Verkehrsbetriebe Glattal

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VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 13. Januar 1993
Sitz Opfikon
Geschäftsstelle Glattbrugg
Eigentümer 21 Gemeinden und der Kanton Zürich
Marktgebiet Glattal, Furttal und Raum Effretikon/Volketswil
Verkehrsverbund Zürcher Verkehrsverbund
Linien 56 Buslinien, 7 Nachtbuslinien und 2 Glattalbahnlinien
Streckenlänge 281,2 km
Haltestellen 409
Fahrgäste 43,6 Millionen (2025)
Website www.vbg.ch

Die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG, kurz VBG, ist ein Schweizer Unternehmen des öffentlichen Verkehrs mit Sitz in Opfikon und Geschäftsstelle im Ortsteil Glattbrugg. Im Auftrag des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) ist sie für die Planung und Koordination des regionalen öffentlichen Verkehrs im Glattal, im Furttal sowie im Raum Effretikon und Volketswil verantwortlich. Das Marktgebiet umfasst 22 Gemeinden.[1][2]

Die VBG ist als Managementorganisation aufgebaut. Sie plant das Verkehrsangebot, koordiniert Fahrpläne und Anschlüsse, betreut die Infrastruktur, organisiert den Betrieb und übernimmt Aufgaben in den Bereichen Fahrgastinformation, Qualitätssicherung, Kommunikation und langfristige Netzentwicklung. Den eigentlichen Fahrbetrieb führen private und öffentliche Partnerunternehmen im Auftrag der VBG aus.[3]

Aufgaben und Stellung im Zürcher Verkehrsverbund

Der Zürcher Verkehrsverbund legt die übergeordneten strategischen Ziele, den Verbundtarif und die finanziellen Rahmenbedingungen des öffentlichen Verkehrs im Kanton Zürich fest. Die VBG gehört innerhalb dieses Systems zu den marktverantwortlichen Verkehrsunternehmen. Sie entwickelt das regionale Angebot entsprechend der Nachfrage und stimmt die Bus- und Stadtbahnlinien mit der S-Bahn Zürich, den Linien der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) sowie weiteren regionalen Verkehrsangeboten ab.

Eine wichtige Aufgabe der VBG ist die Funktion als Bindeglied zwischen dem ZVV, den Gemeinden, dem Kanton, den Transportunternehmen und den Fahrgästen. Dazu gehören die Ausarbeitung von Angebotskonzepten, die Bestellung von Verkehrsleistungen, die Planung neuer Haltestellen, die Überwachung der Pünktlichkeit und die Anpassung des Liniennetzes an die Siedlungs- und Arbeitsplatzentwicklung.

Das Marktgebiet zählt zu den wirtschaftlich dynamischsten Räumen der Schweiz. Es umfasst unter anderem die Flughafenregion, bedeutende Arbeitsplatzgebiete, Einkaufszentren, Wohnquartiere und Entwicklungsareale. Entsprechend stark ist die Nachfrage nach direkten Verbindungen zu den Bahnhöfen, zum Flughafen Zürich und zu den Zentren der Stadt Zürich.

Organisation und Eigentumsverhältnisse

Die VBG gehört 21 Gemeinden ihres Marktgebiets sowie dem Kanton Zürich. Oberstes Organ ist die Generalversammlung der insgesamt 22 Aktionäre. Der Verwaltungsrat besteht aus sechs Mitgliedern. Die operative Leitung liegt bei der Direktion und der Geschäftsleitung.[4]

Die Geschäftsstelle an der Sägereistrasse in Glattbrugg ist vergleichsweise klein, da das Unternehmen selbst kein umfangreiches Fahrpersonal beschäftigt. Ende 2025 verfügte die VBG über 37 eigene Mitarbeitende. Bei den beauftragten Busunternehmen arbeiteten zu diesem Zeitpunkt 449 Personen, wobei das Personal des Kooperationspartners VBZ nicht eingerechnet war.[5]

Geschichte

Zweckverband und Aufbau des Busnetzes

Die organisatorischen Ursprünge der VBG reichen in das Jahr 1992 zurück. Die Gemeinden Kloten, Rümlang, Opfikon-Glattbrugg und Wallisellen beschlossen damals die Gründung eines Zweckverbands, der den öffentlichen Verkehr im Glattal fördern und gemeindeübergreifend koordinieren sollte. Der Zürcher Regierungsrat genehmigte die Statuten am 30. Dezember 1992.

Am 13. Januar 1993 erfolgten der formelle Gründungsakt und die Konstituierung des Verwaltungsrats. Das damals aus zwei Personen bestehende Team bezog Geschäftsräume an der Sägereistrasse 24 in Glattbrugg. Von dort aus wurden zunächst acht reguläre Buslinien sowie sechs Ortsbuslinien koordiniert.[6]

1994 übernahm der Zweckverband die Marktverantwortung für den öffentlichen Verkehr in Kloten, Opfikon, Rümlang und Wallisellen. Im selben Jahr trat auch die Stadt Zürich dem Zweckverband bei. Nachdem der ZVV die VBG 1995 als marktverantwortliches Unternehmen mit erweitertem Gebiet anerkannt hatte, wurde das Marktgebiet schrittweise vergrössert.

Am 12. Dezember 1997 wurde die bisherige Organisation in die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG umgewandelt. Ein Jahr später übernahm die Gesellschaft die Gesamtprojektleitung für die geplante Glattalbahn. 1999 kamen die Buslinien im Furttal hinzu. Im Jahr 2000 übernahm die VBG zudem die Verantwortung für die Regionen Effretikon sowie Volketswil und Greifensee.[6]

Entstehung der Glattalbahn

Erste Überlegungen zu einer leistungsfähigen Stadtbahn im mittleren Glattal wurden bereits um 1990 diskutiert. Das rasche Wachstum der Flughafenregion und der angrenzenden Gemeinden zeigte, dass ein ausschliesslich auf Buslinien gestütztes Verkehrssystem langfristig nicht ausreichen würde.

1995 wurde das vorgesehene Trassee der Glattalbahn im kantonalen Richtplan festgesetzt. Die VBG reichte 1999 das Gesuch für die Infrastrukturkonzession ein. Im Jahr 2001 erteilte der Bundesrat die Konzession für den Bau und Betrieb der Bahn.

Im Februar 2003 genehmigten die Stimmberechtigten des Kantons Zürich den Rahmenkredit von 555 Millionen Franken für den Bau der Glattalbahn. Die Vorlage erreichte einen Ja-Anteil von 66,6 Prozent. Zusätzlich wurden 97 Millionen Franken für begleitende Strassenausbauten und Anpassungen im mittleren Glattal bewilligt.[7]

Die erste Ausbauetappe wurde in drei Abschnitten verwirklicht. Im Dezember 2006 ging die Strecke zwischen Messe/Hallenstadion und Auzelg in Betrieb. Sie wurde zunächst von der verlängerten Zürcher Tramlinie 11 befahren. Ende 2008 folgte der Abschnitt vom Glattpark über den Flughafenbahnhof bis zur Haltestelle Flughafen, Fracht. Gleichzeitig nahm die Linie 10 ihre direkte Verbindung zwischen dem Zürcher Hauptbahnhof und dem Flughafen auf.

Der dritte Abschnitt zwischen Auzelg, Wallisellen und dem Bahnhof Stettbach wurde am 12. Dezember 2010 eröffnet. Mit ihm nahm die Linie 12 ihren Betrieb zwischen dem Bahnhof Stettbach und dem Flughafen auf. Damit war die ursprünglich geplante erste Gesamtausbaustufe der Glattalbahn vollendet.[6]

Busverkehr

Das Busnetz bildet flächenmässig den grössten Teil des VBG-Angebots. Ende 2025 umfasste es 56 Tageslinien und sieben Nachtbuslinien. Die Busse bedienten 388 Haltestellen auf einer gesamten Streckenlänge von 268,5 Kilometern. Im Jahr 2025 wurden 33,6 Millionen Fahrgäste im Busverkehr gezählt.[8]

Die Linien erfüllen unterschiedliche Funktionen. Ein grosser Teil dient als Zubringer zu den Stationen der Zürcher S-Bahn, darunter die Bahnhöfe Flughafen Zürich, Kloten, Bassersdorf, Effretikon, Wallisellen, Stettbach, Regensdorf-Watt und Glattbrugg. Andere Linien verbinden Wohnquartiere, Arbeitsplatzgebiete, Schulen, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen miteinander.

Das Angebot wird regelmässig an die Nachfrage angepasst. Besonders auf stark belasteten Verbindungen im Umfeld des Flughafens, in Dübendorf, Wallisellen und im Furttal wurden die Fahrpläne in den vergangenen Jahrzehnten verdichtet. Mehrere Hauptlinien verkehren während der Hauptverkehrszeiten in einem städtischen Takt und ergänzen damit das Bahn- und Tramnetz.

Glattalbahn

Hauptartikel: Glattalbahn

Die Glattalbahn ist eine doppelspurige, weitgehend auf einem eigenen Trassee geführte Stadtbahn im Norden Zürichs und im mittleren Glattal. Ihr Netz ist 12,7 Kilometer lang und umfasst 21 Haltestellen. Die Strecke verbindet Gebiete der Gemeinden Zürich, Opfikon, Rümlang, Kloten, Wallisellen und Dübendorf.[7]

Die beiden der VBG zugeordneten Linien 10 und 12 werden durch die Verkehrsbetriebe Zürich betrieben. Die Linie 10 verbindet den Zürcher Hauptbahnhof über Oerlikon und Glattbrugg mit dem Flughafen Zürich. Die Linie 12 verkehrt vom Bahnhof Stettbach über Wallisellen, den Glattpark und Glattbrugg bis zum Flughafen. Auf dem Abschnitt zwischen Messe/Hallenstadion und Auzelg wird die Infrastruktur zusätzlich von der VBZ-Linie 11 genutzt.

Im Jahr 2025 beförderten die beiden Glattalbahnlinien der VBG zusammen 10,0 Millionen Fahrgäste. Sie erbrachten 31,5 Millionen Personenkilometer. Die Bahn ist insbesondere für die Erschliessung des Flughafens, des Glattparks, des Einkaufszentrums Glatt, der Entwicklungsgebiete in Wallisellen sowie der Umsteigeknoten Stettbach und Flughafen Zürich von Bedeutung.[8]

Transportbeauftragte

Da die VBG als Managementorganisation arbeitet, wird der Fahrbetrieb vollständig durch Partnerunternehmen erbracht. Zu den Busunternehmen gehören die ATE Bus AG in Effretikon, die EUROBUS welti-furrer AG mit Standorten in Bassersdorf und Regensdorf, die Maag Busbetrieb AG in Kloten sowie die Ryffel AG in Volketswil. Die Linien 10 und 12 der Glattalbahn werden von den Verkehrsbetrieben Zürich betrieben.[3]

Die Transportbeauftragten stellen das Fahrpersonal, betreiben die Depots und übernehmen den täglichen Fahrzeugeinsatz. Die Busse und Trams treten gegenüber den Fahrgästen jedoch im gemeinsamen Erscheinungsbild der VBG auf. Diese Organisationsform ermöglicht es der VBG, die verschiedenen Teilnetze unter einer einheitlichen Marke, Angebotsplanung und Qualitätskontrolle zusammenzufassen.

Fahrzeugflotte

Im Fahrplanjahr 2025 waren im VBG-Netz 142 Fahrzeuge eingesetzt. Dazu gehörten 121 Busse und 21 Tramfahrzeuge. Die Busflotte bestand aus 14 Elektrobussen, 11 Hybridbussen und 96 Dieselbussen. Die Fahrzeuge befinden sich im Eigentum der jeweiligen Transportbeauftragten.[5]

Bei den auf der Glattalbahn eingesetzten Fahrzeugen handelt es sich vorwiegend um Niederflurtrams des Typs Cobra. Sämtliche regulär eingesetzten Busse und Trams verfügen über Niederflureinstiege. Dadurch sind die Fahrzeuge grundsätzlich auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität, Reisende mit Kinderwagen und Fahrgäste mit Gepäck zugänglich.[8]

Fahrgastentwicklung und Kennzahlen

Seit ihrer Gründung verzeichnete die VBG ein starkes Wachstum. Im Jahr 1993 nutzten rund 6,1 Millionen Fahrgäste die damals koordinierten Linien. Zehn Jahre später waren es bereits 14 Millionen. 2015 wurde mit rund 31,5 Millionen Fahrgästen erstmals die Grenze von 30 Millionen überschritten.[6]

Nach dem vorübergehenden Rückgang während der COVID-19-Pandemie erholte sich die Nachfrage rasch. 2023 erreichte die VBG mit 39,7 Millionen Fahrgästen einen neuen Höchststand. Im Jahr 2024 stieg die Zahl auf 41,7 Millionen und 2025 auf 43,6 Millionen. Damit wurde erneut ein Fahrgastrekord erreicht.

Die Verkehrsleistung belief sich 2025 auf 115,4 Millionen Personenkilometer. Die Abfahrtspünktlichkeit lag bei 88,5 Prozent. Von den geplanten Anschlüssen wurden 97,6 Prozent erreicht. Bei der durch den ZVV vorgenommenen Messung der Servicequalität erhielt die VBG 79 von 100 möglichen Punkten.[5]

Elektromobilität und Nachhaltigkeit

Die Umstellung des Busverkehrs auf emissionsärmere Antriebe gehört zu den zentralen Entwicklungsaufgaben der VBG. Seit 2021 werden im Marktgebiet Elektrobusse eingesetzt. Die Linie 759, welche den Bahnhof Dübendorf mit dem Innovationspark und dem Flughafen verbindet, wurde als sogenannte Innovationslinie genutzt, um neue Fahrzeug-, Infrastruktur- und Betriebskonzepte unter Alltagsbedingungen zu erproben.

Seit 2023 wird die Linie 759 vollständig elektrisch betrieben. Im September 2025 nahm die VBG ihre ersten Elektrogelenkbusse in Betrieb. Diese wurden im Depot Bassersdorf stationiert und vor allem auf der stark frequentierten Linie 768 zwischen dem Flughafen Zürich und dem Bahnhof Oerlikon eingesetzt. Parallel dazu wurde die Ladeinfrastruktur in den Busdepots weiter ausgebaut.[6]

Die schrittweise Elektrifizierung soll den Energieverbrauch, die lokalen Schadstoffemissionen und den Verkehrslärm reduzieren. Gleichzeitig müssen Reichweite, Ladezeiten und Fahrzeugverfügbarkeit so geplant werden, dass der dichte Fahrplan auch bei Störungen und während der Hauptverkehrszeiten eingehalten werden kann.

Zukünftige Projekte

Glattalbahn-Verlängerung nach Kloten

Ein zentrales Ausbauvorhaben ist die Verlängerung der Glattalbahn vom Flughafen Zürich durch das Zentrum von Kloten bis in das Entwicklungsgebiet Steinacker. Das Gesamtprojekt verbindet den Bahnausbau mit einer Velohauptverbindung und umfangreichen Hochwasserschutzmassnahmen am Altbach.

Die VBG ist für die koordinierte Gesamtplanung und Projektierung verantwortlich. Das Bauprojekt wurde 2023 abgeschlossen und das Plangenehmigungsgesuch beim Bundesamt für Verkehr eingereicht. Am 15. Juni 2026 genehmigte der Zürcher Kantonsrat den Objektkredit für das Gesamtprojekt. Der Baustart ist ab 2028 vorgesehen; die Bauarbeiten sollen voraussichtlich rund fünf Jahre dauern.[9]

Die Neubaustrecke soll das Zentrum von Kloten und das Gebiet Steinacker direkt mit dem Flughafen und dem bestehenden Glattalbahnnetz verbinden. Langfristig wird zudem eine Weiterführung in Richtung Bassersdorf diskutiert.

Erschliessung des Innovationsparks

Auch die Erschliessung des Innovationsparks Zürich auf dem ehemaligen Flugplatz Dübendorf gehört zu den langfristigen Aufgaben. In einer ersten Phase soll das Busangebot ausgebaut werden. Für eine spätere Entwicklungsstufe ist eine Erweiterung der Glattalbahn vorgesehen. Ziel ist eine leistungsfähige Verbindung des Areals mit dem Flughafen, den Hochschulstandorten und weiteren Zentren der Region Zürich.[10]

Bedeutung für die Region

Die VBG hat sich von einer kleinen Koordinationsstelle für kommunale Buslinien zu einem der bedeutenden regionalen Verkehrsunternehmen im Zürcher Verkehrsverbund entwickelt. Ihr Netz erschliesst einen Raum, in dem Wohnbevölkerung, Arbeitsplätze und Verkehrsaufkommen seit Jahrzehnten überdurchschnittlich wachsen.

Besonders die Kombination aus regionalen Buslinien, leistungsfähigen Umsteigeknoten und der Glattalbahn ermöglicht direkte Verbindungen zwischen den Gemeinden des Glattals, dem Furttal, der Stadt Zürich und dem Flughafen. Die Angebotsplanung der VBG ist deshalb eng mit der Raum-, Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung der gesamten Flughafenregion verbunden.

Siehe auch

  1. VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG: Unternehmensporträt, abgerufen am 3. August 2026.
  2. VBG: Marktgebiet, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 VBG: Partner und Transportbeauftragte, abgerufen am 3. August 2026.
  4. VBG: Team und Organisation, abgerufen am 3. August 2026.
  5. 5,0 5,1 5,2 VBG: Geschäftsbericht 2025, S. 4, abgerufen am 3. August 2026.
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 VBG: Kennzahlen und Geschichte, abgerufen am 3. August 2026.
  7. 7,0 7,1 Zürcher Verkehrsverbund: Glattalbahn, abgerufen am 3. August 2026.
  8. 8,0 8,1 8,2 VBG: Glattalbahn und Fahrzeugflotte, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Glattalbahn-Verlängerung Kloten: Termine und Bauablauf, abgerufen am 3. August 2026.
  10. VBG: ÖV-Ausbau beim Innovationspark, abgerufen am 3. August 2026.