Bahnhof Wetzikon

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Bahnhof Wetzikon
Offizieller Stationsname Wetzikon ZH
Betriebsstellenart Knoten-, Trennungs- und Durchgangsbahnhof
Eröffnung 9. November 1857
Heutiges Aufnahmegebäude eröffnet am 22. Juni 1908
Stadt Wetzikon
Bezirk Hinwil
Kanton Zürich
Eigentümerin Schweizerische Bundesbahnen
Betreiberin Schweizerische Bundesbahnen
Bahnstrecken Bahnstrecke Wallisellen–Uster–Rapperswil und Bahnstrecke Effretikon–Hinwil
Abkürzung WZ
IBNR 8503123
Perrongleise 6
Spurweite 1'435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Höhe rund 535 m ü. M.
Tarifzone ZVV-Zone 132
S-Bahn-Linien S3, S5, S14 und S15
Nachtverkehr SN5 sowie Nachtbusse
Ein- und Aussteigende rund 30'100 pro Werktag (2025)
Koordinaten 47° 19′ 03″ N, 8° 47′ 33″ O
Website sbb.ch

Der Bahnhof Wetzikon ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Wetzikon und einer der bedeutendsten Verkehrsknoten im Zürcher Oberland. Sein offizieller Stationsname lautet Wetzikon ZH. Der Bahnhof liegt im Ortsteil Unterwetzikon und verbindet die Bahnstrecke von Zürich über Uster nach Rapperswil mit der Linie von Effretikon über Pfäffikon ZH nach Hinwil.

Im Fahrplanjahr 2026 wird Wetzikon von den Linien S3, S5, S14 und S15 der S-Bahn Zürich bedient. Hinzu kommen die Nacht-S-Bahn SN5 sowie zahlreiche Stadt- und Regionalbuslinien der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Direkte Zugverbindungen bestehen unter anderem nach Zürich, Bülach, Zug, Affoltern am Albis, Niederweningen, Rapperswil, Pfäffikon SZ, Hinwil, Pfäffikon ZH und Effretikon.[1]

Mit rund 30'100 Ein- und Aussteigenden pro Werktag im Jahr 2025 gehört Wetzikon zu den am stärksten frequentierten Bahnhöfen des Kantons Zürich ausserhalb der Stadt Zürich und der grossen überregionalen Knoten Winterthur und Flughafen Zürich.[2]

Das heutige Aufnahmegebäude wurde 1908 eröffnet. Die Gleis- und Publikumsanlagen wurden insbesondere zwischen 1981 und 1985 umfassend umgebaut. Seit 2026 wird die langfristige Neugestaltung des gesamten Bahnhofgebiets im Rahmen des Masterplans «Stadtraum Bahnhof Wetzikon» vorbereitet.

Lage

Der Bahnhof befindet sich in Unterwetzikon zwischen der Bahnhofstrasse auf der südwestlichen und der Guyer-Zeller-Strasse beziehungsweise der Rapperswilerstrasse auf der nordöstlichen Seite der Gleise.

Das historische Zentrum von Oberwetzikon liegt etwa einen Kilometer südöstlich. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs befinden sich Wohn- und Geschäftshäuser, Schulen, Gastronomiebetriebe, Einkaufsmöglichkeiten und öffentliche Einrichtungen.

Zum Bahnhofsumfeld gehören unter anderem:

  • der Bahnhofplatz;
  • der Bushof auf der Seite der Bahnhofstrasse;
  • die Haltestelle «Wetzikon ZH, Bahnhof Süd»;
  • das Postareal;
  • die Kantonsschule Zürcher Oberland;
  • die Gewerbliche Berufsschule Wetzikon;
  • Veloabstellanlagen und eine bediente Velostation;
  • zwei P+Rail-Anlagen;
  • die beiden Personenunterführungen;
  • Wohn- und Gewerbegebiete beidseits der Bahnlinie.

Die Bahnstrecke von Uster verläuft westlich des Bahnhofs annähernd in Ost-West-Richtung. Östlich der Station teilt sich das Gleisnetz in die Strecken nach Rüti und Rapperswil sowie nach Hinwil. Nördlich des Bahnhofs zweigt die Verbindung über Kempten, Pfäffikon ZH und Illnau nach Effretikon ab.

Diese Lage macht Wetzikon zu einem Knoten zwischen dem Glattal, dem Zürcher Oberland, dem Zürichseegebiet und der Region Winterthur.

Bahnstrecken

Strecke Wallisellen–Uster–Rapperswil

Die Hauptachse des Bahnhofs ist die Strecke von Wallisellen über Uster und Wetzikon nach Rapperswil. Sie wird häufig als Glatthal- oder Glattallinie bezeichnet.

Westlich von Wetzikon führt die Strecke über Aathal, Uster, Dübendorf und Wallisellen in Richtung Zürich. Östlich verläuft sie über Bubikon und Rüti nach Rapperswil.

Die Linie besitzt vor allem für den Pendlerverkehr nach Zürich eine grosse Bedeutung. Sie wird von mehreren Linien der S-Bahn Zürich befahren und ermöglicht tagsüber ein dichtes Angebot.

Strecke Effretikon–Hinwil

Die 1876 eröffnete Bahnstrecke Effretikon–Hinwil kreuzt beziehungsweise berührt die ältere Glattallinie in Wetzikon. Von Effretikon führt sie über Illnau, Fehraltorf, Pfäffikon ZH und Kempten nach Wetzikon und weiter nach Hinwil.

Im Bahnhof Wetzikon wechseln die Züge der S3 von der Strecke aus Richtung Effretikon auf die Bahnhofsgleise. Die S14 verbindet die Glattallinie aus Richtung Zürich mit dem Abschnitt Wetzikon–Hinwil.

Die beiden Strecken bilden zusammen eine wichtige Eisenbahnachse durch das Zürcher Oberland.

Geschichte

Planung der Glatthalbahn

In der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Wetzikon zu einem regionalen Zentrum der Textilindustrie und des Gewerbes. Spinnereien, Webereien, Maschinenbetriebe und Handelsunternehmen benötigten bessere Verkehrsverbindungen für Rohstoffe, Brennstoffe und Fertigprodukte.

1853 wurde die Glatthalbahn-Gesellschaft gegründet. Ihr Ziel war eine Eisenbahnverbindung von Wallisellen durch das Glattal nach Uster und später weiter ins Zürcher Oberland.

Der Abschnitt Wallisellen–Uster wurde am 1. August 1856 eröffnet. Noch vor der Verlängerung nach Wetzikon ging die Glatthalbahn 1857 in den Vereinigten Schweizerbahnen auf.[3]

Eröffnung 1857

Am 9. November 1857 wurde der Abschnitt von Uster nach Wetzikon dem Verkehr übergeben. Wetzikon erhielt damit seinen ersten Eisenbahnanschluss.

Für die Eröffnung entstand zunächst ein provisorisches Stationsgebäude. Der Direktionsarchitekt der Vereinigten Schweizerbahnen, Johann Jakob Breitinger, entwarf einen kombinierten Güterschuppen mit Räumen für den Personenverkehr. Die Bauarbeiten wurden unter der Leitung von E. Münch aus Uster ausgeführt.[4]

Der Bahnhof lag in Unterwetzikon und damit zwischen mehreren damals noch deutlich voneinander getrennten Siedlungskernen. Die Lage trug langfristig dazu bei, dass sich Unterwetzikon zu einem städtischen Zentrum entwickelte.

Verlängerung nach Rüti und Rapperswil

Am 15. August 1858 wurde die Strecke von Wetzikon nach Rüti eröffnet. Am 15. Februar 1859 folgte die Fortsetzung von Rüti nach Rapperswil.

Wetzikon wurde damit Teil einer durchgehenden Verbindung zwischen Zürich, dem Zürcher Oberland und dem oberen Zürichsee. In Rapperswil bestanden Anschlüsse an die Schifffahrt und später an weitere Bahnstrecken.

1863 erhielt Wetzikon ein definitives Aufnahmegebäude. Es ersetzte das Provisorium von 1857 und diente bis zur Eröffnung des heutigen Bahnhofsgebäudes im Jahr 1908.[4]

Kempttalbahn

Am 17. August 1876 wurde die Bahnstrecke Effretikon–Wetzikon–Hinwil eröffnet. Die ursprünglich selbstständige Eisenbahngesellschaft wurde als Effretikon-Wetzikon-Hinwil-Bahn bezeichnet.

Mit der neuen Linie wurde Wetzikon zum Eisenbahnknoten. Von hier bestanden nun Bahnverbindungen in vier Richtungen:

  • nach Uster und Zürich;
  • nach Rüti und Rapperswil;
  • nach Pfäffikon ZH und Effretikon;
  • nach Hinwil.

Die Schweizerische Nordostbahn übernahm von Beginn an die Betriebsführung. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten ging die Strecke am 1. Januar 1886 vollständig an die Nordostbahn über.[5]

Verstaatlichung

Die Vereinigten Schweizerbahnen wurden 1902 verstaatlicht und in die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen eingegliedert. Im selben Jahr ging auch die frühere Nordostbahn an den Bund über.

Damit befanden sich sämtliche normalspurigen Eisenbahnanlagen des Bahnhofs Wetzikon im Eigentum der SBB. Die zuvor von verschiedenen Privatbahnen errichteten Strecken konnten fortan einheitlicher betrieben und ausgebaut werden.

Wetzikon-Meilen-Bahn

Am 3. Oktober 1903 nahm die meterspurige Wetzikon-Meilen-Bahn ihren Betrieb auf. Die elektrische Überlandstrassenbahn verband Kempten über den Bahnhof Wetzikon, Gossau, Grüningen, Oetwil am See, Männedorf und Uetikon mit Meilen.

Die Züge hielten beim Bahnhof Wetzikon und stellten eine direkte Verbindung zwischen der Eisenbahn und den Ortschaften ohne Normalspuranschluss her.

Die Wetzikon-Meilen-Bahn war im Volksmund unter anderem als «Bünzlitrucke» oder «Wurst-mit-Brot-Bahn» bekannt. Ihre Endabschnitte und der Betrieb im Strassenraum behinderten mit zunehmendem Autoverkehr jedoch den Ausbau der Strassen.

Der Abschnitt Kempten–Wetzikon wurde bereits 1939 aufgehoben. Am 13. Mai 1950 stellte die Wetzikon-Meilen-Bahn ihren gesamten Betrieb ein. Sie wurde durch Autobuslinien der neu geschaffenen Verkehrsbetriebe Zürcher Oberland ersetzt.[6]

Neubau des Aufnahmegebäudes

Das Aufnahmegebäude von 1863 war dem zunehmenden Verkehr um die Jahrhundertwende nicht mehr gewachsen. Bereits 1900 begannen die Vereinigten Schweizerbahnen mit der Projektierung eines Neubaus.

Der Wetziker Architekt Johannes Meier erarbeitete mehrere Entwürfe. Ein Projekt von 1905 wurde durch die SBB-Direktion genehmigt. Das neue Aufnahmegebäude wurde am 22. Juni 1908 dem Betrieb übergeben.[4]

Während der Bauzeit blieb das alte Stationsgebäude zunächst in Betrieb. Nach der Fertigstellung des Neubaus wurden die älteren Anlagen schrittweise abgebrochen oder umgenutzt.

Elektrifizierung

Der elektrische Betrieb auf der Strecke Wallisellen–Uster–Wetzikon–Rapperswil begann am 2. Oktober 1932. Die Strecke wurde mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16⅔ Hertz Wechselstrom ausgerüstet. Die Frequenz wird heute mit 16,7 Hertz angegeben.

Der Abschnitt Wetzikon–Hinwil wurde am 30. April 1944 elektrifiziert. Der Kohlemangel während des Zweiten Weltkriegs beschleunigte die Umstellung weiterer Nebenstrecken auf elektrischen Betrieb.[7]

Mit der Elektrifizierung wurden Dampflokomotiven durch elektrische Triebwagen und Lokomotiven ersetzt. Die Züge konnten schneller beschleunigen, und der Betrieb wurde wirtschaftlicher.

Umbau von 1981 bis 1985

Zu Beginn der 1980er-Jahre wurde der Bahnhof grundlegend umgebaut. Die Anlagen waren für den wachsenden Pendlerverkehr und den geplanten Ausbau der Zürcher S-Bahn nicht mehr ausreichend.

Am 2. März 1980 bewilligten die Wetziker Stimmberechtigten einen Gemeindekredit von 11,004 Millionen Franken als Beitrag an die Ausbauarbeiten. 2'744 Personen stimmten dem Kredit zu, 1'601 lehnten ihn ab.[8]

Im Bahnhofgebiet mussten zahlreiche Gebäude weichen. Die Gleis-, Perron- und Zugangsanlagen wurden neu geordnet. Zu den wichtigsten Massnahmen gehörten:

  • neue und verlängerte Perrons;
  • zwei Personenunterführungen;
  • eine neue Schalterhalle;
  • neue Bushaltestellen;
  • eine verbesserte Erschliessung der Nordseite;
  • neue technische und betriebliche Anlagen;
  • zusätzliche Velo- und Autoabstellplätze;
  • die Neuordnung des Post- und Bahnhofplatzes.

1982 wurde die erste neue Personenunterführung eröffnet. Die erneuerte Schalterhalle nahm im September 1983 ihren Betrieb auf.

Am 29. und 30. Juni 1985 wurde der umgebaute Bahnhof mit einem grossen Fest eingeweiht. Gleichzeitig wurde auf der Glattallinie ein Halbstundentakt eingeführt.[4]

Die zwischen 1981 und 1985 geschaffene Grundstruktur prägt den Bahnhof bis heute. Sie wird erst mit der geplanten langfristigen Neugestaltung des Bahnhofgebiets grundlegend verändert.

S-Bahn Zürich

Am 27. Mai 1990 nahm die S-Bahn Zürich ihren Betrieb auf. Wetzikon wurde zu einem ihrer wichtigsten regionalen Knoten.

Durch den Zürichbergtunnel und den Bahnhof Zürich Stadelhofen entstanden schnellere und direktere Verbindungen in die Zürcher Innenstadt. Die meisten Züge konnten ohne Fahrtrichtungswechsel durch den Zürcher Hauptbahnhof weitergeführt werden.

Das Angebot wurde seither mehrfach ausgebaut. Neue Linien, längere Züge und zusätzliche Verbindungen erhöhten die Kapazität.

2016 wurde die örtliche Bedienung von Weichen und Signalen aufgegeben. Die Steuerung der Bahnanlagen erfolgt seither aus der SBB-Betriebszentrale Ost in Zürich Flughafen beziehungsweise Kloten.[4]

Aufnahmegebäude

Das 1908 eröffnete Aufnahmegebäude befindet sich auf der südwestlichen Seite der Gleisanlagen. Es bildet zusammen mit dem Bahnhofplatz den Haupteingang des Bahnhofs.

Der mehrteilige Massivbau besitzt einen hervorgehobenen Mittelteil sowie niedrigere Seitenflügel. Seine Fassadengestaltung gehört zum historistischen Bahnhofsbau der frühen SBB-Zeit.

Der Mittelbau enthielt ursprünglich die Schalterhalle, Diensträume und Wohnungen für Bahnangestellte. In den Seitenbereichen befanden sich Gepäckabfertigung, Wartesäle, technische Räume und gastronomische Angebote.

Das Gebäude wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach umgebaut. 2006 modernisierten die SBB die Schalterhalle. Im August desselben Jahres wurde das erneuerte Kundenzentrum durch SBB-Generaldirektor Benedikt Weibel eröffnet.[4]

Weitere innere Anpassungen und Veränderungen im Umfeld erfolgten 2022 und in den folgenden Jahren. Das Gebäude beherbergt heute das SBB-Reisezentrum, Verkaufs- und Gastronomiebetriebe sowie weitere Dienstleistungen.

Gleis- und Perronanlagen

Der Bahnhof besitzt sechs für den Personenverkehr genutzte Perrongleise. Die Gleise liegen an einem Hausperron und mehreren Mittelperrons.

Die Gleisanlage ermöglicht gleichzeitige Zugfahrten aus verschiedenen Richtungen. Züge können in Wetzikon enden, wenden, überholen oder auf eine andere Strecke übergehen.

Der Bahnhof übernimmt mehrere betriebliche Funktionen:

  • Durchgangsbahnhof auf der Verbindung Zürich–Rapperswil;
  • Endbahnhof der S3;
  • Trennungsbahnhof für die Strecken nach Hinwil, Rapperswil und Effretikon;
  • Kreuzungs- und Überholungsmöglichkeit;
  • Abstell- und Wendepunkt für S-Bahn-Kompositionen;
  • Ausgangspunkt für Dienst- und Unterhaltsfahrten.

Die Strecken westlich und östlich des Bahnhofs sind überwiegend doppelspurig. Die Verbindung in Richtung Kempten und Effretikon sowie der Abschnitt nach Hinwil weisen teilweise einspurige Bereiche auf.

Neben den Perrongleisen bestehen Abstell-, Rangier- und Dienstgleise. Der früher bedeutendere lokale Güterverkehr ging im späten 20. Jahrhundert stark zurück. Verschiedene Güteranlagen und Anschlussgleise wurden abgebrochen oder einer anderen Nutzung zugeführt.

Personenunterführungen

Zwei Personenunterführungen verbinden die Perrons mit den beiden Seiten des Bahnhofs. Sie wurden während des Umbaus der 1980er-Jahre errichtet.

Die Unterführungen dienen nicht nur dem Zugang zu den Zügen, sondern bilden wichtige Fusswegverbindungen zwischen den Stadtquartieren südlich und nördlich der Gleise.

2026 wurden beide Unterführungen umfassend instand gestellt. Die Arbeiten umfassten:

  • die Sanierung von Wänden und Böden;
  • Reparaturen an Entwässerungsrinnen;
  • eine neue Beleuchtung;
  • eine aktualisierte Signaletik;
  • die Entfernung von Graffiti;
  • einen dauerhaften Graffitischutz.

Die Stadt Wetzikon und die SBB trugen die Kosten gemäss dem bestehenden Bahnhofvertrag je zur Hälfte. Der städtische Kostenanteil betrug 360'000 Franken.[9]

Die Instandstellung soll die Anlagen bis zur späteren Umsetzung des Masterplans «Stadtraum Bahnhof Wetzikon» funktionsfähig und sicher erhalten.

Eisenbahnverkehr

Der Bahnhof wird im Fahrplanjahr 2026 von vier regulären S-Bahn-Linien bedient.[1]

Linie Linienführung Bedeutung für Wetzikon
S3 Bülach – Glattbrugg – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Stettbach – Effretikon – Illnau – Pfäffikon ZH – Wetzikon Direkte Verbindung über die Kempttalbahn nach Effretikon und Zürich; Endstation in Wetzikon
S5 Zug – Affoltern am Albis – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Uster – Wetzikon – Rapperswil – Pfäffikon SZ Schnelle Verbindung nach Zürich, Zug, Rapperswil und an den oberen Zürichsee
S14 Affoltern am Albis – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Uster – Wetzikon – Hinwil Verbindung zwischen Zürich, Wetzikon und Hinwil
S15 Niederweningen – Zürich Oerlikon – Zürich HB – Zürich Stadelhofen – Uster – Wetzikon – Rapperswil Zusätzliche Direktverbindung nach Zürich und Rapperswil

Die S3 endet in Wetzikon und fährt in der Gegenrichtung über Pfäffikon ZH, Illnau und Effretikon nach Zürich und Bülach.

Die S5 und S15 benutzen die Strecke über Uster und verkehren östlich von Wetzikon weiter nach Rüti und Rapperswil. Die S5 wird über Rapperswil hinaus bis Pfäffikon SZ geführt.

Die S14 kommt ebenfalls aus Richtung Zürich und zweigt in Wetzikon auf die Strecke nach Hinwil ab.

Durch die Überlagerung mehrerer Linien bestehen in Richtung Uster, Zürich Stadelhofen und Zürich Hauptbahnhof tagsüber zahlreiche Verbindungen. Die genaue Zahl der Züge hängt von Tageszeit und Wochentag ab.

Nachtverkehr

In den Nächten auf Samstag und Sonntag sowie vor allgemeinen Feiertagen wird Wetzikon von der Nacht-S-Bahn SN5 bedient.

Die SN5 verbindet Wetzikon unter anderem mit Knonau, Zürich, Uster, Rapperswil und Pfäffikon SZ. Das Nachtangebot wird durch die Buslinien N86, N87 und N88 ergänzt.[1]

Die Nachtbusse verbinden den Bahnhof unter anderem mit Wolfhausen, Dürnten, Wald, Fischenthal und Steg im Tösstal.

Busverkehr

Der Bahnhof ist der zentrale Knoten des Busnetzes der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Die Haltestellen verteilen sich auf den Bushof beim Bahnhofplatz und den Bereich «Bahnhof Süd».

Im Fahrplanjahr 2026 verkehren folgende Linien:[1]

Linie Hauptziel oder Funktion
850 Regionalverbindung nach Bauma
851 Verbindung nach Adetswil
852 Stadt- und Quartiererschliessung innerhalb Wetzikons
853 Stadt- und Quartiererschliessung innerhalb Wetzikons
856 Verbindung zur Kastellstrasse und zu weiteren Stadtgebieten
857 Verbindung zum Zentrum von Wetzikon
858 Regionalverbindung nach Hittnau und Isikon
859 Verbindung nach Pfäffikon ZH
862 Stadt- und Quartierlinie in Wetzikon
867 Regionalverbindung nach Oetwil am See
869 Verbindung nach Hinwil
883 Verbindung vom Bahnhof Süd nach Bubikon

Die Buslinien erschliessen Stadtteile und Nachbargemeinden, die keinen direkten Bahnanschluss besitzen. Der Bahnhof dient dadurch einem wesentlich grösseren Einzugsgebiet als der Stadt Wetzikon allein.

Die Linie 850 stellt eine Verbindung durch das Zürcher Oberland nach Bäretswil und Bauma her. Die Linien 858 und 859 erschliessen Hittnau beziehungsweise Pfäffikon ZH. In Bauma, Pfäffikon, Hinwil und Bubikon bestehen weitere Anschlüsse an Bahn- und Buslinien.

Tarif

Der Bahnhof Wetzikon liegt in der Zone 132 des Zürcher Verkehrsverbunds.

Für Fahrten innerhalb des ZVV-Gebiets gilt ein Zonentarif. Ein gültiger Verbundfahrausweis erlaubt während seiner zeitlichen Gültigkeit beliebige Fahrten mit den einbezogenen Bahn-, Bus-, Tram-, Schiffs- und Seilbahnangeboten in den gelösten Zonen.

Für Fahrten nach Zürich wird auch die Stadtzone 110 benötigt. Sie wird wegen ihres besonders dichten Verkehrsangebots tariflich doppelt gezählt.

Bei Fahrten über das ZVV-Gebiet hinaus gelten nationale oder verbundübergreifende Tarife.

Ausstattung und Dienstleistungen

Der Bahnhof verfügt über ein bedientes SBB-Reisezentrum. Angeboten werden unter anderem:

  • Billette und Abonnemente;
  • nationale und internationale Reiseberatung;
  • Freizeitangebote;
  • Gepäckaufgabe;
  • Fluggepäckversand zum Flughafen Zürich;
  • Geldwechsel;
  • Fundservice;
  • Western Union;
  • Billettautomaten;
  • Schliessfächer;
  • öffentliche Toiletten;
  • SBB-WLAN.

Im Bahnhofgebäude und im unmittelbaren Umfeld befinden sich ein Kiosk, Gastronomiebetriebe und weitere Verkaufs- und Dienstleistungsangebote.[10]

Die Schliessfachanlage umfasst kleine und grosse Gepäckfächer und ist rund um die Uhr zugänglich.

Veloverkehr

Der Bahnhof ist ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen Velo und öffentlichem Verkehr.

Die bediente Velostation bietet 125 Plätze und einen direkten Zugang zu den Gleisen. Zu ihren Einrichtungen gehören:

  • Videoüberwachung;
  • Schliessfächer;
  • Velopumpe;
  • Veloreinigung;
  • Velowaschstation;
  • Abstellplätze für Spezialvelos;
  • Ordnungsdienst;
  • Velo-Recycling und Entsorgungsannahme.

Zusätzlich bestehen 267 überdachte, frei zugängliche Veloabstellplätze und weitere Plätze für Zweiräder.[10]

Im Rahmen des Masterplans soll die Veloinfrastruktur deutlich erweitert werden. Vorgesehen sind neue Velostationen, besser zugängliche Abstellmöglichkeiten und breitere Verbindungen durch das Bahnhofgebiet.

Autoverkehr und Carsharing

Auf beiden Seiten des Bahnhofs befinden sich P+Rail-Anlagen.

Die Anlage Wetzikon Süd an der Guyer-Zeller-Strasse besitzt 93 Parkplätze. Die Anlage Wetzikon Nord an der Rapperswilerstrasse verfügt über 89 reguläre Parkplätze und einen Behindertenparkplatz.[10]

Im Bahnhofgebiet bestehen zudem Carsharing-Angebote von Mobility und weiteren Anbietern. Taxistandplätze und Kurzhaltebereiche dienen dem Bringen und Abholen von Reisenden.

Wegen der zentralen Lage und des hohen Fahrgastaufkommens entstehen zeitweise Konflikte zwischen Bus-, Auto-, Velo- und Fussverkehr. Die langfristige Neuordnung dieser Verkehrsströme ist ein Hauptziel des Masterplans.

Hindernisfreiheit

Die Perrons wurden schrittweise an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes angepasst. Erhöhte Perronkanten erleichtern den stufenfreien Einstieg in moderne S-Bahn-Züge.

Lifte und Rampen verbinden die Unterführungen mit den Bahnsteigen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Personen mit Kinderwagen und Reisende mit Gepäck bestehen stufenarme beziehungsweise stufenfreie Wege.

Je nach eingesetztem Fahrzeug kann weiterhin eine fahrzeuggebundene Einstiegshilfe erforderlich sein.

Auch die Bushöfe sollen im Rahmen der geplanten Neugestaltung vollständig hindernisfrei ausgebaut werden.

Reisendenfrequenz

Wetzikon gehört zu den bedeutendsten Regionalbahnhöfen der Schweiz.

Jahr Ein- und Aussteigende pro Werktag
2019 rund 25'800
2022 rund 28'300
2023 rund 29'200
2024 rund 29'200
2025 rund 30'100

Die SBB-Statistik zählt Umsteigende sowohl beim Aussteigen als auch beim erneuten Einsteigen. Die Zahlen entsprechen deshalb nicht der Anzahl unterschiedlicher Personen.[2]

Nicht erfasst sind die Fahrgäste der Buslinien und Personen, die den Bahnhof lediglich zu Fuss durchqueren oder Geschäfte und Dienstleistungen nutzen.

Das Wachstum der Reisendenzahlen wird durch die Bevölkerungsentwicklung im Zürcher Oberland, die zunehmende Bedeutung Wetzikons als regionales Zentrum und das ausgebaute S-Bahn-Angebot beeinflusst.

Bedeutung für die Stadtentwicklung

Der Bahnhof entstand ursprünglich ausserhalb der älteren Siedlungskerne. Durch die Bahn entwickelte sich Unterwetzikon jedoch zu einem neuen wirtschaftlichen und städtischen Zentrum.

Entlang der Bahnhofstrasse siedelten sich Geschäfte, Hotels, Banken, Restaurants und Dienstleistungsbetriebe an. Auch Schulen und öffentliche Einrichtungen entstanden in Bahnhofsnähe.

Der Bahnhof verbindet heute mehrere zuvor eigenständige Ortsteile der Stadt. Gleichzeitig bildet das breite Gleisfeld eine räumliche Barriere zwischen den Quartieren.

Die Personenunterführungen sind deshalb nicht nur Bahnhofszugänge, sondern bedeutende innerstädtische Verbindungen.

Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon

Die Stadt Wetzikon und die SBB entwickelten ab den frühen 2020er-Jahren gemeinsam den Masterplan «Stadtraum Bahnhof Wetzikon».

Ausgangspunkt war eine 2019 überwiesene parlamentarische Motion. Sie verlangte, öffentliche und private Vorhaben im Bahnhofgebiet zu koordinieren und den Stadtraum in Unterwetzikon aufzuwerten.[11]

Der Masterplan sieht unter anderem vor:

  • zwei moderne Bushöfe auf beiden Seiten der Gleise;
  • die Erweiterung und Anpassung der Personenunterführungen;
  • neue und grössere Velostationen;
  • breitere Wege für Fussgängerinnen und Fussgänger;
  • eine bessere Verbindung der Quartiere;
  • einen neu gestalteten Bahnhofplatz;
  • einen Bahnhofpark;
  • eine Neuordnung der P+Rail- und Kurzhalteanlagen;
  • klimaangepasste Grün- und Freiräume;
  • neue Wohn-, Geschäfts- und Dienstleistungsgebäude auf angrenzenden Arealen.

Der Plan soll den Bahnhof von einer hauptsächlich durch Verkehrsanlagen geprägten Fläche zu einem gemischt genutzten Stadtquartier entwickeln.

Volksabstimmung 2026

Am 14. Juni 2026 genehmigten die Wetziker Stimmberechtigten den Verpflichtungskredit für die Umsetzung der öffentlichen Teile des Masterplans.

4'792 Personen stimmten dem Vorhaben zu, 3'480 lehnten es ab. Die Stimmbeteiligung betrug 53,01 Prozent.[12]

Die öffentlichen Infrastrukturmassnahmen sollen nach Prüfung durch den Bund voraussichtlich zwischen 2032 und 2036 realisiert werden. Die Entwicklung der privaten Grundstücke kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Die genaue Ausführung wird in mehreren Teilprojekten geplant und bewilligt. Der Masterplan legt deshalb in erster Linie die gemeinsame räumliche und verkehrliche Zielsetzung fest.

Ausbau der Zürcher S-Bahn

Der Bahnhof Wetzikon spielt auch bei der langfristigen Weiterentwicklung der Zürcher S-Bahn eine wichtige Rolle.

Mit dem Ausbauschritt 2035 sollen zusätzliche und längere Züge eingesetzt werden. Dafür werden neue Abstellmöglichkeiten benötigt.

Die SBB prüfen im Raum Wetzikon zusätzliche Abstellanlagen. Im Juli 2026 teilten die Stadt und die SBB mit, dass das Gebiet Binzacher beim Bahnhof Kempten für eine vertiefte Untersuchung in Frage komme.[13]

Das Vorhaben betrifft nicht unmittelbar die Perronanlagen des Bahnhofs Wetzikon, steht jedoch in engem Zusammenhang mit dessen Funktion als End-, Wende- und Knotenbahnhof.

Wirtschaftliche Bedeutung

Der Bahnhof erleichtert den Zugang zu den Arbeitsplätzen, Schulen und Dienstleistungsbetrieben Wetzikons. Gleichzeitig ermöglicht er vielen Einwohnerinnen und Einwohnern den täglichen Arbeitsweg nach Zürich, Uster, Winterthur, Rapperswil und in andere regionale Zentren.

Die direkten S-Bahn-Verbindungen stärken Wetzikon als Wohnstandort. Der Bahnhof trägt dazu bei, dass ein grosser Teil des Pendlerverkehrs mit öffentlichen Verkehrsmitteln abgewickelt werden kann.

Die Verkaufs- und Dienstleistungsangebote am Bahnhof profitieren von hohen Passantenfrequenzen und langen Öffnungszeiten.

Für die umliegenden Gemeinden ist Wetzikon ein wichtiger Umsteigepunkt. Zahlreiche Buslinien bringen Reisende aus Bäretswil, Hittnau, Gossau, Grüningen, Oetwil am See, Hinwil und anderen Ortschaften zu den S-Bahn-Zügen.

Touristische Bedeutung

Der Bahnhof dient als Ausgangspunkt für Ausflüge in das Zürcher Oberland.

Mit Bahn und Bus erreichbar sind unter anderem:

Historische Informationen über den Bahnhof, die Wetzikon-Meilen-Bahn und die Entwicklung des regionalen Verkehrs werden im Museum Wetzikon und im Archiv Ortsgeschichte aufbewahrt.

Siehe auch

Literatur

  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Willi Müller: 150 Jahre Bahnanschluss. Am 9. November 1857 fuhr der erste Zug in Wetzikon ein. In: Heimatspiegel, November 2007.
  • Ueli Burkhard: Knotenpunkt Wetzikon. Vom ersten Bahnbau zum modernen Verkehrssystem. In: Heimatspiegel, Juni 1985.
  • Museum Wetzikon: Bahnbrechend – 150 Jahre Eisenbahn in Wetzikon. Wetzikon 2007.
  • Stadt Wetzikon und Schweizerische Bundesbahnen: Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon. Wetzikon.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Haltestellen- und Linienfahrpläne Wetzikon ZH. Hrsg.: Zürcher Verkehrsverbund. Abgerufen am 2026-08-03.
  2. 2,0 2,1 Zahlen und Fakten – Verkehr. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen. Abgerufen am 2026-08-03.
  3. Wetzikon (ZH) . In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 2026-08-03.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 Bahnhof Wetzikon. In: Wetzipedia. Hrsg.: Stadt Wetzikon, Archiv Ortsgeschichte. Abgerufen am 2026-08-03.
  5. Bahnbrechend – 150 Jahre Eisenbahn in Wetzikon. Hrsg.: Museum Wetzikon. Abgerufen am 2026-08-03.
  6. Wetzikon-Meilen-Bahn. In: Wetzipedia. Hrsg.: Stadt Wetzikon, Archiv Ortsgeschichte. Abgerufen am 2026-08-03.
  7. Glattallinie Zürich–Hinwil und Rapperswil. In: Schienenverkehr Schweiz. Abgerufen am 2026-08-03.
  8. Bahnhof Wetzikon – Umbau 1981 bis 1985. In: Wetzipedia. Hrsg.: Stadt Wetzikon, Archiv Ortsgeschichte. Abgerufen am 2026-08-03.
  9. Sanierung der Personenunterführungen am Bahnhof Wetzikon startet. Hrsg.: Stadt Wetzikon. 2026-07-07. Abgerufen am 2026-08-03.
  10. 10,0 10,1 10,2 Bahnhof Wetzikon ZH. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen. Abgerufen am 2026-08-03.
  11. Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon durch Stadtrat beschlossen. Hrsg.: Stadt Wetzikon. 2025-06-16. Abgerufen am 2026-08-03.
  12. Verpflichtungskredit Masterplan Stadtraum Bahnhof Wetzikon angenommen. Hrsg.: Stadt Wetzikon. 2026-06-14. Abgerufen am 2026-08-03.
  13. Entwicklungsgebiet Binzacher: SBB ist im Dialog mit Stadt Wetzikon. Hrsg.: Schweizerische Bundesbahnen und Stadt Wetzikon. 2026-07-07. Abgerufen am 2026-08-03.

47,3175° N, 8,7925° E

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