Bahnhof Baar
| Ort | Baar |
|---|---|
| Kanton | Zug |
| Staat | Schweiz |
| Koordinaten | 47° 11′ 45″ N, 8° 31′ 35″ O |
| Höhe | 444 m ü. M. |
| Betriebsstellenart | Durchgangsbahnhof |
| Bahnstrecke | Thalwil–Zug |
| Eröffnung | 31. Mai 1897 |
| Elektrifizierung | 5. Februar 1923 |
| Eigentümer | Schweizerische Bundesbahnen |
| Betreiber | Schweizerische Bundesbahnen |
| Perrongleise | 3 |
| Perrons | 1 Hausperron und 1 Mittelperron |
| Abkürzung | BAA |
| DiDok-Nummer | 8502206 |
| Tarifverbund | Tarifverbund Zug |
| Fernverkehr | IR75 |
| Regionalverkehr | S1, S24 |
Der Bahnhof Baar ist der wichtigste Bahnhof der politischen Gemeinde Baar im Kanton Zug. Er liegt an der Bahnstrecke Thalwil–Arth-Goldau zwischen dem ehemaligen Bahnhof Sihlbrugg und dem Bahnhof Zug. Die Anlage wird vom Fernverkehr, von der Stadtbahn Zug und von der S-Bahn Zürich bedient.
Im Fahrplanjahr 2026 halten in Baar der stündliche InterRegio IR75, die Stadtbahnlinie S1 und die Zürcher S-Bahn-Linie S24. Zwischen Baar und Zug ergibt sich durch die Überlagerung der Regionalverkehrslinien grundsätzlich ein Viertelstundentakt.[1]
Der Bahnhof ist ausserdem ein bedeutender regionaler Busknoten. Von hier verkehren Busse nach Zug, Inwil, Blickensdorf, Allenwinden, Neuheim, Menzingen, Sihlbrugg, Steinhausen, Unterägeri, Oberägeri und ins Zürcher Säuliamt.
Lage
Der Bahnhof befindet sich unmittelbar westlich des Baarer Ortszentrums auf rund 444 Metern über Meer. Der Bahnhofplatz und die Bahnhofstrasse verbinden die Bahnanlage mit dem Rathaus, der Kirche St. Martin, den Einkaufsstrassen und den öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde.
Die Bahnstrecke verläuft im Bahnhofgebiet ungefähr von Nordwesten nach Südosten. In Richtung Zürich führt sie zunächst durch den nördlichen Teil der Gemeinde zum Betriebsbereich Litti und anschliessend durch den Albistunnel nach Sihlbrugg. Von dort verläuft sie durch den alten Zimmerbergtunnel über Horgen Oberdorf und Oberrieden Dorf nach Thalwil.
Südöstlich des Bahnhofs führt die Strecke über die Haltestellen Baar Neufeld und Baar Lindenpark zum Bahnhof Zug. Die beiden Haltestellen werden nicht von allen in Baar haltenden Linien bedient: Baar Neufeld gehört zur Stadtbahnlinie S1, während Baar Lindenpark insbesondere von der S2 der Stadtbahn Zug bedient wird.
Nördlich und westlich der Bahnanlage befinden sich Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete. Südlich liegen das Ortszentrum und der Bahnhofplatz. Eine Personenunterführung verbindet die beiden Seiten der Gleisanlage und erschliesst die Perrons.
Geschichte
Frühe Eisenbahnprojekte
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden mehrere Projekte für Bahnverbindungen zwischen Zürich, Zug und Luzern. Baar hoffte früh auf einen eigenen Eisenbahnanschluss. Die 1855 eröffnete Spinnerei an der Lorze wurde unter anderem im Hinblick auf eine zukünftige Bahnverbindung errichtet.[2]
Die 1864 eröffneten Strecken Zürich–Zug und Zug–Luzern führten jedoch nicht durch Baar. Die Verbindung von Zürich nach Zug verlief durch das Knonaueramt, während Baar weiterhin auf Strassen und Fuhrwerke angewiesen war.
Für die stark industrialisierte Gemeinde war dies ein Nachteil. Die Spinnerei Baar und weitere Betriebe mussten Kohle, Rohstoffe und Fertigwaren mit Pferdefuhrwerken zu weiter entfernten Bahnhöfen transportieren.
In den folgenden Jahrzehnten wurden verschiedene Linienführungen zwischen Thalwil und Zug untersucht. Die topografisch anspruchsvolle Strecke erforderte zwei längere Tunnel durch den Zimmerberg und den Albis sowie zahlreiche Dämme, Einschnitte und Brücken.
Eröffnung 1897
Die Schweizerische Nordostbahn begann in den 1890er-Jahren mit dem Bau der Strecke Thalwil–Zug. Die Verbindung sollte die Reise zwischen Zürich und der Zentralschweiz verkürzen und eine leistungsfähige nördliche Zufahrt zur Gotthardbahn schaffen.
Der Bahnhof Baar wurde am 31. Mai 1897 zusammen mit der neuen Bahnlinie feierlich eröffnet. Der fahrplanmässige Betrieb begann am 1. Juni 1897.[3]
Mit der Eröffnung erhielt Baar erstmals einen direkten Anschluss an das nationale Eisenbahnnetz. Zürich, Zug und Luzern waren nun wesentlich schneller erreichbar. Der Bahnhof wurde zugleich zum Umschlagplatz für Güter aus Baar, dem Ägerital und den höher gelegenen Gemeinden.
Das ursprüngliche Aufnahmegebäude stand südlich der Gleise. Es enthielt Wartesäle, einen Billettschalter, Diensträume und Wohnungen für Bahnpersonal. Zum Bahnhof gehörten ausserdem ein Güterschuppen, Freiverladeanlagen und mehrere Rangier- und Abstellgleise.
Die Bahnverbindung förderte die wirtschaftliche Entwicklung Baars. Industrieunternehmen erhielten bessere Transportmöglichkeiten, und das Gebiet rund um den Bahnhof entwickelte sich zu einem neuen Gewerbe- und Wohnstandort.
Übergang an die SBB
Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht und in die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen integriert. Damit gingen der Bahnhof Baar und die Strecke Thalwil–Zug in das Eigentum der SBB über.
Die Strecke gewann für den Personen- und Güterverkehr rasch an Bedeutung. Sie wurde von Zügen zwischen Zürich, Zug, Luzern und der Gotthardachse benutzt. Neben den haltenden Personenzügen durchfuhren auch Schnell- und Güterzüge den Bahnhof.
Elektrische Strassenbahn
1913 erhielt Baar Anschluss an die elektrische Strassenbahn des Kantons Zug. Die Strassenbahn verband den Bahnhof mit Zug und den Gemeinden im Ägerital. Dadurch entwickelte sich Baar zu einem wichtigen Umsteige- und Güterumschlagpunkt für die Regionen Menzingen, Neuheim, Unterägeri und Oberägeri.
Die meterspurige Bahn verlief im Strassenraum und transportierte neben Reisenden auch Güter. Am Bahnhof Baar bestanden Übergabemöglichkeiten zwischen der normalspurigen Eisenbahn und der Strassenbahn.
Mit der zunehmenden Verbreitung von Autobussen und Lastwagen verlor die Strassenbahn nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung. Der Betrieb wurde 1953 eingestellt und durch Buslinien ersetzt. Der regionale Güterumschlag wurde zunehmend zum Güterbahnhof Zug verlagert.
Elektrifizierung
Die SBB elektrifizierten die Strecke Zürich–Thalwil–Baar–Zug am 5. Februar 1923 mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt Wechselstrom und einer Frequenz von heute 16,7 Hertz.[4]
Die elektrischen Lokomotiven ersetzten die Dampflokomotiven. Dies verbesserte insbesondere den Betrieb in den langen Tunneln zwischen Baar und Thalwil. Rauch, Russ und die aufwendige Belüftung der Tunnel verloren an Bedeutung.
Gleichzeitig konnten schwerere und schnellere Züge eingesetzt werden. Die Verbindung entwickelte sich zu einer wichtigen Hauptstrecke zwischen Zürich und der Zentralschweiz.
Doppelspurausbau
Der wachsende Verkehr machte einen schrittweisen Doppelspurausbau erforderlich. Am 22. Juli 1931 nahmen die SBB das zweite Gleis zwischen Zug und Baar in Betrieb.[4]
Im Zusammenhang mit dem Ausbau wurde der Bahnhof umgestaltet. Die Gleisanlagen wurden erweitert, ein Mittelperron geschaffen und eine Personenunterführung gebaut. Der Bahnhof konnte nun gleichzeitig mehrere Züge aufnehmen und Zugkreuzungen unabhängig vom übrigen Streckenverkehr abwickeln.
Der nördlich anschliessende Abschnitt blieb zunächst eingleisig. Erst 1980 wurde die Doppelspur von Baar bis zur Dienststation Litti vor dem Albistunnel verlängert. Albistunnel und Zimmerbergtunnel blieben jedoch eingleisig und bilden bis heute Kapazitätsengpässe auf der Verbindung Zürich–Zug.
Taktfahrplan und Zürcher S-Bahn
Mit der Einführung des schweizerischen Taktfahrplans im Jahr 1982 erhielt Baar regelmässige Verbindungen nach Zürich und Zug. Eine stündliche Regionalzugverbindung Zug–Baar–Zürich bildete die Grundlage für das spätere S-Bahn-Angebot.
Bei der Eröffnung der S-Bahn Zürich am 27. Mai 1990 wurde diese Verbindung in das neue Liniennetz aufgenommen. Die Linienbezeichnungen und Laufwege wurden später mehrfach geändert.
Die direkte Verbindung nach Zürich trug wesentlich zum Wachstum Baars als Wohn- und Wirtschaftsstandort bei. Der Bahnhof gewann besonders für Berufspendlerinnen und Berufspendler an Bedeutung.
Umbau für die Stadtbahn Zug
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde der Bahnhof im Zusammenhang mit der Einführung der Stadtbahn Zug umfassend umgebaut.
Die Gemeinde gestaltete den Bahnhofplatz neu und richtete einen modernen Busbahnhof ein. Die Personenunterführung wurde verbreitert und abgesenkt. Neue Rampen verbesserten den Zugang zu den Perrons, zum Busbahnhof und zum unterirdischen Parkhaus.
Die zuvor umfangreicheren Gleisanlagen wurden auf drei Perrongleise reduziert. Der Güterschuppen, die frühere Verladerampe, ein Silo und weitere nicht mehr benötigte Bahnbauten wurden abgebrochen.[5]
Das mittlere Gleis 2 wurde auf einer Seite unterbrochen und als Stumpfgleis für in Baar wendende Züge der Stadtbahn eingerichtet. Die durchgehenden Züge benutzen im Regelbetrieb die beiden äusseren Gleise.
Die Stadtbahn Zug nahm am 12. Dezember 2004 ihren Betrieb auf.[6] Die Linie S1 verband Baar zunächst mit Zug, Cham und Rotkreuz und wurde in das regionale Bahnangebot nach Luzern eingebunden.
Mit dem Stadtbahnkonzept erhielt Baar einen deutlich dichteren Regionalverkehr. Zwischen Baar und Zug verkehren seither mehrere Züge pro Stunde.
Neues Bahnhofsgebäude
Das ältere Aufnahmegebäude wurde 2006 abgebrochen. An seiner Stelle entstand zwischen 2006 und 2008 eine neue Überbauung nach Plänen des Zürcher Architekturbüros Gigon/Guyer.
Das langgestreckte Ensemble schliesst den Bahnhofplatz gegen die Gleisanlagen ab. Es besteht aus mehreren Baukörpern mit auffälligen roten Fassaden und enthält Wohnungen, Büros, Geschäfte und Einrichtungen für den Bahnbetrieb.[7]
Die Anlage wurde 2008 fertiggestellt. Sie bildet zusammen mit Bahnhofplatz, Bushaltestellen, Personenunterführung und Parkhaus das heutige Verkehrszentrum von Baar.
Anlage
Der Bahnhof besitzt drei Perrongleise. Das Gleis 1 liegt am Hausperron auf der Südseite. Die Gleise 2 und 3 werden über einen Mittelperron erschlossen.
Gleis 1 und Gleis 3 sind durchgehende Streckengleise. Sie werden von den Zügen in Richtung Zug beziehungsweise Zürich benutzt. Gleis 2 ist als Stumpfgleis ausgeführt und dient vor allem den in Baar beginnenden und endenden Zügen der Stadtbahnlinie S1.
Die Perrons sind über eine Personenunterführung erreichbar. Rampen und ein Aufzug ermöglichen den Zugang für Personen mit eingeschränkter Mobilität, Reisende mit Kinderwagen, Velos oder schwerem Gepäck.
Zur Ausstattung gehören:
- gedeckte Wartebereiche;
- Sitzgelegenheiten;
- elektronische Abfahrtsanzeigen;
- Lautsprecher für betriebliche Durchsagen;
- Billettautomaten;
- ein bedientes SBB-Reisezentrum;
- öffentliche Toiletten;
- Schliessfächer;
- Verkaufs- und Verpflegungsangebote;
- Veloabstellplätze;
- eine P+Rail-Anlage;
- Mobility-Carsharing.
Nach Angaben der SBB stehen am Bahnhof 373 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung. Die P+Rail-Anlage umfasst 140 gewöhnliche Parkplätze und zwei Behindertenparkplätze.[8]
Im Bahnhofsgebäude befinden sich unter anderem ein Avec-Geschäft, ein Bancomat sowie das Reisezentrum. Die Schliessfachanlage ist täglich während 24 Stunden zugänglich.
Bahnverkehr
Fernverkehr
Im Fahrplanjahr 2026 wird Baar stündlich durch die Linie IR75 bedient:
- IR75: Luzern – Rotkreuz – Zug – Baar – Thalwil – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Flughafen – Winterthur – Frauenfeld – Konstanz
Je nach Stunde und betrieblichem Konzept kann in Zürich Hauptbahnhof ein Umstieg erforderlich sein.[9]
Der IR75 stellt die schnellste regelmässige Verbindung von Baar nach Zürich und Luzern dar. Zug wird in wenigen Minuten erreicht, Zürich Hauptbahnhof in rund einer halben Stunde.
Andere Fernverkehrszüge, darunter Verbindungen der Linien IR70, IC2 und internationale Züge, durchfahren Baar in der Regel ohne planmässigen Halt.
Stadtbahn Zug
Baar ist der nördliche Endpunkt der Stadtbahnlinie S1:
- S1: Baar – Baar Neufeld – Zug – Zug Schutzengel – Zug Chollermüli – Cham Alpenblick – Cham – Hünenberg Zythus – Hünenberg Chämleten – Rotkreuz – Gisikon-Root – Root D4 – Buchrain – Ebikon – Luzern – teilweise weiter nach Sursee
Zwischen Baar und Rotkreuz verkehrt die S1 grundsätzlich im Viertelstundentakt. Zwei Verbindungen pro Stunde werden über Rotkreuz hinaus nach Luzern geführt.[6]
Nicht sämtliche Züge bedienen alle Stationen oder verkehren über Luzern hinaus. In den Randstunden kann das Angebot vom Grundtakt abweichen.
Die S1 wendet in Baar überwiegend am Stumpfgleis 2. Dadurch kann sie unabhängig von den durchfahrenden Zügen in Richtung Zürich und Zug beginnen und enden.
S-Bahn Zürich
Die S24 verbindet Baar mit Zürich, dem Flughafen und der Nordostschweiz:
- S24: Zug – Baar – Horgen Oberdorf – Oberrieden Dorf – Thalwil – Rüschlikon – Kilchberg ZH – Zürich Wollishofen – Zürich Enge – Zürich Wiedikon – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Wipkingen – Zürich Oerlikon – Zürich Flughafen – Bassersdorf – Effretikon – Kemptthal – Winterthur – weiter nach Schaffhausen, Thayngen oder Weinfelden
Die S24 verkehrt zwischen Zug, Baar und Zürich grundsätzlich im Halbstundentakt.[10]
Sie bedient zwischen Baar und Zürich mehr Stationen als der IR75, bietet dafür aber direkte Verbindungen zu den linksufrigen Zürichseegemeinden, nach Zürich Oerlikon, zum Flughafen und nach Winterthur.
Nachtverkehr
In den Nächten mit Wochenend-Nachtverkehr wird Baar durch Nachtzüge und Nachtbusse erschlossen. Die genaue Linienführung kann je nach Fahrplanjahr variieren.
Ein Teil der Nachtverbindungen verbindet Zürich über Thalwil und Baar mit Zug und Luzern. Zusätzlich bestehen Nachtbuslinien in die Baarer Quartiere und die umliegenden Gemeinden.
Busverkehr
Der Busbahnhof liegt auf der Südseite der Bahnanlage unmittelbar beim Bahnhofplatz. Er wird hauptsächlich von den Zugerland Verkehrsbetrieben sowie von einer kantonsübergreifenden PostAuto-Linie bedient.
Im Fahrplanjahr 2026 halten unter anderem folgende Linien am Bahnhof Baar:[11]
- Linie 280: Baar, Bahnhof – Blickensdorf – Kappel am Albis – Hausen am Albis
- Linie 603: Zug – Baar – Baar, Lättich
- Linie 604: Zug – Inwil bei Baar – Baar – Blickensdorf
- Linie 631: Baar – Walterswil – Sihlbrugg
- Linie 632: Baar – Neuheim – Menzingen
- Linie 634: Baar – Allenwinden – Unterägeri – Oberägeri
- Linie 636: Baar – Kantonsspital – Steinhausen
Die Buslinien erschliessen die Baarer Ortsteile Blickensdorf, Inwil, Allenwinden und Walterswil sowie Wohn-, Gewerbe- und Freizeitanlagen innerhalb der Gemeinde.
Die Linie 280 verbindet den Bahnhof über die Kantonsgrenze hinweg mit dem Zürcher Säuliamt. Sie gehört im Zürcher Abschnitt zum Angebot des Zürcher Verkehrsverbunds.
Die Abfahrtszeiten der Busse sind soweit möglich auf die Bahnanschlüsse abgestimmt. Besonders wichtig sind die Umsteigeverbindungen von der S1 und S24 in Richtung Ägerital, Neuheim, Menzingen und Sihlbrugg.
Tarif
Der Bahnhof liegt im Gebiet des Tarifverbunds Zug. Innerhalb der gelösten Zonen können Bahn- und Buslinien sowie weitere beteiligte Verkehrsmittel benutzt werden.
Für Fahrten in den Zürcher Verkehrsverbund bestehen nationale Billette, Modul-Abonnemente und Angebote des Z-Pass. Auf der Linie 280 gelten für verbundübergreifende Fahrten besondere Tarifbestimmungen.
Das Generalabonnement wird auf allen regulären Bahn- und Buslinien anerkannt. Das Halbtax-Abonnement berechtigt zum Kauf ermässigter nationaler Fahrausweise.
Bedeutung
Der Bahnhof Baar gehört zu den wichtigsten Verkehrsknoten des Kantons Zug. Er verbindet das bevölkerungsreiche Gemeindegebiet mit Zug, Zürich, Luzern und dem Flughafen Zürich.
Für Berufspendlerinnen und Berufspendler bietet der Bahnhof schnelle Direktverbindungen zu mehreren bedeutenden Wirtschaftsstandorten. Baar selbst ist Sitz zahlreicher nationaler und internationaler Unternehmen und weist eine hohe Zahl von Arbeitsplätzen auf.
Die Stadtbahnlinie S1 besitzt eine zentrale Bedeutung für den innerkantonalen Verkehr. Sie verbindet Baar in dichter Folge mit Zug, Cham und Rotkreuz. Die S24 und der IR75 schaffen direkte Verbindungen in die Zürcher Agglomeration.
Der Bahnhof ist auch für den Ausbildungsverkehr wichtig. Schulen, Berufsbildungszentren und Hochschulen in Baar, Zug, Luzern, Zürich und Winterthur sind mit Bahn und Bus erreichbar.
Die gute Verkehrsanbindung förderte seit dem späten 19. Jahrhundert die Entwicklung Baars vom landwirtschaftlich und industriell geprägten Dorf zu einer grossen, wirtschaftlich bedeutenden Agglomerationsgemeinde.
Bahnhofsquartier
Das Bahnhofgebiet bildet eine wichtige Verbindung zwischen dem historischen Ortszentrum und den nördlichen Wohn- und Gewerbequartieren.
Die Neugestaltung zu Beginn des 21. Jahrhunderts schuf einen städtisch geprägten Bahnhofplatz mit Busbahnhof, Geschäften, Wohnungen und Büros. Die rote Bahnhofsüberbauung von Gigon/Guyer ist zu einem markanten Bestandteil des Ortsbilds geworden.
Die Einwohnergemeinde Baar, SBB Immobilien und weitere Grundeigentümer untersuchen eine langfristige Weiterentwicklung des Areals südlich und nördlich der Gleise. Dabei stehen eine dichtere Nutzung, neue öffentliche Räume, bessere Fuss- und Veloverbindungen sowie zusätzliche Wohn- und Arbeitsflächen im Vordergrund.[12]
Künftiger Ausbau
Zimmerberg-Basistunnel 2
Die bestehende Strecke zwischen Baar und Thalwil besitzt mit dem einspurigen Albis- und Zimmerbergtunnel zwei bedeutende Engpässe.
Im Rahmen des Ausbauschritts 2035 der schweizerischen Bahninfrastruktur ist der Bau des Zimmerberg-Basistunnels 2 vorgesehen. Der neue Tunnel soll vom Raum Litti nördlich von Baar direkt zum bereits bestehenden ersten Teil des Zimmerberg-Basistunnels führen.[13]
Das Projekt soll die Fahrzeit zwischen Zürich und Zug verkürzen, zusätzliche Zugverbindungen ermöglichen und die bestehende Strecke über Sihlbrugg entlasten.
Viertes Bahnhofgleis
Im Zusammenhang mit dem Tunnelprojekt und dem Ausbau der Zufahrt Zug–Baar ist im Bahnhof Baar ein viertes Gleis vorgesehen. Zwischen Baar und Zug soll ausserdem ein drittes durchgehendes Streckengleis entstehen.[14]
Die Erweiterung erfordert umfangreiche Anpassungen an den Perrons, den Fahrleitungen und den Sicherungsanlagen. Mehrere bestehende Unter- und Überführungen müssen umgebaut oder ersetzt werden.
Geplant sind unter anderem:
- eine neue beziehungsweise erweiterte Personenunterführung beim Bahnhof;
- ein direkter Zugang zu einem zukünftigen Bushof auf der Nordseite;
- die Anpassung der Strassenunterführung Altgasse;
- eine neue Personenunterführung im Gebiet Unterfeld;
- zusätzliche Fuss- und Veloverbindungen;
- eine Neuordnung der Bahn- und Busanlagen.
Die neue Bahnhofunterführung soll den südlichen Bahnhofplatz mit den Perrons und den nördlichen Quartieren verbinden. Der genaue Bauablauf und die Inbetriebnahmetermine hängen von den weiteren Planungs- und Bewilligungsverfahren ab.
Freizeitverkehr
Vom Bahnhof aus sind das Zentrum von Baar und verschiedene Ausflugsziele erreichbar. Regionalbusse verbinden die Station mit den höher gelegenen Gemeinden und Naherholungsgebieten.
Zu den bekannten Zielen gehören:
- die Höllgrotten Baar;
- das Lorzentobel;
- die Baarburg;
- das Gebiet der Lorze;
- der Zugerberg;
- das Ägerital;
- die historischen Ortskerne von Baar und Blickensdorf;
- Wanderwege in Richtung Albis und Sihlbrugg.
Die Höllgrotten werden ab dem Bahnhof mit Bus und Fussweg erreicht. Die Tropfsteinhöhlen entstanden in Kalktuffablagerungen des Lorzentobels und gehören zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten des Kantons Zug.
Siehe auch
- Baar ZG
- Bahnstrecke Thalwil–Arth-Goldau
- Stadtbahn Zug
- S1 (Stadtbahn Zug)
- S24 (S-Bahn Zürich)
- Bahnhof Zug
- Bahnhof Horgen Oberdorf
- Bahnhof Sihlbrugg
- Baar Lindenpark
- Baar Neufeld
- Zimmerberg-Basistunnel II
- Zugerland Verkehrsbetriebe
- Tarifverbund Zug
- Öffentlicher Verkehr im Kanton Zug
Literatur
- Silvan Meier (Red.): Baar Bahnhofplatz. Anschluss an die grosse weite Welt. Einwohnergemeinde Baar, Baar.
- Martin Stuber: Die Eisenbahngeschichte von Baar. Baar.
- Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
- Schweers + Wall: Eisenbahnatlas Schweiz. Schweers + Wall, Köln 2012, ISBN 978-3-89494-130-7.
- Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich 1983, ISBN 3-280-01405-0.
Weblinks
- Bahnhof Baar bei den SBB
- Öffentlicher Verkehr in Baar
- Geschichte der Eröffnung der Bahnstrecke Thalwil–Zug
- Stadtbahn Zug beim Kanton Zug
- Zugerland Verkehrsbetriebe
- Tarifverbund Zug
- Architektur der Bahnhofsüberbauung
- SBB Historic
Einzelnachweise
- ↑ Öffentlicher Verkehr, Einwohnergemeinde Baar, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Wie Baar zur Eisenbahn kam, Einwohnergemeinde Baar, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Eröffnung der Eisenbahnlinie Thalwil–Zug, Einwohnergemeinde Baar, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Bahnstrecke Luzern–Zürich, Schienenverkehr Schweiz, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Bauliche Ergänzungen bei den drei Stadtbahnhaltestellen, Einwohnergemeinde Baar, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Stadtbahn Zug, Kanton Zug, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Bahnhof Baar mit Läden, Büros und Wohnungen, Gigon/Guyer Architekten, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Bahnhof Baar, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Linie IR75, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Linienfahrplan S24, Zürcher Verkehrsverbund, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Shuttlebetrieb Bahnhof Zug, Regierungsrat des Kantons Zug, 2026, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Drei Teams denken das Bahnhofareal neu, Einwohnergemeinde Baar, 31. Oktober 2025, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Zimmerberg-Basistunnel, Kanton Zug, abgerufen am 4. August 2026.
- ↑ Kreuzungsbauwerke der SBB, Einwohnergemeinde Baar, abgerufen am 4. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Baar