Bezirk Horgen
| Bezirk Horgen | |
|---|---|
| Staat | Schweiz |
| Kanton | Zürich |
| Hauptort | Horgen |
| BFS-Nummer | 0106 |
| Gemeinden | 9 |
| Fläche | 104,24 km² |
| Einwohner | 132'542 (31. Dezember 2024) |
| Bevölkerungsdichte | 1272 Einwohner je km² |
| Region | Zimmerberg |
| Region-ISO | CH-ZH |
Der Bezirk Horgen ist einer der zwölf Bezirke des Kantons Zürich in der Schweiz. Sein Hauptort ist die gleichnamige Gemeinde Horgen. Der Bezirk erstreckt sich hauptsächlich über das linke, westliche Ufer des Zürichsees, den Zimmerberg und das untere Zürcher Sihltal.
Zum Bezirk gehören neun politische Gemeinden. Der nördliche Teil ist dicht besiedelt und weitgehend mit der Agglomeration Zürich zusammengewachsen. Der südliche und südwestliche Teil weist dagegen neben städtischen Zentren auch ländliche Gebiete, Wälder, Hügelzüge und kleinere Ortschaften auf. Mit mehr als 132'000 Einwohnerinnen und Einwohnern gehört der Bezirk zu den bevölkerungsreichen und am dichtesten besiedelten Bezirken des Kantons Zürich.[1]
Geografie
Der Bezirk Horgen liegt im Südwesten des Kantons Zürich. Im Osten bildet der Zürichsee über weite Strecken eine natürliche Grenze zum Bezirk Meilen. Im Norden grenzt das Bezirksgebiet an die Stadt Zürich, im Westen an den Bezirk Affoltern. Im Süden und Südwesten bestehen Grenzen zu den Kantonen Zug und Schwyz.
Das Landschaftsbild wird durch drei grosse Naturräume bestimmt: das Ufer des Zürichsees, den Zimmerberg und das Sihltal. Die Siedlungen Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden, Horgen, Wädenswil und Richterswil liegen direkt oder teilweise am See. Adliswil und Langnau am Albis befinden sich vorwiegend im Sihltal und an den westlichen Ausläufern des Albis.
Der Zimmerberg ist ein langgestreckter Höhenzug zwischen dem Zürichsee und dem Sihltal. Er entstand wesentlich durch Ablagerungen des eiszeitlichen Linthgletschers. Vom Seeufer steigt das Gelände über dicht bebaute Hänge zu landwirtschaftlich genutzten Hochflächen, Wäldern und Weilern an. Im südlichen Bezirksgebiet erreicht die Landschaft im Bereich des Höhronens Höhen von mehr als 1200 Metern über Meer.
Zu den bedeutenden Gewässern gehören neben dem Zürichsee und der Sihl der Hüttnersee sowie zahlreiche kleinere Bäche. Die Halbinsel Au bei Wädenswil ist eine der markantesten Landschaftsformen am linken Zürichseeufer.
Sihlwald und Albisgebiet
Im nordwestlichen Teil des Bezirks liegt der Sihlwald. Er bildet den Kern des Wildnisparks Zürich und gilt als grösster weitgehend naturbelassener und zusammenhängender Laubmischwald des Schweizer Mittellandes.[2]
Seit dem Ende der regulären forstwirtschaftlichen Nutzung kann sich der Wald in vielen Bereichen ohne grössere menschliche Eingriffe entwickeln. Dadurch entstanden Lebensräume mit alten Bäumen, stehendem und liegendem Totholz sowie einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Der Sihlwald ist zugleich ein wichtiges Naherholungsgebiet der Agglomeration Zürich.
Die bewaldeten Hänge des Albis trennen das Sihltal vom Knonauer Amt. Wanderwege verbinden Adliswil, Langnau am Albis, den Sihlwald, den Albispass und die benachbarten Gemeinden des Bezirks Affoltern.
Gemeinden
Zum Bezirk Horgen gehören seit 2019 neun politische Gemeinden:[3]
| Wappen | Gemeinde | BFS-Nummer | Bedeutende Ortsteile |
|---|---|---|---|
| Adliswil | 0131 | Oberleimbach, Sood | |
| Horgen | 0295 | Arn, Hirzel, Horgenberg, Käpfnach, Sihlbrugg Station, Sihlwald | |
| Kilchberg | 0135 | Bendlikon | |
| Wappen von Langnau am Albis | Langnau am Albis | 0136 | Albis, Gattikon |
| Wappen von Oberrieden | Oberrieden | 0137 | — |
| Wappen von Richterswil | Richterswil | 0138 | Samstagern |
| Rüschlikon | 0139 | — | |
| Thalwil | 0141 | Gattikon | |
| Wappen von Wädenswil | Wädenswil | 0293 | Au, Hütten, Schönenberg |
Horgen ist der Hauptort des Bezirks. Nach der Einwohnerzahl gehören Wädenswil, Horgen, Adliswil und Thalwil zu den grössten Gemeinden. Mehrere Gemeinden führen aufgrund ihrer Grösse und städtischen Struktur offiziell die Bezeichnung Stadt.
Gemeindefusionen
Die Zahl der politischen Gemeinden im Bezirk verringerte sich im 21. Jahrhundert durch zwei Gemeindefusionen.
Am 1. Januar 2018 wurde die frühere politische Gemeinde Hirzel in die Gemeinde Horgen eingegliedert. Hirzel besteht seither als Ortsteil und Ortschaft innerhalb der vergrösserten Gemeinde Horgen.
Am 1. Januar 2019 vereinigten sich die Stadt Wädenswil sowie die Gemeinden Schönenberg und Hütten zur neuen politischen Gemeinde Wädenswil. Die bisherigen Gemeinden Schönenberg und Hütten blieben als Ortschaften erhalten.
| Jahr | Frühere Gemeinden | Neue Gemeinde |
|---|---|---|
| 2018 | Hirzel und Horgen | Horgen |
| 2019 | Hütten, Schönenberg und Wädenswil | Wädenswil |
Durch diese Zusammenschlüsse sank die Zahl der politischen Gemeinden im Bezirk von zwölf auf neun.
Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Das Gebiet des Bezirks Horgen gehört zu den bedeutenden archäologischen Landschaften am Zürichsee. An mehreren Stellen wurden Überreste jungsteinzeitlicher und bronzezeitlicher Seeufersiedlungen entdeckt. Besonders bekannt sind die Fundstellen Horgen-Scheller und Wädenswil-Vorder Au.
Die nach dem Fundort Horgen benannte Horgener Kultur war eine jungsteinzeitliche Kultur, die ungefähr zwischen 3500 und 2800 v. Chr. in Teilen der heutigen Schweiz und der angrenzenden Regionen verbreitet war. Charakteristisch sind unter anderem dickwandige Keramikgefässe sowie auf Landwirtschaft, Viehzucht, Fischfang und Jagd ausgerichtete Lebensweisen.
Die Fundstellen Horgen-Scheller und Wädenswil-Vorder Au gehören zum seriellen UNESCO-Welterbe der prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen.[4]
Mittelalter und Frühe Neuzeit
Im Mittelalter gehörten die Gebiete des heutigen Bezirks zu unterschiedlichen kirchlichen und weltlichen Herrschaften. Eine wichtige Grundherrin war die Fraumünsterabtei in Zürich. Daneben besassen Klöster, Adelsfamilien und lokale Grundherren Rechte und Güter.
Die Stadt Zürich gewann seit dem Spätmittelalter zunehmend politischen Einfluss am linken Zürichseeufer. Teile des Gebiets wurden in Obervogteien und Landvogteien organisiert. Horgen und Thalwil bildeten zeitweise eine gemeinsame Obervogtei, während Wädenswil Mittelpunkt einer eigenen Landvogtei war.
Die Lage zwischen der reformierten Stadt Zürich und den katholischen Gebieten der Innerschweiz verlieh der Region während der konfessionellen Auseinandersetzungen des 16. und 17. Jahrhunderts eine strategische Bedeutung. Verkehrswege über den Hirzel, durch das Sihltal und entlang des Zürichsees verbanden Zürich mit Zug, Schwyz und der Zentral- und Ostschweiz.
= Entstehung des Bezirks
Die heutigen Zürcher Bezirke gehen auf die politischen und administrativen Umwälzungen um 1800 zurück. Nach dem Ende der alten Landvogteien führte die Helvetische Republik 1798 Distrikte als neue Verwaltungseinheiten ein.
Mit der Mediationsakte von 1803 wurde der Kanton Zürich in fünf grosse Bezirke gegliedert. Der damalige Bezirk Horgen war wesentlich grösser als der heutige Bezirk und umfasste auch Gebiete, die später den Bezirken Affoltern, Meilen und Zürich zugeteilt wurden.[5]
Während der Restaurationszeit entstanden 1814 kleinere Oberämter. Mit der liberalen Kantonsverfassung von 1831 wurden diese Verwaltungseinheiten als Bezirke bezeichnet. Der Bezirk Horgen erhielt dabei im Wesentlichen seine spätere territoriale Gestalt.
Der Bezirk bildet seither eine mittlere Verwaltungsebene zwischen dem Kanton und den politischen Gemeinden. Seine Grenzen wurden durch spätere Gebietsänderungen und Gemeindefusionen angepasst, ohne dass seine grundlegende Stellung innerhalb des Kantons verändert wurde.
= Bockenkrieg
Ein bedeutendes Ereignis der regionalen Geschichte war der Bockenkrieg von 1804. Teile der Landbevölkerung widersetzten sich der neuen politischen Ordnung der Mediationszeit, die aus ihrer Sicht die Vorherrschaft der Stadt Zürich wiederherstellte.
Das entscheidende Gefecht fand beim Landgut Bocken oberhalb von Horgen statt. Die Aufständischen unter der Führung von Hans Jakob Willi konnten die Regierungstruppen zunächst zurückdrängen. Der Aufstand brach jedoch kurz darauf zusammen. Willi und weitere führende Beteiligte wurden verhaftet, verurteilt und hingerichtet.
Der Bockenkrieg gilt als Ausdruck der langjährigen Spannungen zwischen der Stadt Zürich und der Zürcher Landschaft. Er ist insbesondere für die Geschichte von Horgen und Wädenswil von grosser Bedeutung.
= Industrialisierung
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich das linke Zürichseeufer zu einem wichtigen Gewerbe- und Industrieraum. Besonders bedeutend waren die Textilherstellung, die Seidenindustrie, die Baumwollverarbeitung und später der Maschinenbau.
Die zunächst in Heimarbeit organisierte Textilproduktion wurde zunehmend durch Fabriken ersetzt. Entlang von Bächen entstanden Spinnereien, Webereien und mechanische Werkstätten. Gemeinden wie Horgen, Wädenswil, Thalwil und Adliswil wandelten sich dadurch von landwirtschaftlich geprägten Ortschaften zu Industrie- und Arbeitergemeinden.
Die Eröffnung der linksufrigen Zürichseebahn im Jahr 1875 beschleunigte die wirtschaftliche Entwicklung. Sie erleichterte den Personen- und Güterverkehr zwischen Zürich, den Seegemeinden und der Ostschweiz. Im 20. Jahrhundert verloren viele traditionelle Industriebetriebe an Bedeutung. An ihre Stelle traten Dienstleistungsunternehmen, Forschungsbetriebe, Bildungsinstitutionen und moderne Gewerbebetriebe.
Bevölkerung
Der Bezirk Horgen gehört zu den dicht besiedelten Bezirken des Kantons Zürich. Ende 2024 lebten 132'542 Menschen auf einer Fläche von 104,24 Quadratkilometern. Dies entsprach einer Bevölkerungsdichte von rund 1272 Einwohnerinnen und Einwohnern je Quadratkilometer.[1]
Die Besiedlung ist räumlich ungleich verteilt. Besonders dicht bebaut ist der schmale Streifen zwischen dem Zürichsee und dem Zimmerberg. Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden, Horgen, Wädenswil und Richterswil bilden entlang des Seeufers eine beinahe zusammenhängende Siedlungslandschaft.
Auch Adliswil und Langnau am Albis sind durch die Nähe zur Stadt Zürich stark gewachsen. Einen ländlicheren Charakter besitzen Teile des Zimmerbergs, der Horgenberg, Hirzel, Samstagern, Schönenberg und Hütten.
Das Bevölkerungswachstum wurde seit dem späten 19. Jahrhundert durch Industrialisierung, Eisenbahnbau und die Ausdehnung der Agglomeration Zürich gefördert. Im 20. und frühen 21. Jahrhundert entstanden zahlreiche Wohnquartiere für Personen, die in Zürich oder anderen Wirtschaftszentren der Region arbeiten.
Verwaltung und Behörden
Der Bezirk Horgen ist keine autonome Gebietskörperschaft mit einer eigenen Regierung im Sinne einer politischen Gemeinde. Er dient als dezentrale Verwaltungs-, Aufsichts- und Rechtspflegeeinheit des Kantons Zürich.
Die Bezirksbehörden haben ihren Sitz im Hauptort Horgen. Zu ihnen gehören insbesondere der Bezirksrat, das Statthalteramt und das Bezirksgericht.
= Bezirksrat
Der Bezirksrat beaufsichtigt die politischen Gemeinden, Schulgemeinden, Zweckverbände und weitere öffentlich-rechtliche Körperschaften im Bezirk. Er prüft unter anderem die ordnungsgemässe Führung der Gemeindeverwaltungen und der öffentlichen Haushalte.
Zudem entscheidet der Bezirksrat als Rechtsmittelinstanz über bestimmte Rekurse gegen Anordnungen kommunaler Behörden. Dazu gehören unter anderem Fälle aus dem Gemeinde-, Sozial- und Verwaltungsrecht sowie Beschwerden gegen Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden.[6]
= Statthalteramt
Der Statthalter vertritt den Regierungsrat im Bezirk und steht zugleich dem Bezirksrat vor. Das Statthalteramt beaufsichtigt insbesondere die kommunalen Polizeien, die Feuerwehren, die Feuerpolizei und das kommunale Strassenwesen.
Es behandelt bestimmte Rekurse aus diesen Bereichen und vollzieht Teile des Übertretungsstrafrechts von Bund und Kanton. Der Statthalter wird von den Stimmberechtigten des Bezirks gewählt und entscheidet im Rahmen seiner gesetzlichen Zuständigkeiten unabhängig.[6]
= Bezirksgericht
Das Bezirksgericht Horgen ist das erstinstanzliche Gericht für Zivil- und Strafsachen aus den Gemeinden des Bezirks. Es behandelt unter anderem Familien-, Vertrags-, Miet-, Arbeits- und Erbschaftssachen sowie Strafverfahren, soweit diese nicht in die Zuständigkeit einer anderen Instanz fallen.
Politik
Der Bezirk Horgen bildet bei kantonalen Wahlen einen eigenen Wahlkreis. Die Stimmberechtigten wählen eine der Bevölkerungszahl entsprechende Zahl von Mitgliedern in den Zürcher Kantonsrat.
Das politische Profil unterscheidet sich innerhalb des Bezirks. Die dicht besiedelten Gemeinden im nördlichen Teil weisen teilweise einen stärker städtischen Charakter auf, während in den südlichen und ländlicheren Ortsteilen andere politische Mehrheiten auftreten können.
Auf kommunaler Ebene verfügen die Städte und Gemeinden über eigene Parlamente oder Gemeindeversammlungen, Exekutiven und Verwaltungen. Adliswil, Horgen, Thalwil und Wädenswil besitzen aufgrund ihrer Grösse besonders ausgebaute kommunale Verwaltungsstrukturen.
Wirtschaft
Die Wirtschaft des Bezirks Horgen ist vielfältig. Traditionelle Industriezweige wurden seit dem späten 20. Jahrhundert zunehmend durch Dienstleistungen, Forschung, Bildung, Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen und technologieorientierte Unternehmen ergänzt.
Am linken Zürichseeufer befinden sich zahlreiche Arbeitsplätze in Unternehmensverwaltungen, Beratungsbetrieben, Banken, Versicherungen und spezialisierten Dienstleistungsunternehmen. Kilchberg ist Sitz des Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli. In Rüschlikon befindet sich ein bedeutendes Forschungszentrum von IBM. Horgen und Wädenswil sind regionale Zentren für Verwaltung, Gewerbe, Gesundheitsversorgung und Bildung.
In Wädenswil befinden sich Standorte der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Die dortige School of Life Sciences and Facility Management ist insbesondere in den Bereichen Lebensmitteltechnologie, Biotechnologie, Chemie, Umwelt und Gebäudemanagement tätig.
Landwirtschaft besitzt vor allem auf dem Zimmerberg, in Hirzel, Schönenberg, Hütten und Samstagern weiterhin eine landschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung. Zu den Schwerpunkten gehören Milchwirtschaft, Viehzucht, Obstbau und landwirtschaftliche Spezialkulturen.
Verkehr
Der Bezirk Horgen ist eng in das Verkehrsnetz der Metropolitanregion Zürich eingebunden. Die wichtigsten Verkehrsachsen verlaufen entlang des Zürichsees und durch das Sihltal.
= Eisenbahn
Die linksufrige Zürichseebahn verbindet Zürich mit Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden, Horgen, Au, Wädenswil und Richterswil. Sie wird von mehreren Linien der S-Bahn Zürich sowie von regionalen und überregionalen Zügen benutzt.
Thalwil ist ein wichtiger Eisenbahnknoten. Von dort führen Strecken entlang des Zürichsees in Richtung Chur und durch den Zimmerberg-Basistunnel in Richtung Zug und Luzern. In Wädenswil zweigt die Strecke der Schweizerischen Südostbahn nach Einsiedeln ab.
Adliswil, Langnau-Gattikon und Sihlwald werden durch die Sihltalbahn erschlossen. Sie verbindet das Sihltal direkt mit dem Zürcher Hauptbahnhof.
= Strassenverkehr
Die Autobahn A3 durchquert den Bezirk von Zürich in Richtung Pfäffikon und Chur. Anschlüsse befinden sich unter anderem bei Thalwil, Horgen, Wädenswil und Richterswil.
Weitere wichtige Strassenverbindungen führen entlang des Zürichsees, durch das Sihltal sowie über den Hirzel in den Kanton Zug. Die starke Pendlerverflechtung mit Zürich führt insbesondere während der Hauptverkehrszeiten zu einer hohen Belastung der Strassen.
= Schiffsverkehr
Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft bedient mehrere Anlegestellen im Bezirk. Regelmässige Schiffsverbindungen bestehen unter anderem nach Thalwil, Horgen, Wädenswil und Richterswil.
Die Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen verbindet Horgen mit Meilen am rechten Zürichseeufer. Sie ist sowohl für den Personen- als auch für den Fahrzeugverkehr von regionaler Bedeutung und verkürzt die Verbindung zwischen den beiden Seeufern erheblich.
Bildung und Forschung
In sämtlichen Gemeinden bestehen Kindergärten, Primarschulen und Sekundarschulen. Weiterführende Bildungsangebote konzentrieren sich vor allem in Horgen und Wädenswil.
Wädenswil ist ein überregional bedeutender Hochschul- und Forschungsstandort. Neben der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften befinden sich dort Einrichtungen der landwirtschaftlichen und lebensmittelwissenschaftlichen Forschung.
Weitere Bildungsangebote umfassen Berufsfachschulen, Musikschulen, Erwachsenenbildung und private Schulen. Aufgrund der Nähe zur Stadt Zürich sind auch die Hochschulen und höheren Fachschulen der Stadt für die Bevölkerung des Bezirks gut erreichbar.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Der Bezirk besitzt zahlreiche historische Ortskerne, Kirchen, Landsitze, Fabrikbauten und bäuerliche Gebäude. Die Entwicklung vom ländlichen Raum zur Industrie- und Wohnregion ist in vielen Gemeinden noch deutlich erkennbar.
Zu den bekannten Kultur- und Ausflugszielen gehören:
- das Johanna-Spyri-Museum in Hirzel
- die Halbinsel Au mit dem Landgut Au
- der Wildnispark Zürich Sihlwald
- das Ortsmuseum Horgen
- die historischen Ortskerne von Horgen, Richterswil und Wädenswil
- das Lindt Home of Chocolate in Kilchberg
- die reformierten Kirchen und historischen Landsitze am linken Zürichseeufer
- die UNESCO-Fundstellen Horgen-Scheller und Wädenswil-Vorder Au
Ein dichtes Netz von Wanderwegen erschliesst den Zimmerberg, das Sihltal, den Sihlwald und die ländlichen Gebiete im Süden des Bezirks. Entlang des Zürichsees befinden sich Strandbäder, Hafenanlagen, Uferwege und öffentliche Parkanlagen.
Regionale Zusammenarbeit
Die Gemeinden des Bezirks arbeiten in zahlreichen Bereichen zusammen. Dazu gehören öffentlicher Verkehr, Raumplanung, Abfallentsorgung, Wasserversorgung, Abwasserreinigung, Gesundheitsversorgung, soziale Einrichtungen und regionale Sicherheitsaufgaben.
Ein wichtiges Organ der regionalen Raumplanung ist die Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg. Ihr Gebiet entspricht weitgehend dem Bezirk Horgen. Sie koordiniert die räumliche Entwicklung und vertritt regionale Interessen gegenüber dem Kanton und den Gemeinden.
Die enge wirtschaftliche und verkehrliche Verflechtung mit Zürich führt dazu, dass der Bezirk zugleich Teil der Agglomeration, der Metropolitanregion Zürich und des Lebensraums Zürichsee ist.
Siehe auch
- Bezirke des Kantons Zürich
- Kanton Zürich
- Zimmerberg
- Zürichsee
- Sihltal
- Bezirk Meilen
- Bezirk Affoltern
Weblinks
- Offizielle Seite des Bezirks Horgen beim Kanton Zürich
- Zürcher Gemeinden in Zahlen
- Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg
- Wildnispark Zürich
- Offizielle Website der Gemeinde Horgen
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk und Gemeinde, Bundesamt für Statistik, Datenstand 2024, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Bezirk Horgen, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Gemeinden im Bezirk Horgen, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ «Einst und Jetzt»: Funde aus Pfahlbausiedlungen, Kanton Zürich, 10. September 2021, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Bezirke – Am Anfang stand Napoleon, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Statthalterämter und Bezirksratskanzleien, Kanton Zürich, abgerufen am 24. Juli 2026.
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