Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland
| Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland AG | |
|---|---|
| Abkürzung | VZO |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 18. Oktober 1946 |
| Betriebsaufnahme | 3. Oktober 1948 |
| Sitz | Grüningen |
| Branche | Öffentlicher Verkehr |
| Verkehrsgebiet | Zürcher Oberland, rechtes Zürichseeufer und Rapperswil-Jona |
| Verkehrsverbünde | ZVV, OSTWIND |
| Aktionäre | 14 Zürcher Gemeinden und Kanton Zürich |
| Verwaltungsratspräsidentin | Claudia Hollenstein |
| Direktor | Joe Schmid |
| Mitarbeitende | 348 Personen (2024) |
| Eigene Busse | 104 (2024) |
| Linien | 63 (2024) |
| Haltestellen | 447 (2024) |
| Netzlänge | 488 km (2024) |
| Fahrgäste | 26,46 Mio. (2024) rund 27,4 Mio. (2025) |
| Fahrzeugkilometer | rund 7,1 Mio. jährlich |
| Betriebshöfe | Grüningen, Meilen, Rüti und Wetzikon |
| Website | www.vzo.ch |
Die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland AG (VZO) sind ein regionales Schweizer Busunternehmen mit Sitz in Grüningen. Ihr Verkehrsgebiet erstreckt sich über das Zürcher Oberland, den Pfannenstiel und das rechte Zürichseeufer. Darüber hinaus betreiben die VZO einen Teil des Stadtbusnetzes von Rapperswil-Jona im Kanton St. Gallen.
Die VZO gehören zu den marktverantwortlichen Verkehrsunternehmen des Zürcher Verkehrsverbunds. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Feinerschliessung von Städten, Gemeinden und ländlichen Gebieten sowie die Anbindung an die S-Bahn Zürich. Bedeutende Umsteigeknoten befinden sich unter anderem in Uster, Wetzikon, Rüti, Hinwil, Meilen, Stäfa, Männedorf, Bubikon, Wald und Rapperswil-Jona.
Das Unternehmen entstand als Folge der politischen Entscheidung, mehrere wirtschaftlich schwache Nebenbahnen im Zürcher Oberland durch Autobuslinien zu ersetzen. Die Gesellschaft wurde 1946 gegründet und nahm am 3. Oktober 1948 ihren ersten Linienbetrieb zwischen Hinwil, Rüti und Stäfa auf. Seit den 1990er-Jahren entwickelte sich das frühere ländliche Busunternehmen zu einem der grössten regionalen Verkehrsbetriebe im Kanton Zürich.[1]
Name
Das Unternehmen wurde zunächst als Verkehrsbetriebe Zürcher Oberland bezeichnet. Die Abkürzung VZO blieb auch nach späteren Erweiterungen des Verkehrsgebiets bestehen.
Im Jahr 1997 wurden der Unternehmensname und das Erscheinungsbild geändert. Seither lautet die vollständige Bezeichnung Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Der neue Name berücksichtigte die wachsende Bedeutung der Linien am rechten Zürichseeufer.[2]
Die Busse sind traditionell in einem auffälligen Blau gehalten. Dadurch werden die VZO in der Region häufig als «die blauen Busse» bezeichnet.
Verkehrsgebiet
Das Verkehrsgebiet umfasst weite Teile der Zürcher Bezirke Uster, Hinwil und Meilen. Die Buslinien verbinden dicht besiedelte Agglomerationsgemeinden, kleinere Dörfer, Weiler, Industriegebiete, Schulen, Spitäler und Freizeitziele miteinander.
Zu den wichtigsten bedienten Orten gehören:
- Uster,
- Wetzikon,
- Rüti,
- Hinwil,
- Wald,
- Bubikon,
- Dürnten,
- Gossau,
- Grüningen,
- Mönchaltorf,
- Männedorf,
- Stäfa,
- Meilen,
- Herrliberg,
- Uetikon am See,
- Hombrechtikon,
- Oetwil am See,
- Rapperswil-Jona.
Einzelne Linien reichen bis nach Zürich, Zollikon, Zumikon, Esslingen, Bäretswil, Fischenthal, Steg im Tösstal, Atzmännig, Schmerikon und Uznach. Damit überschreitet das Netz teilweise die Grenzen des eigentlichen Zürcher Oberlands und des Kantons Zürich.
Die VZO-Linien sind überwiegend als Zubringer zur S-Bahn konzipiert. Fahrpläne und Anschlüsse werden auf die Bahnlinien an den regionalen Knoten abgestimmt. Ein grosser Teil der Fahrgäste benutzt den Bus als erste oder letzte Etappe einer kombinierten Reise mit der Bahn.
Liniennetz
Das VZO-Netz umfasst Stadt-, Orts- und Regionalbuslinien. Die Liniennummern liegen überwiegend in den Bereichen 700, 800 und 900. Im Jahr 2024 betrieben die VZO 63 Linien mit einer Gesamtlänge von 488 Kilometern. Dabei wurden 447 Haltestellen bedient.[3]
| Teilgebiet | Wichtige Knoten | Erschliessungsfunktion |
|---|---|---|
| Raum Uster | Uster, Nänikon, Mönchaltorf, Maur und Esslingen | Stadtverkehr, Quartiererschliessung und Anschlüsse an die S5, S9, S14 und S15 |
| Raum Wetzikon und Hinwil | Wetzikon, Hinwil, Kempten, Gossau und Grüningen | Verbindung der regionalen Zentren mit den umliegenden Gemeinden |
| Oberes Zürcher Oberland | Rüti, Wald, Fischenthal, Steg und Atzmännig | Erschliessung des Tösstals, der Berggebiete und der Freizeitziele |
| Raum Bubikon und Hombrechtikon | Bubikon, Wolfhausen, Hombrechtikon und Feldbach | Zubringer zu den S-Bahn-Stationen Bubikon, Rüti und Feldbach |
| Rechtes Zürichseeufer | Meilen, Herrliberg-Feldmeilen, Männedorf, Stäfa und Uetikon am See | Verbindung der Bahnhöfe mit den höher gelegenen Wohnquartieren |
| Rapperswil-Jona | Rapperswil, Jona, Kempraten und Lenggis | Stadt- und Quartierverkehr sowie Anschlüsse an Bahn und Schiff |
Die Buslinien am rechten Zürichseeufer überwinden teilweise beträchtliche Höhenunterschiede zwischen den Bahnhöfen am See und den Wohnquartieren am Pfannenstiel. Im Zürcher Oberland verbinden sie hingegen häufig mehrere Dörfer mit einem regionalen Bahn- oder Stadtzentrum.
Zum Angebot gehören auch Nachtbuslinien. Sie verkehren in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag und sind mit dem Nachtnetz des ZVV verbunden.
Der seit dem 14. Dezember 2025 gültige Liniennetzplan zeigt das gesamte VZO-Verkehrsgebiet sowie die Anschlüsse an Bahn-, Schiff- und benachbarte Buslinien.[4]

Geschichte
Nebenbahnen im Zürcher Oberland
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand im Zürcher Oberland ein Netz mehrerer normal- und schmalspuriger Nebenbahnen. Dazu gehörten die Uster-Oetwil-Bahn, die Wetzikon-Meilen-Bahn und die Uerikon-Bauma-Bahn.
Die Bahnen erschlossen zahlreiche Dörfer, waren jedoch wirtschaftlich wenig erfolgreich. Ihre Strecken verliefen teilweise auf oder unmittelbar neben öffentlichen Strassen. Langsame Fahrzeiten, hohe Unterhaltskosten und die zunehmende Konkurrenz durch Automobile und Autobusse verschlechterten ihre finanzielle Lage.
Besonders die Wetzikon-Meilen-Bahn und die Uster-Oetwil-Bahn mussten wiederholt durch öffentliche Mittel unterstützt werden. Auch der Abschnitt Uerikon–Hinwil der Uerikon-Bauma-Bahn verursachte anhaltende Verluste.
Während des Zweiten Weltkriegs verschärfte sich die Diskussion um die Zukunft dieser Bahnen. Der Kanton Zürich liess verschiedene Möglichkeiten prüfen. Neben einer umfassenden Modernisierung wurde auch die Umstellung auf Autobusbetrieb untersucht.
Volksabstimmung von 1946
Der Zürcher Regierungsrat legte 1946 die Vorlage «Reorganisation der Nebenbahnen im Zürcher Oberland» vor. Sie sah die Stilllegung der drei wirtschaftlich schwachen Bahnverbindungen und ihren Ersatz durch ein zusammenhängendes Autobusnetz vor.
In den betroffenen Gemeinden entstand eine heftige politische Auseinandersetzung. Gegner warnten vor einem Verlust der Bahninfrastruktur und bezweifelten, dass Autobusse dieselbe Zuverlässigkeit und Transportleistung bieten könnten. Befürworter verwiesen auf die niedrigeren Kosten, die flexiblere Linienführung und die Möglichkeit, die Ortszentren direkter zu bedienen.
Die Zürcher Stimmberechtigten nahmen die Vorlage am 26. Mai 1946 an. Damit war die rechtliche und finanzielle Grundlage für die Gründung eines regionalen Busunternehmens geschaffen.[2]
Gründung
Die Gesellschaft wurde 1946 gegründet. An der konstituierenden Generalversammlung vom 18. Oktober wurden die Statuten genehmigt und der erste Verwaltungsrat gewählt.
Das Aktienkapital betrug 800'000 Franken. Es wurde von den beteiligten Gemeinden sowie von Bund und Kanton aufgebracht. Im Verwaltungsrat waren ursprünglich die 14 Vertragsgemeinden sowie Bund und Kanton vertreten.[2]
Gemäss dem ursprünglichen Gesellschaftszweck sollten die VZO öffentliche Linien für Personen-, Post-, Gepäck-, Tier- und Gütertransporte betreiben. Die neuen Buslinien dienten insbesondere als Ersatz für die aufzuhebenden Eisenbahnstrecken.
Der Verwaltungsrat entschied sich gegen die Vergabe des Betriebs an private Fuhrhalter und für einen Eigenregiebetrieb. Dadurch konnten die VZO Fahrzeuge selbst beschaffen, eigenes Personal beschäftigen und den Betrieb nach einheitlichen Grundsätzen organisieren.
In Grüningen entstanden Garagen, Werkstätten und betriebliche Einrichtungen. Weitere Garagen wurden in Kempten und Rüti eingerichtet. Das erste Verwaltungsbüro befand sich im Gemeindehaus von Rüti.
Aufnahme des Busbetriebs
Am 3. Oktober 1948 nahm die erste VZO-Linie zwischen Hinwil, Rüti und Stäfa den Betrieb auf. Sie ersetzte den Abschnitt Uerikon–Hinwil der Uerikon-Bauma-Bahn. Zur Verfügung standen zunächst vier Autobusse und sieben Chauffeure.[5]
Im Jahr 1949 ersetzten Autobusse die Uster-Oetwil-Bahn. Ein Jahr später wurde auch die Wetzikon-Meilen-Bahn stillgelegt und durch VZO-Linien ersetzt.
Ab 1950 bestand das Stammnetz aus vier Linien mit einer Gesamtlänge von 55 Kilometern. Neben dem Personenverkehr mussten die VZO zunächst auch Gepäck-, Post- und Gütertransporte übernehmen. Einzelne Güterwagenverbindungen und Umschlaganlagen der früheren Bahnen blieben vorübergehend erhalten.
Die Umstellung wurde in vielen Orten mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Während die neuen Busse kürzere Wege zu den Haltestellen ermöglichten, trauerten Teile der Bevölkerung den vertrauten Eisenbahnen nach.
Ausbau des Netzes
In den folgenden Jahrzehnten wurde das Liniennetz kontinuierlich erweitert. Das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Siedlungstätigkeit im Zürcher Oberland führten zu neuen Linien, dichteren Fahrplänen und längeren Betriebszeiten.
Im zehnten Betriebsjahr 1958 beförderten die VZO rund 1,7 Millionen Fahrgäste. Neue Wohnquartiere, Schulen, Spitäler und Industriegebiete wurden schrittweise an das Netz angeschlossen.[5]
Der Gütertransport verlor dagegen an Bedeutung. Die VZO entwickelten sich zu einem reinen Personenverkehrsunternehmen. Technische Verbesserungen der Fahrzeuge, der Ausbau der Strassen und neue Betriebshöfe erhöhten die Leistungsfähigkeit.
In den 1980er-Jahren wurden erste Ortsbusnetze aufgebaut. Dazu gehörte der 1988 eingeführte Ortsbus von Rüti.
Zürcher Verkehrsverbund
Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich und der Gründung des Zürcher Verkehrsverbunds im Jahr 1990 veränderte sich die Aufgabe der VZO grundlegend.
Die VZO wurden zu einem marktverantwortlichen Verkehrsunternehmen des ZVV. Sie übernahmen die Angebotsplanung und betriebliche Verantwortung für den Busverkehr im Zürcher Oberland und am rechten Zürichseeufer.[1]
Die Fahrpläne wurden stärker auf die S-Bahn ausgerichtet. An zahlreichen Bahnhöfen entstanden systematische Anschlüsse zwischen Zug und Bus. Viele Linien erhielten einen Halb- oder Viertelstundentakt.
Gleichzeitig führte der ZVV einen einheitlichen Zonentarif ein. Fahrgäste konnten mit demselben Fahrausweis Bahn, Bus, Tram, Schiff und Seilbahn innerhalb der gelösten Zonen benutzen.
Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs liess die Fahrgastzahlen stark steigen. Während die VZO Anfang der 1990er-Jahre jährlich etwa acht Millionen Fahrgäste beförderten, waren es drei Jahrzehnte später mehr als 23 Millionen.
Erweiterung am Zürichsee
Im Jahr 1997 erfolgte die Umbenennung in Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Ein Jahr später übernahmen die VZO den Ortsbusbetrieb von Meilen von der Schneider AG.[2]
Damit wuchs die Bedeutung des rechten Zürichseeufers im Unternehmensnetz weiter. Die VZO betrieben zunehmend auch Orts- und Zubringerlinien in Herrliberg, Meilen, Männedorf, Stäfa und Uetikon am See.
Im Jubiläumsjahr 1998 wurden 8,4 Millionen Fahrgäste gezählt. Damals beschäftigte das Unternehmen rund 135 Personen und setzte 59 Busse ein.
Stadtbus Rapperswil-Jona
Die VZO gewannen 2007 die Ausschreibung für den Betrieb eines grossen Teils des Stadtbusnetzes von Rapperswil-Jona. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurde das Angebot deutlich ausgebaut und in den VZO-Betrieb integriert.[6]
Da Rapperswil-Jona im Kanton St. Gallen liegt, gelten auf den Stadtbuslinien teilweise sowohl Fahrausweise des ZVV als auch des Tarifverbunds OSTWIND.
Die Linien und Betreiberzuständigkeiten wurden später mehrfach angepasst. Seit Dezember 2023 betreiben die VZO unter anderem die neue Linie 996 zwischen den Bahnhöfen Rapperswil und Jona. Die Linie 995 wurde gleichzeitig an die Schneider Linienbus AG übertragen.[7]
Entwicklung seit 2000
Während der ersten Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts wurden die Fahrpläne weiter verdichtet. Besonders auf stark nachgefragten Linien entstanden Viertelstundentakte und zusätzliche Kurse während der Hauptverkehrszeiten.
Gelenkbusse ersetzten auf vielen Linien die kleineren Standardbusse. Bis Ende 2008 wurde der Linienverkehr vollständig auf Niederflurbusse umgestellt.
Die VZO bauten ausserdem eine zentrale Leitstelle auf. Über ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem können die Fahrzeuge geortet, Anschlüsse überwacht und Fahrgäste über Störungen informiert werden.
In den Wochenendnächten wurden gemeinsam mit dem ZVV Nachtbusverbindungen eingerichtet. Die VZO gehörten zu den Mitinitianten des kantonalen Nachtnetzes.
Während der COVID-19-Pandemie brachen die Fahrgastzahlen von 22,6 Millionen im Jahr 2019 auf 16,7 Millionen im Jahr 2020 ein. Seit 2022 übertrifft die Nachfrage wieder die Werte vor der Pandemie.
Organisation und Eigentum
Die VZO sind als Aktiengesellschaft organisiert. Aktionäre sind die 14 Gemeinden Bubikon, Dürnten, Egg, Gossau, Grüningen, Hinwil, Hombrechtikon, Männedorf, Mönchaltorf, Oetwil am See, Rüti, Stäfa, Uster und Wetzikon sowie der Kanton Zürich.
Der Kanton hält rund 38 Prozent des Aktienkapitals. Die Gemeinden können Mitglieder ihrer Exekutiven für den Verwaltungsrat vorschlagen.[8]
Präsidentin des Verwaltungsrats ist Claudia Hollenstein aus Stäfa. Vizepräsident ist Andreas Edgar Bühler aus Hinwil. Die operative Leitung liegt seit dem 1. November 2023 bei Direktor Joe Schmid.[9]
Die Geschäftsleitung umfasst die Bereiche:
- Direktion,
- Personal und Fahrdienst,
- Betrieb,
- Technik,
- Angebot und Markt,
- Finanzen und Dienste.
Der Verwaltungsrat besitzt seit der Gründung des ZVV weniger direkten Einfluss auf Tarife und Angebotsumfang. Diese werden heute weitgehend durch den Verkehrsrat, den Kantonsrat, den ZVV und die regionalen Verkehrskonferenzen bestimmt. Die VZO bleiben jedoch für die betriebliche Umsetzung, Fahrplangestaltung, Fahrzeugbeschaffung, Personalführung und Qualitätssicherung verantwortlich.
Betriebshöfe und Infrastruktur
Die VZO verfügen über vier wichtige Betriebsstandorte:
| Standort | Aufgaben |
|---|---|
| Grüningen | Hauptsitz, Verwaltung, Leitstelle, Werkstatt, Fahrzeugabstellung und Ladeinfrastruktur |
| Wetzikon | Fahrzeugabstellung, Unterhalt und Einsatzstützpunkt für das mittlere Zürcher Oberland |
| Rüti | Depot und Einsatzstützpunkt für Rüti, Wald, Bubikon und das obere Zürcher Oberland |
| Meilen | Depot für die Linien am rechten Zürichseeufer |
Die zentrale Leitstelle befindet sich in Grüningen. Sie überwacht den laufenden Betrieb, disponiert Ersatz- und Entlastungsfahrzeuge und koordiniert Anschlüsse bei Verspätungen.
Zu den weiteren Aufgaben des Unternehmens gehören der Unterhalt der Fahrzeuge, die Reinigung und Bereitstellung, die Ausbildung des Fahrpersonals, die Pflege der Fahrplandaten und die technische Betreuung der Haltestelleneinrichtungen.
Die Haltestellen selbst befinden sich in der Regel im Eigentum der jeweiligen Gemeinden oder Strasseneigentümer. Die VZO beraten bei deren Gestaltung und liefern Fahrgastinformationen.
Wegen des wachsenden Angebots und der Elektrifizierung der Flotte plant das Unternehmen zusätzliche Depotkapazitäten. Ein neuer Standort in Oetwil am See soll langfristig die bestehenden Anlagen ergänzen.
Fahrzeugpark
Ende 2024 besassen die VZO 104 eigene Busse. Weitere neun Fahrzeuge wurden von beauftragten Transportunternehmen eingesetzt.[3]
Der Fahrzeugpark umfasst:
- Standardbusse,
- Gelenkbusse,
- Kleinbusse,
- Dieselbusse mit Abgasnorm Euro 6,
- Mild-Hybridbusse,
- batterieelektrische Busse.
Auf den stark ausgelasteten Linien kommen überwiegend Gelenkbusse zum Einsatz. Kleinbusse werden auf schwächer nachgefragten Orts- und Quartierlinien verwendet.
Die Fahrzeuge sind niederflurig und verfügen über ausklappbare Rampen oder automatische Absenkvorrichtungen. Digitale Anzeigen und automatische Ansagen informieren über die nächste Haltestelle und bestehende Anschlüsse.
Eine Besonderheit der VZO-Fahrzeuge sind die hölzernen Sitzschalen. Das Unternehmen entwickelte gemeinsam mit einem Hersteller eine eigene Sitzform, die später auch anderen Verkehrsunternehmen und Fahrzeugherstellern angeboten wurde.
Historische Fahrzeuge sind teilweise erhalten geblieben. Dazu gehört der 1949 gebaute FBW-Autobus mit der ehemaligen VZO-Flottennummer 10, der als «Zähni» im FBW-Museum in Wetzikon aufbewahrt wird.[10]
Elektrifizierung und Umweltstrategie
Die VZO führten bereits vor der Einführung von Elektrobussen verschiedene Umweltmassnahmen ein. Dazu gehören Fahrzeuge mit modernen Dieselmotoren, Mild-Hybridtechnik, Fahrassistenzsysteme zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs und Photovoltaikanlagen auf Betriebsgebäuden.
Ende 2023 trafen die ersten drei batterieelektrischen Busse ein. Seit 2024 stehen ein Gelenkbus und zwei Standardbusse des Typs Mercedes-Benz eCitaro im Linienbetrieb.[11]
Die ursprüngliche Elektrobusstrategie sah eine weitgehend emissionsfreie Flotte bis 2035 vor. Wegen technischer, betrieblicher und finanzieller Herausforderungen wurde der Zeitplan 2024 angepasst. Die Dieselbusse sollen nun bis spätestens 2040 schrittweise durch batterieelektrische Fahrzeuge oder andere CO2-freie Antriebssysteme ersetzt werden.
Ein grosser Teil der künftigen Elektrobusse soll nachts in den Depots geladen werden. Für längere Umläufe sind Zwischenladungen oder neue Batterietechnologien erforderlich. Die unterschiedlichen Stromversorger an den Depotstandorten erschweren den Aufbau einer einheitlichen Ladeinfrastruktur.
Photovoltaikanlagen bestehen unter anderem in Grüningen, Rüti und Wetzikon. Im Jahr 2025 deckte die eigene Stromproduktion einen bedeutenden Teil des betrieblichen Strombedarfs einschliesslich der Traktionsenergie der Elektrobusse.[11]
Fahrgastzahlen und Betriebsleistung
Die Nachfrage entwickelte sich seit der Gründung langfristig stark nach oben.
| Jahr | Fahrgäste | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1958 | rund 1,7 Mio. | Zehntes Betriebsjahr |
| 1998 | rund 8,4 Mio. | 50-Jahr-Jubiläum |
| 2019 | 22,61 Mio. | damaliger Höchstwert vor der Pandemie |
| 2020 | 16,69 Mio. | Rückgang während der COVID-19-Pandemie |
| 2022 | 23,23 Mio. | erstmals über dem Wert von 2019 |
| 2023 | 25,35 Mio. | weiterer Fahrgastrekord |
| 2024 | 26,46 Mio. | Zunahme um 4,4 Prozent |
| 2025 | rund 27,4 Mio. | Zunahme um 3,5 Prozent |
Im Jahr 2024 erbrachten die VZO rund 7,1 Millionen Fahrzeugkilometer. Die Fahrgäste legten insgesamt 77,2 Millionen Personenkilometer zurück. Im Jahr 2025 stieg dieser Wert auf rund 78,5 Millionen Personenkilometer.[3][11]
Ein zentrales Qualitätsmerkmal ist die Anschlusszuverlässigkeit. Im Jahr 2024 wurden während der Abendspitzenzeit rund 96 Prozent der vorgesehenen Anschlüsse zwischen Zug und Bus erreicht.[3]
Die Kundenzufriedenheit erreichte 2024 mit 79 von 100 Punkten einen damaligen Höchstwert. Besonders gut bewertet wurden die Freundlichkeit des Fahrpersonals, die Sauberkeit, die Pünktlichkeit und die Fahrgastinformation.
Tarife und Billettverkauf
Auf den Zürcher Linien gilt der Zonentarif des Zürcher Verkehrsverbunds. Innerhalb der gelösten Zonen können sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel benutzt werden.
Auf den grenzüberschreitenden Linien und im Stadtbus Rapperswil-Jona bestehen tarifliche Übergänge zum Tarifverbund OSTWIND. Je nach Verbindung werden Fahrausweise eines oder beider Verbünde anerkannt.
Seit dem Fahrplanwechsel vom 15. Dezember 2024 werden im gesamten ZVV keine Billette mehr beim Fahrpersonal verkauft. Fahrausweise müssen vor der Fahrt an Automaten, über die ZVV-App, den SwissPass oder andere Vertriebskanäle erworben werden.[3]
Das Fahrpersonal bleibt für Auskünfte, den sicheren Betrieb und die Unterstützung von Fahrgästen zuständig.
Bedeutung
Die VZO sichern die Feinerschliessung einer Region, in der die Siedlungen teilweise weit von den Bahnstrecken entfernt liegen. Dies betrifft insbesondere die Hanglagen am rechten Zürichseeufer und die ländlichen Gemeinden des Zürcher Oberlands.
Für viele Gemeinden bilden die Busse die einzige direkte Anbindung an das übergeordnete öffentliche Verkehrsnetz. Die Linien schaffen Anschlüsse an die S-Bahn, die Forchbahn, regionale Bahnlinien, Schiffe und benachbarte Busunternehmen.
Die VZO spielten zudem eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Zürcher Verkehrsverbunds. Ihr auf Bahnanschlüsse ausgerichtetes Betriebskonzept wurde seit 1990 laufend verdichtet und trug dazu bei, den öffentlichen Verkehr auch ausserhalb der grossen Städte konkurrenzfähig zu machen.
Historisch stehen die VZO für den Übergang von den regionalen Nebenbahnen zum modernen Busverkehr. Die Gesellschaft übernahm die Erschliessungsfunktion der aufgegebenen Eisenbahnen und baute sie im Verlauf mehrerer Jahrzehnte erheblich aus.
Siehe auch
- Zürcher Verkehrsverbund
- Öffentlicher Verkehr im Kanton Zürich
- S-Bahn Zürich
- Uster-Oetwil-Bahn
- Wetzikon-Meilen-Bahn
- Uerikon-Bauma-Bahn
- Stadtbus Rapperswil-Jona
- VBG Verkehrsbetriebe Glattal
- Verkehrsbetriebe Zürich
- PostAuto Schweiz
Literatur
- Roger Neidhart: 75 Jahre Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. In: Heimatspiegel, September 2023.
- Jürg Biegger: 75 Jahre VZO. Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland, Grüningen 2023.
- Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland: Geschäftsbericht 2024. Grüningen 2025.
- Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland: Umweltbericht 2025. Grüningen 2026.
Weblinks
- Offizielle Website der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland
- Geschichte der VZO
- Liniennetz der VZO im Fahrplanjahr 2026
- Politische Organisation und Verwaltungsrat
- Geschäftsbericht 2024
- Umweltbericht 2025
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Geschichte der VZO. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 75 Jahre Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. 2023-09. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Geschäftsbericht 2024. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. 2025. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Liniennetz der VZO, gültig ab 14. Dezember 2025. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ 5,0 5,1 75 Jahre Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. 2023-09-14. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Viel mehr Bus in Rapperswil-Jona. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. 2008-11-28. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Geschäftsbericht 2023. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. 2024. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Verwaltungsrat der VZO. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. 2016-11-28. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Politische Organisation. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ Jede Fahrt mit dem «Zähni» ist eine Zeitreise. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Abgerufen am 2026-08-04.
- ↑ 11,0 11,1 11,2 Umweltbericht 2025. Hrsg.: Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. 2026. Abgerufen am 2026-08-04.
Wikimedia Commons: Medien zu Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland