Bahnhof Rikon

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Bahnhof Rikon
Stationsgebäude mit Güterschuppen
Typ Durchgangs- und Kreuzungsbahnhof
Lage Rikon, Gemeinde Zell ZH
Eröffnung 4. Mai 1875
Eigentümer Schweizerische Bundesbahnen
Infrastrukturbetreiber Schweizerische Bundesbahnen
Personenverkehr Thurbo
Strecke Tösstalbahn
Gleise 2
Bahnsteiggleise 2
Linien S11, S26
Nachtverkehr N68
Tarifverbund Zürcher Verkehrsverbund
Tarifzone 170
Höhe 512 m ü. M.
Abkürzung RN
UIC-Nummer 8506005
Adresse Tösstalstrasse 56, 8486 Rikon im Tösstal
Koordinaten 47.44501° N, 8.79633° O

Der Bahnhof Rikon ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) in der Ortschaft Rikon im Tösstal. Er liegt auf dem Gebiet der politischen Gemeinde Zell ZH im Bezirk Winterthur des Kantons Zürich.

Der Bahnhof befindet sich an der Tösstalbahn zwischen den Stationen Kollbrunn und Rämismühle-Zell. Er wird im regulären Personenverkehr durch die Linie S26 der S-Bahn Zürich bedient. In den Hauptverkehrszeiten halten zusätzlich Züge der Linie S11. Die Personenzüge werden von Thurbo betrieben.[1]

Der Bahnhof gehört zur Tarifzone 170 des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV).[2]

Lage

Der Bahnhof befindet sich im nördlichen Teil des Siedlungsgebiets von Rikon auf rund 512 Metern über Meer. Die Bahnlinie verläuft durch die Talsohle des Tösstals annähernd parallel zur Töss und zur Tösstalstrasse.

Das Bahnhofsgelände liegt zwischen der Tösstalstrasse im Westen und der Töss beziehungsweise den dortigen Gewerbegebieten im Osten. Südlich und westlich der Station befinden sich Wohnquartiere, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und weitere Einrichtungen der Ortschaft. Das historische Zentrum von Rikon ist zu Fuss in wenigen Minuten erreichbar.

Rikon liegt ungefähr zehn Kilometer südöstlich von Winterthur. Die Ortschaft erstreckt sich auf beiden Seiten der Töss und bildet zusammen mit Kollbrunn, Zell und Rämismühle einen der grössten Siedlungsschwerpunkte der Gemeinde Zell.

Die Lage in der Talebene ermöglichte beim Bau der Eisenbahn eine vergleichsweise geradlinige Streckenführung. Die Tösstalbahn verläuft auf diesem Abschnitt weitgehend neben dem Fluss, während die älteren Verkehrswege und Teile des Siedlungsgebiets an den Hängen und auf höher gelegenen Terrassen entstanden.

In der näheren Umgebung des Bahnhofs befindet sich der Hauptsitz des Kochgeschirrherstellers Kuhn Rikon. Das Unternehmen gehört zu den bekanntesten Industriebetrieben des Tösstals und prägte die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Ortschaft im 20. Jahrhundert.

Das Tibet-Institut Rikon liegt auf einer bewaldeten Anhöhe südöstlich des Dorfes. Vom Bahnhof führt ein ungefähr 20 bis 25 Minuten dauernder Fussweg zum Institut.[3]

Anlage

Der Bahnhof besitzt zwei durchgehende Gleise mit je einem seitlichen Perron. Die zweigleisige Bahnhofsanlage dient neben dem Personenverkehr auch als Kreuzungsstelle auf der überwiegend eingleisigen Tösstalbahn.

Gleis 1 liegt beim historischen Aufnahmegebäude. Gleis 2 wird über einen Aussenperron erschlossen. Die beiden Perrons sind durch eine Personenunterführung miteinander verbunden. Auf den Perrons befinden sich Unterstände, Sitzgelegenheiten, Fahrgastanzeigen, Beleuchtungsanlagen und weitere Einrichtungen für Reisende.

Die Zugänge wurden so gestaltet, dass die Gleise nicht mehr auf Strassenniveau überschritten werden müssen. Billette können über einen Automaten, die digitalen Vertriebskanäle des öffentlichen Verkehrs oder an anderen bedienten Verkaufsstellen bezogen werden.

Zum Bahnhof gehören eine P+Rail-Anlage und umfangreiche Veloabstellmöglichkeiten. Der Kanton Zürich und die Gemeinde Zell bauten das Bike-and-Ride-Angebot am Bahnhof um rund 200 Abstellplätze aus.[4]

Im Aufnahmegebäude befindet sich ein Bahnhofskiosk. Die SBB führen den Bahnhof zudem als Standort mit P+Rail-Angebot.[5]

Aufnahmegebäude

Das historische Aufnahmegebäude steht auf der Westseite der Gleisanlage. Es besteht aus einem mehrgeschossigen Hauptbau mit angebautem Güterschuppen. Der Gebäudetyp war für kleinere und mittlere Stationen der Tösstalbahn charakteristisch.

Im Hauptgebäude befanden sich ursprünglich der Billettschalter, Diensträume für das Bahnpersonal, ein Wartesaal und eine Wohnung für den Stationsvorstand. Der angebaute Güterschuppen diente zur Annahme, Zwischenlagerung und Ausgabe von Stückgut.

Ein weit auskragendes Dach schützte Reisende und Güter auf der Bahnseite vor Niederschlag. Rampen und Nebengleise ermöglichten früher das Umladen landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Brennstoffe, Maschinen und anderer Waren.

Historische Aufnahmen des Stationsgebäudes aus den Jahren 1980 bis 1999 werden im Archiv von SBB Historic aufbewahrt.[6]

Mit der Automatisierung des Bahnbetriebs und dem Rückgang des lokalen Güterverkehrs verloren grosse Teile des Gebäudes ihre ursprüngliche Funktion. Der bediente SBB-Schalter wurde 2012 geschlossen. Anschliessend stand das Gebäude während längerer Zeit weitgehend leer.

In den Jahren 2025 und 2026 liessen die SBB das Innere des Aufnahmegebäudes umfassend erneuern. Ziel der Arbeiten war es, die historische Bausubstanz zu sichern und die nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigten Räume einer neuen Nutzung zuzuführen.[7]

Geschichte

Planung der Tösstalbahn

Die Industrialisierung des Tösstals führte im 19. Jahrhundert zu einem steigenden Bedarf an leistungsfähigen Verkehrsverbindungen. Entlang der Töss entstanden Spinnereien, Webereien, Maschinenbetriebe und weitere Fabriken. Die bestehenden Strassen waren für den Transport grosser Mengen von Rohstoffen und Fertigwaren nur beschränkt geeignet.

Am 24. Juni 1865 fand in Turbenthal eine Versammlung zur Planung einer Eisenbahn durch das Tösstal statt. Daraus entstand ein Tösstalbahn-Komitee, dem Vertreter aus Politik, Wirtschaft und den beteiligten Gemeinden angehörten.

Zu den frühen Förderern gehörte der Unternehmer Adolf Guyer-Zeller. Er setzte sich zunächst für eine durchgehende Verbindung von Winterthur über das Tösstal nach Bubikon ein. Das zuständige Komitee entschied sich jedoch vorerst für eine Strecke von Winterthur nach Bauma.

Die Tösstalbahn-Gesellschaft wurde am 17. Dezember 1871 gegründet. Da die Gemeinden und privaten Investoren das notwendige Kapital nicht vollständig aufbringen konnten, leistete der aus dem Tösstal stammende Kaufmann Johannes Schoch einen bedeutenden finanziellen Beitrag.

Die Bauarbeiten begannen am 1. Februar 1872. Die Strecke musste dem engen Tal folgen und erforderte zahlreiche Brücken, Stützmauern, Dämme und Anpassungen an der Töss.

Eröffnung 1875

Der Abschnitt zwischen Winterthur-Grüze und Bauma wurde am 4. Mai 1875 eröffnet. Gleichzeitig nahmen die Stationen entlang der Strecke, darunter Rikon, ihren Betrieb auf.[8]

In der Anfangszeit verkehrten täglich drei Zugpaare. Zwischen Winterthur und Grüze benutzten die Züge zunächst die Gleise der Vereinigten Schweizerbahnen. Erst 1882 erhielt die Tösstalbahn eine eigene Verbindung zum Bahnhof Winterthur.

Die Verlängerung von Bauma nach Wald wurde am 15. Oktober 1876 eröffnet. Damit entstand eine durchgehende regionale Bahnverbindung vom Raum Winterthur bis in das südöstliche Zürcher Oberland.

Der Bau war teurer als ursprünglich vorgesehen. Überschwemmungen der Töss verursachten 1876 und 1877 zusätzliche Schäden. Die Bahngesellschaft geriet dadurch wiederholt in finanzielle Schwierigkeiten.

Auswirkungen auf Rikon

Der Bahnhof beschleunigte die Entwicklung Rikons von einer ländlich und kleingewerblich geprägten Siedlung zu einem Industrie- und Wohnort. Rohstoffe, Brennstoffe und Maschinen konnten nun schneller angeliefert und Erzeugnisse der örtlichen Betriebe zu den Märkten transportiert werden.

Der Bahnanschluss erleichterte ausserdem den Personenverkehr nach Winterthur. Einwohnerinnen und Einwohner konnten Arbeitsplätze, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt besser erreichen. Gleichzeitig wurde Rikon für neue Betriebe und Pendler attraktiver.

Neben dem Personenverkehr spielte der Güterverkehr während vieler Jahrzehnte eine wichtige Rolle. Landwirtschaftliche Produkte, Holz, Textilien, Metallerzeugnisse und Kohle wurden am Bahnhof verladen beziehungsweise entladen.

Das Stationsgebäude war ein wichtiger öffentlicher Ort. Neben dem Billettverkauf und dem Bahnbetrieb wurden dort Gepäck, Postsendungen und Güter abgefertigt.

Verstaatlichung

Die wirtschaftliche Lage der privaten Tösstalbahn blieb angespannt. Nach langwierigen politischen Verhandlungen wurde die Gesellschaft 1918 zusammen mit der Wald-Rüti-Bahn verstaatlicht.

Die Übernahme erfolgte rückwirkend auf den 1. Januar 1918. Bahnhof und Strecke gingen damit in das Eigentum der Schweizerischen Bundesbahnen über.

Die SBB vereinheitlichten den Betrieb und modernisierten im Laufe der folgenden Jahrzehnte die Gleise, Sicherungsanlagen und Fahrzeuge. Der Bahnhof Rikon blieb dabei eine wichtige Kreuzungs- und Güterstation.

Elektrifizierung

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Züge der Tösstalbahn überwiegend mit Dampflokomotiven geführt. Die engen Kurven und Steigungen der Strecke stellten besondere Anforderungen an die Fahrzeuge.

1951 elektrifizierten die SBB die Tösstalbahn mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom. Der elektrische Betrieb brachte schnellere Beschleunigung, geringere Reisezeiten und einen wirtschaftlicheren Fahrzeugeinsatz.

Die Dampflokomotiven verschwanden aus dem regulären Verkehr. An ihre Stelle traten elektrische Triebwagen und Pendelzüge, die sich für den Regionalverkehr mit zahlreichen Zwischenhalten eigneten.

Rückgang des Güterverkehrs

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Strassengüterverkehr stark zu. Viele kleinere Bahnstationen verloren dadurch ihre Funktion als lokale Umschlagplätze.

Auch in Rikon wurden die Güteranlagen schrittweise weniger genutzt. Nebengleise und Verladerampen verloren ihre ursprüngliche Bedeutung. Der Bahnhof entwickelte sich zunehmend zu einer Station für den regionalen Personenverkehr.

Gleichzeitig nahm der Pendlerverkehr nach Winterthur und in den Raum Zürich zu. Die Bevölkerungsentwicklung der Tösstaler Gemeinden und die wachsende Motorisierung führten zu neuen Anforderungen an Fahrplan, Parkplätze und Zugänge.

S-Bahn Zürich

Mit der Inbetriebnahme der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 wurde Rikon in das neue regionale Schnellbahnnetz integriert. Die bisherigen Regionalzüge erhielten feste Liniennummern und wurden in ein abgestimmtes Taktangebot eingebunden.

Die Verbindung nach Winterthur ermöglicht dort den Umstieg auf Fernverkehrs- und weitere S-Bahn-Linien. In südöstlicher Richtung verbindet die Tösstalbahn Rikon mit Turbenthal, Wila, Bauma, Wald und Rüti.

Seit Dezember 2018 beziehungsweise mit weiteren Anpassungen des Fahrplans halten in den Hauptverkehrszeiten zusätzlich Züge der S11 in Rikon. Dadurch entstanden umsteigefreie Verbindungen über Winterthur und Zürich bis in den Kanton Aargau.

Modernisierung 2012

Der Bahnhof wurde im Sommer 2012 umfassend modernisiert. Kern des Projekts waren ein neuer Aussenperron, höhere Perronkanten und eine Personenunterführung.[9]

Vor dem Umbau erfolgte der Zugang zu einem Teil der Bahnsteige über die Gleise. Diese Situation entsprach nicht mehr den Anforderungen an Sicherheit, Komfort und einen dichteren Fahrplan.

Mit der neuen Unterführung wurden die beiden Perrons voneinander unabhängig erreichbar. Der neue Aussenperron ersetzte den früheren schmaleren Zwischenperron. Die erhöhten Perronkanten verbesserten den Ein- und Ausstieg in moderne Niederflurzüge.

Während der Bauzeit mussten der Bahnverkehr und die Zugänge teilweise provisorisch organisiert werden. Nach Abschluss der Arbeiten verfügte Rikon über eine zeitgemässe Anlage für den regionalen S-Bahn-Verkehr.

Der Umbau bildete einen Teil der schrittweisen Modernisierung der Tösstalbahn. Auch an anderen Stationen wurden Perrons erhöht, Unterführungen gebaut und Sicherungsanlagen erneuert.

Bahnverkehr

S26

Die S26 bildet die Grunderschliessung des Bahnhofs. Im Jahresfahrplan 2026 verkehrt sie auf folgender Strecke:[10]

  • S26: Winterthur – Winterthur Grüze – Winterthur Seen – Sennhof-Kyburg – Kollbrunn – Rikon – Rämismühle-Zell – Turbenthal – Wila – Saland – Bauma – Steg im Tösstal – Fischenthal – Gibswil – Wald ZH – Tann-Dürnten – Rüti ZH – Rapperswil SG

Die Linie verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt. Die Fahrt nach Winterthur dauert ungefähr 15 Minuten. In Winterthur bestehen Anschlüsse nach Zürich, St. Gallen, Frauenfeld, Schaffhausen, Bülach und in weitere Regionen.

In südöstlicher Richtung erschliesst die S26 das mittlere und obere Tösstal. Über Wald und Rüti erreicht sie Rapperswil am oberen Zürichsee.

Die benachbarten Stationen sind Kollbrunn in Richtung Winterthur und Rämismühle-Zell in Richtung Bauma.

S11

In den Hauptverkehrszeiten wird das Angebot durch die Linie S11 ergänzt.[11]

Die in Rikon haltenden Züge verbinden das Tösstal über Winterthur, Stettbach, Zürich Stadelhofen und Zürich Hauptbahnhof mit dem Limmattal und dem Kanton Aargau. In der Gegenrichtung verkehren sie über Rämismühle-Zell und Turbenthal nach Wila.

Die zusätzlichen Züge dienen vor allem dem Berufsverkehr. Sie schaffen zu bestimmten Tageszeiten eine direkte Verbindung von Rikon nach Zürich, Dietikon, Lenzburg und Aarau.

Nachtverkehr

In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag wird die Bushaltestelle Rikon im Tösstal, Bahnhof von der Nachtbuslinie N68 bedient.[12]

Die Linie führt von Winterthur über Sennhof und Kollbrunn nach Rikon und weiter über Zell, Turbenthal und Wila. Sie ergänzt das nächtliche Bahnangebot und erschliesst mehrere Ortschaften, die nachts nicht direkt von einer S-Bahn bedient werden.

Die Haltestelle befindet sich beim Bahnhof an der Tösstalstrasse. Dadurch sind die Fusswege zu den umliegenden Wohngebieten kurz.

Bedeutung für die Gemeinde Zell

Rikon ist einer von drei Bahnhöfen auf dem Gebiet der Gemeinde Zell. Die weiteren Stationen sind Kollbrunn und Rämismühle-Zell.

Der Bahnhof Rikon erschliesst den geografischen Mittelpunkt der Gemeinde sowie einen ihrer grössten Siedlungs- und Arbeitsplatzschwerpunkte. Besonders wichtig ist er für den Berufs- und Ausbildungsverkehr nach Winterthur und Zürich.

Das Angebot der S26 ermöglicht ausserdem kurze Verbindungen zwischen den einzelnen Ortsteilen der Gemeinde. Kollbrunn, Rikon und Rämismühle-Zell liegen jeweils nur wenige Bahnminuten voneinander entfernt.

Die Kombination aus Bahn, Nachtbus, P+Rail und Veloabstellanlagen erweitert das Einzugsgebiet der Station. Auch Einwohnerinnen und Einwohner höher gelegener Weiler und ländlicher Gebiete nutzen den Bahnhof als Zugang zum öffentlichen Verkehr.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Entwicklung des Bahnhofs ist eng mit der Industrialisierung Rikons verbunden. Bereits im frühen 19. Jahrhundert entstanden im Tösstal Textilbetriebe, die die Wasserkraft der Töss und ihrer Kanäle nutzten.

1926 übernahm Heinrich Kuhn-Boller in Rikon einen Metallwarenbetrieb und entwickelte daraus die Heinrich Kuhn Metallwarenfabrik. Das Unternehmen wurde später in Kuhn Rikon AG umbenannt und ist insbesondere für Schnellkochtöpfe und weiteres Kochgeschirr bekannt.

Der Betrieb liegt in Gehdistanz zum Bahnhof. Die Bahn war für die Anlieferung von Rohstoffen, den Versand von Produkten und den Arbeitsweg der Beschäftigten von Bedeutung.

Die Unternehmerfamilie Kuhn unterstützte in den 1960er Jahren tibetische Flüchtlinge mit Arbeitsplätzen und Unterkünften. Henri und Jacques Kuhn gehörten zu den Initianten des Tibet-Instituts Rikon.

Die gute Bahnerschliessung erleichtert heute nicht nur den Arbeitsweg zu den lokalen Betrieben, sondern erhöht auch die Erreichbarkeit von Geschäften, Schulen und Freizeiteinrichtungen in Rikon.

Freizeitverkehr

Der Bahnhof ist Ausgangspunkt für Wanderungen und Velotouren im mittleren Tösstal. Entlang der Töss verlaufen Wege in Richtung Kollbrunn, Zell, Turbenthal und Bauma.

Der Töss-Wasserlehrpfad vermittelt an verschiedenen Stationen Informationen über den Fluss, den Hochwasserschutz, die Wasserkraft und die Tier- und Pflanzenwelt. Teile des Weges sind vom Bahnhof Rikon rasch erreichbar.

Südlich der Ortschaft liegt der Himmerichweiher. Der ehemalige Fabrikweiher gehört zum historischen Kanalsystem der Tösstaler Industrie und befindet sich heute in einem Natur- und Wasserschutzgebiet.[13]

Das Tibet-Institut zieht Besucherinnen und Besucher aus der Schweiz und dem Ausland an. Die Institution empfiehlt für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln die S-Bahn bis Rikon und anschliessend den Fussweg zum Institut.[3]

Abgrenzung zu anderen Orten namens Rikon

Der Bahnhof Rikon liegt in der Ortschaft Rikon im Tösstal und darf nicht mit dem Ortsteil Rikon bei Effretikon verwechselt werden.

Das zur Stadt Illnau-Effretikon gehörende Rikon besitzt keinen gleichnamigen Bahnhof. Dort befindet sich unter anderem die Bushaltestelle Effretikon, Kapelle Rikon.

In Fahrplänen und bei Bushaltestellen wird für den Ort im Tösstal teilweise die ausführlichere Bezeichnung Rikon im Tösstal verwendet. Der offizielle Name der Bahnstation lautet jedoch Rikon.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Zürcher Verkehrsverbund: «Rikon – Haltestellen- und Linienfahrpläne», Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  2. Zürcher Verkehrsverbund: «Regionalnetz-Pläne des ZVV-Gebiets», Eintrag Rikon, abgerufen am 4. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Tibet-Institut Rikon: «Anreise», abgerufen am 4. August 2026.
  4. Kanton Zürich: «Ausbau Veloparkierung Bahnhof Rikon-Zell», abgerufen am 4. August 2026.
  5. SBB: «Bahnhof Rikon», abgerufen am 4. August 2026.
  6. SBB Historic: «Station Rikon, 1980–1999», abgerufen am 4. August 2026.
  7. Zürcher Oberländer: «SBB haben neue Pläne für Bahnhofgebäude in Rikon», 19. Januar 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  8. «Tösstalbahn», Abschnitt Geschichte, abgerufen am 4. August 2026.
  9. Interessengemeinschaft Tösstallinie: «Modernisierung des Bahnhofs Rikon», in: Zugnummer, Nr. 32, Herbst 2012, abgerufen am 4. August 2026.
  10. Zürcher Verkehrsverbund: «Linienfahrplan S26», Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  11. Zürcher Verkehrsverbund: «Linienfahrplan S11», Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  12. Zürcher Verkehrsverbund: «Linienfahrplan N68», Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 4. August 2026.
  13. Gemeinde Zell: Informationsbroschüre 2022–2026, abgerufen am 4. August 2026.