Knonaueramt

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Knonaueramt
Flagge des Knonaueramts
Andere Namen Knonauer Amt, Säuliamt, historisch Zürcher Freiamt
Staat Schweiz
Kanton Zürich
Politische Einheit Bezirk Affoltern
Regionales Zentrum Affoltern am Albis
Historischer Hauptort Knonau
Fläche 113,03 km²
Einwohner 58'190 (31. Dezember 2024)
Bevölkerungsdichte 515 Einwohner pro km²
Gemeinden 14
Bedeutende Gewässer Reuss, Reppisch, Jonenbach, Türlersee
Höchster Bereich Albiskette bei rund 915 m ü. M.
Region-ISO CH-ZH
Lage des Knonaueramts im Kanton Zürich

Das Knonaueramt, auch Knonauer Amt und im Volksmund häufig Säuliamt genannt, ist eine historische, geografische und kulturelle Region im Südwesten des Kantons Zürich. Ihr Gebiet entspricht dem heutigen Bezirk Affoltern und umfasst die Landschaft zwischen der Albiskette im Osten und der Reuss im Westen. Im Süden grenzt die Region an den Kanton Zug, im Westen und Nordwesten an den Kanton Aargau.

Die Bezeichnung geht auf die frühere Landvogtei Knonau zurück, deren Verwaltungssitz sich im Schloss Knonau befand. Seit der Verlegung des Bezirkshauptorts nach Affoltern am Albis im Jahr 1837 lautet der amtliche Name der Verwaltungseinheit Bezirk Affoltern. Der Name Knonaueramt blieb jedoch als regionale Bezeichnung lebendig und wird heute von Gemeinden, Vereinen, Unternehmen, Medien, Tourismusorganisationen und der regionalen Standortförderung verwendet.

Das Knonaueramt bildet einen Übergangsraum zwischen der Agglomeration Zürich und den ländlichen Gebieten an der Reuss und an der Zuger Kantonsgrenze. Die nördlichen Gemeinden sind stark mit dem Wirtschaftsraum Zürich verbunden, während der südliche und westliche Teil weiterhin von Landwirtschaft, Wäldern, Moorlandschaften, kleinen Dörfern und Weilern geprägt wird.

Als regionales Zentrum dient Affoltern am Albis. Der historische Namensgeber Knonau liegt weiter südlich und war bis ins 19. Jahrhundert Sitz der obrigkeitlichen Verwaltung. Die Region umfasst 14 politische Gemeinden und zählt rund 58'000 Einwohnerinnen und Einwohner.[1]

Name

Knonaueramt und Knonauer Amt

Die Schreibweisen Knonaueramt und Knonauer Amt werden beide verwendet. Die zusammengeschriebene Form ist besonders als geografische und kulturelle Regionsbezeichnung verbreitet. Die getrennte Form erinnert stärker an das historische Amt als obrigkeitlichen Verwaltungsbezirk.

Namensgebend ist die Gemeinde Knonau. Dort befand sich seit dem frühen 16. Jahrhundert der Sitz des zürcherischen Landvogts. Die von Zürich beherrschten Gebiete zwischen Albis und Reuss wurden schrittweise zu einem Verwaltungskomplex zusammengefasst, der als Landvogtei Knonau bezeichnet wurde.[2]

Nach der Aufhebung der Landvogtei im Jahr 1798 verschwand der Name nicht. Das 1814 geschaffene Oberamt hiess erneut Knonau. Erst 1837 wurde der Verwaltungssitz nach Affoltern am Albis verlegt und der Bezirk entsprechend umbenannt.

Säuliamt

Säuliamt ist die volkstümliche Bezeichnung der Region. Sie ist im Alltag weit verbreitet und wird häufig in Vereinsnamen, Medien, Geschäftsbezeichnungen und Veranstaltungstiteln verwendet.

Die Herkunft des Namens ist nicht abschliessend geklärt. Eine verbreitete Erklärung verweist auf die frühere Bedeutung der Schweinezucht und des Schweinehandels. Bauern aus der Region sollen Schweine über den Albis zu den Märkten in Zürich getrieben haben. Bei älteren Bauernhäusern waren zudem kleine Schweineställe unter Treppen oder in Nebengebäuden üblich.[3]

Daneben existieren verschiedene volkstümliche Erzählungen und scherzhafte Deutungen. Der Name war zeitweise als spöttische Fremdbezeichnung gemeint, entwickelte sich jedoch zu einer positiv besetzten regionalen Eigenbezeichnung.

Die Bewohnerinnen und Bewohner werden häufig als Ämtlerinnen und Ämtler bezeichnet.

Zürcher Freiamt

In historischen Quellen erscheint die Region teilweise als Zürcher Freiamt. Der Begriff Freiamt bezeichnete im Mittelalter ursprünglich keinen geschlossenen geografischen Raum, sondern eine besondere Gerichts- und Herrschaftsorganisation.

Das Freiamt Affoltern war ein ursprünglich habsburgischer Herrschaftskomplex. Zürich erlangte 1415 im Zusammenhang mit der eidgenössischen Eroberung des Aargaus die hohe Gerichtsbarkeit über das Gebiet. Später wurde es in die Landvogtei Knonau eingegliedert.[4]

Die Bezeichnung Zürcher Freiamt wird heute kaum noch verwendet. Sie darf nicht mit dem aargauischen Freiamt verwechselt werden, das westlich der Reuss liegt.

Geographie

Lage

Das Knonaueramt nimmt den südwestlichen Zipfel des Kantons Zürich ein. Die Region besitzt eine annähernd dreieckige Form. Im Osten bildet die Albiskette eine natürliche Grenze zum Bezirk Horgen und zum Zürichseegebiet. Im Westen verläuft die Reuss als Grenzfluss zum Kanton Aargau. Im Süden schliesst der Kanton Zug an.

Im Norden bestehen fliessende Übergänge zum Limmattal und zur Stadt Zürich. Die Gemeinden Wettswil am Albis, Bonstetten und Stallikon liegen in unmittelbarer Nähe der Zürcher Agglomeration. Von den südlichen Gemeinden Knonau, Maschwanden, Mettmenstetten und Kappel am Albis bestehen starke Beziehungen zum Raum Zug.

Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt ungefähr 20 Kilometer, die grösste West-Ost-Ausdehnung rund 12 Kilometer. Trotz der Nähe zu Zürich und Zug weist das Knonaueramt einen hohen Anteil an Landwirtschafts-, Wald- und Naturschutzflächen auf.

Landschaftsräume

Die Landschaft gliedert sich in mehrere Teilräume. Im Osten erhebt sich die Albiskette mit bewaldeten Hängen, Tobeln und Aussichtspunkten. Westlich davon erstreckt sich eine sanft gewellte Moränenlandschaft mit Dörfern, Ackerflächen, Wiesen und Obstgärten.

Der mittlere Teil wird von den Tälern der Reppisch und des Jonenbachs geprägt. In Mulden und Senken entstanden während und nach den Eiszeiten Feuchtgebiete, Moore und kleine Seen.

Im Westen liegt die breite Ebene der Reuss. Besonders im Gebiet von Ottenbach und Maschwanden finden sich Auenlandschaften, ehemalige Überschwemmungsflächen und landwirtschaftlich intensiv genutzte Ebenen.

Der südliche Teil um Knonau, Mettmenstetten und Kappel am Albis öffnet sich gegen den Kanton Zug. Hier wechseln flache Talböden mit Moränenzügen und bewaldeten Hügeln.

Geologie und Eiszeiten

Die heutige Landschaft wurde wesentlich durch die Eiszeiten geformt. Reuss- und Linthgletscher überlagerten sich zeitweise im Gebiet zwischen Albis und Reuss. Sie hinterliessen Grund- und Seitenmoränen, Schotterflächen, Findlinge und mit Lehm gefüllte Senken.

Beim Rückzug der Gletscher entstanden Seen, Moore und Bachsysteme. Der Türlersee geht auf eine durch eiszeitliche Ablagerungen und spätere Hangbewegungen geprägte Geländemulde zurück.

Die Albiskette besteht überwiegend aus Molassegestein. Bäche haben sich in ihre Hänge eingeschnitten und zahlreiche kleine Tobel gebildet. In einzelnen Gebieten wurden Sandstein, Mergel und Braunkohle abgebaut.

Albiskette

Die Albiskette bildet die markanteste landschaftliche Erhebung der Region. Sie verläuft vom Uetliberg über den Albispass bis in Richtung Sihlbrugg.

Zu den Gemeinden mit Anteil an der Albiskette gehören Stallikon, Wettswil am Albis, Aeugst am Albis und Hausen am Albis. Der höchste Bereich liegt bei der Bürglen auf rund 915 Metern über Meer.

Von der Albiskette bieten sich Ausblicke über das Knonaueramt, das Reusstal, den Kanton Aargau, den Zugersee und bei klarer Sicht bis zu den Alpen.

Der Albis ist ein bedeutendes Naherholungsgebiet. Wanderwege, Waldstrassen, Aussichtspunkte und Feuerstellen werden von der Bevölkerung der Region und der Agglomeration Zürich genutzt.

Gewässer

Die Reuss ist der grösste Fluss des Knonaueramts. Sie bildet auf weiten Strecken die Grenze zum Kanton Aargau. Im Gebiet von Maschwanden und Ottenbach ist sie von Auen, Riedflächen und Schutzgebieten begleitet.

Die Reppisch entspringt dem Türlersee und fliesst durch das Aeugstertal, Stallikon und das Reppischtal in Richtung Dietikon, wo sie in die Limmat mündet.

Der Jonenbach durchquert den mittleren und westlichen Teil der Region. Er fliesst unter anderem durch Affoltern am Albis und Zwillikon und mündet im Kanton Aargau in die Reuss.

Weitere Bäche sind der Hofibach, der Wissenbach, der Haselbach und zahlreiche kleinere Zuflüsse. Viele von ihnen wurden früher zum Betrieb von Mühlen und Gewerbeanlagen genutzt.

Türlersee

Der Türlersee liegt zwischen Aeugst am Albis und Hausen am Albis auf 643 Metern über Meer. Er ist rund 1,4 Kilometer lang und bis zu etwa 500 Meter breit.

Der See ist von Wald, Riedflächen und Landwirtschaftsgebieten umgeben. Er dient als Bade-, Wander- und Erholungsgebiet. Am Ufer befinden sich ein Strandbad und ein Campingplatz.

Der Türlersee und seine Umgebung stehen teilweise unter Naturschutz. Schilfbestände, Feuchtwiesen und naturnahe Uferzonen bieten Lebensraum für Amphibien, Wasservögel und zahlreiche Pflanzenarten.

Reussebene und Reussspitz

Die Reussebene ist der tiefst gelegene Landschaftsraum des Knonaueramts. Sie wurde über Jahrhunderte durch Überschwemmungen geprägt.

Bei Maschwanden liegt die Maschwander Allmend. Gemeinsam mit dem angrenzenden Reussspitz im Kanton Zug bildet sie eine bedeutende Moor-, Ried- und Auenlandschaft. In diesem Gebiet vereinigen sich Reuss und Lorze.

Die Maschwander Allmend ist ein wichtiges Brut-, Rast- und Nahrungsgebiet für Vögel. Auenwälder, Feuchtwiesen und Altläufe bilden wertvolle Lebensräume.[5]

Klima

Das Klima entspricht grundsätzlich demjenigen des schweizerischen Mittellands. Die Höhenlage und die Nähe zur Albiskette führen jedoch zu lokalen Unterschieden.

In der Reussebene und in geschützten Tallagen sind die Temperaturen vergleichsweise mild. Auf den Höhen des Albis und um den Türlersee ist es kühler und niederschlagsreicher.

Im Herbst und Winter tritt in den tieferen Lagen häufig Nebel auf. Die erhöhten Gemeinden Aeugst am Albis, Hausen am Albis und Teile von Stallikon liegen zeitweise oberhalb der Nebelgrenze.

Gemeinden

Das Knonaueramt entspricht vollständig dem Bezirk Affoltern und umfasst 14 politische Gemeinden. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember 2024.[6]

Politische Gemeinden des Knonaueramts
Wappen Gemeinde Hauptpostleitzahl Einwohner Fläche in km²
Wappen von Aeugst am Albis Aeugst am Albis 8914 1'995 7,91
Wappen von Affoltern am Albis Affoltern am Albis 8910 12'882 10,59
Wappen von Bonstetten Bonstetten 8906 5'712 7,43
Wappen von Hausen am Albis Hausen am Albis 8915 3'951 13,60
Wappen von Hedingen Hedingen 8908 4'002 6,53
Wappen von Kappel am Albis Kappel am Albis 8926 1'382 7,92
Wappen von Knonau Knonau 8934 2'466 6,47
Wappen von Maschwanden Maschwanden 8933 677 4,69
Wappen von Mettmenstetten Mettmenstetten 8932 5'763 13,03
Wappen von Obfelden Obfelden 8912 5'961 7,54
Wappen von Ottenbach Ottenbach 8913 2'973 5,02
Wappen von Rifferswil Rifferswil 8911 1'180 6,51
Wappen von Stallikon Stallikon 8143 3'909 12,02
Wappen von Wettswil am Albis Wettswil am Albis 8907 5'337 3,77
Knonaueramt 58'190 113,03

Affoltern am Albis ist die bevölkerungsreichste Gemeinde und das wirtschaftliche sowie administrative Zentrum. Maschwanden ist die kleinste Gemeinde.

Die nördlichen Gemeinden Bonstetten, Wettswil am Albis und Hedingen weisen eine vergleichsweise dichte Besiedlung auf. Im Süden und Westen bestehen grössere Landwirtschafts- und Waldflächen.

Neben den Hauptdörfern gehören zahlreiche Weiler und Ortsteile zur Region. Dazu zählen unter anderem Zwillikon, Aeugstertal, Türlen, Ebertswil, Uerzlikon, Hauptikon, Dachlissen, Rossau, Herferswil, Bickwil, Unterlunnern, Oberlunnern, Rickenbach, Sellenbüren und Gamlikon.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Archäologische Funde belegen eine Besiedlung des Gebiets seit der Jungsteinzeit. Die fruchtbaren Böden, Wasserläufe und geschützten Geländeterrassen boten günstige Voraussetzungen für Landwirtschaft und Viehhaltung.

Aus der Bronze- und Eisenzeit sind Siedlungsspuren, Grabhügel und Einzelfunde bekannt. In mehreren Gemeinden wurden zudem Überreste römischer Gutshöfe entdeckt.

Während der römischen Zeit lag das Gebiet zwischen wichtigen Siedlungs- und Verkehrsachsen. Strassen verbanden den Raum Zürich mit der Reuss, dem Aargau und der Zentralschweiz.

Nach dem Rückzug der Römer entstanden alemannische Siedlungen. Zahlreiche Ortsnamen mit den Endungen -ingen, -ikon und -wil gehen auf das frühe Mittelalter zurück.

Mittelalterliche Herrschaften

Im Mittelalter war das spätere Knonaueramt in zahlreiche Herrschafts-, Gerichts- und Grundbesitzgebiete aufgeteilt.

Zu den bedeutenden Grundherren gehörten die Klöster Einsiedeln, Muri, Engelberg, Kappel und Schänis. Daneben besassen die Habsburger, die Freiherren von Eschenbach, die Herren von Hallwyl und weitere Adelsfamilien Rechte in der Region.

Die Herrschaftsverhältnisse waren nicht territorial geschlossen. Hochgericht, Niedergericht, Grundbesitz, Zehntrechte und Kirchenpatronate konnten unterschiedlichen Herren gehören.

Das Gebiet lag an Verkehrswegen zwischen Zürich, Zug, Luzern und dem Aargau. Übergänge über den Albis und Wege entlang der Reuss waren für Handel und militärische Bewegungen wichtig.

Vogtei Maschwanden

Die Vogtei Maschwanden umfasste neben Maschwanden auch Kappel, Rifferswil, Ottenbach und Teile des heutigen Obfeldens.

Sie war ursprünglich mit den Freiherren von Eschenbach verbunden. Nach dem Niedergang dieses Geschlechts gelangte sie an verschiedene Besitzer.

Im Jahr 1406 verkauften die Erben Johanns von Hallwyl die Vogtei Maschwanden an die Stadt Zürich. Dieser Erwerb bildete einen wichtigen Schritt bei der Ausdehnung der zürcherischen Herrschaft zwischen Albis und Reuss.

Freiamt Affoltern

Das Freiamt Affoltern war ein habsburgischer Gerichtsbezirk. Im Zusammenhang mit der eidgenössischen Eroberung des Aargaus im Jahr 1415 übernahm Zürich die hohe Gerichtsbarkeit.

Die sogenannten Freiamtsgemeinden besassen besondere Versammlungs- und Mitwirkungsrechte. Die Freiamtsgemeinde versammelte sich bis 1798 in der Kirche von Mettmenstetten.[7]

Die Bezeichnung frei bedeutete nicht, dass die Bevölkerung ohne obrigkeitliche Herrschaft lebte. Sie bezog sich vielmehr auf historische Gerichts- und Rechtsverhältnisse.

Entstehung der Landvogtei Knonau

Im Verlauf des 15. und frühen 16. Jahrhunderts erwarb Zürich weitere Niedergerichte und Herrschaftsrechte.

1512 gelangten die Rechte über Knonau an die Stadt. Knonau wurde zum Sitz einer Landvogtei, in der verschiedene Gerichte und ältere Vogteien zusammengefasst wurden.

Der Landvogt residierte im Schloss Knonau. Er wurde vom Zürcher Rat ernannt und übte Verwaltungs-, Gerichts- und Aufsichtsfunktionen aus.

Die Landvogtei gehörte zu den weniger ertragreichen Herrschaften des Zürcher Stadtstaats. Sie stellte jedoch eine vergleichsweise grosse Zahl an Wehrpflichtigen.[2]

Reformation

Die Zürcher Reformation erreichte das Knonaueramt in den 1520er-Jahren. Die Gemeinden übernahmen den reformierten Glauben, und die kirchlichen Verhältnisse wurden neu geordnet.

Das Zisterzienserkloster Kappel wurde 1527 aufgehoben. Seine Güter gingen an den Zürcher Staat über. Die ehemalige Klosteranlage blieb als Verwaltungs- und Landwirtschaftsbetrieb bestehen.

Die Reformation führte zu Spannungen mit den katholischen Orten der Zentralschweiz. Wegen seiner Lage an der Grenze zum Kanton Zug wurde das Knonaueramt zu einem wichtigen Schauplatz der Kappelerkriege.

Erster Kappelerkrieg

Im Juni 1529 marschierten Zürcher und innerschweizerische Truppen in der Umgebung von Kappel am Albis auf.

Ein offener Kampf konnte durch Vermittlungen verhindert werden. Der Überlieferung zufolge teilten Soldaten beider Seiten Milch und Brot und bereiteten daraus die Kappeler Milchsuppe.

Ob sich das Ereignis genau in der später beschriebenen Form abspielte, ist nicht sicher. Die Kappeler Milchsuppe entwickelte sich jedoch zu einem Symbol für Verständigung und eidgenössischen Ausgleich.

Zweiter Kappelerkrieg

Im Oktober 1531 kam es erneut zum Krieg. In der Schlacht bei Kappel wurde das Zürcher Heer von den katholischen Orten besiegt.

Der Zürcher Reformator Huldrych Zwingli fiel in der Schlacht. Zahlreiche weitere Zürcher und Bewohner der Landschaft kamen ums Leben.

Die Kämpfe und Truppenbewegungen belasteten die Dörfer des Knonaueramts. Häuser, Vorräte und landwirtschaftliche Flächen wurden beschädigt oder beschlagnahmt.

Der Zweite Kappeler Landfriede bestätigte die konfessionelle Teilung der Eidgenossenschaft. Das Knonaueramt blieb reformiert.

Herrschaft der Stadt Zürich

Bis 1798 blieb das Gebiet Teil des Zürcher Untertanenlands. Die Bevölkerung war der städtischen Obrigkeit unterstellt und besass keine gleichberechtigte politische Vertretung.

Landvögte, Untervögte, Gerichtsherren, Pfarrer und lokale Amtsträger regelten Verwaltung, Gerichtsbarkeit und Abgabenwesen.

Die Landwirtschaft bildete die wirtschaftliche Grundlage. Viehzucht, Getreidebau, Obstbau und Waldwirtschaft wurden durch Heimarbeit ergänzt.

Seit dem 17. Jahrhundert gewann die Textilverarbeitung an Bedeutung. Viele Familien spannen und webten Baumwolle oder Seide für städtische Unternehmer.

Helvetische Republik

Nach dem Einmarsch französischer Truppen und dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft wurde die Landvogtei Knonau 1798 aufgehoben.

Die Helvetische Republik bildete den Distrikt Mettmenstetten. Dieser umfasste das Kerngebiet der ehemaligen Landvogtei sowie einzelne angrenzende Gemeinden.

Mettmenstetten wurde Distriktshauptort. Die alten Untertanenverhältnisse und persönlichen Herrschaftsrechte wurden abgeschafft.

Die Helvetik brachte politische Gleichheit, zugleich aber Kriegslasten, Einquartierungen, wirtschaftliche Probleme und häufige Verwaltungsänderungen.

Mediation und Restauration

Mit der Mediationsakte von 1803 wurde der Distrikt Mettmenstetten aufgelöst. Das Gebiet kam zum weitläufigen Bezirk Horgen.

Nach dem Ende der Mediationszeit entstand 1814 das Oberamt Knonau. Sein Sitz befand sich erneut im Schloss Knonau.

Die Kantonsverfassung von 1831 ersetzte die Oberämter durch Bezirke. Zunächst blieb Knonau Bezirkshauptort.

1837 wurde der Verwaltungssitz in das zentraler gelegene und wirtschaftlich wachsende Affoltern am Albis verlegt. Seither lautet der amtliche Name Bezirk Affoltern.

Politische Bewegungen des 19. Jahrhunderts

Die Bevölkerung des Knonaueramts beteiligte sich an den politischen Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts.

Liberale und radikale Bewegungen verlangten mehr politische Rechte, Pressefreiheit, wirtschaftliche Reformen und eine stärkere Beteiligung der Landbevölkerung.

Konservative und religiös geprägte Bevölkerungsteile standen einzelnen Reformen skeptisch gegenüber. Die Konflikte zwischen Stadt und Landschaft sowie zwischen liberalen und konservativen Kräften wirkten sich auch auf die Gemeinden des Bezirks aus.

Während der Unruhen der 1840er-Jahre wurden mehrere politische Aktivisten aus dem Knonaueramt verfolgt oder bestraft. Ein Gedenkstein beim Bahnhof Affoltern erinnert an Jakob Schneebeli aus Affoltern und Heinrich Häberling aus Knonau, die 1845 nach einem gescheiterten Aufstandsversuch hingerichtet wurden.

Industrialisierung

Die Industrialisierung setzte im Knonaueramt später und weniger stark ein als im Zürcher Oberland oder im Limmattal.

Entlang der Reuss, der Reppisch, des Jonenbachs und weiterer Bäche entstanden Mühlen, Textilbetriebe, Sägereien und kleinere Fabriken.

In Ottenbach entwickelte sich die Textilindustrie zu einem bedeutenden Arbeitgeber. Ein historisches Kleinkraftwerk erinnert an die Nutzung der Wasserkraft für industrielle Zwecke.

Affoltern am Albis entwickelte sich zum wichtigsten Markt-, Gewerbe- und Dienstleistungsort der Region.

Eisenbahn

Die Eröffnung der Bahnstrecke Zürich–Affoltern am Albis–Zug im Jahr 1864 veränderte die Region grundlegend.

Bahnhöfe entstanden in Bonstetten-Wettswil, Hedingen, Affoltern am Albis, Mettmenstetten und Knonau. Die Bahn erleichterte den Warenverkehr und das Pendeln nach Zürich und Zug.

Die Gemeinden entlang der Bahnlinie wuchsen stärker als abgelegenere Dörfer. Affoltern am Albis festigte seine Stellung als regionales Zentrum.

Die Eisenbahn förderte auch den Absatz landwirtschaftlicher Produkte und die Ansiedlung von Gewerbebetrieben.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts blieb das Knonaueramt überwiegend ländlich. Landwirtschaft, lokale Gewerbebetriebe und Heimarbeit prägten die Wirtschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Besonders Bonstetten, Wettswil am Albis, Hedingen, Affoltern am Albis, Obfelden und Mettmenstetten entwickelten sich zu Wohngemeinden.

Neue Quartiere entstanden an den Dorfrändern. Der Anteil der Bevölkerung, die ausserhalb der Region arbeitete, nahm deutlich zu.

Gleichzeitig ging die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe zurück. Die verbliebenen Höfe wurden grösser und stärker mechanisiert.

Streit um die Autobahn A4

Die geplante Autobahnverbindung zwischen Zürich und Zug führte seit den 1970er-Jahren zu heftigen politischen Auseinandersetzungen.

Befürworter erwarteten eine bessere Verkehrsanbindung, wirtschaftliche Impulse und eine Entlastung der Dörfer vom Durchgangsverkehr. Gegner warnten vor Landschaftsverbrauch, Lärm, zusätzlichem Verkehr und einer beschleunigten Verstädterung.

Einsprachen, politische Initiativen und Gerichtsverfahren verzögerten den Bau während Jahrzehnten. Die Autobahn wurde zu einem schweizweit beachteten Beispiel für Konflikte zwischen Verkehrsplanung und Umweltschutz.

Das rund 16 Kilometer lange Teilstück durch das Knonaueramt wurde am 13. November 2009 eröffnet. Zu den wichtigsten Bauwerken gehört der Islisbergtunnel.[8]

Die A4 verkürzte die Fahrzeiten nach Zürich und Zug. Sie verstärkte zugleich den Siedlungs- und Entwicklungsdruck in mehreren Gemeinden.

Bevölkerung und Siedlungsentwicklung

Die Bevölkerungsverteilung innerhalb des Knonaueramts ist ungleichmässig.

Der nördliche Teil gehört weitgehend zur Agglomeration Zürich. Bonstetten, Wettswil am Albis und Hedingen besitzen dichte Wohnquartiere und einen hohen Pendleranteil.

Affoltern am Albis ist das grösste Siedlungs-, Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Obfelden und Ottenbach bilden einen weiteren Siedlungsschwerpunkt in der Nähe der Reuss.

Mettmenstetten und Knonau profitieren von der Bahn- und Autobahnanbindung sowie von ihrer Nähe zum Kanton Zug. Die südlichen Gemeinden verzeichneten in den letzten Jahrzehnten ein deutliches Wachstum.

Aeugst am Albis, Hausen am Albis, Kappel am Albis, Rifferswil und Maschwanden haben ihren ländlichen Charakter stärker bewahrt.

Das Bevölkerungswachstum stellt die Gemeinden vor Herausforderungen. Dazu gehören die Bereitstellung von Wohnraum, Schulen, Verkehrsanlagen, Altersversorgung und Freiräumen.

Gleichzeitig besteht das Ziel, historische Dorfkerne, Landwirtschaftsflächen und wertvolle Landschaftsräume zu erhalten.

Wirtschaft

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft prägt weiterhin grosse Teile der Landschaft. Bedeutende Betriebszweige sind Milchwirtschaft, Viehhaltung, Ackerbau, Obstbau und Gemüseproduktion.

Angebaut werden unter anderem Getreide, Mais, Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln und Futtermittel. Obstgärten mit Äpfeln, Birnen, Kirschen und Zwetschgen gehören zum traditionellen Landschaftsbild.

Mehrere Betriebe betreiben Direktvermarktung über Hofläden, Wochenmärkte, Selbstbedienungsstände oder regionale Lieferangebote.

In Hausen am Albis, Aeugst am Albis und weiteren erhöhten Lagen bestehen kleinere Rebflächen. Regionale Produzenten vermarkten Wein, Käse, Fleisch, Honig, Backwaren und Getränke unter gemeinsamen Herkunftsbezeichnungen.

Gewerbe und Industrie

Das Gewerbe ist überwiegend klein- und mittelbetrieblich organisiert. Wichtige Branchen sind Baugewerbe, Holzverarbeitung, Metallbau, Fahrzeugtechnik, Lebensmittelproduktion und Logistik.

Grössere Gewerbegebiete befinden sich in Affoltern am Albis, Hedingen, Obfelden, Mettmenstetten und Knonau.

Die traditionelle Textilindustrie verlor im 20. Jahrhundert stark an Bedeutung. Einzelne historische Fabrik- und Kraftwerksanlagen blieben als technische Denkmäler erhalten.

Dienstleistungen

Affoltern am Albis ist das wichtigste Dienstleistungszentrum. Dort befinden sich Verwaltung, Spital, Schulen, Banken, Detailhandel und zahlreiche Fachgeschäfte.

Auch Bonstetten, Obfelden, Mettmenstetten und Hedingen besitzen lokale Einkaufs- und Dienstleistungsangebote.

Ein grosser Teil der Erwerbstätigen pendelt nach Zürich, Zug, Baar, Cham oder ins Limmattal. Gleichzeitig gewinnt die Region als Standort für kleinere Unternehmen und selbstständig Erwerbende an Bedeutung.

Standortförderung und Regionalmarke

Die Gemeinden arbeiten in der Standortförderung Knonauer Amt zusammen. Ziel ist die Stärkung der regionalen Wirtschaft, die Vernetzung von Unternehmen und die gemeinsame Vermarktung der Region.

Eine Regionalmarke kennzeichnet Produkte aus dem Knonaueramt. Landwirtschaftliche Betriebe, Hofläden, Lebensmittelhersteller und Gastronomiebetriebe nutzen die Herkunftsbezeichnung zur Positionierung regionaler Erzeugnisse.[9]

Verkehr

Eisenbahn

Die Bahnstrecke Zürich–Zug verläuft von Nord nach Süd durch das Knonaueramt.

Bahnhöfe befinden sich in Bonstetten-Wettswil, Hedingen, Affoltern am Albis, Mettmenstetten und Knonau. Sie werden von Zügen der Zürcher S-Bahn bedient.

Die Bahn bildet eine der wichtigsten Pendlerverbindungen nach Zürich und Zug. Der Bahnhof Affoltern am Albis ist der bedeutendste regionale Umsteigepunkt.

Buslinien erschliessen die Gemeinden ohne eigenen Bahnhof und verbinden sie mit Affoltern, Bonstetten, Mettmenstetten, Birmensdorf, Zürich und Zug.

Autobahn A4

Die Autobahn A4 verbindet das Knonaueramt mit Zürich, Zug und Luzern.

Sie verläuft teilweise in Tunneln und Einschnitten, um Siedlungen und Landschaften zu entlasten. Zu den wichtigen Anschlüssen gehören Wettswil, Affoltern am Albis und Knonau.

Der Islisbergtunnel führt unter dem Islisberg und verbindet die Region mit dem Zürcher Autobahnnetz.

Die Autobahn reduzierte den Durchgangsverkehr in einzelnen Dörfern, führte jedoch auch zu zusätzlichem Siedlungs- und Wirtschaftsverkehr.

Kantons- und Gemeindestrassen

Historische Verkehrsachsen führen über den Albispass, durch das Reppischtal und entlang der Reuss.

Die Hauptstrasse über Affoltern am Albis verbindet Zürich mit Zug. Weitere Strassen führen nach Bremgarten, Muri, Cham, Langnau am Albis und ins Sihltal.

Die dörflichen Ortskerne sind teilweise durch engen Strassenraum und historische Gebäude geprägt. Verkehrsberuhigung und die Gestaltung öffentlicher Räume gehören deshalb zu den kommunalen Aufgaben.

Velo- und Wanderwege

Das Knonaueramt besitzt ein dichtes Netz von Wander- und Velorouten.

Beliebte Wege führen entlang der Reuss, um den Türlersee, über die Albiskette und durch die Dörfer des südlichen Bezirks.

Die vergleichsweise sanften Hügel eignen sich für Freizeit- und Alltagsveloverkehr. Steilere Routen führen auf den Albis und zum Aeugsterberg.

Natur und Landschaftsschutz

Trotz des starken Wachstums besitzt das Knonaueramt zahlreiche wertvolle Naturgebiete.

Die Maschwander Allmend und der Reussspitz gehören zu den bedeutendsten Feuchtgebieten der Region. Sie bieten Lebensraum für seltene Vogel-, Amphibien- und Pflanzenarten.

Der Türlersee ist von geschützten Ufer- und Riedbereichen umgeben. Er ist zugleich ein stark genutztes Erholungsgebiet.

Das Seleger Moor bei Rifferswil ist ein öffentlich zugänglicher Rhododendron- und Azaleenpark. Das Gelände umfasst Moorbereiche, Teiche, Gehölze und eine umfangreiche Sammlung blühender Pflanzen.

Die Wälder der Albiskette dienen als Lebensraum, Erholungsgebiet und Schutzwald. Wildtierkorridore verbinden den Albis mit den Landschaften an der Reuss.

Siedlungsentwicklung, Autobahn, Landwirtschaft und Freizeitnutzung erzeugen einen hohen Druck auf die Landschaft. Regionale Planungen sollen zusammenhängende Grünräume erhalten und neue Überbauungen auf geeignete Gebiete konzentrieren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kloster Kappel

Das ehemalige Kloster Kappel in Kappel am Albis ist eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Region.

Das Zisterzienserkloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Nach der Reformation wurde es 1527 aufgehoben.

Die Klosterkirche ist ein bedeutendes Beispiel gotischer Architektur. Die Anlage wird heute als Seminar- und Bildungshaus genutzt.

In der Nähe erinnert ein Zwingli-Denkmal an die Schlacht bei Kappel von 1531.

Schloss Knonau

Das Schloss Knonau war Sitz der zürcherischen Landvögte.

Die Anlage geht auf eine mittelalterliche Burg zurück und wurde mehrfach umgebaut. Sie steht im historischen Zentrum von Knonau.

Das Schloss erinnert an die Zeit, als Knonau der politische und administrative Mittelpunkt der Region war.

Seleger Moor

Das Seleger Moor in Rifferswil wurde im 20. Jahrhundert als Landschaftspark angelegt.

Es ist besonders für seine Rhododendren, Azaleen, Farne, Seerosen und alten Gehölze bekannt. Während der Blütezeit zieht der Park zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.

Maschwander Allmend

Die Maschwander Allmend ist eine historische Allmend- und Auenlandschaft an der Reuss.

Feuchtwiesen, Riedflächen und Auenwälder prägen das Gebiet. Beobachtungsplätze und Wege ermöglichen Naturbeobachtung, ohne besonders empfindliche Bereiche zu erschliessen.

Historisches Kleinkraftwerk Ottenbach

Am Rand des Naturschutzgebiets Bibelaas bei Ottenbach befindet sich ein historisches Wasserkraftwerk.

Die Anlage verfügt über eine alte Francis-Turbine und einen historischen Generator. Sie dokumentiert die Verbindung von Wasserkraft und Textilindustrie.

Bei Vorführungen kann die historische Technik teilweise in Betrieb erlebt werden.

Bergwerk Riedhof

Das Bergwerk Riedhof bei Aeugst am Albis erinnert an den früheren Braunkohleabbau.

Während verschiedener Perioden, besonders in Zeiten knapper Energieversorgung, wurde dort Kohle gewonnen.

Stollen, Informationstafeln und Führungen vermitteln Einblicke in die regionale Bergbaugeschichte.

Ortsmuseum Affoltern

Das Ortsmuseum Affoltern am Albis befindet sich in Zwillikon.

Es sammelt Objekte, Fotografien, Dokumente und Alltagsgegenstände aus der Geschichte der Stadt und der Region.

Die Ausstellungen behandeln unter anderem Landwirtschaft, Gewerbe, Wohnen, Schule und Vereinsleben.

Hochwachtturm

Auf einer Anhöhe der Albiskette befindet sich der Hochwachtturm.

Historische Hochwachten dienten der raschen Übermittlung von Warnsignalen. Feuer- und Rauchzeichen konnten über grössere Entfernungen weitergegeben werden.

Der heutige Aussichtsturm bietet einen Blick über das Knonaueramt und die umliegenden Kantone.

Historische Dorfkerne

Mehrere Dörfer besitzen gut erhaltene Ortskerne mit Bauernhäusern, Riegelbauten, Kirchen, Pfarrhäusern und Gasthöfen.

Besonders charakteristische Ortsbilder finden sich in Maschwanden, Knonau, Kappel am Albis, Rifferswil, Ottenbach und Hausen am Albis.

Die historischen Gebäude dokumentieren die Entwicklung von Landwirtschaft, Handwerk und dörflicher Selbstverwaltung.

Ämtlerweg

Der Ämtlerweg ist ein rund 46 Kilometer langer regionaler Wanderweg.

Er wurde von der Gemeinnützigen Gesellschaft des Bezirks Affoltern anlässlich ihres Jubiläums im Jahr 2000 eingerichtet.

Der Weg führt durch Landschafts- und Naturschutzgebiete sowie zu historischen, wirtschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten.

Entlang der Route informieren 22 Tafeln über Geschichte, Natur, Landwirtschaft, Gewerbe und Siedlungsentwicklung des Knonaueramts.

Der Weg kann in mehreren Etappen begangen werden. Bahn- und Busstationen ermöglichen unterschiedliche Ein- und Ausstiegspunkte.

Neben dem Ämtlerweg bestehen kürzere Themen- und Rundwege. Der Knonaueramt-Weg zwischen Türlersee und Affoltern am Albis ist rund 15 Kilometer lang.[10]

Bildung und Gesundheit

Die Gemeinden führen Kindergärten und Primarschulen. Sekundarschulen werden teilweise gemeinsam oder in regionalen Schulorganisationen betrieben.

Weiterführende Schulen und Berufsschulen befinden sich vor allem in Affoltern am Albis, Zürich, Zug und weiteren umliegenden Zentren.

Das Spital Affoltern besitzt regionale Bedeutung für die medizinische Versorgung. Ergänzt wird das Angebot durch Arztpraxen, Pflegezentren, Spitex-Organisationen und therapeutische Einrichtungen.

Die Gemeinden arbeiten in sozialen, gesundheitlichen und schulischen Bereichen über Zweckverbände und regionale Organisationen zusammen.

Medien und Gesellschaft

Der Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern berichtet über Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft im Knonaueramt.

Weitere lokale Informationsangebote, Gemeindeblätter und Onlineplattformen behandeln regionale Ereignisse und Veranstaltungen.

Das Vereinsleben ist stark ausgeprägt. Musikvereine, Chöre, Sportclubs, Schützenvereine, Jugendverbände, Kulturvereine und Naturschutzorganisationen wirken häufig über Gemeindegrenzen hinweg.

Die Begriffe Ämtler, Säuliamt und Knonaueramt schaffen eine gemeinsame regionale Identität, obwohl die Gemeinden unterschiedliche Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen besitzen.

Regionale Identität

Das Knonaueramt nimmt innerhalb des Kantons Zürich eine besondere Stellung ein.

Die Region gehört wirtschaftlich zum Grossraum Zürich und Zug, besitzt aber ein deutlich ländlicheres Erscheinungsbild als viele andere Gebiete der Agglomeration.

Die Albiskette wirkt als landschaftliche Grenze zur Stadt Zürich und zum Zürichsee. Diese räumliche Trennung unterstützte die Entwicklung einer eigenständigen regionalen Identität.

Der historische Bezug zur Landvogtei Knonau, die Bezeichnung Säuliamt und die gemeinsamen politischen Erfahrungen verstärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Regionale Produkte, Veranstaltungen, Medien und Vereine verwenden häufig die Bezeichnung Knonauer Amt oder Säuliamt anstelle des amtlichen Bezirksnamens.

Wappen und Flagge

Als regionales Zeichen wird das Wappen des Bezirks Affoltern beziehungsweise der früheren Landvogtei Knonau verwendet.

Es zeigt in Gold ein schwarzes Mauerankerkreuz. Das Motiv geht auf das Wappen der Freiherren von Eschenbach zurück.

Die Herren von Eschenbach besassen im Mittelalter umfangreiche Rechte in der Region. Das Zeichen wurde später von der Landvogtei Knonau übernommen.

Die Flagge zeigt das schwarze Mauerankerkreuz auf gelbem Grund. Sie wird bei regionalen Veranstaltungen und in Darstellungen des Knonaueramts verwendet.

Historische Verwaltungsentwicklung

Entwicklung des Knonaueramts als Herrschafts- und Verwaltungsgebiet
Zeitraum Verwaltungsform Hauptort beziehungsweise Sitz
bis zum frühen 15. Jahrhundert Verschiedene habsburgische, klösterliche und adelige Herrschaften Unterschiedliche Herrschaftssitze
ab 1406 Zürcher Vogtei Maschwanden und weitere schrittweise erworbene Gebiete Zürich beziehungsweise lokale Amtsträger
ab 1415 Zürcher Herrschaft über das Freiamt Affoltern und weitere Hochgerichte Mettmenstetten als Versammlungsort der Freiamtsgemeinde
frühes 16. Jahrhundert bis 1798 Landvogtei Knonau Schloss Knonau
1798–1803 Helvetischer Distrikt Mettmenstetten Mettmenstetten
1803–1814 Teil des Bezirks Horgen Horgen
1814–1831 Oberamt Knonau Knonau
1831–1837 Bezirk Knonau Knonau
seit 1837 Bezirk Affoltern Affoltern am Albis

Literatur

  • Bernhard Schneider: 700 Jahre im Überblick: Das Knonaueramt – die Stadt Zürich – die Eidgenossenschaft. Schneider Communications, Ottenbach 2016.
  • Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich. Antiquarische Gesellschaft in Zürich, Zürich 1977.
  • Martin Illi: Von der Kameralistik zum New Public Management. Geschichte der Zürcher Kantonsverwaltung von 1803 bis 1998. Regierungsrat des Kantons Zürich, Zürich 2008.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Birkhäuser, Basel 1938.
  • Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Affoltern: Das Knonaueramt. Landschaft, Geschichte und Menschen. Affoltern am Albis.
  • Hans Brandenberger: Das Knonauer Amt. Geschichte und Gegenwart einer Zürcher Landschaft. Affoltern am Albis.
  • Thomas Weibel: Historische Verkehrswege im Knonaueramt. Zürich.

Siehe auch

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Knonaueramt

Einzelnachweise

  1. Knonauer Amt: Unsere Gemeinden, abgerufen am 24. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 Knonau – Vogtei, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
  3. Knonauer Amt: Wissenswertes über das Säuliamt, abgerufen am 24. Juli 2026.
  4. Freiamt, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
  5. Knonauer Amt: Sehenswürdigkeiten, abgerufen am 24. Juli 2026.
  6. Bundesamt für Statistik: Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, 2010–2024, abgerufen am 24. Juli 2026.
  7. Mettmenstetten, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 24. Juli 2026.
  8. Kanton Zürich: Eröffnung der Autobahn A4 im Knonaueramt, 25. September 2009.
  9. Das Beste der Region: Das Knonauer Amt, abgerufen am 24. Juli 2026.
  10. Schweiz Tourismus: Knonaueramt-Weg, abgerufen am 24. Juli 2026.