglich 1949 errichteten Reiheneinfamilienhäuser folgten ebenfalls den Prinzipien der Gartenstadt.

Die niedrigen Gebäude, privaten Gärten und gemeinschaftlichen Grünbereiche bildeten einen deutlichen Gegensatz zu den dichten innerstädtischen Wohnquartieren.

Mit zunehmendem Alter der Siedlungen und veränderten Wohnansprüchen begann seit dem späten 20. und frühen 21. Jahrhundert eine Phase umfassender Sanierungen und Ersatzneubauten.

Hochhäuser

Neben den niedrigen Zeilen- und Reihenhäusern gehören mehrere Wohnhochhäuser zu den markanten Elementen des Quartierbildes.

Zwischen 1955 und 1961 wurden verschiedene Grundeigentümer dazu bewegt, ein rund 18 Hektaren grosses Gebiet an Hirzenbach-, Altwiesen-, Grosswiesen- und Luchswiesenstrasse gemeinsam zu entwickeln.[1]

Die Hochhäuser ermöglichten eine höhere Zahl von Wohnungen, ohne sämtliche Freiflächen zu überbauen. Dadurch konnten zwischen den Gebäuden weiterhin grosszügige Grünräume erhalten werden.

Die ersten Hochhäuser Hirzenbachs waren auch eine Reaktion auf Kritik an der teilweise als monoton empfundenen gleichförmigen Zeilenbebauung der frühen Gartenstadt.

Heute bilden Hochhäuser, niedrigere Wohnzeilen und spätere Ersatzneubauten ein charakteristisches Nebeneinander verschiedener Bauphasen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung verdeutlicht den aussergewöhnlich schnellen Wandel von einer beinahe unbesiedelten Landschaft zu einem grossen Wohnquartier.

Jahr Einwohner
1930 174
1941 298
1950 3'304
1960 13'296
1970 13'723
1980 11'661
1990 10'958
2000 11'281
2010 11'459
2020 12'963
2024 12'743

Die Zahlen für die Zeit um 1930 beruhen teilweise auf Schätzungen, da das heutige statistische Quartier damals noch nicht bestand.[1]

Besonders auffällig ist die Entwicklung zwischen 1950 und 1960. Innerhalb von nur zehn Jahren vervierfachte sich die Bevölkerung ungefähr. Der grösste Teil des klassischen Hirzenbacher Wohnquartiers entstand in dieser Phase.

Nach dem Höchststand um 1970 nahm die Bevölkerung zunächst wieder ab. Seit der Jahrtausendwende wird das Quartier durch Neubauten und Ersatzneubauten erneut verdichtet.

Ende 2024 betrug der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung 36,4 Prozent.[4]

Kreis 12

Der heutige Kreis 12 entstand erst 1971.

Bis dahin gehörte das gesamte Schwamendinger Gebiet zum Kreis 11. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums wurde Schwamendingen aus dem Kreis 11 herausgelöst und zu einem eigenständigen Stadtkreis.

Der neue Kreis wurde statistisch in drei Quartiere gegliedert:

Diese Quartiere sind im Gegensatz zu vielen älteren Stadtquartieren keine ehemaligen politischen Gemeinden. Statistik Stadt Zürich bezeichnet sie deshalb als eher institutionalisierte als historisch gewachsene Einheiten.[1]

Der Begriff Schwamendingen wird im Alltag weiterhin häufig für den gesamten Kreis 12 verwendet.

Wohnen

Hirzenbach ist überwiegend ein Wohnquartier. Industrie und grössere Gewerbebetriebe spielen nur eine geringe Rolle.

Der gemeinnützige Wohnungsbau besitzt eine überdurchschnittliche Bedeutung. 2024 gehörten rund 49 Prozent der Wohnungen Wohnbaugenossenschaften oder der öffentlichen Hand. Stadtweit lag dieser Anteil deutlich tiefer.[4]

Mehr als die Hälfte des Wohnungsbestands wurde zwischen 1931 und 1960 errichtet. Damit gehört Hirzenbach zu den Zürcher Quartieren, deren bauliche Struktur besonders stark von der Nachkriegszeit geprägt ist.[1]

In den letzten Jahren wurden zahlreiche ältere Siedlungen erneuert oder durch dichter bebaute Anlagen ersetzt. Dabei versucht die Stadtplanung, die zusätzliche Wohnfläche mit dem Erhalt der charakteristischen Grünräume der Gartenstadt zu verbinden.

Mattenhof

Zu den bedeutenden neueren Wohnprojekten gehört die Überbauung Mattenhof 1 + 2 der Baugenossenschaft Sunnige Hof.

Die Ersatzneubauten wurden 2017 fertiggestellt. Anstelle von 134 älteren Reiheneinfamilienhäusern entstanden 61 neue Reiheneinfamilienhäuser und 236 Wohnungen.[1]

Zur Überbauung gehören ausserdem ein Kindergarten, eine Kinderkrippe, Gewerberäume, ein Gemeinschaftsraum und die Geschäftsstelle der Genossenschaft.

Das Projekt steht beispielhaft für die gegenwärtige Entwicklung vieler Schwamendinger Genossenschaftssiedlungen: Der vorhandene Boden wird stärker genutzt, gleichzeitig sollen Grünräume und gemeinschaftliche Einrichtungen erhalten bleiben.

Alterswohnen und Gesundheitszentrum Mattenhof

Hirzenbach besitzt mehrere Einrichtungen für ältere Menschen.

Die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich betreibt unter anderem die Siedlung Hirzenbach. Sie wurde zwischen 2006 und 2009 erstellt und umfasst 55 Wohnungen.[5]

Im Gebiet Mattenhof befindet sich zudem das Gesundheitszentrum für das Alter Mattenhof.

Unmittelbar daneben eröffnete die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich 2020 die neue Siedlung Helen Keller mit 152 Wohnungen.[1]

Diese Einrichtungen tragen dazu bei, dass ältere Menschen auch bei zunehmendem Unterstützungsbedarf im vertrauten Quartier wohnen können.

Kirchen

Die Kirchenbauten Hirzenbachs stammen überwiegend aus der Zeit der grossen Quartierentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Zu den markanten Sakralbauten gehören die katholische Kirche St. Gallus an der Dübendorfstrasse und die Stefanskirche an der Altwiesenstrasse.

Ihre Architektur ist eng mit den städtebaulichen Vorstellungen der 1950er- und 1960er-Jahre verbunden und unterscheidet sich deutlich von den historischen Dorfkirchen älterer Zürcher Quartiere.[1]

Kirchen und kirchliche Zentren erfüllen neben ihrer religiösen Funktion auch Aufgaben als Treffpunkte für die Quartierbevölkerung.

Schulen

Der starke Bevölkerungsanstieg der 1950er- und 1960er-Jahre erforderte einen raschen Ausbau der Schulinfrastruktur.

Zu den charakteristischen Schulbauten gehören die terrassiert angeordneten Anlagen an der Dübendorfstrasse. Ihre erhöhte Lage macht sie zu auffälligen Elementen im Quartierbild.[1]

Die Schulen gehören zum Schulkreis Schwamendingen, der den gesamten Kreis 12 umfasst.

Aufgrund der erwarteten weiteren Bevölkerungszunahme wird die Schulinfrastruktur erneut erweitert. Die Schulanlage Luchswiesen wird in den 2020er-Jahren umfassend weiterentwickelt. Nach den Planungen der Stadt soll das Projekt bis Mitte 2028 fertiggestellt werden.[6]

Gemeinschaftszentrum Hirzenbach

Das Gemeinschaftszentrum Hirzenbach ist ein wichtiger sozialer und kultureller Treffpunkt.

Es bietet Räume und Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Erwachsene. Zum Programm gehören Freizeitaktivitäten, Werkstätten, Veranstaltungen und Möglichkeiten für selbstorganisierte Quartierprojekte.

Das rund vier Jahrzehnte alte Zentrum wurde ab Ende der 2010er-Jahre umfassend instand gesetzt. Dabei wurden unter anderem Gebäudehülle, Haustechnik, Brandschutz und hindernisfreie Erschliessung modernisiert.[7]

Die Bedeutung des Gemeinschaftszentrums dürfte mit dem weiteren Bevölkerungswachstum des Quartiers zunehmen.

Sportanlage Heerenschürli

Die Sportanlage Heerenschürli liegt im östlichen Teil Schwamendingens und gehört zu den grössten Sportanlagen der Stadt Zürich.

Nach einer umfassenden Erneuerung wurde sie 2010 wiedereröffnet. Die Anlage verfügt über insgesamt 13 Fussballfelder sowie ein Baseballfeld.[1]

2013 erhielt das Heerenschürli einen IOC/IAKS-Bronze-Award für beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen.

Neben zahlreichen Breitensportvereinen nutzt auch der FC Zürich Teile des Areals. Der Verein errichtete hier den FCZ Campus, sein Trainings- und Ausbildungszentrum.

Der 2022 eröffnete Holzbau des Campus umfasst unter anderem Garderoben, Räume für Medizin und Physiotherapie, Aufenthaltsbereiche, eine Küche, einen Presseraum und Räume für die Geschäftsstelle.[1]

Das Heerenschürli besitzt dadurch sowohl für den lokalen Breitensport als auch für den professionellen Fussball eine grosse Bedeutung.

Bahnhof Stettbach

Der Bahnhof Zürich Stettbach liegt am östlichen Rand des Zürcher Stadtgebiets unmittelbar an der Grenze zu Dübendorf. Für Hirzenbach ist er einer der wichtigsten Zugänge zum regionalen Bahnnetz.

Die Eröffnung des Bahnhofs im Zusammenhang mit der S-Bahn Zürich verbesserte die Verbindung des Quartiers mit der Innenstadt erheblich.

Eine weitere Aufwertung erfolgte 2010. Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Glattalbahn wurden Bahnhof und Haltestellenanlagen umgestaltet.

Seit Dezember 2010 verbindet die Glattalbahn-Linie 12 den Bahnhof Stettbach über Dübendorf, Wallisellen und Glattbrugg mit dem Flughafen Zürich.[8]

Die verbesserte Erschliessung löste auch im Umfeld des Bahnhofs eine verstärkte Bautätigkeit aus.[1]

Tram und Bus

Hirzenbach ist gut in das Zürcher Tramnetz eingebunden.

Die Tramlinie 9 führt von der Innenstadt über Milchbuck und Schwamendingen bis zur Endhaltestelle Hirzenbach. Damit besitzt das Quartier eine direkte Verbindung zu wichtigen innerstädtischen Gebieten.

Der Bahnhof Stettbach wird von der Tramlinie 7 sowie der Glattalbahn-Linie 12 bedient.

Eine Besonderheit des Schwamendinger Tramnetzes ist der Tramtunnel Milchbuck–Schwamendingen. Er wurde 1986 eröffnet und verwendet Teile eines ursprünglich für die Zürcher U-Bahn vorgesehenen Tunnels. Die Tramlinien verkehren darin im Linksverkehr, damit die Mittelperrons der ehemaligen U-Bahn-Planung genutzt werden können.

Mehrere Buslinien ergänzen das Angebot und verbinden Hirzenbach mit benachbarten Stadtquartieren sowie Gemeinden des Glattals.

Fluglärm

Eine besondere Belastung des Quartiers ergibt sich aus seiner Lage unter den Anflugrouten des Flughafens Zürich.

Seit 2003 werden aufgrund veränderter Regelungen für den Flugverkehr über Süddeutschland vermehrt Südanflüge durchgeführt. Diese führen am frühen Morgen auch über den Stadtkreis 12.[2]

Hirzenbach ist davon besonders betroffen. Der Fluglärm spielte deshalb auch bei Ersatzneubauten eine Rolle. Neue Wohngebäude wurden teilweise mit einem verbesserten Schallschutz ausgestattet.[1]

Hirzenbach und die Einhausung Schwamendingen

Die Autobahn A1 verläuft hauptsächlich zwischen den Quartieren Schwamendingen-Mitte und Saatlen und berührte Hirzenbach weniger stark als diese beiden Gebiete.

Dennoch ist die Einhausung Schwamendingen für die Entwicklung des gesamten Kreises 12 von grosser Bedeutung.

Der stark befahrene Autobahnabschnitt zwischen Schöneichtunnel und Aubrugg wurde auf einer Länge von fast einem Kilometer überdeckt. Auf dem Dach entstand der Ueberlandpark, der im Mai 2025 eröffnet wurde.[9]

Der rund 30 Meter breite Park schafft eine neue Grünverbindung und reduziert die jahrzehntelange Trennwirkung der Autobahn. Obwohl der Park nicht das Zentrum Hirzenbachs bildet, beeinflusst er die Lebens- und Freiraumqualität des gesamten Stadtkreises.

Gegenwärtige Stadtentwicklung

Hirzenbach gehört zu den Zürcher Quartieren, für die langfristig ein besonders starkes Bevölkerungswachstum erwartet wird.

Viele Wohnbaugenossenschaften erneuern ihre Siedlungen. Dabei werden ältere Gebäude mit kleinen Wohnungen teilweise durch dichtere Überbauungen ersetzt. Gleichzeitig soll die soziale Durchmischung verbessert werden.[1]

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist das Gebiet Luchswiese. Dort entsteht eine neue städtische Wohnsiedlung mit rund 90 Wohnungen. Der Baustart wurde für den Frühsommer 2026 vorgesehen.[6]

Auch im benachbarten Schwamendinger Dreieck werden grosse Genossenschaftssiedlungen schrittweise erneuert. Die langfristige Herausforderung besteht darin, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, ohne die für Schwamendingen charakteristischen Grünräume vollständig zu verlieren.

Das städtebauliche Leitbild der Stadt verfolgt deshalb weiterhin das Ziel, Schwamendingen als Wohnquartier im Grünen zu erhalten.[2]

Grünräume und Naherholung

Hirzenbach besitzt trotz seiner dichten Wohnbebauung zahlreiche Grünflächen.

Ein grosser Teil davon gehört nicht zu klassischen Stadtparks, sondern liegt zwischen den Wohnhäusern der Gartenstadtsiedlungen. Gemeinschaftliche Wiesen, Bäume, kleine Spielplätze und Fusswege bilden ein zusammenhängendes Netz von Freiräumen.

Hinzu kommen grössere Sport- und Freizeitanlagen sowie Waldflächen am Rand des Quartiers.

Statistik Stadt Zürich zählt im Quartier mehrere Parks und Spielplätze. Der hohe Grünanteil ist eines der wichtigsten Merkmale des Wohnumfelds.[1]

Über Wege in Richtung Stettbach und Zürichberg sind ausserdem grössere Naherholungsräume schnell erreichbar.

Wirtschaft und Arbeitsplätze

Hirzenbach ist in erster Linie ein Wohnquartier und besitzt wesentlich weniger Arbeitsplätze als Einwohnerinnen und Einwohner.

Die wichtigsten Arbeitgeber befinden sich in den Bereichen Gesundheit, Altersbetreuung, Bildung, Sozialwesen, Gebäudebetreuung und öffentliche Dienstleistungen.

2023 wurden rund 3'000 Beschäftigte im Quartier gezählt.[4]

Die Nähe zum Bahnhof Stettbach ermöglicht den Bewohnerinnen und Bewohnern gleichzeitig eine schnelle Verbindung zu grossen Arbeitsplatzgebieten in Zürich, Oerlikon, Wallisellen, Dübendorf und im Glattal.

Charakter des Quartiers

Hirzenbach unterscheidet sich deutlich von historisch gewachsenen Zürcher Quartieren wie Altstetten, Höngg oder Wiedikon.

Es besitzt keinen mittelalterlichen Dorfkern und nur wenige Gebäude aus der Zeit vor dem 20. Jahrhundert. Seine Identität entstand nahezu vollständig während der grossen Stadterweiterung der Nachkriegszeit.

Typisch sind:

  • die Gartenstadtstruktur,
  • der hohe Anteil genossenschaftlicher Wohnungen,
  • grosszügige Grünflächen zwischen den Gebäuden,
  • Zeilenbauten der 1940er- und 1950er-Jahre,
  • Wohnhochhäuser aus der frühen Phase des Zürcher Hochhausbaus,
  • Schulen und soziale Einrichtungen innerhalb der Wohngebiete.

Gleichzeitig befindet sich Hirzenbach in einer neuen Phase tiefgreifender Veränderungen. Ersatzneubauten, zusätzliche Wohnungen, die Weiterentwicklung der Schulanlagen und die bessere Verkehrsanbindung verändern das Quartier schrittweise.

Die zentrale städtebauliche Aufgabe besteht darin, die charakteristischen Eigenschaften der Gartenstadt mit dem Bedarf einer weiter wachsenden Stadt zu verbinden.

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Hirzenbach, Ausgabe 123/2025. Zürich 2025.
  • Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Hirzenbach, laufend aktualisierte Online-Ausgabe 123/2026.
  • Stadtentwicklung Zürich: Bevölkerungsbefragung 2025 – Quartierbericht. Zürich 2026.
  • Stadt Zürich, Amt für Städtebau: Leitbild Schwamendingen.
  • Stadt Zürich: Schwamendingen Diagonal 2026.
  • Stadtrat von Zürich: Benennung «Hirzenbachweg». 20. April 2005.

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 1,18 1,19 1,20 1,21 Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Hirzenbach, Ausgabe 123/2025. Zürich 2025.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Stadt Zürich, Amt für Städtebau: Leitbild Schwamendingen – Gartenstadt Schwamendingen. Zürich.
  3. Stadtrat von Zürich: Benennung «Hirzenbachweg». Beschluss vom 20. April 2005.
  4. 4,0 4,1 4,2 Stadtentwicklung Zürich: Bevölkerungsbefragung 2025 – Quartierbericht, Zürich 2026.
  5. Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich: Siedlung Hirzenbach, aktuelle Standortinformationen.
  6. 6,0 6,1 Stadt Zürich: Schwamendingen Diagonal 2026, Informationsveranstaltung vom 26. Januar 2026.
  7. Stadtrat von Zürich: Instandsetzung des GZ Hirzenbach, 4. April 2018.
  8. Verkehrsbetriebe Zürich: Umbau Bahnhof Stettbach und Anschluss der Glattalbahn, 2010.
  9. Stadt Zürich: Einhausung Schwamendingen und Ueberlandpark feierlich eingeweiht, 9. Mai 2025.

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