Kanton St. Gallen: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 24. Juli 2026, 17:26 Uhr
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| Kanton St.Gallen | |
|---|---|
| Amtliche Bezeichnung | Kanton St.Gallen |
| Abkürzung | SG |
| Hauptort | St.Gallen |
| Beitritt zur Eidgenossenschaft | 1803 |
| Fläche | rund 2'028 km² |
| Bevölkerung | 543'913 Einwohnerinnen und Einwohner Ende 2025, provisorisch |
| Amtssprache | Deutsch |
| Politische Gemeinden | 75 |
| Wahlkreise | 8 |
| Höchster Punkt | Ringelspitz, 3'247 m ü. M. |
| Tiefster Punkt | Bodensee, rund 398 m ü. M. |
| Legislative | Kantonsrat, 120 Mitglieder |
| Exekutive | Regierung, 7 Mitglieder |
| Autokennzeichen | SG |
| ISO-3166-2-Code | CH-SG |
| Website | sg.ch |
Der Kanton St. Gallen, amtlich Kanton St.Gallen, ist ein Kanton im Nordosten der Schweiz. Er gehört zur Grossregion Ostschweiz und grenzt an Deutschland, Österreich, das Fürstentum Liechtenstein sowie an acht andere Schweizer Kantone. Hauptort und grösste Stadt ist St.Gallen.
Der Kanton wurde 1803 durch die Mediationsakte geschaffen. Er entstand aus zahlreichen zuvor politisch voneinander unabhängigen oder von anderen Orten beherrschten Gebieten. Dazu gehörten unter anderem die ehemalige Fürstabtei und die Stadt St.Gallen, das Toggenburg, das Rheintal, Werdenberg, Sargans, Gaster, Uznach und Rapperswil.[1]
Mit einer ständigen Wohnbevölkerung von provisorisch 543'913 Personen Ende 2025 ist St.Gallen bevölkerungsmässig einer der grössten Kantone der Schweiz.[2] Seine Landschaft reicht vom Bodensee im Norden über das voralpine Hügelland und das Toggenburg bis zu den Hochalpen im Süden. Der höchste Punkt ist der 3'247 Meter hohe Ringelspitz an der Grenze zum Kanton Graubünden.[3]
Name und Schreibweise
Der Kanton trägt den Namen seines Hauptortes St.Gallen. Dieser wiederum ist nach dem irischen Wandermönch Gallus benannt, der sich der Überlieferung nach im Jahr 612 im Tal der Steinach niederliess.
In den amtlichen Publikationen des Kantons wird die Schreibweise St.Gallen ohne Zwischenraum nach dem Punkt verwendet. In anderen Texten, Kartenwerken und Publikationen ist auch die Schreibweise St. Gallen verbreitet.
Die Bezeichnungen in den anderen Landessprachen der Schweiz lauten:
| Sprache | Bezeichnung |
|---|---|
| Französisch | canton de Saint-Gall |
| Italienisch | Canton San Gallo |
| Rätoromanisch | Chantun Son Gagl |
Die Abkürzung des Kantons lautet SG. Sie wird auch auf Fahrzeugkontrollschildern verwendet. Der internationale Gebietscode nach ISO 3166-2 lautet CH-SG.
Geografie
Lage und Grenzen
Der Kanton St.Gallen liegt im Nordosten der Schweiz. Seine unregelmässige Form ist eine Folge seiner Entstehung aus zahlreichen historischen Landschaften und Herrschaftsgebieten.
Er grenzt an die Schweizer Kantone:
Die beiden Appenzeller Kantone sind vollständig vom Gebiet des Kantons St.Gallen umgeben.
Internationale Grenzen bestehen zu:
- Deutschland im Bereich des Bodensees,
- Österreich im Rheintal,
- dem Fürstentum Liechtenstein entlang des Alpenrheins.
Die gesamte Kantonsgrenze umfasst sowohl natürliche Grenzen entlang von Flüssen, Seen und Bergkämmen als auch historisch festgelegte Grenzlinien. Der höchste Punkt ist der Ringelspitz mit 3'247 Metern über Meer. Der tiefste Punkt liegt am Bodenseeufer bei Steinach auf ungefähr 398 Metern über Meer.[4]
Landschaftsräume
Der Kanton umfasst sehr unterschiedliche Landschaften. Im Norden dominieren das Schweizer Mittelland, voralpine Hügelgebiete und die Landschaft am Bodensee. Im Süden bestimmen breite Täler, Gebirgszüge und hochalpine Regionen das Bild.
Zu den wichtigsten Landschaftsräumen gehören:
- das St.Galler Fürstenland,
- die Bodenseeregion,
- das St. Galler Rheintal,
- das Toggenburg,
- das Werdenberg,
- das Sarganserland,
- die Linthebene,
- das Gebiet See-Gaster,
- die Region um Rapperswil-Jona am Zürichsee.
Die Siedlungsstruktur ist polyzentrisch. Neben der Stadt St.Gallen besitzen auch Rapperswil-Jona, Wil, Gossau, Buchs, Altstätten, Rorschach, Uzwil, Wattwil und Sargans regionale Bedeutung.
Berge
Der südliche Teil des Kantons gehört zu den Alpen. Zu den wichtigsten Gebirgsgruppen zählen die Glarner Alpen, die Appenzeller Alpen, die Churfirsten und das Gebiet um den Pizol.
Bedeutende Berge sind:
- der Ringelspitz mit 3'247 Metern,
- der Pizol mit 2'844 Metern,
- der Säntis mit 2'502 Metern,
- der Gonzen mit 1'830 Metern,
- der Speer mit 1'950 Metern,
- die sieben Gipfel der Churfirsten,
- der Hinterrugg mit 2'306 Metern.
Der Säntis liegt auf dem Gebiet der Kantone St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden. Er ist wegen seiner weithin sichtbaren Lage eines der bekanntesten Wahrzeichen der Ostschweiz.
Die Churfirsten bilden eine markante Bergkette zwischen dem Toggenburg und dem Walensee. Ihre steilen Südflanken fallen teilweise fast unmittelbar zum See ab.
Täler
Ein grosser Teil der Bevölkerung lebt in den breiten Haupttälern. Besonders wichtig sind:
- das Alpenrheintal,
- das Seeztal,
- die Linthebene,
- das Thur- und Toggenburgertal.
Diese Täler bilden zugleich bedeutende Verkehrs-, Landwirtschafts- und Siedlungsräume. Ihre Talböden enthalten wichtige Grundwasservorkommen, die für die Trinkwasserversorgung genutzt werden.[3]
Das St.Galler Rheintal erstreckt sich entlang des Alpenrheins von der Region Sargans bis zum Bodensee. Es ist dicht besiedelt und eng mit dem österreichischen Vorarlberg und dem Fürstentum Liechtenstein verflochten.
Das Toggenburg folgt dem Lauf der Thur zwischen dem Alpstein und dem Gebiet um Wil. Es verbindet alpine und voralpine Landschaften und besitzt eine ausgeprägte regionale Identität.
Gewässer
Der Kanton besitzt Anteile an drei grossen Seen:
Der Bodensee bildet im Nordosten einen Teil der internationalen Grenze zu Deutschland und Österreich. Bedeutende St.Galler Orte am See sind Rorschach, Rorschacherberg, Thal, Steinach und Goldach.
Der Walensee liegt zwischen den Churfirsten und den Glarner Alpen. Sein östlicher Teil gehört zum Kanton St.Gallen, der westliche zum Kanton Glarus.
Der obere Zürichsee grenzt an die Region See-Gaster. Am See liegen unter anderem Rapperswil-Jona, Schmerikon und Uznach.
Wichtige Flüsse sind:
Der Alpenrhein bildet über weite Strecken die Grenze zu Liechtenstein und Österreich. Bei seinem Eintritt in den Bodensee bildet er ein ausgedehntes Delta.
Klima
Das Klima unterscheidet sich je nach Höhenlage und Region deutlich. Im nördlichen Mittelland und am Bodensee herrscht ein gemässigtes mitteleuropäisches Klima. Der Bodensee wirkt temperaturausgleichend und mildert in seiner Umgebung starke Temperaturschwankungen.
In den Voralpen und Alpen nehmen Niederschläge und Schneemengen mit der Höhe zu. Das Toggenburg, der Alpstein und die westlichen Gebirgsgebiete gehören zu den niederschlagsreichen Teilen der Schweiz.
Das Rheintal wird regelmässig durch den Föhn beeinflusst. Dieser kann zu ungewöhnlich hohen Temperaturen, trockener Luft und starken Windböen führen.
Natur und Bodennutzung
Knapp die Hälfte der Kantonsfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Rund ein Drittel ist bewaldet. Weitere Flächen entfallen auf Siedlungen, Verkehrswege, Gewässer, Fels und unproduktive Hochgebirgsgebiete.[3]
Der Kanton besitzt zahlreiche Naturschutzgebiete, Moore, Auen, Trockenwiesen und alpine Lebensräume. Bedeutende Naturräume sind unter anderem:
- das Rheindelta am Bodensee,
- die Uferlandschaften am Walensee,
- die Moorlandschaften im Toggenburg,
- die Hochgebirgsräume im Pizolgebiet,
- die Auen des Alpenrheins,
- die Linthebene.
Zu den Herausforderungen des Natur- und Umweltschutzes zählen die Zersiedelung, der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, der Schutz des Kulturlands, invasive Arten und die Folgen des Klimawandels.
Bevölkerung
Ende 2024 betrug die definitive ständige Wohnbevölkerung 540'036 Personen. Ende 2025 lebten nach provisorischen Angaben 543'913 Personen im Kanton.[5][2]
Seit 2006 ist die Bevölkerung jedes Jahr gewachsen. Der Kanton umfasst knapp sechs Prozent der Schweizer Gesamtbevölkerung und ist bevölkerungsmässig der fünftgrösste Kanton des Landes.[6]
Das Bevölkerungswachstum konzentriert sich vor allem auf die Stadtregion St.Gallen, das Rheintal, die Region Wil sowie See-Gaster. In einzelnen ländlichen und höher gelegenen Gebieten verläuft die Entwicklung langsamer.
Städte und grössere Orte
Die grösste Stadt und das politische Zentrum des Kantons ist St.Gallen. Weitere wichtige Städte und regionale Zentren sind:
- Rapperswil-Jona,
- Wil,
- Gossau,
- Buchs,
- Altstätten,
- Rorschach,
- Uzwil,
- Wattwil,
- Sargans,
- Flawil.
Die Stadt St.Gallen bildet gemeinsam mit Gossau und mehreren umliegenden Gemeinden einen zusammenhängenden Wirtschafts- und Siedlungsraum. Rapperswil-Jona ist stark mit der Zürcher Stadt- und Wirtschaftsregion verbunden. Buchs, Werdenberg und das Rheintal sind eng mit Liechtenstein und Vorarlberg verflochten.
Sprache
Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag werden überwiegend ostschweizerische und st.gallische Varianten des Schweizerdeutsch gesprochen.
Die Dialekte unterscheiden sich regional. Im Norden und Westen bestehen Übergänge zu den Dialekten des Thurgaus und des Kantons Zürich. Im Rheintal, Toggenburg, Werdenberg und Sarganserland haben sich teilweise deutlich erkennbare lokale Sprachformen erhalten.
Neben Deutsch werden aufgrund der Zuwanderung zahlreiche weitere Sprachen gesprochen. Zu den am häufigsten verwendeten nichtdeutschen Sprachen zählen Albanisch, Englisch sowie Serbisch und Kroatisch.[7]
Religion
Die Geschichte des Kantons wurde stark durch das Nebeneinander katholischer und reformierter Gebiete geprägt. Die Stadt St.Gallen war seit der Reformation überwiegend reformiert, während die umliegende Fürstabtei und viele ihrer ehemaligen Territorien katholisch blieben.
Heute gehören ein grosser Teil der Bevölkerung der römisch-katholischen oder der evangelisch-reformierten Kirche an. Gleichzeitig ist der Anteil konfessionsloser Personen stark gewachsen. 2024 waren rund 30 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren konfessionslos.[5]
Die katholischen Kirchgemeinden bilden den katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen. Die evangelisch-reformierten Kirchgemeinden gehören zur Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen.
Geschichte
Frühgeschichte und römische Zeit
Das Gebiet des heutigen Kantons war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Archäologische Funde stammen unter anderem aus den Seeufergebieten am Zürichsee, Walensee und Bodensee.
In der Eisenzeit lebten in verschiedenen Regionen keltische Bevölkerungsgruppen. Während der römischen Herrschaft gehörte das Gebiet teilweise zu den Provinzen Raetia und Germania superior.
Wichtige römische Verkehrswege führten durch das Alpenrheintal, über die Pässe des Sarganserlands und entlang der Seen. Römische Siedlungen und Gutshöfe bestanden unter anderem in der Region Rapperswil-Jona, im Rheintal und im Gebiet um Kempraten.
Nach dem Rückzug der Römer wurden der Norden und Westen zunehmend durch alemannische Gruppen besiedelt. Im Süden und in den Alpentälern hielten sich romanische Spracheinflüsse länger.
Gallus und das Kloster St.Gallen
Der Überlieferung nach liess sich der irische Mönch Gallus um das Jahr 612 im Tal der Steinach nieder. An seinem Aufenthaltsort entstand eine Einsiedlergemeinschaft.
Im Jahr 719 gründete Otmar das Kloster St.Gallen. Dieses entwickelte sich im frühen Mittelalter zu einem der wichtigsten religiösen, wissenschaftlichen und kulturellen Zentren Europas.
Die Klosterbibliothek bewahrt zahlreiche bedeutende Handschriften aus dem frühen und hohen Mittelalter. Das Kloster besass umfangreiche Ländereien und Herrschaftsrechte in der Ostschweiz und darüber hinaus.
Der heutige Stiftsbezirk St.Gallen mit Kathedrale, Klosterbauten und Stiftsbibliothek gehört seit 1983 zum UNESCO-Welterbe.[8]
Stadt und Fürstabtei
Neben dem Kloster entwickelte sich die Stadt St.Gallen. Im Spätmittelalter löste sie sich schrittweise aus der Herrschaft der Fürstabtei und wurde zu einer weitgehend selbstständigen Reichsstadt.
Zwischen der reformierten Stadt und der katholischen Fürstabtei bestanden über Jahrhunderte politische, wirtschaftliche und konfessionelle Spannungen. Beide waren als zugewandte Orte mit der Alten Eidgenossenschaft verbunden, gehörten ihr jedoch nicht als vollberechtigte Kantone an.
Die Stadt St.Gallen entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum der Leinwandproduktion und des Fernhandels. St.Galler Textilien wurden in zahlreiche europäische Länder und später weltweit exportiert.
Territoriale Vielfalt
Vor der Kantonsgründung bestanden auf dem heutigen Kantonsgebiet zahlreiche selbstständige oder fremdverwaltete Herrschaften. Dazu gehörten:
- die Fürstabtei St.Gallen mit der Alten Landschaft und Teilen des Toggenburgs,
- die freie Reichsstadt St.Gallen,
- die Grafschaft Toggenburg,
- die Landvogtei Rheintal,
- die Herrschaft Sax-Forstegg,
- die Grafschaft Werdenberg,
- die Landvogtei Sargans,
- die Landschaft Gaster,
- die Grafschaft Uznach,
- die Stadt und Herrschaft Rapperswil.
Viele dieser Gebiete wurden von verschiedenen eidgenössischen Orten gemeinsam als Landvogteien verwaltet. Eine gemeinsame st.gallische Identität oder Verwaltung bestand vor 1803 nicht.[9]
Helvetische Republik
Nach dem französischen Einmarsch von 1798 wurden die alten Herrschaftsverhältnisse aufgehoben. Während der Helvetischen Republik gehörten die Gebiete des späteren Kantons hauptsächlich zu den Kantonen Säntis und Linth.
Der Kanton Säntis umfasste unter anderem die Stadt und die Fürstabtei St.Gallen, Teile des Toggenburgs, die beiden Appenzell und das Rheintal. Der Kanton Linth umfasste unter anderem Glarus, Rapperswil, Gaster, Uznach, Sargans, Werdenberg und Teile des Toggenburgs.
Die zentralistische Helvetische Republik blieb politisch instabil. Konflikte zwischen Föderalisten und Unitariern sowie der Einfluss Frankreichs führten wiederholt zu Verfassungsänderungen und Unruhen.
Kantonsgründung 1803
Mit der von Napoleon Bonaparte vermittelten Mediationsakte entstand 1803 der Kanton St.Gallen. Er wurde als gleichberechtigtes Mitglied in die Schweizerische Eidgenossenschaft aufgenommen.
Die Grenzen des neuen Kantons verbanden historisch, konfessionell und wirtschaftlich sehr unterschiedliche Gebiete. Eine wichtige Rolle bei der Gründung und beim Aufbau der Verwaltung spielte Karl Müller-Friedberg, der erste Landammann des Kantons.[1]
Der neue Kanton erhielt eine eigene Verfassung, Regierung und Verwaltung. Die ursprüngliche Gliederung umfasste acht Bezirke. Diese acht Gründungsbezirke werden durch die Stäbe im Kantonswappen symbolisiert.
Die Fürstabtei St.Gallen wurde 1805 aufgehoben. Ein Teil ihrer Gebäude wurde später Sitz der Kantonsregierung und der kantonalen Verwaltung.
19. Jahrhundert
Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft erhielt der Kanton 1814 eine stärker zentralistische und konservative Verfassung.
Im Zuge der liberalen Bewegung von 1830 verlangten grosse Volksversammlungen mehr politische Rechte. 1831 trat eine neue Verfassung in Kraft, welche die demokratische Mitwirkung ausbaute.
Weitere Verfassungen folgten 1861 und 1890. Die Verfassung von 1890 wurde durch eine Volksinitiative angestossen und blieb in ihren Grundzügen mehr als ein Jahrhundert gültig.[1]
Die Innenpolitik des 19. Jahrhunderts war stark von konfessionellen Gegensätzen geprägt. Katholisch-konservative und liberal-reformierte Kräfte rangen um Einfluss auf Schule, Kirche und Staat.
Gleichzeitig erlebten die Stadt St.Gallen und ihre Umgebung einen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Textilindustrie. Besonders die St.Galler Stickerei erreichte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert internationale Bedeutung.
Der Ausbau von Eisenbahnen, Strassen und Rheinkorrekturen veränderte die wirtschaftlichen und räumlichen Verhältnisse im ganzen Kanton.
20. Jahrhundert
Die Stickereikrise nach dem Ersten Weltkrieg traf die Region St.Gallen besonders stark. Tausende Arbeitsplätze gingen verloren, und die Wirtschaft musste sich breiter ausrichten.
Im Lauf des 20. Jahrhunderts gewannen Maschinenbau, Metallverarbeitung, Nahrungsmittelindustrie, Handel, Banken, Versicherungen, Bildung und weitere Dienstleistungen an Bedeutung.
Das Frauenstimmrecht wurde auf kantonaler Ebene 1972 eingeführt. Seitdem sind Frauen im Kanton sowohl stimm- als auch wahlberechtigt.[10]
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen Bevölkerung, Wohlstand und Siedlungsfläche. Besonders das Rheintal, die Region Wil, See-Gaster und die Agglomeration St.Gallen entwickelten sich zu bedeutenden Wirtschafts- und Wohnräumen.
Verfassung von 2001
Im Jahr 2001 nahm die Stimmbevölkerung eine neue Kantonsverfassung an. Sie löste die Verfassung von 1890 ab und trat zu Beginn des Jahres 2003 vollständig in Kraft.
Mit der neuen Verfassung wurden die bisherigen 14 Bezirke aufgehoben. Für die Wahl des Kantonsrates bestehen seither acht Wahlkreise.[1]
Die Verfassung regelt die Grundrechte, die politischen Rechte, die Aufgaben des Kantons, die Organisation der Behörden sowie das Verhältnis zwischen Kanton und Gemeinden.
Politik
Der Kanton St.Gallen ist eine demokratische Republik innerhalb des schweizerischen Bundesstaates. Die Staatsgewalt ist in Legislative, Exekutive und Judikative geteilt.
Die Stimmberechtigten wählen Kantonsrat und Regierung alle vier Jahre. Sie entscheiden ausserdem in kantonalen Volksabstimmungen über Verfassungsänderungen, Volksinitiativen, Referenden und weitere Vorlagen.
Kantonsrat
Der Kantonsrat ist das Parlament und damit die gesetzgebende Behörde des Kantons. Er besteht aus 120 Mitgliedern.[11]
Die Mitglieder werden für vier Jahre nach dem Verhältniswahlverfahren gewählt. Die Sitze werden auf die acht Wahlkreise entsprechend ihrer Bevölkerungszahl verteilt.
Zu den wichtigsten Aufgaben des Kantonsrates gehören:
- der Erlass kantonaler Gesetze,
- die Genehmigung des Budgets und der Staatsrechnung,
- die parlamentarische Aufsicht über Regierung, Verwaltung und Gerichte,
- die Beratung parlamentarischer Vorstösse,
- die Wahl bestimmter Behörden- und Gerichtsmitglieder.
Der Kantonsrat tagt in der Regel viermal jährlich in mehrtägigen Sessionen im Kantonsratssaal im Stiftsbezirk St.Gallen.[12]
Regierung
Die Regierung des Kantons St.Gallen ist die oberste leitende und vollziehende Behörde. Sie besteht aus sieben Mitgliedern, die vom Volk für vier Jahre gewählt werden.[13]
Jedes Mitglied leitet ein Departement. Die kantonale Verwaltung ist in folgende Bereiche gegliedert:
- Volkswirtschaftsdepartement,
- Departement des Innern,
- Bildungsdepartement,
- Finanzdepartement,
- Baudepartement,
- Sicherheits- und Justizdepartement,
- Gesundheitsdepartement.
Die Staatskanzlei unterstützt Regierung und Kantonsrat. Sie wird vom Staatssekretär oder von der Staatssekretärin geleitet.
Das Präsidium der Regierung wechselt nach einem festgelegten Turnus. Die Regierungspräsidentin oder der Regierungspräsident leitet die Sitzungen, besitzt innerhalb des Kollegiums jedoch keine zusätzliche politische Macht.
Gerichte
Die kantonale Rechtsprechung wird von unabhängigen Gerichten ausgeübt.
Zur Gerichtsorganisation gehören unter anderem:
- das Kantonsgericht,
- die Kreisgerichte,
- das Handelsgericht,
- die Anklagekammer,
- das Versicherungsgericht,
- die Verwaltungsrekurskommission,
- das Verwaltungsgericht,
- Schlichtungsstellen und Vermittlungsämter.[14]
Die Kreisgerichte sind hauptsächlich für erstinstanzliche Zivil- und Strafverfahren zuständig. Das Kantonsgericht beurteilt Rechtsmittel in Zivil- und Strafsachen. Das Verwaltungsgericht ist die oberste kantonale Instanz der Staats- und Verwaltungsrechtspflege.
Direkte Demokratie
Die St.Galler Bevölkerung verfügt über weitreichende direktdemokratische Rechte.
Mit einer Volksinitiative können Stimmberechtigte eine Änderung der Kantonsverfassung oder den Erlass gesetzlicher Bestimmungen verlangen. Gegen bestimmte Beschlüsse des Kantonsrates kann das Referendum ergriffen werden.
Verfassungsänderungen unterliegen zwingend einer Volksabstimmung. Je nach Art und finanzieller Bedeutung können auch weitere Erlasse und Ausgabenbeschlüsse dem obligatorischen oder fakultativen Referendum unterstehen.
Verwaltungsgliederung
Wahlkreise
Seit 2003 ist der Kanton in acht Wahlkreise gegliedert. Sie dienen hauptsächlich der Wahl des Kantonsrates und sind keine Gebietskörperschaften mit eigenen politischen Organen.
| Nummer | Wahlkreis | Bedeutende Orte |
|---|---|---|
| 1 | St.Gallen | St.Gallen, Gossau |
| 2 | Rorschach | Rorschach, Goldach, Thal |
| 3 | Rheintal | Altstätten, Diepoldsau, Widnau |
| 4 | Werdenberg | Buchs, Grabs, Sevelen |
| 5 | Sarganserland | Sargans, Mels, Bad Ragaz |
| 6 | See-Gaster | Rapperswil-Jona, Uznach, Rüti |
| 7 | Toggenburg | Wattwil, Ebnat-Kappel, Nesslau |
| 8 | Wil | Wil, Uzwil, Flawil |
Die Gerichtskreise entsprechen weitgehend den Wahlkreisen. Werdenberg und Sarganserland bilden jedoch gemeinsam einen Gerichtskreis.
Gemeinden
Seit dem 1. Januar 2026 umfasst der Kanton 75 politische Gemeinden.[15]
Neben den politischen Gemeinden bestehen weitere öffentlich-rechtliche Körperschaften, darunter:
- Ortsgemeinden,
- Schulgemeinden,
- örtliche und ortsbürgerliche Korporationen,
- Zweckverbände.
Die politischen Gemeinden erfüllen zahlreiche Aufgaben in den Bereichen Raumplanung, Bauwesen, Sozialhilfe, Schule, Versorgung, Entsorgung und lokale Infrastruktur.
Die Zahl der Gemeinden ist durch zahlreiche Fusionen zurückgegangen. Zu den grössten Zusammenschlüssen gehörten die Vereinigung von Rapperswil und Jona zu Rapperswil-Jona sowie die Bildung der Gemeinden Wildhaus-Alt St. Johann, Nesslau, Bütschwil-Ganterschwil, Eschenbach und Surses.
Wirtschaft
Der Kanton St.Gallen besitzt eine vielfältige Wirtschaftsstruktur. Traditionelle Industrien, moderne Technologieunternehmen, Landwirtschaft, Handel und Dienstleistungen sind regional unterschiedlich verteilt.
Industrie und Gewerbe
Die Industrialisierung wurde stark durch die Textilwirtschaft geprägt. St.Galler Leinen, Baumwollstoffe und Stickereien waren über Jahrhunderte bedeutende Exportprodukte.
Die Stickereiindustrie erreichte um 1900 ihren Höhepunkt. Obwohl ihre wirtschaftliche Bedeutung später zurückging, bestehen weiterhin Unternehmen, die hochwertige Stoffe, Stickereien und technische Textilien herstellen.
Weitere wichtige Industriezweige sind:
- Maschinen- und Anlagenbau,
- Metallverarbeitung,
- Elektrotechnik und Elektronik,
- Präzisions- und Medizintechnik,
- Kunststoffverarbeitung,
- Nahrungsmittelproduktion,
- Bauwirtschaft,
- Holz- und Papierverarbeitung.
Industrielle Schwerpunkte liegen im Rheintal, in der Region Wil-Uzwil, im Raum St.Gallen-Gossau und in See-Gaster.
Dienstleistungen
Der Dienstleistungssektor beschäftigt den grössten Teil der Erwerbstätigen. Bedeutende Bereiche sind:
- Handel,
- Banken und Versicherungen,
- Unternehmensberatung,
- Bildung und Forschung,
- Gesundheitswesen,
- Verkehr und Logistik,
- Tourismus,
- öffentliche Verwaltung,
- Informations- und Kommunikationstechnologie.
Die Stadt St.Gallen ist das wichtigste Dienstleistungszentrum der Ostschweiz. Die Universität St. Gallen trägt zur Bedeutung der Stadt als Bildungs-, Forschungs- und Wirtschaftsstandort bei.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft nutzt knapp die Hälfte der Kantonsfläche. Aufgrund der unterschiedlichen Landschaften bestehen verschiedene Produktionsformen.
Im Mittelland und Rheintal werden Ackerbau, Gemüsebau, Obstbau und Viehwirtschaft betrieben. In den Voralpen und Alpen dominieren Milchwirtschaft, Rinderhaltung und Alpwirtschaft.
Bekannte landwirtschaftliche Produkte sind:
- Milch und Käse,
- Fleisch,
- Obst und Most,
- Gemüse aus dem Rheintal,
- Wein aus dem St.Galler Rheintal und vom Zürichsee,
- regionale Spezialitäten wie der St. Galler Alpkäse.
Das Rheintal gehört zu den wichtigsten Gemüseanbaugebieten der Ostschweiz. Weinbaugebiete befinden sich insbesondere an den sonnenreichen Hängen des Rheintals, im Sarganserland und am Zürichsee.
Tourismus
Die wichtigsten Tourismusregionen sind:
- St.Gallen-Bodensee,
- das Toggenburg,
- das Sarganserland mit der Ferienregion Heidiland,
- Rapperswil und der obere Zürichsee.[16]
Zu den bekannten Reisezielen gehören:
- der Stiftsbezirk St.Gallen,
- die Altstadt von St.Gallen,
- die Altstadt und das Schloss Rapperswil,
- der Säntis,
- die Churfirsten,
- die Taminaschlucht,
- Bad Ragaz,
- der Pizol,
- der Walensee,
- Werdenberg,
- der Klangweg Toggenburg,
- die Bodenseestädte Rorschach und Thal.
Im Winter bestehen Skigebiete am Pizol, im oberen Toggenburg und in kleineren voralpinen Regionen. Im Sommer sind Wandern, Velofahren, Wassersport und alpine Aktivitäten von Bedeutung.
Verkehr
Der Kanton liegt an wichtigen europäischen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen. Seine Verkehrsnetze verbinden die Schweiz mit Deutschland, Österreich und Liechtenstein.
Eisenbahn
Die wichtigste Bahnverbindung führt von Zürich über Winterthur, Wil, Gossau und St.Gallen nach St. Margrethen und weiter nach Österreich.
Weitere wichtige Linien verbinden:
- St.Gallen mit Romanshorn und dem Bodensee,
- St.Gallen mit Wattwil, Rapperswil und Luzern,
- Wil mit Wattwil und Nesslau,
- Rapperswil mit Ziegelbrücke, Sargans und Chur,
- Sargans mit Buchs und St. Margrethen,
- Buchs mit dem Fürstentum Liechtenstein und Österreich.
Neben den Schweizerischen Bundesbahnen betreiben insbesondere die Schweizerische Südostbahn und die Appenzeller Bahnen regionale Verbindungen.
Die S-Bahn St. Gallen verbindet die Agglomeration St.Gallen mit dem Bodensee, dem Rheintal, dem Toggenburg, dem Thurgau, dem Appenzellerland und Vorarlberg.
Strassen
Die wichtigsten Autobahnen sind:
- die A1 von Zürich über Wil und St.Gallen nach St. Margrethen,
- die A13 durch das Rheintal und Sarganserland,
- die A15 zwischen dem Zürcher Oberland und Reichenburg.
Die A13 verbindet den Bodenseeraum über das Rheintal mit Graubünden, dem San-Bernardino-Pass und dem Tessin.
Mehrere Hauptstrassen erschliessen das Toggenburg, den Walensee, den Zürichsee und die Berggebiete.
Luftfahrt und Schifffahrt
Der Flugplatz St. Gallen-Altenrhein liegt in der Gemeinde Thal am Bodensee. Er dient dem regionalen Geschäfts- und Linienverkehr sowie der allgemeinen Luftfahrt.
Der internationale Flughafen Zürich ist aus vielen Teilen des Kantons per Bahn oder Strasse erreichbar.
Kursschiffe verkehren auf dem Bodensee, dem Zürichsee und dem Walensee. Der Hafen Rorschach ist ein wichtiger Ausgangspunkt der Bodenseeschifffahrt.
Bildung und Forschung
Das Bildungswesen umfasst Volksschulen, Berufsfachschulen, Mittelschulen, Hochschulen und Weiterbildungsinstitutionen.
Zu den wichtigsten Hochschulen gehören:
- die Universität St. Gallen,
- die OST – Ostschweizer Fachhochschule,
- die Pädagogische Hochschule St. Gallen.
Die Universität St.Gallen ist auf Wirtschafts-, Rechts-, Sozial- und Staatswissenschaften sowie Informatik spezialisiert. Sie besitzt eine internationale Ausrichtung und ist eng mit Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung verbunden.
Die OST unterhält Standorte in St.Gallen, Rapperswil-Jona und Buchs. Ihre Schwerpunkte liegen unter anderem in Technik, Informatik, Architektur, Wirtschaft, Gesundheit und Sozialer Arbeit.[17]
Die Pädagogische Hochschule bildet Lehrpersonen für verschiedene Schulstufen aus und betreibt pädagogische Forschung.
Berufsbildung besitzt im Kanton einen hohen Stellenwert. Zahlreiche Jugendliche absolvieren eine Berufslehre und besuchen gleichzeitig eine Berufsfachschule.
Kultur
Stiftsbezirk St.Gallen
Der Stiftsbezirk ist das bedeutendste kulturhistorische Ensemble des Kantons. Er umfasst unter anderem:
- die Kathedrale St.Gallen,
- die Stiftsbibliothek,
- die ehemalige Klosteranlage,
- die Neue Pfalz,
- den Klosterhof.
Die Stiftsbibliothek gehört zu den ältesten Bibliotheken der Welt. Sie besitzt bedeutende Handschriften aus dem frühen Mittelalter und dokumentiert die wissenschaftliche und kulturelle Rolle des Klosters.
Der Stiftsbezirk wurde 1983 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.[8]
Museen und Kulturinstitutionen
Bedeutende Museen und Kulturinstitutionen sind:
- das Kunstmuseum St. Gallen,
- das Historische und Völkerkundemuseum St. Gallen,
- das Textilmuseum St. Gallen,
- das Naturmuseum St. Gallen,
- das Kunstzeughaus Rapperswil-Jona,
- das Museum im Lagerhaus,
- das Klangwelt Toggenburg,
- das Staatsarchiv St. Gallen,
- die Kantonsbibliothek Vadiana.
Theater und Konzertveranstaltungen finden unter anderem im Theater St. Gallen, in der Tonhalle St.Gallen, im Kulturzentrum Lokremise und in zahlreichen regionalen Häusern statt.
Volkskultur
Die einzelnen Regionen besitzen ausgeprägte lokale Traditionen. Dazu gehören:
- Alpfahrten und Viehschauen,
- Fasnachtsbräuche,
- Jodel- und Volksmusik,
- Trachten,
- Jahrmärkte und Chilbis,
- regionale Dialekte,
- kirchliche Feste und Prozessionen.
Im Toggenburg spielen Naturjodel, Schellen und traditionelle Saiteninstrumente eine wichtige Rolle. Die St.Galler und Rheintaler Fasnacht besitzt eigene Figuren und Bräuche.
Die OLMA Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung findet jährlich in St.Gallen statt. Sie gehört zu den bekanntesten Publikumsmessen der Schweiz.
Kulinarische Spezialitäten
Zu den bekannten Spezialitäten des Kantons gehören:
- die St. Galler Bratwurst,
- die St. Galler Kinderfestbratwurst,
- der St. Galler Biber,
- Toggenburger Käse,
- Rheintaler Ribelmais,
- Alpkäse,
- regionale Weine,
- Most und Obstsäfte.
Die St.Galler Bratwurst wird traditionell ohne Senf gegessen. Sie ist eng mit der regionalen Fest- und Marktkultur verbunden.
Sport
Der bekannteste Fussballverein ist der FC St. Gallen, dessen Gründung auf das Jahr 1879 zurückgeht. Er gilt als einer der ältesten noch bestehenden Fussballvereine Kontinentaleuropas.
Weitere bekannte Sportvereine sind:
- die SC Rapperswil-Jona Lakers im Eishockey,
- der KTV St. Gallen und weitere Turnvereine,
- verschiedene Handball-, Unihockey- und Leichtathletikvereine.
Die Berg- und Seenlandschaften bieten zahlreiche Möglichkeiten für Wandern, Skifahren, Bergsteigen, Segeln, Rudern und Velosport.
Wappen und Flagge
Das Kantonswappen zeigt auf grünem Grund ein silbernes Rutenbündel mit einem eingeschlossenen Beil. Das Bündel wird durch ein grünes Band zusammengehalten.
Die ursprünglich acht Stäbe symbolisierten die acht Bezirke, aus denen der Kanton 1803 gebildet wurde. In der heute üblichen zweidimensionalen Darstellung sind nur fünf Stäbe vollständig sichtbar.
Das Band steht für den Zusammenhalt der unterschiedlichen Regionen. Das Beil symbolisiert die gemeinsame staatliche Kraft.
Die Farbe Grün galt zur Zeit der Kantonsgründung als Farbe der Freiheit und Revolution. Weiss wurde als Farbe der Unschuld verstanden. Das Wappen wurde nach der Gründung des Kantons geschaffen, da keines der Wappen der früheren Herrschaftsgebiete für den gesamten neuen Staat geeignet war.[9]
Die Kantonsflagge zeigt dasselbe Motiv in rechteckiger Form.
St.Gallerlied
Das St.Gallerlied gilt als inoffizielle Hymne des Kantons. Es beginnt mit den Worten:
- Sant Galle isch mis Heimatland,
- bont gschägget isch sis Chleid …
Das Lied entstand anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Kantons im Jahr 1953. Der Text beschreibt die landschaftliche und kulturelle Vielfalt des Kantons als bunt zusammengenähtes Kleid.
Siehe auch
- St. Gallen
- Geschichte des Kantons St. Gallen
- Liste der Gemeinden des Kantons St. Gallen
- Liste der Kulturgüter im Kanton St. Gallen
- Liste von Bergen im Kanton St. Gallen
- Ostschweiz
- St. Galler Rheintal
- Toggenburg
- Sarganserland
- Werdenberg (Region)
- See-Gaster
- Bodensee
- Walensee
- Stiftsbezirk St. Gallen
Literatur
- Staatsarchiv St.Gallen: Sankt-Galler Geschichte 2003. Mehrbändiges Werk zur Geschichte des Kantons und seiner Regionen.
- Kanton St.Gallen: Kopf und Zahl. Jährlich erscheinendes statistisches Porträt des Kantons.
- Historischer Verein des Kantons St.Gallen: St.Galler Neujahrsblätter und weitere historische Publikationen.
- Amt für Kultur des Kantons St.Gallen: Publikationen zur Kultur- und Baugeschichte des Kantons.
- Kantonsbibliothek Vadiana: Regionalbibliografie zum Kanton St.Gallen.
Weblinks
- Offizielle Website des Kantons St.Gallen
- Porträt des Kantons St.Gallen
- Amt für Daten und Statistik
- Geoportal des Kantons St.Gallen
- Staatsarchiv St.Gallen
- Kantonsbibliothek Vadiana
- Stiftsbezirk St.Gallen
- Tourismusregion St.Gallen-Bodensee
- Ferienregion Toggenburg
- Ferienregion Heidiland
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Kanton St.Gallen: Geschichte und Wappen, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Kanton St.Gallen: Ständige Wohnbevölkerung wächst bis Ende 2025 auf fast 544'000 Personen, 2. April 2026, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Kanton St.Gallen: Geografie und Umwelt, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Kanton St.Gallen: Informationen und Verzeichnisse der amtlichen Vermessung, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Kanton St.Gallen: Wohnbevölkerung, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Kanton St.Gallen: Bevölkerung und Gemeinden, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Kanton St.Gallen: Sprache, Kultur, Medien und Sport, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 8,0 8,1 UNESCO World Heritage Centre: Abbey of St Gall, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ 9,0 9,1 Staatsarchiv St.Gallen: Ursprung des St.Galler Kantonswappens, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Kanton St.Gallen: Geschlechterverteilung im Kantonsrat, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Kanton St.Gallen: Der Kantonsrat kurz erklärt, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Kanton St.Gallen: Sessionen des Kantonsrates, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Kanton St.Gallen: Wissenswertes über die Regierung, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Gerichte St.Gallen: Organisation und Standorte, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Kanton St.Gallen: Über die Gemeinden, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Kanton St.Gallen: Tourismus und Standort, abgerufen am 21. Juli 2026.
- ↑ Kanton St.Gallen: Bildung und Kultur, abgerufen am 21. Juli 2026.
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