Hochfelden

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Hochfelden

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Zürich

Bezirk

Bülach

BFS-Nummer

0059

Postleitzahl

8182

Koordinaten

47.52111° N, 8.51583° E

Höhe

399 m ü. M.

Fläche

6.16 km²

Website

www.hochfelden.ch

Hochfelden ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Zürcher Unterland westlich der Stadt Bülach an der Glatt. Zur Gemeinde gehören das Dorf Hochfelden und der Weiler Wilenhof.

Hochfelden hat knapp 2000 Einwohnerinnen und Einwohner. Trotz des Bevölkerungswachstums der vergangenen Jahrzehnte besitzt die Gemeinde einen ländlichen Charakter. Das Siedlungsgebiet ist von Landwirtschaftsflächen, Wald und einer naturnah gestalteten Flusslandschaft umgeben. Die Nähe zu Bülach, zum Flughafen Zürich und zur Stadt Zürich macht Hochfelden zugleich zu einer Wohngemeinde innerhalb der Agglomeration Zürich.[1]

Geographie

Hochfelden liegt rund zwei Kilometer westlich von Bülach in einer weiten Ebene des Zürcher Unterlands. Das Gemeindegebiet umfasst 6,16 Quadratkilometer. Das Dorf befindet sich auf ungefähr 399 Metern über Meer.

Die Glatt durchquert das Gemeindegebiet von Südosten nach Nordwesten. Sie prägt die Landschaft und die historische Entwicklung des Ortes. Der alte Dorfkern entstand unmittelbar an einer Flussschlaufe. Nach der Verlegung und Tieferlegung des Flussbetts im 20. Jahrhundert wurde im ehemaligen Lauf der Glatt ein Dorfweiher angelegt.

Nachbargemeinden sind Bülach im Osten, Höri im Süden, Neerach im Südwesten, Glattfelden im Westen und Stadel im Nordwesten. Im Nordosten grenzt Hochfelden an das Gebiet von Bülach.

Der kleinere Siedlungsteil Wilenhof liegt nordwestlich des Hauptdorfs. In historischen Quellen erscheint er auch unter der Bezeichnung Wilen. Die früheren Weiler Helikon und Bruderhaus sind im Verlauf der Geschichte verschwunden.[2]

Ein bedeutender Teil der Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt. Die Felder und Wiesen bilden zusammen mit den Waldgebieten und der Flusslandschaft einen Übergangsraum zwischen der dicht besiedelten Region Bülach und den ländlichen Gemeinden des Zürcher Unterlands.

Ortsname

Hochfelden wurde 886 erstmals als Hofelda urkundlich erwähnt. Der Name bezeichnete vermutlich eine erhöht gelegene, offene Ackerflur. Das althochdeutsche Grundwort feld bezeichnete unbewaldetes oder landwirtschaftlich genutztes Gelände.[3]

Aus älteren Formen wie Hofelda entwickelte sich über mehrere Zwischenstufen der heutige Gemeindename. Der Name nimmt damit auf die landschaftliche Lage des historischen Siedlungsgebiets Bezug und nicht auf eine besonders grosse Höhenlage.

In der lokalen schweizerdeutschen Mundart wird Hochfelden in einer dem hochdeutschen Namen ähnlichen Form ausgesprochen. Die Einwohnerinnen und Einwohner werden als Hochfeldnerinnen und Hochfeldner bezeichnet.

Geschichte

Frühzeit und erste Erwähnung

Die fruchtbaren Böden und die Lage an der Glatt boten bereits früh günstige Voraussetzungen für eine Besiedlung. In der weiteren Region sind Spuren aus vorgeschichtlicher und römischer Zeit bekannt. Die Entstehung einer dauerhaften Siedlung in Hochfelden wird in das frühe Mittelalter eingeordnet.

Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 886. Damals wurde Hofelda im Zusammenhang mit einer Güterschenkung an die Kirche von Aadorf im heutigen Kanton Thurgau genannt.[1]

Über die Entwicklung während der folgenden Jahrhunderte ist nur wenig bekannt. Die Siedlung bestand vermutlich aus einzelnen Höfen, die von Ackerbau, Viehzucht und der Nutzung der umliegenden Wälder lebten.

Herrschaft des Klosters Wettingen

Im 13. Jahrhundert erwarb das 1227 gegründete Kloster Wettingen umfangreichen Grundbesitz in Hochfelden. Bereits gegen Ende des Jahrhunderts gehörte dem Zisterzienserkloster ein grosser Teil des Bodens.

Die Bauern bewirtschafteten die Güter als Lehen und entrichteten dafür Abgaben in Form von Getreide, Eiern und Geld. Um 1400 erwarb das Kloster zusätzlich den Anspruch auf den Zehnten, also auf einen festgelegten Anteil der landwirtschaftlichen Erträge.

Für die Verwaltung seiner Güter setzte das Kloster einen Meier ein. Ein solcher Verwalter ist in Hochfelden erstmals 1278 belegt. Das Kloster besass neben Grundherrschaftsrechten auch Mühlen und übte zeitweise die niedere Gerichtsbarkeit aus.

Eine mittelalterliche Offnung regelte Rechte und Pflichten innerhalb des Dorfes. Das Kloster durfte Gebote erlassen und geringere Vergehen ahnden. Schwere Straftaten gehörten dagegen in den Zuständigkeitsbereich des Landgrafen von Kyburg.

Hochfelden erhielt trotz des ausgedehnten klösterlichen Besitzes nicht den Status einer Grangie. Die bestehenden bäuerlichen Höfe blieben als Lehensbetriebe organisiert.[2]

Grafschaft Kyburg und Neuamt

Hochfelden gehörte ursprünglich zur habsburgischen Grafschaft Kyburg. Diese gelangte 1424 pfandweise an die Stadt Zürich.

Im Vorfeld des Alten Zürichkriegs wurde der westlich der Glatt gelegene Teil der Grafschaft 1442 abgetrennt. Hochfelden wurde Bestandteil der Obervogtei Neuamt, die bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 bestand.

Das Neuamt wurde durch zwei Obervögte verwaltet, die in der Stadt Zürich wohnten. Die örtliche Bevölkerung besass nur eingeschränkte politische Mitwirkungsrechte.

Im Jahr 1467 wurden in Hochfelden zehn Haushalte gezählt. Die Gemeinde selbst nennt für das Hauptdorf neun Haushalte mit schätzungsweise rund 45 Personen. Wilen entwickelte sich zunächst getrennt und wurde im 16. Jahrhundert dauerhaft mit Hochfelden zu einer Gemeinde verbunden.[1]

Im Weiler Wilen waren ursprünglich die Herren von Regensberg begütert. 1264 verkauften sie einen grösseren Hof an das Kloster Wettingen. Dieser gelangte später an das Kloster Wurmsbach bei Rapperswil.

Frühe Neuzeit

Die Rechte des Klosters Wettingen wurden im Verlauf der frühen Neuzeit zunehmend eingeschränkt. 1507 begrenzte die Stadt Zürich die Zuständigkeit des klösterlichen Gerichts auf geringfügige Verstösse gegen die Flurordnung.

Im 16. Jahrhundert scheint das Gericht vollständig aufgegeben worden zu sein. Streitigkeiten wurden anschliessend vor dem Gericht des Neuamts in Niederglatt und später vor den Obervögten in Zürich behandelt.

Die Bevölkerung nahm im 16. und 17. Jahrhundert deutlich zu. 1634 lebten im Dorf Hochfelden 106 und in Wilen 22 Personen. 1690 waren es 172 beziehungsweise 49 Personen.

Das Wachstum führte zu einer zunehmenden Aufteilung der landwirtschaftlichen Höfe. Neben den vollberechtigten Bauern lebten sogenannte Tauner im Dorf. Diese besassen nur wenig Land und waren zusätzlich als Taglöhner oder Heimarbeiter tätig.

Zwischen Bauern und Taunern entstanden Konflikte um die Nutzung des Gemeindewaldes und anderer gemeinschaftlicher Güter. Der Zürcher Rat legte unter anderem fest, wie viele Schweine die verschiedenen Bevölkerungsgruppen zur Eichelmast in den Wald treiben durften und wie das Brennholz zu verteilen war.

Gemeindewald

Der Wald auf dem Strassberg war für Hochfelden von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. Zunächst wurde er gemeinsam mit Bülach genutzt. Wegen des Holzeinschlags und der Waldaufsicht kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gemeinden.

Die Hochfeldner warfen den Bülachern vor, zu viel Holz zu schlagen. Nach verschiedenen Vermittlungsversuchen teilte der Zürcher Rat den Wald 1519 zwischen Hochfelden und Bülach auf.

Zur Kennzeichnung der Grenze musste ein Graben ausgehoben werden. Der eigene Gemeindewald lieferte Bau- und Brennholz und wurde zur Waldweide sowie zur Eichelmast von Schweinen genutzt.

Im 18. Jahrhundert verfügte Hochfelden über rund 450 Jucharten Gemeindewald. Ein grosser Teil bestand aus Laub- und Eichenwald.[2]

Kirche und Kapellengut

Kirchlich gehörte Hochfelden seit dem Mittelalter zur Pfarrei Bülach. Eine Filialkapelle wurde 1370 im sogenannten Konstanzer Marchenbuch erwähnt.

Der Zeitpunkt, an dem die Kapelle aufgegeben oder abgebrochen wurde, ist nicht bekannt. Das zugehörige Kapellengut bestand jedoch bis ins 19. Jahrhundert weiter.

Die Kapellenkasse entwickelte sich zu einer Art lokaler Finanzinstitution. Im Jahr 1748 verfügte sie über ein für damalige Verhältnisse bedeutendes Vermögen. Das Geld wurde gegen Zins an Einwohnerinnen und Einwohner von Hochfelden und der Umgebung ausgeliehen.

Aus den Erträgen wurden unter anderem der Schulmeister und die Hebamme bezahlt. Zudem unterstützte die Gemeinde daraus bedürftige Personen.

Seit der Reformation gehört Hochfelden zur evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Bülach. Eine eigene reformierte Kirche besitzt die Gemeinde nicht.

Helvetik und moderne Gemeinde

Mit dem Einmarsch französischer Truppen und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1798 endete die Herrschaft des Neuamts. Hochfelden wurde während der Helvetischen Republik dem Distrikt Bülach zugeteilt.

Nach der Mediationsakte von 1803 gehörte die Gemeinde zum neu gebildeten Bezirk Bülach. Aus der früheren Dorfgemeinschaft entwickelte sich die moderne politische Gemeinde.

Bis 1840 lösten die Hochfeldner die Zehnt- und Grundzinsverpflichtungen gegenüber dem Kloster Wettingen ab. Damit endeten die letzten wesentlichen feudalen Abgaben.

Die politischen Veränderungen des 19. Jahrhunderts stärkten die kommunale Selbstverwaltung. Gemeindeversammlung, Gemeinderat und weitere Behörden übernahmen zunehmend Aufgaben in den Bereichen Schule, Armenfürsorge, Strassen, Wasserversorgung und öffentliche Ordnung.

Dorfbrand von 1847

Im Jahr 1847 zerstörte ein Brand einen Teil des Dorfes. Aufgrund der eng stehenden Häuser und der verbreiteten Holzbauweise konnten sich Feuer in historischen Dörfern rasch ausbreiten.

Der Wiederaufbau veränderte Teile des Ortsbildes. Neue Gebäude wurden teilweise mit grösseren Abständen und unter Beachtung verbesserter Brandschutzvorschriften errichtet.

Mehrere traditionelle Bauernhäuser im Dorfkern erinnern dennoch an die landwirtschaftliche Vergangenheit Hochfeldens. Ihr Erscheinungsbild wird durch grosse Wohnteile, Scheunen, Ställe und frühere Lagerräume geprägt.

Wirtschaftsgeschichte

Landwirtschaft

Hochfelden war über Jahrhunderte ein Bauerndorf. Angebaut wurden vor allem Getreide, Futterpflanzen und weitere Feldfrüchte. Ergänzend betrieben die Einwohner Viehzucht und nutzten die Wälder.

Die Landwirtschaft wurde zunächst in einer von gemeinsamen Flurregeln bestimmten Wirtschaftsordnung betrieben. Die Aufteilung der Höfe und die wachsende Bevölkerung führten zu kleineren Betrieben und zusätzlichen Erwerbstätigkeiten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewannen Milchwirtschaft und Viehzucht an Bedeutung. Verbesserte Verkehrswege erleichterten den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte in Bülach und Zürich.

Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ging im 20. Jahrhundert stark zurück. 1955 bestanden noch 41 Betriebe, 2002 waren es gemäss Gemeindeangaben 14.[1] Dennoch prägt die Landwirtschaft das Landschaftsbild weiterhin wesentlich.

Textilindustrie

Seit dem 18. Jahrhundert beteiligten sich viele Einwohnerinnen und Einwohner an der Baumwollverarbeitung. Um 1790 war mehr als ein Viertel der Bevölkerung in der Baumwollspinnerei beschäftigt.[2]

Zunächst erfolgte die Arbeit überwiegend in Heimarbeit. Familien verarbeiteten Baumwolle für Händler und Fabrikanten aus der Region Zürich.

Die Wasserkraft der Glatt begünstigte später die Ansiedlung mechanischer Betriebe. Zu den Unternehmen gehörten die Spinnerei Hochfelden und eine 1868 gegründete Baumwollzwirnerei.

Die Baumwollzwirnerei blieb bis 1962 in Betrieb. Der Niedergang der Textilindustrie beendete die jahrhundertelange Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs für die Gemeinde.

Gegenwärtige Wirtschaft

Heute bestehen in Hochfelden kleinere und mittlere Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe. Zu den Branchen gehören Baugewerbe, Transport, Planung, Handwerk, Detailhandel und persönliche Dienstleistungen.

Die Gemeinde führt ein lokales Gewerbeverzeichnis, in dem ansässige Unternehmen ihre Angebote veröffentlichen können.[4]

Ein grosser Teil der Erwerbstätigen arbeitet ausserhalb der Gemeinde. Bedeutende Arbeitsorte befinden sich in Bülach, am Flughafen Zürich, in den Gemeinden des Glatttals und in der Stadt Zürich.

Die Glatt und der Hochwasserschutz

Die Glatt überschwemmte früher regelmässig das Dorfgebiet und die umliegenden Felder. Bereits im 17. Jahrhundert wurden Versuche unternommen, den Fluss zu begradigen und die Hochwassergefahr zu verringern.

Zwischen 1878 und 1895 wurde die Glatt von Wallisellen bis zu ihrer Mündung umfassend korrigiert. Diese Arbeiten verbesserten den Abfluss, konnten die Probleme in Hochfelden aber nicht vollständig lösen.

Ein kantonales Gesetz von 1936 schuf die Grundlage für eine weitere Tieferlegung des Flusses. Die entscheidenden Bauarbeiten erfolgten zwischen 1975 und 1981.

Dabei wurde das Flussbett beim Dorf um rund 100 Meter nach Osten verlegt. Auch die Strassenbrücke erhielt einen neuen Standort. Die Massnahme führte zu einer grundlegenden Umgestaltung des Dorfeingangs und des historischen Zentrums.[2]

Im früheren Flusslauf entstand ein Weiher mit einer Parkanlage. Dadurch blieb der gestalterische Bezug zwischen den historischen, ursprünglich unmittelbar am Wasser stehenden Häusern und der Glatt erhalten.

Nördlich beziehungsweise unterhalb des Dorfes wurde in den Gebieten Klarenwiesen und Werde eine naturnahe Flusslandschaft geschaffen. Das Schutzgebiet umfasst etwa 7,8 bis 8 Hektaren.

Naturschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet an der Glatt gehört zu den landschaftlich bedeutendsten Bereichen Hochfeldens. Es entstand im Zusammenhang mit der Flusskorrektion und wurde als künstlich geschaffene, naturnahe Auenlandschaft gestaltet.

Zum Gebiet gehören offene Wasserflächen, Kies- und Schlammbänke, Röhrichte, Feuchtwiesen und Gehölze. Diese Lebensräume bieten verschiedenen Vogel-, Amphibien-, Fisch- und Insektenarten geeignete Bedingungen.

Die Flusslandschaft dient zugleich dem Hochwasserschutz. Bei erhöhtem Wasserstand stehen zusätzliche Flächen für die Ausbreitung des Wassers zur Verfügung.

Wege entlang der Glatt werden von Spaziergängerinnen, Spaziergängern und Velofahrenden genutzt. Besucher müssen die Schutzbestimmungen beachten und empfindliche Lebensräume meiden.

Der Dorfweiher und das Naturschutzgebiet verbinden die historische Erinnerung an den alten Flusslauf mit moderner Landschaftsgestaltung und ökologischem Ausgleich.

Bevölkerung

1467 lebten schätzungsweise etwa 45 Personen in Hochfelden. Im Jahr 1634 wurden im Dorf und in Wilen zusammen 128 Personen gezählt, 1690 waren es 221.

1790 lebten 235 Menschen im Hauptdorf und 49 im Weiler Wilen. Für 1836 sind 456 Einwohnerinnen und Einwohner überliefert. 1850 waren es 563.

Danach stagnierte die Bevölkerungsentwicklung über längere Zeit. 1900 wurden 529 und 1950 noch 515 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt.[2]

Seit den 1960er-Jahren nahm die Bevölkerung deutlich zu. Neue Wohnquartiere entstanden am Rand des historischen Dorfes. 1980 lebten 928 und 2000 bereits 1579 Personen in Hochfelden.

Die Gemeinde zählt inzwischen knapp 2000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das Wachstum hängt mit der Nähe zu Bülach, den Arbeitsplätzen im Grossraum Zürich und der guten regionalen Verkehrsanbindung zusammen.

Trotz der baulichen Entwicklung blieb das Siedlungsgebiet vergleichsweise kompakt. Der historische Dorfkern, neue Einfamilienhausquartiere und kleinere Mehrfamilienhäuser prägen das Ortsbild.

Wappen

Das Gemeindewappen zeigt in Rot einen goldenen Schrägbalken, der mit vier silbernen Sparren belegt ist.

Ein früher verwendetes Wappen zeigte einen sechsstrahligen Stern über einem gestürzten Halbmond. Dieses Motiv war an der Decke des 1812 errichteten alten Schulhauses und an der Windfahne des 1834 gebauten Schulhauses angebracht.

Stern und Halbmond waren jedoch kein ausschliessliches Hochfeldner Wappen. Das Motiv erschien in verschiedenen Formen bei mehreren Gemeinden des ehemaligen Neuamts und wies vor allem auf die frühere Zugehörigkeit zu dieser Obervogtei hin.

Die Zürcher Wappenkommission entschied sich deshalb für ein stärker mit Hochfelden verbundenes Schildbild. Als Vorlage diente das erstmals in einem Siegel von 1360 überlieferte Wappen der Meyer von Hochfelden.

Der Gemeinderat nahm das heutige Wappen am 19. März 1931 offiziell an.[1]

Politik

Gemeindeorganisation

Hochfelden ist als politische Gemeinde nach dem Recht des Kantons Zürich organisiert. Das oberste kommunale Organ sind die Stimmberechtigten.

Wichtige Geschäfte werden an der Gemeindeversammlung oder bei einer Urnenabstimmung entschieden. Dazu gehören das Budget, die Jahresrechnung, grössere Kredite, die Gemeindeordnung und bedeutende Planungsvorlagen.

Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Er führt die Gemeinde, vollzieht die Beschlüsse der Stimmberechtigten und beaufsichtigt die Gemeindeverwaltung. Die Mitglieder werden für eine vierjährige Amtsdauer gewählt.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Gemeindehausstrasse 4. Das Gebäude wurde 1834 als Schulhaus errichtet und später zum Gemeindehaus umgenutzt.

Für die Amtsdauer 2022–2026 bestand der Gemeinderat aus dem Gemeindepräsidenten Stefan Bickel sowie Eva Albrecht, Stefan Egger, Beat Goldmann und Boris Meyer.[5]

Neben dem Gemeinderat bestehen eine Rechnungsprüfungskommission, die Primarschulpflege und weitere kommunale oder interkommunale Behörden.

Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden

Aufgrund ihrer geringen Grösse erfüllt die Gemeinde verschiedene Aufgaben gemeinsam mit Nachbargemeinden. Diese Zusammenarbeit betrifft unter anderem Feuerwehr, Sekundarschule, Pflegeversorgung, Sozialberatung, Abwasser und weitere technische oder soziale Dienstleistungen.

Die Feuerwehr wird gemeinsam mit Höri als Zweckverband Feuerwehr Höri-Hochfelden organisiert.

Die Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler besuchen die Schule in Bülach. Für die stationäre und ambulante Pflege arbeitet Hochfelden mit dem KZU Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit und weiteren Gemeinden des Zürcher Unterlands zusammen.

Interkommunale Kooperationen ermöglichen es kleineren Gemeinden, spezialisierte öffentliche Leistungen wirtschaftlich anzubieten.

Bildung

Hochfelden besitzt eine eigene Primarschulgemeinde. Diese führt die Kindergärten und die Primarschule.

Die Kindergärten befinden sich an den Standorten Brestenbühl und Wisacher. Die Primarschule liegt an der Schulhausstrasse.[6]

Die Primarschulgemeinde ist rechtlich von der politischen Gemeinde getrennt. Ihre Organe sind die Stimmberechtigten, die Schulpflege und die Rechnungsprüfungskommission. Das Gebiet der Schulgemeinde entspricht dem Gebiet der politischen Gemeinde.

Die Sekundarstufe wird durch die Sekundarschule Bülach geführt. Jugendliche besuchen deshalb nach der Primarschule einen Schulstandort in Bülach.

Die nächstgelegene kantonale Mittelschule ist die Kantonsschule Zürcher Unterland in Bülach. Berufsfachschulen und weitere Bildungseinrichtungen befinden sich ebenfalls in Bülach, Kloten, Winterthur und Zürich.

Verkehr

Strassenverkehr

Hochfelden liegt an regionalen Strassenverbindungen zwischen Bülach, Höri, Neerach, Stadel und Glattfelden. Die wichtigste Verbindung nach Bülach führt über die Glatt und ermöglicht den Zugang zum regionalen Zentrum.

Über Bülach bestehen Anschlüsse an die Autobahn A51 in Richtung Flughafen Zürich und Stadt Zürich sowie an die Autobahn A50 in Richtung Glattfelden.

Die Nähe zu Bülach bringt eine gute Erreichbarkeit mit sich, führt jedoch auch zu Durchgangsverkehr. Verkehrsberuhigung, Schulwegsicherheit und die Gestaltung der Ortseingänge gehören deshalb zu den kommunalen Themen.

Öffentlicher Verkehr

Hochfelden besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die Gemeinde ist durch Buslinien des Zürcher Verkehrsverbunds an Bülach und die umliegenden Gemeinden angeschlossen.

Der Bahnhof Bülach bietet Verbindungen der S-Bahn Zürich nach Zürich, Winterthur, Schaffhausen, Waldshut und in weitere Teile des Zürcher Unterlands.

Die Busverbindung nach Bülach ermöglicht den Zugang zu Bahn, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Spital und Verwaltung. Die Qualität des öffentlichen Verkehrs ist deshalb stark mit dem regionalen Knotenpunkt Bülach verbunden.

Fuss- und Veloverkehr

Wege entlang der Glatt verbinden Hochfelden mit Bülach, Höri und weiteren Gemeinden. Sie werden für Freizeit, Naherholung und teilweise für den Alltagsverkehr genutzt.

Die flache Landschaft eignet sich grundsätzlich gut für den Veloverkehr. Die Querung stärker befahrener Strassen und die sichere Führung von Schulwegen erfordern jedoch geeignete Infrastruktur.

Ortsbild

Der historische Dorfkern liegt beim früheren Lauf der Glatt. Bauernhäuser, das ehemalige Schulhaus und weitere ältere Gebäude erinnern an die ländliche Geschichte der Gemeinde.

Besonders charakteristisch ist die Verbindung zwischen den historischen Fassaden, dem Dorfweiher und der Parkanlage. Der Weiher markiert den ehemaligen Flusslauf, bevor die Glatt nach Osten verlegt wurde.

Die Siedlungserweiterungen des 20. und 21. Jahrhunderts befinden sich vor allem an den Rändern des alten Dorfes. Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser bilden den grössten Teil der neueren Wohnbebauung.

Wilenhof bewahrte stärker den Charakter eines kleinen landwirtschaftlichen Weilers. Die offene Landschaft zwischen den Siedlungsteilen trägt zur räumlichen Gliederung der Gemeinde bei.

Wirtschaft und Versorgung

Hochfelden verfügt über lokale Handwerks-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Für grössere Einkäufe und spezialisierte Angebote orientiert sich die Bevölkerung hauptsächlich nach Bülach.

Die Grundversorgung wird durch kleinere Betriebe, Hofläden und Angebote in den Nachbargemeinden ergänzt. Die kurze Entfernung zum Zentrum von Bülach erleichtert den Zugang zu Detailhandel, medizinischer Versorgung und öffentlichen Einrichtungen.

Die Landwirtschaft produziert unter anderem Getreide, Milch, Fleisch und weitere Erzeugnisse. Einzelne Betriebe vermarkten Produkte direkt an Konsumentinnen und Konsumenten.

Die Gemeinde ist Teil des Wirtschaftsraums Flughafen–Glattal–Zürcher Unterland. Viele Einwohnerinnen und Einwohner pendeln täglich zu Arbeitsplätzen ausserhalb des Dorfes.

Natur und Naherholung

Die Landschaft um Hochfelden bietet Möglichkeiten zum Wandern, Velofahren und Beobachten der Natur. Besonders beliebt sind die Wege entlang der Glatt und durch das Naturschutzgebiet.

Der Gemeindewald auf dem Strassberg besitzt neben seiner forstwirtschaftlichen Funktion einen hohen Erholungswert. Waldwege verbinden Hochfelden mit Bülach und den umliegenden Gemeinden.

Die offene Kulturlandschaft ermöglicht weite Ausblicke über das Zürcher Unterland. Bei klarer Sicht sind von erhöhten Punkten Teile des Alpenraums sichtbar.

Die Gemeinde steht vor der Aufgabe, ihre Landschaft trotz Bevölkerungswachstum, Wohnungsbau und Verkehr zu erhalten. Dazu gehören der Schutz der Fruchtfolgeflächen, die Pflege von Hecken und Bachläufen sowie die ökologische Aufwertung des Siedlungsraums.

Gesellschaft und Vereine

Das gesellschaftliche Leben wird von Vereinen, Schule, Feuerwehr und lokalen Veranstaltungen geprägt. In der Gemeinde bestehen Sport-, Musik-, Kultur- und Freizeitvereine.

Die Vereine übernehmen einen bedeutenden Teil der Kinder- und Jugendarbeit und bieten Möglichkeiten zur Begegnung zwischen alteingesessenen und neu zugezogenen Einwohnerinnen und Einwohnern.

Freiwillige Tätigkeiten spielen insbesondere bei Veranstaltungen, im Vereinswesen, in der Feuerwehr und bei sozialen Angeboten eine wichtige Rolle.

Für zahlreiche kulturelle, sportliche und medizinische Angebote nutzt die Bevölkerung die Infrastruktur der nahe gelegenen Stadt Bülach.

Religion

Hochfelden gehört zur reformierten Kirchgemeinde Bülach. Zu dieser gehören auch Bachenbülach, Höri und Winkel.[7]

Die reformierten Gottesdienste und kirchlichen Angebote finden hauptsächlich in Bülach statt. Im Mittelalter besass Hochfelden eine eigene Kapelle, die später verschwand.

Die römisch-katholische Bevölkerung gehört zur katholischen Pfarrei Bülach. Daneben leben in der Gemeinde Angehörige weiterer christlicher Gemeinschaften, anderer Religionen und konfessionslose Personen.

Siehe auch

Literatur

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
  • Karl Wanner: Siedlungen, Kontinuität und Wüstungen im nördlichen Kanton Zürich. Zürich 1984.
  • Thomas Weibel: Geschichte der Gemeinde Hochfelden. Gemeinde Hochfelden.
  • Martin Illi: Hochfelden. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Porträt der Gemeinde Hochfelden, Gemeinde Hochfelden, abgerufen am 25. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Martin Illi: Hochfelden, in: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 18. Dezember 2007, abgerufen am 25. Juli 2026.
  3. Hochfelden, ortsnamen.ch, abgerufen am 25. Juli 2026.
  4. Gewerbe, Gemeinde Hochfelden, abgerufen am 25. Juli 2026.
  5. Register zur Offenlegung der Interessenbindungen, Gemeinde Hochfelden, abgerufen am 25. Juli 2026.
  6. Schulwesen, Gemeinde Hochfelden, abgerufen am 25. Juli 2026.
  7. Bülach, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 25. Juli 2026.

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