Bahnhof Illnau
| Bahnhof Illnau | |
|---|---|
| Name | Illnau |
| Betriebsstellenart | Durchgangs- und Kreuzungsbahnhof |
| Eröffnung | 17. August 1876 |
| Stadt | Illnau-Effretikon |
| Ortsteil | Illnau |
| Bezirk | Pfäffikon |
| Kanton | Zürich |
| Eigentümerin | Schweizerische Bundesbahnen |
| Betreiberin | Schweizerische Bundesbahnen |
| Bahnstrecke | Bahnstrecke Effretikon–Hinwil |
| Abkürzung | IL |
| IBNR | 8503303 |
| Perrongleise | 2 |
| Höhe | 517 m ü. M. |
| Tarifzone | ZVV-Zone 122 |
| S-Bahn-Linien | S3 und S19 |
| Nachtverkehr | SN8 |
| Buslinien | 640 und 652 |
| Koordinaten | 47° 24′ 32″ N, 8° 43′ 23″ O |
| Website | sbb.ch |
Der Bahnhof Illnau ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen im Ortsteil Illnau der Stadt Illnau-Effretikon im Kanton Zürich. Er liegt an der weitgehend einspurigen Bahnstrecke Effretikon–Hinwil, die auch als Kempttalbahn bezeichnet wird, zwischen den Bahnhöfen Effretikon und Fehraltorf.
Der Bahnhof wurde 1876 gemeinsam mit der Strecke von Effretikon über Pfäffikon und Wetzikon nach Hinwil eröffnet. Im heutigen Personenverkehr wird er von den Linien S3 und S19 der S-Bahn Zürich sowie am Wochenende von der Nacht-S-Bahn SN8 bedient. Auf dem Bahnhofvorplatz bestehen Anschlüsse an regionale Buslinien nach Effretikon und Weisslingen.[1]
Die Betriebsstelle trägt die Abkürzung IL und die internationale Bahnhofsnummer 8503303.[2]
Lage
Der Bahnhof befindet sich südöstlich des historischen Dorfkerns von Illnau auf rund 517 m ü. M. Die Bahnanlage liegt zwischen der Stationsstrasse und der Usterstrasse und ist über Fuss- und Velowege mit den umliegenden Wohnquartieren verbunden.
Das historische Zentrum mit der reformierten Kirche Illnau liegt ungefähr einen Kilometer nordwestlich des Bahnhofs. In der näheren Umgebung befinden sich Wohnhäuser, Gewerbebetriebe, gastronomische Angebote und verschiedene öffentliche Einrichtungen.
Die Bahnstrecke verläuft im Bahnhofsbereich annähernd von Nordwesten nach Südosten. In nordwestlicher Richtung führt sie nach Effretikon, wo Anschlüsse an die Bahnstrecke Zürich–Winterthur und an weitere Linien der S-Bahn Zürich bestehen. Südöstlich verläuft die Strecke über Fehraltorf, Pfäffikon ZH und Kempten nach Wetzikon.
Der Bahnhof bildet gemeinsam mit den Bushaltestellen, den Veloabstellanlagen und der P+Rail-Anlage einen lokalen Verkehrsknoten. Er erschliesst neben Illnau auch die umliegenden Weiler und Ortschaften Agasul, Bisikon, Horben, Mesikon, Ottikon und Teile von Weisslingen.
Geschichte
Planung der Kempttalbahn
In der Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte Effretikon bereits über einen Anschluss an die 1855 eröffnete Bahnstrecke Zürich–Winterthur. Die Gemeinden im Kempttal und im Zürcher Oberland waren dagegen weiterhin hauptsächlich auf Strassenverbindungen angewiesen.
Am 8. November 1865 wurde in Pfäffikon ein Komitee gegründet, das eine Eisenbahnverbindung von Effretikon über Illnau, Fehraltorf, Pfäffikon und Hinwil in Richtung Wald vorbereiten sollte. In den folgenden Jahren wurden verschiedene Streckenführungen und Anschlussvarianten untersucht.
Die schliesslich ausgeführte Linie begann beim Bahnhof Effretikon und führte durch das Kempttal nach Wetzikon und Hinwil. Die Konzession wurde 1871 erteilt. 1873 entstand die Eisenbahngesellschaft Effretikon–Pfäffikon–Hinwiel, die gewöhnlich als Effretikon-Wetzikon-Hinwil-Bahn oder mit der Abkürzung EH bezeichnet wurde.[3]
Auch der Standort des Bahnhofs Illnau war Gegenstand lokaler Diskussionen. Die Station entstand südöstlich des alten Dorfkerns in einem damals noch weitgehend landwirtschaftlich genutzten Gebiet.
Eröffnung 1876
Die Bahnstrecke Effretikon–Hinwil und der Bahnhof Illnau wurden 1876 eröffnet. Die Stadt Illnau-Effretikon führt die Einweihung des Bahnhofs als eines der wichtigen Ereignisse ihrer neueren Ortsgeschichte auf.[4]
Den Betrieb der Strecke führte von Anfang an die Schweizerische Nordostbahn. Das erste Fahrplanangebot war im Vergleich zum heutigen S-Bahn-Verkehr bescheiden und bestand aus wenigen Zugpaaren pro Tag.
Die Eisenbahn erleichterte den Transport landwirtschaftlicher Produkte und gewerblicher Waren. Gleichzeitig verbesserte sie die Verbindung Illnaus mit Effretikon, Zürich, Winterthur und den Gemeinden des Zürcher Oberlands.
Die private Bahngesellschaft geriet wegen geringer Einnahmen und hoher Fixkosten in finanzielle Schwierigkeiten. Am 1. Januar 1886 ging die Strecke vollständig an die Nordostbahn über. Mit der Verstaatlichung der grossen Privatbahnen wurde sie 1902 Bestandteil der neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen.[3]
Elektrifizierung
Der Bahnbetrieb wurde zunächst mit Dampflokomotiven durchgeführt. Während des Zweiten Weltkriegs führte die schwierige Versorgung mit Kohle zu einer beschleunigten Elektrifizierung verschiedener schweizerischer Nebenstrecken.
Die Strecke Effretikon–Hinwil wurde 1944 mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16⅔ Hertz Wechselstrom elektrifiziert. Seit der späteren Anpassung der europäischen Frequenzbezeichnung wird der Wert mit 16,7 Hertz angegeben.
Mit der Elektrifizierung konnten die Dampfzüge durch elektrische Triebwagen und lokomotivbespannte Züge ersetzt werden. Dies verbesserte die Beschleunigung, die Fahrzeiten und die Wirtschaftlichkeit des regionalen Bahnverkehrs.
Einführung des Taktfahrplans
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm der Pendlerverkehr zwischen Illnau und den Arbeitszentren Zürich, Winterthur und Effretikon zu. Der Fahrplan wurde schrittweise verdichtet.
Mit der Einführung des schweizerischen Taktfahrplans 1982 erhielten Illnau und die übrigen Stationen der Kempttalbahn regelmässigere Verbindungen. Das Grundprinzip wiederkehrender Abfahrtszeiten erleichterte die Anschlüsse in Effretikon und Wetzikon.
S-Bahn Zürich
Am 27. Mai 1990 nahm die S-Bahn Zürich ihren Betrieb auf. Illnau wurde in das neue Liniennetz integriert und erhielt direkte Züge durch den Zürcher Hauptbahnhof.
Die S-Bahn führte ein einheitliches Linienkonzept, einen verdichteten Fahrplan und moderne Triebzüge ein. Für Illnau bedeutete dies eine deutliche Verbesserung der Verbindungen in Richtung Zürich und Zürcher Oberland.
Die Linie S3 entwickelte sich zum Grundangebot auf dem Streckenabschnitt zwischen Effretikon und Wetzikon. Sie verbindet Illnau direkt mit Zürich Stadelhofen, Zürich Hauptbahnhof, Zürich Oerlikon und Bülach sowie mit Fehraltorf, Pfäffikon und Wetzikon.[5]
Historisches Bahnhofensemble
Das historische Bahnhofensemble stammt im Kern aus dem Jahr 1876. Es besteht aus dem Aufnahmegebäude, dem angebauten Güterschuppen und einem freistehenden früheren WC-Gebäude.
Nach Angaben des Hotzehuus-Vereins handelt es sich um ein weitgehend intakt erhaltenes Ensemble von Typenbauten, wie sie von der Schweizerischen Nordostbahn für Nebenstrecken verwendet wurden. Die Gebäude sind durch eine Holzskelettkonstruktion und Elemente des Schweizer Holzstils geprägt.[6]
Das mehrgeschossige Aufnahmegebäude besitzt ein Satteldach mit weitem Dachvorsprung. Die Fassadengestaltung verbindet verputzte Flächen mit sichtbaren Holzelementen. Der angebaute Güterschuppen ist niedriger und weist eine weitgehend hölzerne Konstruktion auf.
Der Güterschuppen erinnert an die frühere Bedeutung des Bahnhofs für den Stückgut- und Güterverkehr. Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Baustoffe, Brennstoffe und andere Waren wurden über die Station angeliefert oder versandt.
Mit dem Rückgang des lokalen Güterverkehrs verlor der Güterschuppen seine ursprüngliche Funktion. Das Aufnahmegebäude und seine Nebenbauten wurden später teilweise für gastronomische und gewerbliche Zwecke umgenutzt.
Ausbau für die vierte Teilergänzung
Im Zusammenhang mit der vierten Teilergänzung der S-Bahn Zürich wurde der Bahnhof Illnau grundlegend ausgebaut. Ziel war es, zusätzliche Zugverbindungen zu ermöglichen, die Kreuzung längerer S-Bahn-Züge zu erleichtern und die Zugänglichkeit der Perrons zu verbessern.
Die umfangreichsten Arbeiten fanden zwischen 2012 und 2015 statt. Zum Projekt gehörten insbesondere:
- ein zweites vollwertiges Perrongleis;
- ein neuer Aussenperron;
- eine Personenunterführung;
- hindernisfreie Perronzugänge;
- eine neue Eisenbahnbrücke über die Usterstrasse;
- ein zusätzlicher Treppenabgang zur Usterstrasse;
- neue Perrondächer und Wartebereiche;
- Anpassungen an Gleisen, Fahrleitung und Sicherungsanlagen;
- Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr.
Die Stadt Illnau-Effretikon beteiligte sich finanziell an den Anlagen rund um den Bahnhof und an der Personenunterführung. Die neue Brücke, die Unterführung, das zweite Perron und der Zugang zur Usterstrasse wurden Ende 2014 weitgehend fertiggestellt. Die definitive Inbetriebnahme der erneuerten Gesamtanlage erfolgte 2015.[7]
Seit dem Umbau sind die Perrons stufenfrei erreichbar. Die Unterführung verbindet die beiden Seiten der Gleisanlage und verbessert zugleich die Einbindung des Bahnhofs in das örtliche Fuss- und Velowegnetz.[8]
Bahnanlage
Der Bahnhof liegt an der einspurigen Strecke Effretikon–Hinwil. Im Stationsbereich bestehen zwei durchgehende Gleise, an denen sich Züge begegnen und kreuzen können.
Für den Personenverkehr stehen zwei Perrongleise zur Verfügung. Ein Gleis liegt am Hausperron beim historischen Aufnahmegebäude, das zweite an einem Aussenperron auf der gegenüberliegenden Seite.
Die beiden Perrons sind durch eine Personenunterführung miteinander verbunden. Treppen und Rampen beziehungsweise stufenfreie Zugänge ermöglichen die Benutzung durch Reisende mit eingeschränkter Mobilität, Personen mit Kinderwagen und Velofahrende.
Zu den Perroneinrichtungen gehören:
- gedeckte Wartebereiche;
- Sitzgelegenheiten;
- elektronische Abfahrtsanzeigen;
- Lautsprecheranlagen;
- Uhren;
- Billettautomaten;
- taktile Sicherheitslinien;
- Beleuchtungs- und Notrufeinrichtungen.
Die Perrons wurden beim Ausbau für längere S-Bahn-Kompositionen dimensioniert. Dadurch war Illnau bereits früh für den Einsatz längerer Züge auf der Verbindung zwischen Effretikon und dem Zürcher Oberland vorbereitet.
Eisenbahnverkehr
Der Bahnhof wird im Fahrplanjahr 2026 von den Linien S3 und S19 der S-Bahn Zürich bedient. An Wochenenden und vor allgemeinen Feiertagen verkehrt zusätzlich die Nacht-S-Bahn SN8.[1]
| Linie | Linienführung | Funktion |
|---|---|---|
| S3 | Bülach – Oberglatt – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Dietlikon – Effretikon – Illnau – Pfäffikon ZH – Wetzikon | Grundangebot zwischen Illnau, Zürich und Wetzikon |
| S19 | Koblenz – Klingnau – Döttingen – Baden – Wettingen – Dietikon – Zürich HB – Zürich Oerlikon – Effretikon – Illnau – Pfäffikon ZH | Ergänzende Direktverbindung in Richtung Zürich, Limmattal und Aargau |
| SN8 | Lachen SZ – Zürich – Illnau – Pfäffikon ZH | Nachtverbindung an Wochenenden und vor Feiertagen |
Die S3 fährt von Illnau über Effretikon, Dietlikon und Stettbach durch den Zürichbergtunnel nach Zürich Stadelhofen und Zürich Hauptbahnhof. Anschliessend führt sie über Zürich Hardbrücke, Zürich Oerlikon und Glattbrugg nach Bülach.[5]
In der Gegenrichtung verbindet sie Illnau mit Fehraltorf, Pfäffikon ZH, Kempten und Wetzikon. Dort bestehen Anschlüsse in Richtung Uster, Rapperswil, Hinwil und Zürcher Oberland.
Die S19 führt von Illnau über Effretikon, Dietlikon, Wallisellen und Zürich Oerlikon nach Zürich Hauptbahnhof. Danach verkehrt sie über Zürich Altstetten, Dietikon, Wettingen, Baden, Turgi und das untere Aaretal nach Koblenz. In östlicher Richtung endet sie in Pfäffikon ZH.[9]
Fernverkehrszüge halten nicht in Illnau. Der nächste grössere Umsteigebahnhof ist Effretikon.
Busverkehr
Die Bushaltestelle Illnau, Bahnhof befindet sich unmittelbar beim Aufnahmegebäude. Im Fahrplanjahr 2026 wird sie von den Linien 640 und 652 sowie vom Nachtbus N62 bedient.[1]
Linie 640
Die Linie 640 verbindet den Bahnhof Illnau mit der Gemeinde Weisslingen. Sie führt über Illnau Dorfplatz, Horben, Agasul, Weisslingen Dorf und weitere Haltestellen bis Weisslingen Lendikerstrasse.
Die Buslinie erschliesst mehrere Ortschaften ohne eigenen Bahnanschluss und dient als Zubringer zu den S-Bahn-Zügen in Illnau. In Weisslingen bestehen Anschlüsse an weitere regionale Busverbindungen.
Linie 652
Die Linie 652 verkehrt zwischen Illnau und dem Bahnhof Effretikon. Sie erschliesst unter anderem das Dorfzentrum von Illnau, die Kirche, Wohnquartiere und das Gebiet Wattspitz.
Die Verbindung ergänzt die direkte Bahnstrecke zwischen Illnau und Effretikon durch eine feinere Erschliessung der Siedlungsgebiete. Am Bahnhof Effretikon bestehen zahlreiche Anschlüsse an S-Bahn- und Buslinien.
Nachtbus N62
Die Nachtbuslinie N62 verbindet Illnau mit Effretikon, Agasul und weiteren Ortschaften. Sie ergänzt die Nacht-S-Bahn und ermöglicht in den Nächten auf Samstag und Sonntag sowie vor allgemeinen Feiertagen die Weiterreise in Gebiete ohne Bahnanschluss.
Tarif
Der Bahnhof Illnau liegt in der Tarifzone 122 des Zürcher Verkehrsverbundes. Für Fahrten innerhalb des ZVV gilt ein Zonentarif.
Ein gültiger Verbundfahrausweis erlaubt während seiner zeitlichen Gültigkeit beliebige Fahrten mit Bahn, Bus, Tram, Schiff und weiteren einbezogenen Verkehrsmitteln innerhalb der gelösten Zonen.
Für Fahrten nach Zürich werden mehrere Zonen benötigt. Die Stadtzone 110 wird bei der Preisberechnung doppelt gezählt, da sie ein besonders dichtes öffentliches Verkehrsnetz umfasst.[10]
Ausstattung und Dienstleistungen
Der Bahnhof besitzt keinen grossen bedienten Reiseverkauf. Billette können am Automaten, über SBB Mobile, die ZVV-App und die Online-Vertriebskanäle gekauft werden.
Beim Bahnhof bestehen ein öffentliches WC und verschiedene gastronomische beziehungsweise gewerbliche Angebote im historischen Gebäude.
Für den Veloverkehr stehen nach Angaben der SBB 120 gedeckte Abstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst 33 reguläre Parkplätze und einen Behindertenparkplatz. Ausserdem befindet sich am Bahnhof ein Mobility-Carsharing-Standort.[11]
Die wichtigsten Einrichtungen sind:
- Billettautomaten;
- überdachte Veloabstellplätze;
- P+Rail;
- Mobility Carsharing;
- öffentliches WC;
- hindernisfreie Perronzugänge;
- digitale Fahrgastinformation;
- gedeckte Wartebereiche.
Bedeutung für Illnau
Der Bahnhof ist die wichtigste Haltestelle des öffentlichen Verkehrs im Ortsteil Illnau. Er stellt direkte Verbindungen nach Zürich, Effretikon, Wetzikon und in das Zürcher Oberland her.
Für Berufspendlerinnen und Berufspendler ermöglicht die S-Bahn eine umsteigefreie Fahrt in die Zürcher Innenstadt. Schülerinnen, Schüler und Auszubildende nutzen die Verbindungen zu Bildungsstandorten in Effretikon, Zürich, Pfäffikon und Wetzikon.
Der Busbahnhof erweitert das Einzugsgebiet auf die umliegenden Dörfer und Weiler. Insbesondere für Weisslingen und Agasul besitzt Illnau die Funktion eines regionalen Umsteigepunkts.
Die Lage des Bahnhofs beeinflusste auch die Siedlungsentwicklung. Während sich der historische Dorfkern um die Kirche entwickelte, entstanden zwischen Dorfzentrum und Bahnhof sowie östlich der Gleise neuere Wohn- und Gewerbegebiete.
Betriebliche Bedeutung
Die Strecke zwischen Effretikon und Wetzikon ist über weite Abschnitte einspurig. Kreuzungsbahnhöfe sind deshalb für die Fahrplangestaltung und die Stabilität des Betriebs besonders wichtig.
In Illnau können Züge aus beiden Richtungen gleichzeitig einfahren und sich begegnen. Die Kreuzungsmöglichkeit erlaubt einen dichteren Fahrplan und trägt dazu bei, Verspätungen auf der Strecke zu begrenzen.
Der Ausbau des Bahnhofs war eine Voraussetzung für die Verlängerung der S19 nach Pfäffikon ZH. Gleichzeitig wurden die Anlagen für längere und kapazitätsstärkere S-Bahn-Züge vorbereitet.
Bei Bauarbeiten oder Störungen kann die Kreuzungsanlage auch für betriebliche Anpassungen, vorzeitige Zugwenden oder die Regelung des Zugverkehrs genutzt werden.
Bahnhofsumfeld
Die Stadt Illnau-Effretikon betrachtet das Bahnhofsumfeld als wichtigen Teil des örtlichen Zentrums. Die öffentlichen Räume dienen dem Umsteigen, dem Fuss- und Veloverkehr sowie dem Zugang zu den angrenzenden Wohn- und Gewerbegebieten.
Mit der neuen Personenunterführung wurde die Trennwirkung der Bahnstrecke vermindert. Der Zugang zur Usterstrasse schuf eine zusätzliche Verbindung zwischen dem Bahnhof, den südlichen Quartieren und dem regionalen Strassennetz.
Bei der Gestaltung mussten die Anforderungen eines modernen Verkehrsknotens mit dem Erhalt des historischen Bahnhofensembles verbunden werden. Das alte Aufnahmegebäude und der Güterschuppen blieben trotz der umfassenden Erneuerung der Perron- und Gleisanlagen erhalten.
Siehe auch
- Illnau
- Illnau-Effretikon
- Bahnhof Effretikon
- Bahnhof Fehraltorf
- Bahnstrecke Effretikon–Hinwil
- S-Bahn Zürich
- Schweizerische Nordostbahn
- Schweizerische Bundesbahnen
- Zürcher Verkehrsverbund
- Verkehrsbetriebe Glattal
Literatur
- Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
- Ueli Müller: Illnau-Effretikon – vom Umsturz des Jahres 1798 bis zur Gegenwart. Stadt Illnau-Effretikon, Illnau-Effretikon 1992.
- Effretikon-Wetzikon-Hinwil-Bahn: 100 Jahre Effretikon–Wetzikon–Hinwil 1876–1976. Jubiläumsschrift, 1976.
- Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
Weblinks
- Bahnhof Illnau bei den Schweizerischen Bundesbahnen
- Fahrpläne für Illnau beim Zürcher Verkehrsverbund
- Offizielle Website der Stadt Illnau-Effretikon
- Kulturhistorische Informationen zum Bahnhof Illnau
- Bahnhof Illnau auf der Landeskarte der Schweiz
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Haltestellen- und Linienfahrpläne Illnau. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-03.
- ↑ Haltestelle Illnau. Hrsg.: Bundesamt für Verkehr. Abgerufen am 2026-08-03.
- ↑ 3,0 3,1 Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9, S. 69.
- ↑ Geschichte und Moderne. Hrsg.: Stadt Illnau-Effretikon. Abgerufen am 2026-08-03.
- ↑ 5,0 5,1 Linienfahrplan S3. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-03.
- ↑ Bahnhof Illnau. Hrsg.: Hotzehuus-Verein Illnau-Effretikon. Abgerufen am 2026-08-03.
- ↑ Geschäftsbericht 2014. Hrsg.: Stadt Illnau-Effretikon. Abgerufen am 2026-08-03.
- ↑ Beschluss betreffend Benutzerfreundlichkeit der Bahnhöfe. Hrsg.: Stadt Illnau-Effretikon. 2018-01-18. Abgerufen am 2026-08-03.
- ↑ Linienfahrplan S19. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-03.
- ↑ Tickets und Preise. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-03.
- ↑ Bahnhof Illnau. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen. Abgerufen am 2026-08-03.
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