Rüti ZH

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Rüti
Blick vom Batzberg auf Rüti
Wappen Wappen von Rüti
Staat Schweiz
Kanton Zürich
Bezirk Hinwil
BFS-Nummer 0118
Postleitzahl 8630
Koordinaten 47° 16′ N, 8° 51′ O
Höhe 482 m ü. M.
Fläche rund 10,2 km²
Einwohner 13'215 (30. Juni 2026)
Gemeindepräsidentin Yvonne Bürgin (Die Mitte)
Website www.rueti.ch

Rüti ist eine politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz. Zur eindeutigen Unterscheidung von anderen Ortschaften gleichen Namens wird sie häufig als Rüti ZH bezeichnet. Die Gemeinde liegt im südöstlichen Teil des Zürcher Oberlands nahe der Grenze zu den Kantonen St. Gallen und Schwyz.

Rüti entwickelte sich aus einer mittelalterlichen Siedlung rund um das im frühen 13. Jahrhundert gegründete Kloster Rüti. Nach der Aufhebung des Klosters während der Reformation wurde der Ort zum Verwaltungszentrum des Zürcher Amtes Rüti. Im 19. Jahrhundert wandelte sich das zuvor landwirtschaftlich geprägte Dorf zu einem bedeutenden Industriestandort. Besonders die Maschinenfabrik Rüti machte den Namen der Gemeinde weltweit in der Textilindustrie bekannt.

Mit über 13'000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Rüti eine der grösseren Gemeinden des Zürcher Oberlands. Trotz der städtischen Bevölkerungszahl wird der Ort durch seine historische Dorfmitte, die umliegenden Weiler, Waldgebiete und die Nähe zum Batzberg weiterhin stark von ländlichen Landschaftselementen geprägt.

Name

Der Ortsname Rüti geht auf das mittelhochdeutsche Wort riuti zurück. Es bezeichnete eine durch Rodung von Wald gewonnenen Fläche. Vergleichbare Ortsnamen sind im alemannischen Sprachraum weit verbreitet.

Der Name weist darauf hin, dass die Siedlung in einem Gebiet entstand, das während des frühen Mittelalters für Landwirtschaft und Viehzucht gerodet wurde.

Zur Unterscheidung von Rüti GL und weiteren schweizerischen Orten namens Rüti wird im Bahnverkehr, in Postanschriften und in amtlichen Verzeichnissen die Form Rüti ZH verwendet. Der amtliche Gemeindename lautet gemäss dem Gemeindeverzeichnis des Bundes Rüti (ZH).

Die Einwohnerinnen und Einwohner werden als Rütnerinnen und Rütner bezeichnet.

Geografie

Lage

Rüti liegt am südöstlichen Rand des Zürcher Oberlands, rund 27 Kilometer Luftlinie von der Stadt Zürich entfernt. Das Siedlungsgebiet befindet sich im Tal der Jona am Übergang zwischen dem Zürcher Oberland und der Landschaft um den oberen Zürichsee.

Die Gemeinde grenzt im Norden an Dürnten, im Osten an Wald, im Süden an Eschenbach SG und Rapperswil-Jona sowie im Westen an Bubikon.

Das Zentrum von Rüti liegt auf etwa 482 Metern über Meer. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich im Gebiet des Batzbergs auf rund 778 Metern. Der tiefste Punkt liegt an der Jona nahe der Grenze zum Kanton St. Gallen auf ungefähr 441 Metern über Meer.

Gemeindegliederung

Neben dem dicht bebauten Hauptort gehören mehrere Weiler und kleinere Siedlungen zur Gemeinde. Dazu zählen insbesondere:

  • Fägswil;
  • Weid;
  • Moos;
  • Weier;
  • Ferrach;
  • Pilgersteg;
  • Teile des Gebiets Joweid.

Fägswil liegt nordöstlich des Hauptortes auf einer erhöhten, landwirtschaftlich geprägten Terrasse. Der Weiler bewahrte Teile seines traditionellen Ortsbildes mit Bauernhäusern und für das Zürcher Oberland typischen Flarzbauten.

Das Siedlungsgebiet von Rüti ist heute weitgehend mit Tann in der Nachbargemeinde Dürnten zusammengewachsen. Beide Orte bilden funktional einen gemeinsamen Siedlungsraum, werden politisch jedoch weiterhin von zwei eigenständigen Gemeinden verwaltet.

Landschaft

Die Landschaft wurde wesentlich durch die eiszeitlichen Gletscher geprägt. Moränen, Schotterflächen, Nagelfluhrücken und tief eingeschnittene Bachtobel bestimmen das Gelände.

Die Jona fliesst von Wald her durch das Tannertobel und anschliessend durch Rüti in Richtung Rapperswil-Jona. Im Gemeindegebiet nimmt sie mehrere kleinere Zuflüsse auf, darunter die Schwarz.

Die Wasserkraft der Jona und ihrer Nebenbäche wurde seit dem Mittelalter für Mühlen, später für Spinnereien, Webereien und Maschinenfabriken genutzt. Die verfügbaren Wasserläufe waren eine wichtige Voraussetzung für die Industrialisierung des Ortes.

Wälder bedecken ungefähr ein Drittel des Gemeindegebiets. Ein weiterer grosser Teil wird landwirtschaftlich genutzt. Die Siedlungs- und Verkehrsflächen haben sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich ausgedehnt.

Batzberg

Der Batzberg erhebt sich östlich und südöstlich von Rüti zwischen den Gemeinden Rüti und Wald. Er ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und bietet von verschiedenen Stellen Ausblicke auf das Zürcher Oberland, den Zürichsee und die Voralpen.

Das Gebiet ist von Wäldern, Nagelfluhformationen, kleinen Bächen und Wasserfällen geprägt. Mehrere Höhlen und Grotten entstanden durch Erosion im Nagelfluhgestein.

Auf dem Batzberg befand sich im Mittelalter eine kleine Burganlage. Von der Burg Batzberg sind nur noch geringe Geländespuren erhalten.

Gewässer

Jona

Die Jona ist das wichtigste Fliessgewässer der Gemeinde. Sie entspringt im oberen Zürcher Oberland, durchquert Wald und erreicht Rüti durch das tief eingeschnittene Tannertobel.

Im Bereich der Joweid öffnet sich das Tal. Von dort fliesst die Jona weiter nach Süden und mündet bei der Stadt Jona in den Zürichsee.

Die Jona lieferte über Jahrhunderte Energie für Gewerbe- und Industriebetriebe. Wasserkanäle, Wehre und frühere Kraftwerkanlagen zeugen von dieser Nutzung.

Heute besitzt der Fluss zusätzlich eine grosse Bedeutung als Lebensraum und Naherholungsgebiet. Abschnitte der Jona wurden revitalisiert oder ökologisch aufgewertet.

Schwarz

Die Schwarz entspringt westlich von Rüti und fliesst durch das sogenannte Schwarztöbeli. Sie mündet im südlichen Gemeindegebiet in die Jona.

Das Schwarztöbeli ist ein bewaldetes Naherholungsgebiet mit Wanderwegen und einem markanten Wasserfall. In seiner Nähe befinden sich das Freibad an der Schwarz und weitere Sportanlagen.

Weiher und Feuchtgebiete

Auf dem Gemeindegebiet liegen mehrere kleinere Weiher und Feuchtgebiete. Das Grossweierriet südöstlich von Fägswil ist ein landschaftlich und ökologisch wertvolles Gebiet.

Solche Lebensräume bieten Amphibien, Libellen, Wasservögeln und Feuchtgebietspflanzen geeignete Bedingungen. Teile stehen unter Natur- oder Landschaftsschutz.

Bevölkerung

Am 30. Juni 2026 lebten nach Angaben der Gemeinde 13'215 Personen in Rüti. Eingerechnet sind neben der ständigen Wohnbevölkerung auch Kurzaufenthaltende, Asylsuchende, Flüchtlinge und Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter.[1]

Die Bevölkerungsentwicklung war besonders eng mit der Industrialisierung verbunden. Zahlreiche Arbeitskräfte zogen im 19. und 20. Jahrhundert aus anderen Regionen der Schweiz und später aus dem Ausland nach Rüti.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 139
1764 701
1850 1'292
1900 4'796
1950 6'647
1970 9'546
1990 10'513
2000 11'153
2010 11'934
2020 rund 12'500
2025 13'115
2026 13'215 (30. Juni)

Die Grenze von 10'000 Einwohnerinnen und Einwohnern wurde zu Beginn der 1970er-Jahre erstmals überschritten. Während der wirtschaftlichen Rezession sank die Einwohnerzahl vorübergehend wieder. Seit den 1990er-Jahren wächst Rüti erneut.

Die Gemeinde besitzt eine vielfältige Bevölkerungsstruktur. Ein bedeutender Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner hat keinen Schweizer Pass. Neben der deutschsprachigen Mehrheit werden zahlreiche weitere Sprachen gesprochen.

Geschichte

Frühzeit und Mittelalter

Archäologische Einzelfunde weisen auf eine frühe Nutzung der Region hin. Eine dauerhafte Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets wird für das 8. und 9. Jahrhundert angenommen.

Der Weiler Fägswil wird bereits 807 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erwähnt. Das eigentliche Rüti trat dagegen erst mit der Gründung des Klosters in die schriftlich dokumentierte Geschichte ein.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts stifteten die Freiherren von Regensberg ein Prämonstratenserkloster. Das Kloster lag an einer Brücke über die Jona und an einem Verkehrs- und Pilgerweg, der durch das Zürcher Oberland in Richtung Einsiedeln führte.

Rund um das Kloster entstanden Bauernhöfe, Werkstätten und weitere Wirtschaftsbetriebe. Die Bewohner betrieben Viehzucht und Ackerbau, arbeiteten für das Kloster oder waren in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte tätig.

Das Kloster erwarb im Laufe des Mittelalters ausgedehnte Güter und kirchliche Rechte. Sein Besitz lag nicht nur in der unmittelbaren Umgebung, sondern auch am Zürichsee, im heutigen Kanton St. Gallen und in weiteren Teilen der Ostschweiz.

Zürcher Herrschaft

1408 gelangte Rüti zusammen mit der Herrschaft Grüningen unter die Oberhoheit der Stadt Zürich. Das Gebiet gehörte fortan zur Landvogtei Grüningen.

Das Kloster blieb zunächst als geistliche und wirtschaftliche Institution bestehen. Seine Äbte besassen einen erheblichen regionalen Einfluss.

Während des Alten Zürichkriegs wurde die Klosteranlage 1443 von Truppen der Eidgenossen geplündert und teilweise zerstört. Sie wurde später wieder aufgebaut.

Reformation und Amt Rüti

Im Zuge der Zürcher Reformation wurde das Kloster 1525 aufgehoben. Die Mönche verliessen die Anlage oder übernahmen andere Aufgaben.

Der Besitz fiel an die Stadt Zürich. Diese fasste die ehemaligen Klostergüter im Amt Rüti zusammen und liess sie durch einen Zürcher Amtmann verwalten.

Die ehemalige Klosterkirche wurde zur reformierten Pfarrkirche. Teile der übrigen Gebäude dienten als Amtshaus, Lager, Wohnräume und landwirtschaftliche Einrichtungen.

Ein Brand zerstörte 1706 grosse Teile des Amtshauses. Der heutige Bau entstand 1710. Das baufällig gewordene Langhaus der Kirche wurde im 18. Jahrhundert abgebrochen und zwischen 1771 und 1773 neu errichtet.

Nach dem Ende des Ancien Régime 1798 verlor das Amt Rüti seine bisherige Verwaltungsfunktion. Rüti wurde im modernen Kanton Zürich zu einer politischen Gemeinde.

Industrialisierung

Die Industrialisierung veränderte Rüti im 19. Jahrhundert grundlegend.

1816 gründete Caspar Honegger im Wydacher eine Baumwollspinnerei. Er entwickelte später einen verbesserten mechanischen Webstuhl und errichtete 1847 in der Joweid eine Fabrik zur Herstellung von Webereimaschinen.

Aus diesem Betrieb entstand die Maschinenfabrik Rüti. Ihre Webmaschinen wurden in zahlreiche Länder exportiert. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Arbeitgeber des Zürcher Oberlands.

Weitere Industriebetriebe folgten:

Ausgewählte Industriegründungen
Jahr Unternehmen oder Betrieb Tätigkeitsgebiet
1816 Baumwollspinnerei Honegger Textilindustrie
1847 Webereimaschinenfabrik Caspar Honegger Textilmaschinen
1873 Nagelfabrik Hess im Pilgersteg Metallverarbeitung
1886 Baumann & Cie. technische Federn
1895 Johann Müller AG Heizungsanlagen
1904 Embru Möbel und Metallwaren

Die Fabriken zogen Arbeitskräfte aus einem weiten Gebiet an. Neue Wohnquartiere, Schulen, Geschäfte und soziale Einrichtungen entstanden.

Die industrielle Entwicklung veränderte auch die politische und gesellschaftliche Struktur. Neben einer bürgerlichen Unternehmerschicht bildete sich eine grosse Arbeiterschaft. Gewerkschaften, Genossenschaften, Arbeitervereine und politische Parteien gewannen an Bedeutung.

Eisenbahn und Verkehrsausbau

1859 erhielt Rüti einen Bahnhof an der Bahnstrecke Zürich–Uster–Rapperswil. Die Eisenbahn erleichterte den Transport von Rohstoffen und fertigen Maschinen und ermöglichte vielen Beschäftigten das Pendeln.

1876 wurde die Strecke von Rüti nach Wald eröffnet. Im gleichen Jahr erhielt die Maschinenfabrik einen eigenen Industriegleisanschluss.

Der Anschluss an das Eisenbahnnetz beschleunigte das Wachstum des Ortes. Rüti entwickelte sich zu einem regionalen Verkehrs- und Arbeitsplatzzentrum.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Die Maschinenfabrik Rüti beschäftigte zeitweise mehrere tausend Personen. Ihr Industrieareal in der Joweid prägte das wirtschaftliche und räumliche Erscheinungsbild der Gemeinde.

1969 wurde die Maschinenfabrik von der Georg Fischer AG übernommen. 1986 ging der Textilmaschinenbereich an den Sulzer-Konzern über. Spätere Umstrukturierungen, Eigentümerwechsel und Produktionsverlagerungen führten zum schrittweisen Abbau zahlreicher Arbeitsplätze.

Die traditionelle Herstellung von Webmaschinen in Rüti wurde schliesslich weitgehend eingestellt. Das Joweid-Areal entwickelte sich zu einem gemischten Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungszentrum.

Parallel zur industriellen Veränderung wuchs Rüti als Wohn- und Einkaufsort. Seit den 1970er-Jahren entstand in der Bandwies ein regional bedeutendes Einkaufsgebiet.

Das 1885 eröffnete Krankenhaus wurde später zum Kreisspital ausgebaut. Im Jahr 2000 wurde der Spitalbetrieb eingestellt. Auf einem Teil des Areals entstand ein Rekrutierungszentrum für Armee und Zivilschutz.

Entwicklung im 21. Jahrhundert

Seit der Jahrtausendwende entstanden neue Wohnquartiere, Dienstleistungsbetriebe und Bildungsangebote. Die Gemeinde versucht, frühere Industrieareale weiterzuentwickeln und gleichzeitig historische Gebäude und Freiräume zu bewahren.

2022 wurden die politische Gemeinde und die bisher eigenständige Schulgemeinde zu einer Einheitsgemeinde zusammengeschlossen. Damit gingen die Aufgaben der Volksschule auf die politische Gemeinde über.

Zu den wichtigen Planungsgebieten gehören die Bandwies, das Joweid-Areal, das Ortszentrum und mehrere grössere Wohnquartiere. Die Gemeinde verfolgt ihre langfristige Entwicklung unter dem Leitbild «Rüti leben – Rüti gestalten».

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:

In Gold ein rotes gotisches R.

Der Buchstabe steht für den Ortsnamen Rüti. Die gotische Form verweist auf die mittelalterliche Geschichte und das frühere Kloster.

Das einfache Buchstabenwappen ist in der Schweiz ungewöhnlich und besitzt einen hohen Wiedererkennungswert.

Politik

Gemeindeorganisation

Rüti ist eine Versammlungsgemeinde. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung über Geschäfte, die nicht einer obligatorischen oder fakultativen Urnenabstimmung unterliegen.

Die Exekutive ist der Gemeinderat. Für die Amtsperiode 2026 bis 2030 umfasst er neun Mitglieder. Gemeindepräsidentin ist Yvonne Bürgin von der Partei Die Mitte.[2]

Die Ressorts umfassen:

  • Präsidiales;
  • Bildung;
  • Bau;
  • Finanzen;
  • Gesellschaft;
  • Sicherheit;
  • Soziales;
  • Umwelt;
  • Werke.

Die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission kontrolliert den Finanzhaushalt und prüft Geschäfte, die der Gemeindeversammlung oder der Urnenabstimmung vorgelegt werden.

Parteien

Bei den Kantonsratswahlen 2023 verteilten sich die Parteistimmen in Rüti wie folgt:

Parteistärken bei den Kantonsratswahlen 2023
Partei Stimmenanteil
SVP 25,09 %
SP 17,18 %
Die Mitte 14,87 %
FDP 9,94 %
GLP 9,21 %
Grüne 8,45 %
EDU 7,33 %
EVP 5,84 %
Weitere Parteien 2,09 %

Wirtschaft

Rüti besitzt eine lange Tradition als Industrie- und Gewerbestandort. Die früher dominierende Textilmaschinenindustrie verlor zwar an Bedeutung, doch zahlreiche Unternehmen aus Maschinenbau, Metallverarbeitung, Medizintechnik, Möbelproduktion, Verpackungstechnik und Dienstleistungen sind weiterhin ansässig.

Zu den historisch oder gegenwärtig mit Rüti verbundenen Unternehmen gehören:

  • Embru-Werke AG;
  • Baumann Group;
  • PackSys Global;
  • frühere Maschinenfabrik Rüti;
  • frühere Sulzer Textil;
  • verschiedene Betriebe im Joweid-Zentrum;
  • zahlreiche kleine und mittlere Gewerbebetriebe.

Das Joweid-Areal ist das bedeutendste historische Industriegebiet. Die grossen Fabrikhallen, Verwaltungsbauten und Verkehrsflächen erinnern an die Zeit der Maschinenfabrik. Heute werden die Gebäude durch verschiedene Unternehmen und Dienstleister genutzt.

Die Bandwies bildet ein regionales Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Gemeinde und Grundeigentümer planen eine schrittweise städtebauliche Weiterentwicklung mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, Geschäften und öffentlichen Begegnungsräumen.

Viele Einwohnerinnen und Einwohner pendeln nach Zürich, Rapperswil-Jona, Wetzikon, Uster oder in andere Wirtschaftszentren. Gleichzeitig bietet Rüti selbst zahlreiche Arbeitsplätze und zieht Berufstätige aus den umliegenden Gemeinden an.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Rüti ZH ist ein wichtiger Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs im südöstlichen Zürcher Oberland.

Er wird von folgenden Linien der S-Bahn Zürich bedient:

  • S5 über Wetzikon, Uster und Zürich nach Zug;
  • S15 über Uster und Zürich nach Niederweningen;
  • S26 über Wald, Bauma und das Tösstal nach Winterthur.

Die Bahnstrecke in Richtung Rapperswil verbindet Rüti mit dem Kanton St. Gallen und dem Raum Obersee. Die S26 stellt die Verbindung durch das obere Tösstal nach Winterthur her.

Busverkehr

Mehrere Linien der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland verbinden den Bahnhof mit den Quartieren, den Nachbargemeinden und regionalen Zentren.

Busverbindungen bestehen unter anderem nach:

  • Dürnten und Hinwil;
  • Wald;
  • Bubikon;
  • Rapperswil-Jona;
  • Eschenbach;
  • Hombrechtikon;
  • umliegenden Weilern und Wohnquartieren.

Ein Ortsbus erschliesst die wichtigsten Quartiere innerhalb der Gemeinde.

Strassenverkehr

Rüti liegt an regionalen Hauptstrassen zwischen Wetzikon, Wald und Rapperswil-Jona.

Über Anschlüsse in Rüti und Dürnten besteht Zugang zur Autobahn A15, die das Zürcher Oberland mit der A53 beziehungsweise dem Raum Zürich sowie mit dem Obersee verbindet.

Die Lage an bedeutenden Durchgangsachsen führt im Ortszentrum zeitweise zu einer hohen Verkehrsbelastung. Gemeinde und Kanton verfolgen Projekte zur Verbesserung des Verkehrsflusses, der Sicherheit sowie der Bedingungen für Fuss- und Veloverkehr.

Bildung

Die Gemeinde führt die öffentliche Volksschule mit Kindergärten, Primarschulen und Sekundarschule.

Zu den Schulstandorten gehören unter anderem:

  • Schulhaus Dorf;
  • Schulhaus Lindenberg;
  • Schulhaus Schlossberg;
  • Schulhaus Widacher;
  • Schulhaus Fägswil;
  • Sekundarschulanlagen;
  • verschiedene Kindergärten.

Die erste bekannte Schule bestand seit dem 16. Jahrhundert im Pfarrhaus. 1822 erhielt Fägswil ein eigenes Schulhaus, 1837 folgte ein Schulhaus im Dorf. Die Sekundarschule wurde 1865 gegründet.

1870 entstand eine Gewerbeschule. Aus ihr entwickelte sich später eine regionale Berufsbildungsinstitution.

Weiterführende Schulen befinden sich unter anderem in Wetzikon, Uster, Rapperswil-Jona und Zürich.

Die Musikschule Zürcher Oberland nutzt in Rüti Unterrichts- und Veranstaltungsräume. Die Gemeindebibliothek bietet Medien, Veranstaltungen und Bildungsangebote für unterschiedliche Altersgruppen.

Religion

Die Geschichte Rütis ist eng mit dem Kloster und der reformierten Kirche verbunden.

Nach der Reformation wurde die ehemalige Klosterkirche zur evangelisch-reformierten Pfarrkirche. Die reformierte Kirchgemeinde gehört zur Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich.

Mit der Industrialisierung zogen zahlreiche katholische Arbeitskräfte nach Rüti. Der erste katholische Gottesdienst im Zürcher Oberland nach der Reformation wurde 1866 im Pilgersteg gefeiert.

Die katholische Pfarrkirche der Region befindet sich seit 1879 im unmittelbar angrenzenden Tann in der Gemeinde Dürnten. Die heutige katholische Kirchgemeinde Rüti-Dürnten-Bubikon entstand im 20. Jahrhundert.

Daneben bestehen verschiedene Freikirchen und christliche Gemeinschaften. Auch Angehörige anderer Religionen sowie konfessionslose Personen bilden bedeutende Teile der Bevölkerung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht auf dem Gelände des früheren Prämonstratenserklosters.

Vom mittelalterlichen Bau blieb insbesondere der Chor erhalten. Das heutige Kirchenschiff entstand zwischen 1771 und 1773.

Die Kirche bildet gemeinsam mit dem Amtshaus und dem Klosterhof das historische Zentrum von Rüti.

Amtshaus

Das Amtshaus wurde 1710 nach einem Brand neu errichtet. Es diente als Sitz des Zürcher Amtmanns, der die ehemaligen Klostergüter verwaltete.

Der stattliche Bau gehört zu den bedeutendsten historischen Gebäuden der Gemeinde. Er wurde restauriert und wird heute für öffentliche, kulturelle und administrative Zwecke genutzt.

Klosterhof

Der Klosterhof erinnert an die mittelalterliche Klosteranlage. Archäologische Untersuchungen und erhaltene Bauteile vermitteln einen Eindruck von der früheren Ausdehnung.

Der Platz wird für Veranstaltungen, Märkte und kulturelle Anlässe genutzt.

Ortsmuseum und Chronik

Die Gemeinde verfügt über eine umfangreiche ortsgeschichtliche Sammlung. Dokumente, Fotografien, Gegenstände und Publikationen dokumentieren die Geschichte des Klosters, der Industrialisierung, der Schulen und des Vereinslebens.

Eine jährlich geführte Gemeindechronik hält wichtige Ereignisse des öffentlichen Lebens fest.

Industriekultur

Das Joweid-Areal ist das wichtigste Zeugnis der Rütner Industriegeschichte.

Fabrikgebäude, Werkhallen, Verwaltungsbauten und das frühere Verkehrsnetz zeigen die Dimension der Maschinenfabrik. Teile des Areals wurden umgenutzt, während der industrielle Charakter erhalten blieb.

Auch Gebäude der Firmen Embru, Baumann und anderer Unternehmen prägen das Ortsbild.

Fägswil

Fägswil besitzt einen weitgehend ländlichen Charakter. Historische Bauernhäuser, Flarzbauten und die offene Kulturlandschaft unterscheiden den Weiler vom dicht bebauten Hauptort.

Jakobsweg

Rüti liegt an einer historischen Pilgerroute in Richtung Einsiedeln. Der Weg knüpft an die mittelalterliche Bedeutung des Klosters und der Jona-Brücke an.

Der Ort ist heute Teil des schweizerischen Netzes der Jakobswege.

Freizeit und Sport

Rüti besitzt ein breites Angebot an Sport- und Freizeitanlagen.

Dazu gehören:

  • Freibad an der Schwarz;
  • Sportplätze und Turnhallen;
  • Leichtathletik- und Fussballanlagen;
  • Tennisplätze;
  • Bike-Park;
  • Vita-Parcours;
  • Wander- und Velowege;
  • private Fitness- und Freizeiteinrichtungen.

Zahlreiche Vereine sind in den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Natur, Jugend, Soziales und Brauchtum tätig.

Beliebte Naherholungsgebiete sind der Batzberg, das Tannertobel, das Schwarztöbeli, der Rütiwald, das Jonatal und das Grossweierriet.

Wanderwege führen nach Wald, zum Bachtel, nach Bubikon, in Richtung Rapperswil-Jona und durch die ländlichen Gebiete um Fägswil.

Soziales und Gesundheit

Die Gemeinde bietet Beratungs-, Unterstützungs- und Betreuungsangebote für Kinder, Jugendliche, Familien, ältere Menschen und Personen in schwierigen Lebenssituationen.

Das Zentrum Breitenhof ist eine wichtige Einrichtung für Wohnen und Pflege im Alter. Seine Organisation wurde im Zuge einer institutionellen Neuordnung verselbständigt.

Die medizinische Grundversorgung wird durch Arztpraxen, Apotheken, Spitex-Dienste und Einrichtungen in Rüti und den umliegenden Gemeinden sichergestellt.

Das nächstgelegene Akutspital befindet sich in Wetzikon. Weitere Spitäler liegen in Uster, Männedorf, Rapperswil und Zürich.

Energie und Umwelt

Rüti trägt das Label Energiestadt. Die Gemeinde verfolgt Massnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs, zum Ausbau erneuerbarer Energien und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen.

Im Zentrum wurde ein Energieverbund aufgebaut, der Gebäude mit erneuerbarer oder lokal erzeugter Wärme versorgen soll.

Weitere Schwerpunkte sind:

  • energetische Gebäudesanierungen;
  • Photovoltaikanlagen;
  • Förderung von Wärmepumpen;
  • Fernwärmeplanung;
  • Ausbau der Ladeinfrastruktur;
  • Schutz von Bächen und Grundwasser;
  • Förderung der Biodiversität;
  • Anpassung an zunehmende Hitze und Starkniederschläge.

Die Revitalisierung von Gewässern und die ökologische Aufwertung öffentlicher Flächen sollen die Naturqualität im dicht bebauten Siedlungsgebiet verbessern.

Persönlichkeiten

Mit Rüti verbunden sind unter anderem:

  • Caspar Honegger, Unternehmer und Konstrukteur von Webmaschinen;
  • Heinrich Honegger, Industrieller und Politiker;
  • Jakob Brauchli, Unternehmer und Politiker;
  • Johannes Hohl, Politiker;
  • Albert Bächtold, Schriftsteller, zeitweise in Rüti tätig;
  • Werner Weber, Unternehmer und Leiter der Maschinenfabrik Rüti;
  • verschiedene Sportlerinnen, Künstler, Unternehmerinnen und Politiker aus dem Zürcher Oberland.

Bedeutung

Rüti nimmt im südöstlichen Zürcher Oberland eine wichtige Funktion als Wohn-, Arbeits-, Einkaufs- und Verkehrszentrum ein.

Die Gemeinde verbindet eine aussergewöhnlich reiche Kloster- und Industriegeschichte mit den Aufgaben einer wachsenden Agglomerationsgemeinde.

Das historische Zentrum, die ehemaligen Fabrikareale, die dörflichen Weiler und die naturnahen Landschaften liegen auf engem Raum nebeneinander.

Zu den zentralen Herausforderungen gehören die Schaffung von Wohn- und Schulraum, die Weiterentwicklung ehemaliger Industriegebiete, die Verkehrsbelastung, der Erhalt historischer Bauten und die Anpassung an den Klimawandel.

Literatur

  • Hugo Hungerbühler: Rüti. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Gemeinde Rüti: Gestatten, Rüti! Geschichte und Gegenwart einer Zürcher Oberländer Gemeinde. Rüti.
  • Rudolf Derrer und Emil Wüst: Gemeinde Rüti – Quartiere und Bauten. Rüti.
  • Rudolf Greminger: Die Gütergeschichte der Prämonstratenserabtei Rüti im Kanton Zürich. Rüti 1950.
  • Salomon Vögelin: Das Kloster Rüti. Zürich 1862.
  • Salomon Vögelin: Die Aufhebung des Klosters Rüti. Zürich 1869.
  • Gemeinde Rüti: Jahreschronik. Rüti, jährlich erscheinend.
  • Zürcher Denkmalpflege: Berichte über Kirche, Amtshaus und Klosterareal Rüti.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Gemeinde Rüti: Zahlen und Fakten, abgerufen am 23. Juli 2026.
  2. Gemeinde Rüti: Gemeinderat konstituiert sich, 3. Juli 2026, abgerufen am 23. Juli 2026.