Bezirk Uster

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Bezirk Uster
Lage und Gemeinden des Bezirks Uster
Staat Schweiz
Kanton Zürich
Hauptort Uster
BFS-Nummer 0109
Fläche 112,30 km²
Bevölkerung 141'597 Einwohnerinnen und Einwohner
31. Dezember 2024
Bevölkerungsdichte 1'261 Einwohner pro km²
Politische Gemeinden 10
Gründung 1831

Der Bezirk Uster ist einer der zwölf Bezirke des Kantons Zürich. Er liegt östlich der Stadt Zürich und umfasst zehn politische Gemeinden im Raum des Greifensees sowie im oberen Glatttal. Hauptort und bevölkerungsreichste Gemeinde ist die Stadt Uster.

Der Bezirk verbindet dicht besiedelte Agglomerationsgebiete mit historisch gewachsenen Städten und Dörfern, landwirtschaftlich genutzten Landschaften sowie bedeutenden Natur- und Erholungsräumen. Im Westen und Nordwesten ist er stark mit der Agglomeration Zürich verflochten, während seine südlichen und östlichen Teile vielfach dem Zürcher Oberland zugerechnet werden.

Mit den Städten Uster und Dübendorf sowie den grossen Gemeinden Volketswil, Maur und Fällanden gehört der Bezirk zu den bevölkerungsreichen und wirtschaftlich bedeutenden Regionen des Kantons Zürich. Sein landschaftliches Zentrum ist der Greifensee, der grösste vollständig innerhalb des Kantons Zürich gelegene See.

Geografie

Lage

Der Bezirk Uster liegt im mittleren Osten des Kantons Zürich. Er grenzt im Westen an den Bezirk Zürich, im Nordwesten an den Bezirk Bülach, im Norden und Nordosten an den Bezirk Pfäffikon, im Südosten an den Bezirk Hinwil und im Südwesten an den Bezirk Meilen.

Das Bezirksgebiet erstreckt sich von Dübendorf und Wangen-Brüttisellen am Rand der Stadt Zürich über das Glatttal und die Landschaft rund um den Greifensee bis zu den Hügelzügen des Pfannenstiels und den Übergangsräumen des Zürcher Oberlands.

Die geografische Lage zwischen der Stadt Zürich, dem Flughafen Zürich, dem Zürcher Oberland und dem rechten Zürichseeufer hat die wirtschaftliche und siedlungsräumliche Entwicklung des Bezirks wesentlich geprägt.

Landschaft

Die Landschaft wird durch den Greifensee, die Ebene des oberen Glatttals und die angrenzenden Moränen- und Hügelzüge bestimmt. Im Westen und Norden dominieren dicht bebaute Siedlungsräume. Besonders Dübendorf, Volketswil, Schwerzenbach und Wangen-Brüttisellen sind eng mit den benachbarten Agglomerationsgemeinden verbunden.

Rund um den Greifensee sind dagegen grössere unbebaute Uferbereiche, Riedlandschaften, Felder und Wälder erhalten geblieben. Südwestlich des Sees steigt das Gelände in Richtung Pfannenstiel und Wassberg an. Dort liegen die Dörfer und Ortsteile Maur, Aesch, Binz, Ebmatingen, Forch, Egg und Hinteregg.

Die südlichen Gebiete um Mönchaltorf und Esslingen werden stärker durch Landwirtschaft, Wälder, Weiler und offene Kulturlandschaften geprägt. Im Osten geht das Bezirksgebiet allmählich in die Hügellandschaft des Zürcher Oberlands über.

Greifensee

Der Greifensee bildet das landschaftliche Zentrum des Bezirks. Mit einer Fläche von rund 8,5 Quadratkilometern ist er nach dem Zürichsee der zweitgrösste See des Kantons Zürich. Da der Zürichsee auch zu den Kantonen Schwyz und St. Gallen gehört, ist der Greifensee der grösste See, der vollständig auf Zürcher Kantonsgebiet liegt.

An den Greifensee grenzen die Gemeinden Greifensee, Uster, Mönchaltorf, Maur, Fällanden und Schwerzenbach. Ein grosser Teil des Ufers ist unverbaut. Schilfgürtel, Flachmoore, Riedwiesen und Uferwälder bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Der See und seine Umgebung stehen unter besonderem Natur- und Landschaftsschutz. Gleichzeitig ist der Greifensee ein bedeutendes Naherholungsgebiet. Der Rundweg um den See wird zum Wandern, Velofahren und Joggen genutzt. Auf dem See verkehren Kursschiffe. Baden, Rudern, Segeln und weitere Freizeitaktivitäten sind im Rahmen der Schutzbestimmungen möglich.

Gewässer

Der wichtigste Abfluss des Greifensees ist die Glatt. Sie verlässt den See bei Schwerzenbach und fliesst durch Dübendorf weiter in Richtung Glattbrugg. Bei Rheinsfelden mündet sie in den Rhein.

Der Aabach durchquert die Stadt Uster und mündet bei Niederuster in den Greifensee. Seine Wasserkraft war für die Industrialisierung Usters von grosser Bedeutung. Entlang des Baches entstanden im 19. Jahrhundert zahlreiche Spinnereien, Webereien und mechanische Betriebe.

Weitere Gewässer sind der Chriesbach in Dübendorf, der Chimlibach in Schwerzenbach sowie verschiedene Dorf- und Waldbäche, die von den umliegenden Hügeln in den Greifensee oder in die Glatt fliessen.

Natur- und Landschaftsschutz

Das Greifenseegebiet gehört zu den bedeutendsten Naturlandschaften des Kantons Zürich. Die Uferzonen, Riedflächen und Flachmoore sind wichtige Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete für Wasservögel. Daneben kommen zahlreiche Amphibien, Reptilien, Insekten und seltene Pflanzenarten vor.

Zu den besonders wertvollen Gebieten gehören das Ried bei Riedikon, das Maurer Ried, die Uferlandschaften bei Fällanden und Schwerzenbach sowie die Naturflächen bei Greifensee. Die Greifensee-Stiftung informiert über die ökologische Bedeutung des Gebiets und fördert einen naturverträglichen Umgang mit der Landschaft.

In Mönchaltorf befindet sich die Naturstation Silberweide. Sie vermittelt Wissen über die Lebensräume, Tierarten und Pflanzen des Greifenseegebiets.

Politische Gemeinden

Der Bezirk Uster umfasst zehn politische Gemeinden. Uster ist sowohl nach Bevölkerung als auch nach Fläche die grösste Gemeinde. Greifensee besitzt die kleinste Gemeindefläche, während Mönchaltorf die geringste Einwohnerzahl aufweist.

Gemeinde Bedeutende Ortschaften und Ortsteile Einwohner
31. Dezember 2024
Fläche
km²
Einwohner
pro km²
Dübendorf Dübendorf, Gockhausen, Stettbach 32'571 13,62 2'391
Egg Egg, Esslingen, Hinteregg 8'815 14,53 607
Fällanden Fällanden, Benglen, Pfaffhausen 9'637 6,38 1'511
Greifensee Greifensee, Wildsberg 5'421 2,31 2'347
Maur Maur, Aesch, Binz, Ebmatingen, Forch 10'884 14,77 737
Mönchaltorf Mönchaltorf, Heusberg 4'310 7,59 568
Schwerzenbach Schwerzenbach 5'250 2,65 1'981
Uster Uster, Nänikon, Niederuster, Oberuster, Riedikon, Wermatswil 36'563 28,49 1'283
Volketswil Volketswil, Gutenswil, Hegnau, Kindhausen, Zimikon 19'854 14,04 1'414
Wangen-Brüttisellen Wangen, Brüttisellen 8'292 7,92 1'047
Bezirk Uster 141'597 112,30 1'261

Geschichte

Urgeschichte

Das Gebiet rund um den Greifensee war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Archäologische Funde belegen menschliche Aktivitäten seit der Mittelsteinzeit. Besonders bedeutend sind die Überreste jungsteinzeitlicher und bronzezeitlicher Seeufersiedlungen.

Bei Greifensee, Fällanden, Maur und Uster wurden Pfähle, Werkzeuge, Keramik, Pflanzenreste und weitere Spuren früher bäuerlicher Siedlungen entdeckt. Die feuchten Böden am Seeufer ermöglichten die aussergewöhnlich gute Erhaltung organischer Materialien.

Die Fundstelle Storen/Wildsberg bei Greifensee gehört seit 2011 zur grenzüberschreitenden UNESCO-Welterbestätte Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen. Die archäologischen Überreste geben Aufschluss über Häuserbau, Landwirtschaft, Ernährung und Handel während der Jungsteinzeit und Bronzezeit.

Römische Zeit

Während der römischen Herrschaft gehörte das heutige Bezirksgebiet zum Hinterland der römischen Siedlungsräume am Zürichsee und im Glatttal. Gutshöfe, Strassenverbindungen und Einzelfunde weisen auf eine landwirtschaftliche Nutzung und auf die Einbindung in das regionale Wirtschaftsnetz hin.

Nach dem Rückzug der römischen Verwaltung im 5. Jahrhundert entstanden alemannische Siedlungen. Viele heutige Ortsnamen und Siedlungsstrukturen gehen auf das frühe Mittelalter zurück.

Herrschaft Greifensee

Im Mittelalter gehörten grosse Teile des heutigen Bezirks zur Herrschaft Greifensee. Ihr politisches und militärisches Zentrum war die Burg Greifensee. Sie wurde vermutlich im 12. Jahrhundert durch die Grafen von Rapperswil oder deren Umfeld errichtet.

Zur Herrschaft gehörten neben Burg und Städtchen zahlreiche Dörfer, Höfe, Gerichtsrechte, Fischereirechte und landwirtschaftliche Güter. Über verschiedene Adelsfamilien gelangte Greifensee im Jahr 1402 als Pfand an die Stadt Zürich. 1419 ging die Herrschaft endgültig in den Besitz Zürichs über.

Greifensee wurde zum Sitz einer zürcherischen Landvogtei. Der Landvogt vertrat die städtische Obrigkeit, führte die Verwaltung und übte gerichtliche Aufgaben aus. Die Landvogtei bestand bis zum Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798.

Während des Alten Zürichkriegs wurde die Burg Greifensee 1444 von eidgenössischen Truppen belagert. Nach der Kapitulation wurden 62 Angehörige der Besatzung hingerichtet. Das Ereignis ist als «Mord von Greifensee» bekannt und zählt zu den bekanntesten Episoden des Alten Zürichkriegs.

Nicht alle Gebiete des heutigen Bezirks gehörten ausschliesslich zur Landvogtei Greifensee. Einzelne Dörfer, Höfe und Gerichtsrechte befanden sich zeitweise im Besitz von Klöstern, Adelsfamilien oder anderen zürcherischen Herrschaften.

Helvetik und Mediation

Mit der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 wurden die Landvogteien aufgehoben. Uster wurde zum Hauptort eines helvetischen Distrikts. Die neue Ordnung beseitigte die politische Unterordnung der Zürcher Landschaft unter die Stadt Zürich.

Während der Mediationszeit von 1803 bis 1814 bestand bereits ein Bezirk Uster. Nach der Wiederherstellung konservativer Herrschaftsstrukturen durch die Zürcher Restaurationsverfassung von 1814 wurde das Oberamt Greifensee geschaffen. Greifensee erhielt damit vorübergehend wieder die Funktion eines regionalen Verwaltungssitzes.

Ustertag

Am 22. November 1830 versammelten sich auf dem Zimikerhügel bei Uster rund 10'000 Menschen aus der Zürcher Landschaft. Sie forderten eine gerechtere politische Vertretung, die Gleichstellung von Stadt und Land, die Öffentlichkeit staatlicher Angelegenheiten, bessere Bildungsmöglichkeiten und die Sicherung bürgerlicher Rechte.

Die friedliche Volksversammlung ging als Ustertag in die Schweizer Geschichte ein. Sie war ein entscheidender Auslöser der liberalen Regeneration im Kanton Zürich.

Die Bewegung führte zur Ausarbeitung einer neuen Kantonsverfassung, die 1831 angenommen wurde. Sie beendete die politische Vorherrschaft der Stadt Zürich und erweiterte die Mitwirkungsrechte der Landbevölkerung.

Gründung des Bezirks

Mit der liberalen Kantonsverfassung von 1831 wurden die bisherigen Oberämter durch Bezirke ersetzt. Aus dem Oberamt Greifensee entstand der Bezirk Uster. Uster wurde zum Bezirkshauptort und löste Greifensee als regionales Verwaltungszentrum ab.

Die Wahl Usters war Ausdruck der wachsenden politischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Gemeinde. In Uster wurden in der Folge die für einen Bezirkshauptort erforderlichen Verwaltungs- und Gerichtsbehörden eingerichtet.

Industrialisierung

Bereits im 18. Jahrhundert war die textile Heimarbeit in der Region weit verbreitet. Viele Familien verbanden Landwirtschaft mit dem Spinnen und Weben von Garnen und Stoffen für städtische Unternehmer.

Im 19. Jahrhundert wurde die Heimarbeit zunehmend durch mechanisierte Fabrikproduktion ersetzt. Besonders stark entwickelte sich die Industrie entlang des Aabachs in Uster. Die Wasserkraft des Baches trieb Spinnereien, Webereien und mechanische Werkstätten an.

Uster entwickelte sich zu einem der wichtigsten Industrieorte im Zürcher Oberland. Entlang des Aabachs entstand eine nahezu geschlossene Abfolge von Fabrikanlagen, Kanälen, Weihern, Arbeiterhäusern und Unternehmerresidenzen. Viele dieser Bauwerke sind erhalten und bilden heute wichtige Zeugnisse der Zürcher Industriegeschichte.

Auch Dübendorf, Schwerzenbach, Volketswil und weitere Gemeinden profitierten vom wirtschaftlichen Wachstum und dem Ausbau der Verkehrswege.

Die Eröffnung der Eisenbahnverbindung zwischen Zürich und Uster im Jahr 1856 beschleunigte die Entwicklung. Später entstanden direkte Bahnverbindungen nach Rapperswil, Wetzikon, Pfäffikon und Winterthur.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts verlor die traditionelle Textilindustrie an Bedeutung. Zahlreiche Fabriken wurden geschlossen oder für neue Zwecke umgenutzt. Gleichzeitig entstanden Unternehmen aus Maschinenbau, Elektrotechnik, Kommunikationstechnik, Handel, Logistik und Dienstleistungen.

Dübendorf entwickelte sich durch den Flugplatz zu einem bedeutenden Zentrum der schweizerischen Luftfahrt. Der Flugplatz Dübendorf diente zunächst der zivilen und später vor allem der militärischen Luftfahrt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein starkes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein. Neue Wohnquartiere, Gewerbegebiete, Schulen und Verkehrsanlagen entstanden. Die Gemeinden des Bezirks wurden zunehmend Teil der Agglomeration und später der Metropolregion Zürich.

Bevölkerung

Der Bezirk Uster gehört zu den bevölkerungsreichsten Bezirken des Kantons Zürich. Das Wachstum wurde vor allem durch die Nähe zur Stadt Zürich, die gute Verkehrsanbindung und die grosse Zahl von Arbeitsplätzen gefördert.

Die höchsten Bevölkerungszahlen weisen Uster und Dübendorf auf. Beide Gemeinden besitzen städtischen Charakter und erfüllen wichtige regionale Zentrumsfunktionen. Volketswil entwickelte sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von einer ländlichen Gemeinde zu einem bedeutenden Wohn-, Gewerbe- und Einkaufsstandort.

Dübendorf ist mit Zürich, Wallisellen und dem mittleren Glatttal nahezu zusammengewachsen. Fällanden und Maur umfassen sowohl dicht bebaute Vorortssiedlungen als auch ländlich geprägte Dörfer und Weiler.

Die Siedlungsentwicklung wird durch den Schutz des Greifenseegebiets, die kantonale Raumplanung und die begrenzten Landreserven beeinflusst. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Verdichtung bereits bebauter Gebiete und der Entwicklung von Wohnraum in der Nähe gut erschlossener Bahnhöfe.

Politik und Verwaltung

Der Bezirk Uster bildet eine dezentrale Verwaltungs- und Gerichtsorganisation des Kantons Zürich. Er besitzt kein eigenes Parlament und keine mit einer Gemeinde oder einem Kanton vergleichbare politische Selbstständigkeit.

Zu den wichtigsten Bezirksbehörden gehören der Bezirksrat, das Statthalteramt und das Bezirksgericht. Ihre Sitze befinden sich in Uster.

Bezirksrat

Der Bezirksrat beaufsichtigt die politischen Gemeinden, Schulgemeinden und verschiedene öffentlich-rechtliche Körperschaften. Er überprüft unter anderem die ordnungsgemässe Tätigkeit kommunaler Behörden und behandelt Rekurse gegen bestimmte Entscheide der Gemeinden.

Der Statthalter ist zugleich Präsident des Bezirksrates. Die Mitglieder des Bezirksrates werden von der Bevölkerung des Bezirks gewählt.

Statthalteramt

Das Statthalteramt erfüllt kantonale Aufgaben in den Bereichen Sicherheit, Polizeirecht, Aufsicht und Verwaltungsstrafrecht. Es beurteilt unter anderem bestimmte Übertretungen und beaufsichtigt Teile der kommunalen Verwaltung.

Bezirksgericht

Das Bezirksgericht Uster ist die erste kantonale Gerichtsinstanz für zahlreiche Zivil- und Strafverfahren aus den zehn Gemeinden des Bezirks. Dem Gericht sind verschiedene Einzelgerichte und Fachbereiche angegliedert.

Gemeinden

Die politischen Gemeinden verfügen im Rahmen des kantonalen Rechts über weitreichende Zuständigkeiten. Dazu gehören unter anderem die lokale Raumplanung, Gemeindestrassen, Wasserversorgung, Abfallentsorgung, Sozialhilfe, Kulturangebote und verschiedene Aufgaben des Bildungswesens.

Uster und Dübendorf besitzen Gemeindeparlamente. In den übrigen Gemeinden werden wichtige politische Entscheidungen hauptsächlich an Gemeindeversammlungen oder durch Urnenabstimmungen getroffen.

Wirtschaft

Die Wirtschaft des Bezirks ist vielfältig und stark in den Grossraum Zürich eingebunden. Bedeutende Bereiche sind Dienstleistungen, Handel, Gewerbe, Forschung, Industrie, Bauwirtschaft und Logistik.

Uster

Uster ist das wichtigste Dienstleistungs-, Verwaltungs- und Versorgungszentrum des Bezirks. Die Stadt verfügt über zahlreiche Arbeitsplätze im Gesundheitswesen, im Bildungsbereich, im Detailhandel, in der öffentlichen Verwaltung sowie in technischen und industriellen Unternehmen.

Die industrielle Vergangenheit ist entlang des Aabachs weiterhin sichtbar. Ehemalige Fabrikareale wurden teilweise in Wohn-, Gewerbe- und Kulturstandorte umgewandelt.

Dübendorf

Dübendorf ist ein bedeutender Forschungs- und Technologiestandort. In der Stadt befinden sich ein Hauptstandort der Empa sowie der Hauptsitz der Eawag, des Wasserforschungsinstituts des ETH-Bereichs.

Die beiden Forschungsinstitutionen beschäftigen sich unter anderem mit Materialwissenschaften, nachhaltigen Technologien, Energie, Wasserqualität, Ökologie und Umweltschutz.

Das Gebiet des Flugplatzes Dübendorf wird von der Luftwaffe, Forschungsinstitutionen und weiteren Organisationen genutzt. Teile des Areals sollen langfristig als Innovations- und Forschungsstandort entwickelt werden.

Volketswil und Wangen-Brüttisellen

Volketswil und Wangen-Brüttisellen besitzen grosse Gewerbe-, Einkaufs- und Logistikgebiete. Ihre Entwicklung wurde durch die Nähe zu Autobahnen, zur Stadt Zürich und zum Flughafen begünstigt.

In den übrigen Gemeinden sind lokales Gewerbe, Bauwirtschaft, Landwirtschaft, Gastronomie und wohnortnahe Dienstleistungen von Bedeutung.

Verkehr

Der Bezirk Uster ist durch Bahn-, Tram-, Bus- und Strassenverbindungen gut erschlossen. Er gehört vollständig zum Gebiet des Zürcher Verkehrsverbunds.

Eisenbahn

Die wichtigsten Bahnhöfe befinden sich in Uster, Dübendorf, Stettbach, Schwerzenbach und Nänikon-Greifensee. Sie werden von mehreren Linien der S-Bahn Zürich bedient.

Der Bahnhof Uster ist der bedeutendste öffentliche Verkehrsknoten im östlichen Teil des Bezirks. Von dort bestehen direkte Verbindungen nach Zürich, Wetzikon, Hinwil, Pfäffikon, Rapperswil und in weitere Teile des Kantons.

Der Bahnhof Stettbach liegt an der Grenze zwischen Dübendorf und der Stadt Zürich. Er ist ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen S-Bahn, Tram und Bus.

Forchbahn

Die Forchbahn verbindet die Stadt Zürich über Zollikerberg und Forch mit Egg und Esslingen. Sie erschliesst insbesondere die westlichen Ortsteile der Gemeinden Maur und Egg.

Busverkehr

Ein dichtes Busnetz verbindet die Bahnhöfe mit den Wohnquartieren, Dörfern und Gewerbegebieten. Besonders wichtige Umsteigepunkte befinden sich in Uster, Dübendorf, Volketswil, Schwerzenbach und am Bahnhof Stettbach.

Strassenverkehr

Für den motorisierten Verkehr sind die Autobahn A15, die Forchautostrasse A52 und die Autobahnverzweigung Brüttisellen von besonderer Bedeutung.

Die A15 führt von Brüttisellen über Volketswil und Uster in Richtung Zürcher Oberland. Die A52 verbindet die Stadt Zürich über die Forch mit dem Raum Hinwil. Weitere Hauptstrassen führen nach Zürich, Pfäffikon, Wetzikon und an das rechte Zürichseeufer.

Bildung und Forschung

Die Gemeinden führen Kindergärten, Primarschulen und Sekundarschulen oder beteiligen sich an gemeindeübergreifenden Schulgemeinden.

Uster ist ein regionales Bildungszentrum. Dort befinden sich Berufsfachschulen, Weiterbildungsinstitutionen und die Kantonsschule Uster. Diese bietet gymnasiale Bildungswege für Jugendliche aus Uster und den umliegenden Gemeinden an.

Dübendorf besitzt mit Empa und Eawag zwei Forschungsinstitutionen von nationaler und internationaler Bedeutung. Die Nähe zur ETH Zürich, zur Universität Zürich und zum Hochschulstandort Zürich fördert die Ansiedlung technologieorientierter Unternehmen.

Gesundheitswesen

Das Spital Uster ist ein wichtiges Akutspital für die Bevölkerung des Bezirks und weiterer Gemeinden im Zürcher Oberland. Es bietet medizinische Grundversorgung sowie verschiedene spezialisierte Behandlungen.

Ergänzt wird das Angebot durch Arztpraxen, Therapiezentren, Pflegeeinrichtungen, Alterszentren und Spitex-Organisationen. In Dübendorf, Volketswil und weiteren Gemeinden bestehen zusätzliche ambulante Gesundheitsangebote.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Uster

Das Schloss Uster steht auf einem Hügel oberhalb der Stadt und gilt als Wahrzeichen des Bezirkshauptortes. Gemeinsam mit der reformierten Kirche prägt es die Silhouette Usters.

Die heutige Anlage geht auf eine mittelalterliche Burg zurück und wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist nur eingeschränkt öffentlich zugänglich.

Städtchen Greifensee

Der historische Kern von Greifensee gehört zu den am besten erhaltenen Kleinstadtanlagen des Kantons Zürich. Schloss, Kirche, Stadtmauerreste, Gassen und historische Wohnhäuser erinnern an die frühere Bedeutung des Ortes als Herrschafts- und Verwaltungssitz.

Das Schloss Greifensee wurde nach seiner Zerstörung im Alten Zürichkrieg wiederaufgebaut und diente während Jahrhunderten als Sitz der zürcherischen Landvögte.

Industriepfad

Der Industriepfad Zürcher Oberland erschliesst ehemalige Fabriken, Kanäle, Weiher, Kraftanlagen und weitere Zeugnisse der Industrialisierung entlang des Aabachs.

Die Anlagen dokumentieren den Übergang von der ländlichen Heimarbeit zur mechanisierten Fabrikproduktion und die Entwicklung Usters zu einem bedeutenden Industrieort.

Flugplatz Dübendorf

Der Flugplatz Dübendorf zählt zu den bedeutenden historischen Orten der Schweizer Luftfahrt. Auf dem Gelände fanden seit dem frühen 20. Jahrhundert zivile und militärische Flugaktivitäten statt.

Das Flieger-Flab-Museum dokumentiert die Geschichte der Schweizer Militärluftfahrt und der Fliegerabwehr. Zur Sammlung gehören historische Flugzeuge, Fahrzeuge, Waffen, Uniformen und technische Geräte.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören das Museum Burg Maur, historische Kirchen, Bauernhäuser und Dorfkerne in Egg, Maur, Mönchaltorf und Wangen sowie die Naturlandschaften rund um den Greifensee.

Freizeit und Sport

Der Greifensee ist das wichtigste Freizeitgebiet des Bezirks. Der weitgehend flache Rundweg wird von Spaziergängern, Wanderern, Läufern und Velofahrern genutzt.

Die Wälder und Höhenzüge bei Maur, Egg und Fällanden bieten Wanderwege, Aussichtspunkte und Erholungsräume. Von den Höhen des Pfannenstiels und des Wassbergs bestehen bei guter Sicht Ausblicke über den Greifensee, das Zürcher Oberland und die Alpen.

Der jährlich ausgetragene Greifenseelauf gehört zu den bekannten Laufveranstaltungen der Schweiz. Start und Ziel befinden sich in Uster.

In den Gemeinden bestehen zahlreiche Sportvereine, Fussballplätze, Tennisanlagen, Schwimmbäder, Eissportanlagen, Turnhallen und weitere Freizeiteinrichtungen. Das Vereinsleben trägt wesentlich zur lokalen Gemeinschaft und kulturellen Identität bei.

Regionale Einordnung

Der Bezirk Uster gehört nicht vollständig zu einer einzigen traditionellen Region. Dübendorf, Volketswil, Schwerzenbach und Wangen-Brüttisellen werden überwiegend dem Glatttal und der Agglomeration Zürich zugerechnet.

Uster, Mönchaltorf und teilweise Egg werden häufig als Teil des Zürcher Oberlands verstanden. Maur und Fällanden bilden Übergangsräume zwischen dem Greifenseegebiet, dem Pfannenstiel und der Agglomeration Zürich.

Die Gemeinden rund um den Greifensee verbindet die gemeinsame Verantwortung für den Schutz und die Nutzung des Sees. Zahlreiche Aufgaben in den Bereichen Verkehr, Raumplanung, Abwasserreinigung, Gesundheit und Bildung werden durch regionale Zweckverbände und interkommunale Organisationen koordiniert.

Siehe auch

Literatur

  • Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band III: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. Birkhäuser, Basel 1978.
  • Beat Frei: Uster. Stadt und Landschaft im Wandel. Uster 1998.
  • Bernhard Schneider: Uster und das Zürcher Oberland. Geschichte einer Region. Uster 2005.