Männedorf
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Männedorf |
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
0155 |
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Postleitzahl |
8708 |
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Koordinaten |
47.25667° N, 8.69167° E |
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Höhe |
419 m ü. M. |
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Fläche |
4.78 km² |
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Einwohner |
11742
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Website |
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Männedorf ist eine politische Gemeinde im Bezirk Meilen des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt am rechten Ufer des Zürichsees zwischen Uetikon am See und Stäfa und gehört zur Agglomeration Zürich. Ende 2025 lebten 11'742 Einwohnerinnen und Einwohner in der Gemeinde.[1]
Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Seeufer über die dicht besiedelten Hänge bis zu den höher gelegenen Landschaftsräumen am Pfannenstiel. Männedorf entwickelte sich von einem landwirtschaftlich und gewerblich geprägten Dorf zu einer Wohn-, Bildungs-, Gesundheits- und Dienstleistungsgemeinde. Überregionale Bedeutung besitzt insbesondere das Spital Männedorf, das die medizinische Versorgung eines grossen Teils des rechten Zürichseeufers sicherstellt.
Geographie
Männedorf liegt am nordöstlichen beziehungsweise rechten Ufer des Zürichsees, rund 20 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Zürich. Die Gemeinde umfasst eine Fläche von 4,78 Quadratkilometern. Der tiefste Bereich befindet sich am Zürichsee auf etwa 406 Metern über Meer, während das Gelände gegen Nordosten zu den Ausläufern des Pfannenstiels ansteigt.
Nachbargemeinden sind Uetikon am See im Nordwesten, Oetwil am See im Norden und Stäfa im Südosten. Im Südwesten bildet der Zürichsee die natürliche Gemeindegrenze. Auf der gegenüberliegenden Seeseite liegen unter anderem Wädenswil und Richterswil.
Die Siedlung zieht sich vom historischen Dorfkern nahe dem See über mehrere Geländestufen bis in die höher gelegenen Wohnquartiere. Durch das starke Bevölkerungswachstum des 20. und frühen 21. Jahrhunderts sind grosse Teile der früheren Landwirtschafts- und Rebflächen überbaut worden.
Trotz der dichten Besiedlung besitzt Männedorf Waldflächen, Bachläufe, Wiesen und öffentliche Grünräume. Von besonderer Bedeutung sind die Übergänge zwischen dem Siedlungsgebiet und der offenen Landschaft am Pfannenstiel. Diese Bereiche dienen der Landwirtschaft, dem Natur- und Landschaftsschutz sowie der Naherholung.
Zu den öffentlichen Gewässern auf dem Gemeindegebiet gehören zahlreiche kleinere Bäche. Die Gemeinde zählte 2024 insgesamt 29 öffentliche Gewässer.[2] Die Bachläufe entwässern die Hänge in Richtung Zürichsee und sind teilweise innerhalb des Siedlungsgebiets eingedolt oder verbaut.
Ortsname
Der Name Männedorf ist alemannischen Ursprungs. Der Ort wurde 933 als Mannidorf erstmals urkundlich erwähnt. Die Bezeichnung bedeutet vermutlich «Dorf des Manno» und geht auf einen alemannischen Personennamen zurück.[3]
Weitere historische Schreibweisen waren unter anderem Manindorf und Mannendorf. In der lokalen zürichdeutschen Mundart wird der Ort als Mänidorf bezeichnet. Die Einwohnerinnen und Einwohner werden im lokalen Sprachgebrauch häufig Männedörflerinnen und Männedörfler genannt.
Geschichte
Frühzeit und Mittelalter
Das Gebiet am rechten Zürichseeufer war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Die günstige Lage am See, fruchtbare Böden und die Verbindung zwischen dem Zürichseeraum und dem Zürcher Oberland boten gute Voraussetzungen für Landwirtschaft, Fischerei und Verkehr.
Die mittelalterliche Siedlung Männedorf entstand wahrscheinlich im 7. oder 8. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung von 933 findet sich in einer Schenkungsurkunde, mit der ein Mann namens Ruodpret Besitz in Männedorf dem Kloster St. Gallen übertrug.[3]
Im Mittelalter verfügten verschiedene Klöster, Adelsfamilien und Bürger der Stadt Zürich über Grundbesitz und Rechte in Männedorf. Zu den bedeutenden Grundherren gehörten das Kloster St. Gallen und das Kloster Einsiedeln. Die Einwohner waren gegenüber den jeweiligen Grundherren zu Abgaben und Dienstleistungen verpflichtet.
Politisch gelangte Männedorf im Verlauf des Spätmittelalters unter den Einfluss der Stadt Zürich. Seit dem 15. Jahrhundert gehörte der Ort zur Zürcher Landvogtei Meilen. Ein Untervogt vertrat die Herrschaft vor Ort und übernahm Verwaltungs- und Gerichtsaufgaben.
Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von Ackerbau, Viehzucht, Fischerei und Weinbau. An den sonnenexponierten Hängen über dem Zürichsee entstanden ausgedehnte Rebflächen. Der See war zugleich Nahrungsquelle und wichtiger Verkehrsweg.
Reformation und frühe Neuzeit
Mit der von Huldrych Zwingli ausgehenden Reformation wurde Männedorf in den 1520er-Jahren reformiert. Kirchlicher Besitz wurde neu geordnet, und die religiösen Einrichtungen gelangten unter den Einfluss der Zürcher Obrigkeit.
Männedorf bildete bereits früh eine eigene Kirchgemeinde. Die Kirche war über Jahrhunderte nicht nur religiöses Zentrum, sondern auch ein wichtiger Ort für öffentliche Bekanntmachungen und gemeinschaftliche Angelegenheiten.
Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich neben der Landwirtschaft die Heimindustrie. Viele Familien arbeiteten für die Zürcher Textilwirtschaft und stellten in ihren Häusern Garne oder Gewebe her. Die Verbindung von Landwirtschaft und Heimarbeit ermöglichte zusätzliche Einkommen, führte aber zugleich zu einer stärkeren Abhängigkeit von städtischen Auftraggebern.
Der Weinbau blieb für Männedorf von grosser wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung. Zahlreiche historische Bauern- und Weinbauhäuser mit grossen Kellern erinnern an diese Epoche.
18. und 19. Jahrhundert
Im 18. Jahrhundert erhielt Männedorf durch eine religiöse Erweckungsbewegung überregionale Bekanntheit. In den Jahren 1817 und 1818 fanden im Ort Versammlungen statt, die mit der sogenannten Männedorfer Erweckungsbewegung verbunden waren. Diese prägte Teile des religiösen Lebens am Zürichsee und zog Besucherinnen und Besucher aus weiteren Regionen an.
Mit dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft und der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 endeten die alten Untertanenverhältnisse. Männedorf wurde zu einer modernen politischen Gemeinde. Nach mehreren Veränderungen der kantonalen Verwaltungsstruktur wurde sie dem Bezirk Meilen zugeteilt.
Das 19. Jahrhundert war von tiefgreifenden wirtschaftlichen Veränderungen geprägt. Die mechanisierte Textilindustrie verdrängte schrittweise die traditionelle Heimarbeit. Gleichzeitig entstanden kleinere Fabriken, Gewerbebetriebe und neue soziale Einrichtungen.
Eine wichtige Entwicklung war die Eröffnung der rechtsufrigen Zürichseebahn im Jahr 1894. Die Eisenbahn verband Männedorf schneller mit Zürich und Rapperswil. Dies erleichterte den Personen- und Warenverkehr und machte die Gemeinde zunehmend als Wohnort für Pendlerinnen und Pendler attraktiv.
Die verbesserte Verkehrslage beschleunigte die Bautätigkeit. Entlang der Seestrasse und an den Hängen entstanden Villen, Mehrfamilienhäuser und öffentliche Gebäude. Der traditionelle Dorfkern wurde durch neue Quartiere erweitert.
Soziale Einrichtungen
Männedorf spielte bei der Entwicklung sozialer und medizinischer Einrichtungen am rechten Zürichseeufer eine wichtige Rolle. Im Ort entstand eine der ersten Kinderkrippen der Region. Neue Schulformen und soziale Angebote machten die Gemeinde zeitweise zu einem Vorbild für andere Zürcher Gemeinden.[4]
1883 wurde ein Krankenasyl eröffnet, aus dem sich das spätere Spital Männedorf entwickelte. Die Einrichtung sollte zunächst Menschen aus der näheren Umgebung eine medizinische Versorgung ermöglichen, ohne dass sie nach Zürich reisen mussten.
Das Spital wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts mehrfach erweitert und professionalisiert. Es entwickelte sich zu einem regionalen Akutspital und zu einem der wichtigsten Arbeitgeber der Gemeinde.
20. Jahrhundert
Während des 20. Jahrhunderts wandelte sich Männedorf von einem Weinbau-, Bauern- und Gewerbedorf zu einer Agglomerationsgemeinde. Die Einwohnerzahl stieg besonders nach dem Zweiten Weltkrieg stark an.
Neue Wohnquartiere entstanden auf früheren Reb- und Landwirtschaftsflächen. Die Zahl der Berufspendler nahm zu, während der Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung stark zurückging. Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiteten in Zürich, in anderen Gemeinden am Zürichsee oder im Zürcher Oberland.
Parallel zum Wohnungsbau wurden Schulen, Sportanlagen, Alterswohnungen, Strassen und Versorgungsanlagen ausgebaut. Der steigende Wohlstand und die zunehmende Mobilität veränderten das Ortsbild und die soziale Struktur.
Im Jahr 2006 wurden die politische Gemeinde und die Schulgemeinde zu einer Einheitsgemeinde zusammengeschlossen.[1] Seither gehören die kommunalen Schulen organisatorisch zur politischen Gemeinde.
21. Jahrhundert
Im frühen 21. Jahrhundert setzte sich das Bevölkerungswachstum fort. Die Gemeinde steht vor der Aufgabe, zusätzlichen Wohnraum und öffentliche Infrastruktur bereitzustellen, ohne Landschaft, Ortsbild und Naherholungsräume übermässig zu beeinträchtigen.
Zu den zentralen Themen der kommunalen Entwicklung gehören die Verdichtung bestehender Quartiere, die Aufwertung des Dorfzentrums, der Ausbau der Schulen, die Sicherung des Spitalstandorts und eine nachhaltige Energie- und Verkehrspolitik.
Im November 2025 stimmte die Bevölkerung dem Verkauf des gemeindeeigenen Elektrizitätswerks an die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich zu. Der Übergang des Betriebs erfolgte auf den 1. Juli 2026. Gleichzeitig wurde der Bau eines multifunktionalen Schulgebäudes bei der Schulanlage Blatten beschlossen.[5]
Bevölkerung
Ende 2025 zählte Männedorf 11'742 Einwohnerinnen und Einwohner. Im Jahr 2021 waren es 11'309, 2022 insgesamt 11'424, 2023 rund 11'662 und Ende 2024 insgesamt 11'745 Personen.[1]
Die Einwohnerzahl entwickelte sich über lange Zeit langsam. 1799 lebten rund 2166 Personen in Männedorf, 1850 waren es 2382 und 1900 etwa 2900. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschleunigte sich das Wachstum erheblich.
Die hohe Bevölkerungsdichte ist eine Folge der kleinen Gemeindefläche und der weitgehend zusammenhängenden Bebauung. Besonders das Gebiet zwischen Seeufer und Bahnlinie sowie die unteren Hanglagen sind dicht besiedelt.
Männedorf besitzt eine international zusammengesetzte Bevölkerung. Neben Schweizerdeutsch und Hochdeutsch werden Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Französisch sowie zahlreiche weitere Sprachen gesprochen.
Die Altersstruktur wird unter anderem durch Familien, Berufspendler und einen vergleichsweise hohen Anteil älterer Menschen geprägt. Alterswohnungen, Pflegeangebote und medizinische Einrichtungen besitzen deshalb eine wichtige Bedeutung für die kommunale Planung.
Religionen
Männedorf war seit der Reformation über mehrere Jahrhunderte überwiegend evangelisch-reformiert. Die reformierte Kirche bildet bis heute einen zentralen Bestandteil des historischen Ortsbildes.
Durch die Zuwanderung im 19. und 20. Jahrhundert nahm der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung zu. Die katholische Kirche St. Stephan wurde im 20. Jahrhundert errichtet und dient als Zentrum der katholischen Pfarrei.
Daneben leben in Männedorf Angehörige weiterer christlicher Gemeinschaften, anderer Religionen sowie Menschen ohne Konfessionszugehörigkeit. Wie in der gesamten Schweiz ist der Anteil der Mitglieder der beiden grossen Landeskirchen in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen.
Das evangelische Tagungs- und Studienzentrum Boldern oberhalb des Dorfes besitzt eine überregionale kirchliche und gesellschaftliche Bedeutung. Die Institution entstand aus der reformierten Erwachsenenbildung und dient als Ort für Tagungen, Bildung, Begegnung und Erholung.
Politik
Gemeindeorganisation
Männedorf ist als Einheitsgemeinde organisiert. Die politische Gemeinde und die frühere Schulgemeinde bilden seit 2006 eine gemeinsame kommunale Organisation.[1]
Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung und bei kommunalen Urnenabstimmungen über wichtige politische Geschäfte. Dazu gehören Budget, Jahresrechnung, grössere Kredite, kommunale Erlasse und planungsrechtliche Vorlagen.
Die Exekutive besteht aus einem siebenköpfigen Gemeinderat. Seine Mitglieder werden von den Stimmberechtigten für eine vierjährige Amtsdauer gewählt. Die einzelnen Mitglieder leiten verschiedene Ressorts der Gemeindeverwaltung.
Weitere kommunale Behörden sind die Schulpflege und die Rechnungsprüfungskommission. Die Schulpflege beaufsichtigt die Volksschule, während die Rechnungsprüfungskommission finanzielle Geschäfte und Vorlagen prüft.
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Bahnhofstrasse 10. Technische Verwaltungsbereiche sind im Werkgebäude an der Saurenbachstrasse untergebracht.
Politische Parteien
In Männedorf sind mehrere politische Parteien aktiv. Dazu gehören unter anderem die FDP.Die Liberalen, die Schweizerische Volkspartei, die Sozialdemokratische Partei der Schweiz, die Grünliberale Partei, die Grüne Partei der Schweiz und Die Mitte.
Die politischen Mehrheitsverhältnisse unterscheiden sich je nach Wahl und Sachvorlage. Neben den Parteien beteiligen sich Vereine, Interessengruppen und parteilose Einwohnerinnen und Einwohner am kommunalen politischen Leben.
Wappen
Das Wappen von Männedorf zeigt in Rot einen aufrechten goldenen Otter. Das Tier wird in heraldischen Darstellungen seit Jahrhunderten mit der Gemeinde verbunden.
Die genaue Entstehungsgeschichte des Wappens ist nicht vollständig geklärt. Der Otter dürfte auf die Lage am Zürichsee und die historische Bedeutung der Fischerei hinweisen. Das heutige Wappen wurde im Rahmen der Vereinheitlichung der Zürcher Gemeindewappen festgelegt.
Wirtschaft
Die Wirtschaft Männedorfs wird heute vom Gesundheitswesen, von Dienstleistungen, Gewerbe, Detailhandel und öffentlichen Einrichtungen geprägt. Die Landwirtschaft besitzt gegenüber früher nur noch eine geringe wirtschaftliche Bedeutung, trägt jedoch weiterhin zur Pflege der Kulturlandschaft bei.
Ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt nach Zürich, in andere Zürichseegemeinden oder in das Zürcher Oberland. Gleichzeitig bietet Männedorf selbst zahlreiche Arbeitsplätze, insbesondere im Spital, in Pflegeeinrichtungen, Schulen, Verwaltung und lokalen Betrieben.
Im Dorfzentrum und entlang der Hauptverkehrsachsen befinden sich Detailhandelsgeschäfte, Restaurants, Banken, Arztpraxen und weitere Dienstleistungsbetriebe. Kleinere Gewerbeunternehmen sind unter anderem im Bauwesen, Handwerk, Verkehr und in technischen Dienstleistungen tätig.
Der kommunale Steuerfuss der politischen Gemeinde und Schulgemeinde betrug 2026 insgesamt 87 Prozent der einfachen Staatssteuer. Die Steuerkraft lag 2025 bei 5412 Franken pro Einwohnerin beziehungsweise Einwohner.[1]
Spital Männedorf
Das Spital Männedorf ist ein regionales Akutspital und gehört zu den wichtigsten Einrichtungen der Gemeinde. Es versorgt die Bevölkerung des rechten Zürichseeufers und angrenzender Regionen mit medizinischen Leistungen.
Das Spital ging aus einem im 19. Jahrhundert gegründeten Krankenasyl hervor. Heute umfasst das Angebot unter anderem Innere Medizin, Chirurgie, Geburtshilfe, Gynäkologie, Orthopädie, Notfallmedizin und verschiedene spezialisierte Behandlungen.
Die Spital Männedorf AG befindet sich im Besitz mehrerer Gemeinden der Region. Sie arbeitet mit anderen Spitälern und medizinischen Einrichtungen zusammen, darunter die Hirslanden-Gruppe, die Universitätsklinik Balgrist und das Spital Uster.[6]
Durch das Spital finden in Männedorf erheblich mehr Geburten statt, als es der Einwohnerzahl der Gemeinde entsprechen würde. Im Jahr 2024 kamen in Männedorf 451 Kinder zur Welt.[2]
Verkehr
Eisenbahn
Der Bahnhof Männedorf liegt an der rechtsufrigen Zürichseebahn. Er wird von der Linie S7 der S-Bahn Zürich bedient. Diese verbindet Männedorf ohne Umsteigen mit Zürich Hauptbahnhof, Stadelhofen, Meilen, Stäfa und Rapperswil.
Während der Hauptverkehrszeiten bestehen zusätzliche Bahnverbindungen. Der Bahnhof ist ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen Eisenbahn, regionalen Bussen sowie Fuss- und Veloverkehr.
Die Eröffnung der Bahnlinie im Jahr 1894 war ein entscheidender Faktor für die Entwicklung Männedorfs zur Wohn- und Pendlergemeinde.
Busverkehr
Regionale Buslinien verbinden den Bahnhof mit den höher gelegenen Quartieren, dem Spital, Oetwil am See, Uetikon am See und weiteren Gemeinden der Region. Der öffentliche Verkehr gehört zum Tarifgebiet des Zürcher Verkehrsverbunds.
Die Busverbindungen erschliessen insbesondere jene Quartiere, die wegen der Hanglage weiter vom Bahnhof entfernt liegen. Eine wichtige Haltestelle befindet sich beim Spital Männedorf.
Schifffahrt
Männedorf besitzt eine Schiffstation der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft. Kursschiffe verbinden den Ort saisonal mit anderen Gemeinden am Zürichsee sowie mit der Stadt Zürich und Rapperswil.
Die Schiffsverbindungen dienen hauptsächlich dem Freizeit- und Ausflugsverkehr. Die Schiffstation liegt in der Nähe des Dorfzentrums und ist zu Fuss vom Bahnhof erreichbar.
Strassenverkehr
Die Seestrasse bildet die wichtigste Strassenverbindung entlang des rechten Zürichseeufers. Sie verbindet Männedorf mit Meilen, Zürich, Stäfa und Rapperswil.
Über die Bergstrasse bestehen Verbindungen in Richtung Oetwil am See und Zürcher Oberland. Wegen der Hanglage, der Bahnübergänge und der dichten Bebauung kommt es insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten zu Belastungen im Ortszentrum.
Die Gemeinde fördert den Fuss- und Veloverkehr durch die Verbesserung von Wegen, Querungen und Abstellanlagen. Ein wiederkehrendes Thema ist die Verringerung der Trennwirkung von Seestrasse und Bahnlinie zwischen Dorf und See.
Bildung
Männedorf führt als Einheitsgemeinde Kindergärten, Primarschulen und die Sekundarschule. Die Schulanlagen verteilen sich auf mehrere Standorte, darunter Blatten, Hasenacker und Auf Dorf.
Das Bevölkerungswachstum führt zu einem steigenden Bedarf an Schulräumen. Im November 2025 genehmigten die Stimmberechtigten den Bau eines multifunktionalen Schulgebäudes bei der Schulanlage Blatten.[5]
Neben Unterrichtsräumen stehen Sporthallen, Aussenanlagen, Betreuungsangebote und Räume für schulergänzende Tagesstrukturen zur Verfügung. Die Schule arbeitet mit der Musikschule und weiteren Bildungs- und Freizeitorganisationen zusammen.
Für den Besuch eines Gymnasiums oder einer Berufsschule pendeln Jugendliche in andere Gemeinden der Region oder nach Zürich. Die nächstgelegenen kantonalen Mittelschulen befinden sich unter anderem in Küsnacht, Uetikon am See und Wetzikon.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche Männedorf steht an erhöhter Lage über dem historischen Dorfkern. Ihre Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. Das Gebäude wurde im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgestaltet.
Die Kirche bildet mit Pfarrhaus, Friedhof und umliegenden historischen Bauten ein bedeutendes Ensemble. Durch ihre erhöhte Lage ist sie von verschiedenen Teilen des Dorfes und vom Zürichsee aus sichtbar.
Katholische Kirche St. Stephan
Die katholische Kirche St. Stephan entstand im Zusammenhang mit dem Wachstum der katholischen Bevölkerung im 20. Jahrhundert. Sie dient als Gotteshaus und Gemeindezentrum der römisch-katholischen Pfarrei.
Das Gebäude gehört zu den Beispielen moderner Sakralarchitektur in der Zürichseeregion.
Boldern
Das Tagungs- und Studienzentrum Boldern liegt oberhalb des Dorfes in einer weitläufigen Grünanlage. Es entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einem Zentrum der reformierten Erwachsenenbildung.
Boldern war Ort kirchlicher, sozialer, politischer und kultureller Diskussionen. Das Gelände wird heute für Tagungen, Seminare, Veranstaltungen, Gastronomie und Beherbergung genutzt.
Von Boldern bietet sich ein weiter Blick über den Zürichsee zu den Voralpen und Alpen.
Villa Alma
Die Villa Alma ist eine historische Villa an der Seestrasse. Das Gebäude und seine Parkanlage sind Teil des kulturhistorischen Erbes der Gemeinde.
Die Liegenschaft wird für soziale, kulturelle oder kommunale Zwecke genutzt. Der Park mit seinem alten Baumbestand bildet einen wertvollen Grünraum innerhalb des dicht bebauten Seeufergebiets.
Villa Liebegg
Die Villa Liebegg ist ein historisches Landhaus mit Parkanlage. Sie dient als Veranstaltungsort und beherbergt verschiedene kommunale oder kulturelle Nutzungen.
Das Gebäude erinnert an die Entwicklung Männedorfs im 19. Jahrhundert, als wohlhabende Familien am Zürichsee Villen und Landsitze errichteten.
Ortsmuseum
Das Ortsmuseum dokumentiert die Geschichte der Gemeinde, ihrer Bevölkerung und ihrer Wirtschaft. Zu den Themen gehören Landwirtschaft, Weinbau, Gewerbe, Heimindustrie, Schule, Vereine und Alltagsleben.
Historische Fotografien, Dokumente, Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände veranschaulichen den Wandel vom Bauerndorf zur modernen Agglomerationsgemeinde.
Freizeit und Sport
Männedorf verfügt über ein breites Freizeit- und Sportangebot. Zu den kommunalen Einrichtungen gehören ein Hallenbad, Sportplätze, Turnhallen, Spielplätze und öffentliche Badeanlagen.
Das Strandbad Männedorf liegt unmittelbar am Zürichsee. Es bietet Liegewiesen, Badezugänge und weitere Freizeiteinrichtungen. Die Anlage ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.[7]
Das Hallenbad wird für Schulschwimmen, Vereinssport und öffentliches Schwimmen genutzt. Verschiedene Vereine bieten Fussball, Turnen, Tennis, Wassersport, Schiessen und weitere Sportarten an.
Der Sportplatz Widenbad beziehungsweise die Sportanlagen im Gebiet Widenbad wurden in den 2020er-Jahren erneuert und erweitert. Im Jahr 2025 wurde ein neuer Fussballplatz in Betrieb genommen.[8]
Wanderwege führen von den Wohnquartieren hinauf zum Pfannenstiel und in die Nachbargemeinden. Das Seeufer wird zum Spazieren, Baden, Segeln, Rudern und für weitere Wassersportarten genutzt.
Natur und Umwelt
Die Gemeinde liegt zwischen dem Zürichsee und der Landschaft des Pfannenstiels. Diese Lage führt zu einer grossen Vielfalt an Lebensräumen, die von Uferbereichen über Gärten und Bachläufe bis zu Wald- und Landwirtschaftsflächen reicht.
Männedorf setzt sich für öffentliche Zugänge zum Zürichsee ein. Bei Bau- und Sanierungsprojekten am Ufer sollen Aufenthaltsqualität, Hochwasserschutz und ökologische Funktionen miteinander verbunden werden.[9]
Zu den kommunalen Umweltaufgaben gehören der Schutz von Naturschutzobjekten, die Pflege der Bachläufe, die Bekämpfung invasiver Pflanzenarten und die Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum.
Die Gemeinde trägt das Label Energiestadt und verfolgt eine kommunale Energie- und Klimapolitik. Eine Klimastrategie mit Zielhorizont 2040 umfasst Massnahmen in den Bereichen Gebäude, Mobilität, Energieversorgung, Konsum und Anpassung an den Klimawandel.
Wasserversorgung und Entsorgung
Die Wasserversorgung bezieht Trinkwasser aus Quellen und aus dem Zürichsee. Ein Teil stammt aus dem Goldinger Quellgebiet, ein weiterer Teil wird im gemeinsamen Seewasserwerk aufbereitet.
Im Jahr 2024 umfasste das Leitungsnetz rund 54 Kilometer Hauptleitungen. Der durchschnittliche Wasserverbrauch lag bei etwa 210 Litern pro Einwohnerin beziehungsweise Einwohner und Tag.[2]
Das Abwassernetz umfasste 2024 rund 47 Kilometer Leitungen. Zur Infrastruktur gehören die Abwasserreinigungsanlage Weiern und mehrere Pumpwerke.[2]
Die Gemeinde betreibt Sammelstellen und organisiert regelmässige Sammlungen verschiedener Abfallarten. Wiederverwertbare Stoffe werden getrennt erfasst.
Soziales und Gesundheit
Neben dem Spital bestehen in Männedorf Arztpraxen, Apotheken, Spitex-Angebote, Pflegeeinrichtungen und Beratungsstellen. Die Gemeinde erbringt wirtschaftliche und persönliche Sozialhilfe nach kantonalem Recht.
Für ältere Menschen stehen Alterswohnungen, Pflegeplätze, ambulante Betreuung und Begegnungsangebote zur Verfügung. Zu den Einrichtungen gehören das Alterszentrum Allmendhof und weitere Wohn- und Pflegeangebote.
Familien werden durch Kinderbetreuung, schulergänzende Betreuung, das Familienzentrum und Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit unterstützt.
Menschen in finanziellen oder persönlichen Notlagen können sich an die kommunalen Sozialdienste und regionale Fachstellen wenden. Zusätzlich tragen Kirchen, Vereine und freiwillig tätige Personen zum sozialen Leben bei.
Vereine und Veranstaltungen
Das Vereinsleben ist ein wichtiger Bestandteil der lokalen Gemeinschaft. In Männedorf bestehen Sport-, Musik-, Kultur-, Natur-, Jugend-, Senioren- und politische Organisationen.
Zu den regelmässigen Veranstaltungen gehören Märkte, Konzerte, Vereinsanlässe, Sportveranstaltungen und die Chilbi. Der Leuemärt bietet Produkte von örtlichen und regionalen Produzentinnen und Produzenten an.
Die Nähe zum Zürichsee prägt verschiedene Veranstaltungen und Vereinsaktivitäten. Wassersportvereine, Seerettungsdienst und Fischereiorganisationen besitzen eine lange lokale Tradition.
Persönlichkeiten
In Männedorf geboren
- Johann Jakob Honegger (1825–1896), Literaturhistoriker und Schriftsteller
- Emma Coradi-Stahl (1846–1912), Frauenrechtlerin und Gründerin gemeinnütziger Einrichtungen
- Emil Brunner (1889–1966), reformierter Theologe
- Hans Fischli (1909–1989), Architekt, Maler und Bildhauer
- Jakob Stucki (1924–2006), Politiker
Mit Männedorf verbunden
- Dora Rappard (1842–1923), Missionarin und Schriftstellerin
- Fritz Blanke (1900–1967), Kirchenhistoriker
- Hermann Hesse (1877–1962), Schriftsteller; hielt sich zeitweise in Männedorf auf
- Heinrich Pestalozzi (1790–1857), Politiker und Offizier
- Rudolf Bohren (1920–2010), reformierter Theologe
Literatur
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
- Hermann Brüngger: Männedorf – Geschichte einer Zürichseegemeinde. Gemeinde Männedorf, Männedorf.
- Gemeinde Männedorf: MänneDorfgeschichte. Mehrbändige Publikationsreihe zur Geschichte der Gemeinde.
- Peter Ziegler: Kirchen und Klöster am Zürichsee. Stäfa 2000.
Siehe auch
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
- Bezirk Meilen
- Zürichsee
- Pfannenstiel
- Spital Männedorf
- Rechtes Zürichseeufer
- Uetikon am See
- Stäfa
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Männedorf
- Gemeindeporträt des Statistischen Amts des Kantons Zürich
- Männedorf bei ortsnamen.ch
- Website des Spitals Männedorf
Wikimedia Commons: Medien zu Männedorf
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Männedorf in Zahlen, Gemeinde Männedorf, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Bericht zur Rechnung 2024, Gemeinde Männedorf, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Männedorf, ortsnamen.ch, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Geschichte, Gemeinde Männedorf, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Stimmberechtigte sagen zweimal Ja, Gemeinde Männedorf, 30. November 2025, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Sicherung der Refinanzierung des Spitals Männedorf, Gemeinde Männedorf, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Strandbad Männedorf, Gemeinde Männedorf, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Erster neuer Fussballplatz ist einsatzbereit, Gemeinde Männedorf, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Gewässer, Gemeinde Männedorf, abgerufen am 25. Juli 2026.