S11 (S-Bahn Zürich)

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S11 der Zürcher S-Bahn
System S-Bahn Zürich
Liniennummer S11
Betreiber Schweizerische Bundesbahnen
Westlicher Endpunkt Aarau
Östliche Endpunkte Seuzach
Sennhof-Kyburg
teilweise Wila
Wichtige Knoten Lenzburg, Dietikon, Zürich Hauptbahnhof, Zürich Stadelhofen, Winterthur
Grundtakt 30 Minuten zwischen Aarau und Winterthur
Inbetriebnahme des ganztägigen Angebots 9. Dezember 2018
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Tarifverbünde A-Welle und Zürcher Verkehrsverbund
Rollmaterial überwiegend Doppelstocktriebzüge

Die S11 ist eine Linie der S-Bahn Zürich. Sie verbindet Aarau und das zentrale Aargau über das Limmattal, die Stadt Zürich und Winterthur mit Seuzach sowie mit dem unteren und mittleren Tösstal. Betreiberin der Linie sind die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).

Im Fahrplanjahr 2026 verkehren die Züge zwischen Aarau und Winterthur grundsätzlich im Halbstundentakt. Östlich von Winterthur teilt sich das Angebot auf zwei Äste: Ein Teil der Züge fährt über Oberwinterthur nach Seuzach, während der andere Teil über Winterthur Grüze und Winterthur Seen nach Sennhof-Kyburg verkehrt. Ausgewählte Verbindungen werden über Kollbrunn und Turbenthal bis Wila verlängert.[1]

Die S11 gehört zu den längsten Durchmesserlinien der Zürcher S-Bahn. Sie durchquert zwei Kantone, verbindet mehrere regionale Bahnnetze und übernimmt sowohl Aufgaben des Agglomerationsverkehrs als auch des schnellen Regionalverkehrs zwischen Aarau, Zürich und Winterthur.

Linienführung

Stammstrecke Aarau–Winterthur

Der westliche Endpunkt der S11 ist der Bahnhof Aarau. Von dort führt die Linie über Lenzburg, Othmarsingen und die Heitersberglinie nach Killwangen-Spreitenbach. Anschliessend folgt sie der Hauptstrecke durch das Limmattal nach Dietikon und Zürich.

Innerhalb der Stadt Zürich hält die S11 an den Bahnhöfen Zürich Altstetten und Zürich Hardbrücke. Im unterirdischen Bahnhof Museumstrasse des Zürcher Hauptbahnhofs benutzt sie gewöhnlich die Gleise 41 bis 44.

Östlich des Hauptbahnhofs führt die Linie durch den Hirschengrabentunnel zum Bahnhof Zürich Stadelhofen und anschliessend durch den Zürichbergtunnel nach Stettbach. Zwischen Stettbach und Winterthur verkehrt sie beschleunigt und hält an keiner weiteren Station.

Haltestellen der Stammstrecke
Reihenfolge Bahnhof Gemeinde oder Stadt Kanton
1 Aarau Aarau Aargau
2 Lenzburg Lenzburg Aargau
3 Othmarsingen Othmarsingen Aargau
4 Mägenwil Mägenwil Aargau
5 Mellingen Heitersberg Mellingen Aargau
6 Killwangen-Spreitenbach Killwangen und Spreitenbach Aargau
7 Dietikon Dietikon Zürich
8 Glanzenberg Dietikon Zürich
9 Schlieren Schlieren Zürich
10 Zürich Altstetten Zürich Zürich
11 Zürich Hardbrücke Zürich Zürich
12 Zürich Hauptbahnhof Zürich Zürich
13 Zürich Stadelhofen Zürich Zürich
14 Stettbach Dübendorf und Zürich Zürich
15 Winterthur Winterthur Zürich

Die Fahrt zwischen Aarau und dem Zürcher Hauptbahnhof dauert gemäss dem regulären Fahrplan ungefähr 43 Minuten.[2]

Ast nach Seuzach

Ein Linienast führt ab Winterthur über die Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen nach Seuzach. Die Züge bedienen dabei alle Stationen zwischen Winterthur und Seuzach.

Ast Winterthur–Seuzach
Reihenfolge Bahnhof Gemeinde oder Stadt
1 Winterthur Winterthur
2 Oberwinterthur Winterthur
3 Winterthur Wallrüti Winterthur
4 Reutlingen Winterthur
5 Seuzach Seuzach

Der Seuzacher Ast wird grundsätzlich stündlich bedient. Gemeinsam mit der S29 entsteht zwischen Winterthur und Seuzach tagsüber ein dichteres Regionalverkehrsangebot.

Ast ins Tösstal

Der zweite Linienast führt von Winterthur über Winterthur Grüze und Winterthur Seen nach Sennhof-Kyburg. Ein Teil dieser Züge wird über Kollbrunn, Rikon, Rämismühle-Zell und Turbenthal bis Wila verlängert.

Ast Winterthur–Sennhof-Kyburg–Wila
Reihenfolge Bahnhof Gemeinde oder Stadt Bedienung durch die S11
1 Winterthur Winterthur regelmässig
2 Winterthur Grüze Winterthur regelmässig
3 Winterthur Seen Winterthur regelmässig
4 Sennhof-Kyburg Winterthur regelmässig
5 Kollbrunn Zell einzelne Verbindungen
6 Rikon Zell einzelne Verbindungen
7 Rämismühle-Zell Zell einzelne Verbindungen
8 Turbenthal Turbenthal einzelne Verbindungen
9 Wila Wila einzelne Verbindungen

Das Grundangebot im Tösstal wird durch die S26 sichergestellt. Die S11 ergänzt diese Linie insbesondere während stärker nachgefragter Zeiten und ermöglicht einzelnen Gemeinden eine umsteigefreie Verbindung nach Zürich und in den Kanton Aargau.

Betriebskonzept

Halbstundentakt

Zwischen Aarau und Winterthur verkehrt die S11 im Fahrplanjahr 2026 grundsätzlich alle 30 Minuten. Die Züge fahren dabei abwechselnd auf den Ast nach Seuzach und auf den Ast nach Sennhof-Kyburg beziehungsweise Wila.

Dadurch ergibt sich auf den beiden östlichen Ästen im Grundangebot jeweils ungefähr ein Stundentakt. Nicht alle Züge des Tösstaler Astes verkehren bis Wila; ein Teil endet bereits in Sennhof-Kyburg.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2023 wird auch der Abschnitt zwischen Aarau und Zürich ganztägig im Halbstundentakt bedient. Zuvor endeten einzelne Züge der S11 bereits in Dietikon.[3]

Beschleunigter Betrieb

Die S11 bedient nicht alle Stationen entlang ihres Laufwegs. Besonders zwischen Stettbach und Winterthur fährt sie ohne Zwischenhalt. Die Bahnhöfe Wallisellen, Dietlikon, Effretikon und Kemptthal werden von anderen S-Bahn-Linien bedient.

Auch im Kanton Aargau hält die S11 nicht an allen Stationen der durchfahrenen Strecken. Dadurch bietet sie vergleichsweise schnelle Verbindungen aus dem Raum Aarau, Lenzburg und Mellingen nach Zürich.

Die Verbindung kombiniert damit zwei unterschiedliche Funktionen:

  • Im Limmattal und im Raum Zürich dient sie als häufig verkehrende Agglomerationslinie.
  • Zwischen Zürich, Winterthur, Seuzach und dem Tösstal übernimmt sie die Funktion einer schnellen Durchmesser- und Regionalverbindung.

Überlagerung mit anderen Linien

Auf mehreren Streckenabschnitten ergänzt die S11 andere Linien:

  • Zwischen Aarau, Lenzburg und Zürich überlagert sie sich teilweise mit Regional- und Fernverkehrszügen.
  • Zwischen Dietikon und Zürich ergänzt sie die S12 und weitere Limmattaler S-Bahn-Linien.
  • Zwischen Zürich Stadelhofen und Winterthur bildet sie zusammen mit der S12 einen schnellen Viertelstundentakt.
  • Zwischen Winterthur und Seuzach ergänzt sie die S29.
  • Zwischen Winterthur und dem Tösstal ergänzt sie die S26.

Die Überlagerung der S11 und S12 war ein wesentliches Ziel der vierten Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn. Sie schuf zusätzliche Kapazität auf den stark ausgelasteten Verbindungen durch das Limmattal und zwischen Zürich und Winterthur.[4]

Geschichte

Frühere Ergänzungszüge

Die Linienbezeichnung S11 wurde bereits vor der Einführung des heutigen ganztägigen Angebots für zusätzliche S-Bahn-Züge verwendet. Diese verkehrten vor allem während der Hauptverkehrszeiten und ergänzten die stark belasteten Verbindungen zwischen dem Limmattal, Zürich und Winterthur.

Ein durchgehender Betrieb während des gesamten Tages war zunächst nicht möglich. Engpässe bestanden insbesondere auf der Strecke Zürich–Winterthur, im Bahnhof Winterthur und auf den anschliessenden eingleisigen Regionalstrecken.

Vierte Teilergänzungen

Die heutige S11 entstand im Rahmen der vierten Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn. Dieses Ausbauprogramm sollte das Angebot des gesamten Netzes um rund 25 Prozent erhöhen und die wachsende Nachfrage in den Agglomerationen Zürich und Winterthur aufnehmen.

Bereits in den Planungsunterlagen war ein ganztägiger Linienweg Aarau beziehungsweise Dietikon–Zürich–Winterthur–Seuzach oder Wila vorgesehen. Dafür waren verschiedene Infrastrukturarbeiten erforderlich.[5]

Zu den Massnahmen gehörten:

  • Anpassungen der Gleis- und Sicherungsanlagen im Bahnhof Winterthur;
  • Ausbauten auf den Strecken nach Seuzach und ins Tösstal;
  • Perronverlängerungen und hindernisfreie Umbauten an mehreren Stationen;
  • Leistungssteigerungen auf dem Korridor Zürich–Winterthur;
  • Anpassungen für längere Doppelstockzüge.

Ganztägiger Betrieb ab 2018

Mit dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember 2018 wurde die S11 als ganztägige Linie eingeführt. Sie verband Aarau beziehungsweise Dietikon über Zürich und Winterthur mit Seuzach und dem Tösstal.

Gleichzeitig wurde die S12 ab Winterthur nach Schaffhausen und Wil SG verlängert. Durch die gemeinsame Führung von S11 und S12 entstand zwischen Zürich Stadelhofen und Winterthur ein schneller Viertelstundentakt.

Der Ausbau verbesserte auch die Verbindungen in der Region Winterthur. Seuzach, Oberwinterthur und Teile des Tösstals erhielten zusätzliche Direktverbindungen nach Zürich und ins Limmattal.

Verlängerung aller Kurse nach Aarau

Bis Ende 2023 endete ein Teil der westwärts fahrenden Züge bereits in Dietikon. Seit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2023 verkehren die regulären S11-Verbindungen grundsätzlich im Halbstundentakt bis Aarau.

Die Verlängerung stärkte die direkte Verbindung zwischen den Kantonen Aargau und Zürich. Insbesondere Lenzburg, Othmarsingen, Mägenwil und Mellingen Heitersberg erhielten ein dichteres Angebot nach Zürich und Winterthur.

Bedeutung

Die S11 verbindet mehrere der bedeutendsten Wirtschafts- und Wohnregionen der Nordschweiz. Zu ihrem Einzugsgebiet gehören die Agglomerationen Aarau, Lenzburg, Baden, Zürich und Winterthur sowie das Zürcher Weinland und das Tösstal.

Für Berufspendlerinnen und Berufspendler bietet die Linie direkte Verbindungen zu zahlreichen Arbeitsgebieten. Dazu gehören die Zentren von Zürich und Winterthur, das Limmattal, die Industrie- und Dienstleistungsstandorte im Raum Baden sowie die kantonale Hauptstadt Aarau.

Auch für den Ausbildungsverkehr ist die Linie wichtig. Sie erschliesst unter anderem die Hochschulstandorte Zürich und Winterthur sowie zahlreiche kantonale und regionale Schulen.

Durch ihre Länge und die Aufteilung auf zwei östliche Äste ist die S11 betrieblich anspruchsvoll. Verspätungen auf einem Streckenabschnitt können sich über einen grossen Teil des Netzes ausbreiten. Besonders die stark ausgelasteten Korridore Zürich–Winterthur und Zürich–Dietikon erfordern eine genaue Abstimmung mit Fern-, Güter- und anderen S-Bahn-Zügen.

Rollmaterial

Auf der S11 werden vorwiegend kapazitätsstarke Doppelstockzüge der SBB eingesetzt. Dazu gehören insbesondere Regio-Dosto-Triebzüge der Baureihe RABe 511.

Die sechs- beziehungsweise vierteiligen Fahrzeuge verfügen über Klimaanlagen, Fahrgastinformationssysteme, Mehrzweckbereiche und breite Niederflureinstiege. Bei stark nachgefragten Verbindungen können mehrere Einheiten zu längeren Kompositionen gekuppelt werden.

Nach Angaben des ZVV werden sämtliche regulären Verbindungen der S11 mit Fahrzeugen geführt, die an allen Türen über Niederflureinstiege verfügen.[6]

Ein vollständig stufenfreier Einstieg ist dennoch nur an Bahnhöfen mit entsprechend angepasster Perronhöhe möglich. An noch nicht vollständig umgebauten Stationen kann für Reisende mit Rollstuhl eine Voranmeldung oder Unterstützung erforderlich sein.

Tarif

Der westliche Teil der S11 liegt im Gebiet des Tarifverbunds A-Welle, während der grössere östliche Abschnitt zum Zürcher Verkehrsverbund gehört.

Für Fahrten innerhalb eines Verbundgebiets gelten die jeweiligen Zonentarife. Bei verbundübergreifenden Reisen können nationale Streckenbillette, Modul-Abonnemente oder weitere kombinierte Angebote verwendet werden.

Das Generalabonnement wird auf der gesamten Linie anerkannt. Mit dem Halbtax-Abonnement werden nationale Billette zum ermässigten Preis angeboten.

Infrastruktur

Die S11 benutzt verschiedene historisch unabhängig voneinander entstandene Bahnstrecken. Dazu gehören:

  • die Verbindung Aarau–Lenzburg;
  • die Heitersberglinie über Mellingen und Killwangen-Spreitenbach;
  • die Bahnstrecke durch das Limmattal nach Zürich;
  • die unterirdische S-Bahn-Stammstrecke Zürich HB–Stadelhofen–Stettbach;
  • die Hauptstrecke Zürich–Winterthur;
  • die Bahnstrecke Winterthur–Etzwilen nach Seuzach;
  • die Tösstalbahn in Richtung Sennhof-Kyburg und Wila.

Ein grosser Teil dieser Infrastruktur wird gleichzeitig vom Fern-, Regional- und Güterverkehr genutzt. Eigene, ausschliesslich der S11 vorbehaltene Gleise bestehen nicht.

Zu den wichtigsten Engpässen gehört die Verbindung zwischen Zürich und Winterthur. Mit dem Projekt MehrSpur Zürich–Winterthur sollen zusätzliche Kapazitäten geschaffen und die Zuverlässigkeit des gesamten Korridors erhöht werden.

Zukunft

Die weitere Entwicklung der S11 hängt eng mit dem Ausbau des Zürcher S-Bahn-Netzes zusammen. Zu den langfristig bedeutenden Projekten gehören der Brüttenertunnel, zusätzliche Entflechtungsbauwerke im Raum Winterthur und der Ausbau des Bahnhofs Zürich Stadelhofen.

In Seuzach planen die SBB ein neues Wendegleis. Dieses soll das Wenden von S-Bahn-Zügen erleichtern und zusätzliche Kapazitäten für ein dichteres Angebot schaffen.[7]

Langfristig soll die Zürcher S-Bahn nach dem Konzept S-Bahn 2G neu geordnet werden. Vorgesehen sind eine innere S-Bahn im dichten Agglomerationsraum und eine Express-S-Bahn für weiter entfernte Regionen. Die genaue künftige Linienführung der S11 ist noch nicht abschliessend festgelegt.[8]

Siehe auch

Literatur

  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Schweers + Wall: Eisenbahnatlas Schweiz. Schweers + Wall, Köln 2012, ISBN 978-3-89494-130-7.
  • Zürcher Verkehrsverbund: Vierte Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn. Zürich.
  • Kanton Zürich: Agglomerationsprogramm Winterthur und Umgebung. Zürich.

Einzelnachweise

  1. Linienfahrplan S11, Zürcher Verkehrsverbund, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  2. Von Aarau bis Zürich durchs Mittelland, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
  3. ZVV-Fahrplanwechsel: Ausbauten und Optimierungen für Bahn und Bus, Zürcher Verkehrsverbund, 27. November 2023, abgerufen am 4. August 2026.
  4. Startschuss für den weiteren Ausbau der Zürcher S-Bahn, Kanton Zürich, abgerufen am 4. August 2026.
  5. Vierte Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn, dritte Etappe, Regierungsrat des Kantons Zürich, 2015, abgerufen am 4. August 2026.
  6. Niederflurigkeit der S-Bahn-Linien, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 4. August 2026.
  7. Seuzach: Planung Wendegleis, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
  8. S-Bahn 2G, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 4. August 2026.