Pfäffikon ZH

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Dieser Artikel behandelt die Zürcher Gemeinde Pfäffikon. Zum gleichnamigen Ort im Kanton Schwyz siehe Pfäffikon SZ.
Pfäffikon
Kanton Zürich
Bezirk Pfäffikon
Funktion Bezirkshauptort und regionales Zentrum
Amtssprache Deutsch
Gemeindepräsident Marco Hirzel
Fläche 19,49 km²
Höhenlage 540 m ü. M.
Einwohner 13'025
Stand 31. Dezember 2025
Ausländeranteil 21 %
Postleitzahlen 8330 Pfäffikon ZH, 8331 Auslikon
BFS-Nummer 0177
Gewässer Pfäffikersee, Kempt, Dorfbach und weitere Bäche
Ortsteile und Weiler Pfäffikon, Auslikon, Irgenhausen, Hermatswil, Wallikon, Oberwil, Balm und weitere
Website pfaeffikon.ch

Pfäffikon ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirks Pfäffikon im Kanton Zürich. Die Gemeinde liegt im Zürcher Oberland am Nordufer des Pfäffikersees und umfasst neben dem Hauptort zahlreiche Weiler und ländliche Siedlungen. Zur Unterscheidung vom gleichnamigen Ort im Kanton Schwyz wird häufig die Bezeichnung Pfäffikon ZH verwendet.

Pfäffikon verbindet die Funktionen eines regionalen Verwaltungs-, Bildungs-, Verkehrs- und Wirtschaftszentrums mit einer weitgehend ländlich geprägten Umgebung. Die Gemeinde besitzt bedeutende Natur- und Kulturlandschaften, darunter das Schutzgebiet am Pfäffikersee, prähistorische Feuchtbodensiedlungen und das spätrömische Kastell Irgenhausen.

Ende 2025 lebten 13'025 Einwohnerinnen und Einwohner in der Gemeinde. Das Gemeindegebiet umfasst 19,49 Quadratkilometer. Davon entfallen 42,2 Prozent auf Landwirtschaftsflächen, 22,8 Prozent auf Wald, 13,3 Prozent auf Siedlungen, 11,8 Prozent auf Gewässer, 4,3 Prozent auf Verkehrsflächen und 5,6 Prozent auf unproduktive Flächen.[1]

Die Geschichte der Besiedlung reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Die Fundstellen am Pfäffikersee, das römische Kastell, die 811 erstmals erwähnte frühmittelalterliche Siedlung und die Industriebauten des 19. und 20. Jahrhunderts dokumentieren eine aussergewöhnlich lange Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte.

Name

Pfäffikon wurde im Jahr 811 als Faffinchova erstmals urkundlich erwähnt. Die Urkunde wurde im Vorraum einer Kirche ausgestellt und belegt damit zugleich das Bestehen eines frühen kirchlichen Zentrums.[2]

Der Name wird gewöhnlich als Hof des Pfaffen beziehungsweise als Siedlung bei einem Geistlichen oder kirchlichen Gut gedeutet. Die Endung -ikon entwickelte sich aus älteren alemannischen Ortsnamenformen wie -inghofen.

Historisch kamen unterschiedliche Schreibweisen vor. Die heutige Form Pfäffikon setzte sich in der Neuzeit durch.

Im lokalen Zürichdeutsch wird der Ortsname ungefähr als Pfäffike ausgesprochen.

Der Zusatz ZH gehört nicht zum amtlichen Gemeindenamen. Er wird jedoch im Bahnverkehr, in Postanschriften und im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet, um Verwechslungen mit Pfäffikon SZ zu vermeiden.

Geografie

Lage

Pfäffikon liegt im südöstlichen Teil des Kantons Zürich zwischen dem Pfäffikersee, dem Kempttal und den Hügelzügen des Zürcher Oberlands.

Das Zentrum befindet sich auf rund 540 Metern über Meer. Das Gelände steigt vom Seeufer nach Norden und Osten an und geht in eine von Landwirtschaft, Waldgebieten und Weilern geprägte Hügellandschaft über.

Die Gemeinde grenzt an:

Mit Wetzikon und Seegräben teilt Pfäffikon grosse Teile der See- und Moorlandschaft des Pfäffikersees. Fehraltorf liegt westlich im Kempttal, während Hittnau und Bauma den Übergang zum Tösstal bilden.

Gemeindegebiet

Die Gesamtfläche beträgt 1949 Hektaren.[1]

Flächennutzung Anteil
Landwirtschaft 42,2 %
Wald 22,8 %
Siedlungen 13,3 %
Gewässer 11,8 %
Verkehr 4,3 %
Unproduktive Fläche 5,6 %

Der hohe Gewässeranteil erklärt sich durch den Anteil der Gemeinde am Pfäffikersee.

Die Siedlungsfläche konzentriert sich auf den Hauptort und die grösseren Ortsteile. Zwischen ihnen bestehen weiterhin offene Landwirtschaftsflächen, Wälder und naturnahe Bachläufe.

Ortsteile und Weiler

Neben dem Hauptort Pfäffikon gehören zahlreiche Weiler und Einzelhöfe zur Gemeinde.

Zu den amtlich aufgeführten Siedlungen gehören:

  • Auslikon;
  • Balm;
  • Faichrüti;
  • Hermatswil;
  • Irgenhausen;
  • Oberwil;
  • Ravensbüel;
  • Rick;
  • Ruetschberg;
  • Sulzberg;
  • Wallikon.

Weitere Flur- und Siedlungsnamen bezeichnen kleinere Häusergruppen, Höfe und Quartiere.

Auslikon liegt südöstlich des Hauptorts am Ostufer des Pfäffikersees. Der Ort besitzt eine eigene Postleitzahl und ist durch die See- und Moorlandschaft vom Hauptsiedlungsgebiet getrennt.

Irgenhausen liegt südwestlich des Zentrums nahe dem See. Der Ort ist vor allem wegen des spätrömischen Kastells bekannt.

Hermatswil und Wallikon befinden sich in der ländlichen Hügellandschaft nördlich beziehungsweise nordöstlich des Hauptorts.

Pfäffikersee

Der Pfäffikersee ist das wichtigste Landschaftselement der Gemeinde. Er liegt zwischen Pfäffikon, Seegräben und Wetzikon und besitzt eine Fläche von ungefähr drei Quadratkilometern.

Der See entstand nach der letzten Eiszeit in einem vom Linth-Rhein-Gletscher geformten Becken. Moore, Schilfgürtel, Feuchtwiesen und Flachwasserzonen umgeben grosse Teile des Ufers.

Der See wird von mehreren Bächen gespeist. Sein Abfluss ist die Ustermer Aa, die über den Greifensee und die Glatt zum Rhein fliesst.

Die Pfäffikerseelandschaft gehört zu den wertvollsten See- und Moorgebieten der Schweiz. Sie ist unter anderem:

  • Moorlandschaft von nationaler Bedeutung;
  • Wasser- und Zugvogelreservat;
  • Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung;
  • Teil des europäischen Smaragd-Schutzgebietsnetzes;
  • kantonales Natur- und Landschaftsschutzgebiet.

Die heutige Schutzverordnung stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 1999. Sie regelt Landwirtschaft, Erholungsnutzung, Schifffahrt, Fischerei und den Zugang zu empfindlichen Uferbereichen.[3]

Kempt

Die Kempt entwässert den Pfäffikersee und die umliegenden Gebiete in Richtung Glatt.

Im Raum Pfäffikon wird sie durch kleinere Bäche und Entwässerungsgräben gespeist. Ihr Verlauf ist teilweise von Siedlungen, Verkehrswegen und früheren Gewerbeanlagen geprägt.

Die Wasserkraft der Bäche spielte für Mühlen, Textilbetriebe und andere Gewerbe eine wichtige Rolle.

Dorfbach und Mühlebach

Der Dorfbach durchquert den historischen Siedlungsraum. Über Jahrhunderte diente sein Wasser Haushalten, Landwirtschaft, Gewerbe und Industriebetrieben.

Entlang des Bachs entstanden Mühlen, Werkstätten und später industrielle Anlagen. Wasserrechte, Kanäle und technische Einrichtungen prägen Teile des Ortsbilds bis heute.

Der historische Mühlebach gehört zu den bedeutenden Zeugnissen der Pfäffiker Industriekultur. Seine Erhaltung und zukünftige Nutzung sind Gegenstand kommunaler Planungen und politischer Diskussionen.

Landschaft

Das Gemeindegebiet weist unterschiedliche Landschaftstypen auf:

  • See- und Moorlandschaft;
  • flache Landwirtschaftsgebiete;
  • bewaldete Hügel;
  • Bach- und Tobellandschaften;
  • dicht bebautes regionales Zentrum;
  • Dörfer, Weiler und Einzelhöfe.

Der Übergang zwischen Siedlung, Landwirtschaft und Naturschutzgebiet ist besonders empfindlich. Bevölkerungswachstum, Erholungsnutzung und Verkehr erhöhen den Druck auf unbebaute Flächen.

Klima

Pfäffikon besitzt ein gemässigtes mitteleuropäisches Klima.

Die Höhenlage führt zu etwas tieferen Temperaturen als im unteren Glatt- oder Limmattal. Im Winter treten Frost, Schnee und Nebel auf. Der Pfäffikersee und die umliegenden Feuchtgebiete begünstigen örtlich Nebelbildung.

Die Sommer sind mässig warm. Gewitter können innerhalb kurzer Zeit starke Niederschläge bringen.

Der Klimawandel zeigt sich durch:

  • steigende Durchschnittstemperaturen;
  • häufigere sommerliche Hitzeperioden;
  • längere Trockenphasen;
  • veränderte Niederschlagsverteilung;
  • stärkere Belastung empfindlicher Moorgebiete;
  • zunehmenden Kühlungsbedarf in Siedlungen.

Grünflächen, Bäume, offene Bäche und der See besitzen deshalb eine wachsende Bedeutung für das lokale Klima.

Bevölkerung

Am 31. Dezember 2025 lebten 13'025 Personen in Pfäffikon. Der Ausländeranteil betrug 21 Prozent.[1]

Die Bevölkerung wuchs besonders seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gründe waren die zunehmende Industrialisierung, die gute Verkehrserschliessung und die Entwicklung Pfäffikons zu einer Wohngemeinde innerhalb der erweiterten Agglomeration Zürich.

Jahr Einwohner Entwicklung
1467 rund 385 Spätmittelalterliches Kirch- und Marktdorf
1634 rund 900 Landwirtschaftlich und gewerblich geprägte Gemeinde
1850 rund 2'900 Beginn der industriellen Wachstumsphase
1900 rund 3'900 Ausbau von Industrie und Verkehr
1950 rund 5'200 Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg
1970 rund 7'600 Ausdehnung der Wohnquartiere
2000 rund 9'600 Zunehmende Bedeutung als Wohn- und Regionalzentrum
2025 13'025 Fortgesetztes Bevölkerungswachstum

Die historische Bevölkerung verteilte sich auf mehrere Dörfer und Weiler. Erst durch das Wachstum des Hauptorts entstand eine weitgehend zusammenhängende Siedlung.

Heute leben in Pfäffikon Menschen unterschiedlicher Herkunft. Neben Deutsch werden unter anderem Italienisch, Portugiesisch, Albanisch, Englisch, Spanisch und verschiedene südosteuropäische Sprachen gesprochen.

Sprache und Religion

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird überwiegend Zürichdeutsch gesprochen.

Pfäffikon wurde während der Zürcher Reformation im 16. Jahrhundert evangelisch-reformiert. Die reformierte Kirche blieb über Jahrhunderte die wichtigste religiöse Institution.

Durch Zuwanderung wuchs im 19. und 20. Jahrhundert der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung. Heute bestehen reformierte und katholische Kirchgemeinden sowie weitere christliche und nichtchristliche Gemeinschaften.

Wie in der gesamten Schweiz nimmt der Anteil konfessionsloser Einwohnerinnen und Einwohner zu.

Geschichte

Vorgeschichte

Die Ufer des Pfäffikersees gehören zu den bedeutendsten archäologischen Fundlandschaften des Kantons Zürich.

Menschen siedelten bereits während der Jungsteinzeit an den Ufern und in den damaligen Feuchtgebieten. Die wassergesättigten Böden konservierten Holz, Pflanzenreste, Textilien und andere organische Materialien besonders gut.

Bedeutende Fundstellen im Gemeindegebiet sind:

  • Pfäffikon-Burg;
  • Pfäffikon-Irgenhausen;
  • Pfäffikon-Riet;
  • Pfäffikon-Baselrüti.

Die Siedlung Pfäffikon-Burg bestand in mehreren Phasen während der Jungstein- und Bronzezeit. Archäologische Untersuchungen brachten Hausreste, Geräte, Gefässe, Pflanzenreste und Tierknochen zutage.

Die Bevölkerung betrieb Ackerbau, Viehzucht, Fischerei, Jagd und Textilherstellung. Angebaut wurden unter anderem Gerste, Emmer, Nacktweizen, Lein und Mohn.

Besonders zahlreich sind Steinbeilklingen, Halbfabrikate und Produktionsabfälle. Sie weisen darauf hin, dass die Siedlung ein regionales Zentrum der Steinbeilherstellung gewesen sein könnte.[4]

Der Pfahlbauweg zwischen Pfäffikon und Wetzikon vermittelt an mehreren Stationen die Siedlungs- und Forschungsgeschichte der Seeufer.

Römerzeit

Das wichtigste römische Bauwerk ist das Kastell Irgenhausen.

Die Anlage wurde im späten 3. oder frühen 4. Jahrhundert n. Chr. auf einer Anhöhe über dem Pfäffikersee errichtet. Sie gehörte wahrscheinlich zu einem System militärischer Stützpunkte und Verkehrsverbindungen im Hinterland der spätantiken Rheingrenze.

Das annähernd quadratische Kastell besass:

  • eine massive Umfassungsmauer;
  • vier Ecktürme;
  • weitere Zwischentürme;
  • mehrere Tore;
  • Innengebäude für Truppen, Versorgung und Verwaltung.

Baumaterial aus einer älteren römischen Gutshofanlage wurde teilweise wiederverwendet.

Das Kastell wurde im 19. Jahrhundert archäologisch untersucht und anschliessend restauriert. Seit 1957 befindet es sich im Besitz der Gemeinde Pfäffikon und steht unter Bundesschutz. Im Jahr 2025 wurden Teile der Mauern und Türme erneut restauriert.[5]

Frühmittelalter

Nach dem Ende der römischen Herrschaft entstand eine alemannische Siedlung.

Archäologische Untersuchungen an der Kirche weisen auf einen frühen Kirchenbau hin, der möglicherweise bereits im 7. Jahrhundert bestand.

Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte 811 als Faffinchova. Die Urkunde wurde im Vorraum der damaligen Kirche unterzeichnet.

Die Kirche und die umliegenden Höfe bildeten den Kern der mittelalterlichen Siedlung. Erste Häuser standen insbesondere in den Gebieten Kehr und Im Platz.[2]

Hoch- und Spätmittelalter

Im Mittelalter bestanden unterschiedliche Grundherrschaften und Besitzrechte.

Zu den einflussreichen Herren gehörten:

  • die Grafen von Kyburg;
  • die Habsburger;
  • die Herren von Breitenlandenberg;
  • verschiedene Klöster und geistliche Institutionen;
  • lokale Adels- und Ministerialengeschlechter.

Die Herren von Breitenlandenberg besassen am Seeufer eine Burg. Von dieser Wasserburg sind heute nur geringe beziehungsweise archäologische Spuren bekannt.

Die Grafen von Kyburg und später die Habsburger übten die hohe Gerichtsbarkeit aus. Pfäffikon gehörte zum Herrschaftsbereich der Grafschaft Kyburg.

1424 gelangte ein Teil der Grafschaft pfandweise an die Stadt Zürich. Seit 1452 gehörte sie dauerhaft zum Zürcher Herrschaftsgebiet.

Pfäffikon wurde Teil der Landvogtei Kyburg. Bis 1670 befand sich hier die Landschreiberei des Kyburger Landvogts.[2]

Kirche und Reformation

Die heutige reformierte Kirche geht auf mehrere Vorgängerbauten zurück.

Ein vermutlich frühmittelalterlicher Bau wurde durch eine romanische Martinskirche ersetzt. Zwischen 1484 und 1488 entstand unter Einbezug älterer Bauteile eine spätgotische Kirche.

1525 beziehungsweise 1528 setzte Zürich die Reformation durch. Gottesdienst, kirchliche Verwaltung und Schule wurden neu organisiert.

Der alte romanische Turm erhielt 1890 einen neugotischen Aufbau mit hohem Spitzhelm. Die Kirche ist bis heute eines der wichtigsten Wahrzeichen des Orts.

Markt und Salzhandel

Pfäffikon entwickelte sich zu einem regionalen Marktort.

Der Salzhandel besass besondere Bedeutung. Salz war für die Konservierung von Lebensmitteln, Viehhaltung, Gewerbe und Haushalte unverzichtbar.

Das Marktrecht stärkte Pfäffikons Funktion als wirtschaftlicher Mittelpunkt der umliegenden Dörfer.

Märkte, Gasthäuser, Handwerksbetriebe und Verwaltungsstellen konzentrierten sich rund um Kirche und Hauptstrassen.

Helvetik und Mediationszeit

Die französische Besetzung von 1798 beendete die alten Herrschaftsverhältnisse.

Pfäffikon wurde während der Helvetischen Republik Teil neuer Verwaltungsbezirke. Untertanenverhältnisse, Zehnten und zahlreiche grundherrliche Rechte wurden aufgehoben oder schrittweise abgelöst.

Mit der Mediationsverfassung von 1803 entstanden erneut kantonale Strukturen. Die politische Gemeinde entwickelte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts zur modernen kommunalen Körperschaft.

Bezirkshauptort

Nach der liberalen Kantonsverfassung und der Neuordnung der Zürcher Bezirke wurde Pfäffikon 1831 beziehungsweise 1832 Hauptort des Bezirks Pfäffikon.

Der Ort erhielt regionale Verwaltungs- und Justizfunktionen. Dazu gehören beziehungsweise gehörten:

  • Bezirksrat;
  • Bezirksgericht;
  • Statthalteramt;
  • Notariat;
  • Betreibungs- und Verwaltungsstellen;
  • regionale Schul- und Sozialinstitutionen.

Die Funktion als Bezirkshauptort stärkte die wirtschaftliche und politische Bedeutung der Gemeinde.

Züriputsch von 1839

Pfäffikon spielte beim Züriputsch von 1839 eine wichtige Rolle.

Der Konflikt richtete sich gegen die liberale Zürcher Regierung und insbesondere gegen die Berufung des umstrittenen Theologen David Friedrich Strauss an die Universität Zürich.

Konservative Kreise auf dem Land organisierten Widerstand. Der Pfäffiker Pfarrer Bernhard Hirzel gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der Bewegung.

Am 6. September 1839 marschierten bewaffnete Landbewohner nach Zürich. Bei Zusammenstössen kamen mehrere Menschen ums Leben. Die liberale Regierung trat zurück.

Der Züriputsch zeigte die politischen und religiösen Spannungen zwischen Stadt und Landschaft während der frühen liberalen Epoche.

Industrialisierung

Im 19. Jahrhundert wandelte sich Pfäffikon von einem Landwirtschafts-, Markt- und Gewerbedorf zu einem Industrieort.

Wichtige Voraussetzungen waren:

  • verfügbare Wasserkraft;
  • Heimarbeit in der Textilproduktion;
  • regionale Handelsverbindungen;
  • Ausbau der Strassen;
  • Anschluss an das Eisenbahnnetz;
  • wachsende Arbeitskräftezahl.

Zunächst dominierten Spinnereien, Webereien und andere Textilbetriebe. Später kamen Metall-, Maschinen-, Draht-, Kabel- und elektrotechnische Unternehmen hinzu.

Entlang von Dorfbach und Mühlebach entstanden Fabrikgebäude, Kanäle, Werkstätten und Arbeiterhäuser.

Die Industrie veränderte das Ortsbild und die Sozialstruktur. Bauern, Handwerker, Fabrikarbeiter, Kaufleute und Unternehmer lebten zunehmend in einer eng miteinander verflochtenen Gemeinde.

Eisenbahnanschluss

1876 erhielt Pfäffikon Anschluss an die Eisenbahnstrecke Effretikon–Hinwil.

Die Bahn erleichterte den Transport von Rohstoffen und Fertigwaren und ermöglichte raschere Personenverbindungen nach Winterthur, Zürich und ins übrige Zürcher Oberland.

Rund um den Bahnhof entstanden Industriebetriebe, Lagerhäuser, Wohnbauten und später Dienstleistungsunternehmen.

Huber und Suhner

Zu den bedeutendsten Pfäffiker Industrieunternehmen gehört die heutige Huber+Suhner AG.

Rudolf Huber gründete im 19. Jahrhundert einen Betrieb zur Herstellung von Draht und Drahtwaren. Durch Zusammenschlüsse und technische Weiterentwicklung entstand ein international tätiges Unternehmen für elektrische und optische Verbindungstechnik.

Das Unternehmen prägte Arbeitsmarkt, Siedlungsentwicklung und Industriekultur der Gemeinde über Generationen.

Historische Fabrikgebäude, Kanäle und technische Einrichtungen erinnern an die Entwicklung vom wasserbetriebenen Gewerbe zur modernen Industrie.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Pfäffikon ein bedeutendes Industriedorf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden neue Wohnquartiere, Schulhäuser, Strassen, Sportanlagen und öffentliche Einrichtungen.

Die Landwirtschaft verlor als Arbeitgeberin an Bedeutung, blieb aber für Landschaft und Flächennutzung wichtig.

Seit den 1970er-Jahren führten wirtschaftliche Konzentration, technische Veränderungen und der Ausbau des Dienstleistungssektors zu einer Umstrukturierung des Arbeitsmarkts.

Die bessere Anbindung an Zürich machte Pfäffikon zunehmend als Wohnort für Pendlerinnen und Pendler attraktiv.

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Pfäffikon überschritt im 21. Jahrhundert die Grenze von 10'000 Einwohnerinnen und Einwohnern und besitzt damit hinsichtlich seiner Bevölkerungszahl städtische Dimensionen.

Politisch und institutionell blieb Pfäffikon jedoch eine Gemeinde mit Gemeindeversammlung.

Die wichtigsten Aufgaben der jüngeren Stadt- und Gemeindeentwicklung sind:

  • Verdichtung innerhalb des Siedlungsgebiets;
  • Schutz der See- und Moorlandschaft;
  • Ausbau von Schulen und Betreuung;
  • Gestaltung des Bahnhofgebiets;
  • Förderung des Fuss- und Veloverkehrs;
  • Sicherung historischer Industrieanlagen;
  • Anpassung an den Klimawandel;
  • Erhaltung eines lebendigen Ortszentrums.

Politik

Gemeindeversammlung

Pfäffikon besitzt kein Gemeindeparlament. Die Legislative ist die Gemeindeversammlung.

Stimmberechtigte Einwohnerinnen und Einwohner entscheiden dort unter anderem über:

  • Budget und Steuerfuss;
  • Jahresrechnung;
  • kommunale Reglemente;
  • grössere Investitionen;
  • Bau- und Planungsvorlagen;
  • Grundstücksgeschäfte;
  • kommunale Initiativen.

Bestimmte Geschäfte unterliegen der Urnenabstimmung.

Die Einführung eines Gemeindeparlaments wurde angesichts des Bevölkerungswachstums wiederholt diskutiert. Die Gemeinde hält jedoch weiterhin am System der Gemeindeversammlung fest.

Gemeinderat

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er besteht aus sieben Mitgliedern und führt die Gemeindeverwaltung.

Für die Amtsdauer 2026 bis 2030 gehören dem Gemeinderat an:

Mitglied Funktion beziehungsweise Ressort Partei
Marco Hirzel Gemeindepräsident, Präsidiales parteilos
Stefan Gubler Finanzen und Liegenschaften FDP
Rajka Frei Sicherheit und Einwohnerdienste SVP
Nicole Keller-Hochuli Schule FDP
Marc Grosspietsch Gesellschaft SP
Alex Kündig Gemeindewerke EVP
Lukas Weiss Bau und Umwelt Grüne

Der Gemeindepräsident ist Marco Hirzel.[6]

Bezirkshauptort

Pfäffikon ist Sitz verschiedener Bezirksbehörden.

Der Bezirk umfasst Gemeinden im Zürcher Oberland und im Übergangsgebiet zwischen Glatt-, Kempt- und Tösstal.

Als Bezirkshauptort erfüllt Pfäffikon Funktionen in den Bereichen:

  • Justiz;
  • Verwaltung;
  • Sicherheit;
  • Bildung;
  • Gesundheit;
  • soziale Dienste.

Wirtschaft

Pfäffikon besitzt eine gemischte Wirtschaftsstruktur aus Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen und Landwirtschaft.

Industrie

Die industrielle Entwicklung begann vor allem mit der Textilproduktion.

Heute gehören unter anderem folgende Bereiche zum Wirtschaftsstandort:

  • Elektrotechnik;
  • Verbindungstechnik;
  • Maschinen- und Metallbau;
  • Kunststoffverarbeitung;
  • Bauwirtschaft;
  • Lebensmittelverarbeitung;
  • Logistik;
  • technische Dienstleistungen.

Huber+Suhner ist das bekannteste international tätige Unternehmen mit historischen Wurzeln in Pfäffikon.

Mehrere ehemalige Fabrikareale wurden umgebaut oder mit neuen Nutzungen ergänzt. Dabei stellt sich die Frage, wie historische Industriebauten erhalten und gleichzeitig wirtschaftlich genutzt werden können.

Gewerbe und Dienstleistungen

Pfäffikon dient als regionales Einkaufs- und Dienstleistungszentrum.

Im Zentrum und im Bahnhofgebiet befinden sich:

  • Detailhandelsgeschäfte;
  • Banken;
  • Versicherungen;
  • Arztpraxen;
  • Restaurants;
  • Handwerksbetriebe;
  • Beratungsunternehmen;
  • öffentliche Verwaltungen.

Kleine und mittlere Unternehmen bilden einen bedeutenden Teil der lokalen Wirtschaft.

Landwirtschaft

Mehr als zwei Fünftel des Gemeindegebiets werden landwirtschaftlich genutzt.

Wichtige Betriebszweige sind:

  • Milchwirtschaft;
  • Viehzucht;
  • Futterbau;
  • Ackerbau;
  • Obstbau;
  • Direktvermarktung.

Landwirtschaftsbetriebe pflegen auch Naturschutzflächen rund um den Pfäffikersee. Die traditionelle Streuenutzung verhindert die Verbuschung der Moore und trägt zur Erhaltung seltener Arten bei.

Pendlergemeinde

Ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung arbeitet ausserhalb der Gemeinde, insbesondere in:

  • Zürich;
  • Uster;
  • Wetzikon;
  • Winterthur;
  • Volketswil;
  • weiteren Gemeinden des Zürcher Oberlands.

Gleichzeitig pendeln Beschäftigte aus der Region zu Pfäffiker Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Pfäffikon ZH liegt an der Bahnstrecke Effretikon–Hinwil.

Züge der Zürcher S-Bahn verbinden Pfäffikon regelmässig mit:

  • Wetzikon;
  • Effretikon;
  • Zürich;
  • weiteren regionalen und überregionalen Bahnhöfen.

In Wetzikon und Effretikon bestehen Anschlüsse an weitere S-Bahn- und Regionalverkehrslinien.

Der Bahnhof ist der wichtigste Knoten des öffentlichen Verkehrs in der Gemeinde.

Busverkehr

Buslinien verbinden Pfäffikon mit:

  • Hittnau;
  • Bauma und dem Tösstal;
  • Fehraltorf;
  • Russikon;
  • Wildberg;
  • Wetzikon;
  • Auslikon;
  • weiteren Weilern und Nachbargemeinden.

Der Bushof beim Bahnhof soll langfristig an steigende Fahrgastzahlen und heutige Anforderungen an Zugänglichkeit und Verkehrssicherheit angepasst werden.

Strassenverkehr

Pfäffikon liegt an regionalen Hauptstrassen zwischen Wetzikon, Effretikon, Uster, Bauma und dem Tösstal.

Die Nähe zur Autobahn A15 verbessert die Verbindung nach Zürich, Rapperswil-Jona und zur Autobahn A1.

Durchgangs-, Einkaufs- und Pendlerverkehr belasten insbesondere das Zentrum und die Zufahrtsstrassen.

Fuss- und Veloverkehr

Der Rundweg um den Pfäffikersee gehört zu den bekanntesten Spazier- und Wanderwegen des Zürcher Oberlands.

Weitere Wege verbinden den Hauptort mit:

  • Irgenhausen;
  • Auslikon;
  • Hittnau;
  • Fehraltorf;
  • Wetzikon;
  • den umliegenden Weilern und Wäldern.

Der Pfahlbauweg zwischen Pfäffikon und Wetzikon vermittelt archäologische Informationen an zehn Stationen.

Die empfindlichen Naturschutzflächen dürfen nur auf freigegebenen Wegen betreten werden.

Bildung

Pfäffikon besitzt Kindergärten, Primarschulen und eine Sekundarschule.

Zu den Schul- und Sportanlagen gehören unter anderem:

  • Schulhaus Steinacker;
  • Schulzentrum Mettlen;
  • Oberstufenschulzentrum Pfaffberg;
  • verschiedene Kindergärten;
  • Sporthallen und Aussenanlagen.

Die wachsende Bevölkerung führt zu einem steigenden Bedarf an Schulräumen, Tagesstrukturen und familienergänzender Betreuung.

Pfäffikon ist zudem ein regionaler Bildungsstandort. Jugendliche besuchen weiterführende Schulen und Berufsbildungsangebote in Wetzikon, Uster, Winterthur und Zürich.

Die Gemeindebibliothek bietet Medien, Veranstaltungen und Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene.

Kultur

Museum am Pfäffikersee

Das Museum am Pfäffikersee dokumentiert die Natur- und Kulturgeschichte der Region.

Die Sammlung umfasst unter anderem:

  • prähistorische Funde;
  • Gegenstände aus dem Kastell Irgenhausen;
  • Dokumente zur Ortsgeschichte;
  • landwirtschaftliche Geräte;
  • Objekte aus Handwerk und Industrie;
  • historische Fotografien.

Das Museum wird von der Antiquarischen Gesellschaft Pfäffikon betreut.

Antiquarische Gesellschaft und Chronikstube

Die Antiquarische Gesellschaft Pfäffikon erforscht und vermittelt die Geschichte der Gemeinde.

Die Chronikstube bewahrt:

  • Ortschroniken;
  • Karten und Pläne;
  • Fotografien und Dias;
  • Zeitungen;
  • Handschriften;
  • Vereins- und Zivilgemeindeakten;
  • Nachlässe;
  • heimatkundliche Literatur.

Regelmässige Jahresschriften behandeln einzelne Themen der Pfäffiker Geschichte.

Chesselhuus

Das Chesselhuus ist ein Kultur- und Veranstaltungszentrum.

Es dient für:

  • Konzerte;
  • Theater;
  • Versammlungen;
  • Ausstellungen;
  • Vereinsanlässe;
  • private Feiern.

Der Name nimmt Bezug auf die industrielle Vergangenheit des Gebäudes beziehungsweise des Areals.

Kulturpfad

Ein Kulturpfad verbindet historische Gebäude, Industrieanlagen, archäologische Fundstellen und weitere Sehenswürdigkeiten.

Informationstafeln erklären die Entwicklung von Siedlung, Verkehr, Gewerbe und Landschaft.

Sehenswürdigkeiten

Kastell Irgenhausen

Das Kastell Irgenhausen ist das bedeutendste sichtbare archäologische Denkmal der Gemeinde.

Die Ruine liegt auf einer Anhöhe über dem Pfäffikersee und ist frei zugänglich. Die erhaltenen Mauern vermitteln einen Eindruck von der Grösse und Bauweise der spätrömischen Anlage.

Das Kastell gehört zu den am besten erhaltenen römischen Befestigungsanlagen der Ostschweiz.

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht im historischen Zentrum.

Der spätgotische Hauptbau entstand zwischen 1484 und 1488. Ältere Kirchenbauten reichen vermutlich bis ins Frühmittelalter zurück.

Der neugotische Turmhelm von 1890 prägt die Silhouette des Orts.

Pfahlbausiedlung Pfäffikon-Burg

Die Fundstelle Pfäffikon-Burg liegt im Ufer- und Moorbereich des Sees.

Die archäologischen Reste sind im Gelände kaum sichtbar, da sie grösstenteils im feuchten Boden liegen. Ihre gute Erhaltung ermöglicht detaillierte Erkenntnisse über Hausbau, Ernährung, Landwirtschaft und Handwerk während der Jungsteinzeit.

Der Pfahlbauweg und das Museum am Pfäffikersee machen die Fundgeschichte öffentlich zugänglich.

Seequai

Der Seequai bildet einen wichtigen Erholungsraum am Nordufer des Pfäffikersees.

Er bietet:

  • Aussicht über den See;
  • Spazierwege;
  • Aufenthaltsflächen;
  • Zugang zum Strandbad;
  • Verbindungen zum Rundweg;
  • Ausgangspunkte für Naturbeobachtungen.

Die Gestaltung muss Erholung, Landschaftsschutz und den Schutz empfindlicher Uferlebensräume miteinander verbinden.

Industrieanlagen am Mühlebach

Historische Fabriken, Kanäle, Kraftübertragungsanlagen und Arbeiterhäuser dokumentieren die Pfäffiker Industrialisierung.

Sie zeigen den Übergang von wasserbetriebenen Mühlen und Textilbetrieben zu moderner Draht-, Kabel- und Elektrotechnik.

Historisches Zentrum

Rund um Kirche, Im Platz und die alten Hauptstrassen befinden sich historische Wohn-, Gewerbe- und Gasthäuser.

Die Bebauung zeigt unterschiedliche Entwicklungsstufen vom ländlichen Kirchdorf über den Marktort bis zum Industrie- und Regionalzentrum.

Natur und Umwelt

Moorlandschaft

Die Moore rund um den Pfäffikersee gehören zu den grössten und wertvollsten Moorgebieten des Kantons Zürich.

Zu den Lebensräumen gehören:

  • Flachmoore;
  • Hochmoorbereiche;
  • Schilfröhrichte;
  • Feuchtwiesen;
  • Riedflächen;
  • Bruchwälder;
  • Flachwasserzonen;
  • offene Wasserflächen.

Seltene Pflanzenarten sind an nährstoffarme, feuchte oder zeitweise überschwemmte Standorte angepasst.

Tierwelt

Das Seegebiet bietet Lebensraum für zahlreiche Vogelarten.

Zu beobachten sind unter anderem:

  • Haubentaucher;
  • Wasserralle;
  • Zwergdommel;
  • verschiedene Entenarten;
  • Reiher;
  • Rohrammer;
  • Eisvogel;
  • Zugvögel während der Frühjahrs- und Herbstwanderung.

In den Mooren leben Amphibien, Libellen, Schmetterlinge und weitere spezialisierte Tierarten.

Biber gestalten Ufer und Bachläufe durch das Fällen von Bäumen und den Bau von Dämmen.

Torfriet

Das Torfriet ist eines der grössten Moorgebiete des Kantons Zürich.

Frühere Torfnutzung, Entwässerung und Nährstoffeinträge beeinträchtigten den natürlichen Wasserhaushalt. Renaturierungsprojekte sollen das Moor wieder stärker vernässen und seine charakteristischen Lebensräume erhalten.[7]

Erholungsdruck

Der Pfäffikersee ist ein stark besuchtes Naherholungsgebiet.

Beliebt sind:

  • Wandern;
  • Velofahren;
  • Baden;
  • Rudern und Paddeln;
  • Segeln;
  • Fischerei;
  • Naturbeobachtung;
  • Picknick.

Schutzzonen, saisonale Sperrungen und Wegegebote sollen Störungen vermindern.

Rangerinnen und Ranger informieren Besuchende und kontrollieren die Einhaltung der Schutzbestimmungen.

Invasive Arten

Gebietsfremde Pflanzen und Tiere können einheimische Arten verdrängen und die empfindlichen Ökosysteme verändern.

Der Kanton bekämpft am Pfäffikersee unter anderem invasive Wasserpflanzen und Neophyten.

Boote und Wassersportgeräte sollen gereinigt werden, damit keine Organismen aus anderen Gewässern eingeschleppt werden.

Freizeit und Sport

Pfäffikon besitzt ein vielfältiges Freizeit- und Sportangebot.

Zu den Einrichtungen gehören:

  • Strandbad Baumen;
  • Sportanlage Barzloo;
  • Sporthalle Mettlen;
  • Lehrschwimmbecken Steinacker;
  • Vitaparcours;
  • Bikepark am Pfaffberg;
  • Fussball- und Leichtathletikanlagen;
  • Wander- und Velowege.

Zahlreiche Vereine sind in Sport, Kultur, Musik, Natur, Sozialem und Brauchtum tätig.

Der Pfäffikersee wird zum Baden, Segeln, Rudern und Paddeln genutzt. In den Naturschutz- und Seeschutzzonen gelten Einschränkungen.

Persönlichkeiten

Mit Pfäffikon verbunden sind unter anderem:

  • Rudolf Huber (1839–1925), Unternehmer und Begründer eines bedeutenden Draht- und Kabelbetriebs;
  • Jakob Emil Brandenberger (1872–1954), Chemiker und Erfinder des Cellophans;
  • Bernhard Hirzel, reformierter Pfarrer und eine führende Persönlichkeit des Züriputsches;
  • Albert Kündig (1838–1908), Politiker und Nationalrat;
  • Emil Hardmeier (1870–1935), Lehrer und Politiker;
  • Johann Caspar Bosshardt (1823–1887), Kunstmaler;
  • Sophie Guyer-Zimmermann, Stifterin und Förderin sozialer Einrichtungen;
  • Rita Fuhrer, Politikerin und ehemalige Zürcher Regierungsrätin.

Bedeutung

Pfäffikon besitzt Bedeutung als:

  • Hauptort des Bezirks Pfäffikon;
  • regionales Verwaltungs- und Justizzentrum;
  • Wohn- und Arbeitsort im Zürcher Oberland;
  • historischer Markt- und Industrieort;
  • Verkehrsknoten an der S-Bahn-Achse Effretikon–Wetzikon;
  • Standort bedeutender archäologischer Denkmäler;
  • Zugangsort zum Natur- und Erholungsraum Pfäffikersee.

Die Gemeinde verbindet städtische Funktionen mit ländlichen Ortsteilen und einer aussergewöhnlich wertvollen Natur- und Kulturlandschaft.

Zeittafel

Jahr oder Zeitraum Ereignis
Ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. Entstehung jungsteinzeitlicher Feuchtbodensiedlungen am Pfäffikersee
Bronzezeit Weitere Ufersiedlungen und Nutzung der Seeuferlandschaft
3./4. Jahrhundert n. Chr. Bau des spätrömischen Kastells Irgenhausen
Vermutlich 7. Jahrhundert Früher Kirchenbau im Gebiet des heutigen Ortszentrums
811 Erste urkundliche Erwähnung als «Faffinchova»
Hochmittelalter Einfluss der Kyburger, Habsburger und Herren von Breitenlandenberg
1424 Teile der Grafschaft Kyburg gelangen pfandweise an Zürich
1452 Pfäffikon wird dauerhaft Teil des Zürcher Herrschaftsgebiets
1484–1488 Bau der spätgotischen Kirche
16. Jahrhundert Einführung der Reformation
Bis 1670 Sitz der Landschreiberei des Kyburger Landvogts
1798 Ende der alten Herrschaftsordnung während der Helvetischen Revolution
1831/1832 Pfäffikon wird Hauptort des neu geordneten Bezirks Pfäffikon
6. September 1839 Bedeutende Rolle Pfäffikons beim Züriputsch
19. Jahrhundert Ausbau von Textilindustrie, Gewerbe und Wasserkräften
1876 Anschluss an die Eisenbahnstrecke Effretikon–Hinwil
1890 Die reformierte Kirche erhält ihren neugotischen Turmaufbau
Beginn des 20. Jahrhunderts Wandel vom Markt- und Bauerndorf zum Industrieort
1957 Das Kastell Irgenhausen geht in den Besitz der Gemeinde über
Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts Starkes Wachstum der Wohnquartiere und des Dienstleistungssektors
1999 Erlass einer neuen Schutzverordnung für die Pfäffikerseelandschaft
21. Jahrhundert Pfäffikon überschreitet die Grenze von 10'000 Einwohnerinnen und Einwohnern
2025 Restaurierungsarbeiten am Kastell Irgenhausen
31. Dezember 2025 Die Einwohnerzahl erreicht 13'025

Siehe auch

Literatur

  • Beat Frei: Pfäffikon – Neues von gestern. Pfäffikon 2005.
  • Gemeinde Pfäffikon: Heimatbuch der Gemeinde Pfäffikon im Kanton Zürich. Zwei Bände, Pfäffikon 1962 und 1983.
  • Antiquarische Gesellschaft Pfäffikon: Jahresschriften der Gemeinde Pfäffikon. Pfäffikon.
  • Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band III: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1978.
  • Bernhard A. Gubler: Pfäffikon ZH. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Ernst Ott und John Spillmann: Der Pfäffikersee. Pfäffikon.
  • Hansruedi Wildermuth: Der Pfäffikersee. Ein natur- und heimatkundlicher Führer. Pfäffikon 1977.
  • Kantonsarchäologie Zürich: Die prähistorischen Feuchtbodensiedlungen am Pfäffikersee. Zürich.
  • Antiquarische Gesellschaft Pfäffikon: Pfäffikon verbunden – vernetzt. Entwicklung von Verkehr und Kommunikation. Pfäffikon 2020.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Gemeinde Pfäffikon: Zahlen und Fakten, abgerufen am 23. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Gemeinde Pfäffikon: Geschichte, abgerufen am 23. Juli 2026.
  3. Kanton Zürich: Naturschutzgebiet Pfäffikersee, abgerufen am 23. Juli 2026.
  4. Kanton Zürich: Die Ufer des Pfäffikersees – eine archäologische Schatzkammer, abgerufen am 23. Juli 2026.
  5. Kanton Zürich, Archäologie und Denkmalpflege: Das Kastell Irgenhausen, abgerufen am 23. Juli 2026.
  6. Gemeinde Pfäffikon: Gemeinderat, abgerufen am 23. Juli 2026.
  7. Kanton Zürich: Torfriet, abgerufen am 23. Juli 2026.