Bubikon

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Bubikon
Wappen Wappen von Bubikon
Staat Schweiz
Kanton Zürich
Bezirk Hinwil
BFS-Nummer 0112
Postleitzahlen 8608 Bubikon
8633 Wolfhausen
Koordinaten 47° 16′ N, 8° 49′ O
Höhe 509 m ü. M.
Fläche 11,64 km²
Einwohner 7'672 (31. Dezember 2025)
Gemeindepräsident Hans-Christian Angele
Ortschaften Bubikon, Wolfhausen
Website www.bubikon.ch

Bubikon ist eine politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im südöstlichen Zürcher Oberland und besteht hauptsächlich aus den beiden Dörfern Bubikon und Wolfhausen sowie mehreren Weilern und Einzelhöfen.

Die Gemeinde befindet sich auf der Wasserscheide zwischen dem Einzugsgebiet der Glatt und jenem des Zürichsees. Ihr Landschaftsbild wird von offenen Landwirtschaftsflächen, sanften Moränen- und Drumlinhügeln, Feuchtgebieten und den beiden weitgehend eigenständig gewachsenen Dorfkernen geprägt.

Das bekannteste Bauwerk der Gemeinde ist das Ritterhaus Bubikon. Die ab dem Ende des 12. Jahrhunderts entstandene ehemalige Kommende des Johanniterordens gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Gebäudekomplexen des Kantons Zürich und zu den am besten erhaltenen Johanniterkommenden Europas.

Name

Bubikon wurde im Jahr 811 als Puapinchova erstmals urkundlich erwähnt. Spätere überlieferte Namensformen waren unter anderem Buobinchoven, Bubinkon und Bubikon.[1]

Der Name wird wahrscheinlich aus einem althochdeutschen Personennamen wie Buobo oder Puapo und der Endung -inghofen beziehungsweise -ikon hergeleitet. Er bezeichnete demnach ursprünglich die Höfe oder die Siedlung der Angehörigen eines Mannes namens Buobo.

Die Einwohnerinnen und Einwohner werden als Bubikerinnen und Bubiker bezeichnet. Im örtlichen Sprachgebrauch wird der Name in der Zürcher Oberländer Mundart ausgesprochen.

Geografie

Lage

Bubikon liegt im südöstlichen Teil des Kantons Zürich am Südrand des Bezirks Hinwil. Die Luftdistanz zur Stadt Zürich beträgt ungefähr 24 Kilometer.[2]

Die Gemeinde grenzt an:

Im Süden bildet eine Geländerippe der Zürichseeterrassen einen Teil der Kantonsgrenze zu St. Gallen.

Gemeindegliederung

Die beiden grössten Siedlungen sind Bubikon und Wolfhausen. Sie besitzen eigene Postleitzahlen und bis heute deutlich erkennbare Ortskerne.

Zur Gemeinde gehören ausserdem mehrere Weiler, Hofgruppen und Einzelhöfe. Dazu zählen unter anderem:

  • Barenberg;
  • Berlikon;
  • Bürg;
  • Wändhüslen;
  • Widenswil;
  • Lanzacher;
  • Widerzell;
  • Kämmoos.

Die Vielzahl der Weiler ist ein charakteristisches Merkmal der traditionellen Siedlungsstruktur im Zürcher Oberland. Zwischen Bubikon und Wolfhausen bestehen trotz des Bevölkerungswachstums weiterhin grössere unbebaute Landschaftsräume.

Fläche und Höhenlage

Das Gemeindegebiet umfasst 1'164 Hektaren beziehungsweise 11,64 Quadratkilometer.

Der höchste Punkt liegt auf dem Hombergchropf auf 569 Metern über Meer. Der tiefste Punkt befindet sich an der Schwarz auf ungefähr 475 Metern über Meer.[2]

Die Bodennutzung verteilt sich ungefähr wie folgt:

Bodennutzung
Nutzungsart Anteil am Gemeindegebiet
Landwirtschaft rund 60 %
Siedlungsflächen rund 13 %
Wald rund 12 %
Verkehrsflächen rund 8 %
Gewässer, unproduktive und übrige Flächen rund 7 %

Bubikon besitzt im kantonalen Vergleich einen besonders kleinen Waldanteil. Die offenen, sanft gewellten Flächen werden überwiegend für Milchwirtschaft und Futterbau genutzt.

Landschaft

Die heutige Landschaft entstand wesentlich während der letzten Eiszeiten. Gletscher formten Mulden und Hügel und hinterliessen Moränen, Schotter und feinkörnige Ablagerungen.

Typisch sind lang gestreckte Drumlins, Feuchtmulden, Riede und kleine Gewässer. Die Landschaft gehört teilweise zur geschützten Drumlinlandschaft des Zürcher Oberlands.

Der Norden und Westen der Gemeinde reichen in landschaftlich wertvolle Gebiete um den Lützelsee und den Egelsee. Der kantonale Richtplan bezeichnet die Räume Bubikon–Egelsee und Drumlinlandschaft–Lützelsee als Landschaftsförderungsgebiete. Dabei sollen insbesondere Moore, Kleingewässer, Weilerstrukturen und der offene Landschaftscharakter erhalten werden.[3]

Gewässer

Das Gemeindegebiet liegt auf einer regionalen Wasserscheide. Ein Teil des Wassers fliesst über Bäche in Richtung Glatt und Rhein, ein anderer Teil über die Jona oder weitere Gewässer zum Zürichsee.

Egelsee

Der Egelsee liegt zwischen Bubikon und Wolfhausen. Er ist von Feuchtgebieten, Riedflächen und landwirtschaftlich genutztem Land umgeben.

Am See befindet sich die Badi Egelsee, die während der Sommermonate als Freibad und lokales Erholungsgebiet dient.

Teile der Umgebung besitzen einen hohen ökologischen Wert. Am Egelsee kommen seltene Moor- und Feuchtgebietsarten vor. Der revitalisierte Neuguetbach ergänzt die geschützten Lebensräume rund um den See.[4]

Schwarz

Die Schwarz ist ein regionales Fliessgewässer und bildet den tiefsten Punkt des Gemeindegebiets. Sie entwässert Teile der Landschaft in Richtung Rüti und Jona.

Bäche, Gräben, Riedflächen und Kleingewässer sind wichtige Bestandteile des lokalen Naturhaushalts. Sie dienen dem Hochwasserrückhalt und bieten Amphibien, Libellen, Vögeln und zahlreichen Pflanzenarten geeignete Lebensräume.

Bevölkerung

Ende 2025 lebten 7'672 Personen in Bubikon.[2] Die Bevölkerungszahl nahm besonders seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich zu.

Während Bubikon lange eine überwiegend landwirtschaftlich geprägte Gemeinde war, entwickelte es sich durch bessere Verkehrsverbindungen und die Nähe zu Zürich, Rapperswil-Jona, Wetzikon und Rüti zunehmend zu einer Wohngemeinde.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 262
1850 1'591
1870 1'489
1900 1'555
1920 1'809
1950 2'265
1970 3'244
2000 5'424
2025 7'672

Zwischen den beiden Dörfern Bubikon und Wolfhausen besteht eine annähernd ausgewogene Verteilung der Bevölkerung. Beide Ortsteile verfügen über Schulen, Vereine, Gewerbebetriebe und öffentliche Einrichtungen.

Geschichte

Frühzeit und erste Erwähnung

Einzelne archäologische Funde belegen, dass die Umgebung bereits in vorgeschichtlicher und römischer Zeit genutzt wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 811 unter dem Namen Puapinchova. Im frühen Mittelalter bestanden mehrere verstreute Höfe und kleine Siedlungen.

Bubikon lag an regionalen Wegen zwischen dem oberen Zürichsee, dem Zürcher Oberland und den Übergängen in Richtung Tösstal und Ostschweiz.

Gründung des Ritterhauses

Die Geschichte Bubikons wurde entscheidend durch den Johanniterorden geprägt.

Nach der im Ritterhaus überlieferten Stiftungsgeschichte übergab Diethelm von Toggenburg dem Johanniterorden im Jahr 1192 ein steinernes Haus. Die eigentliche Kommende entstand wahrscheinlich zwischen 1195 und 1198 durch Schenkungen der Grafen von Toggenburg und der Herren von Rapperswil.[5]

Eine Kommende war eine regionale Niederlassung und Verwaltungseinheit eines geistlichen Ritterordens. Sie bewirtschaftete landwirtschaftliche Güter, zog Abgaben ein und finanzierte damit die religiösen, sozialen und militärischen Aufgaben des Ordens.

Die Kommende Bubikon erwarb umfangreiche Besitzungen und Rechte im Zürcher Oberland und in weiteren Teilen der heutigen Schweiz. Sie besass unter anderem Höfe, Zehnten, Kirchensätze und niedere Gerichtsrechte.

Von Bubikon aus wurden weitere Johanniterkommenden gegründet oder verwaltet. Das Ritterhaus entwickelte sich dadurch zu einem bedeutenden Zentrum des Ordens in der Deutschschweiz.

Herrschaft und Gerichtsbarkeit

Die Johanniter übten in Bubikon und mehreren umliegenden Orten die niedere Gerichtsbarkeit aus. Für schwere Straftaten und höhere Gerichtsrechte waren andere Herrschaftsträger zuständig.

Im Verlauf des Spätmittelalters gewann die Stadt Zürich in der Region zunehmend an Einfluss. Bubikon wurde in die Herrschafts- und Verwaltungsstrukturen des Zürcher Stadtstaates eingebunden, während die Kommende zunächst ihre wirtschaftlichen und kirchlichen Rechte behielt.

Die Bevölkerung lebte überwiegend von Landwirtschaft, Viehzucht, Heimarbeit und kleinem Gewerbe. Die Siedlungsstruktur bestand aus Dörfern, Weilern und zahlreichen Einzelhöfen.

Reformation

Die Reformation in Zürich brachte die katholische Ordensniederlassung in eine schwierige Lage.

1528 wurde der Konvent aufgehoben. Der Johanniterorden erhielt die Kommende 1532 zwar zurück, musste jedoch einen Zürcher Bürger als Verwalter einsetzen und in seinen Kirchen reformierte Pfarrer dulden.[5]

Das Ritterhaus und die zugehörige Herrschaft blieben bis 1789 im Besitz des Ordens. Danach wurde die Anlage verkauft und in mehrere private Besitzteile aufgeteilt.

Einzelne Gebäudeteile wurden abgebrochen, landwirtschaftlich genutzt oder zu Wohnräumen umgebaut.

Helvetik und moderne Gemeinde

Mit dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798 endeten die bisherigen Herrschafts- und Gerichtsverhältnisse.

Bubikon wurde Teil der modernen politischen und administrativen Ordnung des Kantons Zürich. Seit der Kantonsverfassung von 1831 entwickelten sich die politischen Gemeinden zu den zentralen kommunalen Körperschaften.

Innerhalb der heutigen Gemeinde bestanden zunächst mehrere Zivilgemeinden. Dazu gehörten Bubikon-Dingstatt, Hof Oberglatt, Niederglatt-Bubikon und Niederglatt-Wolfhausen.

Diese Zivilgemeinden verwalteten unter anderem Wege, Brunnen, Feuerwehraufgaben und gemeinschaftliches Eigentum. Sie wurden 1884 aufgehoben und ihre Aufgaben der politischen Gemeinde übertragen.[1]

Landwirtschaft und Heimarbeit

Bis weit ins 19. Jahrhundert war Bubikon landwirtschaftlich geprägt. Viehzucht, Milchwirtschaft, Getreide- und Obstbau bildeten die wichtigsten Erwerbsgrundlagen.

Daneben spielte die textile Heimarbeit eine bedeutende Rolle. Viele Familien betrieben in ihren Wohnhäusern Spinnerei oder Weberei für Unternehmer aus den regionalen Zentren.

Die Heimindustrie ermöglichte ein zusätzliches Einkommen, führte jedoch zu einer starken Abhängigkeit von den Schwankungen der Textilwirtschaft.

Verkehrsentwicklung

1836 wurde die Forchstrasse ausgebaut. Sie verbesserte die Verbindung zwischen dem Zürcher Oberland, dem Pfannenstielgebiet und Zürich.

1858 beziehungsweise 1859 erhielt Bubikon einen Bahnhof an der Bahnstrecke zwischen Uster und Rapperswil. Der Eisenbahnanschluss förderte Gewerbe, Handel und Bevölkerungswachstum.

1901 nahm die Uerikon-Bauma-Bahn ihren Betrieb auf. Sie verband den Zürichsee über Hombrechtikon, Wolfhausen, Bubikon, Hinwil und Bäretswil mit Bauma im Tösstal.

Wolfhausen erhielt eine eigene Bahnstation. Die Strecke blieb wirtschaftlich wenig erfolgreich und wurde 1948 weitgehend stillgelegt und durch Busverbindungen ersetzt.[1]

Ein Teil des ehemaligen Gleises zwischen Bubikon und Wolfhausen sowie das Stationsgebäude Wolfhausen blieben erhalten. Sie erinnern an die regionale Bahngeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

Entwicklung nach 1950

Nach dem Zweiten Weltkrieg beschleunigte sich die bauliche Entwicklung. Neue Wohnquartiere entstanden in beiden Dörfern.

Die Einführung der Zürcher S-Bahn im Jahr 1990 verbesserte die Verbindungen nach Zürich, Uster, Wetzikon und Rapperswil erheblich. Bubikon wurde zunehmend zu einer attraktiven Wohngemeinde für Pendlerinnen und Pendler.

Gleichzeitig blieb die Landwirtschaft für das Landschaftsbild und die lokale Wirtschaft bedeutend. Der Erhalt der offenen Flächen zwischen den Siedlungen wurde zu einem wichtigen Thema der Raumplanung.

Ritterhaus Bubikon

Das Ritterhaus Bubikon ist das bedeutendste Kulturdenkmal der Gemeinde.

Der Gebäudekomplex entstand während mehrerer Bauphasen zwischen dem ausgehenden 12. und dem 16. Jahrhundert. Die ältesten erhaltenen Teile sind das ehemalige Bruderhaus und die Kapelle.

Die romanischen Wandmalereien in der Kapelle stammen überwiegend aus der Zeit um 1210. Sie gehören zu den besterhaltenen Beispielen romanischer Wandmalerei in der Deutschschweiz.[5]

Das Hauptgebäude und der Flügel mit dem Rittersaal wurden zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erweitert. Um 1570 erhielt das Haupthaus Teile seiner heutigen Renaissancegestaltung.

1936 erwarb die neu gegründete Ritterhausgesellschaft die gefährdete Anlage. Sie leitete umfassende Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten ein.

Seit 1941 befindet sich im Ritterhaus ein Museum. Es behandelt die Geschichte der Johanniter und Malteser, die Baugeschichte, das mittelalterliche Leben und die regionale Herrschafts- und Wirtschaftsgeschichte.

Seit 1959 steht der Gebäudekomplex unter eidgenössischem Denkmalschutz.[5]

Zum Museum gehören:

  • die ehemalige Ordenskapelle;
  • der Rittersaal;
  • historische Wohn- und Verwaltungsräume;
  • eine Waffen- und Objektsammlung;
  • eine Dauerausstellung zur Ordensgeschichte;
  • wechselnde Sonderausstellungen;
  • ein Epochen-Kräutergarten.

Der Kräutergarten zeigt mehr als hundert Nutz-, Gewürz- und Heilpflanzen aus verschiedenen historischen Epochen.

Wappen

Das Gemeindewappen geht auf die heraldischen Zeichen der früheren Johanniterkommende zurück.

Es zeigt in einem geteilten Schild Johanniterkreuze in unterschiedlichen Darstellungen. Dadurch erinnert das Wappen unmittelbar an die jahrhundertelange Verbindung der Gemeinde mit dem Johanniterorden.

Die heutige Form wurde im 20. Jahrhundert vereinheitlicht und in das offizielle Verzeichnis der Zürcher Gemeindewappen aufgenommen.

Politik

Gemeindeorganisation

Bubikon ist eine Versammlungsgemeinde. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung über kommunale Geschäfte, soweit diese nicht der Urnenabstimmung unterliegen.

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er besteht einschliesslich des Gemeindepräsidenten und der Schulpräsidentin aus sieben Mitgliedern.[6]

Für die Amtsdauer 2026–2030 ist Hans-Christian Angele Gemeindepräsident. Der Gemeinderat konstituierte sich für die neue Amtsperiode am 1. Juli 2026.[7]

Zu den kommunalen Behörden gehören ausserdem:

  • Schulpflege;
  • Sozialbehörde;
  • Rechnungsprüfungskommission;
  • Wahlbüro;
  • verschiedene Fachkommissionen und Ausschüsse.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Rutschbergstrasse in Bubikon.

Politische Kultur

Das politische Leben wird von den gesamtschweizerischen Parteien und der lokalen Freien Bürgervereinigung Bubikon-Wolfhausen geprägt.

Wegen der beiden annähernd gleich grossen Dörfer spielt der angemessene Ausgleich zwischen Bubikon und Wolfhausen bei Schul-, Verkehrs-, Bau- und Infrastrukturfragen eine wichtige Rolle.

Wirtschaft

Die Landwirtschaft nimmt mit rund 60 Prozent den grössten Teil des Gemeindegebiets ein. Milchwirtschaft und Futterbau sind besonders verbreitet.

Neben Landwirtschaftsbetrieben bestehen zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen in den Bereichen:

  • Bau und Handwerk;
  • Metall- und Maschinenbau;
  • Handel;
  • Fahrzeuggewerbe;
  • Informatik;
  • Gesundheits- und Sozialwesen;
  • Beratung und Dienstleistungen;
  • Gastronomie.

Grössere Gewerbegebiete liegen insbesondere in Bubikon beim Bahnhof und an den übergeordneten Strassen sowie in Wolfhausen.

Ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt in andere Gemeinden. Bedeutende Arbeitsorte sind Zürich, Rapperswil-Jona, Wetzikon, Uster, Rüti und Hinwil.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Bubikon liegt an der Bahnstrecke Zürich–Uster–Wetzikon–Rapperswil.

Im Jahresfahrplan 2026 wird er durch folgende Linien der S-Bahn Zürich bedient:

  • S5 zwischen Zug, Zürich, Uster, Bubikon und Pfäffikon SZ;
  • S15 zwischen Niederweningen, Zürich, Uster, Bubikon und Rapperswil;
  • SN5 als Nachtverbindung an den entsprechenden Betriebstagen.

Die S-Bahn bietet direkte Verbindungen nach Zürich, Uster, Wetzikon, Rüti, Rapperswil und in den Raum Zug beziehungsweise Pfäffikon SZ.[8]

Busverkehr

Die regionalen Buslinien werden überwiegend von den Verkehrsbetrieben Zürichsee und Oberland betrieben.

Vom Bahnhof Bubikon bestehen im Fahrplanjahr 2026 unter anderem Verbindungen nach:

  • Wolfhausen und Hombrechtikon;
  • Stäfa;
  • Rüti;
  • Dürnten;
  • Wetzikon.

Die Buslinien erschliessen Wohnquartiere, Schulen, das Ritterhaus, Wolfhausen und weitere Gemeindeteile.

Strassenverkehr

Bubikon liegt an regionalen Strassen zwischen Wetzikon, Rüti, Hombrechtikon und Rapperswil-Jona.

In der Nähe befinden sich Anschlüsse an die Autobahn A15. Sie verbindet das Zürcher Oberland mit dem Raum Zürich und dem Oberseegebiet.

Gemeinde und Kanton befassen sich mit der Verbesserung der Verkehrssicherheit, der Schulwege sowie der Bedingungen für Fuss- und Veloverkehr.

Bildung

Die Schule Bubikon führt Kindergärten, Primarschulen und eine Sekundarschule für Kinder und Jugendliche aus Bubikon und Wolfhausen.

Schulanlagen befinden sich in beiden Dörfern. Wegen des Bevölkerungswachstums werden die Schulräume laufend erneuert, erweitert oder neu geplant.

Für die Berufsbildung und weiterführende Schulen bestehen Angebote in Rüti, Wetzikon, Uster, Rapperswil-Jona und weiteren regionalen Zentren.

Die Gemeinde- und Schulbibliotheken bieten Bücher, digitale Medien, Veranstaltungen und Angebote zur Leseförderung an.

Religion

Die Gemeinde war im Mittelalter eng mit dem katholischen Johanniterorden verbunden.

Nach der Zürcher Reformation wurde die Bevölkerung mehrheitlich evangelisch-reformiert. Die reformierte Kirchgemeinde umfasst Bubikon und Wolfhausen.

Die reformierte Kirche Bubikon entstand aus einer älteren mittelalterlichen Kirche und wurde in späteren Jahrhunderten mehrfach umgebaut.

In Wolfhausen dient das ökumenische Zentrum Sonnenberg als kirchlicher und gesellschaftlicher Begegnungsort.

Die römisch-katholische Bevölkerung gehört zur regionalen katholischen Kirchgemeinde. Daneben bestehen verschiedene Freikirchen und weitere Religionsgemeinschaften.

Wie in vielen Gemeinden des Kantons Zürich nahm der Anteil der konfessionslosen Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zu.

Natur und Umwelt

Moor- und Riedlandschaften

Teile des nördlichen Gemeindegebiets gehören zur Moorlandschaft Lützelsee von nationaler Bedeutung.

Die Schutzgebiete umfassen Flachmoore, Riedwiesen, Hecken, Kleingewässer und traditionell bewirtschaftete Kulturlandschaften.

Der Raum Bubikon–Egelsee dient als Verbindung zwischen mehreren bedeutenden Feuchtgebieten des Zürcher Oberlands.

Zu den seltenen Arten der Region gehört der Kleine Moorbläuling. Der Schmetterling ist auf bestimmte Enzianarten und Ameisen angewiesen und gilt als Beispiel für die empfindlichen ökologischen Wechselbeziehungen in Moorgebieten.[9]

Naturschutzmassnahmen

Gemeinde, Kanton, Landwirtschaft und private Organisationen setzen verschiedene Massnahmen zur Förderung der Biodiversität um.

Dazu gehören:

  • Pflege von Riedwiesen;
  • Anlage von Kleingewässern;
  • Revitalisierung von Bächen;
  • Pflanzung und Pflege von Hecken;
  • Aufwertung von Trockenwiesen;
  • Vernetzung von Amphibienlebensräumen;
  • Schutz alter Obstgärten;
  • extensive Bewirtschaftung von Pufferflächen.

Im Bergliriet wurden zusätzliche Lebensräume neben einem Flachmoor von nationaler Bedeutung geschaffen.[10]

Freizeit und Kultur

Das Ritterhaus ist der wichtigste kulturelle Veranstaltungsort der Gemeinde. Neben dem Museumsbetrieb finden dort Führungen, Konzerte, Vorträge, Märkte und private Anlässe statt.

Weitere Freizeitangebote sind:

  • Badi Egelsee;
  • Sportplätze und Turnhallen;
  • Bibliotheken;
  • Wander- und Velowege;
  • Feuerstellen;
  • Jugend- und Begegnungsräume;
  • zahlreiche Sport-, Musik-, Kultur- und Naturvereine.

Wanderwege führen durch die Drumlinlandschaft, zu den Moorgebieten, nach Grüningen, Hombrechtikon, Rüti und an den Zürichsee.

Das offene Gelände bietet an verschiedenen Stellen Ausblicke auf das Zürcher Oberland, den Bachtel, die Voralpen und die Glarner Alpen.

Sehenswürdigkeiten

Ritterhaus Bubikon

Das Ritterhaus ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung und das Wahrzeichen der Gemeinde.

Seine romanischen, gotischen und frühneuzeitlichen Bauteile dokumentieren die Entwicklung einer mittelalterlichen Ordensniederlassung über mehrere Jahrhunderte.

Reformierte Kirche Bubikon

Die reformierte Kirche steht im historischen Dorfkern. Sie geht auf eine mittelalterliche Vorgängeranlage zurück und prägt gemeinsam mit dem Pfarrhaus und den umliegenden historischen Gebäuden das Ortsbild.

Alter Dorfkern

Im Dorfkern von Bubikon sind Bauernhäuser, ehemalige Gasthäuser, Wohnbauten und öffentliche Gebäude aus unterschiedlichen Jahrhunderten erhalten.

Die traditionelle Bebauung vermittelt einen Eindruck von der Entwicklung vom Bauerndorf zur modernen Wohngemeinde.

Wolfhausen

Wolfhausen besitzt einen eigenen historischen Ortskern mit Bauern- und Wohnhäusern, Schulbauten und Gewerbeanlagen.

Das ehemalige Stationsgebäude und das erhaltene Gleisstück der Uerikon-Bauma-Bahn erinnern an die frühere Eisenbahnverbindung.

Weiler und Kulturlandschaft

Die Weiler Barenberg, Berlikon, Bürg, Wändhüslen und weitere Hofgruppen sind wichtige Bestandteile der historischen Kulturlandschaft.

Ihre Gebäude, Obstgärten, Hecken und Landwirtschaftsflächen tragen wesentlich zum ländlichen Charakter der Gemeinde bei.

Bedeutung und Entwicklung

Bubikon verbindet eine mehr als 1'200-jährige Siedlungsgeschichte mit den Anforderungen einer wachsenden Agglomerationsgemeinde.

Die gute Bahnverbindung und die Nähe zu mehreren regionalen Zentren fördern die Nachfrage nach Wohnraum. Gleichzeitig sollen die beiden Dorfkerne, die Weiler und die grossen Landwirtschafts- und Naturräume erhalten bleiben.

Zu den zentralen kommunalen Herausforderungen gehören:

  • Bereitstellung ausreichender Schul- und Sportanlagen;
  • kontrollierte Siedlungsentwicklung;
  • Schutz der Landschaft zwischen Bubikon und Wolfhausen;
  • Förderung des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs;
  • Anpassung an den Klimawandel;
  • Erhalt des Ritterhauses und weiterer historischer Bauten;
  • Sicherung der kommunalen Finanzen bei hohen Infrastrukturinvestitionen.

Das räumliche Entwicklungsleitbild der Gemeinde sieht vor, die bestehenden Zentren zu stärken, die bauliche Entwicklung auf gut erschlossene Gebiete zu konzentrieren und die offene Landschaft möglichst vor weiterer Zersiedelung zu bewahren.[11]

Literatur

  • Historisches Lexikon der Schweiz: Bubikon.
  • Max Bührer, Kurt Schmid und Jakob Zollinger: Bubikon-Wolfhausen im Wandel der Zeit. Gemeinde Bubikon.
  • Ritterhausgesellschaft Bubikon: Publikationen zur Geschichte des Ritterhauses und des Johanniterordens.
  • Zürcher Denkmalpflege: Berichte zu den Baudenkmälern von Bubikon.
  • Gemeinde Bubikon: Räumliches Entwicklungsleitbild 2040.
  • Gemeinde Bubikon: Heimatbücher und ortsgeschichtliche Publikationen.

Siehe auch

Einzelnachweise