Zoo in der Schweiz: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Zoo Zürich gehört zu den bekanntesten zoologischen Einrichtungen der Schweiz. Seine Entwicklung orientiert sich seit mehreren Jahrzehnten stark an der Darstellung ganzer Lebensräume.
Der Zoo Zürich gehört zu den bekanntesten zoologischen Einrichtungen der Schweiz. Seine Entwicklung orientiert sich seit mehreren Jahrzehnten stark an der Darstellung ganzer Lebensräume.


Die Masoala-Regenwaldhalle ermöglicht es den Besuchern, sich durch eine tropische Vegetation zu bewegen, in der sich verschiedene Tierarten teilweise frei innerhalb der Halle aufhalten. Mit der Anlage verbindet der Zoo seine Tierhaltung mit Naturschutzprojekten auf [[Madagaskar]].
Die Masoala-Regenwaldhalle ermöglicht es den Besuchern, sich durch eine tropische Vegetation zu bewegen, in der sich verschiedene Tierarten teilweise frei innerhalb der Halle aufhalten. Mit der Anlage verbindet der Zoo seine Tierhaltung mit Naturschutzprojekten auf Madagaskar.


Der Zoo versteht sich als Botschafter zwischen Mensch, Tier und Natur und verbindet Tierhaltung, Naturschutz, Forschung und Bildungsarbeit miteinander.<ref name="ZooZHMission">[https://www.zoo.ch/de/der-zoo-zuerich Zoo Zürich: Der Zoo Zürich], abgerufen am 9. August 2026.</ref>
Der Zoo versteht sich als Botschafter zwischen Mensch, Tier und Natur und verbindet Tierhaltung, Naturschutz, Forschung und Bildungsarbeit miteinander.<ref name="ZooZHMission">[https://www.zoo.ch/de/der-zoo-zuerich Zoo Zürich: Der Zoo Zürich], abgerufen am 9. August 2026.</ref>

Aktuelle Version vom 9. August 2026, 10:14 Uhr

Zoos in der Schweiz sind zoologische Gärten, Tierparks, Wildparks, Aquarien und andere Einrichtungen, die Wild- und teilweise auch Haustiere dauerhaft halten und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Sie dienen heute nicht nur der Freizeit und Erholung, sondern zunehmend auch dem Artenschutz, der Umweltbildung, der Forschung und der Erhaltungszucht gefährdeter Tierarten.

Die Schweiz besitzt trotz ihrer vergleichsweise kleinen Fläche eine vielfältige zoologische Landschaft. Neben den grossen klassischen Zoos in Basel und Zürich bestehen zahlreiche Tier- und Wildparks, spezialisierte Einrichtungen sowie kleinere regionale Tierhaltungen. Zu den bekannten Institutionen gehören unter anderem der Zoo Basel, der Zoo Zürich, der Natur- und Tierpark Goldau, der Tierpark Bern, Knies Kinderzoo in Rapperswil, der Walter Zoo in Gossau SG, der Wildnispark Zürich Langenberg, das Papiliorama in Kerzers, La Garenne im Kanton Waadt und das Aquatis Aquarium-Vivarium in Lausanne.

Begriff und Formen

Der Begriff «Zoo» wird in der Alltagssprache für sehr unterschiedliche Einrichtungen verwendet. Ein klassischer zoologischer Garten hält Tierarten aus verschiedenen Kontinenten und Lebensräumen. Tierparks konzentrieren sich häufig stärker auf europäische oder einheimische Tiere, während Wildparks vielfach grosszügige, naturnahe Gehege für Wildtiere anbieten.

Daneben gibt es spezialisierte Einrichtungen. Aquarien widmen sich vorwiegend Fischen und anderen Wasserlebewesen, während Einrichtungen wie das Papiliorama schwerpunktmässig tropische Schmetterlinge und weitere Tiere tropischer Lebensräume zeigen. Kinderzoos verbinden Tierhaltung häufig mit besonders direkten Begegnungsmöglichkeiten für Familien.

Die Grenzen zwischen diesen Kategorien sind nicht immer eindeutig. Moderne Zoos können gleichzeitig Elemente eines Tierparks, botanischen Gartens, Naturschutzzentrums und Bildungsortes umfassen.

Geschichte

Die Entwicklung öffentlicher Tierhaltungen in der Schweiz ist eng mit dem gesellschaftlichen Wandel des 19. Jahrhunderts verbunden. Während exotische Tiere zuvor vor allem in privaten Menagerien und wandernden Tierschauen zu sehen waren, entstanden im Zuge der Industrialisierung dauerhafte zoologische Einrichtungen.

Zoo Basel

Am 3. Juli 1874 öffnete der Zoo Basel seine Tore. Er war der erste zoologische Garten der Schweiz.[1]

Der Zoo entstand auf Initiative der Ornithologischen Gesellschaft Basel. Ursprünglich sollte er insbesondere der städtischen Bevölkerung die Natur und Tierwelt näherbringen. Zu Beginn wurden vor allem einheimische und europäische Tiere sowie Arten aus dem Alpenraum gezeigt. Dazu gehörten unter anderem Wildschweine, Hirsche, Gämsen, Steinböcke sowie verschiedene Vogelarten.[1]

Im Laufe seiner Geschichte entwickelte sich der Zoo Basel von einem traditionellen Tiergarten zu einem modernen wissenschaftlich geführten Zoo. Umgangssprachlich wird er in Basel meist Zolli genannt.

Natur- und Tierpark Goldau

Der Natur- und Tierpark Goldau wurde 1925 gegründet. Sein Gelände liegt in der vom Bergsturz von Goldau von 1806 geprägten Landschaft und unterscheidet sich dadurch deutlich von klassischen Stadtzoos.

Der Tierpark konzentriert sich unter anderem auf europäische Wildtiere. Ein charakteristisches Merkmal sind grosszügige Anlagen und Freilaufbereiche, in denen Besucher einigen Tierarten besonders nahe begegnen können. Der Park umfasst heute rund 42 Hektaren.[2]

Zoo Zürich

Der Zoo Zürich wurde am 7. September 1929 auf dem Zürichberg eröffnet.[3]

Seit dem späten 20. Jahrhundert wurde der Zoo grundlegend weiterentwickelt. Dabei gewann das Konzept grossflächiger Anlagen, welche ganze Lebensräume darstellen sollen, zunehmend an Bedeutung. International bekannt wurde insbesondere die 2003 eröffnete Masoala-Regenwaldhalle, die einen Ausschnitt des Ökosystems des madagassischen Regenwaldes vermittelt.

Weitere grosse Anlagen widmen sich beispielsweise Elefanten, australischen Tierarten, südamerikanischen Landschaften und afrikanischen Savannen.

Bedeutende Zoos und Tierparks

Zu den bekannten zoologischen Einrichtungen der Schweiz gehören:

Einrichtung Ort Kanton Charakter
Zoo Basel Basel Basel-Stadt Zoologischer Garten
Zoo Zürich Zürich Zürich Zoologischer Garten
Natur- und Tierpark Goldau Goldau Schwyz Natur- und Tierpark
Tierpark Bern Bern Bern Tierpark
Knies Kinderzoo Rapperswil St. Gallen Kinderzoo
Walter Zoo Gossau SG St. Gallen Zoologischer Garten
Wildnispark Zürich Langenberg Langnau am Albis Zürich Wildpark
Papiliorama Kerzers Freiburg Tropen- und Schmetterlingshaus
La Garenne Le Vaud Waadt Tierpark
Zoo de Servion Servion Waadt Zoologischer Garten
Aquatis Aquarium-Vivarium Lausanne Waadt Aquarium und Vivarium
Plättli Zoo Frauenfeld Thurgau Zoologischer Garten
Wildpark Roggenhausen Aarau Aargau Wildpark

Diese Übersicht ist nicht vollständig. Daneben bestehen in der Schweiz zahlreiche kleinere Wildparks, Vogelparks, Tiergehege und spezialisierte Einrichtungen.

Zoo Basel

Der Zoo Basel nimmt aufgrund seines Alters und seiner Bedeutung für die Geschichte der Tierhaltung in der Schweiz eine besondere Stellung ein. Seit seiner Gründung 1874 wurde das Gelände mehrfach erweitert und grundlegend umgestaltet.

Moderne Anlagen sollen den biologischen Bedürfnissen der jeweiligen Arten Rechnung tragen und den Besuchern zugleich Einblicke in natürliche Verhaltensweisen ermöglichen.

Der Zoo beteiligt sich an internationalen Erhaltungszuchtprogrammen und unterstützt Naturschutzprojekte ausserhalb der Schweiz. Neben Säugetieren und Vögeln spielen auch Reptilien, Amphibien, Fische und Wirbellose eine wichtige Rolle.

Zoo Zürich

Der Zoo Zürich gehört zu den bekanntesten zoologischen Einrichtungen der Schweiz. Seine Entwicklung orientiert sich seit mehreren Jahrzehnten stark an der Darstellung ganzer Lebensräume.

Die Masoala-Regenwaldhalle ermöglicht es den Besuchern, sich durch eine tropische Vegetation zu bewegen, in der sich verschiedene Tierarten teilweise frei innerhalb der Halle aufhalten. Mit der Anlage verbindet der Zoo seine Tierhaltung mit Naturschutzprojekten auf Madagaskar.

Der Zoo versteht sich als Botschafter zwischen Mensch, Tier und Natur und verbindet Tierhaltung, Naturschutz, Forschung und Bildungsarbeit miteinander.[4]

Tierpark Bern

Der Tierpark Bern besteht aus dem Tierpark Dählhölzli und dem BärenPark. Das Dählhölzli liegt südlich des Berner Stadtzentrums an der Aare und zeichnet sich durch seine Lage in einem bewaldeten Naherholungsgebiet aus.

Ein Schwerpunkt liegt auf Tieren aus europäischen und nördlichen Lebensräumen. Daneben werden weitere Tierarten aus verschiedenen Regionen der Welt gehalten.

Der Bär besitzt für Bern eine besondere symbolische Bedeutung. Er ist das Wappentier der Stadt und des Kantons. Die Haltung von Bären gehört daher seit Jahrhunderten zur Berner Stadtgeschichte.

Natur- und Tierpark Goldau

Der Natur- und Tierpark Goldau verbindet zoologische Tierhaltung mit einer aussergewöhnlichen Naturlandschaft. Das Gelände ist von grossen Felsblöcken des Goldauer Bergsturzes geprägt.

Zu den gehaltenen Tieren gehören zahlreiche europäische Wildtierarten. Bekannt sind unter anderem Rothirsche, Damhirsche, Mufflons, Wölfe, Bären, Luchse und verschiedene Vogelarten.

Der Park beteiligt sich ausserdem an Artenschutzprojekten und Erhaltungszuchtprogrammen. Besondere Bedeutung besitzt unter anderem das Engagement für bedrohte europäische Vogelarten.

Knies Kinderzoo

Knies Kinderzoo in Rapperswil wurde 1962 eröffnet und gehört zum Umfeld des Schweizer Circus Knie. Die Einrichtung ist besonders auf Familien mit Kindern ausgerichtet.

Kennzeichnend ist die Möglichkeit, ausgewählten Tieren vergleichsweise nahe zu begegnen. Der Kinderzoo hält verschiedene Haus- und Wildtierarten und verbindet zoologische Tierhaltung mit Bildungs- und Erlebnisangeboten.

Walter Zoo

Der Walter Zoo befindet sich in Gossau SG und entwickelte sich aus einer privaten Tierhaltung zu einem regional bedeutenden zoologischen Garten.

Er hält zahlreiche Tierarten aus verschiedenen Erdteilen und legt einen Schwerpunkt auf Natur- und Umweltbildung. Der Zoo ist insbesondere für Familien aus der Ostschweiz ein wichtiges Freizeit- und Bildungsangebot.

Wildnispark Zürich

Der Wildnispark Zürich verbindet die Bereiche Naturschutz, Wildtierhaltung und Naturerlebnis. Zum Wildnispark gehören der Wildpark Langenberg und der Sihlwald.

Im Langenberg leben hauptsächlich einheimische oder ehemals in der Schweiz heimische Wildtiere. Dazu zählen unter anderem Rothirsche, Wildschweine, Luchse, Wölfe und weitere europäische Tierarten.

Der Sihlwald besitzt als naturnaher Wald eine andere Funktion als ein klassischer Zoo. Gemeinsam ermöglichen die beiden Bereiche einen Vergleich zwischen beobachtbaren Wildtieren in Gehegen und weitgehend natürlichen Waldprozessen.

Papiliorama

Das Papiliorama in Kerzers unterscheidet sich von klassischen Zoos durch seine Spezialisierung. In grossen Hallen werden tropische Lebensräume nachgebildet.

Besonders bekannt ist das eigentliche Papiliorama, in dem zahlreiche tropische Schmetterlinge frei fliegen. Daneben umfasst die Anlage weitere Tier- und Pflanzenarten sowie Bereiche, die tropische Ökosysteme vermitteln.

Die Institution unterstützt auch Naturschutzprojekte in Mittelamerika.

Aquatis

Das Aquatis Aquarium-Vivarium in Lausanne konzentriert sich auf Süsswasserökosysteme. Die Ausstellung verbindet Aquaristik, Terraristik und Umweltbildung.

Thematisiert werden Gewässer und ihre Tierwelt aus verschiedenen Kontinenten. Damit nimmt Aquatis innerhalb der schweizerischen zoologischen Einrichtungen eine spezialisierte Stellung ein.

Aufgaben moderner Zoos

Die Aufgaben zoologischer Einrichtungen haben sich seit dem 19. Jahrhundert stark verändert. Während früher häufig die möglichst umfangreiche Präsentation verschiedener Tierarten im Vordergrund stand, verstehen sich wissenschaftlich geführte Zoos heute zunehmend als Einrichtungen für Artenschutz, Forschung und Bildung.

Zu ihren zentralen Aufgaben gehören:

  • Haltung und Pflege von Tieren nach wissenschaftlichen Erkenntnissen
  • Erhaltungszucht bedrohter Arten
  • Unterstützung von Naturschutzprojekten in den Herkunftsgebieten der Tiere
  • Information über biologische Vielfalt und ökologische Zusammenhänge
  • Forschung über Verhalten, Fortpflanzung, Ernährung und Gesundheit von Tieren
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Natur- und Artenschutz

Der Verband zooschweiz / zoosuisse betont bei seinen Mitgliedern eine Tierhaltung, die sich an aktuellen Erkenntnissen der Tiergartenbiologie, Feldforschung, Tiermedizin und weiterer Wissenschaften orientiert und über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen soll.[5]

Artenschutz

Eine wichtige Funktion moderner Zoos ist die Erhaltung bedrohter Tierarten. Viele grössere schweizerische Zoos arbeiten hierzu mit zoologischen Einrichtungen in anderen Ländern zusammen.

Populationen bestimmter Tierarten werden nicht mehr isoliert innerhalb eines einzelnen Zoos betrachtet. Stattdessen werden Abstammung, genetische Vielfalt und Fortpflanzung auf internationaler Ebene koordiniert.

Europäische Zoos beteiligen sich insbesondere an den Erhaltungszuchtprogrammen der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA).

Die sogenannte Ex-situ-Erhaltung ausserhalb des natürlichen Lebensraums ist dabei nur ein Teil der Naturschutzarbeit. Viele Zoos unterstützen zusätzlich sogenannte In-situ-Projekte in den ursprünglichen Lebensräumen. Dazu gehören beispielsweise Schutzgebiete, Forschungsprojekte, Bildungsprogramme und Massnahmen gegen Wilderei oder Lebensraumverlust.

Wiederansiedlung

Erhaltungszucht kann in einzelnen Fällen zur Wiederansiedlung von Tierarten beitragen. Auch Schweizer Tierparks und Zoos waren beziehungsweise sind an Programmen zur Erhaltung und Wiederansiedlung bedrohter Arten beteiligt.

Besondere Bedeutung haben im Alpenraum Projekte für Tierarten, die durch menschliche Verfolgung oder Veränderungen ihrer Lebensräume stark zurückgegangen oder verschwunden waren.

Ein international bekanntes Beispiel ist der Bartgeier. Nach seinem Verschwinden aus den Alpen wurde die Art im Rahmen eines internationalen Zucht- und Wiederansiedlungsprogramms erneut angesiedelt. Zoologische Einrichtungen spielten bei der Erhaltungszucht eine wichtige Rolle.

Bildung

Zoos erreichen jährlich ein breites Publikum und verfügen dadurch über besondere Möglichkeiten der Umweltbildung.

Informationstafeln, Führungen, Schulangebote, Ausstellungen und digitale Medien vermitteln Wissen über Tierarten, ihre Lebensräume und ihre Gefährdung. Viele Einrichtungen verfügen über eigene Zooschulen oder pädagogische Programme.

Moderne Bildungsarbeit versucht zunehmend, Tiere nicht als isolierte Attraktionen darzustellen. Stattdessen werden ökologische Zusammenhänge sowie Themen wie Klimawandel, Lebensraumverlust, Wildtierhandel, invasive Arten und nachhaltiger Konsum behandelt.

Forschung

Wissenschaftliche Forschung gehört insbesondere bei grossen Zoos zu den institutionellen Aufgaben.

Untersuchungen können beispielsweise das Verhalten, die Fortpflanzung, Ernährung, Genetik oder Veterinärmedizin betreffen. Erkenntnisse aus der Haltung von Tieren können sowohl die Bedingungen in zoologischen Einrichtungen verbessern als auch für den Schutz freilebender Populationen von Bedeutung sein.

Schweizer Zoos arbeiten dabei unter anderem mit Hochschulen, Forschungsinstituten, Naturschutzorganisationen und anderen zoologischen Einrichtungen zusammen.

Tiermedizin

Die Haltung zahlreicher Tierarten stellt hohe Anforderungen an die Veterinärmedizin. Grössere Zoos beschäftigen eigene Tierärztinnen und Tierärzte oder arbeiten eng mit spezialisierten Fachpersonen zusammen.

Die Zootiermedizin umfasst Vorsorge, Diagnose und Behandlung von Krankheiten, Reproduktionsmedizin, Anästhesie, Parasitenkontrolle und die Untersuchung verstorbener Tiere.

Da bei Wildtieren Krankheitssymptome teilweise erst spät sichtbar werden, besitzt die vorbeugende Gesundheitskontrolle besondere Bedeutung.

Tierhaltung und Gehegegestaltung

Die Gestaltung zoologischer Anlagen hat sich im Laufe der Geschichte grundlegend verändert. Frühe Zoos präsentierten Tiere häufig in kleinen Käfigen, in denen eine möglichst gute Sichtbarkeit für das Publikum wichtiger war als die Darstellung natürlicher Lebensräume.

Heute orientieren sich moderne Anlagen stärker an den biologischen und verhaltensbezogenen Bedürfnissen der jeweiligen Tierart. Strukturierte Gehege sollen unter anderem Rückzugsmöglichkeiten, Beschäftigung, Bewegung und Sozialkontakte ermöglichen.

Bei der Planung werden Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Vegetation, Klima, Wasserflächen, Kletterstrukturen und die Zusammensetzung sozialer Gruppen berücksichtigt.

Auch sogenannte Beschäftigungsmassnahmen oder Enrichment spielen eine wichtige Rolle. Futter kann beispielsweise so angeboten werden, dass Tiere danach suchen oder bestimmte natürliche Verhaltensweisen einsetzen müssen.

Gesetzliche Grundlagen

Die Haltung von Tieren in der Schweiz unterliegt dem eidgenössischen Tierschutzgesetz und der Tierschutzverordnung.

Die gesetzlichen Vorschriften regeln unter anderem Anforderungen an Haltung, Pflege, Unterbringung und Umgang mit Tieren. Für die Haltung zahlreicher Wildtierarten sind besondere Bewilligungen erforderlich. Je nach Tierart und Art der Haltung gelten zudem Anforderungen an die Ausbildung der verantwortlichen Personen.[6]

Für Bewilligungen und Kontrollen sind insbesondere die zuständigen kantonalen Veterinärbehörden verantwortlich.

Die gesetzlichen Anforderungen stellen Mindestvorschriften dar. Wissenschaftlich geführte Zoos können darüber hinaus eigene Standards sowie Anforderungen internationaler Zooorganisationen anwenden.

Zooschweiz

zooschweiz / zoosuisse ist ein Zusammenschluss wissenschaftlich geführter zoologischer Einrichtungen. Der Verein vertritt gemeinsame Anliegen seiner Mitglieder und beschäftigt sich insbesondere mit Tierhaltung, Artenschutz, Forschung und Bildungsarbeit.

Zu den Mitgliedseinrichtungen gehören verschiedene grosse Zoos, Tierparks und spezialisierte Institutionen der Schweiz.[7]

Die Zusammenarbeit erleichtert den fachlichen Austausch zwischen den Institutionen und unterstützt gemeinsame Positionen zu zoologischen und naturschutzbezogenen Themen.

Internationale Zusammenarbeit

Mehrere Schweizer Zoos sind Mitglieder internationaler Organisationen wie der European Association of Zoos and Aquaria. Die internationale Zusammenarbeit ist insbesondere für Erhaltungszuchtprogramme notwendig.

Tiere bedrohter Arten werden dabei zwischen verschiedenen Einrichtungen ausgetauscht, um stabile und genetisch möglichst vielfältige Populationen zu erhalten.

Diese Kooperation bedeutet, dass eine einzelne Tierart in einem Schweizer Zoo Teil einer europaweiten oder sogar weltweiten Population unter menschlicher Obhut sein kann.

Zoos und Tourismus

Zoologische Einrichtungen gehören zu den bedeutenden Freizeit- und Ausflugszielen der Schweiz. Besonders die grossen Zoos ziehen Besucher aus einem weiten Einzugsgebiet an.

Die Lage der Einrichtungen unterscheidet sich stark. Während Zoo Basel und Zoo Zürich Teil grosser Städte sind, befinden sich Tierparks wie Goldau und Langenberg in naturnahen Landschaften.

Viele kleinere Wildparks sind eng mit regionalen Naherholungsgebieten verbunden und können teilweise kostenlos besucht werden.

Öffentlicher Verkehr

Ein grosser Teil der bekannten Schweizer Zoos ist mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.

Der Zoo Zürich wird durch Tram- und Buslinien der Verkehrsbetriebe Zürich erschlossen. Der Zoo Basel liegt vergleichsweise nahe am Bahnhof Basel SBB. Der Tierpark Bern ist vom Zentrum Berns mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, während der Natur- und Tierpark Goldau unweit des Bahnknotens Arth-Goldau liegt.

Die gute Erreichbarkeit mit Bahn, Tram und Bus ist insbesondere für Einrichtungen mit hohen Besucherzahlen von Bedeutung.

Kritik und gesellschaftliche Diskussion

Die Haltung von Wildtieren in zoologischen Einrichtungen wird gesellschaftlich kontrovers diskutiert.

Kritiker stellen grundsätzlich die Frage, ob insbesondere Tierarten mit grossen natürlichen Streifgebieten, komplexem Sozialverhalten oder speziellen ökologischen Anforderungen dauerhaft in menschlicher Obhut gehalten werden sollten. Weitere Diskussionen betreffen Gehegegrössen, Zucht, Tiertransporte und den Umgang mit überzähligen Tieren.

Zoos argumentieren demgegenüber mit ihrem Beitrag zu Artenschutz, Forschung, Bildung und der Möglichkeit, grosse Bevölkerungsteile unmittelbar für Tiere und ihre Lebensräume zu sensibilisieren.

Die Diskussion hat dazu beigetragen, dass sich Tierhaltung und Gehegegestaltung über Jahrzehnte deutlich verändert haben. Die Anforderungen an moderne zoologische Einrichtungen entwickeln sich zusammen mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über Verhalten und Bedürfnisse der Tiere weiter.

Bedeutung für die Gesellschaft

Zoos befinden sich an einer Schnittstelle zwischen Freizeit, Wissenschaft, Bildung und Naturschutz.

Für viele Menschen ermöglichen sie Begegnungen mit Tierarten, die sie in freier Natur kaum sehen könnten. Besonders für Kinder können Zoobesuche einen frühen Zugang zu biologischen und ökologischen Themen schaffen.

Gleichzeitig stehen zoologische Einrichtungen vor der Aufgabe, ihre gesellschaftliche Funktion immer wieder neu zu begründen. Je stärker Tierwohl und Schutz natürlicher Lebensräume in den öffentlichen Fokus rücken, desto stärker werden Zoos an ihrem konkreten Beitrag zu diesen Bereichen gemessen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Zoo Basel: Die Geschichte des Zolli, abgerufen am 9. August 2026.
  2. zooschweiz: Natur- und Tierpark Goldau, abgerufen am 9. August 2026.
  3. Zoo Zürich: Historische Ereignisse, abgerufen am 9. August 2026.
  4. Zoo Zürich: Der Zoo Zürich, abgerufen am 9. August 2026.
  5. zooschweiz: Über uns – Mission, abgerufen am 9. August 2026.
  6. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Tierhaltung, abgerufen am 9. August 2026.
  7. zooschweiz / zoosuisse, abgerufen am 9. August 2026.