Öffentlicher Verkehr im Kanton Zürich

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Öffentlicher Verkehr im Kanton Zürich
Verkehrsverbund Zürcher Verkehrsverbund (ZVV)
Verbundgründung 1990
Wichtigster Bahnknoten Zürich Hauptbahnhof
Verkehrsmittel Bahn, Tram, Stadtbahn, Trolleybus, Autobus, Schiff, Standseilbahn und Luftseilbahn
Verkehrsunternehmen und Transportbeauftragte 37
Haltestellen 2'709
Fahrgäste 687 Millionen (2025)
Kostendeckungsgrad 65,2 % (2025)

Der öffentliche Verkehr im Kanton Zürich bildet eines der dichtesten und am stärksten genutzten Verkehrsnetze der Schweiz. Er verbindet die Städte Zürich und Winterthur mit den Agglomerationen, den regionalen Zentren und den ländlichen Gebieten des Kantons. Zum Angebot gehören die Zürcher S-Bahn, Regional- und Fernverkehrszüge, Tram- und Stadtbahnlinien, Trolleybusse, Autobusse, Schiffe sowie mehrere Berg- und Luftseilbahnen.

Die übergeordnete Planung, Koordination, Finanzierung und Vermarktung des kantonalen öffentlichen Verkehrs obliegt dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Der ZVV besitzt selbst keine Fahrzeuge. Die Verkehrsleistungen werden von den angeschlossenen Verkehrsunternehmen und ihren Transportbeauftragten erbracht. Durch einen gemeinsamen Fahrplan, einen einheitlichen Zonentarif und aufeinander abgestimmte Anschlüsse erscheint das Angebot gegenüber den Fahrgästen weitgehend als zusammenhängendes Gesamtsystem.[1]

Geschichte

Die heutige Struktur des Zürcher öffentlichen Verkehrs geht wesentlich auf die politischen Entscheide zum Bau der Zürcher S-Bahn zurück. Nachdem die Zürcher Stimmberechtigten 1973 eine kombinierte U- und S-Bahn abgelehnt hatten, stimmten sie 1981 dem Bau einer reinen S-Bahn zu. 1988 wurde die gesetzliche Grundlage für den Zürcher Verkehrsverbund angenommen.[2]

Am 27. Mai 1990 wurde die Zürcher S-Bahn eröffnet. Zu ihren wichtigsten neuen Infrastrukturbauten gehörten der unterirdische Bahnhof Museumstrasse im Hauptbahnhof Zürich, der Hirschengrabentunnel, der Zürichbergtunnel sowie die ausgebauten Bahnhöfe Zürich Stadelhofen und Stettbach. Gleichzeitig nahm der ZVV seine Tätigkeit auf. Er war der erste umfassende Verkehrsverbund der Schweiz und ersetzte die zuvor weitgehend voneinander getrennten Tarife der einzelnen Transportunternehmen durch ein gemeinsames Tarif- und Verkehrssystem.[2]

Seit seiner Gründung wurde das Netz schrittweise erweitert. Die S-Bahn erhielt zusätzliche Linien, dichtere Takte und längere Zugskompositionen. Mit der 2014 eröffneten unterirdischen Durchgangsstation Löwenstrasse und der vollständigen Inbetriebnahme der Durchmesserlinie Zürich im Jahr 2015 wurde die Leistungsfähigkeit des Hauptbahnhofs erheblich erhöht.

Auch das Tram- und Stadtbahnnetz wurde ausgebaut. Seit 2010 verbindet die Glattalbahn Zürich Nord mit dem mittleren Glattal und dem Flughafen Zürich. Die erste Etappe der Limmattalbahn zwischen Zürich Altstetten und Schlieren ging 2019 in Betrieb; seit Dezember 2022 führt die vollständige Linie bis Killwangen-Spreitenbach im Kanton Aargau.[2]

Organisation

Der Zürcher Verkehrsverbund ist eine unselbstständige Anstalt des Kantons Zürich. Er übernimmt die strategische Gesamtplanung und koordiniert das Verkehrsangebot, die Fahrpläne, die Finanzierung, den Tarif, die Qualitätssicherung, die Fahrgastinformation und das gemeinsame Marketing. Die operative Durchführung des Verkehrs liegt bei den Verkehrsunternehmen.

Das Verbundgebiet ist in acht Marktregionen gegliedert. Für jede Region ist ein marktverantwortliches Verkehrsunternehmen zuständig. Diese Unternehmen koordinieren neben ihren eigenen Leistungen auch kleinere konzessionierte Verkehrsunternehmen und Transportbeauftragte.[3]

Marktverantwortliche Verkehrsunternehmen
Unternehmen Hauptaufgabe oder Marktgebiet
Schweizerische Bundesbahnen (SBB) Betrieb und Koordination der Zürcher S-Bahn
PostAuto AG Regional- und Ortsbusverkehr, insbesondere im Zürcher Unterland und Weinland
Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG Bahn- und Busverkehr im Sihltal, am Zimmerberg und im Raum Zürich
VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG Bus- und Stadtbahnverkehr im Glattal und im Raum Flughafen
Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland Regionalbusverkehr am rechten Zürichseeufer und im Zürcher Oberland
Verkehrsbetriebe Zürich Tram-, Trolleybus- und Autobusverkehr in der Stadt Zürich und angrenzenden Gemeinden
Stadtbus Winterthur Stadt- und Regionalbusverkehr in Winterthur und Umgebung
Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft Schiffsverkehr auf dem Zürichsee und der Limmat

Neben diesen acht Unternehmen gehören weitere Bahn-, Bus-, Schifffahrts- und Seilbahnunternehmen zum Verbund. Dazu zählen unter anderem die Forchbahn, Thurbo, die Aargau Verkehr AG, die Südostbahn, die Dolderbahn, die Polybahn und die Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg. Einzelne Linien überschreiten die Kantonsgrenze und verbinden das Zürcher Netz mit den Kantonen Aargau, Schaffhausen, Schwyz, St. Gallen, Thurgau und Zug.

Finanzierung und politische Steuerung

Der öffentliche Verkehr wird durch Verkehrserträge sowie Beiträge der öffentlichen Hand finanziert. Zu den Verkehrserträgen gehören insbesondere Einnahmen aus Einzelbilletten, Tageskarten und Abonnementen. Da diese Einnahmen die Kosten des dichten Verkehrsangebots nicht vollständig decken, tragen der Kanton Zürich und die Zürcher Gemeinden die verbleibende Kostenunterdeckung grundsätzlich je zur Hälfte.

Der Kantonsrat legt mit mehrjährigen ZVV-Strategien die Grundsätze für die Entwicklung von Angebot, Tarif, Infrastruktur und Finanzierung fest. Der vom Regierungsrat gewählte Verkehrsrat ist für die Geschäfts- und Haushaltsführung des ZVV verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2025 erreichte der ZVV einen Kostendeckungsgrad von 65,2 %. Die von Kanton und Gemeinden zu tragende Kostenunterdeckung belief sich auf 396,5 Millionen Franken.[4]

Schienenverkehr

Zürcher S-Bahn

Die Zürcher S-Bahn bildet das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im Kanton. Ihr Netz ist auf den Hauptbahnhof Zürich als zentralen Knoten ausgerichtet und verbindet ihn mit allen Regionen des Kantons sowie mit Orten in den Nachbarkantonen. Wichtige weitere Umsteigebahnhöfe sind Zürich Oerlikon, Zürich Stadelhofen, Winterthur, Effretikon, Uster, Wetzikon, Thalwil, Dietikon, Bülach und Zürich Flughafen.

Das S-Bahn-System kombiniert radial auf Zürich ausgerichtete Linien mit tangentialen und regionalen Verbindungen. Auf stark belasteten Strecken überlagern sich mehrere Linien, wodurch zwischen den wichtigsten Zentren dichte Takte entstehen. Zahlreiche S-Bahn-Linien verkehren über die Kantonsgrenze hinaus, beispielsweise nach Baden, Aarau, Zug, Rapperswil, Frauenfeld, Wil, Schaffhausen und Pfäffikon SZ.

Neben der SBB sind unter anderem Thurbo, die Südostbahn, die SZU und die Forchbahn am Schienenverkehr im Verbundgebiet beteiligt. Die SZU betreibt die Linien der Sihltalbahn und der Uetlibergbahn, die vom unterirdischen Bahnhof Zürich HB SZU nach Langnau-Gattikon beziehungsweise auf den Uetliberg führen. Die meterspurige Forchbahn verbindet Zürich Stadelhofen über Zollikon, Küsnacht und Egg mit Esslingen.

Fern- und Regionalverkehr

Der Fernverkehr ist tariflich und betrieblich eng mit dem regionalen Verkehr verknüpft. Zürich Hauptbahnhof ist der grösste Eisenbahnknoten der Schweiz und bietet direkte Verbindungen in alle Landesteile sowie ins benachbarte Ausland. Innerhalb des ZVV-Gebiets können zahlreiche InterCity-, InterRegio- und RegioExpress-Züge mit einem gültigen ZVV-Fahrausweis benutzt werden, sofern die erforderlichen Tarifzonen gelöst wurden.

Für viele Pendlerverbindungen ergänzen Fernverkehrszüge die S-Bahn. Dies ist insbesondere auf den Strecken Zürich–Winterthur, Zürich–Bülach, Zürich–Baden, Zürich–Zug und Zürich–Wädenswil von Bedeutung.

Tram- und Stadtbahnverkehr

Das Tramnetz der Stadt Zürich wird überwiegend von den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) betrieben. Es erschliesst die Innenstadt, die Wohnquartiere und zahlreiche Arbeitsplatzgebiete. Mehrere Linien führen über die Stadtgrenze hinaus, unter anderem nach Schlieren, Wallisellen, Dübendorf und zum Flughafen Zürich.

Die Glattalbahn ist als meterspurige Stadtbahn technisch mit dem Zürcher Tramnetz verbunden. Ihre Infrastruktur gehört der VBG, während der Betrieb der Tramlinien durch die VBZ erfolgt. Sie verbindet wichtige Entwicklungsgebiete in Zürich Nord und im Glattal mit den S-Bahn-Knoten Oerlikon, Stettbach, Wallisellen und Flughafen Zürich.

Die Limmattalbahn erschliesst den stark wachsenden Siedlungs- und Wirtschaftsraum zwischen Zürich Altstetten, Schlieren, Dietikon und Killwangen-Spreitenbach. Der Betrieb der Linie 20 erfolgt durch die Aargau Verkehr AG. Im Stadtgebiet von Zürich ergänzt die VBZ-Tramlinie 2 das Angebot auf dem östlichen Abschnitt der Strecke.

Zum schienengebundenen Stadtverkehr gehören ausserdem die Dolderbahn und die Polybahn. Die Dolderbahn verbindet den Römerhof mit dem Gebiet Dolder, während die Polybahn zwischen dem Central und der Polyterrasse der ETH Zürich verkehrt.

Busverkehr

Buslinien übernehmen sowohl die Feinerschliessung der Städte als auch die Verbindung ländlicher Gemeinden mit den Bahnhöfen der S-Bahn. Im Zentrum von Zürich betreiben die VBZ ein umfangreiches Netz aus Trolleybus- und Autobuslinien. Trolleybusse werden vor allem auf stark frequentierten Hauptachsen eingesetzt.

In Winterthur betreibt Stadtbus Winterthur das städtische Bus- und Trolleybusnetz. Regionale Linien verbinden Winterthur mit dem Tösstal, dem Zürcher Weinland, dem Zürcher Oberland und den umliegenden Gemeinden.

Die VBG erschliesst das Glattal, das Furttal sowie Gebiete rund um den Flughafen. Die VZO betreiben den grössten Teil des Regionalbusnetzes am rechten Zürichseeufer und im Zürcher Oberland. PostAuto ist besonders im Zürcher Unterland, im Weinland und in weiteren ländlichen Regionen präsent. Die SZU betreibt ergänzende Buslinien im Sihltal und am Zimmerberg.

Die Fahrpläne der Regionalbusse sind in der Regel auf die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der S-Bahn ausgerichtet. An vielen Bahnhöfen bestehen Busbahnhöfe oder zentrale Umsteigeanlagen, wodurch auch kleinere Ortschaften in das kantonale Taktsystem eingebunden werden.

Schifffahrt und Seilbahnen

Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft betreibt fahrplanmässige Kurse auf dem Zürichsee sowie auf der Limmat. Die Schiffe erfüllen sowohl touristische als auch verkehrliche Funktionen. Im unteren Seebecken bestehen Querverbindungen zwischen den beiden Seeufern, während die längeren Kurse Zürich mit Orten am oberen Zürichsee verbinden.

Zum ZVV gehören ausserdem mehrere touristisch und lokal bedeutsame Seilbahnen. Dazu zählen die Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg, die Standseilbahn Rigiblick, die Dolderbahn und die Polybahn. Sie sind in den Zonentarif integriert und können grundsätzlich mit gewöhnlichen ZVV-Fahrausweisen benutzt werden.

Tarif und Fahrausweise

Im ZVV gilt ein einheitlicher Zonentarif. Ein Fahrausweis berechtigt während seiner zeitlichen Gültigkeit zu beliebig vielen Fahrten innerhalb der gelösten Zonen. Er gilt unabhängig vom Verkehrsunternehmen in Bahn, Tram, Bus, Schiff und den in den Verbund integrierten Seilbahnen.[5]

Der Preis richtet sich nach der Anzahl der durchfahrenen Tarifzonen. Die Zone 110 für die Stadt Zürich und die Zone 120 für die Stadt Winterthur werden wegen ihrer besonders dichten Verkehrsnetze bei der Preisberechnung jeweils als zwei Zonen gezählt. Orte und Haltestellen auf einer Zonengrenze können zwei Zonennummern besitzen.

Zum Sortiment gehören unter anderem:

  • Einzelbillette und Mehrfahrtenkarten
  • 24-Stunden-Tickets
  • Tageskarten und 9-Uhr-Tagespässe
  • persönliche und übertragbare Monats- und Jahresabonnemente
  • Anschlussbillette
  • Gruppenbillette
  • Kurzstreckenbillette
  • Firmen- und Freizeitangebote

Abonnemente werden in der Regel auf dem SwissPass gespeichert. Billette können an Automaten, an Verkaufsstellen, im Online-Ticketshop sowie über die ZVV-App und andere kompatible Mobilitätsanwendungen gekauft werden. Das offene Verkehrssystem besitzt grundsätzlich keine Zugangssperren; die Fahrgäste müssen vor Reiseantritt selbstständig einen gültigen Fahrausweis lösen.

Für Fahrten über das eigentliche Verbundgebiet hinaus verbindet der Z-Pass den ZVV mit den Tarifverbünden A-Welle, OSTWIND, Schwyz und Zug. Dadurch stehen für viele grenzüberschreitende Pendlerverbindungen kombinierte Zonenbillette und Abonnemente zur Verfügung.[6]

Nachtnetz

Das ZVV-Nachtnetz verkehrt in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie an ausgewählten Feiertagen und Grossanlässen. Die Nachtlinien beginnen in der Regel nach dem Ende des Tagesfahrplans und verkehren bis in die frühen Morgenstunden. S-Bahn-Nachtlinien werden mit der Bezeichnung «SN», Nachtbusse und Nachttrams mit «N» gekennzeichnet.

Seit Dezember 2021 ist für die Benutzung des ZVV-Nachtnetzes kein besonderer Nachtzuschlag mehr erforderlich. Ein gewöhnlicher, für die befahrenen Zonen gültiger Fahrausweis genügt.[7]

Das Nachtnetz ist sternförmig auf wichtige Knoten wie Zürich Hauptbahnhof und Winterthur ausgerichtet. In den Städten und Regionen stellen Nachtbusse die Anschlüsse an die Nacht-S-Bahnen her. Bei Grossveranstaltungen wie der Street Parade, dem Zürcher Silvesterzauber oder grossen Konzerten wird das Angebot durch zusätzliche Züge, Trams und Busse verstärkt.

Fahrgastzahlen und Fahrzeugbestand

Im Jahr 2025 wurden im Zürcher Verkehrsverbund insgesamt 687 Millionen Fahrgäste gezählt. Dies entsprach einer Zunahme von 2,6 % gegenüber dem Vorjahr. Knapp 220 Millionen Fahrgäste benutzten die Zürcher S-Bahn. Auf die Regional- und Ortsbusse entfielen 146 Millionen Fahrgäste, auf die städtischen Netze 313 Millionen. Das stärkste prozentuale Wachstum verzeichnete die Schifffahrt auf dem Zürichsee.[4]

Für den Betrieb standen 2025 insgesamt 881 Busse, 245 Trams, 226 S-Bahn-Kompositionen, 29 Zugskompositionen der Forchbahn und der SZU, 18 Schiffe sowie acht Berg- und Luftseilbahnen zur Verfügung. Das Netz umfasste 2'709 Haltestellen.[4]

Ausgewählte Kennzahlen 2025
Kennzahl Wert
Fahrgäste insgesamt 687 Millionen
Fahrgäste der Zürcher S-Bahn knapp 220 Millionen
Fahrgäste der Regional- und Ortsbusse 146 Millionen
Fahrgäste der städtischen Netze 313 Millionen
Haltestellen 2'709
Busse 881
Trams 245
S-Bahn-Kompositionen 226
Schiffe 18
Kostendeckungsgrad 65,2 %

Bei der Qualitätsbefragung 2025 erreichte der ZVV eine Gesamtzufriedenheit von 78 von 100 Punkten. Rund 25'000 Fahrgäste nahmen an der Befragung teil. Besonders positiv beurteilt wurden das Sicherheitsgefühl sowie die Entwicklung von Fahrplan, Angebot und Pünktlichkeit.[8]

Bedeutung für Raum und Wirtschaft

Der öffentliche Verkehr ist für den stark urbanisierten Kanton Zürich von grosser wirtschaftlicher und raumplanerischer Bedeutung. Ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze, Bildungseinrichtungen und Dienstleistungsangebote konzentriert sich in der Stadt Zürich, in Winterthur, im Glattal, im Limmattal und entlang der Zürichseeufer. Das dichte Bahn-, Tram- und Busnetz ermöglicht es, diese Zentren auch ohne eigenes Auto zu erreichen.

Die Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr beeinflusst die Siedlungsentwicklung. Neue Wohn- und Arbeitsplatzgebiete entstehen bevorzugt in der Nähe leistungsfähiger Bahnhöfe und Stadtbahnlinien. Beispiele dafür sind Zürich West, Zürich Nord, das mittlere Glattal, das Limmattal sowie die Entwicklungsgebiete rund um die Bahnhöfe Oerlikon, Altstetten, Stettbach, Wallisellen und Winterthur.

Eine besondere Bedeutung besitzt der öffentliche Verkehr für den Flughafen Zürich. Der Flughafenbahnhof wird von S-Bahn-, InterRegio-, InterCity- und internationalen Zügen bedient. Ergänzend verbinden Tram- und Buslinien den Flughafen mit Zürich Nord, dem Glattal und dem Zürcher Unterland.

Barrierefreiheit

Der ZVV und die Verkehrsunternehmen bauen Haltestellen, Bahnhöfe und Fahrzeuge schrittweise hindernisfrei aus. Ein grosser Teil der eingesetzten Fahrzeuge verfügt über Niederflureinstiege. Bei Bahn-, Tram- und Bushaltestellen werden Perrons und Haltekanten so angepasst, dass ein möglichst niveaugleicher Einstieg möglich ist.

Die vollständige bauliche Anpassung ist insbesondere bei älteren Bahnhöfen und Tramhaltestellen anspruchsvoll. Wo ein autonomer Einstieg noch nicht möglich ist, werden alternative Verbindungen, Hilfestellungen oder Ersatzmassnahmen angeboten. Die Fahrplanauskunft enthält Informationen über die Zugänglichkeit einzelner Verbindungen und Haltestellen.[9]

Umwelt und Energie

Der öffentliche Verkehr trägt zur Reduktion des Energieverbrauchs, des Flächenbedarfs und der verkehrsbedingten Emissionen bei. Die S-Bahn, die Tramlinien, die Stadtbahnen und die Trolleybusse werden elektrisch betrieben. Nach Angaben des ZVV stammt ein grosser Teil des verwendeten Bahnstroms aus Wasserkraft. Die Zürcher S-Bahn fährt zu rund 90 % mit Strom aus Wasserkraft.[10]

Bei den Busflotten werden Dieselbusse zunehmend durch Batterie-, Trolley- und andere emissionsarme Fahrzeuge ersetzt. In den Städten Zürich und Winterthur bilden elektrisch betriebene Trolleybuslinien bereits seit Jahrzehnten einen wichtigen Teil des Netzes. Auch bei Depots, Werkstätten, Schiffen und der betrieblichen Infrastruktur werden Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz umgesetzt.

Ausbau und zukünftige Entwicklung

Das Verkehrsangebot muss an das Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum im Grossraum Zürich angepasst werden. Im Schienenverkehr bilden der Ausbau des Bahnhofs Zürich Stadelhofen und das Projekt MehrSpur Zürich–Winterthur mit dem geplanten Brüttenertunnel zentrale Bestandteile des Ausbauschritts 2035. Sie sollen zusätzliche Kapazitäten für den Fern- und S-Bahn-Verkehr schaffen.

Langfristig wird die sogenannte S-Bahn der zweiten Generation geplant. Das Konzept sieht eine stärkere Trennung von inneren und äusseren S-Bahn-Verbindungen sowie deutlich höhere Kapazitäten auf den Hauptachsen vor.

Zu den wichtigen Tram- und Stadtbahnprojekten gehören das geplante Tram Affoltern im Norden der Stadt Zürich und die Verlängerung der Glattalbahn vom Flughafen in Richtung Kloten. Weitere Planungen betreffen neue Tangentialverbindungen, den Ausbau bestehender Buskorridore und die Elektrifizierung der Busflotten.[11]

Neben dem Ausbau der Infrastruktur gewinnen digitale Fahrgastinformation, automatische Billettsysteme, Echtzeitdaten und die bessere Verknüpfung mit Fuss-, Velo-, Carsharing- und weiteren Mobilitätsangeboten an Bedeutung.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ZVV: Organisation, abgerufen am 6. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 ZVV: Geschichte, abgerufen am 6. August 2026.
  3. ZVV: Verkehrsunternehmen, abgerufen am 6. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 ZVV-Geschäftsbericht 2025, abgerufen am 6. August 2026.
  5. ZVV: Zonen- und Netzpläne, abgerufen am 6. August 2026.
  6. ZVV: Tarifverbund Z-Pass, abgerufen am 6. August 2026.
  7. ZVV: Nacht-Fahrplan und -Liniennetz, abgerufen am 6. August 2026.
  8. ZVV: Fahrgäste sind sehr zufrieden mit dem ZVV, 24. November 2025, abgerufen am 6. August 2026.
  9. ZVV: Stand der Hindernisfreiheit, abgerufen am 6. August 2026.
  10. ZVV: Klimafreundliche Mobilität, abgerufen am 6. August 2026.
  11. ZVV: Infrastrukturprojekte in Planung, abgerufen am 6. August 2026.