Hinwil

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Hinwil

Blick auf Hinwil mit der reformierten Kirche

Blick auf Hinwil mit der reformierten Kirche

Wappen von Hinwil

Wappen

Lage von Hinwil

Lage der Gemeinde

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Region

Zürcher Oberland

Bezirk

Hinwil

BFS-Nummer

0117

Postleitzahl

8340 Hinwil
8342 Wernetshausen

Koordinaten

47.301° N, 8.843° E

Höhe

565 m ü. M.

Fläche

22,28 km²

Einwohner

11'961
(Stand: 31. Dezember 2024)

Website

www.hinwil.ch


Hinwil ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Zürich in der Schweiz. Die Gemeinde liegt im südlichen Zürcher Oberland am Westhang des Bachtels und verbindet einen ländlich geprägten Siedlungsraum mit einem bedeutenden Industrie-, Gewerbe- und Verwaltungsstandort.

Neben dem Dorf Hinwil gehören zahlreiche Aussenwachten, Weiler und Einzelhöfe zur weitläufigen Gemeinde. Zu den grösseren Siedlungen zählen Hadlikon, Ringwil, Wernetshausen, Girenbad, Unterbach und Unterholz. Hinwil ist seit 1831 Sitz der Bezirksbehörden und verschiedener weiterer öffentlicher Einrichtungen von regionaler und kantonaler Bedeutung.[1]

Überregional bekannt ist Hinwil als Standort international tätiger Technologieunternehmen sowie als Sitz des Audi Revolut F1 Teams, dessen Formel-1-Rennwagen in Hinwil entwickelt und gebaut werden.

Geografie

Lage

Hinwil liegt rund 25 Kilometer östlich der Stadt Zürich im Übergangsgebiet zwischen dem Schweizer Mittelland und den Voralpen. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Drumlinlandschaft des Zürcher Oberlands über den besiedelten Talraum bis auf die Höhen des Bachtels und des Allmens.

Nachbargemeinden sind Wetzikon, Gossau, Bubikon, Dürnten, Wald, Fischenthal und Bäretswil. Durch seine Lage zwischen Wetzikon, Rüti, Pfäffikon und dem Tösstal besitzt Hinwil eine wichtige regionale Verbindungsfunktion.

Der Hauptort liegt auf rund 565 Metern über Meer. Innerhalb des Gemeindegebiets bestehen beträchtliche Höhenunterschiede. Der höchste Punkt ist der Gipfel des Bachtels auf 1115 Metern über Meer.[1]

Bachtel

Der Bachtel ist der Hausberg Hinwils und eine der bekanntesten Erhebungen des Zürcher Oberlands. Sein bewaldeter Gipfelbereich liegt vollständig auf Hinwiler Gemeindegebiet. Der Berg ist durch Wanderwege von Hinwil, Wernetshausen, Girenbad und Wald aus erschlossen.

Auf dem Gipfel steht der Bachtelturm, der eine weite Aussicht über das Zürcher Oberland, den Zürichsee, die Ostschweiz und bei klarer Sicht bis zu den Alpen bietet. Der Bachtel ist ein beliebtes Ziel für Wanderungen, Velotouren und winterliche Freizeitaktivitäten.

Die Hänge des Bachtels werden von Wäldern, Wiesen, Weiden und verstreuten Bauernhöfen geprägt. Historische Wege verbinden die verschiedenen Aussenwachten und Weiler mit dem Dorf Hinwil.

Siedlungsstruktur

Die politische Gemeinde besteht aus dem Dorf Hinwil und einer Vielzahl räumlich getrennter Siedlungen. Das Historische Lexikon der Schweiz nennt die vier aus früheren Nutzungsgenossenschaften hervorgegangenen Dörfer Hinwil, Ringwil, Wernetshausen und Hadlikon sowie die Weiler Bossikon, Erlosen und Girenbad. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Weiler und Einzelhöfe.[2]

Die Gemeinde bezeichnet Ringwil, Girenbad, Wernetshausen, Unterbach, Hadlikon und Unterholz als ihre sechs Aussenwachten. Unterhalb des Allmens reicht das Gemeindegebiet mit Schufelberg und Niderhus auf die Tösstaler Seite.[3]

Siedlung Charakter und Lage
Hinwil Hauptort, Verwaltungszentrum und grösster zusammenhängender Siedlungskern
Hadlikon Dorf und Aussenwacht südlich des Hauptortes
Ringwil Ländlich geprägte Aussenwacht am Hang des Bachtels
Wernetshausen Dorf am Westhang des Bachtels auf rund 725 Metern über Meer
Girenbad Aussenwacht zwischen Hinwil und dem Bachtel
Unterbach Streusiedlung im östlichen Gemeindegebiet
Unterholz Ländliche Aussenwacht mit Bauernhöfen und kleineren Siedlungsgruppen
Bossikon Historischer Weiler im westlichen Gemeindegebiet
Erlosen Weiler nördlich beziehungsweise nordwestlich des Hauptortes
Schufelberg und Niderhus Weiler auf der Tösstaler Seite des Gemeindegebiets

Landschaft und Natur

Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt. Weitere grosse Flächen entfallen auf Wald, besonders an den Hängen des Bachtels und des Allmens. Die Landschaft ist durch Drumlins, Feuchtgebiete, Bäche, Wiesen, Obstgärten und verstreute Hofsiedlungen gekennzeichnet.

Die Drumlinlandschaft westlich und nördlich des Dorfes entstand während der letzten Eiszeiten. Die länglichen Moränenhügel gehören zu den charakteristischen Landschaftsformen des Zürcher Oberlands. Zwischen ihnen befinden sich teilweise Feuchtwiesen und ökologisch wertvolle Lebensräume.

Die Gemeinde liegt im Einzugsgebiet des Pfäffikersees und der Töss. Zahlreiche kleinere Bäche entwässern die Hänge des Bachtels in unterschiedliche Richtungen.

Geschichte

Frühgeschichte und römische Zeit

Archäologische Funde weisen darauf hin, dass das Gebiet des heutigen Hinwil bereits in römischer Zeit besiedelt war. Bei Untersuchungen in der reformierten Kirche wurden 1968 Mauerreste und Teile einer römischen Bodenheizung entdeckt. Die Befunde werden als Überreste eines römischen Gutshofs gedeutet.

Nach dem Ende der römischen Herrschaft liessen sich im frühen Mittelalter Alamannen in der Region nieder. Die Endung «-wil» im Ortsnamen geht auf das lateinische villa beziehungsweise das althochdeutsche wilari zurück und bezeichnete ursprünglich einen Hof oder eine kleine Siedlung.

Erste Erwähnungen

Hinwil wurde 745 als Hunichinwilare erstmals urkundlich erwähnt. Der Name wird als «Hof oder Weiler des Hunicho» gedeutet. Die Nennung steht im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster St. Gallen.[4]

Auch mehrere heutige Ortsteile wurden bereits im frühen Mittelalter genannt. Hadlikon erscheint 775 als Hadaleihinchova, Bossikon 829 als Pozinhova, Ringwil 837 als Rimolteswilare und Wernetshausen 867 als Werinholveshusa.[2]

Die frühen Urkunden belegen, dass das Gebiet aus mehreren selbstständigen Höfen und kleinen Siedlungen bestand. Eine Kirche in Hinwil ist ebenfalls bereits für das 8. Jahrhundert nachgewiesen.

Mittelalter

Im Hoch- und Spätmittelalter waren die Herrschaftsrechte über das heutige Gemeindegebiet auf verschiedene geistliche und weltliche Eigentümer verteilt. Hinwil gehörte teilweise zur Herrschaft Grüningen. Auch das Kloster Rüti und die Johanniterkommende Bubikon besassen Güter und Rechte.

Auf dem Burgbüel nordöstlich der Kirche soll sich die Burg Hinwil befunden haben. Von der mittelalterlichen Anlage sind Geländespuren erhalten. Weitere lokale Adelsgeschlechter sind in Zusammenhang mit Ringwil, Hadlikon und Bossikon überliefert.

Im Verlauf des 15. Jahrhunderts gelangten wesentliche Herrschaftsrechte unter die Kontrolle der Stadt Zürich. Nach der Reformation wurde die Kirchgemeinde reformiert und stärker in das zürcherische Staats- und Kirchenwesen eingebunden.

Frühe Neuzeit

Die Bevölkerung lebte überwiegend von Landwirtschaft, Viehzucht und Waldwirtschaft. Seit dem 16. und besonders im 17. und 18. Jahrhundert gewann die textile Heimarbeit an Bedeutung. Zahlreiche Familien betrieben neben der Landwirtschaft das Spinnen und Weben von Baumwolle und Leinen.

Die dezentrale Siedlungsstruktur blieb erhalten. Die Dörfer und Aussenwachten verfügten teilweise über eigene Nutzungskorporationen, Schulen, Brunnen, Wege und gemeinschaftlich bewirtschaftete Flächen.

Die heutige reformierte Kirche wurde 1786 und 1787 an der Stelle mehrerer älterer Kirchenbauten errichtet. Der spätmittelalterliche Turm wurde in den Neubau einbezogen. Das Innere verbindet Elemente des späten Rokoko mit dem frühen Klassizismus.

Entstehung der politischen Gemeinde

Mit der Gründung der Helvetischen Republik entstand 1798 aus dem Gebiet der Kirchgemeinde die politische Gemeinde Hinwil. Die früheren lokalen Körperschaften und Dorfgemeinschaften blieben teilweise als Nutzungskorporationen bestehen, während die übergeordneten Verwaltungsaufgaben von der neuen Gemeinde übernommen wurden.

Während der Helvetik und der Mediationszeit wechselte die administrative Zuordnung mehrmals. Nach 1814 gehörte Hinwil zum Oberamt Grüningen.

Bezirkshauptort

Mit der liberalen Zürcher Kantonsverfassung von 1831 wurden die Oberämter durch Bezirke ersetzt. Hinwil wurde zum Hauptort des neuen Bezirks Hinwil, obwohl Grüningen zuvor das historische Verwaltungszentrum der Region gewesen war.[5]

In der Folge wurden in Hinwil das Bezirksgericht, das Statthalteramt, die Bezirksratskanzlei und weitere Einrichtungen geschaffen. Die Funktion als Bezirkshauptort förderte die Entwicklung des Dorfes zu einem regionalen Verwaltungszentrum.

Industrialisierung

Im Vergleich zu den stark industrialisierten Nachbargemeinden Wetzikon, Rüti und Wald setzte die fabrikmässige Industrialisierung in Hinwil zunächst langsamer ein. Die Landwirtschaft und die textile Heimarbeit blieben lange bedeutend.

Der Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1876 verbesserte die Verkehrsverbindungen und schuf Voraussetzungen für die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben. Im 20. Jahrhundert entstanden Unternehmen des Maschinenbaus, der Fahrzeugtechnik, der Fördertechnik und später der Gebäudeautomation.

Besonders bekannt wurde die 1927 gegründete und später in Hinwil ansässige Bührer Traktorenfabrik. Bührer-Traktoren waren während Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil der schweizerischen Landwirtschaft. Die Serienproduktion wurde 1978 eingestellt, doch der Name und die Betreuung bestehender Fahrzeuge blieben erhalten.

Bevölkerung

Hinwil entwickelte sich im 20. und frühen 21. Jahrhundert von einer überwiegend ländlichen Gemeinde zu einem regionalen Wohn- und Arbeitsort. Das Bevölkerungswachstum wurde durch die gute Verkehrserschliessung, die Nähe zu Wetzikon und Zürich sowie die Entstehung neuer Arbeitsplätze begünstigt.

Der grösste Teil der Bevölkerung lebt im Hauptort und in Hadlikon. Gleichzeitig sind Ringwil, Wernetshausen, Girenbad und die weiteren Aussenwachten weiterhin durch eine lockere, teilweise landwirtschaftlich geprägte Bebauung gekennzeichnet.

Die amtliche Sprache ist Deutsch. Im Alltag wird neben Schweizer Hochdeutsch vorwiegend Zürichdeutsch beziehungsweise eine lokale Variante des Zürcher Oberländer Dialekts gesprochen.

Politik und Verwaltung

Hinwil ist als politische Gemeinde nach dem Gemeinderecht des Kantons Zürich organisiert. Oberstes politisches Organ sind die Stimmberechtigten, die ihre Rechte an der Gemeindeversammlung und bei Urnenabstimmungen ausüben.

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er leitet die Gemeindeverwaltung und ist unter anderem für Finanzen, Raumplanung, Tiefbau, Sicherheit, Gesellschaft und öffentliche Infrastruktur zuständig.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Dürntnerstrasse 8. Neben der politischen Gemeinde bestehen eine eigenständige Primarschulgemeinde und weitere öffentlich-rechtliche Organisationen.

Bezirksbehörden

Als Bezirkshauptort beherbergt Hinwil das Bezirksgericht Hinwil, das Statthalteramt und die Bezirksratskanzlei. Der Bezirksrat beaufsichtigt die elf Gemeinden des Bezirks und behandelt Rekurse gegen bestimmte kommunale Entscheide.

Das Statthalteramt nimmt kantonale Aufgaben in den Bereichen Aufsicht, Sicherheit, Polizeirecht und Verwaltungsstrafrecht wahr. Das Bezirksgericht ist die erste kantonale Instanz für zahlreiche Zivil- und Strafverfahren aus dem Bezirk.

Weitere öffentliche Einrichtungen in Hinwil sind unter anderem das Logistik-Center der Schweizer Armee, die kantonale Prüfstelle des Strassenverkehrsamts, ein Werkhof des kantonalen Tiefbauamts, Einrichtungen der Kantonspolizei und das Vollzugszentrum Bachtel.[5]

Wirtschaft

Hinwil ist ein bedeutender Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsstandort des Zürcher Oberlands. Die Gemeinde verfügt über grössere Industrie- und Gewerbegebiete, insbesondere westlich des Bahnhofs und entlang der Zürichstrasse.

Die Wirtschaftsstruktur umfasst international tätige Technologieunternehmen, kleine und mittlere Gewerbebetriebe, Detailhandel, Bauunternehmen, Landwirtschaft und öffentliche Dienstleistungen.

Bedeutende Unternehmen

Die Belimo Holding hat ihren Hauptsitz in Hinwil. Das Unternehmen entwickelt und produziert Antriebe, Ventile, Sensoren und weitere Komponenten für die Regelung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen.[6]

Die Ferag-Gruppe wurde 1957 gegründet und hat ebenfalls ihren Hauptsitz in Hinwil. Sie entwickelt Förder-, Sortier- und Verarbeitungssysteme für die Druckindustrie und die Intralogistik.[7]

Von internationaler Bekanntheit ist der Formel-1-Standort in Hinwil. Der frühere Sauber-Rennstall wurde in das Werksteam von Audi überführt. Seit der Saison 2026 werden in der Hinwiler Formel-1-Fabrik die Rennwagen des Audi Revolut F1 Teams entwickelt und gebaut; auch die Renneinsätze werden von Hinwil aus vorbereitet.[8]

Landwirtschaft

Trotz der industriellen Entwicklung besitzt die Landwirtschaft weiterhin eine hohe landschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung. Zu den wichtigsten Betriebszweigen gehören Milchwirtschaft, Viehzucht, Futterbau und Ackerbau.

Viele Landwirtschaftsbetriebe liegen ausserhalb der geschlossenen Siedlungen. Sie tragen zur Pflege der Kulturlandschaft am Bachtel und in der Drumlinlandschaft bei. In den Aussenwachten bestehen zudem Käsereien, Hofläden und Betriebe zur Verarbeitung regionaler Lebensmittel.

Verkehr

Eisenbahn

Hinwil besitzt einen Bahnhof an der Strecke von Wetzikon nach Hinwil. Die Züge der S-Bahn Zürich stellen direkte beziehungsweise umsteigefreie Verbindungen über Wetzikon und Uster nach Zürich her.

Der Bahnhof ist zugleich ein regionaler Busknoten. Buslinien verbinden Hinwil mit Wetzikon, Dürnten, Rüti, Wald, Bäretswil und den verschiedenen Aussenwachten.

Die Bahnstrecke zwischen Hinwil und Bauma wird heute hauptsächlich für Güterverkehr und historische Fahrten genutzt. Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland führt auf der Strecke Museumsbahnfahrten mit historischen Dampf- und Elektrolokomotiven durch.

Strassenverkehr

Hinwil liegt am östlichen Ende der Autobahn A15, die über Uster und das Glatttal mit dem Autobahnnetz der Agglomeration Zürich verbunden ist. Die Forchautostrasse A52 führt in Richtung Forch und Zürich.

Hauptstrassen verbinden die Gemeinde mit Wetzikon, Rüti, Wald, Bäretswil und dem Tösstal. Die gute Strassenerschliessung hat die Entwicklung der Industrie- und Gewerbegebiete wesentlich begünstigt.

Bildung

Die Primarschule Hinwil betreibt Kindergärten und Schulhäuser im Hauptort sowie in mehreren Aussenwachten. Die dezentrale Schulstruktur trägt der weitläufigen Siedlungsform der Gemeinde Rechnung.

Die Sekundarschule wird in regionaler Zusammenarbeit geführt. Weiterführende Schulen und Berufsfachschulen befinden sich insbesondere in Wetzikon, Rüti und Uster.

Eine erste Schule in Hinwil ist für das Jahr 1537 belegt. Später entstanden in verschiedenen Aussenwachten eigene Schulen, wodurch auch Kinder aus abgelegenen Weilern einen regelmässigen Unterricht besuchen konnten.

Kirchen und Religion

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche steht auf einer Anhöhe über dem Dorfkern. Der Ort zählt zu den ältesten nachgewiesenen Kirchenstandorten des Kantons Zürich. Bereits im Zusammenhang mit der ersten urkundlichen Erwähnung Hinwils im 8. Jahrhundert wird eine Kirche genannt.

Der heutige Kirchenbau entstand 1786 und 1787. Der spätmittelalterliche Turm wurde beibehalten und erhielt später sein charakteristisches Erscheinungsbild mit den auffälligen blauen Zifferblättern.

Katholische Kirche

Nach der Reformation bestand in Hinwil während Jahrhunderten keine katholische Kirchgemeinde. Mit der Industrialisierung und der Zuwanderung katholischer Arbeitskräfte entstand im 20. Jahrhundert erneut eine katholische Gemeinschaft.

Die katholische Liebfrauenkirche wurde in den 1920er-Jahren errichtet und später erweitert. Sie gehört zur römisch-katholischen Kirchgemeinde Hinwil.

Daneben bestehen in der Gemeinde verschiedene evangelische Freikirchen und weitere religiöse Gemeinschaften.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ortsmuseum Hinwil

Das Ortsmuseum befindet sich in einem historischen Gebäude an der Oberdorfstrasse. Es dokumentiert die Geschichte der Gemeinde, ihrer Aussenwachten, der Landwirtschaft, des Gewerbes und des Alltagslebens.

Die Gesellschaft Ortsmuseum Hinwil wurde 1925 gegründet. Sie betreut neben den Ausstellungen ein umfangreiches Archiv zur Ortsgeschichte. Seit 2025 werden Teile dieses Wissens in der digitalen Enzyklopädie Hinwilpedia öffentlich zugänglich gemacht.[9]

Bachtelturm

Der Bachtelturm ist eine weithin sichtbare Landmarke auf dem Gipfel des Bachtels. Die Aussichtsplattform ist über eine Treppe erreichbar und bietet einen Rundblick über grosse Teile der Ostschweiz.

Historische Bauten

Zu den ortsbildprägenden Bauwerken gehören die reformierte Kirche, das alte Gemeindehaus, traditionelle Bauernhäuser in den Aussenwachten und verschiedene ehemalige Gasthöfe. Einzelne Fabrik- und Gewerbebauten erinnern an die industrielle Entwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts.

Brauchtum und Veranstaltungen

Auf dem Bachtel beziehungsweise in dessen Umgebung wird traditionell die Bachtelschwinget veranstaltet. Das Schwingfest gehört zu den bekannten volkstümlichen Anlässen des Zürcher Oberlands.

Weitere Veranstaltungen sind Dorf- und Vereinsfeste, Märkte, Konzerte, Sportanlässe und kulturelle Angebote des Ortsmuseums. Das ausgeprägte Vereinsleben verbindet die Bevölkerung des Hauptortes mit den Aussenwachten.

Sport und Freizeit

Die Gemeinde verfügt über Sporthallen, Fussballplätze, Tennisanlagen, Schiessanlagen und weitere Einrichtungen. Zahlreiche Vereine sind in den Bereichen Turnen, Fussball, Schwingen, Radsport, Wintersport und weiteren Disziplinen tätig.

Der Bachtel und die umliegenden Wälder bieten ein dichtes Netz von Wander- und Velowegen. Bei ausreichender Schneelage werden Wege und Hänge für Langlauf, Schlitteln und Winterwanderungen genutzt. Eine bekannte Schlittelstrecke führt vom Gebiet Orn in Richtung Wernetshausen.

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt in Blau eine silberne, aufrechte Hirschstange. Es geht auf das Wappen der mittelalterlichen Herren von Hinwil zurück. Die einfache heraldische Gestaltung wurde als offizielles Gemeindewappen übernommen.

Persönlichkeiten

  • Ueli Maurer (* 1950), Politiker und ehemaliger Bundesrat, wohnhaft in Hinwil
  • Peter Sauber (* 1943), Unternehmer und Gründer des Sauber-Motorsportteams
  • Bruno Zuppiger (1952–2016), Politiker und Nationalrat
  • Dany Brand (* 1996), Leichtathlet

Siehe auch

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
  • Gesellschaft Ortsmuseum Hinwil: Hinwil – Geschichte und Geschichten einer Zürcher Oberländer Gemeinde. Hinwil.
  • Hans Kläui, Viktor Schobinger: Zürcher Ortsnamen. Entstehung und Bedeutung. Zürcher Kantonalbank, Zürich 1989.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Hinwil

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Hinwil im Überblick. Hrsg.: Gemeinde Hinwil. Abgerufen am 2026-07-24.
  2. 2,0 2,1 Hinwil. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-07-24.
  3. Hinwil im Überblick. Hrsg.: Gemeinde Hinwil. Abgerufen am 2026-07-24.
  4. Geschichte Hinwils. Hrsg.: Gemeinde Hinwil. Abgerufen am 2026-07-24.
  5. 5,0 5,1 Hinwil – Bezirkshauptort und Zentrum öffentlicher Dienstleistungen. Hrsg.: Gemeinde Hinwil. Abgerufen am 2026-07-24.
  6. Impressum und Hauptsitz. Hrsg.: Belimo. Abgerufen am 2026-07-24.
  7. Über die Ferag-Gruppe. Hrsg.: Ferag. Abgerufen am 2026-07-24.
  8. Audi Revolut F1 Team. Hrsg.: Audi MediaCenter. Abgerufen am 2026-07-24.
  9. Hinwil im Überblick. Hrsg.: Gemeinde Hinwil. Abgerufen am 2026-07-24.