S18 (S-Bahn Zürich)

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S18
System S-Bahn Zürich
Strecke Zürich StadelhofenEsslingen
Betreiber Forchbahn AG
Betriebseröffnung der Forchbahn 29. November 1912
Integration als S18 1990
Streckenlänge ca. 16,4 km
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Stromsystem 600 V / 1200 V Gleichstrom
Reguläre Haltestellen 21
Fahrzeit ca. 35–40 Minuten
Verkehr täglich

Die S18 ist eine Linie der S-Bahn Zürich und entspricht der von der Forchbahn AG betriebenen Bahnverbindung zwischen Zürich Stadelhofen und Esslingen im Kanton Zürich. Sie erschliesst den östlichen Teil der Stadt Zürich sowie Gemeinden der Region Pfannenstiel und verbindet unter anderem Zollikon, Zumikon, Maur und Egg mit Zürich.

Die S18 nimmt innerhalb des Zürcher S-Bahn-Netzes eine Sonderstellung ein. Sie ist meterspurig und verkehrt zwischen Zürich Stadelhofen und Rehalp nach Strassenbahnregeln auf dem Netz der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). Ab Rehalp bis Esslingen wird sie dagegen als Eisenbahn auf der Infrastruktur der Forchbahn betrieben.[1]

Die Forchbahn gehört seit der Inbetriebnahme des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) und der Zürcher S-Bahn im Jahr 1990 als Linie S18 zum S-Bahn-Netz. Umgangssprachlich wird die Forchbahn auch «Frieda» genannt.

Strecke

Die S18 beginnt auf dem Stadelhoferplatz unmittelbar beim Bahnhof Zürich Stadelhofen. Anders als die normalspurigen S-Bahn-Züge hält die S18 nicht an den unterirdischen beziehungsweise tiefer liegenden SBB-Perrons, sondern an der oberirdischen Tram- und Forchbahn-Haltestelle.

Von Stadelhofen führt die Strecke zunächst durch das Zürcher Stadtgebiet über Kreuzplatz, Hegibachplatz, Wetlistrasse und Balgrist nach Rehalp. Auf diesem Abschnitt benutzt die Forchbahn die städtische Strassenbahninfrastruktur. Die Züge verkehren im Strassenraum beziehungsweise auf Abschnitten, die mit dem Zürcher Tramnetz verknüpft sind.

Ab Rehalp beginnt die eigentliche Eisenbahnstrecke der Forchbahn. Sie steigt in Richtung Zollikerberg an und führt über Spital Zollikerberg und Zollikerberg nach Zumikon. Zwischen Waltikon und Neue Forch verläuft die Strecke auf rund 1,8 Kilometern durch den Tunnel Zumikon. Die beiden Haltestellen Zumikon und Maiacher befinden sich im Tunnel.

Nach Neue Forch erreicht die Linie den Bahnhof Forch, der ein wichtiger betrieblicher Mittelpunkt der Forchbahn ist. Hier befinden sich unter anderem Betriebs- und Unterhaltsanlagen des Unternehmens. Von der Forch führt die Strecke über Scheuren und Hinteregg nach Egg. Anschliessend werden Langwies ZH und Emmat bedient, bevor die S18 ihre Endstation Esslingen erreicht.[2]

Haltestellen

Die S18 bedient regulär folgende Haltestellen. Die Haltestelle Waldburg ist während der laufenden Umbauarbeiten vorübergehend ausser Betrieb.[3]

Nr. Haltestelle Gemeinde Bemerkung
1 Zürich, Bahnhof Stadelhofen Zürich Endstation, Anschluss an S-Bahn, Tram und Bus
2 Zürich, Kreuzplatz Zürich
3 Zürich, Hegibachplatz Zürich
4 Zürich, Wetlistrasse Zürich
5 Zürich, Balgrist Zürich
6 Zürich, Rehalp Zürich Übergang vom Strassenbahn- zum Eisenbahnbetrieb
7 Waldburg Zollikon 2026 wegen Umbau vorübergehend ausser Betrieb
8 Spital Zollikerberg Zollikon
9 Zollikerberg Zollikon
10 Waltikon Zumikon
11 Zumikon Zumikon Tunnelhaltestelle
12 Maiacher Zumikon Tunnelhaltestelle
13 Neue Forch Küsnacht
14 Forch Maur Betriebszentrum der Forchbahn
15 Scheuren Maur
16 Neuhaus bei Hinteregg Egg
17 Hinteregg Egg
18 Egg Egg
19 Langwies ZH Egg
20 Emmat Egg
21 Esslingen Egg Endstation

Im Jahresfahrplan 2026 erscheint Waldburg wegen des laufenden Umbaus nicht als regulär bediente Haltestelle. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll die Haltestelle wieder in Betrieb genommen werden.[3]

Betrieb und Fahrplan

Die S18 verkehrt täglich. Auf dem stärker frequentierten Abschnitt zwischen Zürich Stadelhofen und Forch besteht tagsüber ein dichter Takt. Im Fahrplanjahr 2026 verkehren die regulären Züge auf diesem Abschnitt in weiten Teilen des Tages ungefähr alle 15 Minuten.[4]

Zwischen Forch und Esslingen ist das Angebot ausserhalb der Hauptverkehrszeiten weniger dicht. Hier besteht grundsätzlich ein Halbstundentakt, während in stärker nachgefragten Zeiten zusätzliche Verbindungen angeboten werden. In den Hauptverkehrszeiten verkehren dadurch auch auf dem äusseren Streckenabschnitt Züge in dichterer Folge.[4]

Die Fahrzeit zwischen Esslingen und Zürich Stadelhofen beträgt je nach Verbindung und Haltemuster ungefähr 35 bis 40 Minuten.

Die Fahrplangestaltung unterscheidet sich damit von vielen anderen Linien der Zürcher S-Bahn. Die S18 verbindet Merkmale einer städtischen Strassenbahn mit jenen einer Regionalbahn: Im Zürcher Stadtgebiet liegen die Haltestellen vergleichsweise nahe beieinander, während die Bahn ausserhalb der Stadt auf einer weitgehend eigenen Trasse verkehrt.

Strassenbahn- und Eisenbahnbetrieb

Eine Besonderheit der S18 ist der Wechsel der Betriebsform bei Rehalp. Zwischen Zürich Stadelhofen und Rehalp fährt die Forchbahn auf der Infrastruktur der VBZ und wird betrieblich wie eine Strassenbahn geführt. Auf diesem Abschnitt muss sie den Bedingungen des städtischen Strassenverkehrs Rechnung tragen.[1]

Zwischen Rehalp und Esslingen verkehrt die S18 dagegen als Eisenbahn. Die Strecke ist weitgehend vom Strassenverkehr getrennt, wodurch höhere Geschwindigkeiten und ein stabilerer Fahrplan möglich sind.

Auch die elektrische Versorgung unterscheidet sich. Im städtischen Abschnitt wird das Stromsystem des Zürcher Tramnetzes mit 600 Volt Gleichstrom genutzt. Die eigene Strecke der Forchbahn wird mit 1200 Volt Gleichstrom betrieben.

Die Fahrzeuge der Forchbahn sind deshalb für beide Stromsysteme und die unterschiedlichen betrieblichen Bedingungen ausgelegt.

Infrastruktur

Die Betriebslänge der Forchbahn beträgt rund 16,4 Kilometer. Davon werden etwas mehr als drei Kilometer gemeinsam beziehungsweise auf Infrastruktur des Zürcher Tramnetzes befahren. Die eigene Forchbahn-Strecke beginnt bei Rehalp.

Die Spurweite beträgt 1000 Millimeter. Damit unterscheidet sich die S18 von den meisten übrigen Linien der S-Bahn Zürich, die auf dem normalspurigen Schweizer Eisenbahnnetz mit 1435 Millimetern Spurweite verkehren.

Zu den bedeutendsten Kunstbauten gehört der Tunnel Zumikon. Der 1758 Meter lange Tunnel wurde 1976 eröffnet und führt mit den unterirdischen Stationen Zumikon und Maiacher unter dem Siedlungsgebiet von Zumikon hindurch.[5]

Zwischen Neue Forch und Forch besteht ein weiterer Tunnel im Bereich der Forchautostrasse. Der 282 Meter lange Forch-Tunnel wurde 1970 in Betrieb genommen.[5]

Geschichte

Gründung und Eröffnung

Vor dem Bau der Bahn wurde der Verkehr zwischen Esslingen und Zürich unter anderem mit Postkutschen und später mit Motorbussen abgewickelt. Die steigende Nachfrage führte zu Plänen für eine leistungsfähigere Bahnverbindung.

Am 20. Juni 1910 wurde die Forchbahn AG gegründet. Gleichzeitig begann der Bau der Strecke zwischen Zürich Stadelhofen und Esslingen. Der fahrplanmässige Betrieb wurde am 29. November 1912 aufgenommen.[5]

Die Fahrt von Esslingen nach Zürich dauerte bei der Eröffnung rund 67 Minuten. Ein erheblicher Teil der Strecke verlief damals unmittelbar auf oder neben der Strasse. Neben dem Personenverkehr transportierte die Forchbahn auch Güter, Post, Milch und zeitweise Tiere.

Ausbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Mit dem Wachstum der Agglomeration Zürich entwickelte sich die Forchbahn zunehmend von einer Ausflugsbahn zu einer wichtigen Pendlerverbindung. Zwischen 1951 und 1959 wurden verschiedene Streckenabschnitte modernisiert und der Bahnverkehr stärker vom Strassenverkehr getrennt.[5]

1970 wurden das neue Stationsgebäude und die Depotanlage auf der Forch fertiggestellt. Gleichzeitig ging der Forch-Tunnel unter der neu gebauten Forchautostrasse in Betrieb.

Ein besonders wichtiger Ausbau folgte in den 1970er-Jahren. Die Strecke durch Zumikon wurde tiefergelegt und in einen Tunnel verlegt. Der Tunnel Zumikon und die Doppelspurstrecke zwischen Neue Forch und Waltikon wurden 1976 eröffnet. Gleichzeitig führte die Forchbahn einen 15-Minuten-Takt ein.[5]

Integration in die S-Bahn Zürich

Mit der Eröffnung der S-Bahn Zürich und der Aufnahme des Betriebs des Zürcher Verkehrsverbunds im Jahr 1990 wurde die Forchbahn in das neue Liniennummernsystem integriert. Seither trägt die Verbindung die Bezeichnung S18.

Die Bezeichnung verdeutlicht ihre Funktion als regionale Zubringerlinie nach Zürich, obwohl sich Technik und Betriebsform deutlich von den normalspurigen SBB-Linien unterscheiden.

Am 6. Mai 1995 wurde die heutige Endstation Esslingen eingeweiht.[5]

Fahrzeuge

Auf der S18 kommen speziell für die Forchbahn ausgelegte elektrische Triebwagen zum Einsatz.

Ein Teil der Flotte besteht aus Doppeltriebwagen der Reihe Be 8/8. Die ersten Fahrzeuge dieses Typs wurden 1976 in Betrieb genommen. Weitere Fahrzeuge folgten Anfang der 1980er-Jahre. Die Be 8/8 können bis zu 65 km/h erreichen.[6]

2003 und 2004 erhielt die Forchbahn dreizehn Gelenktriebwagen der Reihe Be 4/6 61–73. Diese Fahrzeuge verfügen über Niederflurbereiche und Klimaanlagen und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.[5]

Seit den 2020er-Jahren wird die Fahrzeugflotte umfassend erneuert. Die dreizehn Be 4/6 werden im Rahmen eines sogenannten Midlife-Refits technisch und im Innenraum modernisiert. Dadurch soll ihre Einsatzdauer um rund 20 Jahre verlängert werden.[7]

Parallel dazu läuft die Beschaffung einer neuen Fahrzeuggeneration. Die Ausschreibung wurde im Februar 2026 veröffentlicht. Nach dem gegenwärtigen Zeitplan sollen die ersten neuen Fahrzeuge ab Ende 2030 in Betrieb genommen werden.[8]

Modernisierung der Infrastruktur

Die Forchbahn führt in den 2020er-Jahren ein umfangreiches Erneuerungsprogramm durch. Hintergrund sind das Bevölkerungswachstum im Einzugsgebiet, die steigende Nachfrage sowie die Anforderungen an einen hindernisfreien öffentlichen Verkehr.

Von 2022 bis 2024 wurde der Tunnel Zumikon umfassend saniert. Dabei wurden die Gleisanlagen erneuert, eine feste Fahrbahn eingebaut und Teile der Sicherungs- und Weichenanlagen modernisiert. Die Kosten des Projekts beliefen sich nach Angaben der Forchbahn auf rund 62 Millionen Franken.[9]

Ein weiteres Grossprojekt betrifft den Abschnitt zwischen Neue Forch und Forch. Dieser soll zwischen 2027 und 2029 auf Doppelspur ausgebaut werden. Damit sollen die betriebliche Stabilität verbessert und Verspätungen leichter ausgeglichen werden können.[10]

Umbau Waldburg

Seit November 2024 wird die Haltestelle Waldburg umfassend erneuert. Das Projekt umfasst unter anderem ein neues beziehungsweise verbreitertes Mittelperron, eine Personenunterführung mit barrierefreien Zugängen und die Erneuerung der Gleisanlagen zwischen Rehalp und Waldburg.[11]

Während der Bauarbeiten ist die Haltestelle Waldburg vorübergehend ausser Betrieb. Im August 2026 wird die Strecke im Bereich Waldburg weiterhin erneuert; während bestimmter Nachtarbeiten besteht zwischen Zürich Stadelhofen und Zollikerberg Bahnersatzverkehr.[3]

Die vollständige Inbetriebnahme der erneuerten Anlage ist für 2027 vorgesehen.

Bedeutung

Die S18 ist eine der wichtigsten öffentlichen Verkehrsverbindungen in der Region Pfannenstiel. Sie verbindet dicht besiedelte Vorortsgemeinden direkt mit der Zürcher Innenstadt und entlastet damit insbesondere die stark befahrene Forchstrasse.

Die Bedeutung der Linie hat mit dem Bevölkerungswachstum entlang der Strecke kontinuierlich zugenommen. Im Jahr 2025 transportierte die Forchbahn insgesamt über sechs Millionen Fahrgäste.[12]

In Zürich Stadelhofen bestehen Anschlüsse an zahlreiche Linien der S-Bahn Zürich sowie an das städtische Tram- und Busnetz. In Esslingen bestehen unter anderem Busverbindungen in Richtung Uster, Oetwil am See und weitere Orte des Zürcher Oberlands.

Nachtverkehr

Am Wochenende wird die Strecke zusätzlich durch die Nachtlinie SN18 bedient. Diese verbindet Zürich Stadelhofen mit Egg und bedient einen grossen Teil der Haltestellen der S18.[13]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Forchbahn: Friedas Zukunft und Infrastrukturprojekte, abgerufen am 10. August 2026.
  2. Zürcher Verkehrsverbund: S18 Esslingen – Zürich, Bahnhof Stadelhofen, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 10. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Forchbahn: Baustelleninformationen Waldburg, abgerufen am 10. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S18, Fahrplanjahr 2026, gültig ab 14. Dezember 2025.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 5,6 Forchbahn: Über uns – Geschichte der Forchbahn, abgerufen am 10. August 2026.
  6. Forchbahn: Be 8/8-Flotte der Forchbahn wird 50 Jahre alt, 11. Mai 2026.
  7. Forchbahn: So sehen die (fast) neuen Züge aus, abgerufen am 10. August 2026.
  8. Forchbahn: Projekt Neue Kursfahrzeuge, abgerufen am 10. August 2026.
  9. Forchbahn: Projekt Tunnel Zumikon, abgerufen am 10. August 2026.
  10. Forchbahn: Projekt Doppelspur Neue Forch–Forch, abgerufen am 10. August 2026.
  11. Forchbahn: Projekt Waldburg, abgerufen am 10. August 2026.
  12. Forchbahn: Die Forchbahn in Zahlen, abgerufen am 10. August 2026.
  13. Zürcher Verkehrsverbund: SN18 Zürich Stadelhofen–Egg, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 10. August 2026.
Linien der S-Bahn Zürich
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Siehe auch S-Bahn Zürich · Liste der Linien der S-Bahn Zürich · ZVV