Zumikon
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Zumikon |
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Gemeindedaten |
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Staat |
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Kanton |
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Bezirk |
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BFS-Nummer |
0160 |
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Postleitzahl |
8126 |
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Koordinaten |
47.33306° N, 8.62417° E |
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Höhe |
620 m ü. M. |
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Fläche |
5.48 km² |
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Einwohner |
5739
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Website |
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Zumikon ist eine politische Gemeinde im Bezirk Meilen des Kantons Zürich. Sie liegt östlich der Stadt Zürich auf der Westseite des Wassbergs, eines Teils der Pfannenstielkette. Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptort Zumikon die Siedlungen Waltikon und Gössikon sowie einzelne Höfe und neuere Wohnquartiere.
Das frühere Bauerndorf entwickelte sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer bevorzugten Wohngemeinde im Grossraum Zürich. Charakteristisch sind die erhöhte Lage, ausgedehnte Waldflächen, die unmittelbare Nähe zur Stadt und die direkte Verbindung mit der Forchbahn. Die Bahnstrecke und die Hauptstrasse wurden in den 1970er-Jahren im Zentrum teilweise unter die Erde verlegt. Auf der dadurch gewonnenen Fläche entstand ein neues Dorfzentrum mit öffentlichen Einrichtungen, Geschäften und Wohnbauten.
Geographie
Zumikon liegt auf einer Geländeterrasse am westlichen Abhang des Wassbergs. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von den tiefer gelegenen Wald- und Tobelgebieten an der Grenze zu Zollikon bis zu Höhenlagen von mehr als 750 Metern in Richtung Wassberg und Forch.
Der Dorfkern liegt auf ungefähr 620 Metern über Meer und damit rund 200 Meter über dem rechten Ufer des Zürichsees. Obwohl Zumikon zum Bezirk Meilen und zur sogenannten Zürcher Goldküste gehört, besitzt die Gemeinde keinen Anteil am Seeufer.
Die Fläche beträgt 548 Hektaren. Ein erheblicher Teil wird von Siedlungen, Verkehrsflächen und öffentlichen Anlagen eingenommen. Daneben bestehen Landwirtschaftsflächen, Wälder, Bachtobel und kleinere naturnahe Gebiete.[1]
Nachbargemeinden sind Zollikon im Westen und Nordwesten, Küsnacht im Süden und Maur im Osten und Nordosten. Die Zürcher Stadtgrenze liegt nur wenige Kilometer vom Dorfzentrum entfernt.
Mehrere kleinere Bäche entwässern die Gemeinde in Richtung Zürichsee beziehungsweise ins Einzugsgebiet des Greifensees. Das Gelände wird durch bewaldete Tobel gegliedert. Zu den markanten Landschaftsräumen gehören der Stumpbach, das Küsnachtertobel, der Wassberg und die Waldgebiete bei Waltikon.
Von verschiedenen erhöhten Punkten bietet sich eine Aussicht auf die Stadt Zürich, den Zürichsee, den Uetliberg und bei klarer Witterung auf die Alpen.
Ortsteile
Zumikon
Der Hauptort Zumikon bildet das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Gemeinde. Hier befinden sich das Gemeindehaus, die reformierte Kirche, das Gemeinschaftszentrum, Schulen, Sportanlagen, Einkaufsmöglichkeiten und die unterirdische Haltestelle der Forchbahn.
Der historische Dorfkern entwickelte sich entlang der Dorfstrasse und rund um die Kirche. Ältere Bauernhäuser und ehemalige Gewerbebauten erinnern an die Zeit vor dem starken Siedlungswachstum. Seit den 1960er-Jahren entstanden rund um den Kern zahlreiche Einfamilienhäuser, Villen und kleinere Mehrfamilienhäuser.
Waltikon
Waltikon liegt nordwestlich des Hauptorts an der Grenze zu Zollikon. Die Siedlung wurde 946 als Waltlinchova erstmals urkundlich erwähnt. Der Name weist auf einen alemannischen Hofverband hin.
Waltikon ist heute weitgehend mit den angrenzenden Wohngebieten von Zumikon und Zollikerberg verbunden. Eine Haltestelle der Forchbahn erschliesst den Ortsteil.
Gössikon
Gössikon liegt südöstlich des Dorfzentrums in Richtung Küsnacht und Wassberg. Die Siedlung wurde 946 als Cozinchova erwähnt. Sie bestand ursprünglich aus wenigen Höfen und bewahrte länger als der Hauptort einen landwirtschaftlichen Charakter.
Heute umfasst Gössikon historische Hofbauten, Wohnhäuser und Landwirtschaftsflächen. Die Umgebung bildet einen Übergang zwischen dem dicht besiedelten Gemeindegebiet und den offenen Landschaftsräumen des Wassbergs.
Geschichte
Ur- und Frühgeschichte
Die ältesten bekannten Siedlungsspuren im Gebiet von Zumikon reichen bis in die späte Bronzezeit zurück. Im Bereich Gössikon und Küsnachtertobel wurden Hinweise auf eine Höhensiedlung entdeckt.
Im Waldgebiet Fünfbühl befinden sich mehrere Grabhügel aus der älteren Eisenzeit. Sie werden ungefähr in die Zeit zwischen 800 und 500 vor Christus datiert und der Hallstattzeit zugerechnet. Die Gräber wurden 1866 archäologisch untersucht. Solche Hügelgräber dienten vermutlich als Bestattungsplätze gesellschaftlich bedeutender Personen.[2]
Auch aus der Römerzeit und dem frühen Mittelalter wurden in der weiteren Region Siedlungs- und Verkehrsreste gefunden. Die Ortsnamen Zumikon, Gössikon und Waltikon weisen auf eine alemannische Besiedlung im frühen Mittelalter hin.
Erste Erwähnung und Mittelalter
Zumikon wurde 946 als de Zumminga erstmals urkundlich erwähnt. In derselben Urkunde erscheinen auch Gössikon und Waltikon. Der Name Zumikon wird vermutlich von einem alemannischen Personennamen und der Endung -ikon beziehungsweise -inghofen abgeleitet.
Im Mittelalter bestanden im heutigen Gemeindegebiet mehrere kleine Hofgruppen. Die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen waren durch Waldgebiete und Tobel voneinander getrennt.
Kirchlich gehörte Zumikon zum Einflussbereich des Grossmünsters in Zürich. Eine Kapelle ist 1271 belegt. Sie war vor der Reformation wahrscheinlich dem heiligen Apollinaris von Ravenna geweiht.
Zumikon gehörte zum Zollikoner Teil der nach 1218 aufgeteilten Reichsvogtei Zürich. Mit Zollikon gelangte das Gebiet 1358 unter die Herrschaft der Stadt Zürich. Die hohe Gerichtsbarkeit lag bei der Zürcher Obrigkeit, während verschiedene geistliche und weltliche Grundherren über Grundstücke, Zehnten und weitere Rechte verfügten.
Im Jahr 1467 bestanden in Zumikon lediglich sechs Haushaltungen. Die Bevölkerung lebte fast ausschliesslich von Landwirtschaft, Viehhaltung und Waldnutzung.
Reformation und Kirchgemeinde
Mit der von Huldrych Zwingli geprägten Reformation wurde Zumikon in den 1520er-Jahren reformiert. Die bisherige Kapelle wurde zunächst kaum noch benutzt, jedoch 1597 wiederhergestellt.
Danach wirkte in Zumikon ein Pfarrvikar. Dieser wohnte zunächst weiterhin in der Stadt Zürich und versah den Gottesdienst im Dorf. Zumikon blieb kirchlich vom Grossmünster abhängig.
Die heutige reformierte Kirche wurde zwischen 1729 und 1731 errichtet.[3] Der schlichte Bau entsprach dem reformierten Verständnis einer Predigtkirche.
Im Jahr 1868 richtete der Zürcher Regierungsrat ein selbstständiges reformiertes Pfarramt ein. Damit endete das jahrhundertelange kirchliche Abhängigkeitsverhältnis zum Grossmünster.
Entstehung der politischen Gemeinde
Der französische Einmarsch von 1798 und die Gründung der Helvetischen Republik beendeten die bisherigen Untertanen- und Herrschaftsverhältnisse.
Während der Helvetik wurden die Verwaltungsgrenzen wiederholt verändert. In ihrer heutigen Form besteht die politische Gemeinde Zumikon seit 1803.[1]
Die neue Gemeinde übernahm schrittweise Aufgaben in den Bereichen Strassenbau, Armenfürsorge, Schule, Wasserversorgung, Feuerwehr und öffentliche Ordnung. Die Gemeindeversammlung entwickelte sich zum wichtigsten politischen Entscheidungsorgan.
Landwirtschaft und Heimarbeit
Bis ins 20. Jahrhundert blieb Zumikon ein ausgesprochenes Bauerndorf. Die landwirtschaftlichen Betriebe produzierten Getreide, Kartoffeln, Obst, Milch und Fleisch. Daneben nutzte die Bevölkerung die umliegenden Wälder.
Da viele Höfe nur kleine Flächen besassen, betrieben zahlreiche Familien textile Heimarbeit. Im 18. Jahrhundert bestanden Baumwoll- und Mousselinewebstühle. Die Zahl der direkt in der Baumwollspinnerei beschäftigten Personen war dagegen vergleichsweise gering.
Im 19. Jahrhundert verlagerte sich die Heimarbeit zunehmend auf die Seidenweberei. Im Jahr 1850 arbeiteten rund 230 Personen in Heimarbeit, während 174 Personen in der Landwirtschaft und nur wenige im selbstständigen Handwerk tätig waren.
Die Mechanisierung der Textilproduktion verringerte allmählich die Bedeutung der Heimarbeit. Anders als in den Tälern der Töss und der Glatt entstanden in Zumikon keine grossen Fabrikkomplexe.
Forchbahn und Verkehrserschliessung
Die Eröffnung der Forchbahn im Jahr 1912 war für die Entwicklung Zumikons von grosser Bedeutung. Die Bahn verband das Dorf direkt mit Zürich-Stadelhofen und den Gemeinden auf der Forch.
Durch die neue Verbindung konnten Einwohner einfacher nach Zürich pendeln. Gleichzeitig wurde der Transport von Milch, landwirtschaftlichen Produkten und Gütern erleichtert.
Die Bahn verlief ursprünglich oberirdisch durch den Dorfkern. Mit dem wachsenden Strassenverkehr entstanden zunehmend Konflikte und Sicherheitsprobleme.
Von 1973 bis 1976 wurde der 1758 Meter lange Tunnel zwischen Waltikon und Neue Forch errichtet. Er unterfährt einen grossen Teil des Gemeindegebiets und besitzt die beiden unterirdischen Haltestellen Zumikon und Maiacher. Die neue Strecke wurde 1976 eröffnet.[4]
Mit der Verlegung der Bahn und eines Teils der Strasse in den Untergrund wurde im Zentrum eine grosse zusammenhängende Fläche frei. Darauf entstand in den folgenden Jahren das heutige Dorfzentrum.
Entwicklung zur Wohngemeinde
Bis in die 1950er-Jahre blieb Zumikon eine kleine, landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Im Jahr 1950 lebten ungefähr 1000 Menschen im Dorf.
Danach setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Die Nähe zu Zürich, die landschaftlich attraktive Lage und die gute Erschliessung durch die Forchbahn machten Zumikon zu einem bevorzugten Wohnort.
In den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden zahlreiche neue Quartiere. Die Einwohnerzahl stieg auf rund 3000 im Jahr 1970 und auf etwa 4500 im Jahr 1980. Gleichzeitig nahm die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe deutlich ab.
Die Gemeinde verabschiedete 1946 erstmals eine Bauzonenplanung. Die Umfahrungsstrasse wurde 1963 eröffnet und entlastete den historischen Dorfkern vom Durchgangsverkehr.
Auf der Überdeckung von Forchbahn und Strasse entstand bis 1982 das neue Dorfzentrum. Es vereinigte Gemeindeverwaltung, Geschäfte, Wohnungen, öffentliche Plätze und Gemeinschaftseinrichtungen. Das Projekt galt als bedeutendes Beispiel für die Ortsplanung der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre.
Zumikon entwickelte sich zu einer finanziell starken Vorortsgemeinde mit einem hohen Anteil an Wohneigentum. Viele Einwohner arbeiten in Zürich oder in anderen Zentren der Agglomeration.
Wappen
Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet:
- In Blau zwei gekreuzte silberne Schlüssel.
Das Wappen ist erstmals 1740 in einem Wappenbuch von Johann Friedrich Meiss belegt. Die Schlüsselbärte befinden sich im oberen Teil des Schildes und sind nach aussen gerichtet.[5]
Die Schlüssel wurden möglicherweise vom Kirchenwappen der Nachbargemeinde Zollikon übernommen. Sie gelten als Attribut des Apostels Petrus. Ein Zusammenhang könnte auch mit dem heiligen Apollinaris bestehen, dem die vorreformatorische Kapelle in Zumikon geweiht war.
Bereits im 18. Jahrhundert verwendete die Gemeinde das Wappen regelmässig. Die gekreuzten Schlüssel erschienen unter anderem auf ledernen Feuerwehreimern aus den Jahren 1744, 1764, 1776 und 1777.
Bevölkerung
Am 31. Dezember 2024 lebten 5739 Menschen in Zumikon.[1] Die Einwohnerinnen und Einwohner werden als Zumikerinnen und Zumiker bezeichnet.
Die Bevölkerung nahm insbesondere zwischen 1950 und 1980 stark zu. Seither setzte sich das Wachstum langsamer fort. Die Siedlungsfläche umfasst heute einen erheblichen Teil des kleinen Gemeindegebiets.
Zumikon gehört zu den wohlhabenden Wohngemeinden des Kantons Zürich. Die Lage in der Nähe der Stadt, das vergleichsweise grosse Angebot an Einfamilienhäusern und die gute Verkehrserschliessung beeinflussen die Bevölkerungsstruktur.
Die Alltagssprache ist überwiegend Schweizerdeutsch. Behörden, Schule und schriftliche Kommunikation verwenden Schweizer Hochdeutsch. Aufgrund der internationalen Bevölkerung werden daneben zahlreiche weitere Sprachen gesprochen.
Historisch war die Gemeinde fast vollständig reformiert. Heute gehören die Einwohner unterschiedlichen christlichen und nichtchristlichen Religionsgemeinschaften an oder sind konfessionslos.
Politik und Verwaltung
Die Legislative der politischen Gemeinde ist die Gemeindeversammlung. Die Stimmberechtigten entscheiden dort unter anderem über das Budget, die Jahresrechnung, kommunale Erlasse, Bauvorhaben und grössere Investitionen.
Die Exekutive bildet der Gemeinderat. Er leitet die Gemeinde, bereitet die Geschäfte der Gemeindeversammlung vor und beaufsichtigt die Gemeindeverwaltung.
Das Gemeindehaus befindet sich am Dorfplatz 1 im Zentrum von Zumikon. Zahlreiche kommunale Dienstleistungen können auch über den elektronischen Schalter der Gemeinde in Anspruch genommen werden.
Die Gemeinde arbeitet in verschiedenen Bereichen mit Zollikon, Küsnacht, Maur und weiteren Gemeinden der Region zusammen. Dazu gehören die Feuerwehr, die Abwasserentsorgung, soziale Aufgaben, der öffentliche Verkehr und die regionale Planung.
Wirtschaft
Die Landwirtschaft spielte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die zentrale wirtschaftliche Rolle. Heute bestehen nur noch wenige Landwirtschaftsbetriebe. Sie bewirtschaften vor allem die offenen Flächen bei Gössikon und am Wassberg.
In Zumikon gibt es zahlreiche kleine und mittlere Dienstleistungs-, Beratungs-, Handels- und Handwerksunternehmen. Grössere Industriegebiete fehlen.
Ein bedeutender Teil der Erwerbstätigen pendelt nach Zürich, Küsnacht, Zollikon oder in andere Gemeinden der Agglomeration. Aufgrund der kurzen Entfernung und der guten öffentlichen Verkehrsverbindung ist Zürich der wichtigste Arbeitsmarkt.
Der lokale Detailhandel und die Gastronomie konzentrieren sich weitgehend auf das Dorfzentrum. Weitere Arbeitsplätze bieten die Gemeindeverwaltung, Schulen, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie das Gemeinschafts- und Freizeitzentrum.
Verkehr
Zumikon wird durch die Forchbahn erschlossen. Sie verbindet die Gemeinde mit Zürich-Stadelhofen, Zollikerberg, Forch, Egg und Esslingen.
Auf dem Gemeindegebiet liegen die Haltestellen Waltikon, Zumikon und Maiacher. Zumikon und Maiacher befinden sich im 1758 Meter langen Tunnel. Die Bahn ist als Linie S18 in das Netz der S-Bahn Zürich und des Zürcher Verkehrsverbunds eingebunden.
Die wichtigste Strassenverbindung ist die Forchstrasse, welche Zürich mit der Forch und dem Zürcher Oberland verbindet. Im Bereich des Dorfzentrums verläuft sie teilweise unterirdisch.
Regionale Strassen führen nach Zollikon, Küsnacht und Maur. Die Nähe zur Stadt führt während der Hauptverkehrszeiten zu einer starken Belastung der übergeordneten Verkehrsachsen.
Für Wandernde und Velofahrende bestehen Wege in Richtung Wassberg, Küsnachtertobel, Waltikon, Zollikerberg und Forch. Eine Wanderroute führt von der Haltestelle Waldburg zu den eisenzeitlichen Grabhügeln im Fünfbühl und weiter zum Dorfplatz Zumikon.[2]
Bildung
Die Schule Zumikon umfasst Kindergarten und Primarschule. Die wichtigsten Schulanlagen befinden sich in den Gebieten Farlifang und Juch.
Zur Bildungsinfrastruktur gehören schulische Tagesbetreuung, Musikschule, Schulsozialarbeit und sonderpädagogische Angebote. Weiterführende Schulen werden in den umliegenden Gemeinden und in der Stadt Zürich besucht.
Die Gemeinde- und Schulbibliothek stellt Bücher, Zeitschriften, Filme, Spiele und digitale Medien zur Verfügung. Sie führt Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch.
Die 1970er- und 1980er-Jahre waren von einem starken Ausbau der Schulanlagen geprägt. Dieser wurde durch das rasche Bevölkerungswachstum und die steigende Zahl der Kinder notwendig.
Religion
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche Zumikon wurde zwischen 1729 und 1731 an der Stelle einer älteren Kapelle erbaut.[3] Sie steht am Rand des historischen Dorfkerns und gehört zu den wichtigsten Baudenkmälern der Gemeinde.
Der schlichte Saalbau entspricht der Tradition reformierter Zürcher Landkirchen. Im Innern stehen Kanzel, Abendmahlstisch und die auf die Predigt ausgerichtete Raumordnung im Mittelpunkt.
Die reformierte Bevölkerung gehört heute zur Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon. Auch die römisch-katholische Kirchgemeinde ist gemeinsam mit Zollikon organisiert.
Im Gemeinschaftszentrum befinden sich kirchliche Räume und eine Kapelle. Dadurch entstand neben der historischen Kirche ein weiterer Ort für Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen.
Ortsbild und Architektur
Historischer Dorfkern
Im alten Dorfkern sind mehrere Bauernhäuser und Wohnbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten. Sie zeigen den früheren Charakter Zumikons als kleines Bauerndorf.
Die reformierte Kirche, die ehemalige Milchhütte und einzelne historische Gebäude bilden wichtige Bezugspunkte. Durch das starke Wachstum ist der alte Kern heute von neueren Wohnquartieren umgeben.
Dorfzentrum
Das moderne Dorfzentrum entstand nach der Verlegung der Forchbahn und der Strasse in den Untergrund. Die Planung verfolgte das Ziel, einen verkehrsfreien Mittelpunkt mit öffentlichen Einrichtungen, Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen.
Das Zentrum wurde 1982 fertiggestellt. Es umfasst den Dorfplatz, das Gemeindehaus, Geschäftsräume und Verbindungen zum Gemeinschaftszentrum und zur unterirdischen Bahnstation.
Die Gestaltung wurde sowohl als beispielhafte Ortsplanung als auch als Ausdruck der Architekturvorstellungen der frühen 1980er-Jahre beurteilt. Unabhängig von der architektonischen Bewertung bildet das Zentrum heute den wichtigsten öffentlichen Raum der Gemeinde.
Gemeinschaftszentrum
Das Gemeinschaftszentrum Zumikon vereinigt Gemeindesaal, Bibliothek, Freizeitzentrum, kirchliche Räume und weitere Einrichtungen. Es wird gemeinsam von der politischen Gemeinde, der reformierten Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon und der katholischen Kirchgemeinde getragen.[6]
Das Zentrum dient als Veranstaltungs-, Bildungs- und Begegnungsort. Hier finden Kurse, Ausstellungen, Konzerte, Versammlungen und Freizeitangebote statt.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Keltengräber Fünfbühl
Die Grabhügel im Waldgebiet Fünfbühl stammen aus der älteren Eisenzeit. Sie wurden 1866 ausgegraben und untersucht. Im Gelände sind mehrere Erhebungen sowie eine Informationstafel sichtbar.
Die Anlage ist über Wanderwege von Waltikon und Zumikon erreichbar. Sie gehört zu den wichtigsten archäologischen Sehenswürdigkeiten der Gemeinde.
Ehemalige Milchhütte
Die frühere Milchhütte an der Dorfstrasse diente bis in die 1970er-Jahre der Sammlung und Verladung von Milch. Die Milchkannen wurden von dort zur nahe gelegenen Forchbahn gebracht und nach Zürich transportiert.
Ein kurzes Gleisstück und ein fahrbarer Verladetisch erinnern an diese Nutzung. Das Gebäude wird heute als öffentlicher Kunst- und Ausstellungsraum genutzt.[7]
Max-Daetwyler-Denkmal
Auf dem Dorfplatz steht eine Bronzefigur des Schweizer Pazifisten Max Daetwyler. Er lebte während vieler Jahre in Zumikon und wurde durch seine weltweiten Friedensaktionen mit einer weissen Fahne bekannt.
Daetwyler verweigerte zu Beginn des Ersten Weltkriegs den Fahneneid und setzte sich danach während Jahrzehnten gegen Krieg und Aufrüstung ein. Er starb 1976 in Zumikon.
Die Figur erinnert an eine der ungewöhnlichsten Persönlichkeiten der jüngeren Schweizer Friedensbewegung.
Wassberg und Waldgebiete
Der Wassberg bildet ein beliebtes Naherholungsgebiet. Wanderwege führen durch Wälder, über Landwirtschaftsflächen und zu Aussichtspunkten.
Die Waldgebiete zwischen Zumikon, Küsnacht und Maur bieten Lebensraum für Rehe, Füchse, Dachse, Greifvögel und zahlreiche kleinere Tierarten. Bachtobel und Waldränder besitzen eine besondere ökologische Bedeutung.
Sport und Freizeit
Zumikon verfügt über ein breites Freizeit- und Sportangebot. Das Bad Juch besitzt Innen- und Aussenbecken sowie einen Saunabereich.
Das Freizeitzentrum bietet offene Werkstätten, Jugendangebote, Kurse, Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen und Räume für Vereine und private Anlässe.
Der Golfplatz Zumikon wurde 1930 eröffnet. Er gehört zu den älteren Golfanlagen der Schweiz und liegt in der Landschaft zwischen Zumikon und Küsnacht.
Weitere Sportanlagen dienen unter anderem dem Fussball, Tennis, Turnen und Schulsport. Die umliegenden Wälder werden zum Wandern, Joggen und Velofahren genutzt.
Persönlichkeiten
- Max Daetwyler (1886–1976), Pazifist und Verfechter einer weltweiten Friedensordnung; lebte und starb in Zumikon
- Max Bill (1908–1994), Architekt, Künstler, Designer und Vertreter der konkreten Kunst; lebte zeitweise in Zumikon
- Friedrich Traugott Wahlen (1899–1985), Agronom und Schweizer Bundesrat; lebte in Zumikon
- Hugo Koblet (1925–1964), Radrennfahrer; lebte zeitweise in Zumikon
- Elsa Burckhardt-Blum (1900–1974), Architektin und Künstlerin; lebte in Zumikon
Literatur
- Hans Kläui, Karl Speich: Die Geschichte der Gemeinde Zumikon. Gemeinde Zumikon, Zumikon.
- Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich. Antiquarische Gesellschaft, Zürich 1977.
- Gemeinde Zumikon: Zumikon – einst und heute. Zumikon.
Weblinks
- www.zumikon.ch – offizielle Website der Gemeinde Zumikon
- Statistische Standortinformationen der Gemeinde
- Gemeindeporträt Zumikon beim Statistischen Amt des Kantons Zürich
- Forchbahn
- Gemeinschaftszentrum Zumikon
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Gemeinde Zumikon: Statistische Standortinformationen, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Forchbahn: Das Geheimnis der Keltengräber, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Gemeinde Zumikon: Die reformierte Kirche in Zumikon, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Forchbahn: Über uns und Geschichte der Forchbahn, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Zumikon: Geschichte und Wappen, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Gemeinschaftszentrum Zumikon: Gemeinschaftszentrum Zumikon, abgerufen am 26. Juli 2026.
- ↑ Forchbahn: Das Geheimnis der Keltengräber, abgerufen am 26. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Zumikon