Le Vaud
Le Vaud ist eine politische Gemeinde im Kanton Waadt (französisch Canton de Vaud) in der Schweiz. Sie gehört zum Bezirk Nyon und liegt am südöstlichen Fuss des Juras oberhalb der Genferseeregion. Das Dorfzentrum befindet sich auf rund 815 Metern über Meer und bietet aufgrund seiner erhöhten Lage weite Ausblicke über den Genfersee bis zu den Alpen.[1]
Le Vaud war bis weit ins 20. Jahrhundert eine kleine, stark landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Seit den 1970er-Jahren entwickelte sie sich jedoch zu einer bevorzugten Wohngemeinde im Einzugsgebiet von Nyon, Gland, Genf und Lausanne. Die Einwohnerzahl stieg von nur rund 160 Personen im Jahr 1970 auf mehr als 1'300 Einwohnerinnen und Einwohner. Ende 2024 betrug die ständige Wohnbevölkerung 1'374 Personen.[2]
Eine überregionale Bekanntheit besitzt Le Vaud durch den Tierpark La Garenne, der sich auf die einheimische Tierwelt und den Schutz verletzter Wildtiere spezialisiert.
| Le Vaud | |
|---|---|
| Kanton | Waadt |
| Bezirk | Nyon |
| BFS-Nr. | 5731 |
| Postleitzahl | 1261 |
| Höhe | rund 815 m ü. M. |
| Fläche | rund 3,11 km² |
| Einwohner | 1'374 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2024 |
| Bezeichnung der Einwohner | Vaulis |
| Sprache | Französisch |
| Syndic | Sylvain Pécoud |
| Website | levaud.ch |
Geographie
Le Vaud liegt im nordöstlichen Teil des Bezirks Nyon am Jurafuss. Die Gemeinde befindet sich oberhalb der dicht besiedelten Landschaft der La Côte und des Genferseebeckens. Das Dorf liegt auf einer leicht geneigten Hochfläche, die nach Südosten zum Genfersee hin geöffnet ist.
Nach Angaben der Gemeinde reicht die mit Le Vaud verbundene Höhenlage von etwa 620 bis 1'421 Metern über Meer; das Dorfzentrum befindet sich auf ungefähr 815 Metern.[1] Die eigentliche politische Gemeindefläche beträgt nach aktuellen Planungsunterlagen rund 311 Hektaren.[3]
Nachbargemeinden sind Bassins, Marchissy, Burtigny und Begnins.[1]
Das Siedlungsgebiet nimmt nur einen Teil der Gemeindefläche ein. Grosse Bereiche werden landwirtschaftlich genutzt oder sind bewaldet. Nach den kommunalen Planungsunterlagen waren rund 21,7 Prozent der Fläche überbaut beziehungsweise dem Siedlungsraum zugeordnet.[3]
Von zahlreichen Punkten des Gemeindegebiets eröffnet sich ein Panorama über den Genfersee und die Savoyer Alpen.
Territoriale Besonderheit
Eine Besonderheit von Le Vaud ist der umfangreiche Grundbesitz ausserhalb des eigenen politischen Gemeindegebiets.
Obwohl das eigentliche Territorium nur etwas mehr als 300 Hektaren umfasst, besitzt die Gemeinde zusätzlich mehr als 600 Hektaren Land auf den Gebieten der Gemeinden Marchissy und Le Chenit im Vallée de Joux.[1]
Zu diesem Besitz gehören Waldflächen und mehrere traditionelle Juraalpen. Diese werden teilweise bis heute an Landwirtschaftsbetriebe verpachtet und bilden einen bedeutenden Bestandteil des historischen Gemeindevermögens.
Die wichtigsten Gemeindealpen sind:
- La Pouilleuse;
- Les Chenevières;
- La Perroude;
- Pré-aux-Veaux;
- Les Trois-Chalets.
Die ausgedehnten Alp- und Waldflächen dokumentieren die jahrhundertelange Verbindung des Dorfes mit der Landwirtschaft und der Bewirtschaftung des Waadtländer Juras.
La Pouilleuse
Die Alp La Pouilleuse liegt auf etwa 1'011 Metern Höhe auf dem Gebiet von Marchissy. Le Vaud erwarb sie 1792 von den Brüdern Rigot aus Begnins.[4]
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Alp als Montagne des Côtes bezeichnet. Der heutige Name geht auf einen kleinen, später verschwundenen Chaletbau in der Umgebung zurück.
Von 1913 bis 1990 nutzte die lokale Alpgenossenschaft das Gebiet hauptsächlich für Jungvieh. Später wurden dort wieder Milchkühe und Rinder gesömmert.[4]
Les Chenevières
Die auf rund 1'220 Metern gelegene Alp Les Chenevières befindet sich ebenfalls auf dem Gebiet von Marchissy.
Der Name erinnert an den früheren Anbau von Hanf, französisch chanvre, der als Faserpflanze eine wichtige Rolle spielte. Die Gemeinde Le Vaud kaufte das Gebiet 1706 von der Gemeinde Bassins.[4]
Noch heute finden sich in diesem Teil des Juras Trockensteinmauern, die Weide- und Grundstücksgrenzen markieren. Solche Mauern gehören zu den charakteristischen Elementen der traditionellen Kulturlandschaft des Waadtländer Juras.
La Perroude
Die Alp La Perroude liegt auf rund 1'385 Metern Höhe. Ihr Name weist auf felsige Böden hin, bei denen das Gestein nahe an die Oberfläche tritt.
Die Geschichte dieses Gebiets reicht bis zur mittelalterlichen Landerschliessung durch das Kloster Bonmont zurück. Die Zisterzienser rodeten Teile der Jurawälder und entwickelten daraus Alp- und Weideflächen.[4]
Auf der Perroude befindet sich mit dem Mont-Ceni ein Punkt auf 1'421 Metern Höhe. Die Gemeinde bezeichnet ihn als höchsten Punkt ihres Landbesitzes.[4]
Pré-aux-Veaux und Trois-Chalets
Die Alpen Pré-aux-Veaux und Les Trois-Chalets befinden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Le Chenit in der Combe des Amburnex.
Der Name Pré-aux-Veaux verweist auf die traditionelle Nutzung als Weide für Kälber. Bereits im Mittelalter spielte die Region eine wichtige Rolle für die Viehwirtschaft.
1542 wurde die Combe des Amburnex zwischen mehreren Gemeinden und privaten beziehungsweise adeligen Besitzern aufgeteilt. Zu den beteiligten Gemeinden gehörte auch Le Vaud.[4]
Le Vaud erwarb Les Trois-Chalets endgültig im 19. Jahrhundert. Der Kauf wurde nach längeren Eigentumsstreitigkeiten 1848 abgeschlossen.[4]
Bis Anfang der 1970er-Jahre wurde auf Pré-aux-Veaux und Trois-Chalets auch Gruyère hergestellt. Ein Chalet auf Pré-aux-Veaux wurde 2005 zu einer Alpwirtschaft umgebaut.
Klima und Landschaft
Die erhöhte Lage am Jurafuss führt zu einem im Vergleich zum Genferseeufer kühleren Klima. Im Winter fällt regelmässig Schnee, während die Südostexposition des Dorfes für eine gute Sonneneinstrahlung sorgt.
Die Landschaft wird von Feldern, Wiesen, Waldflächen und den bewaldeten Höhen des Juras geprägt. Südöstlich öffnet sich das Gelände zur Landschaft der La Côte und zum Genfersee.
Die höher gelegenen Gemeindealpen weisen typische Formen der Jurakulturlandschaft auf: Waldweiden, Fichtenbestände, Trockensteinmauern, Alpweiden und traditionelle Chalets.
Le Vaud gehört zum Parc naturel régional Jura vaudois. Der Regionalpark ist seit 2013 als Park von nationaler Bedeutung anerkannt.[5]
Geschichte
Mittelalter
Die Siedlung ist mittelalterlichen Ursprungs. Nach Angaben der Gemeinde wurde das Dorf vor dem 14. Jahrhundert als Volotar bezeichnet. Im 14. Jahrhundert erscheinen die Formen Au Vaud und später Du Vaud.[1]
Le Vaud stand im Mittelalter in enger Beziehung zum Zisterzienserkloster Bonmont. Die Abtei besass in der Region umfangreiche Ländereien und verfügte in Le Vaud über Herrschaftsrechte, Zehntrechte und Gerichtsbarkeit.[1]
Die mittelalterliche Wirtschaftsstruktur beruhte hauptsächlich auf Landwirtschaft, Viehzucht, Waldnutzung und der Nutzung der Jurahöhen als Sommerweiden.
= Name
Der Ortsname wird von der Gemeinde wahrscheinlich mit dem germanischen Wort Wald in Verbindung gebracht.[1] Die genaue sprachgeschichtliche Herkunft ist jedoch nicht vollständig gesichert.
Eine sprachliche Besonderheit besteht im Gebrauch des Artikels. Im Französischen wird traditionell de Le Vaud verwendet und nicht die sonst zu erwartende Zusammenziehung du Vaud. Diese Form wird auch von der Gemeinde selbst in ihrer offiziellen Bezeichnung verwendet.
Die Einwohnerinnen und Einwohner werden auf Französisch Vaulis genannt.
= Berner Zeit
Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gelangte auch die Region um Le Vaud unter bernische Herrschaft.
Die Reformation veränderte die kirchlichen und politischen Strukturen. Der Einfluss der ehemaligen Klosterherrschaften wurde zurückgedrängt, während die lokalen Gemeinden schrittweise grössere Bedeutung bei der Verwaltung von Wald, Weiden und gemeinschaftlichem Eigentum erhielten.
Die ausgedehnten Alpbesitzungen von Le Vaud wurden über mehrere Jahrhunderte durch Käufe, Teilungen und Rechtsgeschäfte vergrössert. Ein Teil dieser Grundstücke liegt bis heute ausserhalb des politischen Gemeindegebiets.
= Helvetik und Kanton Waadt
1798 endete mit der Waadtländer Revolution die bernische Herrschaft. Le Vaud wurde Teil des während der Helvetischen Republik geschaffenen Kantons Léman.
Mit der Mediationsakte von 1803 entstand der heutige Kanton Waadt. Le Vaud wurde dem Bezirk Nyon zugeteilt.
Seit der Verwaltungsreform des Kantons, die Anfang 2008 in Kraft trat, gehört die Gemeinde weiterhin zum neu abgegrenzten Bezirk Nyon. Dieser umfasst heute 47 Gemeinden.[6]
Bevölkerungsentwicklung
Bis weit ins 20. Jahrhundert blieb Le Vaud ein kleines Bauerndorf.
1970 lebten lediglich rund 160 Personen in der Gemeinde. Danach setzte eine aussergewöhnlich starke Bevölkerungsentwicklung ein.[1]
Die attraktive Wohnlage am Jurafuss, die Aussicht auf den Genfersee, die Nähe zur Natur sowie die vergleichsweise kurzen Distanzen zu den Wirtschaftsstandorten Nyon und Gland führten insbesondere seit den 1970er-Jahren zu einer starken Bautätigkeit.
Ein weiterer Faktor war die Umwandlung früherer Zweitwohnungen in ganzjährig bewohnte Erstwohnungen.[3]
Am 31. Dezember 2022 wurden 1'411 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Ende 2024 lag die ständige Wohnbevölkerung gemäss kantonaler Statistik bei 1'374 Personen.[2]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1970 | rund 160 |
| 2022 | 1'411 |
| 2024 | 1'374 |
Die Entwicklung veränderte den Charakter des Ortes grundlegend. Aus einer hauptsächlich landwirtschaftlich geprägten Gemeinde wurde zunehmend eine Wohngemeinde. Trotzdem hat der historische Dorfkern seine Funktion als lokales Zentrum weitgehend bewahrt.
Siedlungsentwicklung
Der alte Dorfkern entstand an historischen Verkehrswegen am Jurafuss. Ein dichterer Kern befindet sich im Bereich der heutigen Place de la Laiterie und der Grand-Rue.
Zu den charakteristischen Gebäuden gehören grosse Bauernhäuser aus dem 19. Jahrhundert. Ihre Dachfirste wurden häufig so ausgerichtet, dass die Giebelseiten den vorherrschenden Winden möglichst gut standhalten konnten.[3]
Seit den 1970er-Jahren entstanden ausserhalb des historischen Kerns zahlreiche Einfamilienhäuser. Dadurch breitete sich die Bebauung relativ locker über verschiedene Bereiche aus.
Der historische Kern, drei Dorfbrunnen und das Gebäude der Gemeindeverwaltung besitzen regionalen kulturhistorischen Wert.[3]
Le Vaud wird im Inventar der schützenswerten Ortsbilder als Ortsbild von regionaler Bedeutung eingestuft.[3]
Wappen
Das Gemeindewappen verweist auf die Geschichte des Ortes.
Es zeigt zwei Schlüssel, die auf das Zisterzienserkloster Bonmont zurückgehen. Das Kloster besass einst die Herrschaft, die Zehntrechte und die Gerichtsbarkeit über Le Vaud.[1]
Zusätzlich befindet sich auf dem Wappen ein Spaten. Er symbolisiert die Landwirtschaft und die Arbeit des Menschen am Boden.
Damit verbindet das Wappen die mittelalterliche Herrschaftsgeschichte mit der bäuerlichen Tradition der Gemeinde.
Politik
Die kommunale Exekutive ist die Municipalité. Sie besteht aus fünf Mitgliedern.[7]
An ihrer Spitze steht der Syndic, der in der Deutschschweiz ungefähr der Funktion eines Gemeindepräsidenten entspricht.
2026 ist Sylvain Pécoud Syndic von Le Vaud. Sein Ressort umfasst unter anderem die allgemeine Verwaltung, Finanzen, industrielle Dienste und Wasserversorgung.[7]
Die Legislative bildet der Conseil communal mit 45 gewählten Mitgliedern. Er entscheidet unter anderem über das Gemeindebudget und kommunale Reglemente und kontrolliert die Tätigkeit der Municipalité.[7]
Wirtschaft
Le Vaud war traditionell eine Landwirtschaftsgemeinde. Viehzucht, Milchwirtschaft, Waldnutzung und die Bewirtschaftung der Juraalpen bildeten über Jahrhunderte die wichtigsten wirtschaftlichen Grundlagen.
Heute besitzt die Landwirtschaft weiterhin Bedeutung für die Landschaft und das lokale Selbstverständnis, beschäftigt jedoch nur noch einen kleinen Teil der Bevölkerung.
Viele Erwerbstätige pendeln zu Arbeitsplätzen in der Genferseeregion. Wichtige regionale Zentren sind insbesondere Gland und Nyon. Über die Autobahn- und Bahnverbindungen der La Côte sind auch Lausanne und der Kanton Genf erreichbar.
Im Dorf bestehen kleinere Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe.
Landwirtschaft und Alpwirtschaft
Die Alpwirtschaft besitzt wegen der ausserhalb des Gemeindegebiets gelegenen Grundstücke eine besondere Stellung.
Die kommunalen Alpen werden verpachtet und weiterhin landwirtschaftlich genutzt. Der Viehauftrieb im Sommer gehört zu einer jahrhundertealten Tradition des Jurafusses.
Die Bewirtschaftung trägt gleichzeitig zur Erhaltung der charakteristischen Waldweiden bei. Diese Landschaftsform entstand durch die Verbindung von Waldwirtschaft und Viehhaltung und ist für den Waadtländer Jura typisch.
Historische Trockensteinmauern begrenzen vielerorts Weiden und Grundstücke. Ihr Unterhalt ist heute auch für Landschafts- und Naturschutz von Bedeutung.
Wald
Wälder bilden einen wichtigen Teil des landschaftlichen und wirtschaftlichen Erbes von Le Vaud. Neben Wald innerhalb der politischen Gemeinde besitzt Le Vaud umfangreiche Waldflächen in anderen Juragemeinden.
Die Wälder dienen der Holzproduktion, dem Schutz der natürlichen Lebensräume, der Erholung sowie der Erhaltung der Biodiversität.
Im Gebiet des Parc naturel régional Jura vaudois bedecken Wälder mehr als die Hälfte der Gesamtfläche des Parks. Innerhalb des eigentlichen Gebiets von Le Vaud beträgt der Waldanteil etwa 30 Prozent.[8]
Parc naturel régional Jura vaudois
Le Vaud gehört zu den Gemeinden des Parc naturel régional Jura vaudois.
Der Park erstreckt sich über rund 574 Quadratkilometer vom Gebiet der La Dôle bis nach Romainmôtier-Envy. Er umfasst Landschaften des Jurafusses, der Jurahöhen und des Vallée de Joux.[5]
Zentrale Ziele des Regionalparks sind die Erhaltung der Landschaft und Biodiversität, die Förderung einer nachhaltigen regionalen Wirtschaft, Umweltbildung und die Bewahrung des kulturellen Erbes.
Die Waldweiden und kommunalen Alpen von Le Vaud gehören zu den typischen Kulturlandschaften dieses Naturraums.
La Garenne
Hauptartikel: La Garenne (Tierpark)
Eine der bekanntesten Einrichtungen von Le Vaud ist der Parc animalier La Garenne.
Der Tierpark wurde 1965 von Erwin Meier gegründet. Ursprünglich befand er sich auf einer nur rund 6'100 Quadratmeter grossen Fläche und diente insbesondere als Zufluchts- und Pflegestation für verletzte oder dauerhaft beeinträchtigte Wildtiere.[9]
1977 wurde die Institution aufgrund ihrer Bildungs- und Naturschutzarbeit offiziell als gemeinnützig anerkannt. 1998 entstand eine Stiftung zur langfristigen Sicherung des Tierparks.[9]
Da die ursprüngliche Anlage den modernen Anforderungen an die Tierhaltung nicht mehr genügte, wurde ab 2014 ein vollständig neuer Park errichtet. Die neue La Garenne wurde im März 2016 eröffnet und umfasst rund drei Hektaren.[9]
Der Schwerpunkt liegt auf der schweizerischen Tierwelt. Zum Park gehört auch ein Pflegezentrum für verletzte einheimische Wildtiere.
La Garenne verbindet damit Tierhaltung, Wildtierpflege, Artenschutz und Umweltbildung und gehört zu den bedeutendsten touristischen Einrichtungen der Gemeinde.
Verkehr
Le Vaud liegt abseits der grossen Eisenbahnlinien. Die nächstgelegenen bedeutenden Bahnhöfe befinden sich in Gland und Nyon an der Bahnstrecke Lausanne–Genf.
Der öffentliche Verkehr verbindet das Dorf mit den umliegenden Gemeinden und den regionalen Zentren.
Auf der Strasse ist Le Vaud über Begnins und die Gemeinden der La Côte mit Gland und der Autobahn A1 verbunden. Weitere Strassen führen in Richtung Bassins und Marchissy sowie zu den Jurahöhen.
Historisch lag das Dorf an einer Route zwischen Bassins und Gimel.[3]
Bildung und öffentliches Leben
Die starke Bevölkerungszunahme seit den letzten Jahrzehnten hat auch die Anforderungen an Schulen, Kinderbetreuung und kommunale Infrastruktur verändert.
Die Gemeinde arbeitet in verschiedenen öffentlichen Aufgaben mit Nachbargemeinden der Region Nyon zusammen.
Das lokale Vereinsleben besitzt weiterhin einen hohen Stellenwert. Nach Angaben der Gemeinde bestehen zahlreiche Sport-, Kultur- und Freizeitvereine, die einen wichtigen Beitrag zur Integration der stark gewachsenen Bevölkerung leisten.[1]
Ortsbild und Kulturerbe
Trotz des starken Wachstums sind im Zentrum von Le Vaud Elemente des historischen Bauerndorfes erhalten geblieben.
Typisch sind grössere Bauernhäuser aus dem 18. und besonders dem 19. Jahrhundert. Mehrere historische Brunnen prägen das Ortsbild.
Das Gebäude der Gemeindeverwaltung und drei Brunnen im Dorfzentrum werden im kantonalen Architekturverzeichnis als Objekte von regionalem Interesse geführt.[3]
Auch die traditionelle landwirtschaftliche Gebäudestruktur und die Beziehungen zwischen Dorf, Wald und Alpweiden sind wichtige Bestandteile des lokalen Kulturerbes.
Natur und Freizeit
Die Lage am Jurafuss bietet zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen, Velotouren und andere Freizeitaktivitäten.
Von Le Vaud führen Wege in die umliegenden Wälder und auf die Jurahöhen. Die höher gelegenen Alpen ermöglichen weite Ausblicke über das Schweizer Mittelland, den Genfersee und die Alpen.
Der Parc naturel régional Jura vaudois erschliesst die Region zusätzlich durch Wanderwege und Angebote zu Natur, Landschaft und regionaler Kultur.
Im Winter bieten die höheren Juraregionen Möglichkeiten für Schneeschuhwanderungen und Langlauf.
Bedeutung als Wohngemeinde
Die Entwicklung von Le Vaud seit 1970 ist beispielhaft für zahlreiche Gemeinden der La Côte und des Waadtländer Jurafusses.
Die wirtschaftliche Dynamik der Region zwischen Lausanne und Genf erhöhte die Nachfrage nach Wohnraum auch in den höher gelegenen Dörfern. Le Vaud bot dabei eine Kombination aus ländlicher Umgebung und vergleichsweise guter Erreichbarkeit der Arbeitszentren.
Die Einwohnerzahl vervielfachte sich innerhalb weniger Jahrzehnte. Gleichzeitig entstanden ausgedehnte Einfamilienhausquartiere rund um den historischen Dorfkern.[3]
Die Raumplanung steht deshalb vor der Aufgabe, weiteres Wachstum mit dem Schutz der Landschaft, des Ortsbildes und der landwirtschaftlichen Flächen zu vereinbaren.
Siehe auch
- Kanton Waadt
- Bezirk Nyon
- La Côte (Waadt)
- Nyon
- Gland VD
- Begnins
- Bassins VD
- Marchissy
- Burtigny
- Le Chenit
- Vallée de Joux
- Parc naturel régional Jura vaudois
- La Garenne (Tierpark)
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Le Vaud
- Geschichte und Kulturerbe der Gemeinde
- Offizielle Website des Kantons Waadt
- Parc animalier La Garenne
- Parc naturel régional Jura vaudois
Einzelnachweise
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 Histoire et Patrimoine, Commune de Le Vaud, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Population résidante permanente des communes, Vaud, 31.12.2024, État de Vaud, 6. November 2025.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 3,8 Commune de Le Vaud – Rapport selon l'article 47 OAT, Commune de Le Vaud, 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 Les alpages communaux, Commune de Le Vaud, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Parc naturel régional Jura vaudois, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Préfecture de Nyon, État de Vaud, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Autorités, Commune de Le Vaud, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Les forêts du Parc, Parc naturel régional Jura vaudois, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 9,0 9,1 9,2 La Garenne – au service de la nature et du vivant, Parc animalier La Garenne, abgerufen am 9. August 2026.
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