Opfikon

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Opfikon
Staat Schweiz
Kanton Kanton Zürich
Bezirk Bezirk Bülach
Region Glattal
Gemeindenummer 0066
Postleitzahl 8152
Fläche 5,61 km²
Referenzhöhe 459 m ü. M.
Tiefster Punkt 420,4 m ü. M. an der Grenze zu Rümlang
Höchster Punkt 481 m ü. M. im Hardwald
Einwohner 21'336 (31. Dezember 2025)
Einwohnerdichte rund 3'800 Einwohner je km²
Sprache Deutsch
Stadtpräsident Roman Schmid
Legislative Gemeinderat mit 36 Mitgliedern
Exekutive Stadtrat mit sieben Mitgliedern
Stadtteile Opfikon, Oberhausen, Glattbrugg und Glattpark
Gewässer Glatt und Glattpark-See
Stadt seit 1968
Website www.opfikon.ch

Opfikon ist eine politische Gemeinde und Stadt im Bezirk Bülach des Kantons Zürich. Sie liegt im mittleren Glattal zwischen der Stadt Zürich und dem Flughafen Zürich. Das Gemeindegebiet umfasst die historischen Siedlungen Opfikon und Oberhausen, den verkehrsgeografisch bedeutenden Ortsteil Glattbrugg sowie den seit Beginn des 21. Jahrhunderts entstandenen Stadtteil Glattpark.

Die amtliche Bezeichnung der politischen Gemeinde lautet Opfikon. Im alltäglichen Sprachgebrauch, in Firmenadressen und älteren Publikationen wird häufig die Doppelbezeichnung Opfikon-Glattbrugg verwendet. Glattbrugg ist aufgrund seines Bahnhofs, seiner Hauptstrasse, zahlreicher Hotels und der Nähe zum Flughafen überregional bekannter als der historische Dorfkern Opfikon.[1]

Opfikon zählt zu den am dichtesten besiedelten Gemeinden des Kantons Zürich. Ende 2025 betrug der für den kantonalen Finanzausgleich ausgewiesene Einwohnerbestand 21'336 Personen. Davon waren 11'532 Schweizer Staatsangehörige und 9'804 ausländische Staatsangehörige.[2]

Die Entwicklung Opfikons wurde wesentlich durch seine Lage an wichtigen Verkehrswegen geprägt. Die Eisenbahn, der Flughafen Zürich, die Autobahnen, die Glattalbahn und die Nähe zur Stadt Zürich machten aus der bis ins frühe 20. Jahrhundert landwirtschaftlich geprägten Gemeinde einen bedeutenden Wohn-, Wirtschafts- und Dienstleistungsstandort. Auf dem ehemaligen Oberhauserriet entstand mit Glattpark einer der grössten neu geplanten Stadtteile der Schweiz.

Seit 1968 bezeichnet sich Opfikon als Stadt. 1974 wurde die Gemeindeversammlung durch ein Parlament ersetzt. Opfikon gehört damit zu den wenigen Zürcher Gemeinden mit einem kommunalen Gemeinderat als Legislative.

Name

Opfikon wurde 1153 erstmals urkundlich als Obfinchoven erwähnt.

Der Name gehört zu den alemannischen Ortsnamen auf -ikon. Diese Endung entwickelte sich aus einer althochdeutschen Verbindung eines Personennamens mit dem Wort hof beziehungsweise dessen Dativ-Mehrzahl hofun.

Als ursprüngliche Form wird ze Opfichovun angenommen. Die Bedeutung lässt sich sinngemäss als «bei den Höfen der Leute des Opfo oder Opfing» erklären.

Im Verlauf der Jahrhunderte erschienen unter anderem die Formen:

  • Obfinchoven;
  • Opfichoven;
  • Opfinchon;
  • Opfikon.

In der zürichdeutschen Mundart wird der Name gewöhnlich als Opfike ausgesprochen.[3]

Die Bezeichnung Glattbrugg entstand aus der Verbindung des Flussnamens Glatt mit einer dort gelegenen Brücke. Ursprünglich bezeichnete Glattbrugg keine selbstständige Dorfsiedlung, sondern den Flussübergang zwischen Opfikon und Oberhausen. Später übertrug sich der Name auf die bei der Brücke entstandenen Gewerbe-, Wohn- und Bahnhofsanlagen.

Oberhausen bezeichnet die ältere Siedlung auf der westlichen Seite der Glatt. Der Name bezieht sich wahrscheinlich auf eine Lage oberhalb oder flussaufwärts eines anderen Hofes beziehungsweise einer Siedlung.

Wappen

Das Wappen von Opfikon wird wie folgt beschrieben:

In Silber ein schwarzes Tatzenkreuz.

Das schwarze Tatzenkreuz geht auf das Wappen des Chorherrenstifts am Grossmünster in Zürich zurück. Das Stift besass im Mittelalter Güter und Rechte im Gebiet von Oberhausen und Glattbrugg.

Die heutige rot-weisse beziehungsweise schwarz-weisse Darstellung des Stadtwappens wird auf amtlichen Gebäuden, Publikationen, Fahrzeugen und Fahnen verwendet.

Das Wappen erinnert an die jahrhundertelange Verbindung des Gebiets mit kirchlichen Grundherrschaften der Stadt Zürich.

Geografie

Lage

Opfikon liegt im mittleren Glattal unmittelbar nördlich der Stadt Zürich.

Die Stadt grenzt an:

Die Gemeinde besitzt eine Fläche von 5,61 Quadratkilometern. Rund 44,5 Prozent des Gemeindegebiets sind überbaut.[1]

Der tiefste Punkt liegt auf 420,4 Metern über Meer an der Grenze zu Rümlang. Der höchste Punkt befindet sich auf 481 Metern im Hardwald. Die offizielle Referenzhöhe beträgt 459 Meter über Meer.

Das Gelände ist überwiegend flach oder leicht gewellt. Grössere Steigungen bestehen hauptsächlich beim historischen Dorfkern Opfikon und an den Übergängen zum Hardwald.

Glattal

Das Glattal entstand während und nach den Eiszeiten.

Der Linth-Rhein-Gletscher formte die weite Talebene und hinterliess Moränen, Schotter, Sande und lehmige Ablagerungen. Nach dem Rückzug des Gletschers bildeten sich ausgedehnte Sümpfe, Riedflächen und kleinere Seen.

Die Glatt floss ursprünglich in zahlreichen Windungen durch das Tal. Überschwemmungen waren häufig und erschwerten die Besiedlung sowie die landwirtschaftliche Nutzung.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde der Fluss korrigiert, begradigt und abgesenkt. Dadurch konnten grössere Flächen entwässert und für Landwirtschaft, Verkehr, Industrie und Wohnungsbau genutzt werden.

Glatt

Die Glatt ist das wichtigste natürliche Gewässer der Stadt.

Sie entspringt dem Greifensee und fliesst über Dübendorf, Wallisellen, Opfikon, Rümlang und Oberglatt zum Rhein.

Innerhalb Opfikons trennt beziehungsweise verbindet sie die historischen Siedlungsräume Opfikon und Oberhausen.

Die Glatt war über Jahrhunderte von Bedeutung für:

  • Mühlen;
  • Schmieden;
  • Bewässerung;
  • Fischfang;
  • Entwässerung;
  • Gewerbebetriebe;
  • Verkehr;
  • Erholung.

Die historische Brücke über den Fluss gab Glattbrugg seinen Namen.

Entlang der Glatt verlaufen heute Fuss- und Velowege. Mehrere Projekte verfolgen das Ziel, den Fluss ökologisch aufzuwerten und zugleich den Hochwasserschutz zu verbessern.

Hardwald

Der Hardwald liegt im nördlichen und nordöstlichen Teil des Gemeindegebiets.

Er bildet einen wichtigen Grün- und Erholungsraum zwischen Opfikon, Kloten, Wallisellen und dem Flughafen.

Der Wald dient:

  • der Naherholung;
  • der Holzproduktion;
  • dem Natur- und Artenschutz;
  • der Grundwasserbildung;
  • der Kühlung des Siedlungsraums;
  • dem Schutz vor Lärm und Staub.

Im Hardwald befindet sich mit 481 Metern der höchste Punkt der Stadt.

Das Waldgebiet wird von Wanderwegen, Velorouten und Forststrassen durchzogen.

Klima

Opfikon besitzt ein gemässigtes mitteleuropäisches Klima.

Die Lage in der flachen Talebene begünstigt im Winter Nebel und Kaltluftansammlungen. Im Sommer kann sich der dicht bebaute Siedlungsraum stark erwärmen.

Die zunehmende Versiegelung, der Flug- und Strassenverkehr sowie die hohe bauliche Dichte beeinflussen das lokale Klima.

Bäume, Parkanlagen, der Hardwald, die Glatt und der Opfikerpark besitzen deshalb eine wichtige Funktion für die Kühlung und Belüftung der Stadt.

Stadtteile und Siedlungen

Opfikon setzt sich aus mehreren historisch und städtebaulich unterschiedlichen Siedlungsräumen zusammen.

Stadtteile und Siedlungsräume
Gebiet Entstehung Merkmale
Opfikon Alemannische Siedlung, 1153 erstmals erwähnt Historischer Dorfkern, Wohnquartiere, Ortsmuseum und Stadtverwaltung
Oberhausen Frühmittelalterliche Hof- und Dorfsiedlung Ältere Bebauung westlich der Glatt, Übergang zum Glattpark
Glattbrugg Siedlung an der historischen Glattbrücke Bahnhof, Hauptverkehrsachsen, Hotels, Gewerbe und dichter Wohnungsbau
Glattpark Seit 2001 planmässig entwickelter Stadtteil Moderne Wohn- und Geschäftsbauten, Opfikerpark und Glattpark-See
Balsberg Verkehrs- und Gewerbegebiet nahe dem Flughafen Bürogebäude, Hotels, Bahn- und Tramanschlüsse
Rohr Älterer Siedlungs- und Flurname Wohn-, Gewerbe- und Verkehrsflächen

Die Grenzen zwischen den Stadtteilen sind im heutigen Siedlungsgebiet teilweise nur noch schwer erkennbar.

Opfikon, Glattbrugg und Oberhausen sind weitgehend zusammengewachsen. Glattpark schliesst unmittelbar an die Zürcher Stadtquartiere Seebach und Oerlikon sowie an die Gemeinde Wallisellen an.

Geschichte

Urgeschichte

Das Glattal war ursprünglich von Feuchtgebieten, Wäldern und unregulierten Flussläufen geprägt.

Trotz der schwierigen natürlichen Bedingungen hielten sich bereits in der Jungsteinzeit Menschen im Gebiet des heutigen Opfikons auf.

1931 wurde beim Bau einer Geflügelfarm ein jungsteinzeitliches Steinkistengrab entdeckt.

Das Grab bestand aus sorgfältig zusammengesetzten Platten aus rotem Glarner Sernifit. Es enthielt zwei menschliche Skelette sowie:

  • ein Feuersteinmesser;
  • eine Dolchklinge;
  • ein kleines Steinbeil;
  • fünf Pfeilspitzen.

Das Grab befindet sich heute im Schweizerischen Nationalmuseum.[4]

Aus der Bronzezeit sind kleinere Funde aus dem Gebiet Oberhausen bekannt.

Römische Zeit

Während der römischen Herrschaft lag das heutige Gemeindegebiet zwischen den Siedlungs- und Verkehrszentren Turicum, Kloten und Vitudurum.

Eine römische Strasse führte wahrscheinlich von Zürich über das Gebiet von Opfikon nach Kloten und weiter in Richtung Rhein.

Kloten bildete einen bedeutenden Verkehrsknoten. Von dort bestanden Verbindungen nach Winterthur, Eglisau und in weitere Teile der römischen Provinz.

Grössere römische Siedlungsanlagen sind auf Opfiker Boden nicht nachgewiesen. Das Gebiet dürfte jedoch landwirtschaftlich genutzt und von Verkehrswegen durchquert worden sein.

Alemannische Besiedlung

Nach dem Rückzug der römischen Verwaltung liessen sich alemannische Bevölkerungsgruppen im Glattal nieder.

Opfikon und Oberhausen entstanden wahrscheinlich als getrennte Hof- und Siedlungsgruppen.

Die Endung -ikon weist auf eine alemannische Gründung hin. Ortsnamen dieser Art werden im Kanton Zürich meist in die Zeit zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert eingeordnet.

Erste urkundliche Erwähnung

Eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1153 nennt die Orte Obfinchoven und Obrenhusen.

Die Urkunde gilt als ältester sicherer schriftlicher Nachweis für Opfikon und Oberhausen.

Beide Siedlungen gehörten kirchlich zur Pfarrei Kloten. Taufen, Eheschliessungen und Bestattungen fanden dort statt.

Mittelalterliche Grundherrschaften

Im Mittelalter war das Land auf verschiedene kirchliche und weltliche Grundherren verteilt.

Besitzungen und Rechte hatten unter anderem:

  • das Grossmünsterstift;
  • das Kloster St. Martin auf dem Zürichberg;
  • das Kloster Wettingen;
  • die Herren von Kyburg;
  • die Habsburger;
  • Zürcher Bürger- und Adelsfamilien.

Nach dem Aussterben der Grafen von Kyburg 1264 gelangten wichtige Herrschaftsrechte an Habsburg-Österreich.

Opfikon und Oberhausen wurden dem habsburgischen Amt Schwamendingen zugeteilt.

Die bäuerliche Bevölkerung musste Abgaben, Zehnten und teilweise Frondienste leisten.

Dorfgemeinde Opfikon

Opfikon entwickelte sich zu einer vergleichsweise selbstständigen Dorfgemeinde.

Die Bauern regelten gemeinsam:

  • Dreifelderwirtschaft;
  • Nutzung der Allmend;
  • Waldrechte;
  • Weiderechte;
  • Unterhalt von Wegen;
  • Brunnen;
  • örtliche Abgaben.

Dorfmeier, Seckelmeister und Geschworene führten die lokale Verwaltung.

Bereits um 1440 ist in einer Offnung von der Opfiker «Gebursami», der Gemeinschaft der Dorfgenossen, die Rede.[5]

Oberhausen besass zunächst weniger weitgehende Selbstverwaltungsrechte. Die Siedlung lag auf Besitz des Grossmünsterstifts und wurde lange eher als Hof denn als selbstständiges Dorf betrachtet.

Zürcher Herrschaft

Die Stadt Zürich erwarb im 15. Jahrhundert zunehmend Herrschaftsrechte im Glattal.

Opfikon und Oberhausen wurden Teil des Zürcher Untertanengebiets.

Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der städtischen Obrigkeit. Lokale Angelegenheiten wurden weiterhin teilweise durch die Dorfgemeinden geregelt.

Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von:

  • Getreidebau;
  • Viehzucht;
  • Milchwirtschaft;
  • Waldnutzung;
  • Weinbau;
  • Handwerk;
  • Taglohnarbeit.

Glattbrücke und Gewerbe

Die Brücke über die Glatt war ein wichtiger Übergang auf der Verbindung zwischen Zürich, Kloten und dem nördlichen Zürcher Unterland.

In der Nähe der Brücke entstanden eine Mühle, eine Schmiede, Gastwirtschaften und weitere Gewerbebetriebe.

Die Bezeichnung Glattbrugg übertrug sich allmählich vom Bauwerk auf die entstehende Siedlung.

Die Wasserkraft der Glatt wurde für Mühlen und andere technische Anlagen genutzt.

Reformation

Die Zürcher Reformation wurde in den 1520er-Jahren auch in Opfikon und Oberhausen eingeführt.

Die Bevölkerung blieb kirchlich mit Kloten verbunden.

Klösterliche Güter und Rechte gingen teilweise an die Stadt Zürich oder andere öffentliche Einrichtungen über.

Der reformierte Glaube prägte Schule, Armenfürsorge, Gemeindeleben und kirchliche Organisation bis weit ins 19. Jahrhundert.

Landwirtschaft und Rebbau

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts blieb Opfikon überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Der Getreidebau besass lange eine grosse Bedeutung. Später gewannen Viehzucht und Milchwirtschaft an Gewicht.

An den Hängen nördlich und südlich des alten Dorfes bestanden Rebberge.

1884 umfasste die Rebbaufläche noch rund 4,8 Hektaren. Während und nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Weinbau weitgehend aufgegeben.[6]

Der Weinträger auf der Brunnensäule im Opfiker Unterdorf erinnert an die frühere Weinbautradition.

Helvetische Republik

1798 brach die alte Zürcher Herrschaftsordnung zusammen.

Während der Helvetischen Republik wurde Opfikon zunächst der Gemeinde Kloten zugeteilt. Oberhausen kam zur Gemeinde Seebach.

Die neue Ordnung schaffte die rechtliche Unterordnung der Landbevölkerung unter die Stadt Zürich grundsätzlich ab.

Vereinigung von Opfikon und Oberhausen

Mit der Mediationsakte von 1803 wurde die kantonale Verwaltung neu geordnet.

Opfikon und Oberhausen wurden zur politischen Gemeinde Opfikon vereinigt und dem Bezirk Bülach zugeteilt.

1852 kam auch die Mühle Glattbrugg vollständig zur Gemeinde.[7]

Die alten Dorfgemeinden bestanden als Zivilgemeinden zunächst weiter.

Glattkorrektion

Die häufigen Überschwemmungen der Glatt führten im 19. Jahrhundert zu umfangreichen Flussbauarbeiten.

Der Fluss wurde begradigt, vertieft und eingedämmt.

Die Entwässerung des Oberhauserriets ermöglichte eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung.

Spätere Korrekturen schufen die Voraussetzungen für Bahnlinien, Strassen, Industrieanlagen und den Stadtteil Glattpark.

Die Eingriffe zerstörten jedoch einen grossen Teil der ursprünglichen Auen- und Riedlandschaft.

Eisenbahn

1865 wurde die Bahnlinie zwischen Zürich und Bülach eröffnet.

Glattbrugg erhielt einen Bahnhof und entwickelte sich zu einem regionalen Verkehrsknoten.

Später entstand eine weitere Verbindung in Richtung Oberglatt und Flughafenregion.

Die Eisenbahn förderte:

  • Gewerbeansiedlungen;
  • Pendelverkehr;
  • Bevölkerungswachstum;
  • Hotel- und Gastgewerbe;
  • Gütertransport;
  • bauliche Ausdehnung Glattbruggs.

Der Bahnhof Glattbrugg wurde wichtiger als der historische Dorfkern. Dadurch gewann der Name Glattbrugg überregional zunehmend an Bekanntheit.

Aufhebung der Zivilgemeinden

Die Zivilgemeinden Opfikon und Oberhausen regelten weiterhin lokale Aufgaben wie Brunnen, Wege, Gemeindegüter und Waldnutzung.

1918 beschlossen beide Körperschaften ihre Auflösung.

Aktiven und Passiven gingen auf die politische Gemeinde über.

Am 9. März 1919 genehmigte die Gemeindeversammlung eine neue Gemeindeordnung.

Seither lautet der einzige amtliche Name der politischen Gemeinde Opfikon. Die Bezeichnung Opfikon-Glattbrugg blieb jedoch im täglichen Gebrauch verbreitet.

Industrialisierung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden zunehmend Gewerbe- und Industriebetriebe.

Die günstige Lage an Eisenbahnlinien und Hauptstrassen machte Glattbrugg zu einem attraktiven Standort.

Die Landwirtschaft verlor schrittweise an Bedeutung. Wohnhäuser, Werkstätten, Lagerhallen und Fabrikgebäude ersetzten Felder und Wiesen.

1910 lebten noch weniger als 1'000 Menschen in der Gemeinde. Bis 1950 stieg die Einwohnerzahl auf 2'613.

Flughafen Zürich

Die Eröffnung des Flughafens Zürich bei Kloten im Jahr 1948 veränderte Opfikon grundlegend.

Die Stadt liegt unmittelbar südlich des Flughafengeländes und wurde zu einem bevorzugten Standort für:

  • Hotels;
  • Fluggesellschaften;
  • Logistikunternehmen;
  • internationale Konzerne;
  • Reiseunternehmen;
  • Autovermietungen;
  • Gastronomie;
  • Bürodienstleistungen.

Gleichzeitig ist Opfikon stark von Fluglärm und den raumplanerischen Einschränkungen des Flughafenbetriebs betroffen.

Starkes Wachstum nach 1950

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein sehr starkes Bevölkerungswachstum ein.

Neue Wohnquartiere entstanden in Opfikon, Glattbrugg und Oberhausen.

Die Einwohnerzahl stieg von 2'613 im Jahr 1950 auf 11'115 im Jahr 1970.

Schulen, Strassen, Sportanlagen, Kirchen und Verwaltungsgebäude mussten erweitert oder neu errichtet werden.

Die vormals getrennten Siedlungen wuchsen weitgehend zusammen.

Erhebung zur Stadt

1968 erhielt Opfikon anlässlich des Überschreitens der damals üblichen Grenze von 10'000 Einwohnern die Bezeichnung Stadt.

Das Stadtfest von 1968 begleitete diesen Wandel.

Im gleichen Jahr wurde das Ortsmuseum eröffnet.

Die Stadterhebung veränderte den amtlichen Gemeindenamen nicht. Dieser blieb Opfikon.

Einführung des Stadtparlaments

1974 ersetzte ein Gemeindeparlament die Gemeindeversammlung.

Der Opfiker Gemeinderat besitzt 36 Mitglieder.

Die Einführung des Parlaments entsprach der zunehmenden Grösse, Bevölkerungsvielfalt und Komplexität der kommunalen Aufgaben.

Glattpark

Das Oberhauserriet blieb trotz seiner günstigen Lage lange weitgehend unüberbaut.

Seit den 1950er-Jahren bestanden verschiedene Planungen für das Gebiet.

Zwischen 1957 und 2000 wurde der Quartierplan erarbeitet. Das Plangebiet umfasst 67,4 Hektaren.

Der Baubeginn der ersten Etappe erfolgte im September 2001.

Glattpark wurde als gemischter Stadtteil mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, öffentlichen Räumen, Verkehrsanlagen und einem grossen Park entwickelt.[8]

Das langfristige Potenzial wurde mit ungefähr 7'000 Einwohnern und 7'000 Arbeitsplätzen angegeben.

Bevölkerung

Opfikon besitzt eine international zusammengesetzte Bevölkerung.

Ende 2025 lebten nach der für den Finanzausgleich verwendeten Statistik 21'336 Menschen in der Stadt.

Davon waren:

Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit, 2025
Gruppe Personen Anteil
Schweizer Staatsangehörige 11'532 rund 54 %
Ausländische Staatsangehörige 9'804 rund 46 %
Gesamtbevölkerung 21'336 100 %

Der Ausländeranteil gehört zu den höchsten im Kanton Zürich.

Die internationale Bevölkerung hängt mit dem Flughafen, den zahlreichen Unternehmen, der guten Verkehrsanbindung und dem grossen Mietwohnungsangebot zusammen.

Neben Deutsch werden zahlreiche weitere Sprachen gesprochen, darunter:

  • Italienisch;
  • Englisch;
  • Portugiesisch;
  • Albanisch;
  • Spanisch;
  • Türkisch;
  • Serbisch;
  • Kroatisch;
  • Tamilisch;
  • Arabisch.

Die Stadt führt verschiedene Integrations-, Bildungs- und Begegnungsangebote.

Bevölkerungsentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl
Jahr Einwohner Bemerkung
1467 7 Haushalte Nur für Opfikon überliefert
1634 26 Haushalte Zusätzlich 9 Haushalte in Oberhausen
1850 611 Beginn der modernen Bevölkerungsstatistik
1900 706 Noch überwiegend bäuerliche Gemeinde
1910 weniger als 1'000 Wachstum im Umfeld der Eisenbahn
1950 2'613 Beginn des starken Nachkriegswachstums
1970 11'115 Kurz nach der Erhebung zur Stadt
2000 12'062 Vor der grossen Entwicklung von Glattpark
2015 rund 18'000 Starkes Wachstum durch neue Wohnquartiere
2020 rund 20'500 Fortgesetzte Verdichtung
2025 21'336 Einwohnerbestand gemäss Finanzausgleichsstatistik

Die Einwohnerzahl kann je nach statistischer Definition leicht unterschiedlich ausfallen. Die wirtschaftliche Wohnbevölkerung umfasst teilweise zusätzliche Personengruppen, beispielsweise Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter.

Politik

Opfikon besitzt eine parlamentarische Gemeindeorganisation.

Die wichtigsten politischen Organe sind:

  • die Stimmberechtigten;
  • der Gemeinderat;
  • der Stadtrat;
  • die Schulpflege;
  • die Sozialbehörde;
  • verschiedene Fachkommissionen.

Gemeinderat

Der Gemeinderat ist die Legislative der Stadt.

Er besteht aus 36 Mitgliedern und wurde 1974 eingeführt.[1]

Die Mitglieder werden für vier Jahre im Proporzverfahren gewählt.

Der Gemeinderat entscheidet unter anderem über:

  • Budget;
  • Jahresrechnung;
  • Steuerfuss;
  • kommunale Erlasse;
  • grössere Kredite;
  • Bau- und Planungsvorlagen;
  • parlamentarische Vorstösse;
  • Beteiligungen und Verträge;
  • Aufsicht über Stadtrat und Verwaltung.

Zu den parlamentarischen Instrumenten gehören:

  • Motion;
  • Postulat;
  • Interpellation;
  • Anfrage;
  • parlamentarische Initiative.

Die Sitzungen sind grundsätzlich öffentlich.

Stadtrat

Der Stadtrat bildet die Exekutive.

Er besteht aus sechs direkt gewählten Stadtratsmitgliedern sowie dem Präsidenten der Schulpflege, der von Amtes wegen dem Stadtrat angehört.

Für die Amtsperiode 2026–2030 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:[9]

Stadtrat 2026–2030
Person Funktion oder Ressort
Roman Schmid Stadtpräsident und Ressort Präsidiales
Heidi Kläusler-Gysin Erste Vizepräsidentin und Ressort Soziales
Bruno Maurer Zweiter Vizepräsident und Ressort Bau und Infrastruktur
Reto Bolliger Schulpräsident
Jörg Mäder Ressort Gesellschaft
Cirillo Pante Ressort Bevölkerungsdienste
Mathias Zika Ressort Finanzen und Liegenschaften

Der Stadtrat arbeitet als Kollegialbehörde und bereitet die Geschäfte des Gemeinderats sowie der Stimmberechtigten vor.

Verwaltung

Die Stadtverwaltung befindet sich an der Oberhauserstrasse in Glattbrugg.

Zu ihren Aufgabenbereichen gehören:

  • Präsidiales;
  • Finanzen und Liegenschaften;
  • Bau und Infrastruktur;
  • Bevölkerungsdienste;
  • Gesellschaft;
  • Soziales;
  • Schule;
  • Sicherheit;
  • Stadtplanung;
  • Umwelt und Energie.

Wirtschaft

Opfikon gehört zu den bedeutenden Wirtschaftsstandorten des Glattals.

Die Lage zwischen Zürich und Flughafen ermöglicht kurze Verbindungen zu nationalen und internationalen Verkehrsnetzen.

In der Stadt bestehen mehr Arbeitsplätze als Einwohnerinnen und Einwohner im erwerbsfähigen Alter.

Mehr als 1'000 Betriebe bieten zusammen ungefähr 20'000 Arbeitsplätze.[10]

Wichtige Wirtschaftszweige sind:

  • Luftverkehr und flughafenbezogene Dienstleistungen;
  • Hotellerie;
  • Gastronomie;
  • Logistik;
  • Informatik;
  • Telekommunikation;
  • Versicherungen;
  • Beratung;
  • Handel;
  • Immobilien;
  • Bauwirtschaft;
  • Gesundheits- und Sozialwesen.

Flughafenregion

Opfikon ist Mitglied der Standortförderung Flughafenregion Zürich.

Zahlreiche Unternehmen wählen Glattbrugg oder Glattpark wegen der Nähe zum Flughafen, zum Hauptbahnhof Zürich und zu den Autobahnen.

Der Bereich zwischen Bahnhof Glattbrugg, Balsberg und Flughafen wird als Teil der Airport City betrachtet.

Die Airport City erstreckt sich über Gebiete von Opfikon, Kloten und Rümlang.[11]

Hotellerie

Glattbrugg besitzt eine hohe Konzentration von Hotels.

Die Betriebe richten sich an:

  • Flugreisende;
  • Geschäftsreisende;
  • Messebesucher;
  • Airlinepersonal;
  • Konferenzgäste;
  • Touristinnen und Touristen.

Hotelbusse, Bahn, Tram und Linienbusse stellen Verbindungen zum Flughafen und zur Stadt Zürich her.

Glattpark als Arbeitsplatzgebiet

Glattpark verbindet Wohn- und Arbeitsplatznutzungen.

Mehrere internationale Unternehmen, Verwaltungen und Dienstleistungsbetriebe bezogen dort moderne Bürogebäude.

Die Nähe zu Zürich Oerlikon, Messe Zürich und Flughafen stärkt die wirtschaftliche Bedeutung des Stadtteils.

Verkehr

Opfikon ist einer der besterschlossenen Verkehrsknoten im Kanton Zürich.

Eisenbahn

Auf dem Stadtgebiet befinden sich die Bahnhöfe:

  • Opfikon;
  • Glattbrugg.

Die Bahnhöfe werden von Linien der Zürcher S-Bahn bedient.

Direkte oder umsteigefreie Verbindungen bestehen unter anderem nach:

  • Zürich Hauptbahnhof;
  • Zürich Oerlikon;
  • Flughafen Zürich;
  • Kloten;
  • Bülach;
  • Winterthur;
  • Uster;
  • weiteren Gemeinden der Agglomeration.

Der Bahnhof Glattbrugg entwickelte sich seit seiner Eröffnung 1865 zum wichtigsten Verkehrszentrum der Gemeinde.

Glattalbahn

Die Glattalbahn verbindet Zürich Nord mit Opfikon, dem Flughafen, Wallisellen und weiteren Orten des Glattals.

Seit Ende 2010 ist das Netz vollständig in Betrieb.[12]

Tramlinien erschliessen unter anderem:

  • Glattpark;
  • Bahnhof Glattbrugg;
  • Balsberg;
  • Flughafen Zürich;
  • Zürich Oerlikon;
  • Zürich Hauptbahnhof;
  • Wallisellen.

Die Glattalbahn war eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des Glattparks.

Busverkehr

Mehrere Buslinien der Verkehrsbetriebe Glattal verbinden die Stadtteile miteinander und mit den Nachbargemeinden.

Busverbindungen bestehen unter anderem nach:

  • Flughafen Zürich;
  • Kloten;
  • Wallisellen;
  • Zürich Seebach;
  • Zürich Oerlikon;
  • Rümlang;
  • Bassersdorf.

Strassenverkehr

Opfikon liegt an bedeutenden Strassenachsen zwischen Zürich, Flughafen und Zürcher Unterland.

Die Autobahnen A1 und A11 verlaufen in unmittelbarer Nähe.

Wichtige Strassen sind:

  • Schaffhauserstrasse;
  • Flughofstrasse;
  • Thurgauerstrasse;
  • Wallisellerstrasse;
  • Oberhauserstrasse;
  • Birchstrasse.

Der starke Pendler-, Flughafen- und Wirtschaftsverkehr führt zu hoher Belastung durch Lärm, Abgase und Staus.

Flughafen

Der Flughafen Zürich liegt unmittelbar nördlich der Stadtgrenze.

Vom Bahnhof Glattbrugg und von mehreren Tram- und Bushaltestellen ist der Flughafen in wenigen Minuten erreichbar.

Die Nähe zum Flughafen bringt wirtschaftliche Vorteile, verursacht aber zugleich:

  • Fluglärm;
  • Einschränkungen der Gebäudehöhe;
  • besondere Bauvorschriften;
  • Belastung durch Zubringerverkehr;
  • raumplanerische Konflikte.

Fuss- und Veloverkehr

Entlang der Glatt und durch den Opfikerpark führen regionale Fuss- und Velorouten.

Die Stadt verbessert schrittweise die Verbindungen zwischen:

  • historischem Dorfkern;
  • Bahnhof Opfikon;
  • Bahnhof Glattbrugg;
  • Glattpark;
  • Zürich;
  • Wallisellen;
  • Kloten;
  • Hardwald.

Autobahnen, Bahnlinien und Hauptstrassen stellen jedoch erhebliche räumliche Barrieren dar.

Stadtentwicklung

Glattpark

Glattpark ist der jüngste und grösste neu geplante Stadtteil Opfikons.

Das Quartierplanverfahren dauerte von 1957 bis 2000.

Das gesamte Planungsgebiet umfasst 67,4 Hektaren. Davon sind rund 31 Hektaren nach Sonderbauvorschriften überbaubar.

Der Stadtteil wurde für ein langfristiges Potenzial von etwa 7'000 Einwohnern und 7'000 Arbeitsplätzen ausgelegt.[8]

Die Bebauung umfasst:

  • Mehrfamilienhäuser;
  • Bürogebäude;
  • Hotels;
  • Geschäfte;
  • Gastronomie;
  • Kindertagesstätten;
  • öffentliche Plätze;
  • Promenaden;
  • Sport- und Freizeitflächen.

Die Architektur ist überwiegend modern und städtisch geprägt.

Opfikerpark

Der Opfikerpark bildet den zentralen Freiraum von Glattpark.

Für den Park mit See wurde eine Fläche von rund 12,8 Hektaren reserviert.

Der erste Spatenstich erfolgte im Juni 2005. Im Dezember 2006 wurde der Park eröffnet.[13]

Zum Park gehören:

  • Glattpark-See;
  • Liegewiesen;
  • Promenaden;
  • Spielbereiche;
  • Beachvolleyballfeld;
  • Basketballfeld;
  • Grillstellen;
  • Fitnessanlagen;
  • Schilf- und Flachwasserbereiche.

Der Park soll einen Ausgleich zur dichten Bebauung des Stadtteils schaffen.

Glattpark-See

Der künstlich angelegte Glattpark-See besitzt eine Fläche von ungefähr 23'000 Quadratmetern.

Er ist etwa 550 Meter lang, 41 Meter breit und bis zu drei Meter tief.

Der See wird durch Regenwasser, Dachwasser und bei Bedarf Grundwasser gespeist.

Sein Wasser erreicht Badequalität. Das Baden ist in den dafür vorgesehenen Bereichen möglich.

Die geradlinig gestaltete Uferseite bildet eine städtische Kante. Auf der gegenüberliegenden Seite gehen Flachwasserzonen und Schilfpflanzungen in den Park über.

Verdichtung

Neben Glattpark entstehen neue Wohnungen zunehmend durch Verdichtung bestehender Quartiere.

Ältere Einfamilienhäuser, Gewerbebauten und kleinere Mehrfamilienhäuser werden teilweise durch grössere Gebäude ersetzt.

Die Stadtplanung muss dabei unterschiedliche Interessen miteinander verbinden:

  • Schaffung von Wohnraum;
  • Schutz historischer Ortsbilder;
  • Erhaltung von Freiflächen;
  • Lärmschutz;
  • Verkehrskapazität;
  • soziale Durchmischung;
  • Klimaanpassung;
  • wirtschaftliche Entwicklung.

Bildung

Die Schule Opfikon führt Kindergärten, Primarschulen und die Sekundarstufe.

Zu den Schulanlagen gehören unter anderem:

  • Bubenholz;
  • Halden;
  • Lättenwiesen;
  • Mettlen;
  • Oberhausen.

Das Wachstum von Glattpark und anderen Quartieren führt zu einem laufenden Bedarf an zusätzlichen Schulräumen.

Zum Bildungsangebot gehören:

  • schulergänzende Betreuung;
  • Tagesstrukturen;
  • Musikschule;
  • Schulsozialarbeit;
  • heilpädagogische Angebote;
  • Berufswahlvorbereitung;
  • Integrations- und Sprachförderung.

Weiterführende Schulen befinden sich insbesondere in Zürich, Kloten, Bülach und Winterthur.

Religion

Reformierte Kirche

Opfikon und Oberhausen gehörten während Jahrhunderten zur reformierten Kirchgemeinde Kloten.

Das starke Bevölkerungswachstum nach dem Bau des Flughafens führte zur Errichtung einer eigenen Kirche.

Die reformierte Kirche Halden wurde 1957 eröffnet.

Sie dient Gottesdiensten, Konzerten, Abdankungen, Unterricht und Gemeindeveranstaltungen.

Opfikon bildet heute eine eigene reformierte Kirchgemeinde.

Römisch-katholische Kirche

Die katholische Bevölkerung nahm im 20. Jahrhundert durch Zuwanderung stark zu.

Die katholische Kirche St. Anna in Glattbrugg bildet das Zentrum der katholischen Pfarrei.

Neben Gottesdiensten organisiert die Pfarrei:

  • Religionsunterricht;
  • soziale Angebote;
  • Integrationsarbeit;
  • Jugendveranstaltungen;
  • kulturelle Anlässe.

Religiöse Vielfalt

Die internationale Bevölkerung führte zur Entstehung weiterer christlicher, muslimischer, hinduistischer, buddhistischer und anderer religiöser Gemeinschaften.

2025 gehörten 4'232 Einwohnerinnen und Einwohner der römisch-katholischen und 1'973 der evangelisch-reformierten Kirche an. 15'019 Personen waren keiner staatlich anerkannten Kirche oder einer anderen Religionsgemeinschaft zugeordnet.[2]

Kultur

Dorf-Träff und Ortsmuseum

Das Ortsmuseum befindet sich im Dorf-Träff an der Dorfstrasse im historischen Unterdorf.

Das Gebäude ist ungefähr 350 Jahre alt.

Eine eingerichtete Museumswohnung zeigt das alltägliche Leben früherer Generationen in Opfikon.

Die Sammlung umfasst:

  • Möbel;
  • Werkzeuge;
  • Haushaltsgegenstände;
  • landwirtschaftliche Geräte;
  • Fotografien;
  • Dokumente;
  • Gegenstände des lokalen Handwerks.

Der Dorf-Träff dient zugleich als Galerie, Veranstaltungsraum und kultureller Begegnungsort.[14]

Neujahrsblatt

Die Stadt veröffentlicht jährlich ein Neujahrsblatt.

Die Publikationen behandeln Themen aus:

  • Ortsgeschichte;
  • Politik;
  • Architektur;
  • Verkehr;
  • Wirtschaft;
  • Kultur;
  • Gesellschaft;
  • Natur.

Die Neujahrsblätter bilden zusammen mit den Stadtchroniken eine bedeutende Quelle zur Geschichte Opfikons.

Kleintheater Mettlen

Das Kleintheater Mettlen bietet Theater, Kabarett, Musik und weitere Bühnenveranstaltungen.

Es gehört zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen der Stadt.

Stadtbibliothek

Die Stadtbibliothek stellt Bücher, Zeitschriften, audiovisuelle Medien und digitale Angebote zur Verfügung.

Sie führt Lesungen, Sprachförderung, Kinderveranstaltungen und Bildungsangebote durch.

Vereine

Mehr als 80 Vereine engagieren sich in Opfikon.

Vertreten sind unter anderem:

  • Sport;
  • Musik;
  • Theater;
  • Kultur;
  • Quartierleben;
  • Natur- und Umweltschutz;
  • Politik;
  • Religion;
  • Integration;
  • Jugend;
  • Seniorenarbeit.

Sehenswürdigkeiten und bemerkenswerte Orte

Historischer Dorfkern Opfikon

Der alte Dorfkern liegt beidseits der Dorfstrasse.

Einzelne Bauernhäuser, Brunnen, Gärten und frühere Wirtschaftsgebäude erinnern an die Zeit vor der Verstädterung.

Das Unterdorf besitzt trotz der umliegenden dichten Bebauung einen teilweise dörflichen Charakter.

Dorf-Träff

Das historische Gebäude des Dorf-Träffs gehört zu den ältesten erhaltenen Wohnhäusern der Stadt.

Es beherbergt das Ortsmuseum und eine Galerie.

Glattbrücke

Die Brücke über die Glatt erinnert an den Ursprung des Namens Glattbrugg.

Der heutige Übergang ist Teil eines stark ausgebauten Verkehrsraums. Die historische Funktion als Verbindung zwischen Opfikon und Oberhausen bleibt jedoch im Ortsnamen sichtbar.

Opfikerpark

Der Opfikerpark mit dem Glattpark-See ist das bekannteste moderne Landschaftsbauwerk der Stadt.

Die Anlage verbindet städtische Architektur mit Wasserflächen, Wiesen und Freizeitangeboten.

Hardwald

Der Hardwald ist der grösste zusammenhängende naturnahe Erholungsraum der Stadt.

Reformierte Kirche Halden

Die Kirche Halden ist ein bedeutender Sakralbau der Nachkriegszeit und ein Wahrzeichen des höher gelegenen Siedlungsgebiets.

Brunnen im Unterdorf

Der historische Brunnen mit dem Weinträger erinnert an den früheren Rebbau.

Freizeit und Sport

Opfikon besitzt zahlreiche Sport- und Freizeitanlagen.

Dazu gehören:

  • Freizeitbad Opfikon;
  • Sportanlage Au;
  • Opfikerpark;
  • Glattpark-See;
  • Fussballplätze;
  • Turnhallen;
  • Tennisanlagen;
  • Spielplätze;
  • Hardwald;
  • Fuss- und Velowege entlang der Glatt.

Das Freizeitbad umfasst Hallen- und Freibadbereiche sowie Wellness- und Kursangebote.

Der Opfikerpark wird für Sport, Erholung, Veranstaltungen und das jährliche Food-Festival genutzt.

Natur und Umwelt

Trotz der hohen Siedlungsdichte bestehen in Opfikon bedeutende Natur- und Freiräume.

Dazu gehören:

  • Hardwald;
  • Glatt;
  • Opfikerpark;
  • Glattpark-See;
  • kleinere Grünanlagen;
  • Bach- und Uferbereiche;
  • landwirtschaftliche Restflächen.

Die Stadt verfolgt Massnahmen in den Bereichen:

  • Energieplanung;
  • Wärmenetze;
  • Gebäudesanierung;
  • Förderung erneuerbarer Energie;
  • ökologische Aufwertung der Glatt;
  • Baumpflanzungen;
  • Hochwasserschutz;
  • Hitzeminderung;
  • Veloverkehr.

Eine besondere Umweltbelastung entsteht durch Flug-, Strassen- und Eisenbahnlärm.

Patengemeinde

Opfikon unterhält eine Partnerschaft mit der bündnerischen Gemeinde Val Müstair.

Val Müstair entstand 2009 aus dem Zusammenschluss der früheren Gemeinden Fuldera, Lü, Müstair, Santa Maria Val Müstair, Tschierv und Valchava.

Die Partnerschaft verbindet eine dicht besiedelte Stadt im Zürcher Glattal mit einer ländlichen, rätoromanisch geprägten Berggemeinde.

Bedeutung

Opfikon ist ein charakteristisches Beispiel für den raschen Wandel des Zürcher Glattals.

Innerhalb weniger Generationen entwickelte sich die Gemeinde:

  • vom Bauerndorf zur Vorortsgemeinde;
  • vom lokalen Siedlungsraum zum internationalen Wirtschaftsstandort;
  • von getrennten Dörfern zu einer zusammenhängenden Stadt;
  • von der Gemeindeversammlung zur parlamentarisch organisierten Stadt;
  • vom Oberhauserriet zum modernen Glattpark.

Die Stadt besitzt eine besondere Bedeutung als Verbindungsglied zwischen Zürich und dem Flughafen.

Zu ihren prägenden Merkmalen gehören:

  • internationale Bevölkerung;
  • hohe Arbeitsplatzdichte;
  • ausgezeichnete Verkehrsanbindung;
  • starke Bautätigkeit;
  • Nähe zum Flughafen;
  • Glattpark;
  • Opfikerpark;
  • historische Dorfkerne;
  • Glatt und Hardwald.

Zeittafel

Wichtige Ereignisse
Zeitraum oder Jahr Ereignis
Jungsteinzeit Ein Steinkistengrab belegt die frühe Anwesenheit von Menschen.
Römische Zeit Verkehrswege führen durch das Glattal in Richtung Kloten und Rhein.
Frühmittelalter Entstehung der alemannischen Siedlungen Opfikon und Oberhausen.
1153 Erste urkundliche Erwähnung als Obfinchoven und Obrenhusen.
1264 Nach dem Aussterben der Kyburger gelangen wichtige Herrschaftsrechte an Habsburg-Österreich.
um 1440 Die Opfiker Dorfgemeinschaft wird in einer Offnung als «Gebursami» erwähnt.
15. Jahrhundert Verstärkung der Zürcher Herrschaft im Glattal.
1520er-Jahre Einführung der Zürcher Reformation.
1798 Ende der Zürcher Untertanenherrschaft; Opfikon und Oberhausen werden vorübergehend verschiedenen Gemeinden zugeteilt.
1803 Vereinigung von Opfikon und Oberhausen zur politischen Gemeinde Opfikon.
1852 Die Mühle Glattbrugg wird vollständig in die Gemeinde einbezogen.
1865 Eröffnung der Eisenbahn und des Bahnhofs Glattbrugg.
1918 Auflösung der Zivilgemeinden Opfikon und Oberhausen.
1919 Inkrafttreten einer neuen Gemeindeordnung.
1948 Eröffnung des Flughafens Zürich.
1957 Eröffnung der reformierten Kirche Halden.
1968 Opfikon wird Stadt; Eröffnung des Ortsmuseums.
1974 Einführung des Gemeinderats als Stadtparlament.
2000 Abschluss des Quartierplanverfahrens für Glattpark.
2001 Beginn der ersten Bauetappe von Glattpark.
2006 Eröffnung des Opfikerparks.
2010 Vollständige Inbetriebnahme der Glattalbahn.
2025 Opfikon zählt 21'336 Einwohnerinnen und Einwohner gemäss Finanzausgleichsstatistik.
2026 Der Stadtrat konstituiert sich für die Amtsperiode 2026–2030.

Siehe auch

Literatur

  • Walter Feller: Opfikon, Glattbrugg, Oberhausen einst und jetzt. Gemeinde Opfikon, Opfikon 1969.
  • Stadt Opfikon: Neujahrsblätter der Stadt Opfikon. Jährlich erscheinende Publikationsreihe.
  • Stadt Opfikon: Chroniken Opfikon 1985–2025. Opfikon.
  • Schule Opfikon: Schule Opfikon: Menschen, Fakten, Geschichte. Opfikon.
  • Martin Illi: Opfikon. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Über Opfikon, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Kennzahlen, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  3. Das frühe Mittelalter, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  4. Urzeit und Mittelalter, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  5. Die Entwicklung der einzelnen Gemeinden, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  6. Von den Stätten gewerblichen Fleisses, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  7. Opfikon, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 23. Juli 2026.
  8. 8,0 8,1 Glattpark, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  9. Stadtrat beschliesst Ressortverteilung für die Legislatur 2026–2030, Stadt Opfikon, 21. April 2026.
  10. Opfikon: die Entwicklung der Stadt, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  11. Airport City, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  12. Öffentlicher Verkehr, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  13. Opfikerpark, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.
  14. Dorf-Träff und Ortsmuseum, Stadt Opfikon, abgerufen am 23. Juli 2026.