Herrliberg
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Herrliberg |
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
0152 |
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Postleitzahl |
8704 |
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Koordinaten |
47.290278° N, 8.614167° E |
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Höhe |
408 m ü. M. |
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Fläche |
8,97 km² |
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Website |
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Herrliberg ist eine politische Gemeinde im Bezirk Meilen des Kantons Zürich. Sie liegt am rechten Ufer des Zürichsees und gehört zur Agglomeration Zürich. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Seeufer über mehrere Geländeterrassen bis auf die Höhen des Pfannenstiels.
Herrliberg entwickelte sich seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert von einer landwirtschaftlich geprägten Streusiedlung zu einer bevorzugten Wohngemeinde im Grossraum Zürich. Die Hanglage bietet an zahlreichen Stellen einen weiten Blick über den Zürichsee, die Zimmerbergkette und die Alpen. Neben den dicht bebauten Wohngebieten sind im oberen Gemeindegebiet weiterhin grössere Landwirtschafts- und Waldflächen erhalten.
Geographie
Herrliberg liegt am nordöstlichen Ufer des Zürichsees, rund zwölf Kilometer Luftlinie vom Zürich Hauptbahnhof entfernt. Das Gemeindegebiet umfasst rund 8,97 Quadratkilometer und besitzt eine vergleichsweise kurze Uferlinie von etwa 1,5 Kilometern.[1]
Vom See steigt das Gelände über fünf deutlich erkennbare Terrassen zum Pfannenstiel an. Der tiefste Teil der Gemeinde liegt am Zürichsee auf etwas mehr als 400 Metern über Meer. Der höchste Punkt befindet sich im Waldgebiet Verlorener Blätz auf 846 Metern über Meer.[2]
Nachbargemeinden sind Erlenbach im Nordwesten, Küsnacht im Norden, Maur im Nordosten und Meilen im Südosten. Im Südwesten bildet der Zürichsee die Gemeindegrenze. Auf der gegenüberliegenden Seeseite liegen unter anderem Thalwil, Oberrieden und Horgen.
Die Siedlung ist über das stark geneigte Gelände verteilt. Eine klar abgegrenzte, geschlossene Ortsmitte entwickelte sich erst vergleichsweise spät. Historisch bestand Herrliberg aus mehreren Dörfern, Weilern, Hofgruppen und Einzelhöfen.
Ortsteile und Weiler
Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Dorf Herrliberg mehrere historische Siedlungsteile und Weiler. Zu ihnen zählen insbesondere Wetzwil, Tächliswil, Breitwil, Intwil, Grüt und weitere kleinere Hofgruppen.
Herrliberg
Der Hauptort liegt an den mittleren Hangterrassen oberhalb des Zürichsees. Hier befinden sich die Gemeindeverwaltung, das Gemeindezentrum, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und ein grosser Teil der Wohnbebauung.
Der historische Siedlungsbereich entwickelte sich entlang der alten Verkehrswege und rund um die reformierte Kirche. Durch das starke Bevölkerungswachstum im 20. Jahrhundert wurden die früher getrennten Siedlungsteile weitgehend miteinander verbunden.
Wetzwil
Wetzwil liegt auf einer aussichtsreichen Höhe von rund 600 Metern über Meer. Der Weiler wurde bereits 797 im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster St. Gallen erwähnt.[1]
Die Umgebung von Wetzwil ist bis heute stärker landwirtschaftlich geprägt als die tiefer gelegenen Teile der Gemeinde. Der historische Weiler besitzt Bauernhäuser, ehemalige Rebbauernhäuser und weitere ländliche Bauten.
Tächliswil
Tächliswil entstand vermutlich bereits im frühen Mittelalter am Dorfbach. Der Name wird mit einem alemannischen Personennamen in Verbindung gebracht. Die Siedlung teilte sich später in ein Ober- und ein Unterdorf.
Heute ist Tächliswil weitgehend in die zusammenhängende Bebauung Herrlibergs eingebunden. Einzelne ältere Gebäude erinnern an die frühere dörfliche Struktur.
Breitwil und Intwil
Breitwil und Intwil befinden sich im höher gelegenen Gemeindegebiet. Die kleinen Siedlungen entwickelten sich aus landwirtschaftlichen Hofgruppen. Breitwil wird auch mit dem Gebiet der Kittenmühle verbunden, während Intwil als Hofsiedlung entstand.
Landschaft und Bodennutzung
Mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets wird landwirtschaftlich genutzt. Rund ein Viertel besteht aus Wald, während Siedlungs- und Verkehrsflächen einen kleineren, jedoch stetig wachsenden Anteil einnehmen.[2]
Die landschaftliche Gliederung reicht von den dicht bebauten Gebieten am See und an den unteren Hängen über Wiesen, Obstgärten und ehemalige Rebflächen bis zu den Wäldern auf dem Pfannenstiel.
Die verbliebenen Freiflächen sind für Landwirtschaft, Naherholung und ökologische Vernetzung von Bedeutung. Der hohe Siedlungsdruck führt zu einem Spannungsfeld zwischen der Schaffung zusätzlichen Wohnraums und dem Schutz des Landschaftsbildes.
Gewässer
Mehrere kleinere Bäche durchqueren das Gemeindegebiet und münden in den Zürichsee. Zu ihnen gehören der Dorfbach sowie der Büelhältlibach und weitere Seitengewässer.
Die steilen Bachläufe besitzen eine wichtige Funktion für die Entwässerung der Hanglagen. Bei starken Niederschlägen können sie rasch anschwellen. Bachverbauungen, Rückhalteräume und Revitalisierungsprojekte dienen deshalb sowohl dem Hochwasserschutz als auch der ökologischen Aufwertung.
Der Zürichsee prägt das Klima, das Landschaftsbild und die Siedlungsentwicklung. Die öffentliche Zugänglichkeit des Ufers ist wegen der zahlreichen privaten Grundstücke und der kurzen Uferlinie räumlich begrenzt.
Geologie
Die Landschaft von Herrliberg wurde wesentlich durch die eiszeitlichen Gletscher geformt. Moränen, Geländeterrassen und Findlinge erinnern an die letzte Vergletscherung des Zürichseegebiets.
An der Grenze zu Erlenbach befindet sich auf etwa 560 Metern Höhe der Pflugstein. Er gilt als grösster Findling des Kantons Zürich und wurde während der Eiszeit durch den Linthgletscher in das Gebiet transportiert.[1]
Oberhalb von Wetzwil wurde zudem ein Schalenstein gefunden. Die künstlich eingetieften Vertiefungen werden mit vorgeschichtlichen Kulturen in Verbindung gebracht. Der Stein befindet sich heute beim Gemeindezentrum Vogtei.
Klima
Herrliberg besitzt ein gemässigtes mitteleuropäisches Klima. Der Zürichsee wirkt in den ufernahen Gebieten temperaturausgleichend. Die höher gelegenen Gemeindeteile sind kühler und erhalten im Winter häufiger Schnee.
Die sonnigen, nach Südwesten ausgerichteten Hanglagen boten während Jahrhunderten günstige Bedingungen für den Weinbau. In der Vergangenheit reichten die Rebflächen bis weit über die mittleren Terrassen hinaus.
Name
Der Ortsname Herrliberg ist mittelalterlichen Ursprungs. In älteren Quellen erscheinen unterschiedliche Schreibweisen. Der Name wird gewöhnlich als Verbindung eines Personennamens mit dem Geländebegriff Berg gedeutet.
Der Name der Gemeinde steht nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Zürcher Kupferstecher und Verleger David Herrliberger. Dessen Familienname verweist jedoch ebenfalls auf die Herkunftsbezeichnung Herrliberg.
Geschichte
Vorgeschichte
Archäologische Funde belegen eine frühe Nutzung des heutigen Gemeindegebiets. Der bei Wetzwil entdeckte Schalenstein wird der Bronzezeit oder einem anderen vorgeschichtlichen Zeitraum zugeordnet.
Die erhöhte Lage, fruchtbare Böden und der Zugang zum Zürichsee boten günstige Voraussetzungen für Landwirtschaft, Fischerei und regionale Verkehrsverbindungen.
Frühes Mittelalter
Im 8. Jahrhundert entstanden oder entwickelten sich mehrere Siedlungen, darunter Tächliswil und Wetzwil. Wetzwil wurde 797 im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster St. Gallen urkundlich erwähnt.[1]
Land und Nutzungsrechte waren im Mittelalter auf verschiedene geistliche und weltliche Grundherren verteilt. Besitzungen hielten unter anderem das Grossmünsterstift, das Fraumünsterstift und das Kloster Einsiedeln. Das Kloster Einsiedeln bezog von seinen Besitzungen am Zürichsee auch Wein.
Herrschaftsverhältnisse
Im Verlauf des Mittelalters gewann die Stadt Zürich zunehmend Einfluss auf die Gemeinden am rechten Zürichseeufer. 1412 gelangte Herrliberg vollständig unter die Landeshoheit Zürichs und wurde Teil der Obervogtei Küsnacht.[1]
Die Zürcher Obervögte übten obrigkeitliche Rechte aus, während lokale Amtsträger Aufgaben innerhalb der Gemeinde wahrnahmen. Die Bevölkerung lebte überwiegend von Landwirtschaft, Weinbau, Fischerei und handwerklichen Tätigkeiten.
Reformation
In den 1520er-Jahren wurde Herrliberg wie das übrige Zürcher Herrschaftsgebiet reformiert. Die kirchlichen Verhältnisse wurden nach den Vorgaben der Stadt Zürich neu geordnet.
Die reformierte Kirche blieb über Jahrhunderte das religiöse und gesellschaftliche Zentrum der weit verstreuten Siedlung. Das kirchliche Leben war eng mit den Nachbargemeinden am rechten Zürichseeufer verbunden.
Frühe Neuzeit
Eine Beschreibung des Zürichsees von Hans Erhard Escher bezeichnete Herrliberg 1692 als schönes, jedoch zerstreutes Dorf. Diese Charakterisierung entsprach der Struktur aus Weilern, Hofgruppen und einzelnen Gebäuden auf verschiedenen Geländeterrassen.[1]
Im Jahr 1634 lebten 516 Menschen in Herrliberg. Zwischen dem späten 18. Jahrhundert und dem Beginn des 20. Jahrhunderts bewegte sich die Einwohnerzahl während längerer Zeit um etwa 1000 Personen.
Der Weinbau erreichte in der frühen Neuzeit eine grosse Ausdehnung. Reben standen nicht nur in Seenähe, sondern bis oberhalb von Wetzwil. Daneben wurden Getreide, Obst und weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse produziert.
Helvetik und moderne Gemeinde
Mit der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 endete die alte Zürcher Obervogteiverwaltung. Herrliberg wurde in die neuen staatlichen und kommunalen Strukturen eingegliedert.
Nach der Mediationsakte von 1803 und den späteren kantonalen Verfassungsreformen entwickelte sich die heutige politische Gemeinde. Die Einwohner erhielten zunehmend politische Mitwirkungsrechte, während die früheren obrigkeitlichen Herrschaftsverhältnisse verschwanden.
Landwirtschaft und Weinbau
Landwirtschaft und Weinbau bildeten während Jahrhunderten die wirtschaftliche Grundlage Herrlibergs. Die Höfe produzierten Nahrungsmittel für den Eigenbedarf und für den Markt in Zürich.
Der Weinbau besass besondere Bedeutung. Die sonnigen Hänge über dem Zürichsee waren nahezu flächendeckend mit Reben bepflanzt. Wein wurde an Klöster, städtische Haushalte und Gastwirtschaften geliefert.
Im 19. Jahrhundert geriet der Weinbau durch Pflanzenkrankheiten, Schädlingsbefall und wirtschaftliche Veränderungen unter Druck. Viele Rebflächen wurden aufgegeben und später überbaut.
Heute bestehen nur noch kleinere Rebflächen. Der Weinbau besitzt vor allem kulturgeschichtliche, landschaftliche und lokale wirtschaftliche Bedeutung. Landwirtschaftliche Betriebe konzentrieren sich hauptsächlich auf Viehhaltung, Milchwirtschaft, Ackerbau und Obstbau.
Handwerk und Gewerbe
Neben der Landwirtschaft bestanden Mühlen, Sägereien, Schmieden, Küfereien und weitere Handwerksbetriebe. Ein Teil der Bevölkerung arbeitete ausserdem in der Heimindustrie, insbesondere für die Zürcher Textilwirtschaft.
Für 1835 sind 107 Wohngebäude und 180 Nebengebäude überliefert. Dazu gehörten zwei Tavernen, eine Mühle und eine Sägerei. 1873 bestanden unter anderem Wein- und Branntweinhandlungen, eine Sennhütte, Kaufläden, Metzgereien, eine Schmiede und eine Poststelle.[1]
Eine grossflächige Industrialisierung wie in anderen Zürichseegemeinden fand nicht statt. Herrliberg blieb länger als viele Nachbarorte landwirtschaftlich geprägt.
Entwicklung zur Wohngemeinde
Der Ausbau des Verkehrs veränderte Herrliberg grundlegend. Bereits im 19. Jahrhundert bestand eine Dampfschiffstation am Zürichsee. 1894 wurde die rechtsufrige Zürichseebahn eröffnet.
Obwohl die Bahnlinie durch das untere Gemeindegebiet führt, liegt der Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen unmittelbar jenseits der Gemeindegrenze auf dem Gebiet von Meilen. Die verbesserte Verbindung mit Zürich leitete dennoch den Wandel vom Weinbauerndorf zur Vorortsgemeinde ein.
Wohlhabende Familien errichteten Villen und Landhäuser an den aussichtsreichen Hängen. Im 20. Jahrhundert entstanden zunehmend Einfamilienhäuser und später auch Mehrfamilienhäuser.
1940 lebten etwa 2000 Menschen in Herrliberg. Zwischen 1960 und 2000 stieg die Einwohnerzahl von rund 3200 auf etwa 5500.[1] Das Wachstum setzte sich im 21. Jahrhundert fort, wurde jedoch durch die begrenzte Verfügbarkeit von Bauland verlangsamt.
Bevölkerung
Herrliberg zählt rund 6800 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Gemeinde verzeichnete in den vergangenen Jahrzehnten ein kontinuierliches, jedoch im Vergleich zu früheren Wachstumsphasen gemässigtes Bevölkerungswachstum.[3]
Die Bevölkerungsdichte ist in den unteren und mittleren Hanglagen besonders hoch. Die oberen Gebiete rund um Wetzwil, Breitwil und Intwil besitzen weiterhin einen ländlicheren Charakter.
Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird überwiegend Zürichdeutsch gesprochen. Aufgrund der Nähe zur internationalen Wirtschaftsregion Zürich sind auch Englisch und zahlreiche weitere Sprachen verbreitet.
Der Anteil älterer Menschen liegt über dem Durchschnitt mancher anderer Zürcher Gemeinden. Daraus ergeben sich wachsende Anforderungen an Alterswohnungen, Pflege, soziale Beratung und barrierefreie Infrastruktur.
Religion
Herrliberg war seit der Reformation überwiegend evangelisch-reformiert. Die reformierte Kirchgemeinde prägte das gesellschaftliche Leben über mehrere Jahrhunderte.
Mit dem Zuzug aus katholischen Kantonen und aus dem Ausland nahm die religiöse Vielfalt zu. Die römisch-katholische Bevölkerung ist in eine regionale Kirchgemeinde eingebunden.
Heute leben in Herrliberg Angehörige verschiedener christlicher Gemeinschaften, anderer Religionen sowie zahlreiche konfessionslose Personen.
Politik
Herrliberg ist als politische Gemeinde nach dem Recht des Kantons Zürich organisiert. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung und bei Urnenabstimmungen über kommunale Sachgeschäfte.
Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Er führt die Gemeindeverwaltung und ist für die Umsetzung der kommunalen Beschlüsse verantwortlich.
Zu den Aufgaben der Gemeinde gehören insbesondere Raumplanung, Schule, Sozialwesen, Sicherheit, Strassenunterhalt, Wasserversorgung, Abfallentsorgung sowie Kultur- und Freizeitangebote.
Seit Beginn der Legislaturperiode 2026–2030 ist Herrliberg als Einheitsgemeinde organisiert. Dadurch werden auch die Aufgaben der Volksschule durch die politische Gemeinde wahrgenommen.[4]
Wappen
Das Wappen von Herrliberg zeigt in Gold zwei gekreuzte blaue Rebmesser mit roten Griffen. Es verweist auf die historische Bedeutung des Weinbaus für die Gemeinde.
Die Rebmesser erscheinen in älteren Darstellungen in unterschiedlichen Formen. Das heutige Wappen wurde im Rahmen der Vereinheitlichung der Zürcher Gemeindewappen festgelegt.
Das Motiv wird von der Gemeinde als Hoheitszeichen verwendet und ist zugleich ein sichtbarer Hinweis auf die frühere Ausdehnung der Rebberge.
Wirtschaft
Herrliberg ist vorwiegend eine Wohn- und Pendlergemeinde. Ein grosser Teil der Erwerbstätigen arbeitet in der Stadt Zürich, in Küsnacht, Zollikon oder in anderen Zentren der Region.
Innerhalb der Gemeinde bestehen kleinere und mittlere Unternehmen in den Bereichen Dienstleistungen, Beratung, Bau, Immobilien, Gesundheit, Handel und Gastronomie. Grössere Industriegebiete fehlen weitgehend.
Die Landwirtschaft besitzt gemessen an der Zahl der Beschäftigten nur noch geringe, für Landschaftspflege und Ortsbild jedoch weiterhin grosse Bedeutung. Im Gemeindegebiet bestehen mehrere landwirtschaftliche Betriebe.
Herrliberg weist eine hohe Steuerkraft auf und gehört zu den finanzstarken Gemeinden des Kantons Zürich. Die attraktiven Wohnlagen und die Nähe zu Zürich tragen zu hohen Boden- und Immobilienpreisen bei.
Bildung
Die Gemeinde führt Kindergärten und Primarschulen an mehreren Standorten. Die Sekundarschule wird gemeinsam mit der Nachbargemeinde Erlenbach organisiert.
Für den Besuch von Gymnasien und Berufsschulen stehen Einrichtungen in Küsnacht, Zürich, Meilen und weiteren Gemeinden zur Verfügung.
Die Gemeindebibliothek bietet Medien, Veranstaltungen und Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Musikunterricht und weitere ausserschulische Angebote werden teilweise in regionaler Zusammenarbeit durchgeführt.
Verkehr
Eisenbahn
Herrliberg wird durch die rechtsufrige Zürichseebahn erschlossen. Der Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen liegt trotz seines Namens vollständig auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Meilen, unmittelbar an der Grenze zu Herrliberg.
Der Bahnhof wird von Linien der S-Bahn Zürich bedient. Direkte Verbindungen bestehen nach Zürich sowie in Richtung Meilen, Stäfa, Rapperswil-Jona und oberer Zürichsee.
Für die tiefer gelegenen Quartiere besitzt die Bahn eine grosse Bedeutung. Die höher gelegenen Gemeindeteile werden durch Buslinien mit dem Bahnhof und den Nachbargemeinden verbunden.
Busverkehr
Regionale Buslinien erschliessen das Dorfzentrum, die Hangquartiere und die Weiler. Verbindungen bestehen unter anderem nach Erlenbach, Küsnacht, Meilen und zur Forchbahn.
Der öffentliche Verkehr ist in den Zürcher Verkehrsverbund integriert. Aufgrund der starken Höhendifferenzen sind Busverbindungen für Personen ohne eigenes Fahrzeug besonders wichtig.
Schifffahrt
Herrliberg besitzt eine Anlegestelle der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft. Kursschiffe verkehren hauptsächlich im Freizeit- und Ausflugsverkehr.
Die Schifffahrt war im 19. Jahrhundert für den Personen- und Warentransport von grösserer Bedeutung. Mit dem Bau der Eisenbahn verlor sie einen Teil ihrer Funktion als alltägliches Verkehrsmittel.
Strassenverkehr
Die Seestrasse verbindet Herrliberg mit Zürich, Erlenbach und Meilen. Weitere Strassen führen über die Hanglagen in Richtung Pfannenstiel und Forch.
Der Pendlerverkehr belastet insbesondere die Seestrasse und einzelne Durchgangsachsen. Die Gemeinde befasst sich daher mit Verkehrsberuhigung, Schulwegsicherheit sowie der Förderung des Fuss- und Veloverkehrs.
Sehenswürdigkeiten
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche Herrliberg steht an aussichtsreicher Lage oberhalb des Zürichsees. Sie bildet zusammen mit dem Pfarrhaus und weiteren historischen Gebäuden einen wichtigen Bestandteil des Ortsbildes.
Ein mittelalterlicher Vorgängerbau wurde im Laufe der Jahrhunderte wiederholt verändert. Die heutige Gestalt der Kirche geht wesentlich auf Umbauten der frühen Neuzeit und späterer Epochen zurück.
Der Kirchhof bietet einen weiten Blick über den See. Die Anlage erinnert an die frühere zentrale Stellung der Kirche innerhalb der verstreuten Siedlung.
Vogtei
Die Vogtei ist ein historisches Gebäudeensemble im Gemeindezentrum. Der Name erinnert an die früheren Herrschafts- und Verwaltungsverhältnisse.
Heute dient die Anlage kommunalen, kulturellen und gesellschaftlichen Zwecken. Beim Gemeindezentrum befindet sich auch der vorgeschichtliche Schalenstein aus dem Gebiet oberhalb von Wetzwil.
Pflugstein
Der Pflugstein liegt nahe der Grenze zu Erlenbach und gilt als grösster Findling des Kantons Zürich. Der Gletscher transportierte den mächtigen Felsblock während der Eiszeit in das Gebiet.
Der Stein ist ein geologisches Naturdenkmal und ein beliebtes Ziel für Spaziergänge. Sein Name bezieht sich auf eine Vertiefung beziehungsweise Form, die mit einem Pflug in Verbindung gebracht wurde.
Schipf
Der Schipf ist ein historischer Landsitz am Zürichsee. Das Ensemble umfasst ein Herrenhaus, Nebengebäude, Gartenanlagen und ehemalige landwirtschaftliche Flächen.
Der Landsitz dokumentiert die Entwicklung des rechten Zürichseeufers als bevorzugte Wohn- und Erholungslandschaft wohlhabender Zürcher Familien. Teile der Anlage stehen unter Denkmalschutz.
Zehntentrotte
Die Zehntentrotte erinnert an den früher bedeutenden Weinbau. In solchen Gebäuden wurden Trauben verarbeitet und Abgaben in Form landwirtschaftlicher Erzeugnisse gesammelt.
Das historische Gebäude wird heute für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt. Es gehört zu den sichtbaren Zeugnissen der bäuerlichen Vergangenheit Herrlibergs.
Burgruine oder Burgstall
Im Gemeindegebiet befinden sich Spuren mittelalterlicher Herrschafts- und Siedlungsanlagen. Von kleineren befestigten Plätzen sind teilweise nur Geländemerkmale oder wenige bauliche Reste erhalten.
Sie besitzen vor allem lokalgeschichtliche und archäologische Bedeutung.
Ortsbild und Architektur
Herrliberg besitzt aufgrund seiner Entstehung aus mehreren Weilern kein geschlossenes historisches Zentrum. Das Ortsbild wird durch Bauernhäuser, ehemalige Rebbauernhäuser, Villen, moderne Wohnbauten und öffentliche Gebäude geprägt.
An den unteren und mittleren Hanglagen entstanden seit dem späten 19. Jahrhundert zahlreiche repräsentative Wohnhäuser. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele frühere Landwirtschafts- und Rebflächen überbaut.
Die starke Bautätigkeit führte zu Diskussionen über den Schutz historischer Gebäude, charakteristischer Aussichtslagen und zusammenhängender Grünräume. Die kommunale Raumplanung fördert die bauliche Verdichtung innerhalb bestehender Siedlungsgebiete, soll aber zugleich das Landschaftsbild bewahren.
Kultur und Gemeindeleben
Das kulturelle Leben wird von Vereinen, Kirchen, Schulen und kommunalen Einrichtungen getragen. Veranstaltungen finden unter anderem im Gemeindezentrum Vogtei, in der Zehntentrotte und in weiteren öffentlichen Räumen statt.
Lokale Vereinigungen beschäftigen sich mit Geschichte, Natur, Musik, Sport und gesellschaftlichen Themen. Das Vereinsleben ist wegen der weitläufigen Siedlungsstruktur ein wichtiges Element der örtlichen Gemeinschaft.
Die Gemeindechronik dokumentiert die Entwicklung Herrlibergs anhand schriftlicher Quellen, Fotografien, Karten und Gegenstände. Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte behandeln insbesondere Landwirtschaft, Weinbau, Siedlungsentwicklung und Alltagsleben.
Freizeit und Erholung
Die Wälder und Landwirtschaftsgebiete auf den Höhen des Pfannenstiels bilden ein wichtiges Naherholungsgebiet. Wander- und Spazierwege verbinden Herrliberg mit Erlenbach, Küsnacht, Meilen, Wetzwil und der Forch.
Vom oberen Gemeindegebiet ergeben sich weite Ausblicke über den Zürichsee und auf die Alpen. Die Wege werden auch zum Joggen, Velofahren und für Naturbeobachtungen genutzt.
Am See befindet sich die Badeanlage Steinrad. Sie ermöglicht der Bevölkerung den Zugang zum Zürichsee und wird während der Sommermonate als Schwimmbad und Begegnungsort genutzt.
Sportvereine bieten unter anderem Fussball, Tennis, Turnen, Wassersport und weitere Aktivitäten an. Aufgrund der Nähe zu Zürich und zum Pfannenstiel stehen zusätzliche regionale Freizeitangebote zur Verfügung.
Natur und Umwelt
Die Wälder im oberen Gemeindegebiet besitzen Funktionen für Erholung, Holzproduktion, Biodiversität und Schutz vor Naturgefahren. Landwirtschaftliche Flächen bilden wichtige offene Landschaftsräume zwischen den Siedlungen.
Bäche, Hecken, Waldränder, Hochstammobstgärten und extensiv genutzte Wiesen bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Projekte zur ökologischen Vernetzung sollen diese Lebensräume miteinander verbinden.
Zu den umweltpolitischen Herausforderungen gehören der hohe Flächenverbrauch, der Verlust naturnaher Gärten, sommerliche Hitze und zunehmende Starkniederschläge. Massnahmen zur Begrünung, Bachrevitalisierung und nachhaltigen Energieversorgung gewinnen deshalb an Bedeutung.
Soziales und Gesundheit
Die Gemeinde bietet Beratungs- und Unterstützungsleistungen für Familien, Jugendliche, ältere Menschen und Personen in schwierigen Lebenssituationen an. Verschiedene Aufgaben werden gemeinsam mit regionalen Zweckverbänden und Fachstellen erfüllt.
Aufgrund des überdurchschnittlichen Anteils älterer Einwohnerinnen und Einwohner gewinnen Altersarbeit, Pflege, betreutes Wohnen und die Vermeidung sozialer Isolation an Bedeutung.
Mit der Fachstelle Alter beziehungsweise der früheren Seniorenkontaktstelle Triangel bestehen Angebote für Beratung, soziale Teilhabe und Vernetzung.[5]
Grössere medizinische Einrichtungen befinden sich in Männedorf, Zollikerberg und Zürich. In Herrliberg selbst bestehen Arztpraxen, therapeutische Angebote und weitere Gesundheitsdienstleistungen.
Feuerwehr und Sicherheit
Die Feuerwehr ist für Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und Einsätze bei Naturereignissen zuständig. Die Hanglage, engen Quartierstrassen und verstreuten Höfe stellen besondere Anforderungen an die Einsatzplanung.
Polizeiliche Aufgaben werden durch kommunale und kantonale Stellen wahrgenommen. Auf dem Zürichsee ist die Seepolizei für Rettung, Kontrolle und weitere sicherheitsbezogene Aufgaben zuständig.
Persönlichkeiten
Mit Herrliberg verbunden sind unter anderem:
- David Herrliberger (1697–1777), Kupferstecher und Verleger, dessen Familienname auf Herrliberg verweist;
- Hans Caspar Escher vom Glas (1775–1859), Architekt und Politiker, Besitzer des Landsitzes Schipf;
- Eduard Schönenberger (1843–1898), Lehrer, Redaktor und Politiker, in Herrliberg geboren;
- Walter Roderer (1920–2012), Schauspieler und Kabarettist, lebte zeitweise in Herrliberg;
- Christoph Blocher (* 1940), Unternehmer und Politiker, langjähriger Einwohner der Gemeinde.
Die Verbindung einzelner Persönlichkeiten mit Herrliberg beruht auf Geburt, Wohnsitz, Besitz oder beruflichem Wirken.
Bedeutung
Herrliberg gehört zu den bevorzugten Wohngemeinden am rechten Zürichseeufer. Die Nähe zu Zürich, die Aussichtslagen und die gute Erreichbarkeit prägen seine heutige Bedeutung.
Gleichzeitig besitzt die Gemeinde eine bis heute sichtbare landwirtschaftliche und weinbauliche Vergangenheit. Historische Weiler, Bauernhäuser, Trotten und Rebmesser im Gemeindewappen erinnern an diese Entwicklung.
Die räumliche Verbindung von dichter Wohnbebauung, Landwirtschaft und Pfannenstielwald stellt eine besondere Qualität dar. Sie führt jedoch auch zu langfristigen Herausforderungen bei Siedlungsplanung, Verkehr, Landschaftsschutz und öffentlicher Infrastruktur.
Siehe auch
- Bezirk Meilen
- Zürichsee
- Pfannenstiel
- Erlenbach ZH
- Küsnacht ZH
- Meilen
- Herrliberg-Feldmeilen
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Herrliberg
- Geschichte der Gemeinde Herrliberg
- Zahlen zur Gemeinde Herrliberg
- Gemeindestatistik des Kantons Zürich
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 Gemeinde Herrliberg: Geschichte, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Gemeinde Herrliberg: Zahlen, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Herrliberg: Zahlen und Fakten, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Herrliberg: Konstituierung Gemeinderat für die Legislatur 2026–2030, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Herrliberg: Altersarbeit, abgerufen am 25. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Herrliberg