Bezirk Bülach

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Bezirk Bülach
Lage des Bezirks Bülach im Kanton Zürich
Staat Schweiz
Kanton Zürich
Hauptort Bülach
BFS-Nummer 0103
Fläche 184,88 km²
Einwohner 165'628 (31. Dezember 2024)
Bevölkerungsdichte 896 Einwohner pro km²
Gemeinden 22
Höhenbereich 332–692 m ü. M.
Region Zürcher Unterland, Glatttal und Rafzerfeld

Der Bezirk Bülach ist einer der zwölf Bezirke des Kantons Zürich in der Schweiz. Er liegt im Norden des Kantons und umfasst das untere Glatttal, Teile des mittleren Glatttals, das Embrachertal sowie das nördlich des Rheins gelegene Rafzerfeld. Hauptort und Verwaltungssitz ist die Stadt Bülach.

Der Bezirk zählt 22 politische Gemeinden und gehört sowohl flächenmässig als auch nach der Bevölkerungszahl zu den bedeutenden Bezirken des Kantons. Sein Erscheinungsbild reicht von den dicht besiedelten Agglomerationsgemeinden Wallisellen, Opfikon, Kloten und Dietlikon bis zu ländlich geprägten Dörfern im Rafzerfeld, im Embrachertal und entlang des Rheins. Eine besondere wirtschaftliche und verkehrspolitische Bedeutung besitzt die Region rund um den Flughafen Zürich.[1]

Geografie

Der Bezirk Bülach erstreckt sich vom Rand der Stadt Zürich im Süden bis zur Landesgrenze mit Deutschland im Norden. Er weist eine Fläche von 184,88 Quadratkilometern auf.[2]

Im Süden gehen die Siedlungsgebiete von Opfikon, Wallisellen und Dietlikon nahezu ohne Unterbruch in die Agglomeration Zürich über. Weiter nördlich folgen die Flughafenregion mit Kloten und Winkel, die Stadt Bülach sowie die Gemeinden des unteren Glatttals. Östlich von Bülach erstreckt sich das Embrachertal, das durch bewaldete Höhenzüge von den benachbarten Tälern getrennt wird.

Der nördliche Bezirksteil wird vom Rhein geprägt. Die Stadt Eglisau liegt beidseits des Flusses und bildet einen historischen Übergang zwischen dem Zürcher Unterland und dem Rafzerfeld. Nördlich des Rheins befinden sich die Gemeinden Rafz, Wil, Hüntwangen und Wasterkingen. Das Gebiet ist auf mehreren Seiten von deutschem Staatsgebiet umgeben und besitzt dadurch eine besondere geografische Lage.

Zu den wichtigsten Gewässern gehören der Rhein, die Glatt und die Töss. Die Glatt durchfliesst den westlichen Teil des Bezirks und mündet bei Rheinsfelden in den Rhein. Die Töss berührt den östlichen Bezirksteil bei Rorbas und Freienstein-Teufen. Daneben bestehen zahlreiche kleinere Bäche, Feuchtgebiete und ehemalige Kiesabbauflächen.

Der Bezirk grenzt an die Zürcher Bezirke Dielsdorf, Zürich, Uster, Pfäffikon und Winterthur. Im Norden und Nordosten grenzt er an den Kanton Schaffhausen und an das deutsche Bundesland Baden-Württemberg.

Landschaft und Teilregionen

Der Bezirk umfasst mehrere Landschaftsräume, die sich in ihrer Siedlungsstruktur und wirtschaftlichen Entwicklung deutlich unterscheiden.

Das südliche und mittlere Glatttal ist stark verstädtert. Opfikon, Wallisellen, Dietlikon, Bassersdorf und Kloten gehören zur zusammenhängenden Agglomeration Zürich. Dichte Wohnquartiere, Bürogebäude, Einkaufszentren, Verkehrsflächen und Gewerbezonen bestimmen dort das Landschaftsbild.

Das Gebiet um Bülach bildet das regionale Zentrum des Zürcher Unterlandes. Die Stadt ist von den Gemeinden Bachenbülach, Hochfelden, Höri und Winkel umgeben. Trotz der starken Bautätigkeit bestehen zwischen den Ortschaften weiterhin Wälder, Landwirtschaftsflächen und Naherholungsgebiete.

Das Embrachertal mit Embrach, Oberembrach, Lufingen und Teilen von Winkel und Nürensdorf ist durch eine Mischung aus Dörfern, neuen Wohngebieten, Landwirtschaft und Wald geprägt. Das Tal besitzt enge verkehrliche Beziehungen zu Bülach, Kloten und Winterthur.

Der Raum um Eglisau, Glattfelden, Rorbas und Freienstein-Teufen ist durch Rhein, Glatt und Töss gegliedert. Hier finden sich historische Ortskerne, Rebberge, Flusslandschaften und grössere Waldgebiete. Im Rafzerfeld dominiert eine offene, intensiv landwirtschaftlich genutzte Landschaft. Neben Ackerbau und Gemüseproduktion besitzt dort auch der Weinbau eine lange Tradition.

Politische Gemeinden

Der Bezirk Bülach umfasst 22 politische Gemeinden. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf den 31. Dezember 2024.[3][4]

Gemeinde Postleitzahl Einwohner Fläche in km² Einwohner pro km²
Bachenbülach 8184 4'286 4,31 994
Bassersdorf 8303 12'301 9,03 1'362
Bülach 8180 24'508 16,09 1'523
Dietlikon 8305 8'027 4,25 1'889
Eglisau 8193 5'750 9,06 635
Embrach 8424 10'356 12,69 816
Freienstein-Teufen 8427 und 8428 2'372 8,40 282
Glattfelden 8192 5'438 12,29 442
Hochfelden 8182 2'015 6,17 327
Höri 8181 3'564 4,79 744
Hüntwangen 8194 1'094 4,91 223
Kloten 8302 21'737 19,17 1'134
Lufingen 8426 2'840 5,18 548
Nürensdorf 8309 5'862 10,14 578
Oberembrach 8425 1'130 10,26 110
Opfikon 8152 21'554 5,59 3'856
Rafz 8197 4'769 10,68 447
Rorbas 8427 3'008 4,44 677
Wallisellen 8304 17'765 6,42 2'767
Wasterkingen 8195 594 3,96 150
Wil 8196 1'572 8,94 176
Winkel 8185 5'086 8,11 627
Gesamt 165'628 184,88 896

Nach Einwohnerzahl ist Bülach die grösste Gemeinde des Bezirks, gefolgt von Kloten, Opfikon und Wallisellen. Die höchste Bevölkerungsdichte weist Opfikon auf. Zu den flächenmässig grössten Gemeinden gehören Kloten, Bülach, Embrach und Glattfelden. Wasterkingen ist sowohl nach Bevölkerung als auch nach Fläche eine der kleinsten Gemeinden des Bezirks.

Geschichte

Herrschaftsverhältnisse bis 1798

Das Gebiet des heutigen Bezirks gehörte im Mittelalter zu unterschiedlichen Herrschaften. Bedeutende Rechte besassen unter anderem die Grafen von Kyburg, die Habsburger, die Freiherren von Tengen sowie verschiedene Klöster und lokale Adelsfamilien.

Bülach war Teil eines Herrschaftskomplexes der Freiherren von Tengen. Im Jahr 1384 gelangte die Vogtei an Herzog Leopold III. von Österreich, der Bülach das Stadtrecht verlieh. Seit dem frühen 15. Jahrhundert verstärkte die Stadt Zürich ihren Einfluss. 1409 wurden Bülach und Regensberg an Zürich verpfändet. In den folgenden Jahrhunderten wurden die verschiedenen Herrschaftsgebiete schrittweise in das Territorium der Stadt und Republik Zürich eingegliedert.[5]

Die südöstlichen Gebiete um Kloten, Bassersdorf und Embrach standen zeitweise in enger Verbindung mit der Grafschaft und späteren Landvogtei Kyburg. Eglisau bildete eine eigene Herrschaft, während das Rafzerfeld historisch zum Klettgau gehörte. Zürich erwarb die Landeshoheit über das Rafzerfeld erst im 17. Jahrhundert.

Die politischen und gerichtlichen Grenzen innerhalb des heutigen Bezirks waren daher über lange Zeit uneinheitlich. Kirchliche Zugehörigkeiten, Niedergerichtsrechte, Zehntpflichten und militärische Organisation folgten nicht immer denselben Grenzen.

Helvetik, Mediation und Restauration

Mit der Helvetischen Republik wurden 1798 die alten Landvogteien aufgehoben. An ihre Stelle trat der Distrikt Bülach. Die neue Verwaltungseinheit entsprach jedoch nicht vollständig dem späteren Bezirk.

Während der Mediationszeit entstand 1803 ein Bezirk Bülach. Nach dem Ende der napoleonischen Ordnung führte der Kanton Zürich 1814 sogenannte Oberämter ein. Ein grosser Teil des heutigen Bezirks wurde dabei dem Oberamt Embrach zugeteilt.

Die liberale Kantonsverfassung von 1831 ersetzte die Oberämter durch Bezirke. Das Oberamt Embrach wurde zum Bezirk Bülach umgestaltet, und die Stadt Bülach wurde erneut zum Hauptort. Die heutige Bezirksorganisation geht im Wesentlichen auf diese Neuordnung zurück.[5]

Veränderungen des Gemeindebestands

Der Gemeindebestand blieb seit dem 19. Jahrhundert vergleichsweise stabil. Bachenbülach wurde 1849 von Bülach getrennt und als selbständige politische Gemeinde eingerichtet. Die frühere Gemeinde Rieden vereinigte sich 1916 mit Wallisellen.

Weitere Veränderungen betrafen hauptsächlich Gemeindegrenzen und Ortsnamen. Unterembrach erhielt 1931 den Namen Embrach. Die Gemeinde Freienstein wurde 1958 in Freienstein-Teufen umbenannt. Zwischen verschiedenen Gemeinden erfolgten zudem kleinere Gebietsbereinigungen, ohne dass sich die Zahl der politischen Gemeinden wesentlich veränderte.

Bevölkerung

Der Bezirk Bülach gehört zu den wachstumsstärkeren Gebieten des Kantons Zürich. Die Bevölkerungsentwicklung wurde seit der Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem durch die Nähe zur Stadt Zürich, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, den Flughafen und die Entstehung neuer Arbeitsplätze beeinflusst.

Besonders stark wuchsen die Gemeinden des mittleren Glatttals und der Flughafenregion. Opfikon, Kloten, Wallisellen, Dietlikon und Bassersdorf entwickelten sich von Dörfern zu dicht bebauten Agglomerationsgemeinden. Auch Bülach verzeichnete als regionales Zentrum eine starke Ausdehnung seiner Wohn- und Gewerbegebiete.

Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert nahm die Bevölkerung zudem in zahlreichen ländlichen Gemeinden zu. Neue Wohnquartiere entstanden unter anderem in Winkel, Lufingen, Nürensdorf, Höri, Glattfelden und Rafz. Verbesserte Verkehrsverbindungen machten diese Gemeinden für Personen attraktiv, die in Zürich, Winterthur oder der Flughafenregion arbeiten.

Die Bevölkerungsstruktur unterscheidet sich innerhalb des Bezirks deutlich. Die stark urbanisierten Gemeinden weisen einen hohen Anteil internationaler Einwohnerinnen und Einwohner auf. In den ländlichen Gemeinden ist der Anteil der Schweizer Bevölkerung im Allgemeinen höher. Durch die internationale Wirtschaft und den Flughafen gehört der Bezirk zu den kulturell vielfältigen Regionen des Kantons.

Wirtschaft

Die Wirtschaft des Bezirks wird wesentlich vom Flughafen Zürich und von seiner Lage zwischen Zürich, Winterthur und der deutschen Grenze bestimmt. Die Flughafenregion ist einer der grössten Arbeitsstandorte der Schweiz. Neben dem eigentlichen Flugbetrieb sind dort zahlreiche Unternehmen aus Logistik, Hotellerie, Gastronomie, Handel, Sicherheit, Technik und Unternehmensdienstleistungen angesiedelt.

Kloten und Opfikon bilden gemeinsam mit Wallisellen und Dietlikon ein bedeutendes Dienstleistungs- und Gewerbegebiet. In Opfikon-Glattbrugg und im Glattpark befinden sich zahlreiche Unternehmenssitze, Hotels und Bürogebäude. Wallisellen ist ein wichtiger Standort für Versicherungen, Informationstechnik, Handel und Dienstleistungen. Dietlikon verfügt über ausgedehnte Einkaufs- und Gewerbezonen.

Bülach erfüllt die Funktion eines regionalen Wirtschafts-, Versorgungs- und Verwaltungszentrums. Die Stadt besitzt ein breites Angebot an Detailhandel, Gesundheitsversorgung, Bildung, Handwerk und Dienstleistungen. Das Spital Bülach versorgt einen grossen Teil des Zürcher Unterlandes.

Embrach, Bassersdorf, Glattfelden, Rafz und weitere Gemeinden verfügen ebenfalls über Gewerbe- und Industriezonen. In den ländlichen Teilen bleiben Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gemüsebau und Weinbau von Bedeutung. Besonders im Rafzerfeld bestehen fruchtbare Ackerflächen, während an geeigneten Hängen bei Eglisau, Rafz, Wil und Freienstein-Teufen Reben angebaut werden.

Flughafen Zürich

Der Flughafen Zürich prägt den südlichen Teil des Bezirks in besonderem Mass. Das Flughafengelände liegt überwiegend auf dem Gebiet der Stadt Kloten und erstreckt sich in weitere Gemeinden des Bezirks sowie des benachbarten Bezirks Dielsdorf.

Der Flughafen schafft zahlreiche direkte und indirekte Arbeitsplätze und verbindet die Region mit internationalen Wirtschaftsräumen. Gleichzeitig führt der Flugbetrieb zu Belastungen durch Lärm, Verkehr und Flächenverbrauch. Fragen zu An- und Abflugrouten, Nachtflugregelungen und Siedlungsentwicklung spielen deshalb in der regionalen Politik eine wichtige Rolle.

In unmittelbarer Nähe des Flughafens entstanden grosse Verkehrs-, Gewerbe- und Dienstleistungsanlagen. Dazu gehören Hotels, Logistikzentren, Bürokomplexe und das Geschäftszentrum The Circle. Die wirtschaftliche Entwicklung der Flughafenregion wirkt sich auch auf den Wohnungsmarkt und die Verkehrsplanung im gesamten Bezirk aus.

Verkehr

Der Bezirk Bülach verfügt über eine dichte Verkehrsinfrastruktur. Mehrere Bahnstrecken verbinden die Gemeinden mit Zürich, Winterthur, Schaffhausen und dem Flughafen. Die wichtigsten Bahnhöfe befinden sich in Bülach, Kloten, Opfikon, Wallisellen, Bassersdorf, Embrach, Eglisau und Rafz.

Die S-Bahn Zürich bildet das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Ergänzt wird sie durch ein dichtes Busnetz des Zürcher Verkehrsverbunds. Die Stadtbahn Glattalbahn erschliesst Opfikon, Glattbrugg, den Glattpark und die Flughafenregion.

Für den Strassenverkehr sind die Autobahnen und Hauptstrassen im Raum Zürich–Flughafen–Bülach von grosser Bedeutung. Die Flughafenautobahn verbindet Zürich mit Kloten und Bülach. Weitere Hauptachsen führen nach Winterthur, Schaffhausen, Eglisau, Embrach und ins Rafzerfeld.

Der Rhein bildet eine natürliche Verkehrsschranke. Wichtige Übergänge befinden sich bei Eglisau. Die dortigen Strassen- und Eisenbahnbrücken verbinden das übrige Zürcher Unterland mit dem Rafzerfeld und den Grenzübergängen nach Deutschland.

Die hohe Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte führt insbesondere in der Flughafenregion und auf den Zufahrten nach Zürich regelmässig zu Verkehrsbelastungen. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Verbesserung von Veloverbindungen und die Abstimmung zwischen Siedlungs- und Verkehrsplanung gehören deshalb zu den zentralen regionalen Aufgaben.

Verwaltung und Justiz

Hauptort des Bezirks ist Bülach. Dort befinden sich das Statthalteramt, die Bezirksratskanzlei und das Bezirksgericht.

Der Bezirksrat ist eine kantonale Aufsichtsbehörde. Er beaufsichtigt die politischen Gemeinden und andere öffentlich-rechtliche Körperschaften des Bezirks. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Prüfung kommunaler Beschlüsse und die Behandlung bestimmter Rechtsmittel. In den Bereichen Polizei, Feuerwehr und Strassenwesen nimmt der Statthalter besondere Aufsichtsfunktionen wahr.[6]

Das Bezirksgericht Bülach ist die erste gerichtliche Instanz für zahlreiche Zivil- und Strafverfahren aus den Gemeinden des Bezirks. Weitere kantonale und interkommunale Einrichtungen übernehmen Aufgaben in den Bereichen Kindes- und Erwachsenenschutz, Betreibungswesen, Zivilstand, Polizei und Sozialwesen.

Für kantonale Wahlen bildet der Bezirk einen eigenen Wahlkreis. Die Gemeinden verfügen je nach Grösse entweder über eine Gemeindeversammlung oder ein Gemeindeparlament. Bülach, Kloten und Opfikon gehören zu den Zürcher Städten mit eigenem Parlament.

Bildung und Gesundheitswesen

Im Bezirk bestehen zahlreiche Primar- und Sekundarschulen sowie mehrere Einrichtungen der Berufsbildung. Die Gemeinden sind entweder selbst für sämtliche Aufgaben der Volksschule zuständig oder arbeiten in interkommunalen Primar- und Sekundarschulgemeinden zusammen.

Bülach ist der wichtigste Bildungsstandort des nördlichen Bezirksteils. Neben Berufs- und Weiterbildungseinrichtungen befindet sich dort die Kantonsschule Zürcher Unterland. Weitere Bildungsangebote bestehen in der Flughafenregion und in den grösseren Gemeinden.

Das Spital Bülach ist das bedeutendste Akutspital der Region. Ergänzt wird die Gesundheitsversorgung durch Pflegezentren, Altersheime, Arztpraxen und ambulante Einrichtungen in mehreren Gemeinden. Aufgrund des Bevölkerungswachstums werden die Kapazitäten im Bildungs-, Gesundheits- und Pflegebereich laufend erweitert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die historischen Altstädte von Bülach und Eglisau gehören zu den wichtigsten kulturgeschichtlichen Zentren des Bezirks. Bülach besitzt einen weitgehend erhaltenen landstädtischen Kern mit Bürgerhäusern, öffentlichen Gebäuden und der reformierten Kirche. Eglisau ist durch seine Lage am Rhein, seine historischen Häuserzeilen und seine Brücken geprägt.

In den Dörfern des Rafzerfeldes, des Embrachtals und des Tösstals sind zahlreiche Bauernhäuser, Kirchen, Mühlen und ehemalige Gewerbebauten erhalten. Zu den archäologisch bedeutenden Orten gehört das Gebiet von Seeb bei Winkel, wo Überreste eines römischen Gutshofs gefunden wurden.

Museen, Ortsarchive, Kulturvereine und historische Gesellschaften dokumentieren die Geschichte der Gemeinden. Ein vielfältiges Vereinsleben mit Musikgesellschaften, Chören, Sportvereinen und traditionellen Festen prägt das gesellschaftliche Leben.

Natur und Erholung

Trotz der starken Besiedlung besitzt der Bezirk zahlreiche Naherholungsräume. Wälder und Hügelzüge trennen die einzelnen Täler und Siedlungsgebiete. Beliebte Wander- und Velorouten verlaufen entlang des Rheins, der Glatt und der Töss sowie durch das Rafzerfeld und das Embrachertal.

Die Rheinlandschaft bei Eglisau und Glattfelden ist sowohl ökologisch als auch landschaftlich bedeutend. Rebberge, bewaldete Ufer, Kiesbänke und Altarme bieten Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Auch ehemalige Kiesgruben haben sich teilweise zu wertvollen Biotopen entwickelt.

Die Nähe zum Flughafen und zu dicht bebauten Agglomerationsräumen führt zu einem starken Nutzungsdruck. Der Schutz von Kulturland, Wald, Gewässern und ökologischen Vernetzungsflächen ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Raumplanung.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Bezirk Bülach, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
  2. Geografische Kennzahlen der Schweizer Bezirke, Bundesamt für Statistik, abgerufen am 24. Juli 2026.
  3. Bevölkerungsbestand, Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
  4. Verzeichnis der Gemeinden des Kantons Zürich, Stand 1. Juli 2026, Gemeindeamt des Kantons Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
  5. 5,0 5,1 Bülach – Vogtei und Bezirk, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
  6. Statthalterämter und Bezirksratskanzleien, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.