Bassersdorf

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Bassersdorf
Kanton Zürich
Bezirk Bülach
BFS-Nummer 0052
Postleitzahl 8303
Ortsteile Bassersdorf, Baltenswil
Höhe 460 m ü. M.
Fläche 9,02 km²
Einwohner 12'317 (31. Dezember 2025)
Region Glattal
Einwohnerbezeichnung Bassersdorfer, Bassersdorferin
Website www.bassersdorf.ch

Bassersdorf ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Glattal zwischen den Städten Zürich und Winterthur und grenzt unmittelbar an das Gebiet des Flughafens Zürich. Zur Gemeinde gehören der Hauptort Bassersdorf sowie der Ortsteil Baltenswil.

Die ehemals landwirtschaftlich geprägte Gemeinde entwickelte sich im 20. und frühen 21. Jahrhundert zu einer dicht besiedelten Agglomerationsgemeinde. Dazu trugen die Nähe zu Zürich, Winterthur und dem Flughafen, die gute Anbindung an die S-Bahn Zürich sowie die Entwicklung des Wirtschaftsraums Glattal bei. Trotz des starken Wachstums besitzt Bassersdorf einen historischen Dorfkern und ausgedehnte Waldgebiete.

Geografie

Bassersdorf liegt im mittleren Glattal rund zehn Kilometer nordöstlich des Zürcher Stadtzentrums und etwa zehn Kilometer südwestlich von Winterthur. Der Hauptort befindet sich in einer leicht hügeligen Landschaft zwischen dem Hardwald im Westen und den Höhenzügen gegen Nürensdorf im Osten.

Das Gemeindegebiet umfasst rund 9,02 Quadratkilometer. Knapp ein Drittel der Fläche ist mit Wald bedeckt.[1] Weitere Flächen werden landwirtschaftlich genutzt oder gehören zum dicht bebauten Siedlungsgebiet.

Der Ortsteil Baltenswil liegt südöstlich des Hauptortes in Richtung Brüttisellen. Bassersdorf und Baltenswil sind durch neuere Wohnquartiere und Verkehrswege zunehmend miteinander verbunden, besitzen jedoch weiterhin erkennbare historische Dorfkerne.

Durch das Gemeindegebiet verlaufen mehrere kleinere Bäche. Der Altbach durchquert Bassersdorf und fliesst in Richtung Kloten. Teile des Gewässernetzes wurden im Zuge der Siedlungsentwicklung eingedolt oder technisch verbaut. Neuere Planungen berücksichtigen verstärkt Hochwasserschutz und ökologische Aufwertungen.

Hardwald

Der Hardwald erstreckt sich westlich und südwestlich von Bassersdorf über mehrere Gemeinden des Glattals. Er ist ein wichtiges Naherholungsgebiet und zugleich ein bedeutender Natur- und Wirtschaftsraum.

Bassersdorf gehört gemeinsam mit Dietlikon, Nürensdorf, Opfikon und Wallisellen zum Forstrevier Hardwald und Umgebung. Der Wald wird zur Holzproduktion, zum Schutz natürlicher Lebensräume und für Freizeitaktivitäten genutzt.

Wanderwege, Feuerstellen und Waldstrassen machen ihn zu einem beliebten Ziel für Spaziergänge, Laufsport und Velofahrten. Gleichzeitig wird versucht, empfindliche Lebensräume vor einer zu starken Freizeitnutzung zu schützen.

Nachbargemeinden

Bassersdorf grenzt an Kloten, Nürensdorf, Dietlikon, Wangen-Brüttisellen und Wallisellen. In der näheren Umgebung befinden sich ausserdem Opfikon, Illnau-Effretikon und die Stadt Zürich.

Die Gemeinde ist räumlich und wirtschaftlich eng mit den umliegenden Orten des Glattals verbunden. Siedlungsgebiete, Verkehrswege und Arbeitsstandorte gehen teilweise nahezu ohne sichtbare Unterbrechung ineinander über.

Geschichte

Name und erste Erwähnung

Bassersdorf wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. In mittelalterlichen Dokumenten erschien der Ortsname in Formen wie «Bazzelstorff» oder «Basselstorff». Der Name dürfte sich aus einem althochdeutschen Personennamen und der Bezeichnung «Dorf» zusammensetzen.

Das Gebiet war jedoch bereits deutlich früher besiedelt. Archäologische Funde aus der näheren Umgebung weisen auf menschliche Aktivitäten in vorgeschichtlicher und römischer Zeit hin. Die Lage zwischen dem Raum Winterthur, dem Glattal und dem Hochrhein begünstigte die frühe Erschliessung.

Mittelalter

Im Mittelalter gehörte Bassersdorf zum Herrschaftsbereich der Grafen von Kyburg. Nach dem Aussterben des Geschlechts im Jahr 1264 gingen die kyburgischen Besitzungen an die Habsburger über.

Neben den Landesherren verfügten Klöster, Kirchen und Adelsfamilien über Grundbesitz und Rechte in Bassersdorf. Die bäuerliche Bevölkerung musste Abgaben und Dienste an verschiedene weltliche und geistliche Grundherren leisten.

Die Stadt Zürich übernahm die Grafschaft Kyburg 1424 zunächst pfandweise. Nach einer vorübergehenden Rückgabe an die Habsburger erwarb Zürich die Grafschaft 1452 endgültig. Bassersdorf wurde damit Teil der Zürcher Landvogtei Kyburg.

Zürcher Herrschaft und Reformation

Unter der Herrschaft der Stadt Zürich wurde Bassersdorf durch den Landvogt auf der Kyburg verwaltet. Die örtliche Bevölkerung lebte hauptsächlich von Landwirtschaft, Viehhaltung, Weinbau und Handwerk.

Mit der Reformation führte Zürich im 16. Jahrhundert den reformierten Glauben ein. Kirchliche Besitzverhältnisse, Gottesdienst und Schulwesen wurden neu geordnet.

Bassersdorf gehörte kirchlich während langer Zeit zur Pfarrei Kloten. Erst später entwickelte sich eine eigenständige Kirchgemeinde. Die reformierte Kirche im Dorfzentrum wurde im 18. Jahrhundert errichtet.

Helvetik und moderne Gemeinde

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und dem Ende der Alten Eidgenossenschaft wurde 1798 die bisherige Landvogteiverwaltung aufgehoben. Bassersdorf gehörte während der Helvetischen Republik zum Distrikt Bassersdorf im Kanton Zürich.

Nach der Mediationsakte von 1803 wechselten die administrativen Zuordnungen mehrfach. Seit der kantonalen Neuordnung von 1831 gehört Bassersdorf zum Bezirk Bülach.

Im 19. Jahrhundert entstanden die modernen politischen Institutionen der Gemeinde. Die Gemeindeversammlung, der Gemeinderat und die Verwaltung übernahmen Aufgaben, die zuvor bei der Landvogtei, der Kirchgemeinde oder lokalen Genossenschaften gelegen hatten.

Landwirtschaft und Heimindustrie

Bis weit ins 19. Jahrhundert war Bassersdorf ein Bauerndorf. Die Bevölkerung betrieb Ackerbau, Viehhaltung, Obstbau und teilweise Weinbau. Hinzu kamen handwerkliche Tätigkeiten und Heimarbeit.

Wie in vielen Zürcher Landgemeinden arbeiteten Familien für die Textilindustrie. Spinnen, Weben und andere Heimarbeiten ermöglichten einen zusätzlichen Verdienst neben der Landwirtschaft.

Die Lage an der Strasse zwischen Zürich und Winterthur förderte Gasthäuser, Fuhrhalterei und weitere Dienstleistungen für Reisende. Bassersdorf entwickelte sich dadurch früh zu einem lokalen Verkehrsort.

Eisenbahn und Industrialisierung

Die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Zürich–Winterthur im Jahr 1855 veränderte die Entwicklung der Gemeinde. Bassersdorf erhielt einen Bahnhof und wurde enger mit den städtischen Wirtschafts- und Arbeitsräumen verbunden.

Der Bahnanschluss erleichterte den Transport von Waren und ermöglichte der Bevölkerung zunehmend, ausserhalb des Dorfes zu arbeiten. Gleichzeitig siedelten sich Gewerbe- und Industriebetriebe an.

Im 20. Jahrhundert verlor die Landwirtschaft schrittweise an Bedeutung. Neue Wohnquartiere, Strassen und öffentliche Einrichtungen entstanden. Der historische Dorfkern wurde von einer zunehmend städtisch geprägten Siedlungslandschaft umgeben.

Entwicklung durch den Flughafen

Die Eröffnung des Flughafens Zürich im Jahr 1948 beeinflusste Bassersdorf stark. Die Gemeinde liegt nur wenige Kilometer östlich des Flughafengeländes und wurde zu einem Wohnort für Beschäftigte des Flughafens, der Fluggesellschaften und zahlreicher damit verbundener Unternehmen.

Die Nähe zum Flughafen brachte Arbeitsplätze und wirtschaftliche Chancen, führte jedoch auch zu Belastungen durch Fluglärm und Verkehr. Fragen zu Flugrouten, Nachtflugregelungen und Siedlungsentwicklung besitzen deshalb in der lokalen Politik grosse Bedeutung.

Bevölkerungswachstum

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung stark zu. Aus dem ländlichen Dorf entwickelte sich eine mittelgrosse Agglomerationsgemeinde. Neue Quartiere entstanden sowohl in Bassersdorf als auch in Baltenswil.

Im April 2007 begrüsste die Gemeinde ihren zehntausendsten Einwohner. Die Einwohnerzahl stieg danach weiter an.[2]

Ende 2025 lebten 12'317 Personen in Bassersdorf.[3]

Flugzeugabsturz von 2001

Am Abend des 24. November 2001 verunglückte eine Maschine der Crossair im Anflug auf den Flughafen Zürich bei Bassersdorf. Der Avro RJ100 war als Crossair-Flug 3597 von Berlin nach Zürich unterwegs.

Das Flugzeug berührte in einem Waldgebiet bei Bassersdorf Bäume und stürzte anschliessend ab. Von den 33 Menschen an Bord kamen 24 ums Leben. Neun Personen überlebten den Unfall.

Unter den Todesopfern befanden sich die Sängerin Melanie Thornton sowie mehrere Mitglieder der Popgruppe Passion Fruit. Der Unfall zählt zu den schwersten Ereignissen in der jüngeren Geschichte der Gemeinde.

Die Untersuchung ergab, dass die Maschine während eines nächtlichen Nichtpräzisionsanflugs unter die zulässige Mindesthöhe gesunken war. Nach dem Unfall wurden betriebliche und organisatorische Fragen bei der Fluggesellschaft sowie die Sicherheitsanforderungen für Anflüge intensiv untersucht.

Ein Gedenkstein in der Nähe der Absturzstelle erinnert an die Opfer.

Bevölkerung

Bassersdorf gehört zu den grösseren Gemeinden des Bezirks Bülach. Das starke Wachstum seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts steht im Zusammenhang mit der Nähe zum Flughafen, der guten Verkehrsanbindung und der wirtschaftlichen Entwicklung des Glattals.

Die Gemeinde wuchs von einer ländlichen Siedlung zu einem Wohn- und Arbeitsort mit über 12'000 Einwohnern. Neben alteingesessenen Familien leben zahlreiche Menschen aus anderen Teilen der Schweiz und aus dem Ausland in Bassersdorf.

Im Herbst 2023 lud die Gemeinde 10'197 Einwohner ab 16 Jahren zu einer Bevölkerungsbefragung ein. Insgesamt nahmen 1885 Personen teil. Die Befragung zeigte eine insgesamt hohe Zufriedenheit mit dem Leben in Bassersdorf und Baltenswil.[4]

Sprache und Religion

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird überwiegend Zürichdeutsch gesprochen. Durch den starken Zuzug und die internationale Ausrichtung der Flughafenregion werden zahlreiche weitere Sprachen verwendet.

Seit der Reformation war Bassersdorf mehrheitlich evangelisch-reformiert. Mit dem Bevölkerungswachstum nahm der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung und weiterer Religionsgemeinschaften zu.

Heute leben in der Gemeinde Angehörige verschiedener christlicher Kirchen, anderer Religionen sowie zahlreiche konfessionslose Personen.

Politik

Die Legislative der politischen Gemeinde ist die Gemeindeversammlung. Die stimmberechtigten Einwohner entscheiden dort über Budget, Jahresrechnung, Steuerfuss, kommunale Erlasse, Bauvorhaben und weitere wichtige Geschäfte.

Der Gemeinderat bildet die Exekutive. Er leitet die Gemeindeverwaltung, bereitet die Geschäfte der Gemeindeversammlung vor und vertritt Bassersdorf gegenüber dem Kanton, Nachbargemeinden und weiteren Institutionen.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich am Karl-Hügin-Platz 1. Die kommunalen Aufgaben sind auf mehrere Verwaltungsabteilungen verteilt.

Bassersdorf arbeitet in verschiedenen Bereichen mit Nachbargemeinden und regionalen Zweckverbänden zusammen. Dazu gehören Abwasserreinigung, Feuerwehr, Zivilschutz, soziale Dienste, Energieversorgung und regionale Planung.

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt in Silber einen blauen Schrägbalken, der mit drei silbernen Sternen belegt ist.

Das Wappen ist seit dem 18. Jahrhundert in ähnlicher Form nachweisbar. Seine genaue Herkunft ist nicht abschliessend geklärt. Die drei Sterne entwickelten sich zum charakteristischen Zeichen der Gemeinde und werden auch in der kommunalen Kommunikation verwendet.

Das Wappen wurde im 20. Jahrhundert nach heraldischen Grundsätzen vereinheitlicht.

Wirtschaft

Bassersdorf liegt in einem der wirtschaftlich dynamischsten Räume des Kantons Zürich. Der Flughafen, die Stadt Zürich, Winterthur und die Gemeinden des Glattals sind in kurzer Zeit erreichbar.

Die Gemeinde entwickelte sich von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einem vielseitigen Wirtschaftsstandort. Heute bestehen Unternehmen aus Handel, Logistik, Bauwirtschaft, Informatik, Beratung, Gastronomie und persönlichen Dienstleistungen.

Ein grosser Teil der Einwohner arbeitet ausserhalb der Gemeinde. Wichtige Arbeitsorte befinden sich am Flughafen, in Kloten, Opfikon, Wallisellen, Zürich und Winterthur.

Die Gemeinde bezeichnet sich als Teil der «Glattalstadt» und als mittelgrosse Agglomerationsgemeinde in unmittelbarer Nähe bedeutender Wirtschafts- und Verkehrszentren.[5]

Landwirtschaft

Trotz der starken Siedlungsentwicklung bestehen weiterhin Landwirtschaftsbetriebe. Sie bewirtschaften vor allem die offenen Flächen am Rand von Bassersdorf und rund um Baltenswil.

Zu den Tätigkeiten gehören Ackerbau, Viehhaltung, Obstbau und Direktvermarktung. Die Landwirtschaft trägt zur Pflege der verbliebenen Kulturlandschaft bei.

Der Druck auf den landwirtschaftlich nutzbaren Boden ist wegen des Siedlungswachstums, der Verkehrsinfrastruktur und der Nähe zum Flughafen besonders hoch.

Gewerbe und Detailhandel

Das Zentrum von Bassersdorf verfügt über Geschäfte, Restaurants, Arztpraxen, Banken und weitere Dienstleistungen. Gewerbezonen liegen insbesondere in der Nähe wichtiger Strassen und des Bahnhofs.

Die Nähe zu grossen Einkaufszentren in Dietlikon, Wallisellen und dem Flughafengebiet führt zu einem starken regionalen Wettbewerb. Die Gemeinde bemüht sich deshalb um ein lebendiges Ortszentrum und attraktive öffentliche Räume.

Verkehr

Bassersdorf ist sowohl mit dem öffentlichen Verkehr als auch über das Strassennetz gut erschlossen.

Eisenbahn

Der Bahnhof Bassersdorf liegt an der Bahnstrecke Zürich–Winterthur. Er wird von Linien der S-Bahn Zürich bedient und bietet direkte Verbindungen nach Zürich, Winterthur und zum Flughafen.

Der Bahnhof besitzt Veloabstellplätze, eine Park-and-Rail-Anlage, Geschäfte und weitere Dienstleistungen.[6]

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Bahnverbindung Zürich–Winterthur und dem geplanten Brüttenertunnel wird der Bahnhof umfassend umgebaut. Vorgesehen sind neue Zugänge, längere Perrons und eine bessere Verknüpfung mit Bus-, Fuss- und Veloverkehr. Die Eröffnung des ausgebauten Bahnhofs ist für den Sommer 2030 vorgesehen.[7]

Busverkehr

Mehrere Buslinien verbinden Bassersdorf mit dem Flughafen Zürich, Kloten, Baltenswil, Nürensdorf, Dietlikon und weiteren Gemeinden der Umgebung.

Die Bahn- und Busangebote sind in den Zürcher Verkehrsverbund eingebunden. Der Bahnhof bildet den wichtigsten Umsteigepunkt des öffentlichen Verkehrs.

Strassenverkehr

Bassersdorf liegt nahe den Autobahnen A1 und A51. Über die regionalen Hauptstrassen sind Zürich, Winterthur, der Flughafen und die umliegenden Gemeinden erreichbar.

Die zentrale Lage führt zu einem hohen Verkehrsaufkommen. Besonders während der Hauptverkehrszeiten werden die Ortsdurchfahrten und Zufahrten zum übergeordneten Strassennetz stark belastet.

Die Gemeinde verfolgt Massnahmen zur Verkehrsberuhigung, zur Verbesserung der Schulwegsicherheit und zur Förderung des Fuss- und Veloverkehrs.

Luftverkehr

Ein Teil des Gemeindegebiets liegt in der Umgebung des Flughafens Zürich. Bassersdorf verfügt selbst über keine Flughafenanlagen, ist jedoch direkt von An- und Abflugrouten, Fluglärm und den raumplanerischen Vorschriften der Flughafenregion betroffen.

Gleichzeitig stellt der Flughafen einen wichtigen Arbeits- und Wirtschaftsstandort für die Bevölkerung dar.

Bildung

Bassersdorf verfügt über mehrere Kindergärten, Primarschulhäuser und Einrichtungen der Sekundarstufe. Aufgrund des Bevölkerungswachstums wurden die Schulanlagen wiederholt erweitert und modernisiert.

Zu den Schulstandorten gehören Anlagen in Bassersdorf und Baltenswil. Ergänzend bestehen Tagesstrukturen und Betreuungsangebote.

Weiterführende Schulen, Berufsfachschulen und Hochschulen befinden sich vor allem in Kloten, Zürich und Winterthur. Die guten Verkehrsverbindungen erleichtern den täglichen Schul- und Ausbildungsweg.

Kirchen

Reformierte Kirche

Die reformierte Kirche von Bassersdorf steht im historischen Dorfzentrum. Der heutige Bau entstand im 18. Jahrhundert und ersetzte ältere kirchliche Einrichtungen.

Die Kirche prägt zusammen mit dem Pfarrhaus und weiteren historischen Gebäuden das Ortsbild. Sie dient Gottesdiensten, Konzerten und kulturellen Veranstaltungen.

Katholische Kirche

Mit dem starken Bevölkerungswachstum im 20. Jahrhundert entstand auch eine grössere römisch-katholische Gemeinschaft. Die katholische Kirche Bassersdorf dient Gläubigen aus der Gemeinde und der näheren Umgebung.

Neben den beiden Landeskirchen bestehen weitere christliche Gemeinschaften und religiöse Organisationen.

Sehenswürdigkeiten

Historischer Dorfkern

Im alten Zentrum von Bassersdorf sind mehrere Bauernhäuser, ehemalige Gasthäuser und Wohngebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten.

Die historischen Gebäude erinnern an die Zeit, als Bassersdorf noch ein Strassen- und Bauerndorf war. Typisch sind grosse Dächer, Fachwerkelemente und kombinierte Wohn- und Ökonomieteile.

Der zunehmende Verkehr und die bauliche Verdichtung stellen den Erhalt des historischen Ortsbildes vor besondere Herausforderungen.

Dorfplatz und Karl-Hügin-Platz

Der Bereich rund um die Gemeindeverwaltung bildet ein politisches und gesellschaftliches Zentrum. Der Karl-Hügin-Platz ist nach dem Bassersdorfer Politiker und Unternehmer Karl Hügin benannt.

Öffentliche Gebäude, Geschäfte und Veranstaltungsräume konzentrieren sich im Zentrum. Die Gestaltung der Plätze und Strassenräume ist Bestandteil der kommunalen Zentrumsentwicklung.

Baltenswil

Baltenswil besitzt einen historischen Dorfkern mit traditionellen Bauernhäusern und ehemaligen Landwirtschaftsbetrieben. Das Dorf wurde durch neuere Wohnquartiere stark erweitert.

Trotz des Wachstums blieb die ursprüngliche Siedlungsstruktur in Teilen erkennbar. Baltenswil liegt nahe dem Hardwald und verfügt über gute Verbindungen nach Bassersdorf, Dietlikon und Brüttisellen.

Gedenkstätte für Crossair-Flug 3597

In der Nähe der Absturzstelle von Crossair-Flug 3597 erinnert ein Gedenkzeichen an die 24 Todesopfer des Unglücks vom 24. November 2001.

Die Gedenkstätte liegt in einem Waldgebiet und wird von Angehörigen sowie weiteren Besuchern aufgesucht.

Kultur und Vereinsleben

Bassersdorf verfügt über ein vielfältiges Vereinsleben. Sport-, Musik-, Kultur-, Jugend- und Freizeitvereine bieten zahlreiche Aktivitäten an.

Gemeindesäle, Schulhäuser, Sportanlagen und kirchliche Räume dienen als Veranstaltungsorte. Regelmässig finden Konzerte, Märkte, Dorffeste, Theateraufführungen und Vereinsanlässe statt.

Das starke Bevölkerungswachstum stellt das Dorfleben vor die Aufgabe, langjährige Traditionen mit den Bedürfnissen einer zunehmend vielfältigen Bevölkerung zu verbinden.

Sport und Freizeit

In Bassersdorf bestehen Sporthallen, Fussballplätze, Tennisanlagen und weitere Einrichtungen. Vereine bieten unter anderem Fussball, Turnen, Leichtathletik, Kampfsport und verschiedene Hallensportarten an.

Der Hardwald und die Wege in Richtung Nürensdorf und Baltenswil werden zum Wandern, Joggen und Velofahren genutzt.

Die Gemeinde erarbeitete ein Gesamtentwicklungskonzept für Sport- und Bewegungsräume. Grundlage dafür sind das Bevölkerungswachstum und die veränderten Bedürfnisse von Schulen, Vereinen und nicht organisierten Sporttreibenden.

Persönlichkeiten

Karl Hügin

Karl Hügin war eine bedeutende Persönlichkeit der lokalen Politik und Wirtschaft. Der zentrale Platz bei der Gemeindeverwaltung wurde nach ihm benannt.

Alfred Bickel

Der Fussballspieler und Trainer Alfred Bickel war während eines Teils seines Lebens mit Bassersdorf verbunden. Er gehörte zu den bekanntesten Schweizer Fussballspielern des 20. Jahrhunderts.

Neben diesen Persönlichkeiten wirkten zahlreiche Gemeindepolitiker, Unternehmer, Lehrer und Vereinsvertreter an der Entwicklung Bassersdorfs mit.

Raumplanung und Entwicklung

Bassersdorf liegt in einer stark wachsenden Agglomerationsregion. Die Gemeinde rechnet langfristig mit einer weiteren Verdichtung und Bevölkerungszunahme.

Ein Schwerpunkt der Planung liegt im Umfeld des Bahnhofs. Die Gebiete nördlich und südlich der Bahnlinie sollen schrittweise zu einem gemischten Quartier mit Wohnungen, Arbeitsplätzen und öffentlichen Räumen entwickelt werden.

Der Umbau des Bahnhofs und der Ausbau der Bahnlinie Zürich–Winterthur verändern die örtliche Verkehrs- und Siedlungsstruktur. Die Gemeinde arbeitet dafür mit den Schweizerischen Bundesbahnen und dem Kanton Zürich zusammen.

Weitere Aufgaben sind die Bereitstellung von Schulraum, die Erneuerung kommunaler Gebäude, der Hochwasserschutz und die Anpassung der Infrastruktur an die wachsende Bevölkerung.

Herausforderungen

Zu den grössten Herausforderungen gehören das Bevölkerungswachstum, die Verkehrsbelastung, Fluglärm und der steigende Bedarf an öffentlicher Infrastruktur.

Die Gemeinde muss zusätzlichen Wohnraum schaffen, ohne die verbliebenen Grün- und Landwirtschaftsflächen übermässig zu beanspruchen. Deshalb gewinnt die bauliche Verdichtung innerhalb bestehender Siedlungsgebiete an Bedeutung.

Auch die Integration einer vielfältigen Bevölkerung und die Förderung eines gemeinsamen Dorflebens sind wichtige kommunale Aufgaben.

Durch den Klimawandel nehmen Hitzeperioden und Starkniederschläge zu. Begrünte Freiräume, entsiegelte Flächen, Schattenplätze und ein angepasstes Wassermanagement werden deshalb bei der Ortsplanung wichtiger.

Siehe auch

Einzelnachweise

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