S23 (S-Bahn Zürich)

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
S23
System S-Bahn Zürich
Strecke Zürich HBWinterthur (–Romanshorn)
Verkehrsunternehmen SBB
Verkehrsverbünde ZVV, OSTWIND
Betriebsart Hauptverkehrszeit-Linie
Haltestellen 8 bei durchgehenden Zügen
Kantone Zürich, Thurgau
Einführung der Linienbezeichnung 13. Dezember 2015

Die S23 ist eine Linie der S-Bahn Zürich. Sie verbindet während der Hauptverkehrszeiten den Zürcher Hauptbahnhof über den Bahnhof Zürich Stadelhofen mit Winterthur. Ein Teil der Züge wird über Frauenfeld, Weinfelden, Sulgen und Amriswil bis Romanshorn am Bodensee geführt.[1]

Die Linie wird von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) betrieben und unterscheidet sich von den meisten Hauptlinien der Zürcher S-Bahn durch ihre Funktion als gezielte Verstärkung in den morgendlichen und abendlichen Pendlerzeiten. Zwischen Zürich und Winterthur hält sie nur in Zürich Stadelhofen und bietet dadurch eine schnelle zusätzliche Verbindung zwischen den beiden grössten Städten des Kantons Zürich.[1]

Linienverlauf

Im Fahrplanjahr 2026 bedient die S23 bei den bis Romanshorn durchgehenden Zügen folgende Bahnhöfe:[2]

Bahnhof Kanton Bemerkung
Zürich HB Zürich Endpunkt aller Züge
Zürich Stadelhofen Zürich einziger Zwischenhalt zwischen Zürich HB und Winterthur
Winterthur Zürich Endpunkt eines Teils der Züge
Frauenfeld Thurgau nur bei den nach Romanshorn durchgehenden Zügen
Weinfelden Thurgau nur bei den nach Romanshorn durchgehenden Zügen
Sulgen Thurgau nur bei den nach Romanshorn durchgehenden Zügen
Amriswil Thurgau nur bei den nach Romanshorn durchgehenden Zügen
Romanshorn Thurgau Endpunkt der verlängerten Kurse

Die S23 ist damit eine beschleunigte Verbindung. Zahlreiche Bahnhöfe entlang der befahrenen Strecken werden ohne Halt passiert. Besonders deutlich ist dies auf dem Abschnitt zwischen Zürich Stadelhofen und Winterthur sowie zwischen Winterthur und Frauenfeld.

Zürich–Winterthur

Vom Zürcher Hauptbahnhof führt die S23 zunächst durch den Hirschengrabentunnel zum Bahnhof Zürich Stadelhofen. Anders als die über Zürich Oerlikon verkehrenden Hauptachsen nach Winterthur nimmt die S23 anschliessend die östliche Route durch den Zürichbergtunnel.

Nach dem Zürichbergtunnel führt die Strecke in Richtung des Bahnhofs Stettbach, ohne dass die S23 dort hält. Danach wird die Verbindung Richtung Dietlikon und Effretikon erreicht. Auch diese Bahnhöfe werden von der S23 ohne Halt passiert.

Erst in Winterthur hält der Zug wieder. Dadurch dient die S23 auf diesem Abschnitt in erster Linie der schnellen Beförderung von Pendlerinnen und Pendlern zwischen Zürich und Winterthur und entlastet gleichzeitig die anderen stark frequentierten S-Bahn-Verbindungen.

Der Laufweg über Stadelhofen unterscheidet die S23 insbesondere von mehreren anderen schnellen Verbindungen zwischen Zürich und Winterthur, die über Oerlikon oder den Flughafen Zürich verkehren.

Winterthur–Romanshorn

Ein Teil der S23-Züge endet in Winterthur. Einzelne Kurse verkehren jedoch weiter in den Kanton Thurgau bis Romanshorn.[1]

Von Winterthur fahren die durchgehenden Züge zunächst nach Frauenfeld. Zwischen Winterthur und Frauenfeld werden keine weiteren Halte bedient. Von Frauenfeld führt die Linie weiter nach Weinfelden, einem der wichtigsten Eisenbahnknoten des Kantons Thurgau.

Zwischen Weinfelden und Romanshorn hält die S23 in Sulgen und Amriswil. In Romanshorn besteht Anschluss an weitere Regional- und Fernverkehrsverbindungen rund um den Bodensee sowie an die Schifffahrt auf dem Bodensee.

Durch diese Verlängerung besitzt die S23 eine über den eigentlichen Kernraum der Zürcher S-Bahn hinausgehende Bedeutung. Sie stellt in den Hauptverkehrszeiten eine direkte Verbindung zwischen mehreren wichtigen Zentren des Kantons Thurgau und der Zürcher Innenstadt her.

Betrieb

Die S23 ist keine ganztägig verkehrende S-Bahn-Linie. Sie wird in erster Linie von Montag bis Freitag während der Hauptverkehrszeiten angeboten.[1]

Im Fahrplanjahr 2026 verkehren morgens mehrere Züge von Winterthur nach Zürich HB. Zwei dieser Verbindungen beginnen bereits in Romanshorn. Weitere Züge setzen erst in Winterthur ein. Am Abend verkehren mehrere S23-Züge in der Gegenrichtung von Zürich HB nach Winterthur; ein Teil davon fährt weiter bis Romanshorn.[1]

Damit konzentriert sich das Angebot auf die ausgeprägten Pendlerströme:

  • am Morgen in Richtung Zürich;
  • am Abend in Richtung Winterthur und Thurgau.

Die konkrete Zahl und zeitliche Lage der Züge kann sich mit einem Fahrplanwechsel verändern.

Fahrplan 2026

Der offizielle Jahresfahrplan 2026 weist am Morgen fünf S23-Verbindungen von Winterthur nach Zürich HB aus. Zwei davon beginnen bereits in Romanshorn.[1]

Die beiden durchgehenden morgendlichen Züge verlassen Romanshorn um 05:32 beziehungsweise 06:32 Uhr und erreichen Zürich HB um 06:39 beziehungsweise 07:39 Uhr. Zusätzlich beginnen weitere S23-Kurse in Winterthur.[1]

Am Nachmittag und Abend verkehren vier S23-Züge ab Zürich HB. Zwei davon fahren bis Romanshorn, während die übrigen in Winterthur enden. Die durchgehenden Verbindungen verlassen Zürich HB gemäss Jahresfahrplan um 16:20 und 17:20 Uhr und erreichen Romanshorn um 17:29 beziehungsweise 18:29 Uhr.[1]

Die Fahrzeit der durchgehenden Züge zwischen Zürich HB und Romanshorn beträgt damit rund 70 Minuten.

Geschichte

Zusatzzüge vor Einführung der S23

Zusätzliche Züge zwischen Zürich und Winterthur gab es bereits vor Einführung der Liniennummer S23. Sie dienten insbesondere in den Hauptverkehrszeiten zur Entlastung der stark beanspruchten regulären Verbindungen zwischen den beiden Städten.

Auch aus dem Thurgau bestanden bereits zusätzliche Pendlerzüge nach Zürich. Sie wurden jedoch zunächst nicht unter der heutigen Linienbezeichnung S23 geführt.

Im Rahmen der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn wurde das Netz grundlegend weiterentwickelt. Die zweite Etappe dieses Ausbauprogramms führte zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 zu zahlreichen Änderungen im S-Bahn-Netz.

Einführung der Bezeichnung S23

Mit der Fahrplanperiode ab dem 13. Dezember 2015 erhielten die bestehenden Zusatzzüge zwischen Winterthur und Zürich erstmals eine eigene S-Bahn-Liniennummer: S23.[3]

Die Einführung erfolgte gleichzeitig mit weiteren bedeutenden Änderungen im Zürcher S-Bahn-Netz. Dazu gehörten unter anderem die neue S19, die neue S21 sowie die Verlängerung der S24 über den Flughafen nach Winterthur und teilweise weiter nach Schaffhausen.[3]

Die neue Nummerierung machte aus den bisher im Fahrplan als zusätzliche Züge erscheinenden Verbindungen eine klar erkennbare Linie des S-Bahn-Netzes.

Verbindung in den Thurgau

Die S23 entwickelte sich zu einer interkantonalen Verbindung. Bereits in Unterlagen des Regierungsrates des Kantons Zürich zum Fahrplanwechsel 2018 wurde sie als S-Bahn-Linie im Korridor Winterthur–Romanshorn bezeichnet, die nur während der Hauptverkehrszeiten verkehrt.[4]

Da die Linie die Kantonsgrenze überschreitet, wird das Angebot auf dem ausserkantonalen Abschnitt nicht allein durch den ZVV bestimmt. Interkantonale Regionalverkehrsangebote werden gemeinsam durch Bund, beteiligte Kantone und die jeweiligen Besteller des öffentlichen Verkehrs finanziert und abgestimmt.[4]

Für die S23 bedeutet dies insbesondere eine Zusammenarbeit zwischen den Bestellern in den Kantonen Zürich und Thurgau.

Bedeutung als Entlastungslinie

Die Hauptaufgabe der S23 besteht darin, das Bahnangebot zwischen Winterthur und Zürich während der Spitzenzeiten zu verstärken.

Der Korridor Zürich–Winterthur gehört zu den am stärksten belasteten Eisenbahnverbindungen der Schweiz. Neben mehreren S-Bahn-Linien verkehren dort zahlreiche Fernverkehrszüge in Richtung Winterthur, Ostschweiz, Schaffhausen und Bodensee.

Die Besonderheit der S23 besteht darin, dass sie nicht den direkten Laufweg über Oerlikon verwendet, sondern von Zürich HB über Stadelhofen und den Zürichbergtunnel Richtung Winterthur fährt. Sie nutzt damit einen anderen Zugang zum Zürcher Hauptbahnhof als ein grosser Teil des übrigen Verkehrs aus Richtung Winterthur.

Dadurch trägt die Linie nicht nur zusätzliche Sitzplatzkapazitäten bei, sondern verteilt einen Teil des Verkehrs auf unterschiedliche Bahnstrecken im Zürcher Knoten.

Verhältnis zu anderen S-Bahn-Linien

Zwischen Zürich und Winterthur besteht ein besonders dichtes S-Bahn-Angebot. Zu den Linien mit Verbindungen zwischen den beiden Städten gehören unter anderem die S7, S8, S11, S12, S23 und S24.

Die Linien übernehmen dabei unterschiedliche Funktionen und benutzen teilweise unterschiedliche Laufwege.

Die S23 zeichnet sich durch wenige Zwischenhalte und den ausschliesslichen Betrieb zu den Hauptverkehrszeiten aus. Sie ist daher weniger eine klassische Erschliessungslinie als eine gezielte Verstärkungs- und Schnellverbindung.

Zwischen Winterthur und dem Thurgau ergänzt die S23 ebenfalls andere Angebote. Insbesondere Frauenfeld und Weinfelden werden durch zahlreiche Regional- und Fernverkehrszüge bedient. Die S23 bietet während der Pendlerzeiten zusätzlich eine umsteigefreie Fahrt über Zürich Stadelhofen direkt zum Zürcher Hauptbahnhof.

Corona-Pandemie 2020

Während der COVID-19-Pandemie wurde das Angebot des Zürcher Verkehrsverbunds im Frühjahr 2020 vorübergehend stark reduziert.

Ab dem 23. März 2020 fielen die meisten ausschliesslich in den Hauptverkehrszeiten angebotenen Züge aus. Davon waren insbesondere die S20, S21 und S23 betroffen.[5]

Mit der schrittweisen Normalisierung des öffentlichen Verkehrs wurde auch die S23 wieder eingeführt. Ab dem 11. Mai 2020 verkehrten die Hauptverkehrszeit-Linien teilweise wieder; ab dem 8. Juni wurde das reguläre Angebot wieder vollständig gefahren.[6]

Tarif

Auf dem Abschnitt im Kanton Zürich gilt der Tarif des Zürcher Verkehrsverbunds. Für Fahrten über die Verbundgrenze in den Kanton Thurgau gelten verbundübergreifende beziehungsweise nationale Fahrausweise.

Die Bahnhöfe Frauenfeld, Weinfelden, Sulgen, Amriswil und Romanshorn liegen im Gebiet des Tarifverbunds OSTWIND.

Für durchgehende Reisen zwischen dem ZVV- und dem OSTWIND-Gebiet werden die benötigten Fahrausweise über den schweizerischen Direkten Verkehr beziehungsweise die entsprechenden verbundübergreifenden Angebote ausgegeben.

Charakter der Linie

Die S23 nimmt innerhalb der Zürcher S-Bahn eine besondere Stellung ein. Während ein grosser Teil der Linien während des ganzen Tages in einem festen Grundtakt verkehrt, ist sie konsequent auf die Verkehrsspitzen ausgerichtet.

Charakteristisch sind:

  • die wenigen Halte zwischen Zürich und Winterthur;
  • der Laufweg über Zürich Stadelhofen;
  • der Betrieb hauptsächlich während der Hauptverkehrszeiten;
  • die teilweise Verlängerung über die Kantonsgrenze bis Romanshorn;
  • ihre Funktion als Entlastungszug auf stark belasteten Pendlerachsen.

Die Linie verbindet damit Merkmale einer S-Bahn mit jenen einer beschleunigten Regionalverbindung.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Fahrplanjahr 2026, 800.23 Zürcher S-Bahn S23 Zürich HB–Winterthur–Romanshorn, öv-info.ch, Stand 9. September 2025, abgerufen am 10. August 2026.
  2. Zürcher Verkehrsverbund: S23 Zürich HB–Winterthur–Romanshorn, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 10. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Kanton Zürich: Beschluss des Kantonsrates über den Rahmenkredit des Zürcher Verkehrsverbundes für die Fahrplanperiode 2016/2017, 1. Juli 2015, S. 4, abgerufen am 10. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Regierungsrat des Kantons Zürich: Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates, KR-Nr. 247/2018, Beschluss vom 31. Oktober 2018, abgerufen am 10. August 2026.
  5. Kanton Zürich: Coronavirus: Angebotsreduktion im ZVV-Gebiet, 19. März 2020, abgerufen am 10. August 2026.
  6. Kanton Zürich: Coronavirus und die Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr, 7. Mai 2020, abgerufen am 10. August 2026.
Linien der S-Bahn Zürich
S-Bahn-Linien S2 · S3 · S4 · S5 · S6 · S7 · S8 · S9 · S10 · S11 · S12 · S13 · S14 · S15 · S16 · S17 · S18 · S19 · S20 · S21 · S23 · S24 · S25 · S26 · S29 · S30 · S33 · S35 · S36 · S40 · S41 · S42
Siehe auch S-Bahn Zürich · Liste der Linien der S-Bahn Zürich · ZVV