Limmattalbahn

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Limmattalbahn
Art Meterspurige Stadt- und Strassenbahn
Linie 20
Strecke Bahnhof Zürich AltstettenBahnhof Killwangen-Spreitenbach
Kantone Zürich und Aargau
Bediente Gemeinden Zürich, Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach und Killwangen
Streckenlänge 13,4 km
Haltestellen 27
Spurweite 1000 mm
Stromsystem Gleichstrom
Betrieb Aargau Verkehr
Infrastrukturunternehmen Limmattalbahn AG
Takt 15 Minuten
Fahrzeuge Acht Stadler Tramlink
Eröffnung der ersten Etappe September 2019
Eröffnung der Gesamtstrecke 11. Dezember 2022
Website aargauverkehr.ch

Die Limmattalbahn ist eine meterspurige Stadtbahnstrecke zwischen dem Bahnhof Zürich Altstetten und dem Bahnhof Killwangen-Spreitenbach. Sie verbindet die Stadt Zürich mit den Gemeinden Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach und Killwangen in den Kantonen Zürich und Aargau.

Die Strecke ist 13,4 Kilometer lang und besitzt 27 Haltestellen. Sie wird von der Linie 20 im Viertelstundentakt befahren. Der fahrplanmässige Betrieb auf der Gesamtstrecke begann am 11. Dezember 2022.[1]

Die Limmattalbahn dient als Feinverteiler innerhalb des dicht besiedelten und wirtschaftlich stark wachsenden Limmattals. Sie verbindet Wohnquartiere, Arbeitsplatzgebiete, Einkaufszentren, Spitäler und Ortszentren mit den Bahnhöfen Zürich Altstetten, Schlieren, Dietikon und Killwangen-Spreitenbach. Dort bestehen Anschlüsse an die S-Bahn Zürich und an weitere Bahn- und Buslinien.

Eigentümerin der Infrastruktur ist die Limmattalbahn AG. Der Kanton Zürich hält 75 Prozent und der Kanton Aargau 25 Prozent ihres Aktienkapitals. Betrieb, Unterhalt und Geschäftsführung der Infrastruktur wurden an die Aargau Verkehr AG übertragen.[2]

Der Abschnitt zwischen Zürich Farbhof und Schlieren Geissweid wird zusätzlich von der Zürcher Tramlinie 2 befahren. Damit ist die Limmattalbahn sowohl mit dem Tramnetz der Verkehrsbetriebe Zürich als auch mit der ebenfalls meterspurigen Bremgarten-Dietikon-Bahn technisch verbunden.

Bezeichnung

Der Name Limmattalbahn bezeichnet sowohl die moderne Stadtbahnstrecke als auch die für ihre Infrastruktur verantwortliche Limmattalbahn AG.

Die Betreiberin Aargau Verkehr verwendet für das Verkehrsangebot die Eigenschreibweise Limmattal Bahn mit einem Leerzeichen. Damit unterscheidet sie sprachlich zwischen dem Infrastrukturunternehmen Limmattalbahn AG und dem von ihr betriebenen Stadtbahnangebot.[3]

Die Bahn wird auch als Stadtbahn Limmattal bezeichnet. Im öffentlichen Verkehr trägt sie die Liniennummer 20. In Fahrplänen erscheint sie teilweise als T20.

Die moderne Limmattalbahn ist keine rechtliche Fortsetzung der historischen Limmattal-Strassenbahn. Diese verband das westliche Zürich und mehrere Limmattaler Gemeinden zwischen 1900 und 1931. Beide Bahnen bedienen jedoch teilweise ähnliche Verkehrsachsen.

Regionale Bedeutung

Das Limmattal erstreckt sich von Zürich in nordwestlicher Richtung entlang der Limmat bis in den Raum Baden und Brugg. Der östliche Teil zwischen Zürich Altstetten und Killwangen gehört zu den am stärksten wachsenden Siedlungs- und Wirtschaftsgebieten der Schweiz.

Die Siedlungsräume von Altstetten, Schlieren, Urdorf, Dietikon und Spreitenbach sind im Verlauf des 20. und frühen 21. Jahrhunderts zunehmend zusammengewachsen. Grosse Industrie-, Gewerbe-, Einkaufs- und Wohngebiete entstanden insbesondere auf der südlichen Seite der Limmat.

Die Region wird durch zahlreiche Verkehrsanlagen geprägt. Dazu gehören:

  • die Bahnstrecke Zürich–Baden;
  • die Autobahnen A1, A3 und A4;
  • der Rangierbahnhof Limmattal;
  • kantonale Hauptstrassen;
  • regionale Bahn- und Buslinien;
  • der Bahnhof Killwangen-Spreitenbach als Übergang zwischen dem Zürcher und dem Aargauer Verkehrsraum.

Mit dem Wachstum der Bevölkerung und der Arbeitsplätze nahm auch die Belastung der Strassen und Buslinien zu. Die Limmattalbahn sollte einen bedeutenden Teil des zusätzlichen Verkehrs übernehmen und zugleich die Entwicklung neuer Quartiere entlang ihrer Strecke unterstützen.[1]

Die S-Bahn bleibt das Rückgrat des regionalen öffentlichen Verkehrs. Die Limmattalbahn erschliesst dagegen die Gebiete zwischen den Bahnhöfen und ermöglicht kurze Verbindungen innerhalb des Tals.

Vorgeschichte

Historische Limmattal-Strassenbahn

Bereits von 1900 bis 1931 besass das Limmattal eine Überlandstrassenbahn. Die private Limmattal-Strassenbahn verband die damalige Zürcher Stadtgrenze beim Letzigraben mit Altstetten, Schlieren und Dietikon.

1901 kam eine Zweigstrecke von Schlieren über Unterengstringen nach Weiningen hinzu. Die auffällig gelben Fahrzeuge der Bahn wurden im Volksmund teilweise als Lisebethli bezeichnet.

Die Strecke diente nicht nur dem Personenverkehr, sondern auch der Beförderung von Post und Gütern. Sie verband die wachsenden Industrieorte des Limmattals mit Zürich.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten und die zunehmende Konkurrenz von Eisenbahn, Bus und privatem Strassenverkehr führten zur schrittweisen Stilllegung. 1931 übernahm die Stadt Zürich die verbliebenen Anlagen. Die ausserhalb der Stadt gelegenen Verbindungen wurden durch Autobusse ersetzt.[4]

Ein Teil der ehemaligen Strecke im Zürcher Stadtgebiet blieb im Tramnetz erhalten. Dadurch bestand weiterhin eine Tramverbindung von der Zürcher Innenstadt nach Altstetten und später bis zum Farbhof.

Wachstum des Limmattals

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen die Gemeinden des Limmattals stark. Neue Wohnquartiere, Industriebetriebe und Einkaufszentren entstanden entlang der Hauptverkehrsachsen.

Spreitenbach entwickelte sich mit dem 1970 eröffneten Einkaufszentrum Shoppi zu einem überregionalen Einkaufsstandort. In Dietikon, Schlieren und Altstetten wurden frühere Industrieflächen zunehmend durch Dienstleistungs-, Wohn- und Bildungsbauten ersetzt.

Die öffentlichen Buslinien gerieten besonders während der Hauptverkehrszeiten in den Stau des motorisierten Individualverkehrs. Eine leistungsfähige, weitgehend vom Strassenverkehr unabhängige Bahnverbindung wurde deshalb zunehmend als mögliche Lösung betrachtet.

Planung der modernen Limmattalbahn

Erste Untersuchungen

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts begannen die Kantone Zürich und Aargau mit Untersuchungen zu einem neuen öffentlichen Verkehrsmittel im Limmattal.

Geprüft wurden unterschiedliche Systeme und Linienführungen. Zur Diskussion standen unter anderem:

  • der Ausbau des Busnetzes;
  • Buslinien auf eigenen Fahrspuren;
  • eine normalspurige Eisenbahn;
  • eine Einschienenbahn;
  • eine meterspurige Stadtbahn;
  • verschiedene Kombinationen mit bestehenden Tram- und Bahnstrecken.

Die Planung orientierte sich an der bereits im Glattal verwirklichten Idee einer Stadtbahn als Bindeglied zwischen S-Bahn und lokalem Busverkehr.

Systementscheid

Der Zürcher Regierungsrat entschied sich 2009 für eine meterspurige Stadtbahn mit Zweirichtungsfahrzeugen. Dieses System ermöglichte die technische Verbindung mit dem Zürcher Tramnetz und der Bremgarten-Dietikon-Bahn.

Zweirichtungsfahrzeuge besitzen an beiden Fahrzeugenden einen Führerstand und auf beiden Seiten Türen. Dadurch benötigen die Endstationen keine Wendeschlaufen.

Die Fahrzeuge sollten sowohl die niedrige Spannung des Zürcher Tramnetzes als auch die höheren Gleichspannungen auf regionalen Bahnstrecken verwenden können.[5]

Gründung der Limmattalbahn AG

Die Kantone Zürich und Aargau gründeten 2010 die Limmattalbahn AG. Ihre Aufgabe bestand zunächst in der Planung und dem Bau der Strecke.

Die Beteiligungsverhältnisse wurden entsprechend dem überwiegenden Streckenanteil festgelegt:

Eigentümer Anteil am Aktienkapital
Kanton Zürich 75 Prozent
Kanton Aargau 25 Prozent

Nach der Fertigstellung blieb die Gesellschaft Eigentümerin und Konzessionärin der Eisenbahninfrastruktur. Sie beschäftigt keine eigenen Mitarbeitenden. Die betrieblichen und administrativen Aufgaben werden durch Aargau Verkehr ausgeführt.[2]

Finanzierung und politische Entscheide

Projektkredit

Für die Limmattalbahn wurde ein gesamter Kostenrahmen von 755 Millionen Franken vorgesehen. Die Kantone Zürich und Aargau finanzierten die auf ihrem jeweiligen Gebiet liegenden Anlagen nach dem Territorialprinzip.

Der Bund beteiligte sich im Rahmen der Agglomerationsprogramme mit ungefähr einem Drittel der anrechenbaren Kosten.[1]

Auf den Kanton Aargau entfiel ein Verpflichtungskredit von 179,5 Millionen Franken. Der Aargauer Grosse Rat bewilligte den Beitrag 2015.[6]

Zürcher Volksabstimmung von 2015

Gegen den Zürcher Finanzierungsbeschluss wurde das Referendum ergriffen. Am 22. November 2015 stimmte die Bevölkerung des Kantons Zürich über den kantonalen Beitrag ab.

Die Vorlage wurde kantonsweit mit einem Ja-Stimmenanteil von 64,5 Prozent angenommen.[1]

In mehreren direkt betroffenen Gemeinden des Bezirks Dietikon überwogen dagegen die Neinstimmen. Die unterschiedliche Bewertung zwischen dem gesamten Kanton und Teilen der unmittelbar betroffenen Region führte zu weiteren politischen Auseinandersetzungen.

Befürworterinnen und Befürworter verwiesen auf:

  • das erwartete Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum;
  • überlastete Strassen und Buslinien;
  • die Verbindung der regionalen Zentren;
  • die Förderung einer verkehrsorientierten Siedlungsentwicklung;
  • die langfristige Leistungsfähigkeit des öffentlichen Verkehrs.

Gegnerinnen und Gegner kritisierten:

  • die Kosten;
  • den Flächenbedarf;
  • mögliche Einschränkungen für den Strassenverkehr;
  • die Belastungen während der Bauzeit;
  • die Linienführung durch bestehende Ortszentren;
  • die aus ihrer Sicht ungenügende lokale Zustimmung.

Stopp-Initiative von 2018

2017 wurde die kantonale Volksinitiative Stoppt die Limmattalbahn – ab Schlieren! eingereicht. Sie verlangte den Verzicht auf die zweite Etappe zwischen Schlieren Geissweid und Killwangen-Spreitenbach.

Die Initiative wurde am 23. September 2018 von den Stimmberechtigten des Kantons Zürich deutlich abgelehnt. Der Ja-Stimmenanteil betrug rund 17,1 Prozent.[7]

Damit war der politische Weg für die vollständige Ausführung der Strecke frei.

Bau

Die Limmattalbahn wurde in zwei grossen Etappen erstellt.

Etappe Abschnitt Baubeginn Betriebsaufnahme
Erste Etappe Zürich Farbhof–Schlieren Geissweid 2017 September 2019
Zweite Etappe Zürich Altstetten–Farbhof sowie Schlieren Geissweid–Killwangen-Spreitenbach 2019 Dezember 2022

Erste Etappe

Die Bauarbeiten der ersten Etappe begannen im Sommer 2017. Sie umfasste die Verlängerung der Zürcher Tramstrecke vom Farbhof bis Schlieren Geissweid.

Gleichzeitig wurden Strassen, Werkleitungen, Plätze, Haltestellen und Anlagen für den Fuss- und Veloverkehr erneuert oder angepasst.

Die neue Strecke wurde im September 2019 eröffnet. Zunächst wurde sie ausschliesslich von der verlängerten VBZ-Linie 2 befahren. Diese verbindet Schlieren mit Zürich und führt innerhalb der Stadt weiter über den Hauptbahnhof und das Bellevue zum Klusplatz.

Die erste Etappe ermöglichte es, einen bereits fertiggestellten Teil der Infrastruktur mehrere Jahre vor der Eröffnung der Gesamtstrecke zu nutzen.

Zweite Etappe

Die Arbeiten an der zweiten Etappe begannen unmittelbar nach der Inbetriebnahme des ersten Abschnitts.

Sie umfassten:

  • die neue Verbindung vom Bahnhof Zürich Altstetten zum Farbhof;
  • die Strecke von Schlieren Geissweid über Urdorf nach Dietikon;
  • die Durchquerung von Dietikon;
  • die Weiterführung nach Spreitenbach;
  • die Endstrecke zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach;
  • das Depot Müsli in Dietikon;
  • Energieversorgungs-, Sicherungs- und Kommunikationsanlagen.

Die Bauarbeiten erfolgten gleichzeitig in mehreren Gemeinden. Neben dem Gleisbau mussten zahlreiche Strassen, Kreuzungen, Brücken, Werkleitungen und öffentliche Räume umgestaltet werden.

Im Sommer 2022 waren die wesentlichen Bauarbeiten abgeschlossen. Anschliessend folgten Testfahrten, technische Abnahmen und die Ausbildung des Fahrpersonals.

Die offizielle Eröffnung fand am 9. Dezember 2022 statt. Am folgenden Tag wurde ein öffentliches Eröffnungsfest durchgeführt. Der fahrplanmässige Betrieb begann am Sonntag, 11. Dezember 2022.[8]

Nach Angaben des Kantons Zürich wurde das Grossprojekt planmässig und unterhalb des bewilligten Kostenrahmens fertiggestellt.[9]

Streckenverlauf

Bahnhof Zürich Altstetten

Die Linie 20 beginnt auf der Südseite des Bahnhofs Zürich Altstetten. Die Endstation besitzt Stumpfgleise, da die eingesetzten Stadtbahnwagen als Zweirichtungsfahrzeuge ausgeführt sind.

Der Bahnhof ist ein bedeutender Knoten der S-Bahn Zürich. Zudem bestehen Anschlüsse an Tram- und Buslinien der Verkehrsbetriebe Zürich.

Vom Bahnhof führt die Limmattalbahn über eine eigene Strecke zur Hohlstrasse. Sie bedient zunächst die Haltestelle Seidelhof und erreicht anschliessend den Farbhof.

Farbhof

Am Farbhof trifft die Strecke auf das Zürcher Tramnetz. Hier vereinigen sich die Gleise der Linie 20 mit jenen der Linie 2.

Zwischen Farbhof und Schlieren Geissweid verkehren beide Linien auf derselben Infrastruktur. Dadurch besteht auf diesem Abschnitt ein dichteres Angebot als auf der übrigen Limmattalbahn.

Die Linie 2 fährt vom Farbhof in Richtung Zürcher Innenstadt weiter. Die Linie 20 zweigt dagegen am Bahnhof Altstetten von der städtischen Tramachse ab.

Schlieren

In Schlieren folgt die Bahn weitgehend der Zürcher- und Badenerstrasse. Sie erschliesst ehemalige Industrieflächen, neue Wohnquartiere, das Stadtzentrum und den Bahnhof.

Zu den bedeutenden Haltestellen gehören:

  • Mülligen;
  • Gasometerbrücke;
  • Wagonsfabrik;
  • Zentrum/Bahnhof;
  • Geissweid;
  • Kesslerplatz;
  • Spital Limmattal.

Die Namen Gasometerbrücke und Wagonsfabrik erinnern an die Industriegeschichte Schlierens. Auf früheren Fabrikarealen entstanden in den vergangenen Jahrzehnten neue Wohn- und Dienstleistungsquartiere.

Beim Spital Limmattal verbessert die Bahn die Anbindung eines der wichtigsten Gesundheitszentren der Region.

Urdorf

Zwischen Schlieren und Dietikon durchquert die Strecke den nördlichen Teil der Gemeinde Urdorf.

Die Haltestellen Kantiallee und Urdorf-Nord erschliessen unter anderem die Kantonsschule Limmattal, Wohngebiete und Arbeitsplatzstandorte.

Das historische Dorfzentrum und der Bahnhof Urdorf liegen südlich der Limmattalbahn. Sie werden weiterhin vor allem durch Buslinien und die S-Bahn erschlossen.

Dietikon

In Dietikon erreicht die Bahn den wichtigsten regionalen Knoten zwischen Zürich Altstetten und Killwangen-Spreitenbach.

Sie führt zunächst über die Birmensdorferstrasse und den Schäflibach zum Bahnhof Dietikon. Dort bestehen Anschlüsse an die S-Bahn, Fernverkehrszüge, Buslinien und die Bremgarten-Dietikon-Bahn.

Nach dem Bahnhof durchquert die Limmattalbahn das Dietiker Zentrum. Anschliessend führt sie über die Oetwilerstrasse und den Maienweg zum Entwicklungsgebiet Niderfeld.

Das Niderfeld zählt zu den grössten längerfristigen Siedlungsentwicklungsgebieten im Kanton Zürich. Die Bahn wurde frühzeitig als zentrale Erschliessungsachse dieses Gebiets vorgesehen.

Spreitenbach

Nach dem Übergang in den Kanton Aargau erreicht die Strecke zunächst Kreuzäcker und die grossen Gewerbe- und Einkaufsgebiete von Spreitenbach.

Sie bedient unter anderem:

  • IKEA;
  • Shoppi Tivoli;
  • Umwelt Arena;
  • Spreitenbach West.

Das 1970 eröffnete Shoppi Spreitenbach und das spätere Tivoli gehören zu den grössten Einkaufszentren der Schweiz. Die Limmattalbahn ermöglicht erstmals eine direkte schienengebundene Erschliessung des Einkaufs- und Freizeitraums.

Die Umwelt Arena ist ein Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum für Energie-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen.

Killwangen-Spreitenbach

Die Endstation befindet sich beim Bahnhof Killwangen-Spreitenbach.

Der Bahnhof liegt an der Hauptstrecke zwischen Zürich und Baden. Es bestehen Anschlüsse an die S-Bahn und an regionale Buslinien.

Die Limmattalbahn endet in einer Stumpfanlage. Die Linienführung wurde so angelegt, dass eine spätere Fortsetzung in Richtung Neuenhof, Wettingen und Baden grundsätzlich möglich bleibt.

Haltestellen

Die Linie 20 bedient 27 Haltestellen. Die folgende Übersicht zeigt sie in der Reihenfolge von Zürich Altstetten nach Killwangen-Spreitenbach.[10]

Nr. Haltestelle Gemeinde Wichtige Anschlüsse oder Ziele
1 Zürich Altstetten, Bahnhof Zürich S-Bahn, Bahn- und Buslinien
2 Zürich, Seidelhof Zürich Hohlstrasse und Altstetten
3 Zürich, Farbhof Zürich Tramlinie 2 und Buslinien
4 Zürich, Micafil Zürich Arbeitsplatz- und Entwicklungsgebiet
5 Schlieren, Mülligen Schlieren Gewerbe- und Wohngebiete
6 Schlieren, Gasometerbrücke Schlieren Ehemalige Industrieareale
7 Schlieren, Wagonsfabrik Schlieren Entwicklungsgebiet der ehemaligen Wagonsfabrik
8 Schlieren, Zentrum/Bahnhof Schlieren S-Bahn und Buslinien
9 Schlieren, Geissweid Schlieren Endstation der Tramlinie 2
10 Schlieren, Kesslerplatz Schlieren Wohn- und Gewerbegebiete
11 Schlieren, Reitmen Schlieren Wohnquartiere
12 Schlieren, Spital Limmattal Schlieren Spital Limmattal
13 Urdorf, Kantiallee Urdorf Kantonsschule Limmattal
14 Urdorf, Urdorf-Nord Urdorf Nördliche Wohn- und Gewerbegebiete
15 Dietikon, Birmensdorferstrasse Dietikon Südöstliches Stadtgebiet
16 Dietikon, Schäflibach Dietikon Wohn- und Gewerbegebiete
17 Dietikon, Bahnhof Dietikon S-Bahn, Bremgarten-Dietikon-Bahn und Buslinien
18 Dietikon, Zentrum Dietikon Stadtzentrum
19 Dietikon, Oetwilerstrasse Dietikon Wohn- und Arbeitsplatzgebiete
20 Dietikon, Maienweg Dietikon Stadtentwicklungsgebiet
21 Dietikon, Niderfeld Dietikon Geplantes neues Stadtquartier
22 Spreitenbach, Kreuzäcker Spreitenbach Wohn- und Gewerbegebiet
23 Spreitenbach, IKEA Spreitenbach Möbelhaus und Gewerbegebiet
24 Spreitenbach, Shoppi Tivoli Spreitenbach Einkaufszentrum Shoppi Tivoli
25 Spreitenbach, Umwelt Arena Spreitenbach Umwelt Arena Schweiz
26 Spreitenbach, West Spreitenbach Westliches Siedlungsgebiet
27 Killwangen, Bahnhof Killwangen S-Bahn und Buslinien

Der durchschnittliche Abstand zwischen zwei Haltestellen beträgt ungefähr 515 Meter. Dadurch erschliesst die Bahn den Siedlungsraum wesentlich feiner als die parallel verlaufende Eisenbahn.

Betrieb

Linie 20

Die Linie 20 verkehrt täglich im 15-Minuten-Takt zwischen Zürich Altstetten und Killwangen-Spreitenbach.[3]

Die fahrplanmässige Reisezeit über die gesamte Strecke beträgt ungefähr 38 Minuten.[11]

Die Stadtbahn ist auf Anschlüsse an die S-Bahn ausgerichtet. Besonders wichtige Umsteigepunkte sind:

  • Zürich Altstetten;
  • Schlieren;
  • Dietikon;
  • Killwangen-Spreitenbach.

Da die Strecke zwischen Wohn-, Arbeits- und Einkaufsgebieten verläuft, dient sie nicht nur dem klassischen Pendlerverkehr in Richtung Zürich. Sie ermöglicht auch zahlreiche kurze und mittlere Fahrten innerhalb des Limmattals.

Tramlinie 2

Zwischen Farbhof und Schlieren Geissweid wird die Infrastruktur zusätzlich von der Tramlinie 2 der Verkehrsbetriebe Zürich genutzt.

Die Linie 2 verbindet Schlieren über Altstetten, Albisrieden, Stauffacher, Paradeplatz und Bellevue mit dem Klusplatz. Auf dem gemeinsam befahrenen Abschnitt ergänzt sie den Viertelstundentakt der Linie 20.

Die Linie 2 wird mit Fahrzeugen der Verkehrsbetriebe Zürich betrieben, während auf der Linie 20 eigene Fahrzeuge von Aargau Verkehr eingesetzt werden.

Betriebsführung

Aargau Verkehr ist für den Fahrbetrieb der Linie 20 verantwortlich. Das Unternehmen betreibt daneben unter anderem:

  • die Bremgarten-Dietikon-Bahn;
  • die Wynental- und Suhrentalbahn;
  • regionale Buslinien;
  • weitere meterspurige Bahnstrecken im Kanton Aargau.

Für die Limmattalbahn wurden eigene Stadtbahnführerinnen und Stadtbahnführer ausgebildet. Die Betriebsleitzentrale überwacht den Verkehr und koordiniert Störungen, Anschlüsse und Ersatzmassnahmen.

Tarife

Der Zürcher Abschnitt der Linie ist in den Zürcher Verkehrsverbund integriert. Im Aargauer Teil gelten die Tarifstrukturen des Tarifverbunds A-Welle.

Die Haltestelle Spreitenbach Shoppi Tivoli liegt in einem tariflichen Überlappungsbereich. Für Fahrten über die Verbundgrenze bestehen verbundübergreifende Fahrausweise und Z-Pass-Angebote.[12]

Infrastruktur

Spurweite und Gleise

Die Limmattalbahn besitzt die in den Tramnetzen von Zürich und im meterspurigen Netz von Aargau Verkehr übliche Spurweite von 1000 Millimetern.

Die Strecke ist grundsätzlich doppelspurig. Dadurch können die Züge beider Richtungen unabhängig voneinander verkehren.

Ein grosser Teil der Strecke liegt auf einem eigenen Bahnkörper. In den Zentren und bei einzelnen Kreuzungen verlaufen die Gleise teilweise innerhalb oder unmittelbar neben dem Strassenraum.

Das eigene Trassee vermindert die Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr. An Kreuzungen wird die Stadtbahn durch Lichtsignalanlagen bevorzugt.

Fahrleitung

Die Energie wird über eine Oberleitung zugeführt. Die Strecke ist mit Gleichstrom elektrifiziert.

Wegen der Verbindungen mit unterschiedlichen bestehenden Netzen wurden die Fahrzeuge als Mehrsystemfahrzeuge beschafft. Sie können unter mehreren Gleichstromspannungen verkehren.

Im Bereich des Zürcher Tramnetzes gelten andere elektrische Bedingungen als auf den regionalen Abschnitten der Limmattalbahn. Die Umschaltung erfolgt technisch so, dass für die Fahrgäste kein Betriebsunterbruch entsteht.

Haltestellen

Die Haltestellen besitzen erhöhte Perrons, welche einen weitgehend stufenfreien Einstieg ermöglichen.

Zur Ausstattung gehören je nach Standort:

  • Wetterschutz;
  • Sitzgelegenheiten;
  • Fahrgastinformation;
  • Billettautomaten;
  • Beleuchtung;
  • taktile Markierungen;
  • Veloabstellplätze;
  • Zugänge für Rollstühle und Kinderwagen.

Die Bahnsteige wurden für die rund 44 Meter langen Stadtbahnwagen dimensioniert.

Depot Müsli

Das Depot Müsli befindet sich im Gebiet der Stadt Dietikon nahe der Grenze zu Spreitenbach.

Die Anlage dient insbesondere:

  • der Abstellung der Fahrzeuge;
  • der täglichen Reinigung;
  • der Versorgung mit Betriebsstoffen;
  • kleineren Unterhaltsarbeiten;
  • der Betriebsorganisation.

Zur Anlage gehört eine automatische Waschanlage. Grössere Instandhaltungsarbeiten können in Werkstätten von Aargau Verkehr ausgeführt werden.

Brücken und Kunstbauten

Für den Bau der Strecke mussten mehrere Brücken, Unterführungen und Stützmauern neu erstellt oder angepasst werden.

Besondere bauliche Herausforderungen waren:

  • der Anschluss an den Bahnhof Zürich Altstetten;
  • die Führung durch das Zentrum von Schlieren;
  • die Querung stark belasteter Strassen;
  • die Verbindung zum Bahnhof Dietikon;
  • die Durchfahrt durch die Einkaufs- und Gewerbegebiete von Spreitenbach;
  • die Anbindung an den Bahnhof Killwangen-Spreitenbach.

Die Bauarbeiten wurden häufig mit der Erneuerung von Wasser-, Strom-, Gas- und Kommunikationsleitungen verbunden.

Fahrzeuge

Aargau Verkehr beschaffte für die Limmattalbahn acht Fahrzeuge des Typs Tramlink von Stadler Rail.

Die siebenteiligen Stadtbahnwagen sind vollständig niederflurig und können in beiden Richtungen verkehren. Sie besitzen an jedem Ende einen Führerstand.

Merkmal Wert
Hersteller Stadler Rail
Fahrzeugtyp Tramlink
Anzahl 8
Bauart Siebenteiliger Zweirichtungs-Gelenktriebwagen
Spurweite 1000 mm
Länge 44,1 m
Breite 2,4 m
Höhe 3,61 m
Einstiegshöhe 370 mm
Sitzplätze 84
Gesamtkapazität 262 Personen
Türen Fünf Doppel- und zwei Einzeltüren je Fahrzeugseite
Leistung 6 × 100 kW
Technische Höchstgeschwindigkeit 80 km/h

Die Fahrzeuge besitzen einen durchgehend niederflurigen Fahrgastraum. Mehrzweckbereiche bieten Platz für Rollstühle, Kinderwagen, Fahrräder und Gepäck.

Sie sind mit Klimaanlage, Fahrgastinformationssystem, Videoüberwachung und grossen Mehrzweckflächen ausgestattet.

Die Tramlink-Fahrzeuge sind für Gleichspannungen von 600, 750, 1200 und 1500 Volt ausgelegt. Dadurch können sie sowohl auf der Limmattalbahn als auch auf technisch unterschiedlichen angrenzenden Netzen eingesetzt werden.[13]

Die blau und weiss gestalteten Fahrzeuge unterscheiden sich deutlich von den traditionellen blauen Zürcher Tramwagen. Ihre Gestaltung nimmt Bezug auf den regionalen Charakter der Limmattalbahn.

Sicherheit

Die Limmattalbahn verkehrt teilweise in einem städtischen Strassenraum. Fussgängerinnen, Velofahrer und Autofahrende müssen deshalb Gleise und Kreuzungen beachten.

Stadtbahnfahrzeuge haben einen deutlich längeren Bremsweg als Autos. Sie können einem Hindernis nicht ausweichen.

An Kreuzungen, Fussgängerübergängen und Grundstückszufahrten wurden deshalb:

  • Lichtsignale;
  • Warnmarkierungen;
  • Sperrflächen;
  • Geländer;
  • akustische Signale;
  • besondere Verkehrsführungen

eingerichtet.

Die Fahrzeuge verfügen über Kameras, Rückspiegel- beziehungsweise Videosysteme und akustische Warnsignale. Die Fahrerkabinen bieten eine gute Sicht auf den Verkehrsraum.

Aargau Verkehr führte vor der Inbetriebnahme eine Informationskampagne durch. Sie sollte die Bevölkerung mit dem neuen Verkehrsmittel und dessen Vortrittsregeln vertraut machen.[3]

Städtebau

Die Limmattalbahn wurde nicht nur als Verkehrsprojekt geplant. Sie sollte zugleich die städtebauliche Entwicklung des Limmattals beeinflussen.

Entlang der Strecke entstanden oder entstehen neue Quartiere auf früheren Industrie- und Gewerbeflächen. Dazu gehören insbesondere Gebiete in:

  • Zürich Altstetten;
  • Schlieren West;
  • dem Zentrum von Schlieren;
  • Dietikon Niderfeld;
  • Spreitenbach Kreuzäcker;
  • Spreitenbach West.

Die Bahn ermöglicht eine höhere bauliche Dichte, ohne dass der zusätzliche Verkehr vollständig über die Strasse abgewickelt werden muss.

Mehrere Gemeinden überarbeiteten im Zusammenhang mit dem Projekt ihre Entwicklungspläne, Strassenräume und öffentlichen Plätze.

In Schlieren wurde das Stadtzentrum neu gestaltet. Breitere Trottoirs, Baumreihen, Haltestellen und neue Platzbereiche sollten die frühere Durchfahrtsstrasse stärker in einen städtischen Raum verwandeln.

Die Wirkung der Bahn auf die Raumplanung wird mit jener der Glattalbahn verglichen. Beide Projekte verbinden Verkehrsinfrastruktur mit einer langfristigen Entwicklung der Agglomeration.

Auswirkungen auf den Busverkehr

Mit der Inbetriebnahme der Limmattalbahn wurde das regionale Busnetz angepasst.

Parallel verlaufende Buslinien wurden teilweise aufgehoben, verkürzt oder neu geführt. Andere Linien übernehmen seither stärker die Funktion von Zubringern zur Stadtbahn und zur S-Bahn.

Das Ziel bestand darin, Doppelspurigkeiten zu vermeiden und gleichzeitig Gebiete ausserhalb des unmittelbaren Einzugsbereichs der Bahn besser Einzugsbereichs der Bahn besser mit ihren Haltestellen zu verbinden.

Zu den wichtigen Umsteigepunkten zwischen Bahn und Bus gehören:

  • Zürich Altstetten;
  • Schlieren Zentrum/Bahnhof;
  • Spital Limmattal;
  • Dietikon Bahnhof;
  • Spreitenbach Shoppi Tivoli;
  • Killwangen-Spreitenbach.

Die Umstellung wurde teilweise kritisch beurteilt, weil einzelne frühere Direktverbindungen entfielen. Befürworter verwiesen auf die höhere Kapazität und Zuverlässigkeit der Schienenverbindung.

Umwelt

Die Limmattalbahn soll einen grösseren Anteil des regionalen Verkehrs auf den öffentlichen Verkehr verlagern.

Elektrische Stadtbahnen verursachen im Betrieb lokal keine Abgase. Ihre Energieeffizienz pro beförderte Person ist bei guter Auslastung höher als jene des motorisierten Individualverkehrs.

Der Bau führte jedoch auch zu Eingriffen in bestehende Strassenräume, Grünflächen und Böden. Bäume mussten gefällt und Flächen versiegelt werden. Im Rahmen des Projekts wurden deshalb Ersatzpflanzungen, neue Grünstreifen und ökologische Ausgleichsmassnahmen vorgesehen.

Rasengleise und begrünte Randbereiche tragen an geeigneten Stellen zur Versickerung von Regenwasser und zur Verbesserung des Stadtklimas bei.

Die tatsächliche Umweltwirkung hängt langfristig davon ab, wie stark die Bahn genutzt wird und ob sie Autofahrten ersetzt oder vor allem zusätzliche Mobilität erzeugt.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Bahn verbessert die Erreichbarkeit bedeutender Arbeitsplatz- und Einkaufsgebiete.

Direkt erschlossen werden unter anderem:

  • Industrie- und Dienstleistungsgebiete in Zürich Altstetten;
  • ehemalige Fabrikareale in Schlieren;
  • das Spital Limmattal;
  • das Zentrum von Dietikon;
  • das Niderfeld;
  • IKEA Spreitenbach;
  • Shoppi Tivoli;
  • die Umwelt Arena;
  • Entwicklungsgebiete in Spreitenbach West.

Unternehmen erhalten dadurch einen besseren Zugang zu einem grösseren Arbeitsmarkt. Beschäftigte können ihre Arbeitsplätze häufiger ohne Auto erreichen.

Während der Bauphase litten zahlreiche Geschäfte und Anwohnende unter Umleitungen, Lärm, eingeschränkter Erreichbarkeit und Bauarbeiten. Die Projektverantwortlichen richteten Informationsstellen ein und koordinierten die Bauphasen mit den Gemeinden.

Kritik und Kontroversen

Die Limmattalbahn war über viele Jahre politisch umstritten.

Kosten

Kritiker hielten die Investitionskosten von 755 Millionen Franken für zu hoch. Sie verlangten einen Ausbau des Busnetzes als günstigere Alternative.

Befürworter argumentierten, Busse könnten die langfristig erwarteten Verkehrsströme nicht mit gleicher Kapazität und Zuverlässigkeit bewältigen. Zudem umfasste der Projektkredit nicht nur Gleise, sondern auch umfangreiche Erneuerungen von Strassen, Werkleitungen und öffentlichen Räumen.

Lokale Ablehnung

Ein Teil der Bevölkerung in Schlieren, Urdorf und Dietikon empfand die Bahn als ein vom übrigen Kanton auferlegtes Projekt.

In der kantonalen Abstimmung von 2015 lehnten mehrere unmittelbar betroffene Gemeinden die Vorlage ab, obwohl sie kantonsweit angenommen wurde.

Die zweite Abstimmung von 2018 zeigte jedoch eine stärkere Zustimmung zur vollständigen Strecke. Die Initiative zum Abbruch nach der ersten Etappe wurde auch in den betroffenen Gemeinden abgelehnt.

Strassenverkehr

Gegner befürchteten, die Umverteilung von Strassenraum zugunsten der Bahn werde Staus verursachen und die Erreichbarkeit von Geschäften verschlechtern.

In einzelnen Abschnitten wurden Fahrspuren, Abbiegebeziehungen und Parkplätze verändert. Gleichzeitig wurden Lichtsignalanlagen und Kreuzungen neu organisiert.

Die langfristigen Auswirkungen hängen von der Entwicklung des Verkehrsaufkommens, der Siedlungsdichte und der Nutzung der Bahn ab.

Bauzeit

Die mehrjährigen Arbeiten belasteten Anwohnende, Gewerbe und Verkehrsteilnehmende.

Besonders in den Zentren von Schlieren und Dietikon führten Bauphasen zu Umleitungen und eingeschränkten Zufahrten. Die gleichzeitige Erneuerung unterirdischer Leitungen verlängerte an einzelnen Orten die Dauer der Arbeiten, vermied aber spätere erneute Baustellen.

Fahrgastentwicklung

Vor der Eröffnung rechneten die Planungsstellen in den ersten Betriebsjahren mit mehreren Zehntausend Fahrgästen pro Tag.

Die Nachfrage soll langfristig mit der Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung steigen. Ein dichterer Takt ist grundsätzlich möglich, wenn Fahrgastzahlen und betriebliche Voraussetzungen dies erfordern.

Die Linie dient verschiedenen Fahrgastgruppen:

  • Berufspendlerinnen und Berufspendlern;
  • Schülerinnen und Schülern;
  • Kundinnen und Kunden der Einkaufszentren;
  • Beschäftigten des Spitals und anderer grosser Arbeitgeber;
  • Reisenden mit Anschluss an die S-Bahn;
  • Personen mit kurzen Wegen innerhalb einer Gemeinde;
  • Freizeit- und Veranstaltungsbesuchenden.

Die Entwicklung der Fahrgastzahlen wird durch Aargau Verkehr, den Zürcher Verkehrsverbund und die beteiligten Kantone beobachtet.

Barrierefreiheit

Die Limmattalbahn wurde als weitgehend hindernisfreies Verkehrsmittel gebaut.

Die Tramlink-Fahrzeuge besitzen einen vollständig niederflurigen Innenraum. An den Haltestellen ermöglichen erhöhte Perrons einen nahezu niveaugleichen Einstieg.

In den Mehrzweckbereichen bestehen Plätze für:

  • Rollstühle;
  • Rollatoren;
  • Kinderwagen;
  • Fahrräder;
  • grössere Gepäckstücke.

Optische und akustische Fahrgastinformationen unterstützen Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen.

Alle planmässigen Kurse der Linie 20 werden mit vollständig niederflurigen Fahrzeugen geführt.[14]

Weiterführung nach Baden

Seit der frühen Planung wurde eine mögliche Verlängerung der Limmattalbahn von Killwangen über Neuenhof und Wettingen nach Baden untersucht.

Eine solche Strecke könnte folgende Orte und Gebiete erschliessen:

  • Killwangen;
  • Neuenhof;
  • das Entwicklungsgebiet Tägerhard;
  • Wettingen;
  • den Raum Baden.

Frühere Studien sahen eine meterspurige Fortsetzung der bestehenden Bahn vor. Der Kanton Aargau sicherte dafür einen möglichen Verkehrskorridor im kantonalen Richtplan.

Im Rahmen des Gesamtverkehrskonzepts für den Raum Baden wurde die Planung später breiter gefasst. Der bisherige Richtplaneintrag Weiterführung Limmattalbahn bis Baden soll als ÖV-Hauptkorridor Killwangen–Baden bezeichnet werden.

Damit wird offengehalten, ob der langfristige Ausbau tatsächlich als Verlängerung der Limmattalbahn oder mit einem anderen leistungsfähigen öffentlichen Verkehrssystem erfolgt. Linienführungen und Verkehrsmittel sind noch nicht abschliessend festgelegt.[15]

Eine bauliche Umsetzung erfordert weitere Planungen, politische Beschlüsse, Finanzierungsvereinbarungen und ein bundesrechtliches Genehmigungsverfahren.

Bedeutung

Die Limmattalbahn ist eines der grössten schweizerischen Stadtbahnprojekte des frühen 21. Jahrhunderts.

Sie besitzt besondere Bedeutung als:

  • kantonsübergreifende Verbindung zwischen Zürich und Aargau;
  • Feinverteiler zwischen mehreren S-Bahnhöfen;
  • Erschliessung wachsender Wohn- und Arbeitsplatzgebiete;
  • Verbindung bedeutender Einkaufs- und Gesundheitseinrichtungen;
  • Instrument der koordinierten Siedlungs- und Verkehrsentwicklung;
  • Bindeglied zwischen Tram-, Stadtbahn- und regionalen Bahnnetzen.

Die Strecke zeigt, wie ein öffentlicher Verkehrskorridor über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinweg geplant und finanziert werden kann.

Gleichzeitig verdeutlichen die politischen Auseinandersetzungen die Schwierigkeiten grosser Infrastrukturprojekte in dicht besiedelten Räumen. Regionale Interessen, Kosten, Baufolgen, Strassenverkehr und langfristige Entwicklungsziele mussten miteinander abgestimmt werden.

Zeittafel

Jahr Ereignis
1900 Eröffnung der historischen Limmattal-Strassenbahn zwischen Zürich-Letzigraben und Dietikon
1901 Eröffnung der Zweigstrecke Schlieren–Unterengstringen–Weiningen
1928 Einstellung des Strassenbahnbetriebs zwischen Schlieren und Dietikon
1931 Ende der Limmattal-Strassenbahn und Umstellung der verbliebenen ausserstädtischen Strecken auf Busbetrieb
Ende des 20. Jahrhunderts Beginn neuer Untersuchungen für ein leistungsfähiges öffentliches Verkehrsmittel im Limmattal
2009 Der Zürcher Regierungsrat entscheidet sich für eine meterspurige Stadtbahn mit Zweirichtungsfahrzeugen
2010 Gründung der Limmattalbahn AG durch die Kantone Zürich und Aargau
März 2015 Bewilligung des Zürcher Finanzierungsbeschlusses durch den Kantonsrat
Mai 2015 Der Aargauer Grosse Rat bewilligt den kantonalen Verpflichtungskredit
22. November 2015 Das Zürcher Stimmvolk genehmigt den kantonalen Beitrag mit 64,5 Prozent Ja-Stimmen
Sommer 2017 Beginn der Bauarbeiten an der ersten Etappe
23. September 2018 Ablehnung der Initiative «Stoppt die Limmattalbahn – ab Schlieren!»
September 2019 Inbetriebnahme der ersten Etappe Farbhof–Schlieren Geissweid durch die Tramlinie 2
September 2019 Beginn der Hauptarbeiten an der zweiten Etappe
2021 Beginn der Lieferung und Erprobung der Tramlink-Fahrzeuge
Sommer 2022 Abschluss der wesentlichen Bauarbeiten und Beginn des Probebetriebs
9. Dezember 2022 Offizielle Eröffnung der Gesamtstrecke
10. Dezember 2022 Öffentliches Eröffnungsfest
11. Dezember 2022 Aufnahme des fahrplanmässigen Betriebs der Linie 20
2025 Weiterführung in Richtung Baden wird im Aargauer Gesamtverkehrskonzept als allgemeiner ÖV-Hauptkorridor weiterbearbeitet

Siehe auch

Literatur

  • Limmattalbahn AG: Abschlussdokumentation Bauprojekt Limmattalbahn. Teil 1: Konzeption und Planung. Dietikon.
  • Limmattalbahn AG: Abschlussdokumentation Bauprojekt Limmattalbahn. Teil 2: Siedlung, Verkehr und Umwelt. Dietikon.
  • Limmattalbahn AG: Abschlussdokumentation Bauprojekt Limmattalbahn. Teil 3: Technik und Bauen. Dietikon.
  • Peter Suter: Die Limmattal-Strassenbahn. Mitteilungsblatt Nr. 19 des Vereins Tram-Museum Zürich, Zürich.
  • Kanton Zürich und Kanton Aargau: Agglomerationsprogramm Limmattal. Zürich und Aarau.
  • Zürcher Verkehrsverbund: Limmattalbahn Zürich Altstetten–Killwangen-Spreitenbach. Zürich.
  • Aargau Verkehr AG: Limmattal Bahn. Betrieb, Fahrzeuge und Infrastruktur. Aarau.
  • Stadler Rail: Tramlink Niederflur-Stadtbahn für Aargau Verkehr. Bussnang.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Zürcher Verkehrsverbund: Limmattalbahn, abgerufen am 23. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Aargau Verkehr: Limmattalbahn AG, abgerufen am 23. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Aargau Verkehr: Limmattal Bahn, abgerufen am 23. Juli 2026.
  4. Tram-Museum Zürich: Die Limmattal-Strassenbahn, abgerufen am 23. Juli 2026.
  5. Kanton Zürich: Regierungsrat fällt Systementscheid für die Limmattalbahn, abgerufen am 23. Juli 2026.
  6. Kanton Aargau: Grossratskommission für Bau der Limmattalbahn, 17. März 2015, abgerufen am 23. Juli 2026.
  7. Statistisches Amt des Kantons Zürich: Analyse der kantonalen Abstimmungen vom 23. September 2018, abgerufen am 23. Juli 2026.
  8. Aargau Verkehr: Limmattal Bahn zwischen Zürich und Killwangen offiziell eröffnet, 9. Dezember 2022, abgerufen am 23. Juli 2026.
  9. Kanton Zürich: Geschäftsbericht 2022, abgerufen am 23. Juli 2026.
  10. Aargau Verkehr: T20 Zürich Altstetten–Killwangen, abgerufen am 23. Juli 2026.
  11. Aargau Verkehr: Fahrplan T20 Zürich Altstetten–Killwangen, Fahrplanjahr 2026, abgerufen am 23. Juli 2026.
  12. Zürcher Verkehrsverbund: Verbundtarif und Richtlinien, abgerufen am 23. Juli 2026.
  13. Stadler Rail: Tramlink Niederflur-Stadtbahn für Aargau Verkehr, abgerufen am 23. Juli 2026.
  14. Zürcher Verkehrsverbund: Hindernisfreier Zugang zu Tramlinien, abgerufen am 23. Juli 2026.
  15. Kanton Aargau: Limmattalbahn: Weiterführung von Killwangen nach Baden, abgerufen am 23. Juli 2026.