Rüschlikon
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Rüschlikon |
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Rüschlikon am Zürichsee
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
0139 |
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Postleitzahl |
8803 |
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Koordinaten |
47.30750° N, 8.55611° E |
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Höhe |
432 m ü. M. |
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Fläche |
2.93 km² |
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Einwohner |
6450
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Website |
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Rüschlikon ist eine politische Gemeinde im Bezirk Horgen des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt am linken Ufer des Zürichsees südlich der Stadt Zürich und gehört zur Agglomeration Zürich. Ende 2025 zählte die Gemeinde 6450 Einwohnerinnen und Einwohner.[1]
Das Siedlungsgebiet erstreckt sich vom Seeufer über einen nach Westen ansteigenden Hang bis zu den bewaldeten Höhen des Zimmerbergs. Rüschlikon entwickelte sich im 20. Jahrhundert von einem landwirtschaftlich und kleingewerblich geprägten Dorf zu einer wohlhabenden Wohn- und Dienstleistungsgemeinde. Aufgrund der Nähe zu Zürich, der Lage am See und der guten Verkehrsanbindung gehört der Ort zu den gefragten Wohnlagen der Region.
Geographie
Rüschlikon liegt am linken Zürichseeufer, rund sieben Kilometer südlich des Stadtzentrums von Zürich. Das Gemeindegebiet umfasst 2,93 Quadratkilometer und reicht vom Seeufer auf etwa 406 Metern über Meer bis in die bewaldeten Gebiete des Zimmerbergs. Als mittlere Höhenlage der Gemeinde werden 432 Meter über Meer angegeben.[1]
Nachbargemeinden sind Kilchberg im Norden, Adliswil im Westen und Thalwil im Süden. Im Osten bildet der Zürichsee die natürliche Gemeindegrenze. Auf der gegenüberliegenden Seeseite liegen unter anderem Küsnacht und Erlenbach.
Das Siedlungsgebiet ist weitgehend mit den benachbarten Gemeinden Kilchberg und Thalwil zusammengewachsen. Zwischen dem dicht bebauten Seeufer und den höher gelegenen Wohnquartieren bestehen deutliche Höhenunterschiede. Der obere Gemeindeteil wird von Wohnbauten, öffentlichen Anlagen und Waldflächen geprägt.
Zur Gemeinde gehören rund 85 Hektaren Wald. Davon befinden sich etwa 59 Hektaren im Eigentum der Gemeinde. Der Wald dient der Holzproduktion, dem Schutz der natürlichen Lebensräume und der Naherholung.[1]
Ortsname
Rüschlikon wurde zwischen 1153 und 1155 erstmals als Rouslinchoven urkundlich erwähnt. Der Ortsname gehört zu den auf -ikon endenden alemannischen Siedlungsnamen. Diese gehen gewöhnlich auf ältere Bezeichnungen mit der Endung -inghofen zurück und verweisen auf die Höfe oder die Siedlung einer bestimmten Personengruppe.[2]
Die heutige Schreibweise entwickelte sich über mehrere historische Namensformen. In der lokalen Mundart wird der Gemeindename als Rüesclike beziehungsweise in einer ähnlichen alemannischen Lautung ausgesprochen.
Geschichte
Frühzeit und Mittelalter
Archäologische Funde im Gebiet des linken Zürichseeufers weisen auf eine Besiedlung bereits in vorgeschichtlicher und römischer Zeit hin. Eine dauerhafte dörfliche Siedlung entwickelte sich vermutlich im frühen Mittelalter.
Im Hochmittelalter gehörten Grundbesitz und Herrschaftsrechte in Rüschlikon verschiedenen geistlichen und weltlichen Grundherren. Zu ihnen zählten kirchliche Einrichtungen und Adelsfamilien aus der Region Zürich. Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Weinbau.
Kirchlich gehörte Rüschlikon während des Mittelalters zur grossen Pfarrei Kilchberg. Eine lokale Kapelle diente der Bevölkerung als Gotteshaus. Die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes war eng mit den benachbarten Siedlungen am linken Zürichseeufer verbunden.[2]
Im Jahr 1467 wurden in Rüschlikon 40 Haushalte gezählt. Die Einwohnerzahl wuchs in den folgenden Jahrhunderten langsam. Neben dem Ackerbau waren der Weinbau an den sonnenexponierten Hängen und die Nutzung des Zürichsees wichtige Erwerbsgrundlagen.
Frühe Neuzeit
Mit der Ausbreitung der Reformation im Herrschaftsgebiet der Stadt Zürich wurde Rüschlikon in den 1520er-Jahren reformiert. Kirchliche Einrichtungen und Besitzverhältnisse wurden neu geordnet.
Im 17. Jahrhundert nahm die Bevölkerung deutlich zu. Für 1671 sind 515 Einwohnerinnen und Einwohner überliefert. Die Landwirtschaft blieb der wichtigste Wirtschaftszweig, wurde jedoch zunehmend durch Heimarbeit ergänzt. Besonders die Textilverarbeitung und andere Tätigkeiten für städtische Auftraggeber ermöglichten zusätzliche Einkommen.[2]
Im Jahr 1713 wurde anstelle der älteren Kapelle eine neue reformierte Kirche errichtet. 1721 löste sich Rüschlikon kirchlich von Kilchberg und wurde zu einer selbstständigen Kirchgemeinde.[3]
19. Jahrhundert
Der politische Umbruch am Ende des 18. Jahrhunderts beseitigte die alten Untertanenverhältnisse. Während der Helvetischen Republik und der anschliessenden Neuordnung des Kantons Zürich entstand die moderne politische Gemeinde.
Zu den politisch aktiven Einwohnern dieser Zeit gehörte der Müller und Politiker Heinrich Rellstab. Er nahm 1798 am revolutionären Stäfner Konvent teil, gehörte später dem Grossen Rat der Helvetischen Republik an und setzte sich für die entschädigungslose Abschaffung feudaler Lasten ein.[4]
Die Eröffnung der linksufrigen Zürichseebahn im Jahr 1875 verbesserte die Verkehrsverbindungen nach Zürich und in die Gemeinden des oberen Zürichsees. Dadurch wurde Rüschlikon als Wohnort für Berufstätige attraktiver. Gleichzeitig verloren Landwirtschaft und Heimarbeit allmählich an Bedeutung.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden ausserhalb des alten Dorfkerns Villen, Landhäuser und neue Wohnquartiere. Wohlhabende Familien aus Zürich liessen sich am Seeufer und an den Hängen nieder. Die landschaftlich bevorzugte Lage zog auch Künstler an. Der Maler Hermann Gattiker lebte seit 1899 in Rüschlikon und gründete dort eine Künstlerkolonie.[5]
20. und 21. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert wandelte sich Rüschlikon endgültig von einem Bauern- und Weinbaudorf zu einer Vorortsgemeinde. Die Einwohnerzahl stieg besonders nach dem Zweiten Weltkrieg stark an. Landwirtschaftliche Flächen wurden zunehmend mit Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern, Schulen und öffentlichen Einrichtungen überbaut.
Der Ausbau des Eisenbahn-, Bus- und Strassennetzes erleichterte das Pendeln nach Zürich. Zugleich siedelten sich Dienstleistungsunternehmen, Forschungsinstitutionen und international tätige Firmen an. Die Gemeinde entwickelte sich zu einem Standort mit hoher Steuerkraft.
Die Nähe zur Stadt Zürich und die begrenzte Fläche führten zu einer weitgehend geschlossenen Besiedlung. Seit dem späten 20. Jahrhundert stehen deshalb die Verdichtung bestehender Quartiere, der Erhalt des Ortsbildes, der Schutz von Grünräumen und die Gestaltung des Seeufers im Mittelpunkt der kommunalen Raumplanung.
Seit 2011 beteiligt sich Rüschlikon am Programm Energiestadt. Im Februar 2014 erhielt die Gemeinde erstmals das Energiestadt-Label für ihre kommunale Energie- und Klimapolitik.[6]
Bevölkerung
Ende 2025 lebten 6450 Personen in Rüschlikon. Die Gemeinde gehört damit zu den kleineren bis mittelgrossen Gemeinden des Bezirks Horgen. Aufgrund der geringen Fläche weist sie eine hohe Bevölkerungsdichte auf.[1]
Die Bevölkerungsentwicklung wurde vor allem durch die Nähe zu Zürich und die zunehmende Bedeutung der Gemeinde als Wohnort bestimmt. Während Rüschlikon bis ins 19. Jahrhundert ein überschaubares Dorf blieb, setzte mit dem Eisenbahnbau und der Ausdehnung der Agglomeration ein starkes Wachstum ein.
Die Bevölkerung ist international zusammengesetzt. Ein bedeutender Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit. Dazu tragen die Lage in der Wirtschaftsregion Zürich, international tätige Unternehmen und die Nähe zu Forschungs- und Bildungseinrichtungen bei.
Im Jahr 2024 verzeichnete die Gemeinde 660 Zuzüge und 539 Wegzüge. Im selben Jahr wurden 49 Geburten, 42 Todesfälle und 23 Heiraten registriert. 75 Personen erwarben das Schweizer Bürgerrecht.[1]
Sprachen und Religionen
Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird überwiegend Schweizerdeutsch gesprochen. Aufgrund der internationalen Bevölkerung sind auch Englisch sowie weitere europäische und aussereuropäische Sprachen verbreitet.
Die Reformation prägte Rüschlikon über mehrere Jahrhunderte. Die reformierte Dorfkirche bildet bis heute einen markanten Bestandteil des Ortsbildes. Im Verlauf des 20. und 21. Jahrhunderts nahm die religiöse Vielfalt zu.
Neben Angehörigen der Evangelisch-reformierten und der Römisch-katholischen Kirche leben in der Gemeinde Mitglieder weiterer christlicher Gemeinschaften, anderer Religionen sowie konfessionslose Personen. Die römisch-katholische Bevölkerung gehört zur Pfarrei St. Marien in Langnau am Albis beziehungsweise zu den regional zuständigen kirchlichen Strukturen.
Politik
Gemeindeorganisation
Rüschlikon ist als politische Gemeinde nach dem Recht des Kantons Zürich organisiert. Die Stimmberechtigten entscheiden an der Gemeindeversammlung über wichtige kommunale Geschäfte. Dazu gehören das Budget, die Jahresrechnung, grössere Kredite, kommunale Erlasse und Angelegenheiten der Raumplanung.
Die Exekutive bildet der siebenköpfige Gemeinderat. Für die Amtsdauer 2026–2030 gehören ihm Dr. Fabian Müller als Gemeindepräsident, Simon Egli, Nadja Fossati, Matteo Pintonello, Dr. Seraina Rüegger, Elena Michel und Christina Spoerry an.[7]
Die Mitglieder des Gemeinderats leiten die Ressorts Präsidiales, Bildung, Finanzen, Gesellschaft, Hochbau und Planung, Infrastruktur und Sicherheit sowie Liegenschaften. Gemeindepräsident ist seit der Amtsperiode 2026–2030 der FDP-Politiker Fabian Müller.[8]
Neben dem Gemeinderat bestehen eine Schulpflege, eine Rechnungsprüfungskommission und verschiedene Fachkommissionen. Die Gemeindeverwaltung befindet sich am Pilgerweg 29.
Parteien
In Rüschlikon sind mehrere schweizerische Parteien mit lokalen Sektionen oder Ortsgruppen vertreten. Dazu gehören unter anderem die FDP.Die Liberalen, die Schweizerische Volkspartei, die Sozialdemokratische Partei der Schweiz, die Mitte, die Grüne Partei der Schweiz und die Grünliberale Partei.
Wie in zahlreichen wohlhabenden Gemeinden am Zürichsee erzielen bürgerliche Parteien bei kantonalen und eidgenössischen Wahlen traditionell hohe Stimmenanteile. Je nach Vorlage und Wahl unterscheiden sich die Mehrheitsverhältnisse jedoch.
Wappen
Das Gemeindewappen zeigt in Silber eine rote Rose mit goldenem Butzen, grünen Kelchblättern und grünem Stiel. Die Rose erscheint auch auf der Gemeindefahne und in der visuellen Darstellung der Gemeinde.
Die genaue historische Herkunft des Rosenmotivs ist nicht abschliessend geklärt. Es entwickelte sich aus älteren Darstellungen und wurde im Rahmen der Vereinheitlichung der Zürcher Gemeindewappen in seiner heutigen Form festgelegt.
Wirtschaft
Rüschlikon ist heute hauptsächlich eine Wohn- und Dienstleistungsgemeinde. Ende 2024 wurden 415 Arbeitsstätten gezählt.[1] Neben kleineren Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben befinden sich in der Gemeinde Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit internationaler Bedeutung.
Zu den bekanntesten Arbeitgebern gehört das IBM-Forschungslabor Zürich. Es wurde 1956 eröffnet und befindet sich seit 1962 auf dem Gelände in Rüschlikon. Forschende des Labors waren an grundlegenden Entwicklungen in der Physik, Informatik und Nanotechnologie beteiligt. Am Standort entstanden Arbeiten, die mit Nobelpreisen ausgezeichnet wurden, darunter die Entwicklung des Rastertunnelmikroskops und die Erforschung der Hochtemperatursupraleitung.
Weitere Arbeitsplätze bestehen im Gesundheitswesen, im Bildungsbereich, in der öffentlichen Verwaltung, im Detailhandel, in der Gastronomie, im Bauwesen und bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen.
Rüschlikon verfügt über eine hohe Steuerkraft. Für 2024 gab die Gemeinde eine Steuerkraft von 19'724 Franken pro Einwohnerin beziehungsweise Einwohner an.[1] Die kommunalen Finanzen können jedoch wegen der Zusammensetzung der Steuererträge und einzelner ausserordentlicher Einnahmen erheblichen jährlichen Schwankungen unterliegen.
Verkehr
Eisenbahn und Bus
Der Bahnhof Rüschlikon liegt an der linksufrigen Zürichseebahn zwischen Zürich und Ziegelbrücke. Er wird von Linien der S-Bahn Zürich bedient. Direkte Verbindungen bestehen unter anderem nach Zürich Hauptbahnhof sowie in Richtung Thalwil und Horgen.
Buslinien verbinden den Bahnhof und die verschiedenen Wohnquartiere mit benachbarten Gemeinden. Innerhalb des Gemeindegebiets bestehen elf Bushaltestellen und eine Bahnstation.[1] Der öffentliche Verkehr ist in den Zürcher Verkehrsverbund integriert.
Schifffahrt
An der Schiffstation Rüschlikon halten saisonal Kursschiffe der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft. Die Schiffsverbindungen dienen sowohl dem Ausflugsverkehr als auch der Erschliessung der Ortschaften am Zürichsee.
Die Schiffstation bildet zusammen mit dem Rosengarten und den öffentlichen Anlagen einen wichtigen Teil des Seeufers. Sie ist durch Fusswege mit dem Bahnhof und dem Dorfzentrum verbunden.
Strassenverkehr
Die Seestrasse verbindet Rüschlikon mit Zürich, Kilchberg und Thalwil. Über regionale Strassen bestehen Verbindungen nach Adliswil und zur Autobahn A3. Die Autobahn verläuft westlich des Gemeindegebiets durch das Gebiet des Zimmerbergs.
Wegen der dichten Bebauung und des Pendlerverkehrs gehören Verkehrsberuhigung, Parkierung und die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs zu den wiederkehrenden kommunalpolitischen Themen. Die Gemeinde verfügt über rund 6,5 Kilometer Wanderwege und 2,4 Kilometer Velowege.[1]
Bildung
Die Gemeinde führt Kindergärten sowie Primar- und Sekundarschulangebote. Ein wichtiger Schulstandort befindet sich im Gebiet Moos. Dort sind Schulgebäude und Sportanlagen räumlich miteinander verbunden.
Für weiterführende Schulen besuchen Jugendliche Einrichtungen in anderen Gemeinden des Bezirks Horgen oder in der Stadt Zürich. Zu den erreichbaren kantonalen Mittelschulen gehören unter anderem die Kantonsschulen in Zürich und Wädenswil.
Die Nähe zu Zürich ermöglicht den Zugang zu Hochschulen wie der Universität Zürich und der ETH Zürich. In Rüschlikon selbst befindet sich mit dem IBM-Forschungslabor eine international bekannte private Forschungseinrichtung.
Die Gemeindebibliothek verfügt über mehr als 9000 physische und digitale Medien. Sie bietet Bücher, Hörbücher, Filme und weitere Informationsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.[9]
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche steht oberhalb des Bahnhofs und prägt mit ihrem Turm das Ortsbild. Sie wurde 1713 anstelle einer älteren Kapelle errichtet. Mit der Gründung der selbstständigen Kirchgemeinde im Jahr 1721 erhielt sie eine zentrale Bedeutung für das kirchliche und gesellschaftliche Leben.
Das Kirchengebäude wurde im Verlauf seiner Geschichte mehrfach renoviert und an veränderte Bedürfnisse angepasst. Die Umgebung mit Pfarrhaus, Friedhof und historischen Gebäuden erinnert an den früheren Dorfkern.
Ortsmuseum
Das Ortsmuseum Rüschlikon befindet sich seit 1980 in einem grossen ehemaligen Weinbauernhaus. Der Landwirt Jakob Abegg vermachte das Gebäude der Gemeinde zur Nutzung als Museum.
Zur Ausstellung gehören ein historischer Weinkeller, eine Schuhmacherwerkstatt und ein Krämerladen. Eine Dauerausstellung dokumentiert die Entwicklung Rüschlikons vom bäuerlichen Dorf zur Agglomerationsgemeinde. Ergänzend werden wechselnde kulturhistorische Ausstellungen gezeigt.[10]
Seeanlagen
Die Seeanlagen bei der Schiffstation gehören zu den bekanntesten öffentlichen Räumen der Gemeinde. Sie umfassen Uferwege, Grünflächen, einen Rosengarten und Aufenthaltsbereiche am Wasser.
Die Anlagen dienen als Ausgangspunkt für Spaziergänge entlang des Zürichsees. Das historische Stationsgebäude der Schifffahrt bildet ein charakteristisches Element des Uferbildes.[11]
Seebad Tracht
Das Seebad Tracht liegt direkt am Zürichsee und ist öffentlich zugänglich. Der Eintritt ist kostenlos. Die Anlage verfügt über Liegeflächen und direkten Zugang zum See.[12]
In unmittelbarer Nähe befinden sich eine Beachvolleyballanlage und weitere Freizeitangebote. Das Gebiet ist in den Sommermonaten ein bedeutender Treffpunkt für die Bevölkerung.
Park im Grüene
Der Park im Grüene liegt im oberen Teil von Rüschlikon. Er entstand aus dem ehemaligen Landsitz der Unternehmerfamilie Duttweiler. Gottlieb Duttweiler, der Gründer der Migros, und seine Ehefrau Adele übergaben das Gelände einer Stiftung mit dem Ziel, es der Allgemeinheit zugänglich zu machen.
Der Park umfasst Wiesen, alte Bäume, Spazierwege, Spielmöglichkeiten und kulturell genutzte Anlagen. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel und steht in engem Zusammenhang mit der Geschichte der Migros und des Migros-Kulturprozents.
Nidelbad
Das Nidelbad ist eine historische Anlage im oberen Gemeindegebiet. Es entwickelte sich aus einem früheren Bade- und Kurbetrieb. Heute befinden sich dort soziale, gastronomische und kirchlich geprägte Einrichtungen.
Das Gebiet erinnert an die Geschichte der Bäder und Erholungsorte am Zimmerberg. Einzelne Gebäude und Freiräume besitzen ortsgeschichtliche Bedeutung.
Freizeit und Sport
Rüschlikon verfügt über zahlreiche Sport- und Freizeitanlagen. Der Sportplatz Moos besteht seit 1972 und ist in die Schulhausanlage im oberen Dorfteil integriert. Er wird für Schul-, Vereins- und Freizeitsport genutzt.[11]
Im Wald befindet sich ein Vita Parcours. Daneben bestehen Wanderwege, Spielplätze, Turnhallen und Sportanlagen. Die Lage am Zürichsee ermöglicht Schwimmen, Segeln, Rudern und weitere Wassersportarten.
Das Vereinsleben umfasst Sportvereine, kulturelle Vereinigungen, politische Parteien, kirchliche Gruppen und gemeinnützige Organisationen. Regelmässige Veranstaltungen fördern den Austausch zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Natur und Umwelt
Trotz der dichten Bebauung verfügt Rüschlikon über Waldflächen, Uferbereiche, Gärten und kleinere Grünräume. Der Wald im westlichen Gemeindegebiet bildet einen Teil des zusammenhängenden Naherholungsraums des Zimmerbergs.
Die Gemeinde verfolgt im Rahmen des Energiestadt-Programms Massnahmen zur Energieeffizienz, zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Mobilität. Dazu gehören die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude, die Förderung erneuerbarer Energien und die Weiterentwicklung des Fuss- und Velowegnetzes.[6]
Die Erhaltung des öffentlich zugänglichen Seeufers, der Schutz wertvoller Bäume und die ökologische Aufwertung von Siedlungsflächen gehören zu den lokalen Umweltaufgaben. Aufgrund des starken Siedlungsdrucks bestehen dabei Nutzungskonflikte zwischen Wohnungsbau, Verkehr, Landschaftsschutz und Naherholung.
Soziales
Die Gemeinde bietet Beratungs- und Unterstützungsleistungen für Familien, ältere Menschen, Personen mit Behinderungen und Menschen in finanziellen Schwierigkeiten an. Ein Teil dieser Aufgaben wird in Zusammenarbeit mit regionalen Fachstellen und privaten Organisationen erfüllt.
In Rüschlikon wohnhafte Personen, die am oder unter dem Existenzminimum leben, können eine KulturLegi beantragen. Diese ermöglicht Preisnachlässe von mindestens 30 Prozent auf Angebote aus den Bereichen Kultur, Bildung, Sport und Gesundheit.[13]
Das soziale Leben wird zusätzlich durch Vereine, Kirchen, Nachbarschaftsinitiativen und freiwilliges Engagement getragen.
Persönlichkeiten
In Rüschlikon geboren
- Heinrich Rellstab (1760–1840), Müller und Politiker
- Eduard Abegg (1882–1972), Jurist und Politiker
- Jakob Heusser-Staub (1862–1941), Industrieller
Mit Rüschlikon verbunden
- Gottlieb Duttweiler (1888–1962), Unternehmer, Gründer der Migros und Politiker
- Adele Duttweiler (1892–1990), Mitbegründerin und Förderin sozialer Einrichtungen der Migros
- Hermann Gattiker (1865–1950), Maler, lebte und arbeitete seit 1899 in Rüschlikon
- Gerd Binnig (* 1947), deutscher Physiker und Nobelpreisträger, arbeitete am IBM-Forschungslabor
- Heinrich Rohrer (1933–2013), Schweizer Physiker und Nobelpreisträger, arbeitete am IBM-Forschungslabor
- Karl Alexander Müller (1927–2023), Schweizer Physiker und Nobelpreisträger, arbeitete am IBM-Forschungslabor
Literatur
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Birkhäuser, Basel 1943.
- Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Neue Ausgabe, Band II: Der Bezirk Horgen. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1978.
- Gemeinde Rüschlikon: Rüschlikon – Geschichte und Gegenwart einer Zürichseegemeinde. Rüschlikon.
- Bernhard Schneider: Rüschlikon im Wandel der Zeit. Ortsgeschichtliche Beiträge, Rüschlikon.
Siehe auch
- Liste der Gemeinden des Kantons Zürich
- Bezirk Horgen
- Zürichsee
- Linkes Zürichseeufer
- Zimmerberg
- IBM Research – Zurich
- Park im Grüene
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Rüschlikon
- Gemeindeporträt des Statistischen Amts des Kantons Zürich
- Rüschlikon im Historischen Lexikon der Schweiz
- Website des Ortsmuseums Rüschlikon
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Rüschlikon in Zahlen, Gemeinde Rüschlikon, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Rüschlikon, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Kilchberg (ZH), Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Heinrich Rellstab, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Hermann Gattiker, Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Energiestadt Rüschlikon, Gemeinde Rüschlikon, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Gemeinderat Rüschlikon konstituiert sich und wählt neuen Gemeindeschreiber, Gemeinde Rüschlikon, 6. Juli 2026, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Dr. Fabian Müller, Gemeinde Rüschlikon, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Freizeit und Kultur, Gemeinde Rüschlikon, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Ortsmuseum Rüschlikon, Gemeinde Rüschlikon, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 11,0 11,1 Sehenswürdigkeiten, Gemeinde Rüschlikon, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Seebad, Gemeinde Rüschlikon, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ KulturLegi, Gemeinde Rüschlikon, abgerufen am 25. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Rüschlikon