Autobahn A15

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Autobahn A15
Autobahnsignal A15
Land Schweiz
Strassentyp Autobahn und Autostrasse
Administrative Bezeichnung Nationalstrasse N15
Beginn Verzweigung Brüttisellen an der A1
Ende Verzweigung Reichenburg an der A3
Gesamtlänge rund 46 km
Kantone Zürich, St. Gallen, Schwyz
Frühere Bezeichnung A53
Betreiber Bundesamt für Strassen

Die Autobahn A15 ist eine Schweizer Autobahn und Autostrasse, die von der Verzweigung Brüttisellen an der A1 durch das Zürcher Oberland und die Region am oberen Zürichsee zur Verzweigung Reichenburg an der A3 führt. Administrativ ist sie Bestandteil der Nationalstrasse N15.

Die Strecke durchquert die Kantone Zürich, St. Gallen und Schwyz. Sie verbindet die Agglomeration Zürich mit Uster, Wetzikon, Hinwil, Rüti, Rapperswil-Jona, Eschenbach, Uznach, Schmerikon und der Linthebene. Über die A3 bestehen Verbindungen in Richtung Chur, Glarus und Zürich, während die A1 bei Brüttisellen nach Zürich, Winterthur, Bern und St. Gallen führt.

Die A15 wird im Zürcher Abschnitt häufig als Oberlandautobahn bezeichnet. Bis Ende 2019 trug die Strasse die Nummer A53. Mit dem Inkrafttreten des neuen Netzbeschlusses wurde die Verbindung Anfang 2020 in das Nationalstrassennetz des Bundes übernommen und in A15 umbenannt.[1]

Zwischen Uster und Hinwil besteht weiterhin eine Lücke im Autobahnnetz. Der Verkehr wird dort über das bestehende regionale Strassennetz geführt. Dieser Abschnitt gehört zwar administrativ zur N15, ist jedoch keine richtungsgetrennte Autobahn. Das Bundesamt für Strassen plant eine neue Verbindung zwischen dem Anschluss Uster-Ost und der Verzweigung Hinwil beim Betzholzkreisel.[2]

Bezeichnung und Klassierung

Die Bezeichnung N15 wird für die administrative Nationalstrassenverbindung verwendet. Die Nummer A15 erscheint auf den Strassensignalen der als Autobahn oder Autostrasse ausgebauten Abschnitte.

Das schweizerische Nationalstrassennetz unterscheidet mehrere Strassenklassen. Die vorhandenen Autobahn- und Autostrassenabschnitte der N15 gehören überwiegend zur Nationalstrasse zweiter Klasse und sind vignettenpflichtig. Der bestehende Abschnitt zwischen Uster-Ost und Hinwil wird als Nationalstrasse dritter Klasse geführt und ist nicht vignettenpflichtig.[1]

Die A15 ist nicht auf ihrer gesamten Länge gleich ausgebaut. Sie umfasst:

  • vierspurige Autobahnabschnitte mit baulicher Richtungstrennung;
  • zweispurige Autostrassenabschnitte;
  • Tunnelstrecken;
  • einen noch nicht als Autobahn verwirklichten Abschnitt zwischen Uster und Hinwil.

Verlauf

Brüttisellen

Die A15 beginnt an der Verzweigung Brüttisellen in der Gemeinde Wangen-Brüttisellen. Dort zweigt sie von der A1 ab.

Die Verzweigung liegt östlich der Stadt Zürich und gehört zu den wichtigsten Autobahnkreuzen im Glattal. Über die A1 bestehen Verbindungen nach Zürich, zum Flughafen Zürich, nach Winterthur und in die Ostschweiz.

Die Zufahrtsrampe von der A15 zur A1 ist stark belastet. Im Rahmen der Verkehrsoptimierung zwischen Zürich-Nord und Brüttisellen wird sie verbreitert und teilweise zweispurig ausgebaut.[3]

Brüttisellen–Volketswil

Von Brüttisellen führt die A15 in südöstlicher Richtung durch das Gebiet der Gemeinden Wangen-Brüttisellen, Dübendorf und Volketswil.

Die Autobahn besitzt in diesem Abschnitt grundsätzlich zwei Fahrstreifen pro Richtung und einen Mittelstreifen. Sie erschliesst die dicht besiedelten Wohn- und Gewerbegebiete des oberen Glattals.

Zu den Anschlüssen gehören unter anderem:

  • Wangen;
  • Hegnau;
  • Volketswil.

Die Autobahn verläuft teilweise parallel zu regionalen Hauptstrassen und übernimmt einen grossen Teil des Pendler- und Gewerbeverkehrs zwischen Zürich und dem Zürcher Oberland.

Volketswil–Uster

Südöstlich von Volketswil führt die Autobahn nach Uster, der grössten Stadt des Zürcher Oberlands.

Die wichtigsten Anschlüsse sind:

  • Uster-West;
  • Uster-Nord;
  • Uster-Ost.

Der Anschluss Uster-Ost bildet das gegenwärtige Ende des durchgehend als Autobahn ausgebauten nördlichen Abschnitts. Die Strecke zwischen Brüttisellen und Uster-Ost ist als vierspurige, richtungsgetrennte Autobahn ausgebaut.[1]

Die Autobahn besitzt für Uster eine grosse Bedeutung. Sie verbindet die Stadt direkt mit der Agglomeration Zürich und erschliesst Wohn-, Industrie- und Gewerbegebiete.

Lücke zwischen Uster und Hinwil

Zwischen dem Anschluss Uster-Ost und Hinwil fehlt eine durchgehende Autobahn. Der Verkehr folgt dem bestehenden Strassennetz durch das Aathal und den Raum Wetzikon.

Der provisorische Korridor führt durch oder nahe an:

Die Strecke ist nicht durchgehend kreuzungsfrei und besitzt keine vollständige bauliche Richtungstrennung. Sie wird auch von regionalem Verkehr und teilweise von Fahrzeugen genutzt, die auf Autobahnen nicht zugelassen sind.

Die fehlende Verbindung führt insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten zu Stau, Ausweichverkehr und Belastungen in den angrenzenden Siedlungsgebieten. Besonders betroffen sind Uster, Seegräben, Wetzikon, Gossau und Hinwil.[2]

Hinwil und Betzholzkreisel

In Hinwil erreicht die N15 den sogenannten Betzholzkreisel. Die grossräumige, ovale Verkehrsanlage wird auch als Verzweigung Hinwil bezeichnet.

Am Betzholzkreisel treffen die A15 aus Richtung Rüti, die bestehende Verbindung aus Richtung Wetzikon und die Forchautostrasse A52 aufeinander.

Bei der ursprünglichen Planung sollte der Kreisel mehrere Hochleistungsstrassen miteinander verbinden. Wegen der nicht verwirklichten Autobahn zwischen Uster und Hinwil erfüllt er diese Funktion bis heute nur teilweise.

Vom Betzholzkreisel führt die A15 als richtungsgetrennte Autobahn weiter in Richtung Dürnten und Rüti.

Hinwil–Rüti

Der Abschnitt zwischen Hinwil und Rüti ist als vierspurige Autobahn mit baulicher Richtungstrennung ausgebaut.

Er erschliesst unter anderem die Gemeinden:

Die Strecke verläuft am südlichen Rand des Zürcher Oberlands und stellt eine wichtige Verbindung zwischen dem Raum Wetzikon–Hinwil und dem oberen Zürichsee dar.

Rüti–Rapperswil-Jona

Südlich von Rüti überquert die A15 die Kantonsgrenze zwischen Zürich und St. Gallen. Sie führt anschliessend in das Gebiet der Stadt Rapperswil-Jona.

Zwischen den Anschlüssen Rüti und Rapperswil ist die Strasse grundsätzlich als vierspurige Autobahn mit Richtungstrennung und Pannenstreifen ausgebaut.[4]

Die A15 entlastet die Ortszentren von Rüti und Rapperswil-Jona vom überregionalen Durchgangsverkehr. Über die Anschlüsse bestehen Verbindungen in Richtung Rapperswil, Jona, Kempraten und Zürichsee.

Rapperswil-Jona–Eschenbach

Zwischen Rapperswil und Eschenbach ist die A15 als zweispurige, nicht richtungsgetrennte Autostrasse ausgebaut. Die Fahrbahn besitzt grundsätzlich einen Fahrstreifen pro Richtung sowie seitliche Pannenstreifen.[4]

Die Strasse führt durch eine hügelige Landschaft im südlichen Teil des Kantons St. Gallen. Sie erschliesst unter anderem:

  • Jona;
  • Wagen;
  • Neuhaus;
  • Eschenbach.

Dieser Abschnitt besitzt wegen der fehlenden Richtungstrennung einen anderen Charakter als die vierspurigen Autobahnabschnitte bei Uster, Hinwil und in der Linthebene.

Eschenbach–Uznach

Beim Anschluss Eschenbach beginnt erneut ein vierspuriger Abschnitt mit baulicher Richtungstrennung.

Die A15 führt durch den Uznabergtunnel in Richtung Uznach. Der Tunnel besteht aus zwei getrennten Röhren. Jede Röhre nimmt den Verkehr einer Fahrtrichtung auf.

Der Uznabergtunnel ermöglicht eine direkte Verbindung durch das hügelige Gelände zwischen Eschenbach und Uznach und entlastet die umliegenden Ortschaften.

Uznach–Schmerikon

Nach dem Uznabergtunnel führt die Autobahn südlich an Uznach vorbei und erreicht Schmerikon am oberen Ende des Zürichsees.

Die Strecke besitzt mehrere Brücken und Geländeeinschnitte. Sie verbindet den Raum Rapperswil-Jona mit der Linthebene und dem Anschluss an die A3.

Buchbergtunnel

Östlich von Schmerikon durchquert die A15 den Buchbergtunnel. Dieser besteht ebenfalls aus zwei getrennten Tunnelröhren.

Der Tunnel unterquert den Buchberg zwischen dem Zürichsee und der Linthebene. Er gehört gemeinsam mit dem Uznabergtunnel zu den bedeutendsten Kunstbauten der A15.

In den Tunneln bestehen keine durchgehenden Pannenstreifen. Nothaltebuchten, Querverbindungen, Lüftungs-, Beleuchtungs- und Sicherheitseinrichtungen dienen der Verkehrssicherheit.[4]

Linthebene und Reichenburg

Nach dem Buchbergtunnel erreicht die A15 die flache Landschaft der Linthebene. Sie führt durch Gebiete der Kantone St. Gallen und Schwyz.

Anschlüsse bestehen unter anderem bei:

  • Schmerikon;
  • Tuggen;
  • Reichenburg.

An der Verzweigung Reichenburg mündet die A15 in die A3. Die A3 führt westwärts über Pfäffikon und den Zürichsee in Richtung Zürich sowie ostwärts über die Linthebene nach Sargans und Chur.

Die Verbindung Brüttisellen–Reichenburg ist rund 46 Kilometer lang. Aufgrund der Lücke zwischen Uster und Hinwil besteht jedoch noch keine durchgehend als Autobahn ausgebaute Strecke.

Ausbauzustand

Ausbauzustand der N15
Abschnitt Ausbau Klassierung und Vignette
Brüttisellen–Uster-Ost Vierspurige Autobahn mit Richtungstrennung Nationalstrasse zweiter Klasse, vignettenpflichtig
Uster-Ost–Hinwil Gemischtverkehrsstrasse ohne durchgehende Richtungstrennung Nationalstrasse dritter Klasse, nicht vignettenpflichtig
Hinwil–Rüti Vierspurige Autobahn mit Richtungstrennung Nationalstrasse zweiter Klasse, vignettenpflichtig
Rüti–Rapperswil Vierspurige Autobahn mit Richtungstrennung und Pannenstreifen Nationalstrasse zweiter Klasse, vignettenpflichtig
Rapperswil–Eschenbach Zweispurige Autostrasse mit Pannenstreifen Nationalstrasse zweiter Klasse, vignettenpflichtig
Eschenbach–Reichenburg Vierspurige Autobahn mit Richtungstrennung Nationalstrasse zweiter Klasse, vignettenpflichtig

Wichtige Verbindungen

Bedeutende Verzweigungen und Anschlüsse
Ort Verbindung Richtung
Verzweigung Brüttisellen A1 Zürich, Winterthur, Bern, St. Gallen
Uster Regionales Hauptstrassennetz Greifensee, Pfäffikon ZH, Wetzikon
Betzholzkreisel bei Hinwil A52 Forch, Zürich, Hinwil
Rapperswil-Jona Hauptstrassen am oberen Zürichsee Rapperswil, Seedamm, Pfäffikon SZ
Eschenbach Regionales Strassennetz Waldkirch, Wattwil, Ricken
Verzweigung Reichenburg A3 Zürich, Pfäffikon SZ, Glarus, Sargans, Chur

Bedeutung

Verbindung zwischen A1 und A3

Die A15 bildet eine Querverbindung zwischen den beiden bedeutenden Nationalstrassen A1 und A3. Sie ermöglicht Fahrten zwischen der Ostschweiz, dem Zürcher Oberland, der Region Zürichsee und der Linthebene.

Ohne die A15 müssten zahlreiche Verbindungen über das Stadtgebiet von Zürich, das Glattal oder lokale Hauptstrassen abgewickelt werden.

Die Lückenschliessung zwischen Uster und Hinwil soll eine zweite leistungsfähige Strassenverbindung östlich des Zürichsees schaffen. Nach Angaben des ASTRA würde sie zugleich die Redundanz des Nationalstrassennetzes im Grossraum Zürich verbessern.[2]

Erschliessung des Zürcher Oberlands

Die A15 ist die wichtigste Hochleistungsstrasse des Zürcher Oberlands. Sie erschliesst eine Region mit mehreren grösseren Städten und Gemeinden sowie zahlreichen Industrie-, Gewerbe- und Wohngebieten.

Besonders wichtig ist sie für:

  • den Pendlerverkehr in die Agglomeration Zürich;
  • den regionalen Güterverkehr;
  • die Erreichbarkeit von Uster und Wetzikon;
  • den Freizeitverkehr zum Zürichsee und in die Voralpen;
  • Verbindungen in die Kantone St. Gallen, Schwyz und Glarus.

Entlastung der Ortszentren

Die bereits gebauten Umfahrungsabschnitte entlasten Rüti, Rapperswil-Jona, Eschenbach, Uznach und Schmerikon vom Durchgangsverkehr.

Zwischen Uster und Hinwil fehlt eine vergleichbare durchgehende Umfahrung. Deshalb fliesst ein grosser Teil des überregionalen Verkehrs weiterhin durch oder nahe an Siedlungsgebieten.

Das ASTRA verfolgt mit dem Lückenschluss insbesondere das Ziel, den Verkehr auf die Nationalstrasse zu verlagern und Quartiere sowie Ortszentren vom Ausweichverkehr zu entlasten.

Geschichte

Erste Planungen

Die Streckenführung einer Autobahn durch das Zürcher Oberland wurde erstmals 1965 festgelegt. Die damaligen Planungen sahen ein umfangreiches Netz von Hochleistungsstrassen vor.

Beim Betzholzkreisel in Hinwil sollten mehrere Autobahnverbindungen zusammentreffen. Verwirklicht wurden jedoch nur der südliche Teil der heutigen A15 und die Forchautostrasse.

Der Abschnitt zwischen Uster und Hinwil blieb ungebaut. Gründe waren unter anderem:

  • veränderte verkehrspolitische Prioritäten;
  • hohe Baukosten;
  • Widerstand aus betroffenen Gemeinden;
  • Schutz von Landschaft und Landwirtschaft;
  • Naturschutz- und Moorgebiete;
  • schwierige geologische Verhältnisse.

Bau der bestehenden Abschnitte

Die heutigen Teilstücke wurden seit den 1970er-Jahren schrittweise eröffnet. Der nördliche Abschnitt verband Brüttisellen mit Volketswil und Uster.

Südlich von Hinwil entstand die Verbindung über Rüti und Rapperswil-Jona zur Linthebene. Der Bau der Tunnel- und Umfahrungsabschnitte ermöglichte eine leistungsfähige Verbindung zur A3.

Die Autobahn war ursprünglich eine kantonale Hochleistungsstrasse. Der Zürcher Abschnitt wurde vom Kanton Zürich, der östliche Abschnitt hauptsächlich vom Kanton St. Gallen geplant, gebaut und betrieben.

Planung der Lückenschliessung

1995 nahm der Kanton Zürich eine geplante Linienführung zwischen Uster-Ost und dem Betzholzkreisel in den kantonalen Richtplan auf.

Die geplante Autobahn sollte von Uster durch das Aathal führen, Wetzikon umgehen und bei Hinwil an die bestehende A15 anschliessen.

2005 wurde ein Ausführungsprojekt öffentlich aufgelegt. Gegen das Vorhaben gingen zahlreiche Einsprachen ein. Einzelne Abschnitte standen im Widerspruch zum verfassungsrechtlichen Schutz der Moorlandschaften.

Das Projekt wurde überarbeitet und 2007 erneut aufgelegt. Auch gegen die veränderte Linienführung wurden Beschwerden eingereicht.

Bundesgerichtsentscheid von 2012

Das Bundesgericht hiess 2012 mehrere Beschwerden gegen das Projekt gut. Es kam zum Schluss, dass Teile der vorgesehenen Linienführung den Schutz der Moorlandschaft verletzten.

Das Projekt wurde deshalb an den Zürcher Regierungsrat zurückgewiesen.[5]

Der Entscheid führte zu einer grundlegenden Überarbeitung der Planung. Seither werden insbesondere unterirdische Varianten geprüft, welche die geschützten Landschaften möglichst wenig beeinträchtigen.

Aufnahme in das Nationalstrassennetz

Die Schweizer Stimmbevölkerung nahm 2017 den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds an. Damit wurden die finanziellen und rechtlichen Grundlagen für die Übernahme weiterer Strassen in das Nationalstrassennetz geschaffen.

Am 1. Januar 2020 gingen die bestehenden Abschnitte zwischen Brüttisellen und Reichenburg von den Kantonen an den Bund über. Gleichzeitig wurde die frühere A53 in A15 umbenannt.

Seither ist das Bundesamt für Strassen für Betrieb, Unterhalt, Ausbau und Planung verantwortlich.[2]

Lückenschliessung Uster–Hinwil

Ziele des Projekts

Mit dem Projekt soll eine durchgehende Nationalstrassenverbindung zwischen Uster-Ost und dem Betzholzkreisel entstehen.

Die wichtigsten Ziele sind:

  • Entlastung des regionalen Strassennetzes;
  • Verringerung des Durchgangsverkehrs in Siedlungsgebieten;
  • Verbesserung der Verkehrssicherheit;
  • bessere Verbindung zwischen A1 und A3;
  • höhere Zuverlässigkeit des Strassennetzes;
  • möglichst geringe Belastung von Landschaft und Umwelt.

Das Projekt befindet sich im Stadium des Generellen Projekts. In dieser Planungsphase werden die grundlegende Linienführung, Tunnel, Anschlüsse und Umweltmassnahmen festgelegt.

Richtplanvariante

Die vom Kanton Zürich entwickelte Richtplanvariante sieht eine teilweise unterirdische Verbindung durch das Aathal vor.

Anschliessend soll die Strasse Wetzikon grossräumig über Grüt und Gossau umgehen. Bei Ottikon würde sie an die Forchautostrasse anschliessen. Diese müsste bis zum Betzholzkreisel ausgebaut werden.[6]

Die Richtplanvariante beruht auf umfangreichen Vorarbeiten des Kantons Zürich. Das ASTRA passt sie an die aktuellen Normen für Nationalstrassen an.

Variante Tunnel tief

Bei der Variante Tunnel tief würde ein grösserer Anteil der Strecke unterirdisch verlaufen.

Die genaue Linienführung wird anhand geologischer und hydrogeologischer Untersuchungen bestimmt. Der Tunnel soll möglichst in geeignetem Fels oder unproblematischem Lockergestein liegen.

Besondere Herausforderungen sind:

  • die mächtigen Grundwasservorkommen im Aathal;
  • eiszeitliche Schotterschichten;
  • Moorlandschaften;
  • Naturschutzgebiete;
  • dicht besiedelte Gebiete;
  • Anschlüsse an das bestehende Strassennetz.

Variante Tunnel tief lang

Zusätzlich prüft das ASTRA die Variante Tunnel tief lang. Sie sieht einen durchgehenden Tunnel vom Anschluss Uster-Ost bis zum Betzholzkreisel vor.

Bei dieser Variante würden ein Anschluss bei Wetzikon und ein Viadukt im Aathal entfallen. Das ASTRA erwartet, dass eine solche Linienführung die Stadt Wetzikon stärker vom Durchgangsverkehr entlasten könnte.[2]

Die Machbarkeit hängt wesentlich von den geologischen Verhältnissen und dem Schutz des Grundwassers ab.

Sondierbohrungen

Zwischen 2023 und 2026 führte das ASTRA mehrere Bohrkampagnen durch. Die Bohrungen erreichten Tiefen von etwa 30 bis 90 Metern.

Bis August 2024 wurden 43 Sondierbohrungen mit einer Gesamtlänge von rund 2,2 Kilometern ausgeführt. Weitere Untersuchungen fanden zwischen November 2024 und April 2025 sowie im Frühjahr 2026 statt.

Die Bohrungen dienen der Untersuchung von:

  • Felsoberfläche und Gesteinsqualität;
  • Lockergestein;
  • Grundwasser;
  • Tunnelbaumöglichkeiten;
  • Auswirkungen auf Moore und Naturschutzgebiete.

Die vierte Bohrkampagne fand im Raum Seegräben und Wetzikon statt und sollte die Grundlagen für die Variante Tunnel tief lang ergänzen.[2]

Zeitplan

Nach dem Planungsstand vom Februar 2026 sollte der Entscheid über die bevorzugte Variante gegen Ende 2026 fallen.

Das Generelle Projekt soll voraussichtlich bis 2029 abgeschlossen werden. Danach folgen weitere Projektierungs-, Genehmigungs- und Einspracheverfahren.

Ein konkreter Baubeginn und ein Eröffnungstermin waren im Juli 2026 noch nicht festgelegt.

Chronologie der Lückenschliessung
Jahr Ereignis
1965 Erste Festlegung der geplanten Streckenführung
1995 Aufnahme einer Verbindung Uster-Ost–Betzholz in den Zürcher Richtplan
2005 Öffentliche Auflage des Ausführungsprojekts
2007 Überarbeitung und erneute öffentliche Auflage
2012 Bundesgericht weist das Projekt wegen des Moorlandschaftsschutzes zurück
2017 Annahme des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds
2020 Übernahme der Strecke durch den Bund und Umbenennung von A53 in A15
2023 Beginn der Arbeiten am Generellen Projekt durch das ASTRA
2023–2026 Geologische und hydrogeologische Sondierkampagnen
Ende 2026 Vorgesehener Variantenentscheid
2029 Vorgesehener Abschluss des Generellen Projekts

Tunnel und Kunstbauten

Zu den wichtigsten Bauwerken der A15 gehören:

  • der Uznabergtunnel;
  • der Buchbergtunnel;
  • Brücken und Überführungen im Raum Brüttisellen;
  • Talquerungen bei Uster und Rüti;
  • Kunstbauten im Raum Rapperswil-Jona;
  • Brücken in der Linthebene;
  • die Verzweigungen Brüttisellen und Reichenburg.

Der Uznaberg- und der Buchbergtunnel besitzen jeweils zwei getrennte Röhren. Da in den Tunnelröhren keine Pannenstreifen vorhanden sind, gelten besondere Sicherheits- und Verkehrsführungsmassnahmen.

Die Tunnel verfügen über Beleuchtung, Überwachung, Notrufeinrichtungen, Fluchtverbindungen und technische Betriebsanlagen.

Verkehr und Betrieb

Verkehrsbelastung

Die A15 wird sowohl vom regionalen Pendlerverkehr als auch vom überregionalen Freizeit- und Güterverkehr genutzt.

Besonders belastet sind:

  • die Verzweigung Brüttisellen;
  • die Anschlüsse bei Volketswil und Uster;
  • das bestehende Strassennetz zwischen Uster und Hinwil;
  • der Raum Rapperswil-Jona;
  • der Anschluss an die A3 bei Reichenburg.

Stau entsteht hauptsächlich während der morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeiten sowie an Wochenenden mit starkem Ausflugsverkehr.

Unterhalt

Seit Anfang 2020 ist der Bund Eigentümer der Nationalstrasse N15. Das ASTRA plant und finanziert grössere Unterhalts- und Ausbauprojekte.

Der betriebliche Unterhalt wird von regionalen Gebietseinheiten durchgeführt. Dazu gehören:

  • Winterdienst;
  • Reinigung;
  • Reparatur von Fahrbahnen;
  • Pflege von Böschungen;
  • Unterhalt der Signalisation;
  • Kontrolle von Brücken und Tunneln;
  • Ereignis- und Unfalldienst.

Für die Zürcher Abschnitte ist die Gebietseinheit VII zuständig. Teile in den Kantonen St. Gallen und Schwyz werden durch die Gebietseinheit VI betreut.[4]

Verkehrsvorschriften

Auf den als Autobahn signalisierten Abschnitten gelten die allgemeinen schweizerischen Autobahnregeln.

Die Strasse darf dort nur von Motorfahrzeugen benutzt werden, die eine Geschwindigkeit von mindestens 80 km/h erreichen können. Für Motorfahrzeuge und Anhänger bis 3,5 Tonnen ist eine gültige Autobahnvignette erforderlich.

Auf den Autostrassenabschnitten können tiefere Höchstgeschwindigkeiten gelten als auf einer Autobahn. In Tunneln, bei Anschlüssen, in Baustellen oder bei hohem Verkehrsaufkommen werden zusätzliche Geschwindigkeitsbeschränkungen signalisiert.

Der Abschnitt Uster-Ost–Hinwil ist als Nationalstrasse dritter Klasse nicht vignettenpflichtig und teilweise für gemischten Verkehr zugelassen.

Umwelt und Landschaftsschutz

Die A15 durchquert mehrere landschaftlich und ökologisch empfindliche Gebiete.

Dazu gehören:

  • die Drumlinlandschaft des Zürcher Oberlands;
  • Moore und Feuchtgebiete;
  • das Aathal;
  • Grundwasservorkommen;
  • Wälder und Landwirtschaftsflächen;
  • Lebensräume am oberen Zürichsee;
  • die Linthebene.

Bei der Planung der Lückenschliessung besitzt der Moorlandschaftsschutz eine besonders grosse Bedeutung. Die Bundesverfassung schützt Moore und Moorlandschaften von besonderer Schönheit und nationaler Bedeutung.

Das neue Projekt soll deshalb weitgehend unterirdisch verlaufen oder geschützte Gebiete grossräumig umgehen. Zusätzlich sind Lärmschutz, Strassenabwasserbehandlung, Wildtierpassagen und ökologische Ersatzmassnahmen vorgesehen.

Siehe auch

Literatur

  • Bundesamt für Strassen: Nationalstrasse N15, Abschnitt Brüttisellen–Rüti. Bern 2020.
  • Bundesamt für Strassen: Nationalstrasse N15, Abschnitt Rüti–Reichenburg. Bern 2020.
  • Bundesamt für Strassen: A15 Uster–Hinwil, Lückenschliessung Oberlandautobahn. Winterthur 2026.
  • Kanton Zürich: Dokumentationen zur Oberlandautobahn und zur kantonalen Verkehrsplanung.
  • Peter Ziegler: Verkehrswege und Landschaft im Zürcher Oberland. Zürich.

Einzelnachweise

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Autobahn A15